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Steam Noir: Das Kupferherz 3
Steam Noir: Das Kupferherz 3
von Verena Klinke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,80

5.0 von 5 Sternen Ungebremst kreativ!, 18. August 2013
Steam Noir – Das Kupferherz 3

Wie die Zeit vergeht! Der 3 Teil von „Steam Noir – Das Kupferherz“ ist erschienen. Schön, daß es mit der Eigenproduktion aus dem Hause Cross Cult so zügig weiter geht.

Felix Mertikat ist als Zeichner und künstlerischer Leiter natürlich wieder dabei, ebenso
Verena Klinke. Die freie Autorin war bereits bei der Entwicklung von Band 1 eingebunden, und hatte Benjamin Schreuder ab dem 2. Teil ersetzt. Auch die Kolorierung hat diesmal Felix Mertikat selbst übernommen.

Die Geschichte ist in der Welt Landsberg angesiedelt, auf den Überresten eines zerbrochenen Planeten, den sog. Schollen, die durch Metallkonstruktionen zusammengehalten werden. Auf der Welt existieren mehrere unterschiedliche Städte und Staaten, die recht unterschiedlich ausgeprägt sind. Wie der Name 'Steam Noir' schon suggeriert, ist die Geschichte dem Genre Steampunk zuzuordnen, d.h. die Gesellschaft und Kleidung sind viktorianisch geprägt, jedoch auf einer höheren Technikstufe, bei der Roboter, künstliche Prothesen und natürlich Dampfkraft eine wichtige Rolle spielen. Zusätzlich wird die Handlung hier noch übernatürlichen Elementen angereichert.

Heinrich Lerchenwald ist ein 'Bizarromant' vom Leonardsbund, d.h. er ist ist Ermittler in Sachen Seelen und Geister. Auf Landsberg gehen diese Geisteraktivitäten jedoch über ein normales Maß hinaus. Sobald ein Geist bzw. eine Seele aus dem Reich der Toten, der Insel Vineta, wiederkehrt, kommt es zu schrecklichen Veränderungen von Lebewesen, die mit Gegenständen verschmelzen, und ähnlichen morbiden Unglücken.
Lerchenwald zur Seite stehen Richard Hirschmann, eine menschliche Seele in einem dampfbetriebenen Robotkörper sowie Frau D., eine hübsche und kluge Ermittlerin.
Das Team ist nach wie vor mit den Ermittlungen zu dem geheimnisvollen"Kupferherz" beschäftigt.

Lerchenwald ist dem Geheimnis auf der Spur. Er bekommt einige Informationen von dem Mann mit der Maske, der schon in den Vorgängerbänden für Aufsehen sorgte. Es stellt sich heraus, daß er der Bruder des Mädchens ist, welchem das geheimnisumwitterte Kupferherz als Prothese eingesetzt wurde. Dieses Mädchen ist tot (und verwest), kann jedoch, da sie an das pulsierende Herz gebunden ist, nicht sterben. Der Mann mit der Maske bittet Lerchenwald, das Mädchen zu erlösen, doch das ist schwerer als gedacht....

Fazit:

Die Kreativität von Felix Mertikat und Verena Klinke ist ungebremst.
Ein komplettes Universum mit vielen Rätseln und Wundern wartet darauf, vom Leser entdeckt zu werden. Und endlich, endlich gibt es Antworten auf Fragen, die dem Leser schon seit Band 1 auf der Seele brennen.

Daß Zeichnungen und Kolorierung nun aus einer Hand kommen, merkt man deutlich. Insgesamt ist dies der Band mit dem harmonischsten Bildern. Speziell die Sepia-Töne passen gut zur Stimmung der Serie, z.B. zur zerstörten Architektur mit dem Äther im Hintergrund.

Die Geschichte lebt aber nicht nur von den Zeichnungen, sondern auch von den ausgefeilten Dialogen. Hier wird nicht mit plumper Action geblendet, sondern der Leser kann sich auf gut charakterisierte Figuren freuen.

Präsentiert wird das ganze als großformatiger Hardcoverband, zwar etwas kleiner als das Standardalbum, aber sehr gut verarbeitet. Im Bonusteils gibt es diesmal Zeichnungen von Ingo Römling, Kim Liersch und Marvin Clifford.

Ich jedenfalls kann es kaum erwarten, endlich den Abschlußband 4 in den Händen zu halten.

(project:equinoX)


Before Watchmen, Bd. 4: Nite Owl
Before Watchmen, Bd. 4: Nite Owl
von J. Michael Straczynski
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neues von Nite Owl und Rohrschach, 12. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Before Watchmen, Bd. 4: Nite Owl (Broschiert)
Before Watchmen 4: Nite Owl

Watchman, erdacht von Kultautor Alan Moore, war eines der kreativsten und einflußreichsten Superheldencomics aller Zeiten. Fast 3 Jahrzehnte später hat DC Comics beschlossen, dem Meisterwerk mehrere Prequels zu geben, die die Geschichte vor den Ereignissen von Watchmen erzählen sollen, die Alan Moore teilweise detailliert, teilweise nur mit Andeutungen erzählt hat. Moore ist von der neuen Vermarktung seiner Ideen allerdings wenig begeistert.
Für Before Watchmen wurden hochkarätige Zeichner und Autoren verpflichtet, z.B. Darwyn Cooke oder Brian Azzarello.

Die Vorgeschichte des zweiten Nite Owl Daniel Dreiberg wird von J. Michael Strcazynski erzählt, dessen Beiträge zu den Serien Superman, Spider-Man oder Wonder-Woman unvergessen sind. Als Zeichner wurde Andy Kubert (u.a. X-Men, Thor, Hulk) verpflichtet. Getuscht hat die Hefte 1-3 dessen Vater, die Zeichnerlegende Joe Kubert (Sgt. Rock,Tarzan, Enemy Ace), der leider mittlerweile verstorben ist. Daher hat Bill Sienkiewicz Heft Nummer 4 getuscht.

Von den Anfängen des ersten Nite Owl (Hollis J. Mason) in den Fünfzigern bei den Minutemen, dem ersten Heldenteam im Watchmen-Universum, erzählt Before Watchmen: Minuteman von Darwyn Cooke.

Die vorliegende Geschichte indes setzt im Februar 1962 an. Die Minuteman existieren nicht mehr, aber Hollis J. Mason ist noch als Nite Owl unterwegs, und ein viel gefeierter Held.
Die Kindheit von Daniel Dreiberg hingegen verläuft weniger schön. Sein Vater ist ein brutaler Schläger, der regelmäßig mit Hieben und Schlägen gegen ihn und seine Mutter vorgeht. Daniels flüchtet sich in seine Freude an technischen Spielereien und bewundert Nite Owl, der sich gegen die Bösewichte zur Wehr setzen kann. Als Daniel zu sieht, wie Nite Owl einige Verbrecher der Polzei übergibt, verpaßt er dessen Fahrzeug einen Sender, der ihn zum Versteck von Hollis J. Mason führt. Daniel bittet den Vigilanten, ihn als Sidekick auszubilden. Nach einer Trainingsphase gibt Mason den Mantel des Nite Owl an Daniel Dreiberg weiter...

Zeitsprung - zwei Jahre später. Daniel hat sich als Nite Owl etabliert, und durch ein neues Kostüm und allerhand Gadgets seine Eigenständigkeit bewiesen. Außerdem hat er sich mit dem mysteriösem Rohrschach angefreundet, und die beiden gehen gemeinsam erfolgreich auf Verbrecherjagd. Nun kommt es zu ungewöhnlichen Morden im Rotlichviertel. Als Nite Owl nun ein Techtelmechtel mit einer Dame namens Dusk Woman beginnt, bröckelt die Freundschaft zu Rohrschach...

Fazit:

Es ist klar, daß Before Watchmen polarisiert. Die einen begrüßen neue Geschichten zu Moores interessanten Figuren, die anderen kritisieren, daß die Figuren nicht so sind wie in der eigenen Fantasie, oder in der Vorlage angedeutet.

Was kriegt der geneigte Leser also hier geboten?
Straczynski schildert hier, wie Daniel Dreiberg zu Nite Owl wurde, Rohrschach kennen lernt, und einen bizarren Mordfall löst. Außerdem gibt es Einblicke in die Kindheit von Dreiberg und Rohrschach, die Rückschlüsse auf die Psyche der Figuren zulassen. Zudem gibt es nähere Informationen zu einer Figur, die im Watchmen nur in einem Panel erwähnt wird – Dusk Woman.
Insgesamt eine kleine Kriminalgeschichte, die immer wieder Bezug zum Original nimmt. Die Kennenlerngeschichte zwischen Dreiberg und Mason erinnert dabei an das Zusammentreffen von Batman und Tim Drake, der ebenfalls die Geheimidentität seines späteren Mentors ermittelte.

Die Handlung ist teilweise mit anderen Teilen von Before Watchmen verknüpft. So wird hier z.B. Bezug genommen auf ein dunkles Geheimnis von Mason, das in Minutemen erzählt wird, und die Hintergründe über Rohrschachs Kindheit ergänzen den Rohrschach-Band.

Ich muß zugeben, daß ich bei den Zeichnungen nicht ganz objektiv sein kann. Als begeisterter Fan von Joe Kubert mag ich dessen Strich bei Tuschen ungemein, und auch Andy Kubert zeichnet hier viel klassischer als sonst, so daß man den Eindruck gewinnt, klassisches Material in der Hand zu haben. Eine gute Entscheidung war es auch, nach Joe Kuberts Tod Sienkiewicz an die Tusche zu lassen, der die Miniserie harmonisch im ähnlichen Stil beendet hat.

Sehr hilfreich auch dieses Mal wieder der redaktionelle Teil von Übersetzer Christian Heiß, der viele Anspielungen erläutert und Querverweise zu anderen Teilen von Before Watchmen gibt.


Justice League Dark, Bd. 2: Die Bücher der Magie
Justice League Dark, Bd. 2: Die Bücher der Magie
von Jeff Lemire
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jeff Lemire und die Magie, 12. August 2013
Justice League Dark 2 – Die Bücher der Magie

Nach dem Neustart des DC-Universums (New 52) wurden Figuren, die aus der DC-Kontinuität ausgegliedert waren wie z.B. John Constantine (Hellblazer) von dem Sublabel Vertigo wieder ins das reguläre DC-Universum integriert. Swamp Thing, Animal Man und andere können also fortan wieder mit den anderen DC-Figuren interagieren.

Im ersten Band der Serie schlossen sich John Constantine, Madame Xanandu, Shade, Zantanna und Deadman zusammen, um magischen und übernatürlichen Bedrohungen gemeinsam zu begegnen. Doch wahren Teamgeist wollte bei den Individualisten nicht aufkommen. Jeder von ihnen, insbesondere Constantine, war es gewohnt, allein zu arbeiten, und es gab auch eine Menge Mißtrauen zwischen ihnen.

Als Constantine nun durch Steve Trevor von der amerikanischen Organisation gegen übernatürliche Bedrohungen ARGUS engagiert wird, um das Team wieder zu sammeln, ist die Freude nicht groß. Das Team soll im südamerikanischen Dschungel gegen Felix Faust vorgehen, einen Magier, der dort seinen eigenen Kult gegründet hat. Dieser hat nämlich Doctor Mist, ebenfalls Mitarbeiter von ARGUS, gefangen genommen, der die Lage dort erkunden sollte. Neben Constantine, dem Vampir Andrew Bennet, Zantanna und Deadman ist auch Black Orchid mit von der Partie, die ebenfalls für ARGUS arbeitet.
Doch der Angriff gestaltet sich schwer. Felix Faust ist von einem drittklassigen Magier zu einer echten Bedrohung geworden, was seine Legion von Dämonen beweist.

Madame Xanandu, die Constantine nicht überzeugen konnte zu helfen, wird indes von üblen Zukunftsvisionen gepeinigt. Sie erkennt, daß das Motiv hinter alledem die legendären Bücher der Magie sind, die dem Besitzer die größte magische Macht verschaffen können. Faust und seine Leute sind ihnen auf der Spur, doch auch John Constantine hat natürlich ein Auge drauf geworfen. Doch in ihren Visionen sieht Madame Xanadu, wie der Engländer damit die Menschheit ins Verderben stürzt...

Fazit:

Im aktuellen Band hat Jeff Lemire (Sweet Tooth, Essex County) die Serie von Autor Peter Milligan übernommen, und gleich das Team verändert. Dabei holt er viele Figuren aus anderen ehemaligen Vertigo-Serien in die Story, z.B. Black Orchid aus der gleichnamigen Graphic Novel von Neil Gaiman, und Tim Hunter aus „Books of Magic“ (ebenfalls von Neil Gaiman, erschienen unter „Die Bücher der Magie“ bei Speed). Das funktioniert bei bei Tim Hunter ganz gut, da dieser in seiner Serie bereits mit Constantine und Zantanna zu tun hatte, bei Black Orchid allerdings stellt sich die Frage, wie sie zu einer forschen Regierungsagentin werden konnte.
Außerdem gibt es viele weitere Verknüpfungen wie z.B. zu „House of Mystery“, welches vom Team als Transportmittel genutzt wird, oder auch zu Superagent Frankenstein und der Serie „Ich, der Vampir“.

Ein gemeinsames Universum, dies scheint Lemires Prämisse zu sein. Dazu hat er auch eine neue Begebenheit aus der Vergangenheit Zatannas und Constantines geschaffen, die mich als Hellblazer-Leser verunsichert. So soll das ganze angefangen haben?

Unterm Strich bleibt hier eine unterhaltsame, spannende Geschichte, in der Lemire jedoch etwas unter meinen Erwartungen bleibt. Doch das will nichts heißen, denn die Geschichte ist noch nicht abgeschlossen. Und ich bin mir sicher, Lemire hat für das grande Finale noch einige Pfeile im Köcher...


Bedlam, Volume 1
Bedlam, Volume 1
von Nick Spencer
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,13

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Joker trifft Hannibal Lector, 22. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bedlam, Volume 1 (Taschenbuch)
Bedlam

Image Comics hat es in den letzten Jahren geschafft, vom Ruf des Verlags der optisch gute, aber inhaltlich schwache Comics macht, wegzukommen. Vieles davon ist Robert Kirkmans Verdienst, aber Image Comics hat auch viele neue, begabte Künstler im Boot, die für viel Aufsehen sorgten. Einer davon ist Nick Spencer. Dieser schuf mit Morning Glories und Dieb der Diebe vielbeachtete Serien, die es sogar nach Deutschland geschafft haben.

Zur Handlung:

Madder Red ist ein Terrorist, ein wahnsinniger Superschurke und Serienmörder. Regelmäßig sucht er die Metropole Bedlam heim, und bringt Tod und Verderben in die Stadt. Dabei wird niemand geschont, auch Kinder gehören zu seinen Opfern.

Es bedarf dem Einsatz eines Helden. The First, der maskierte Kämpfer für das Gute in der Stadt, kann den Irren aufhalten. Endlich!

Doch dann passiert es. Madder Red kehrt zurück! Doch er ist nach eigenen Angaben geheilt, und will das Verbrechen bekämpfen. Kann man dem Killer trauen?

Fazit:

Man kann sich die Serie als „Joker trifft Hannibal Lector“ vorstellen. Madder Red hat eine deutliche Ähnlichkeit mit dem Clownprinz des Verbrechens, und die Hilfe eines ehemaligen Serienkillers bei der Ermittlung eines anderen Wahnsinnigen konnten wir bei „Das Schweigen der Lämmer“ bestaunen.
Nichts neues also, aber sehr spannend und gelungen. Die Geschichte ist weit weg von einer bloßen Kopie, und doch sind die Parallelen, z.B. zwischen The First und dem Dunklen Ritter eindeutig. Doch das Hauptaugenmerk liegt auf der Psyche von Madder Red. Nick Spencer schafft es, die kranke Seele des Irren glaubhaft zu inszenieren. Die Zeichnungen von Riley Rossmo passen zu der dunklen Atmosphäre wie die Faust aufs Auge. Besonders gut haben mit die Designs der Figuren gefallen. Schon allein die Maske von Madder Red ist einfach wie genial.

Die Serie hat das Zeug, in den Olymp der besten Image-Serien aufzusteigen. Für 9,99$ für 6 US-Hefte gibt’s das erste Trade.


Dicks # 01 (2013,Panini)
Dicks # 01 (2013,Panini)
von Garth Ennis
  Comic

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich in deutscher Sprache!, 16. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Dicks # 01 (2013,Panini) (Comic)
Dicks 1

Der nordirische Kultautor Garth Ennis hat uns über die Jahre hinweg großartig und blutig unterhalten. Unvergessen sind z.B. seine Runs bei Punisher MAX, Hellblazer oder Hitman, oder sein vielleicht bestes Werk: Preacher.
Aus seiner frühen Phase blieb in Deutschland jedoch eine Serie unveröffentlicht: Dicks, erschienen ab 1997 bei Caliber. Als Zeichner stand ihm John McCrea zur Seite, mit dem er auch bei Hitman zusammen arbeiten sollte.

Dicks handelt von Ivor und Dougie, 2 Freunden im Belast der frühen 90er. Belfast ist von britischen Truppen besetzt, die im Einsatz gegen den Befürwortern eines geeinten Irlands sind. Beide haben größtenteils ihr Amusement im Kopf, was bei ihnen und ihren unterbelichteten Freunden bedeuted: Alkohol und Drogen.

Dumm nur, daß Dougie gezwungen ist zu heiraten, da seine Freundin schwanger geworden ist. Nicht gerade gute Aussichten für die zukünftigen Partys der beiden.
Ivor versucht indes, nach dem Ableben seines Onkels Fusel zu brennen. Genau dies hat nämlich sein Onkel immer getan, bevor er unsanft verschied. Der Mafiaboss sieht nun Ivor als Angehörigen in der Bringschuld. Mit dem Rezept seines Onkels, das ihm dieser als Geist verrät, ist das ganze leicht gemacht – und ein gutes Einkommen.
Das funktioniert jedoch nur so lange, wie er das Rezept hat. Es kommt, wie es kommen mußte: Sein gehässiger Geister-Onkel vernichtet es, so daß Ivor und Dougie gezwungen sind, auf andere Art und Weise zu Geld zu kommen. Sie werden Dicks – Privatdetektive.
Der Plan ist, Fremdgänger bei ihren Eskapaden zu filmen, und Geld dafür einzustreichen. Doch was als leichte Einkommensmöglichkeit gedacht war, wird bald zu einem mörderischen Spiel...

Fazit:

Hier bekommt man genau das, was man von Ennis erwartet: abgefahrenen Humor, schräge Vögel, brutale Action und Bilder, bei denen es vom Zusehen weh tut.

John McCreas Zeichnungen sind noch roh und man würde nicht sofort an ihn denken, wenn man sie heute sieht. Für eine solche Indepedent-Serie aber genau das richtige. Die Zeichnungen wurden für die Neufassung koloriert, was passend zu den Zeichnungen gelungen ist.

Der Charme der Serie geht von Ivor und Dougie aus, die sich durchgehend beleidigen, und sich gegenseitig foppen, und zwar auf die derbe Art. Waynes World mit Fäkalhumor, so kann man sich Dicks vorstellen.

Die Übersetzung war sicherlich nicht leicht, da im Original vermutlich einige irische und andere Dialekte vorhanden waren. Wie konvertiert man das in deutsche Sprache? In diesem Fall hat man sich z.B. dazu entschieden, die britischen Truppen bayrisch reden zu lassen. Nach einen kurzen „Was-zur-Hölle?“-Moment recht witzig.
Zusätzlich zu der Handlungen sind noch diverse Kurzgeschichten enthalten, die ebenfalls diesen speziellen Humor bieten. Ennis ist wirklich nicht Menschliches fremd, und deswegen richtet er den Fokus genau darauf. Titel wie „Des Wichsers Geschichte des Wichsens“ sprechen für sich.

Dicks ist ein Comic, daß man entweder lieben oder hassen kann. Die Dialoge und skurrilen Handlungsbögen erinnern an die Kneipe in Hitman, oder auch an The Boys. Wer an diesen Serien Spaß hatte, kann Bedenkenlos zugreifen, denn das ist Garth Ennis vor dem Mainstream.
Ich jedenfalls freue mich schon auf Band 2.


Before Watchmen: Bd. 3: Comedian
Before Watchmen: Bd. 3: Comedian
von Brian Azzarello
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Interessants Prequel zu Watchmen, 16. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Before Watchmen: Bd. 3: Comedian (Broschiert)
Before Watchmen: Comedian

Watchman, erdacht von Kultautor Alan Moore, war eines der kreativsten und einflußreichsten Superheldencomics aller Zeiten. Fast 3 Jahrzehnte später hat DC Comics beschlossen, dem Meisterwerk mehrere Prequels zu geben, die die Geschichte vor den Ereignissen von Watchmen erzählen sollen, die Alan Moore teilweise detailliert, teilweise nur mit Andeutungen erzählt hat. Moore ist von der neuen Vermarktung seiner Ideen allerdings wenig begeistert.
Für Before Watchmen wurden hochkarätige Zeichner und Autoren verpflichtet, z.B. Darwyn Cooke oder J. Michael Straczynski.

Die Vorgeschichte des Comedians darf Brian Azzarello erzählen, dessen 100 Bullets unvergessen ist. Als Zeichner wurde J.G. Jones (Wanted, Final Crisis) verpflichtet.

Von den Anfängen des jungen Comedian bei den Minuteman, dem ersten Heldenteam im Watchmen-Universum, erzählt Before Watchmen: Minuteman von Darwyn Cooke. Die vorliegende Geschichte indes setzt Mitte der 60er Jahre an. Der Comedian ist härter geworden als in seinen Anfangsjahren, und wird derzeit von der Regierung als Identifikationsfigur beworben, um medienwirksam den Kampf gegen das Verbrechen darzustellen. Edward Blake, wie der Comedian im zivilen Leben heißt, ist sogar mit dem Präsidenten John F. Kennedy befreundet, und geht in dessen Haus ein und aus.

Doch das Attentat von Dallas verändert eine ganze Nation, und auch den Comedian. Er wird noch zynischer und abgestumpfter als er es eh schon war. Doch diese Gefühle kann er gut gebrauchen, denn die USA ziehen in den Kampf gegen den Kommunismus – der Vietnamkrieg läuft an. Klar, daß man auch da Interesse an einer Identifikationsfigur, einem Helden an der Front hat. Und so setzt sich die Entwicklung von Edward Blake fort. Der Junge, der einst in einem bunten Clownskostüm gekämpft hatte, bekommt zu seinem neuen Kostüm, welches die amerikanische Flagge ziert, nun auch noch einen Kampfhelm. Schnell wird klar, daß Blake nicht nur zur Steigerung der Moral der Truppen da ist, sondern das das Töten und Zerstören ihm einen vollkommen neuen Kick gibt...

Fazit:

Brian Azzarello hat die Ideen, die Alan Moore für die Vorgeschichte des Comedian hatte, sinnvoll aufgenommen, und mit bekannten Ereignissen und Personen der 60er Jahre verknüpft. So trifft Edward Blake nicht nur auf die Kennedy-Brüder und Jackie Kennedy, sondern auch auf Muhamed Ali oder Marylin Monroe. Dabei geht Azzarello sehr behutsam mit den historischen Figuren und Ereignissen um, so daß das ganze nicht albern wirkt, sondern eher wie ein Politthriller.

Sehr dankbar bin ich, daß der Autor nicht in die Falle getreten ist, den Comedian wie den Punisher zu schreiben. Parallelen wie der Dienst in Vietnam und die Freude am Töten sind ja nicht von der Hand zu weisen, doch sind Edward Blakes Motive völlig anders, wie man spätestens bei seiner Heimkehr in die USA erkennt. Und so sind die Veränderungen des Comedian sinnbildlich für die Veränderungen der USA in den 60er Jahren zu sehen.

Die Zeichnungen von J.G. Jones passen zu der harten, realen Story vom Comedian sehr gut und er belegt eindrucksvoll, daß er nicht nur Actionszenen, sondern auch die ruhigen Gesprächsmomente darstellen kann. Eine gute Wahl, die hier getroffen wurde.

Immer wieder hilfreich sind die redaktionellen Anmerkungen, hier von Christian Heiß, der die die Vorgeschichte aus Minuteman, die Inspiration Moores zur Figur des Comedian und die in der Geschichte vorkommenden Lieder erläutert. Schön wäre noch eine kleine Übersicht der historischen Figuren gewesen.

Insgesamt eine lesenswerte, interessante Erweiterung zum Watchmen-Universum, die neue Facetten zur Figur des Comedian aufzeigt, ohne den die Ereignisse in Watchmen gar nicht erst ins Rollen gekommen wären.


X- treme X- Men #1 (2013, Panini) ***MARVEL NOW***
X- treme X- Men #1 (2013, Panini) ***MARVEL NOW***
von Greg Pak
  Comic

5.0 von 5 Sternen Wilde Jagd durch multiple Universen, 8. Juli 2013
X-Treme X-Men 1 - Weltenretter

Als ich laß, daß es eine neue Serie namens X-Treme X-Men geben würde, war mein erster Gedanke: Jetzt will es Chris Claremont noch mal wissen! Der Kultautor hatte nämlich die erste Serie mit diesem Namen geschaffen.
Doch die aktuellen X-Treme X-Men haben nichts mit der ersten Serie gemein. Autor der Serie ist Greg Pak, und auch das Konzept erinnert eher an die Serie Exiles als an die ersten X-Treme X-Men.

Die Vorgeschichte zur Serie findet man im X-Men-Sonderheft 37. Dort traf das das Team von X-Treme X-Men zum ersten Mal aufeinander. Dabei sind Gouverneur Howlett, eine Wolverine, der auf seiner Welt Gouverneur Kanadas wurde, Kid Nightcrawler, eine junge Version von Kurt in einer Welt, wo es Krieg zwischen Menschen, Mutanten und Maschinen gibt sowie Emmeline Frost-Summers, die auf ihrer Welt Anführerin der X-Society of New Albion ist.

Zusammen mit einem fliegenden Kopf mit Namen Charles Xavier und der Dazzler von Erde 616 begibt sich das Team auf eine delikate Mission. Der Xavier-Kopf hat diverse alternative Versionen seiner selbst geortet, die sich aber auf die dunkle Seite der Macht geschlagen haben – und durch den herausragenden Intellekt eines Charles Xavier eine große Gefahr für das Gefüge der Universen darstellen.
Die Mission heißt daher: Tötet die Alternativversionen Xaviers.

Und auf geht die wilde Jagd durch verschiedene Universum. So verschlägt es die illustre Truppe zum Beispiel auf eine Welt, die ähnlich aussieht wie das antike Griechenland, und es gibt sogar Götter. Doch diese Inkarnationen von Thor und Storm sind nicht die Menschenfreunde, wie ihre Pendants auf Erde 616. Stattdessen herrschen sie über die Menschheit und knechten sie bis zum Tode. Können die X-Treme X-Men im Kampf gegen die Götter bestehen?

Fazit:

Wem Exiles gefallen hat, wird an X-Treme X-Men ebenfalls Gefallen finden. Es macht einfach Spaß, mit der symphatischen Truppe von einem Universum zum nächsten zu switchen, und immer wieder andere und kreative Versionen der Marvelfiguren zu entdecken.

Dabei ist es seltsamerweise Dazzler, die für mich zu einem besonders interessanten Charakter entwickelt wurde. Sie nimmt die Führungsrolle ein, die Blink bei Exiles hatte. Ausgezeichnet, was Greg Pak aus dieser Nebenfigur gemacht hat, die ich vorher nur unter „ferner liefen“ eingeordnet hatte.

Aber auch die anderen Figuren sind spannend charakterisiert, und irgendwie hoffe ich, daß der ein oder andere den Weg ins 616er Universum findet. Die Antwort kann nur X-Termination bringen, das nächste Crossover der Mutanten.

Wieder einmal hat es sich gezeigt: Wenn ein Autor frei in seinen Entscheidungen ist, kommen die besten Geschichten dabei heraus. Hier muß nicht immer nach jeder Geschichte der alte Status Quo hergestellt werden, hier ist nicht jeder unsterblich, und insbesondere hat jede Handlung Konsequenzen! Und genau das ist es, was mir momentan bei vielen anderen Serien fehlt.
Daher: X-Treme X-Men rockt!


Alicia - Im wahren Leben
Alicia - Im wahren Leben
von Isabel Franc
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Mut und Humor gegen Brustkrebs!, 7. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Alicia - Im wahren Leben (Gebundene Ausgabe)
Alicia im wahren Leben

Mit „Alicia im wahren Leben“ überrascht Panini Comics erneut mit einem Band, den man in dem Verlagsprogramm so nicht erwartet hätte. Der Verlag, der ursprünglich mit Superhelden-Comics auf sich aufmerksam gemacht hatte, bietet nun eine breite Palette auch von ungewöhnlichen Graphic Novels wie z.B. Schloggers "Danach", "Smile" oder „Marzi“.

"Alicia im wahren Leben" ist ein interessantes, mitreißendes Comic über die schwerste Zeit im Leben von Alicia. Der Journalistin wird Brustkrebs diagnostiziert. Von der Diagnose bis zur Operation und Chemo und der Zeit danach handelt diese Graphic Novel.

Statistisch gesehen erkranken 16,5 von 100.000 Frauen in Deutschland. Das ist die höchste Erkrankungsrate in Europa. Erfreulicherweise ist durch die bessere medizinische Versorgung die Sterberate nach unten gegangen.

Doch Statistiken sind das, was Alicia am wenigsten braucht, als sie die Diagnose Brustkrebs bekommt. Eigentlich kann sie mit ihrem Leben recht zufrieden sein. Sie arbeitet als Journalistin, was sie erfüllt. Bei ihr lebt ihre anhängliche, dicke Katze Fari. Und ihr Liebesleben läßt sich als erfüllte, offene lesbische Beziehung beschreiben. Doch nun dieser Hammer!

Doch Alicia beschließt, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern zu kämpfen. Die erkrankte Brust muß weg, obwohl gerade für Alicia und viele andere Frauen die Brust ein Zeichen der höchsten Weiblichkeit ist. Die anschließende Chemo bringt all ihre Haare zum ausfallen, und auch die Nebenwirkungen wie Durchfall und Übelkeit machen sie fertig. Doch Aufgeben kommt für sie nicht in Frage...

Fazit:

Die Geschichte, die in "Alicia im wahren Leben" erzählt wird, ist nicht autobiographisch. Doch Isabel Franc hat selbst den Brustkrebs überwunden, und so sind viele ihrer Erlebnisse mit in die Handlung eingeflossen.

Was mir sehr gut gefallen hat ist der positive Grundton, der in jedem Kapitel mitschwingt – bei dem Thema war das nicht unbedingt zu erwarten. Natürlich werden die negativen Seiten der Heilung auch dargestellt, aber Isabel Franc will den Frauen vor allem Mut machen. Den Mut, die Operation und Amputation zu überstehen, und dazu zu stehen. Den Mut, aus der Erschöpfung und Lethargie herauszukommen. Und den Mut, sich nach dem Eingriff wieder auf sexuelle Beziehungen einzulassen. Und natürlich das Wichtigste: Den Humor nicht zu verlieren!

Die Zeichnungen von Susanna Martin bringen speziell Letzteres in den Vordergrund. Der cartoonige Stil bringt insbesondere in den Gesichtsausdrücken die Emotionen der Beteiligten gut zu Geltung. Besonders klasse auch die symbolischen Zeichnungen, etwa zum Anfang eines jeden Kapitels, die eine kleine Vorschau auf die Gefühlslage von Alicia bieten.

Mir hat diese emotionale Geschichte mit viel Eigenironie ausgezeichnet gefallen, und nebenbei hat mir viele Aspekte der Krankheit gezeigt, die mir vorher nicht bewußt waren.
So muß eine moderne Graphic Novel sein!


DC-Comics STAR TREK / LEGION OF SUPER-HEROES - DC PAPERBACKS
DC-Comics STAR TREK / LEGION OF SUPER-HEROES - DC PAPERBACKS
von Panini
  CD-ROM

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Crossover der Zukunft, 26. Mai 2013
Star Trek / Legion of Super-Heroes

Es ist vielleicht das ungewöhnlichste Crossover des Jahres. Star Trek trifft auf die Legion of Super-Heroes, oder, anders gesagt, 2 Serien die ich beide schon seit Jahrzehnten schätze, treffen aufeinander.

In den frühen 80ern war die Auswahl an Science Fiction im Fernsehen nicht gerade üppig. Was es gab, war Star Trek, und ich habe es geliebt. Die klassische Mannschaft mit Kirk, Spock, McCoy, Scotty, Chekov und Sulu. Klassisch? Nun ja, The Next Generation sollte erst später folgen, also war von klassisch noch nicht die Rede.

Außerdem erweiterte sich mein Superhelden-Horizont immens. Die Legion der Superhelden war ganz anders als die klassischen Ehapa-Ausgaben von Superman und Batman. Frische, abgefahrene Charaktäre aus der Zukunft, gezeichnet (wie ich heute weiß) von Mike Grell.

IDW und DC haben sich nun zusammen getan, um ein Crossover der Zukunft zu kreieren. Das 23. und das 31. Jahrhundert treffen aufeinander, Phaser, Communicator und Flugringe in einem Band. Geschrieben wurde die Story von niemand anderem als Science Fiction-Autor Chris Roberson (Star Trek: Myriad Universes: Brave New World). Die Zeichnungen lieferte Jeffrey Moy, der sowohl die Legion als auch Star Trek Comics gezeichnet hat.

Handlung:

Es verschlägt sowohl die Crew der Enterprise als auch die Legion (in der Konstellation Blitzjunge, ups, ich meine natürlich Lightning Lad, Cosmic Boy, Saturn Girl, Shadow Lass, Chameleon Boy und Brainiac 5) auf die gute alte Erde. Nur ist dies nicht die gute alte Erde, sondern die Zentrale des Planeten-Imperiums, welches die halbe Galaxie umfaßt. Zwar starten auch von dieser Erde Raumschiffe mit Warpgondeln ins All, doch ihr Auftrag ist nicht die Erforschung der unendlichen Weiten, sondern deren Eroberung. Regiert wird dieses Imperium von einem Despoten, den sowohl die Mannschaft der Enterprise als auch die Legionäre zu kennen scheinen. Doch wie kann das sein?

Fazit:

Chris Roberson hat in beiden Universen tief in die Historie gegriffen und eine einleuchtende Geschichte kreiert, die trotz (oder geraden?) wegen der üblichen Zeitanomalien funktioniert. Dabei ist nicht nur ein feines Crossover zustande gekommen, sondern es werden auch einige Figuren aus beiden Universen verschmolzen – und auch das wieder passend und logisch, was sicher keine leichte Aufgabe war. Dabei sind einige lustige Amalgam-Charaktäre entstanden, die den Leser überraschen werden.
Zeichner Jeffrey Moy spielt seine Routine in beiden Serien voll aus. Man merkt deutlich, daß er hier nicht wie bei einigen Lizenztiteln üblich, aus der TV-Serie abgepaust wurde, sondern daß Moy die Figuren verinnerlicht hat.
Im Band sind außerdem alle Cover inklusive der Variantcover von bekannten Zeichnern wie Phil Jimenez und Mario und Alberti enthalten.


Smile
Smile
von Raina Telgemeier
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefühlvolle, autobiographische Graphic Novel, 25. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Smile (Gebundene Ausgabe)
Smile

Charlie Chaplin hat einst gesagt: „Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.“
Doch das fiel Raina Telgemeier, der Künstlerin hinter “Smile“, nicht immer leicht.

In der sechsten Klasse hat sie einen Unfall, bei dem sie ihre beiden oberen Schneidezähne verliert. Fortan muss sie eine Spange tragen. Es ist allerdings nicht so eine kleine hübsche Spange, die man nachts von allen ungesehen tragen kann, sondern ein riesiges, entstellendes Exemplar. Für Raina, die gerade in ihre Pubertät hineinschlittert, beginnt eine sehr anstrengende und qualvolle Zeit.

Zum einen hat sie natürlich jede Menge Schmerzen, wie zum Beispiel die Zahnoperation unmittelbar nach ihrem Sturz, oder das Anbringen der riesigen Zahnspange. Zum anderen muss sie Hohn und Gespött ihrer Mitschüler ertragen, denn diese „Schneeketten“ in ihrem Gesicht lassen sich nun mal nicht verbergen. Keine leichte Aufgabe für das Selbstbewusstsein der angehenden Teenagerin. Was nun aufkeimt, ist das Interesse an Jungs, ein Thema für sich. Schnell merkt sie, dass sich jemand für sie interessiert, doch aus Angst, von ihm wegen ihrer Zahnspange ausgelacht zu werden, startet sie keinen Versuch. So groß ist die Angst vor einer Demütigung, und dem Gesichtsverlust vor ihrem Freund. Stattdessen überspielt sie ihren Schwachpunkt , und lächelt dabei äußerst selten.

Die Zahnspange muss regelmäßig nachjustiert werden, da die Konstellation ihre Zähne eine Heilung beziehungsweise Korrektur anders nicht zulässt. Der Termin beim Zahnarzt wird für sie zu einem wiederkehrenden, schmerzhaften Teil ihres Alltags. Dabei hilft es auch nicht, dass ihre Mutter sie im Anschluss an den Zahnarzttermin mit zum Einkaufen nimmt, wo sie sich ein Konsolenspiel oder ähnliches zum Trost aussuchen darf. Aber keine Sorge, dies ist kein Drama (höchstens ein dentales). Raina behält trotz allem ihre Freude am Leben, und einem viel mit ihren Freundinnen, und lebt ihr Leben. Doch sie muss lernen, mit dem Ding über ihren Zähnen umzugehen…

Fazit:

Panini Comics überrascht erneut mit einem Band, den ich in dem Verlagsprogramm so nicht erwartet hätte. Der Verlag, der einst mit Superhelden-Comics auf sich aufmerksam gemacht hatte, bietet nun eine breite Palette auch von ungewöhnlichen Graphic Novels wie z.B. Schloggers "Danach", in die sich "Smile" nahtlos einreiht.

"Smile" ist ein wunderbares autobiographisches Comic über die spannende, schwere Zeit der Pubertät.
Für Raina ist es die Zahnspange, für andere sind es Pickel oder Übergewicht, die diese Phase so anstrengend erscheinen lassen. Und so ist „Smile“ nicht nur ein Buch für Menschen mit Zahnfehlstellungen, sondern für jeden in allen Altersklassen.

Gerade der autobiographische Hintergrund macht die Geschichte so gut. Hier erfindet niemand die Handlung und denkt sich in eine Figur hinein. Hier schreibt Raina Telgemeier über ihre eigene Vergangenheit, ihre Gedanken und Gefühle. Die Geschichte eines elfjährigens Mädchens das seine Zähne verliert, und ihr Lächeln wieder finden muß.

In den USA war „Smile“ ein großer Erfolg. Die Graphic Novel war Nummer 1 auf der New York Times-Bestsellerliste, und bekam einen Eisner Award für die beste Jugendpublikation.


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