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HannaDaF

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Deutsch als Fremdsprache: Eine Einführung (Grundlagen der Germanistik (GrG), Band 34)
Deutsch als Fremdsprache: Eine Einführung (Grundlagen der Germanistik (GrG), Band 34)
von Professor Dr. Hans-Werner Huneke
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aus StudentInnensicht, 6. Februar 2012
Die Einführung in Deutsch als Fremdsprache von Hans- Werner Huneke und Wolfgang Steinig richtet sich an 'angehende Lehrer des Faches Deutsch als Fremdsprache' (9).
Als Studentin des Bachelors Deutsch als Zweitsprache/ Fremdsprache gehöre ich potentiell der erwähnten Zielgruppe an. Ich werde im Zuge dieser Rezension bewerten, inwiefern diese Zuschreibung zutrifft.

Form

Die Monographie des Autorenteams Huneke und Steinig wurde 1997 erstmals veröffentlicht. 2010 erschien die fünfte mir vorliegende Auflage. Die insgesamt 306 Seiten enthalten sechs Kapitel, die wiederum kleinschrittig unterteilt sind. Somit können Begriffe und einzelne Aspekte mithilfe des Stichwort- und Inhaltsverzeichnisses schnell nachgeschlagen werden. In jedem Kapitel leiten die Autoren in das jeweilige Thema ein und nennen abschließend in einer Zusammenfassung die zentralen Punkte. Wichtige Begriffe sind fettgedruckt, der Fließtext wird durch Absätze und übersichtliche Grafiken aufgelockert.
Zur Wissensvertiefung finden sich am Ende der Kapitel, teilweise auch der Unterkapitel Literaturhinweise.

Die Lerner und Lehrenden rahmen inhaltlich die Zweitspracherwerbstheorien und Überlegungen zum Gegenstand und zur Gestaltung des Unterrichts ein.

Die Lerner

Die Effizienz des individuellen Lernprozesses hängt vom Zusammenspiel verschiedener Faktoren ab. Als erster Aspekt wird das Alter genannt. In diesem Zuge werden die Critical- Age- Hypothese und neurologische Erkenntnisse vorgestellt. Einfluss hat auch der Entwicklungsstand der Lerner in ihrer Muttersprache (L1). Dieser Aspekt spielt eher bei DaZ- als bei DaF- Lernern eine Rolle. Der Bildungserfolg der ersten Gruppe bleibt häufig aus, da der Umgang mit konzeptioneller Schriftlichkeit in der L1 nicht erworben wurde.
Es wird von Auswirkungen von Motivation auf den Lernprozess ausgegangen. Die Unterscheidung von instrumenteller, integrativer und intrinsischer Motivation gelingt den Autoren nicht trennscharf. Darauf bezogen werden Integration, Akkulturation und das Akkommodation- Modell genannt. Die Ausführung baut auf Vorwissen des Lesers in diesem Kontext auf. Anschließend werden der Modern Language Aptitude Test und Cloze- Test zur Bestimmung von Sprachlernbegabung angeführt.
Die Autonomie des Lerners wird betont, wozu das Wissen um den eigenen Lernstil (eher visuell, auditiv oder kinästhetisch) beiträgt. Neben der Individualität jedes Lerners wird zudem auf kulturelle Unterschiede hingewiesen, die im Fremdsprachenunterricht beachtet werden müssen. Im Unterricht können (neue) Lernstrategien vermittelt oder optimiert werden. Genauer werden einzelne Strategien nicht vorgestellt.
Die Problematisierung der schlechten Operationalisierung der vielfältigen Einflussfaktoren auf den Lernprozess ist den Autoren gelungen. Verschiedene wissenschaftliche Positionen zu den vorgestellten Aspekten werden angebracht. Allerdings werden einige Begriffe, so wie eingangs das Interlanguage- Stadium, unzureichend erklärt und wirken dadurch etwas zusammenhangslos.

Theorien zum Zweitspracherwerb

Ganzheitliche Bilder des Zweitspracherwerbs beziehungsweise (fremd)sprachlichen Lernprozesses werden durch entsprechende Theorien versucht zu zeichnen. Diese sind Gegenstand des zweiten Kapitels. Mit dem Behaviorismus wird zuerst eine allgemeine Lerntheorie dargestellt. Zur Reflexion regt der Hinweis der Autoren auf das Fortbestehen behavioristischer Elemente im Fremdsprachenunterricht an.
Ausführlicher wird anschließend in die Kontrastive Analyse eingeführt. Der Transfer von Elementen der L1 auf die L2, so genannte Interferenzen, ist Kern dieser Theorie. Dieser Prozess kann auch zwischen weiteren Fremdsprachen untereinander stattfinden.
Mit dem Einbezug der kognitiven Prozesse beim Spracherwerb wurden ausgehend von Chomskys Universalgrammatik- Modell verschiedene Theorien entwickelt. So werden beim L1- und L2- Erwerb ähnliche Entwicklungsstadien durchlaufen. Weiter führen die Autoren in die Natural- Order-, Input- und Monitor- Hypothese ein, bevor die Lernersprachen thematisiert werden.
Dieser Abschnitt greift den bereits verwendeten Begriff der Interlanguage und die Weiterentwicklungen dieser Theorie auf. Die Schritte der Theoriebildung, empirischen Überprüfung und der Ableitung für die didaktische Umsetzung werden aufgezeigt.
Die Darstellung der wichtigen Aspekte konnektionistischer und konstruktivistischer Theorien am Ende des Kapitels zu Zweitspracherwerbstheorien wirkt irritierend. Wäre nicht eine Gegenüberstellung der Lerntheorien Behaviorismus und Konnektionismus/ Konstruktivismus logischer? Beim erstmaligen Lesen wird die Unterscheidung zwischen allgemeinen Annahmen zum Lernprozess, L1- und L2- Erwerbstheorien nicht richtig klar.
Entsprechend einer Einführung laden die erwähnten Ansätze zur intensiveren Beschäftigung mit sich ein.
Hervorzuheben ist der Bogen, den die Autoren zwischen Theorie und Praxis schlagen. Diese Verbindung bietet Orientierungspunkte für die Gestaltung und zur Reflexion des Unterrichtsgeschehens.
Der Hinweis der Autoren, dass es sich in diesem Kapitel 'nur um erste Hinweise handeln [kann], die die selbstständige Vertiefung anregen wollen' (53) ist an dieser Stelle notwendig, um gegensätzliche Erwartungen zu relativieren.

Deutsche Sprache und Kultur

Die Kenntnis von der Stellung und Verbreitung des Deutschen ist grundlegend für DaF- Studenten. Zentral ist auch das Wissen, dass neben der idealisierten Standartsprache zahlreiche Varietäten existieren; dies sollte Lernern bewusst gemacht werden. Ein Überblick über wichtige Merkmale der deutschen Sprache und Sprachgemeinschaft, der um entsprechende Literaturhinweise ergänzt wird, schließt sich an. Hier muss der eingangs formulierte Hinweis im Auge behalten werden.
Anschließend wird die Landeskunde als Rahmen der Thematisierung von Kultur und verschiedene Ansätze im Kontext von Interkulturalität vorgestellt. Des Weiteren werden die Gesprächstypologie und Milieu- Theorie skizziert. Hilfreich sind die Ideen und Hinweise für den Unterricht.
Die sehr knappe Übersicht zu den Literaturepochen und die Darstellungen von Bestsellerlisten leuchten durch das abschließende Plädoyer der Autoren für einen an den Bedürfnissen der Lerner orientierten Unterricht ein. Eine Vertiefung des Inhalts ist notwendig.

Unterricht

Die Gestaltung und Zielsetzung des Unterrichts sind Thema des anschließenden umfangreichsten Teils. Eingangs werden traditionelle und neuere Überlegungen der Unterrichtskonzeption vorgestellt. Ausgehend von dem Ziel der Kommunikationsfähigkeit werfen die Autoren die Frage nach authentischer Kommunikation auf. Hierfür bieten sie Antworten wie das Lernen durch Lehren- Modell, die den Rahmen für möglichst authentische Kommunikation schaffen. Ferner plädieren die Autoren für das Immersion- Verfahren (bilingualer Unterricht), das wechselseitige Lernen im Tandem oder mit einem Tutor. Die vorgestellten Peer- Teaching- Modelle unterstützen das autonome Lernen. Ebenso die Total Physical Response- Methode, in welcher die Lerner selbst entscheiden, wann sie sich äußern.
Anschließend an die möglichst authentischen Inhalte in der Unterrichtskommunikation kommen die Autoren auf die Form der Äußerungen zu sprechen. Grammatische Korrektheit und Flüssigkeit werden auf der Basis weiterer Erwerbshypothesen diskutiert. Zum Schluss wird in die Suggestopädie und das emotional- narrative Konzept eingeführt, bei welchen die emotionale Komponente in der Kommunikation besondere Beachtung findet. Huneke und Steinig veranschaulichen Schwierigkeiten und Möglichkeiten der Unterrichtskonzeption und bieten somit Ausgangspunkte für die ersten Schritte als DaF- Lehrer.
Verknüpft mit den Zielen des Fremdsprachenunterrichts werden die sogenannten Grundfertigkeiten Lesen, Höre, Schreiben, Sprechen erläutert und wiederum Hinweise wie geeignete Medien, zu vermittelnde Strategien und Ähnliches für den Unterricht gegeben. Über diese Grundfertigkeiten möchte der Lerner in der Fremdsprache verfügen, wozu er Kompetenzen in verschiedenen sprachlichen Bereichen wie Aussprache, Wortschatz und Grammatik braucht. Hierzu werden dem Leser Tipps und Übungen für den Fremdsprachenunterricht gegeben.
Verschiedene Methoden finden Eingang in DaF- Lehrwerke. Die Autoren stellen die Ziele, Prinzipien und typische Übungen der Grammatik- Übersetzungs- Methode, die Audiolinguale/ Audiovisuelle Methode, den Kommunikativ- pragmatischen sowie den interkulturellen Ansatz dar. Dazu findet sich am Ende des Unterkapitels eine übersichtliche Tabelle.
Medien können den Lernprozess unterstützen, insofern sie gut ausgewählt werden. Kriterien dazu sowie didaktische Hinweise für einen sinnvollen Einsatz und Umgang (Medienkompetenz) von und mit Medien gibt das Autorenteam. Auch die Nutzung des Computers und Internets für Übungen, zur Informationsbeschaffung, als Kommunikationsmittel (E-Mail, Chat,') und weiteres wird als Option für die Unterrichtsgestaltung vorgeschlagen.
Um die Autonomie und Handlungsfähigkeit der Lerner zu fördern sind sowohl Übung als auch komplexe Aufgaben nötig. Die Unterschiede zwischen Übungen und Aufgaben, sowie deren sinnvolle Kombination werden erklärt und übersichtlich in einer Tabelle visualisiert.
Wie gehen Lerner und Lehrer mit Fehlern um? Es gibt verschiedene Arten von Fehlern (Kompetenz- und Performanzfehler), die auch Hinweis für Lernfortschritte sein können. Zudem lassen sich Selbst- und Fremdkorrektur unterscheiden. Auch wenn es Unterschiede in den Wünschen der Lerner nach Korrektur gibt, stellen die Autoren trotzdem Empfehlungen stichpunktartig zusammen.
Als letzter Punkt des Kapitels werden verschiedene Tests vorgestellt und ihre Funktion für Lerner und Lehrer beschrieben. Orientiert an den Kompetenzbeschreibungen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) werden Lernern durch Tests die eigenen Fähigkeiten, Lehrern die Kompetenzen einer Gruppe transparent und somit beurteilbar.
Das größte Kapitel 'Unterricht' überzeugt durch die Ableitung didaktisch- methodischer Ansätze aus den eingeführten Theorien zum Zweitspracherwerb bzw. Lernprozess. Viele Tipps und Hinweise, Denkanstöße werden Lehrernovizen an die Hand gegeben. Es wird deutlich, dass diese Empfehlungen und keine Dogma sind.

Die Lehrenden

Ebenso wie Unterrichtsverfahren sollte der Lehrer seine Rolle reflektieren und sich bewusst sein, welches Bild er von den Lernern hat. Reflexion spielt im Fremdsprachenunterricht mit Individuen verschiedener sozio- kultureller Kontexte, aber auch generell in der Zusammenarbeit mit anderen eine große Rolle.
Im Anhang werden exemplarische Unterrichtssituationen mit verschiedenen Gruppen vorgestellt. Diese Skizzen konkretisieren die Planung einer Unterrichtseinheit. Eine Auswahl von Wörterbüchern, Fachzeitschriften, Lehrwerken und weiteren nützlichen Arbeitsmitteln runden die Einführung von Huneke und Steinig ab.
Diese kompakte Darstellung zentraler Aspekte von Deutsch als Fremdsprache ist besonders Studenten zu empfehlen, die einen Überblick gewinnen und DaF unterrichten wollen. Die klare Form und gut zugängliche Sprache trösten Fachneulinge darüber hinweg, dass viele Fachtermini genannt und teilweise auch vorausgesetzt werden. Die Beispiele, Übersichten und kleinschrittige Unterteilung des Inhalts unterstützen das Eintauchen in die wissenschaftliche Diskussion. Viele einzelne Aspekte wirken zwar ansatzweise künstlich getrennt, wiederholen sich dann aber doch an späterer Stelle, sodass der Zusammenhang klar wird. Die Einführung ist auch für Studenten erschwinglich und somit für die Anfangsphase des Studiums eine lohnende Anschaffung.


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