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Silver Surfer: Bd. 3
Silver Surfer: Bd. 3
von Dan Slott
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Allred wie er sein soll, 7. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Silver Surfer: Bd. 3 (Broschiert)
Silver Surfer 3: Im Weltall ist die Hölle los

Die neue Silver Surfer – Serie von Autor Dan Slott (Spider-Man, Rächer) und Zeichner Michael „Mike“ Allred (X-Force, X-Statix, Madman) glich von Anfang an einer abgefahrenen Reise durch das All. Dem Surfer zur Seite stand Dawn Greenwood, eine Frau von der Erde, in die sich der Surfer sogleich verliebt hatte. Gemeinsam hatten sie das Universum durchquert, doch als Dawn von den Greueltaten hörte, die der Surfer als Herold von Galactus möglich machte, war sie mehr als schockiert. Zusammen konnten sie erreichen, dass die Bewohner des Planeten Newhaven verschont wurden, und nur der Planet von Galactus verspeist wurde. Nun übernimmt der Surfer Verantwortung, und sucht für die Millionen von Heimatlosen einen neuen Planeten. Im unendlichen Universum lauern viele Gefahren. So verschlägt es die Flotte in eine Zeitschleife, auf einen Vergnügungsplaneten, und auch das Event Secret Wars wird gestreift. Zuletzt müssen sich Norrin und Dawn einem ganz besonderen Projekt widmen -der Neuordnung des Universums! Doch ist der Surfer dafür wirklich die Idealbesetzung?

Fazit
Der Silver Surfer ist einer jener klassischen Charaktere, die noch von Jack „King“ Kirby und Stan „The Man“ Lee persönlich geschaffen wurden. Seit der Charakter in Fantastic Four 48 (1966) in der Galactus-Trilogie das erste Mal mit seinem Surfbrett (von Dawn neuerdings Zuumir genannt) durch die Tiefen des Alls flog, haben sich viele Künstler an der Figur ausgetobt, u.a. John Byrne, Moebius und John Buscema. Michael Allred ist neben seinen Arbeiten für Marvel besonders für seine Eigenkreation Madman bekannt. Jene Serie besticht durch die abgefahrene Handlung, und die knallbunten Zeichnungen. Exakt diese Elemente finden sich auch hier wieder, und wo ginge das besser als in den unendlichen Weiten des Weltraums? Im Marveluniversum, wo es gerade in den letzten Jahren gern mal heftig und düster zur Sache geht, ist der Weltraum der Platz für skurrile und wunderliche Kreaturen. Schwer wird Allred die Zeichnung der Figur nicht gefallen sein, sieht der Surfer doch aus wie Madman ohne Haare. Dan Slott verknüpft die Handlung mit vielen weiteren Marvelfiguren wie z.B. der Never Queen, Galactus oder Doom,. Klar, dass es auch dabei auch sehr phantasievoll zur Sache geht, und Allred scheinen die Ideen für wundersame Wesen nicht auszugehen, egal ob es im All oder in einer anderen Dimension ist. Speziell in diesem Band werden zudem viele in der Serie eingeführte Figuren verwendet. Besonderheiten gibt es dieses mal auch beim Panelaufbau. Die Darstellung einer Zeitschleife lässt den Leser die Schleife mit seinem Buch in der Hand nachvollziehen. Ob das eine Idee von Slott oder von Allred war? Zum Ende hin wird es gerade zu episch, und es gibt eine Annäherung an das Thema Secret Wars auf eine besondere Art und Weise. Hier paart sich der Geist der 60er-Jahre-Weltraumserien mit den aktuellen Ereignissen, und zeigt auf symbolische Art und Weise dem gesamten Genre die unendlichen Möglichkeiten auf, von denen bislang nur wenige genutzt wurden. Im Anhang gibt es noch einige Bleistiftzeichnungen von Allred, die den Band abrunden. Ich kann die Serie jedem Marvelianer an Herz legen, der über den Tellerrand des Üblichen hinaus schauen will.


Savior: Bd. 1
Savior: Bd. 1
von Todd McFarlane
  Broschiert
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Löser oder Erlöser?, 3. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Savior: Bd. 1 (Broschiert)
Savior

Seit der Zeit, in der Todd McFarlane Spider-Man gezeichnet, und mich erst verwundert (wie sieht das denn aus?) und dann begeistert hat, habe ich den Mann ins Herz geschlossen. Klar, dass fiel nicht immer einfach, denn die Wandlung vom innovativen Neuzeichner über die Gründung von Image Comics und McFarlane Toys bis zu seinen Autorenarbeiten traf nicht immer meine Erwartungen – die Comics mit seinem Namen drauf habe ich mir aber immer angesehen. Das neueste Werk heist Savior (Heiland, Erlöser) und wurde zusammen mit Brian Holguin geschrieben, der auch bei Spawn und Aria als Autor gearbeitet hat. Als Zeichner wurde Clayton Crain verpflichtet, seines Zeichens Digitalzeichner, der z.B. Ghostrider oder Carnage gestaltet hat. Der Band umfaßt 8 US-Hefte, und enthält eine abgeschlossene Geschichte, mit der Hintertür der Fortsetzung.

Handlung

Als in der Nähe des Städtchen Damascus in Iowa ein Flugzeug mitten auf einer befahrenen Straße abstürzt, ist die Katastrophe perfekt. Es gibt viele Tote die aus dem Flugzeug geschleudert werden, und viele Verkehrsteilnehmer auf der Straße werden erschlagen. Im Chaos der Rettungsaktion tritt ein blutbeschmierter nackter Mann aus dem Maisfeld, und hält ein unverletztes Mädchen in den Armen, welches er ihrer Mutter übergibt. Auch der Fremde hat keinerlei Schaden davon getragen, doch kann er sich nicht erinnern wer er ist und was er hier tut. Schnell gibt es Menschen, die ihn für den Heiland halten, und die Rettung des Mädchens für ein Wunder. Doch auch eine Gegenbewegung, die damit so gar nichts anfangen kann, versucht die Beerdigung der Verunglückten zu stören. Als die Gruppen aufeinander treffen, wird der unbekannte zur Handlung gezwungen…

Fazit

Um es von vornherein zu sagen: Wer hier erwartet, Antworten auf alle Fragen zu finden, wird nicht fündig werden. Aber es ist ja auch irgendwie passend, dass in einem Buch welches von Hoffnung und Glauben handelt auch viele Dinge unergründet bleiben. Stattdessen bekommt man viele Denkanstöße bzgl. Religion und deren Erscheinungsform, speziell in den USA. Auch eine an sich abgeschlossenen Erzählung hat heute seltenheitswert. Generiert wird eine neugierig machende Atmosphäre, die nicht zuletzt wegen des Artworks von Clayton Crain sehr mystisch daher kommt. Mir persönlich gefällt die digitale Optik, bis auf das Seitenschinen bei Filmsequenzen, bei denen locker das doppelte auf die Seiten gepaßt hätte, sehr gut. Ob wir in Zukunft mehr dieser Art von digitalen Zeichnungen sehen werden? Mich würde interessieren, wie viel McFarlane, und wie viel Holguin in Saviour steckt. Das Grundkonzept soll komplett von ihm stammen. Klar, das Thema Religion war ja bei Spawn von Anfang an präsent, aber auch in anderen Serien wie Haunt. Aber egal wie, im Gegensatz zu den beiden genannten Serien gibt es hier keine Capes oder Spandex, die Serie kommt komplett ohne Helden und Schurken aus, und stellt dafür die Frage: Was, wenn das Göttliche so wäre wie wir?


Ms. Marvel: Bd. 3: Der Ernst des Lebens
Ms. Marvel: Bd. 3: Der Ernst des Lebens
von G. Willow Wilson
  Broschiert
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Humorvolle und intelligente Teen-Superheldenserie, 16. Mai 2016
Ms. Marvel 3 – Der Ernst des Lebens (Panini)

Wie schnell die Zeit vergeht! Dies ist der dritte und letzte Band der erste Soloserie der aktuellen Ms. Marvel, alias Kamala Khan.
Rückblick
In den Jahren zuvor war der Name Ms. Marvel von Carol Danvers besetzt, die sowohl im knappen Kostüm wie auch im Kampfanzug eine gute Figur machte. Letztere ist aber nun als Captain Marvel unterwegs, und zwar in der gleichnamigen Serie.
Kamala Khan war schon immer großer Fan von Carol Danvers. Die 16jährige ist mit ihren Eltern und ihrem Bruder aus Pakistan in die USA eingewandert, und steht auf Onlinespiele und Superhelden. In ihrer Klasse hat sie es jedoch schwer, denn ihre Familie besteht aus gläubigen Muslimen, die nichts für die Partywünsche ihrer Tochter übrig haben. Und wer nicht bei den richtigen Feiern ist, und sich konservativ kleidet, ist eben nicht cool. Doch in Band 1 wurde Kamala durch den Terrigen-Nebel verändert, den Black Bolt durch eine Explosion freigesetzt hat, um mehr Inhumans zu generieren. Jeder, der ein bestimmtes Gen in sich trägt, verpuppt sich, und verwandelt sich in einen Inhuman – mit sehr unterschiedlichen Kräften.
Die junge Muslima wurde nun zu einer Mischung aus Mystique, Reed Richards und Hank Pym. Sie ist Gestaltwandlerin, die ihren Körper aber sehr dehnen kann, und vergrößern und verkleinern, was auch Einfluss auf ihre Körperkraft hat – je größer sie wird, umso stärker ist sie. So ist ein Traum von ihr wahr geworden, doch sie muss sich nun neben verrückten Wissenschaftlern, Cyborgs und Aliens auch noch mit ihren Eltern herumschlagen.
Handlung
Kamala ist mittlerweile als Junior-Heldin etabliert, und wird auch gleich von dem jungen Loki, Asgards Agent, auf die Probe gestellt. Schwieriger wird es da, als ihre Eltern versuchen, sie mit einem Musterschüler aus einer befreundeten pakistanischen Familie zu verkuppeln. Und auch die Begegnung mit weiteren neuen und alten Inhumans verläuft wenig harmonisch. Als dann auch noch das Ende der Welt hereinbricht kommt es im Chaos zu einer richtungsweisenden Begegnung mit Carols Danvers…
Fazit
Obwohl ich anfangs sehr skeptisch war, finde ich es schade dass die erste Soloserie endet. Klar, die Geschichte des Schwächlings und Außenseiters, der plötzlich Kräfte bekommt ist bei Superheldencomics Standard. Peter Parker war aufgrund seines schwachen Körper ausgeschlossen, die X-Men generell wegen ihrer genetischen Andersartigkeit, bei Kamala ist es aufgrund ihrer Religion und ihrer strengen Eltern. Doch die Autorin G. Willow Wilson ist ebenfalls Muslima, was die ganze Geschichte auf eine andere Basis stellt. Sie selbst hat z.B. in Ägypten gelebt, und kann so auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen, den sie mit viel Humor unterbringt. Ihr zur Seite steht für den zweiten Teil des Bandes Adrian Alphona, der mit seinem einzigartigen Stil schon die Optik der Runaways geprägt hat, und somit natürlich bestens mit Teenagerserien vertraut ist. Weniger passend fand ich die Zeichnungen von Elmo Bondoc und Takeshi Miyazawa – dort sah mir Kamala fast zu sehr nach kleiner Schwester von Mary Jane aus, was zu weit von Alphonas Ausrichtung der Figur weg ist.
Ms. Marvel bleibt eine wunderbare, einfallsreiche Superheldengeschichte mit vielen Soapelementen, die gerade wegen des Humors viel Spaß macht. So wurden hier viele popkulturelle Anspielungen eingewoben, z.B. Star War, Star Trek, Zurück in die Zukunft und sogar Frozen, wobei nur letztere Anspielung angesprochen wird, d.h. es wird nicht mit Holzhammer etwas eingebaut, sondern der Wissende wird es erkennen, wer die Vorlagen nicht kennt wird nichts merken. Die Islamthematik wird immer mal wieder gestreift, nie aber zum Träger der Handlung. Stattdessen wird gerade in den letzten Heften viel zusammengeführt und beantwortet, so dass die 3 Bände eine schöne runde Sache sind, und Kamala nun vollständig in das Marvel Universum integriert ist. Top!


Trigan: Bd. 4: Verrat in Trigopolis
Trigan: Bd. 4: Verrat in Trigopolis
von Don Lawrence
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Mit deutscher Erstveröffntlichung einer Kurzgeschichte, 30. April 2016
Trigan 4 - Verrat in Trigopolis

In der vierten Ausgabe von Paninis Neuauflage der Serie „Trigan“ von Autor Mike Butterworth und Zeichnerlegende Don Lawrence sind 3 Geschichten aus den Originalausgaben „Look and Learn“ 274 bis 297 aus dem Jahr 1967 enthalten. In deutscher Erstveröffentlichung ist außerdem die illustrierte Kurzgeschichte „Sie kamen aus der Finsternis aus dem „Vulcan Holiday Special“ von 1975 dabei.

Episode 9: Vannus Intrige

Wieder einmal ist es ein Loka, der gegen das Land Trigan intrigiert. Die Loka sind die ältesten Gegner von Trigan, und hegen viel Groll wegen der Niederlagen der Vergangenheit. Es gelingt dem Loka Vannu, ein Gift in das Trinkwasser von Trigopolis zu bringen, welches die Bevölkerung zu willigen Sklaven macht. Nur Janno kann nun den Untergang noch verhindern…

Episode 10: Daraks Rache

In der nächsten Episode dieses Bandes kommt der Feind Trigans zur Abwechslung nicht von außen, sondern von innen. Na gut, zunächst wird dieser von einem Loka bestochen. Es handelt sich dabei um Hauptmann Darak, einem ausgezeichneten Piloten, jedoch mit einem deutlichen Hang zur Arroganz. Doch der Verrat kann verhindert werden, doch nach seiner Flucht aus dem Arbeitslager kann Darak Trigos Bruder so beeinflussen, dass dieser die Macht an sich reißen kann. Kann Trigo die Herrschaft wieder zurück erobern?

Episode 11: Die leuchtenden Kugeln

Kaum hat sich das Land erholt, greifen Außerirdische an. Dies geschieht jedoch im Geheimen, denn diese sich als leuchtenden Kugeln manifestierenden Wesen können die Körper von Schlafenden übernehmen. Und so arbeiten sich die Aliens von Ziegen und dessen Hirten bis den Herrschern unserer Geschichte vor. Wieder einmal ist es Janno, der die anderen von der bedrohlichen Intrige überzeugen muss. Doch nicht alle glauben ihm…

Sie kamen aus der Finsternis

In der Kurzgeschichte verschlägt es Trigo und seine Freunde unter die Erde, und es kommt zu einem Konflikt mit den dort lebenden Humanoiden.

Fazit:

Die Zeichnungen von Don Lawrence habe ich ja schon mehrfach gelobt. Es ist für mich unglaublich, was der Brite da seinerzeit auf Papier gebannt hat. Der Autor Mike Butterworth kommt da im Vergleich weniger gut weg, denn die angesprochenen Elemente wie Gedankenmanipulation durch Mittelchen oder der Zwist mit Trigos Bruder haben wir schon gesehen. Mit diesem Argument wäre jedoch auch Star Wars Episode 7 schlecht zu reden, der auch sehr auf bewährte Elemente zählt. Man darf auch nicht vergessen, dass das junge Publikum von Look an Learn das Ganze auch nicht am Stück sondern episodenweise gelesen hat, und sicher auch nicht jeder die Serie von Anfang an gelesen hatte. Und so bringt Butterworth offenbar das, was das Publikum wollte.

Soapelemente gibt es wiederum kaum. Man sieht immer wieder Janno und Keren bei Unternehmungen, aber Trigos Frau bleibt im Hintergrund – offenbar wurde diese Thematik für die jungen Leser als uninteressant eingestuft. Interessant bleibt die Charakterisierung. So trifft Trigan bisweilen grausame Entscheidung und reagiert teilweise viel zu heftig, und auch der als hochintelligent eingeführte Perik zeigt die ein oder andere dümmliche Reaktion. Ungewöhnlich für eine Jugendserie der Zeit, in der die Guten sonst ja oft ohne Makel waren.

Die Kurzgeschichte wird sicher die Komplettisten freuen, aber auch Freunde der Zeichnungen kommen auf ihre Kosten, denn sie ist üppig illustriert von Lawrence. Sehr schön auch wieder die redaktionellen Anmerkungen, die viele nützliche Hintergrundinfos liefern.


MPH - Schnelle Pillen: Bd. 1
MPH - Schnelle Pillen: Bd. 1
von Mark Millar
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltsame, abgeschlossene Geschichte, 26. April 2016
Rezension bezieht sich auf: MPH - Schnelle Pillen: Bd. 1 (Broschiert)
MPH – SCHNELLE PILLEN

Mark Millar ist in den letzten Jahren stetig populärer geworden, sei es mit seinen Comics wie Kick-Ass, Wanted oder Marvels Civil War, aber auch mit den entsprechenden Verfilmungen, die nicht nur die traditionellen Comicfans in die Lichtspielhäuser lockte, sondern auch Zuschauer, die die Vorlage gar nicht kannten. Kein Wunder also, dass auch die Filmrechte zu MPH schon unter den Hammer kamen. Im Comic interpretiert Mark Millar wie so oft ein altes Superhelden-Konzept auf die ihm eigene Weise. Wie es schon am Cover zu erkennen es geht es um Speedster, superschnelle Wesen, die schneller als der Schall sein können, wie z.B. Flash bei DC oder eben Quicksilver bei Marvel. Seit jeher ist dies eine Spielwiese für Interpretationen der Kräfte der flinken Helden, die in Sekundenbruchteilen Armeen entwaffnen, lange Strecken zurücklegen oder die Zeit auf ihre Art und Weise interpretieren können (ich sag nur kosmische Tretmühle). Wie immer ist hier die Art und Weise wie der Held zu seiner Fähigkeit kommt prägend, z.B. durch einen Unfall oder Mutation. Bei Millar kann man das Konzept mit dem Motto einer alten TV-Serie umschreiben: „Seine große Stunde kam, immer wenn er Pille nahm“. Roscoe, ein echtes Detroiter Eigengewächs, ist ein kleiner Ganove mit Visionen für die Zukunft. Er will aus seinen Gaunereien ein Haus, einen Sportwagen, und ein schönes Leben mit seiner Freundin, die ebenso wie er im Problemviertel groß wurde, finanzieren. Dazu hat er sich mit einem Verbrecherboss eingelassen, doch sein Coup platzt, und er landet im Knast, wo er jedoch die Hoffnung nicht aufgibt. Als er nun eine Dosen mit Drogen kauft wird ihm schnell klar, dass mit dem Pillen ganz und gar nichts in Ordnung ist. Um ihm herum scheint die Zeit still zu stehen, und so kann er gemütlich aus dem Gefängnis heraus laufen, während alle Wachen erstarrt sind. Schnell wird ihm klar, dass die Drogen dafür gesorgt haben, dass er superschnell ist. Aus großer Geschwindigkeit kommt hier jedoch großer Reichtum, denn Roscoe benutzt die restlichen Pillen nicht etwa, um sich in Latex zu hüllen und Verbrecher zu jagen sondern wird selbst zum Superschurken, und raubt zusammen mit seiner Freundin und 2 Kumpels Banken und Geschäfte aus, und das zu schnell, dass keiner das Quartett stoppen kann. Oder hat die Armee doch noch ein As im Ärmel?

Fazit

Millarworld wird größer und größer, aber der Schotte weiß einfach, was das Publikum sehen will. Nicht die hundertste Neuauflage einer alten Geschichte, sondern eine neue, reale Version des Speedster-Konzepts. Edle Helden sucht man hier vergebens, stattdessen wird der Leser hier mit dem ausweglosen Leben der Afroamerikaner und Latinos nach dem Niedergang der Autoindustrie in Detroit konfrontiert. Die Darstellung der Geschwindigkeit und die Wirkung, die eine Bewegung in Hochgeschwindigkeit auf einen Körper in Normalgeschwindigkeit haben kann, werden ebenso dargestellt wie in anderen Comics, eben aber einen Tick extremer. Dafür bleibt Millar bei der Charakterisierung etwas unter seinen Möglichkeiten. Sicher, die Protagonisten sind nicht als Sympathiefiguren ausgelegt, aber etwas mehr Hintergrund wäre schön gewesen. Als Zeichner wurde Duncan Fegredo (u.a. Zeichner bei Hellboy und diversen Vertigo-Serien) verpflichtet, der hier mit Kolorist Peter Doherty einen Stil gezaubert hat, der mich an die späten 90er erinnert, und so eine besondere Atmosphäre zaubert, die komplett anders wirkt, als der aktuelle Superhelden-Mainstream. Insgesamt ist MPH zwar kein neuer Meilenstein in Millars Werk, aber eine unterhaltsame, abgeschlossene Geschichte, die man zwischen Wanted und Nemesis einordnen kann.


The Art of He-Man und die Masters of the Universe
The Art of He-Man und die Masters of the Universe
von Mike Richardson
  Broschiert
Preis: EUR 49,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Prachtband für Masters-Fans, 10. April 2016
THE ART OF HE-MAN UND DIE MASTERS OF THE UNIVERSE (Panini Comics)
Dies dürfte wohl die unobjektivste Rezension sein, die ich jemals verfasst habe, und das will was heißen. Wenn ist jedoch um die Masters of the Universe geht, kann niemand wirklich objektiv sein, denn die Menschheit spaltet sich in Menschen die mit den Masters groß geworden sind und in diejenigen, die dieses Privileg nicht hatten.
Schon vor einiger Zeit hatte Dark Horse einen backsteingroßen Hardcoverband auf den Markt gebracht, in dem allen den Action-Figuren beigelegten Minicomics enthalten waren. Da wurden Erinnerungen wach! Doch nun ist meine Freunde komplett, denn Panini hat nun das ebenfalls bei Dark Horse erschienene Artbook in deutscher Sprache heraus gebracht, und zwar als übergroßen Hardcoverband mit über 300 Seiten mit MOTU-Zeichnungen, Infos und Interviews.
Los geht es 1981. „Die Erschaffung eines Helden“ zeigt viele Originaldokumente, Entwürfe und Prototypen aus der Phase, in der die MOTU erdacht wurden. Dass die Reihe sich von einer von Conan inspirierten Serie zu dem Sci-Fi/Fantasy-Mix entwickelte ist bekannt, aber hier geht es wirklich ins Detail. In „1982 – Die Classics Sammlung“ wird es schon wesentlich konkreter, und in vielen Entwürfen kann man schon die klassischen Figuren erkennen, mit vielen Infos, etwa warum etwas verworfen wurde etc. Es wird ausführlich auf die Zeichnungen auf den Packungen eingegangen, und spannend ist auch zu sehen, welche Figuren nicht realisiert wurden.
Einen kurzen Ausflug gibt es dann doch in die Welt der Minicomics, was aber in einer Konkurrenz zu dem Sammelband steht. So gibt es größtenteils Cover und wenige Einblicke in das Artwork zu sehen.
Ausführlich wird hingegen auf die 83er Animationsserie eingegangen. Die Serie, die Mattel Unmengen an Kunden gebracht haben dürfte wird hier mit vielen Bleistiftzeichnungen, Layouts und Storyboard vorgestellt. Enthalten ist auch eine eingeschobene Cel (also Zeichnung auf Folie), die man vor verschiedene Hintergründe legen kann.
Ein optischer Augenschmaus ist das Kapitel über Comics, Bücher, Magazine und mehr, in dem viele wunderschöne Zeichnungen gezeigt werden, die der deutsche Fan z.B. aus der damaligen Comicserie als Poster kennt. Auch sind viele Promoposter dabei, die ich noch nie gesehen habe. Auch dem Kinofilm mit Ivan Drago, ups ich meine Dolph Lundgren, wird ein Kapitel gewidmet welches aufzeigt, wie der Streifen hätte werden können, wenn etwas mehr Budget dafür da gewesen wäre.
Auch die Nachfolgeserie „Die neuen Abenteuer“, in der es He-Man und Skeletor1990 in den Weltraum verschlug wird beleuchtet ebenso wie die 2002er Animationsserie, die ein neues Zeitalter für die Masters of the Universe einleitete. Plötzlich waren die Figuren wieder so interessant, daß es zu neuen Toylines kam, wo sich unter anderem die Figurendesigner Four Horsemen verwirklichen konnten. Dazu gibt es ebenfalls eine Übersicht.
Das letzte Kapitel „2014 – Evolution eines Universums“ zeigt aktuelle Entwürfe, die neuen Comics von DC sowie diverse Internetfundstücke.
Fazit:
Ich bin gespannt, ob sich der Band so gut verkauft, dass Panini auch den Sammelband mit den Minicomics bringt. Eine schöne Sache wäre auch ein Reprint der Comicserie von Ehapa. Aber genug der Wünsche, denn dieses Artbook lässt davon wenige offen.
Zugegeben, mit 49,90 € ist das Buch kein Schnäppchen, aber der Band ist auch prächtig umgesetzt, und beschäftigt einen lange Zeit. Gerade die Poster, Figurenübersichten und Coverzeichnungen kommen im Überformat klasse zur Geltung, und die Besonderheiten wie Ausklappseiten und die Animation Cel wollen natürlich auch bezahlt werden. Lediglich die Hörspielreihe, die für viele deutsche Fans essentiell war, ist nicht dabei, was aber logisch ist, denn diese war eine deutsche Schöpfung. Wer mehr dazu lesen will, ist mit Fanmagazinen wie „Die Welt der Meister“ gut informiert. Bei der Macht von Grayskull, ich habe fertig!


Der Rote Baron: Bd. 1: Tanz der Maschinengewehre
Der Rote Baron: Bd. 1: Tanz der Maschinengewehre
von Pierre Veys
  Broschiert
Preis: EUR 13,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht historisch korrekt, aber sehr unterhaltsam :), 22. März 2016
Der Rote Baron 1 - Tanz der Maschinengewehre (Panini)

Freiherr Manfred Albrecht von Richthofen war eine Legende im 1. Weltkrieg. Ob „Roter Baron“, „Roter Teufel“ oder „Der kleine Rote“ genannt, war ihm eine Mischung aus Respekt und Angst sicher. Mit um die 80 Abschüssen war er der tödlichste deutsche Pilot im 1. Weltkrieg. Natürlich wurde das Thema schon in verschiedenen Medien aufgearbeitet. Es gab diverse Filme, zuletzt die deutsche Interpretation aus 2007 mit Schweighöfer, die unbedingt auch noch einen Liebesplot enthalten musste (würg).
Auch im Comicbereich gibt es einiges zu holen. Schon die vielen Geschichten von „Enemy Ace“ haben Richthofen als Vorbild: die Hauptfigur „Hans von Hammer“ ist stark an ihn angelehnt.
Der neueste Comic zum Thema von Autor Pierre Veys (Baker Street) und Zeichner Carlos Puerta (Adamson) beginnt klassisch mit einem Luftkampf, bei dem Richthofen als Sieger hervor geht. Dann folgt eine Rückblende in die Schulzeit des Freiherrn, 10 Jahre vor dem Luftkampf. In einem Ortsteil von Berlin geht der Spross einer Soldatenfamilie zusammen mit dem Nachwuchs diverser Adelsfamilien auf ein Gymnasium, und hat da Spaß am sportlichen Wettkampf. Seine Erfolge bleiben nicht ungeachtet und werden ihm geneidet, was dazu führt, dass ein Schlägertrupp seinen Ehrgeiz eindämmen möchte.
Doch Manfred scheint die Angriffe der Mitschüler voraus zu sehen, und kann überraschend gegen die Übermacht bestehen. Doch er genießt das Gefühl, die Angriffe quasi zu erahnen und den Rausch, seine Gegner zu besiegen. Um diesen Rausch wieder zu erleben provoziert er seine Gegner in der Folgezeit, doch der Schreck ist bei ihnen so groß, dass sie keinen weiteren Angriff wagen.
Der Wunsch seine Fähigkeiten zu testen ist so groß, dass Manfred in einen üblen Stadtteil Berlins geht, wo ein gutgekleideter Sohn aus besserem Hause schon auffällt. Der Angriff einer Gruppe Jugendlicher lässt nicht lange warten, und wieder kann Manfred gegen die Übermacht bestehen, und sie vernichtend schlagen, im wahrsten Sinne des Wortes. Schon jetzt wird klar, dass die Figur nicht als Sympathiefigur angelegt ist. Manfred geht im Rausch äußerst brutal und gewissenlos vor.
In der nächsten Szene finden wir uns wieder im 1. Weltkrieg im Jahre 1915 wieder, wo es zu weiteren Auseinandersetzungen kommt, bei denen Manfred wieder seinen Jagdinstinkt einsetzen kann. Noch ist er nicht in seinem roten Dreidecker unterwegs sondern in einer AEG als Bordschütze, doch bis zum Kriegsende 1918 wird sich einiges tun…
Fazit:
Da ich schon immer eine Faszination für diese Phase der Luftfahrtgeschichte hatte, in der man mit wenig mehr als Holz, Leinwand und ein wenig Metall in der Luft hing, war dieser Comic natürlich Pflichtlektüre. Das Genre der Fliegercomics ist ja riesig, aber Carlos Puerta schafft es, diese Epoche, die wir größtenteils aus Schwarzweißfilmen kennen, mit seinem gemäldeartigen Stil bunt und lebendig werden zu lassen. Während mich sonst Luftkämpfe im Comic eher langweilen schafft Puerta es mit jeder Menge Liebe zum Detail das Auge des Betrachters gefangen zu nehmen, etwa, wenn die Jagdfliegerdurch eine Altstadt mit detaillierten Gebäuden fliegen zu lassen oder die Perspektive wechselt, um den Blick der Fußsoldaten auf das Schauspiel zu haben.
Ob jetzt der „Instinkt“ Richthofens, also das Vorahnen von Aktionen seiner Gegner, übernatürlichen Ursprungs oder Teil eines ihm oft unterstellten Jagdinstinkts gepaart mit überdurchschnittlichen Reflexen ist, wird sich zeigen.
Man kann aber jetzt schon sagen, dass die Interpretation der Figur Richthofen hier nicht auf historische Exaktheit, sondern auf Unterhaltung ausgelegt ist, was dem Team Veys und Puerta auch ausgezeichnet gelingt. Zum vollkommenen Glück haben mir hier nur ein Paar Daten und Fotos von Richthofen gefehlt, auch wenn der Protagonist nur angelehnt ist, und auch eine Auflistung welche Comics der Kreativen auch auf Deutsch vorliegen wäre immer willkommen.


iZombie: Bd. 2: Blutsauger
iZombie: Bd. 2: Blutsauger
von Chris Roberson
  Broschiert
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geile Allred-Serie, 23. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: iZombie: Bd. 2: Blutsauger (Broschiert)
iZombie 2 – Blusauger
Die Serie iZombie von Chris Roberson und Michael Allred lief von 2010 – 2012 bei Vertigo, und brachte es auf 28 Ausgaben. Durch den Erfolg der gleichnamigen Fernsehserie erscheint diese Comicreihe nun auch in deutscher Sprache.
In Band 1 wurden die Hauptfiguren, namentlich das untote Zombiegirl Gwen, Ellie, ein Geist und der Werterrier Scott vorgestellt. Gwen arbeitet auf dem Friedhof von Eugene, Oregon als Totengräberin, was den Vorteil hat, dass sie normalerweise genug Gehirne findet, um nicht in den Zombieblutrausch zu verfallen. Nebeneffekt des Hirnfressens: Gedanken und Erinnerungen des Toten strömen auf sie ein. Ansonsten fällt sie nicht auf, wirkt vielleicht etwas bleich und kränklich. Ellie ist eine echte klassische 60er-Schönheit, und auch ihre Gedankenwelt ist noch in diesem Jahrzehnt gefangen. Scott, der Werterrier ist genau das, was der Name vermuten lässt – ein Mensch, der sich bei Vollmond in ein haariges Wesen mit dem Kopf eines Terriers verwandelt – Werwolf light also.
Die bunte Truppe hatte relativ wenig Hintergrundgeschichte vorzuweisen, was nun in Band 2 geändert wird. Wir erfahren, wie Scott zu einem Werterrier wurde, und auch zu Gwens Leben vor dem Tod, an das sie sich nicht erinnern konnte, gibt es neue erstaunliche Informationen. Außerdem gibt es neue Ereignisse mit Horatio, der gutaussehenden Mumie aus dem alten Ägypten, und auch einige Vampire treiben in der Stadt ihr Unwesen. Das hört sich trashig an, kommt aber durch Mike Allreds charismatischen Zeichenstil, erneut von seiner Frau Laura koloriert, sehr charmant rüber.
Meine Befürchtung, dass das Konzept „Gehirn-des-Monats“ mit anschließendem Fall/Auftrag durchgängig werden könnte, hat sich nicht bestätigt. Stattdessen spinnt Autor Chris Roberson (Fables: Cinderalla) diverse Erzählstränge, und verwebt diese geschickt zu einer Art Horror-Seifenoper. Hier steht nicht das Grauen durch die diversen Monsterfiguren oder Gore im Vordergrund, sondern die Interaktion der skurrilen Figuren. So erzählt Scott quasi seine Entstehungsgeschichte und berichtet über die Beziehung zu seinem Großvater, der dann jedoch stirbt, und in den Körper eines Schimpansen reinkarniert. Trotz der teilweise abgefahrenen Ideen funktioniert das Gesamtkonzept überraschend gut.
Auffällig ist, dass es sich bei dem Protagonisten zum überwiegenden Teil um gutaussehende Mitzwanziger handelt, egal ob Zombie, Werterrier oder Vampir. Die Vampirhorde besteht sogar komplett aus einer Gruppe Collegegirls, die von einem weiteren Collegegirl verwandelt wurden. Da hätte etwas mehr Variation durchaus Sinn gemacht, Soap hin oder her.
Eine Besonderheit stellt das letzte im Band enthaltene US-Heft Nummer 12 da. Dieses wurde von Gilbert Hernandez gezeichnet, der legendäre Mitschöpfer von Love and Rockets. In diesem Kapitel bekommt der Leser, neben einigen Geschichten anderer Friedhofsbewohner, das erste Aufeinandertreffen von Gwen und Ellie zu sehen - und zusätzliche einige Hintergrundinformationen zur Herkunft von Ellie.
Insgesamt wieder ein schöner Band, der die Geschichte vorantreibt, aber eben noch nicht alle Geheimnisse lüftet.
Ich hoffe, dass der ein oder andere Fan der Fernsehserie, obwohl es deutliche Unterschiede zum Comic gibt, doch einen Blick riskiert, und bei Mike Allreds und Chris Robersons Original hängenbleibt, denn iZombie ist und bleibt eine Serie, die keine Klischees erfüllt, und sich selbst nicht sehr ernst nimmt.

Led Sepp hatte die englische Ausgabe bereits in Comic Cookies Episode 7 besprochen.


Sandman Ouvertüre: Bd. 2
Sandman Ouvertüre: Bd. 2
von Neil Gaiman
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzelbände oder Sammelband?, 23. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Sandman Ouvertüre: Bd. 2 (Broschiert)
Sandman Ouvertüre 2

Mit Teil 2 ist die Miniserie „Sandman Ouvertüre“ abgeschlossen. Um es vorweg zu nehmen, es wird auch einen Sammelband geben, in dem jedoch die Bonusteile aus Band 1 und 2 nicht enthalten sein werden. Wer also alles Bonusmaterial haben möchte, sollte sich also Sandman Ouvertüre 1 und 2 kaufen, wem der Comicteil reicht, wird der geplante Sammelband gefallen.
Rückblick:
Sandman, den Herrn der Träume, gibt es natürlich nicht nur auf der Erde. Bei allen denkenden und träumenden Wesen existiert Dream, aber eben für jeden anders. Und in einem entfernten Universum, wo intelligente Pflanzen existieren, passiert das Unmögliche. Dream, Lord Gestalter persönlich, stirbt…

Und so kommt es zu einem Treffen aller Dreams der Existenzebene, die gleichzeitig unterschiedliche Aspekte von sich, und am Ende doch eine Person sind. Um herauszufinden, warum ein Aspekt Dreams starb, begibt sich Sandman auf eine Reise, begleitet von einer Version seiner selbst in Katzengestalt.
Handlung:
Die Suche führt Dream zunächst zu seinem Vater, Zeit. In dessen Königreich ist Zeit ein dehnbarer Begriff, wie man an Dreams Vater selbst sieht, der mal als junger Mann, mal als Greis auftritt, und von Panel zu Panel sein Alter wechselt. Nun will Morpheus seine Mutter, die Nacht, treffen, doch stattdessen kommt es zu einer unerfreulichen Begegnung mit einem wahnsinnigen Stern, der gewisse Wesenszüge seines Bruders Destruction trägt. Doch auch der Stern kann das Aufeinandertreffen mit Dreams Mutter nicht verhindern, und so langsam entwirren sich die Dinge, die im letzten Band noch undurchschaubar schienen. So findet sich Dream in Destinys Garten wieder, in dem ein seltsames Segelschiff vor Anker liegt, ohne dass Destiny davon wusste… eigentlich unmöglich, denn im Buch des Schicksals ist alles vermerkt. Doch es war Dreams Katzen-Ich, welches verschieden Wesen aus den unterschiedlichsten Welten an Bord geholt hat, um diese vor dem Tod zu bewahren. Doch nicht alles auf dem Segler ist so, wie es scheint.
Fazit:
Neil Gaiman, Schöpfer von den 7 Ewigen Sandman (Dream), Destiny, Death, Desire, Despair, Delirium (die ehemalige Delight), und natürlich Destruction, stellt hier eine Art Prequel vor den ersten Band „Präludien und Notturni“. Neueinsteigern rate ich trotzdem dazu, nicht mit diesen Band zu starten, sondern eben mit „Präludien und Notturni“, denn in der damaligen Serie wurden die Figuren doch etwas mehr eingeführt als in „Ouvertüre“, und Vorwissen ist gerade bei Sandman immer nötig. Das ist keine Serie, die man mal eben nebenbei liest, und wenn man wirklich alles entdecken und verstehen will (worauf ich keinesfalls Anspruch erhebe), kann man schon mal länger für eine Doppelseite brauchen. „Overtüre“ wird sicherlich auch eines der wenigen Comics werden, die ich zweimal lese, gerade mit dem am Ende gewonnenen Wissen.
Zeichner J.H. Williams III, der u.a. mit Alan Moore “Promethea” gemacht hat, hat daran einen gehörigen Anteil, und legt die schon aus Band 1 bekannten „mystischen Wimmebilder“ vor, die jedes für sich schon Stoff für Dutzende Romane liefern würde. Bildgewaltig wäre als Attribut dafür untertrieben. Episch ist wohl der Ausdruck, der das Artwork am ehesten beschreibt.
Im Bonusteil des Bandes sind neben allen Covern (d.h. reguläre u. Special Edition) ein Interview mit J.H. Williams III über den künstlerischen Prozess und Anmerkungen Gaimans zu den Kapiteln enthalten. Außerdem eine Playlist mit Musik, die J.H. Williams III beim Zeichnen gehört hat.


Deadpool Anthologie: Deadpools Greatest Hits
Deadpool Anthologie: Deadpools Greatest Hits
von Fabian Nicieza
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ausgezeichneter Überblick, 10. Februar 2016
Deadpools Greatest Hits - Die Deadpool Anthologie
Deadpool, aka Wade Wilson, der Söldner mit der großen Klappe, ist eine Figur, die man nur lieben oder hassen kann. Als nahezu Unsterblicher mit Heilungsfähigkeiten ähnlich Wolverines, und der Schnauze eines Spider-Man im Koffeinrausch polarisiert die 90er-Jahre-Figur sehr stark. Einige Betrachten ihn als Kreative Abwechslung, andere sind noch mehr genervt von der Figur als dessen Gegner.
Da nun auch ein Film mit dem rot gewandeten Antihelden anläuft, bekommen Unentschlossene mit „Deadpools Greatest Hits“ hier einen Band präsentiert, der verschiedenste Phase im Leben der Figur beschreibt, und einen guten Überblick bietet.
Enthalten sind folgende US-Hefte: New Mutants 98, Deadpool (1997) Nr. 11 und 54-55, Cable & Deadpool Nr. 24 sowie 49-50, X-Men Origins 1, Prelude to Deadpool Corps 4, Deadpool 1000, Deadpool (2008) 33.1, A+X Nr. 8 und Deadpool (2013) Nr. 27.
Neuleser werden mit New Mutants 98 von 1991 wenig anfangen können. Klar, es ist der erste Auftritt Deadpools, aber als Einzelheft relativ schwer zu verstehen, wenn kein Hintergrundwissen vorliegt. Dieses wird aber in vielen redaktionellen Erklärungen, zusammengetragen von Christian Endres, und Thomas Witzler stark gefördert. Zu jedem Heft gibt es mindestens eine Seite mit allen wichtigen Infos bezüglich Herkunft, Hintergrund sowie Freunden und Feinden Deadpools, was das Verständnis sehr erleichtert.
In dem Band trifft Deadpool bei zwei Gelegenheiten auf Spider-Man, einmal in Deadpool 11 sowie in Cable & Deadpool Nr. 24. Dabei dürfte es sich wohl um ein Zugeständnis an Neuleser handeln, denn der Netzkopf ist sicherlich jedem ein Begriff. Dazu kommt, dass die ausgesuchten Geschichten auch viel Spaß machen. So sind große Teile von Cable & Deadpool Nr. 24 im Zeichenstil des Silver Age gehalten, weil es Deadpool in die Swingin’ Sixties verschlägt. Herrlich zu sehen, wie Wade mit klassichen Gegnern wie Kraven herumschlägt, oder wie seine Hormone auf Mary Jane oder Gwen Stacy reagieren.
In Deadpool 54 aus 2001 trifft der Söldner auf eine weitere populäre Marvelfigur. Frank Castle, der Punisher, soll von Deadpool umgebracht werden. Doch es ist klar, dass das Aufeinandertreffen nicht ohne Widerstand ausgehen wird, und so fliegen im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen.
Außerdem gibt es natürlich einige Auftritte von Cable, der durch die gemeinsame Serie Cable und Deadpool sehr fest mit Wade verbunden ist.
Mein persönlicher Höhepunkt des Bandes ist Cable und Deadpool von 2008 Nr. 49-50, wo es ihn ins Wilde Land verschlägt, was wiederum zur Folge hat, dass eine Horde Saurier mit Venoms Symbiontennachwuchs überzogen durch Manhattan… aber das müßt ihr selbst lesen, um es zu glauben.
Die große Stärke des Bandes ist die riesige Bandbreite der Kreativteams, die hier am Werk waren. Rob Liefeld, Fabian Nicieza, Daniel Way, Rick Remender, Victor Gischler, Paco Medina, Jimmi Palmiotti und viele andere sind hier vertreten, und jeder kann die Deadpool-Inkarnation finden, die ihm Spaß macht. Durch die redaktionellen Seiten ist der Zugang zu den Geschichten auch für Neuleser gut machbar.
Nicht zu toppen dürfte der Preis von 24.99€ sein, denn es handelt sich hier um einen Hardcoverband mit sage und schreibe 320 Seiten. Somit ist der Band auch für Altleser interessant, die vielleicht schon die ein oder andere enthaltene Geschichte im Regal stehen haben. Ich vermute, spätens nach dem geplanten Kinostart am 11.2.2016 wird das Ding den Händlern aus den Händen gerissen.


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