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Kongo: Joseph Conrads Reise ins Herz der Finsternis
Kongo: Joseph Conrads Reise ins Herz der Finsternis
von Christian Perrissin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atmosphärischer Geschichtscomic, 8. Dezember 2013
Kongo

Am Ende des 19 Jahrhunderts begann der Wettlauf der europäischen Nationen um Afrika. Wenn man weltpolitisch etwas gelten wollte, mußte man Kolonien dort haben, denn neben Rohstoffen und wertvollen Materialien wie Gold, Elfenbein und Sklaven war es natürlich auch eine Frage von Prestige, wenn man mit den Kolonien sein kleines Land verbgrößern konnte, so wie zum Beispiel das britische Empire. Am Wettlauf nahmen neben Briten, Deutschen, Portugiesen und Franzosen auch die Belgier statt.

Der belgische König Leopold II beanspruchte das Gebiet des heutigen Kongo. Sein Motive waren Fortschritt und Aufklärung in diese Länder zu bringen, und sie erforschen zu wollen. Zumindest offiziell. In der Realität wurden die Länder jedoch nur ausgebeutet. Wenn die Eingeborenen nicht so wollten wie die europäischen Herrscher, wurden sie getötet, oder schwer bespraft. So wurden zum Beispiel im Kongo denjenigen die Hand abgehakt, die angeblich zu wenig Kautschuk gesammelt hatten, was auch Kinder betraf. Die Peitsche war als Argumentationshilfe weit verbreitet.

Als der in Polen geborene britsische Kapitän Joseph Konrad seinen Vertrag bei einer belgischen Kolonialgesellschaft unterschreibt, kann er davon freilich noch nichts wissen. Er glaubt wirklich, er käme als Kapitän nach Afrika, um beim Aufbau der Länder zu helfen. Schon als Kind war er fasziniert vom dunklen Kontinent, der noch lange nicht komplett erforscht war. Entdecker wie Stanley gehörten zu seinen Helden. Kein Wunder also, daß er sich diese Chance nicht entgehen ließ.

Doch die Realität im Kongo ist eine ganz andere. Von dem „zivilisatorischen Werk“, welches seine Gesellschaft eigentlich tun sollte, ist nichts zu spüren. Stattdessen konzentriert man sich darauf, Elfenbein in rauhen Mengen über den Fluß Kongo abzutransportieren. Die Vorgehensweise der dienstälteren Mitarbeiter der Gesellschaft ist dabei äußerst skrupellos. Außerdem lauern noch viele Gefahren da draußen. Sandbänke, die das Schiff zum Kentern bringen können, wilde Tiere, feindliche Eingeborene und tückische Krankheiten wie Malaria oder die Ruhr machen das Leben zu einem ständigen Kampf.

Auch Conrad wird krank, und nimmt alsbald die Umgebung wie durch einen schwülen, bösartigen Fiebertraum war. Tiefer und tiefer dringen sie in das Herz des Landes vor, und Conrad muß sich fragen, ob er die Reise überleben wird...

Fazit:
Das Kreativteam Christian Perrissin und Tom Tirabosco hat hier einen eindrucksvolle Dokumentation über die Unmenschlischkeit der Kolonialisierung geschaffen. In den Fußstapfen bzw. in der Fahrrinne von Joseph Conrad selbst kann der Leser den Kongo herauf fahren, während in der Hitze am Ufer Menschen verrotten, und Raubtiere auf mehr Futter warten. Doch das schlimmste aller Raubtiere ist, wie schnell klar wird, ist der Mensch selbst.

Tom Tirabosco hat sich bei seinen Zeichnungen der Technik der Monotypie bedient. Dabei wird die Farbe, z.B. Acryl, zunächst auf eine Druckplatte aufgebracht, und dann auf das Papier gepresst. Die so entstandenen Schwarz-Weiß-Zeichnungen lassen einen die Hitze und die drückende, fiebrige Stimmung förmlich einsaugen.

Joseph Conrad hat diese Reise sehr geprägt, wie der ausführliche Anhang informiert. Nach der Reise schrieb er verschieden Bücher, wie zum Beispiel „Das Herz der Finsternis“, sein bekanntestes Werk.

Wem der Band gefallen hat, dem seien „Das Ende der Welt“ und „Im Dunkeln“ empfohlen, beide ebenfalls von Tirabosco gezeichnet, und beim Avant Verlag erschienen.

(project:equinoX)


Wo ist der Zombie?: Ein Wimmelbuch
Wo ist der Zombie?: Ein Wimmelbuch
von Jen Wainwright
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,80

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wimmelbuch mit Untoten, 8. Dezember 2013
Wo ist der Zombie?

Der Verlag Cross Cult hat einiges an Zombie-Comics in seinem Programm: The Walking Dead, Key of Z, Als die Zombies die Welt auffraßen und andere Titeln liefern dem Leser jede Menge untoter Horden. Doch „Wo ist der Zombie?“ ist kein Comic. Es ist ein Wimmelbuch. Mit Zombies, versteht sich.

In einem Wimmelbuch werden in meist großformatigen Bilderbüchern Szenen mit möglichst vielen Details untergebracht, etwa Menschenansammlungen, Tierszenen oder ähnliches. Genau das gleiche erleben wir hier auch, allerdings mit Zombies.

Der Leser begleitet die Familie Peters auf einem Roadtrip der anderen Art. Joel Peters, der Vater, ist Wissenschaftler. Nach einem Unfall in seinem Labor infiziert er sich mit der Zombieseuche – und seine gesammte Familie gleich mit. Seine Frau, seine 4 Kinder, die Großeltern und selbst Hund und Katze der Familie werden zu wandelnden Leichen. Was an Tragik nicht zu überbieten wäre, dient hier der Unterhaltung. Die Familie wandert über 17 großformatige Doppelseiten, in der nicht nur die Handlung vorang getrieben wird, sondern in den Massenszenen stets alle 10 Mitglieder der Familie gesucht werden müssen, was nicht so einfach ist. Oft werde die Familienmitglieder halb verdeckt, und man muß sich anhand der charakteristischen Bekleidung davon überzeugen, wer hier zu sehen ist. Die Szenarien reichen dabei über Labore, Kaufhäuser, das Oval Office bis zu einem abgstürzten Flugzeug. Neben der Familie können noch auf jeder Seite 10 Erste-Hilfe-Kästen gefunden werden.
Nicht zu vergessen sind dabei allerhand Kuriositäten, wie z.B. besondere Zombies, die als Superhelden oder bestimmte Berufsgruppen daherkommen, oder einzigartige Unfälle der morbiden Art.

Angst, etwas zu vergessen, muß dabei auch niemand haben. Im Anhang des Buches gibt es einen Lösungsteil, wo alles erklärt ist.

Fazit:

„Wo ist das Zombie?“ ist eine lustige Idee, an der man lange Spaß hat, denn es ist wirklich schwierig, die ganze Familie nebst Verbandskästen zu finden. Und überhaupt ist bei diesem Buch der Weg das Ziel, denn bei der Suche gibt es auf jeden Bild natürlich allerhand zu entdecken.
Der Schwerpunkt ist dabei ganz klar auf den Kampf zwischen Menschen und Zombies gerichtet.
Da wird mit Äxten, Schwertern und allerhand Sportgeräten wie Baseball- und Golfschlägern auf der einen Seite, und mit Zähnen auf der anderen Seite gearbeitet. So lassen sich die Erlebnisse einer Gruppe Biker genauso verfolgen wie die eines SWAT-Teams. Wenn irgendwo ein untoter Schädel platzt, ist meist auch sehr genau zu erkennen, von wo die Kugel stammt, die dies angerichtet hat. Und auch die ein oder andere Homage darf natürlich nicht fehlen.

Der Zeichner Paul Moran, der u.a. auch bei dem Willbuch „Die Erdmännchen auf Zeitreise“ mitgewirkt hat, muß hier eine halbe Ewigkeit mit den Tausenden von Einzelpersonen und Details zugebracht haben, um die die Bilder beleben.

Das Buch ist, auch wenn es auf den ersten Blick an ein Kinderbuch im Stil von „Wo ist Walter?“erinnert, nicht für Kinder geeignet. Dafür ist der Anteil von Blut, Gehirn und Gewebe eindeutig zu hoch. Die Zielgruppe ist aber ohnehin der Zombiefan, der bereits alles hat – zum immer wieder ansehen!

(project:equinoX)


Key of Z
Key of Z
von Claudio Sanchez
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

4.0 von 5 Sternen Zombies geht auch ohne Kirkman ;), 8. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Key of Z (Gebundene Ausgabe)
Key of Z

Zombies? Hat da jemand was von Zombies gesagt?
Als Autor Robert Kirkman 2003 seine Serie „The Walking Dead“ startete, konnte er nicht ahnen, dass die Serie auch zehn Jahre später noch laufen würde. Das Zombie-Thema war nicht zuletzt durch diverse B-Movies oft verwendet worden, aber Kirkmans Erzählweise mit dem gewissen Soapfaktor hält die Leser bei der Stange, und feiert als TV-Serie oder Spiel große Erfolge.

Claudio Sanchez, Frontmann der Band „Coheed and Cambria“, hat zusammen mit seiner Ehefrau Chondra Echert die Thematik der Überlebenden, die durch eine feindlichen Umgebung ziehen, auch für die Serie „Key of Z“ benutzt. Doch in dieser Welt legt er den Fokus nicht auf die Badlands, sondern auf den ehemaligen Nabel der Welt: New York City, der Big Apple. Oder der faulige, mit untoten Würmern gespickte Big Apple, wie er sich momentan darstellt.

Nachdem eine Epedemie dafür gesorgt hat, daß die Toten wieder unter den Lebenden wandeln (und hey, sie haben Hunger), konnte auch New York die Welle an Zobies nicht zurückschlagen. Die Überlebenden zogen sich in die Sportstadien zurück, da diese leichter zu verteidigen waren. Schnell allerdings übernahm der Stärkere in Form von Gangs die Stadien, die sich nach den ehemaligen Teams wie den Yankees benannten.

Das Überleben in dieser von roher Gewalt dominierten Welt ist nicht einfach. Dies muß auch Alvarez erfahren. Eigentlich hat er einen ruhigen Job in der Lagerverwaltung seiner Gang, doch seit sein älterer, wegen seiner Brutalität geachteter Bruder tot ist, schlägt ihm immer öfter Mißachtung entgegen. Man nötigt ihm, als Läufer zu arbeiten, was nicht anderes bedeuted, als in den Ruinen der Stadt nach brauchbaren Dingen wie Waffen und Lebensmitteln zu suchen. Keine schöne Vorstellung, denn neben den Zombies lauern noch die anderen Gangs da draußen.

Alvarez' Leben ändert sich durch den Trip allerdings grundlegend, als er den mysteriösen Ewing trifft, der ihm gleich mal das Leben retten muß. Doch die Freude über das wiedergewonnene Dasein ist nur von kurzer Dauer, denn Ewing hat nicht nur eine Überzeugung; er hat dazu auch einen Plan...

Fazit:

Claudio Sanchez setzt auf seine bewährte Koautorin Chondra Echert, mit der er schon bei „Kill Audio“ zusammengearbeitet hat, und bringt mittlerweile die 3. Serie seines Projekts Evil Ink Comics bei den Boom Studios heraus.
Auch Zeichner Aaron Kuder ist ein alter Weggefährte von Sanchez, schließlich hat er mit ihm die ebenfalls erfolgreiche Serie „The Amory Wars“ geschaffen.

Natürlich hat die Serie „Key of Z“ nicht den hohen Soapfaktor, den „The Walking Dead“ nach mehr als 100 Ausgaben erreicht hat – muß sie aber auch nicht. Die Mischung aus TWD und DMZ (eine Serie, die ebenfalls im zerstörten New York angesiedelt war) erfreut durch unverbrauchte Charaktäre, die einfach nur Spaß machen, ohne jedoch albern zu werden wie einige Genrekollegen.
Somit ist die Serie für Genreneulinge als auch für Kenner epfehlenswert.

Wie bei Cross Cult üblich ist der Band mit Extras angereichert. Enthalten sind alle Cover, ein Skizzenbuch, ein interessantes Interview mit Claudio Sanchez sowie Ewings Tagebuch, in dem einige Details aus seinem Vorleben bekannt werden. Eine runde Sache also.

Es bleibt also dabei: das Hauptquartier für Zombies, Vampire und Monster aller Art ist Cross Cult!

(project:equinoX)


Kopf in den Wolken
Kopf in den Wolken
von Paco Roca
  Broschiert
Preis: EUR 18,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar erzählt, 23. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Kopf in den Wolken (Broschiert)
Kopf in den Wolken

Der 1969 in Valencia geborene Künstler Paco Roca ist einer der bekanntesten Zeichner Spaniens. In Deutschland ist bislang nur sein „Der Winter des Zeichners“ erschienen, welches über die Entwicklung der spanischen Comicindustrie und deren Zeichner berichtet.

Mit „Kopf in den Wolken“ erscheint nun bei Reprodukt ein wunderbarer Band, der sich dem Leben im Altersheim, und speziell der Krankheit Alzheimer widmet.

Der 72jährige Emilio wird von seiner Familie in ein Alterheim eingeliefert. Er vergißt immer mehr, und glaubt gelegentlich, noch in seinem Beruf bei einer Bank zu arbeiteten. Gemeinsam mit seinem Zimmerpartner Miguel versucht er, das Leben im Altersheim zu meistern, bevor er immer mehr von sich und seinem Leben vergißt...

Was sich tragisch anhört (und zweifellos auch ist), wird von Roca auf eine warme, höchst amüsante Weise vermittelt. Die Bewohner des Heimes sind alle auf ihre Weise liebenswert, auch wenn sie teilweise in einer anderen Welt leben. Dabei gelingt es Roca meisterlich, die Auswirkungen der Krankheit zu visualisieren.

„Kopf in den Wolken“ ist seit sehr langer Zeit wieder ein Comic, der mich so emotional so berührt, daß ich feuchte Augen bekommen, aber auch schallend gelacht habe. Ich hoffe, bald mehr von dem Künstler in Deutschland zu sehen.

Auf der Verlagshomepage gibt es eine Leseproble mit den ersten 7 Seiten.


Swamp Thing: Bd. 3: Tote Welt: Das grüne Reich
Swamp Thing: Bd. 3: Tote Welt: Das grüne Reich
von Scott Snyder
  Broschiert
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Das Ende des Snyder-Runs, 22. November 2013
Swamp Thing 3 – Das grüne Reich

Swamp Thing, erdacht von Len Wein und Bernie Whrightson, wurde in den 80ern mit Alan Moore als Autor von einer eindimensionalen Horrorfigur zu einer vielschichtigen Kreatur mit philosophischen Ansätzen.
Im Rahmen des DC Neustarts wurde nun Scott Snyder mit der Neuinterpretation des Sumpfdings beauftragt. Der Autor, der den meisten von American Vampire und Marvel Noir: Iron Man bekannt sein dürfte, ist einer der Shootingstars bei DC, und als Autor von Batman ebenfalls am Start.

Rückblick:

Mit dem DC-Neustart kam es zu einer Wiedergeburt: Alec Holland, der einst der Avatar des „Grün“ (also der symbolisierten Pflanzenwelt) gewesen war, wurde ins Leben zurück geholt. Eine große Gefahr bedroht die Erde, denn die „Fäule“, die sinnbildliche Verwesung und der Tod, ist erstarkt. Ein Revival erfährt auch die Liebe zwischen Swamp Thing und Abby, doch die Freude darüber ist nur von kurzer Dauer, den die Fäulnis hat Abby entführt, um sie zur Königin der Fäulnis zu machen. Abby wollte dies zwar nicht, aber die Veranlagung zur Fäulnis schlummerte schon seit Geburt in ihr. Die Fäule hat die Erde in ihrem Würgegriff. Die Früchte des Feldes verdorren oder verfaulen, zombiefizierte Tiere streifen durch die Wälder, und Insektenplagen biblischen Ausmaßes regnen auf die Menschheit nieder. Tod und Verzweiflung aller Orten, und die die einzige Hoffnung ist Swamp Thing, der eine Metamorphose durchführt. So wird Alec Holland zum Kriegerkönig des Grüns, und zieht mit Flügeln und einem Geweih aus Wurzeln ausgestattet in den Kampf mitten im Herzen der Fäule. Ihm zur Seite steht Buddy Baker, seines Zeichens der Avatar des Rot, also der Tierwelt. Doch als sie die Fäule angreifen wollen, haben sie ihr ungewollte das Tor in die Welt geöffnet.

Handlung:

Als Swamp Thing seine Augen aufschlägt, zweifelt er an seinem Verstand. Die Welt, wie er sie kannte, existiert nicht mehr. Die Fäule hat die Welt fast ausnahmslos überrannt. Auch die einst so mächtigste Justice League wurde besiegt, und nur noch wenige Überlebende sind auf dem verrottenden Planeten übrig geblieben. Poison Ivy und Deadman, die ihn gefunden haben, ziehen gemeinsam mit ihn nach Gotham, wo die letzte Hoffnung der Menschheit liegen soll. Doch wo ist Animal Man?

Fazit:

Mit diesem Band wird die Erzählung „Tote Welt“, die seit Band 1 aufgebaut wurde, zuende geführt.Snyder verzahnt die Storyline wieder mit vielen anderen DC-Figuren, z.B. der Justice Leage und den üblichen Verdächtigen aus Gotham. Dabei kommt es zu einigen Schlachten mit den aus den letzten Bänden bekannten Monstern der Fäulnis.
Mit dem verpaßten Jahr hat er die Erde in eine düstere Zukunft geführt, eine Art „Age of rotten Apocalypse“. Interessant zu sehen, wie sich die Welt weiter gedreht hat, was nicht jeder Figur gut bekommen ist. Da wäre ich sogar an einem Spin-Off, z.B. mit dem veränderten Gotham, interessiert.
Die Frage ist nun, ob Snyder bewußt einige offene Handlungsstränge wie die Armee von Robins im Dunkeln läßt, oder schlicht nicht beenden konnte, weil er nach der US-Nummer die Serie verlassen hat. Ich fühlte mich gut unterhalten, jedoch hatte ich am Ende das Gefühl, daß etwas anderes geplant gewesen war.
Man darf gespannt sein, was der neue Autor der Serie, Charles Soule, aus dem Sumpfding machen wird. Snyder hat ihm die Serie an einem Punkt übergeben, in der sich die Serie in alle Richtungen entwickeln könnte.


Before Watchmen: Bd. 7: Dr. Manhattan
Before Watchmen: Bd. 7: Dr. Manhattan
von J. Michael Straczynski
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auch der 2.Band von JMS überzeugt, 19. November 2013
Before Watchmen 7: Dr. Manhattan

Wie die Zeit vergeht. Eben noch war die Reihe Before Watchmen erst angekündigt, und man fragte sich, ob man überhaupt weiteres Material dazu lesen sollte, und nun sind wir schon beim vorletzten Band der Reihe. Mittlerweile taucht die Frage des „ob“ nicht mehr auf, sondern hauptsächlich die Frage: Ist die Umsetzung gelungen oder nicht?

Watchman, erdacht von Kultautor Alan Moore, war eines der kreativsten und einflußreichsten Superheldencomics aller Zeiten. Fast 3 Jahrzehnte später hat DC Comics gegen den Willen Alan Moores beschlossen, dem Meisterwerk mehrere Prequels zu geben, die die Geschichte vor den Ereignissen von Watchmen erzählen sollen, die Moore teilweise detailliert, teilweise nur mit Andeutungen erzählt hat. Mittlerweile hat sich herausgestellt, daß die Einzelbände handlungstechnisch durch einen roten Faden verbunden sind.
Für Before Watchmen wurden hochkarätige Zeichner und Autoren verpflichtet, z.B. Andy Kubert oder Brian Azzarello.

Die Vorgeschichte des einzigen Helden im Team mit Superkräften wird von J. Michael Straczynski erzählt, dessen „Nite Owl“ durchweg positiv aufgenommen wurde. Als Zeichner wurde Adam Hughes verpflichtet, der einen viel beachteten Run bei der Justice League of America hingelegt hatte.

Während viele der Bände von Before Watchmen meist vor oder parallel zu Handlung vom Original Watchmen stattfinden, hat sich JMS hier etwas ganz besonderes ausgedacht.
Dr. Manhattan, der aufgrund eines Unfalls mit Strahlung zum Überwesen wurde, ist ein fast allmächtiges Wesen. Wie die verschiedenen Kapitel einer CD kann er auf dem Zeitstrahl vor und zurück springen, und sich selbst beobachten. Dabei sehen wir klassische Szenen wie die mißglückte Teambildung, aber auch gänzlich unbekannte Szenen. Dabei hat Dr. Manhattan auch die Möglichkeit, verschiedene Szenarien durchzuspielen, und sich die Resultate anzusehen – einfach mal die Realität verändern. Eine Frage nagt in ihm. Was wäre, wenn er niemals Dr. Manhattan geworden wäre?

Fazit:

JMS hat die Vorlage von Alan Moore genau studiert, und fängt die Atmosphäre des Originals ein. Ein wenig verträumt, melancholisch und immer ein wenig unnahbar kommt Dr. Manhattan daher, zeigt aber mit seinem Interesse an Silk Spectre auch seine menschliche Seite. Dazu zitiert er klassische Szenen wie das erste Treffen der Crimebusters, aber man erfährt hier auch viel , was Moore nicht gezeigt, oder nur angedeutet hat.
Eine klassische Superheldenstory wurde hier glücklicherweise nicht inszeniert, obwohl es sehr einfach gewesen wäre, z.B. etwas über Dr. Manhattans Erlebnisse in Vietnam zu schaffen.
Doch JMS wollte mehr. Er brachte die Story auf eine metaphysische, philosophische Ebene, die mit Symbolen spielt.
Sehr präsent sind z.B. Uhren, Zeichen dafür, wie sehr Dr. Manhattan versucht, alles zu kontrollieren. Trotz seiner übermenschlichen Fähigkeiten ist er jedoch nicht fähig, die eigentliche Katastrophe hinter den Kulissen zu erkennen.
Ein weiteres, beliebtes Symbol sind Kisten, Synonym für die vielen Möglickeiten, in der sich das Leben entwickeln kann. Nichts also für Menschen, die an Dinge wie Schicksal, Bestimmung oder Vorsehung glauben.
Hughes hat eine guten Job gemacht, auch wenn seine Zeichnungen von Silk Spectre etwas üppiger ausgefallen sind als im Original.
In meiner persönlichen Rangliste ist der Band auf Augenhöhe mit Nite Owl anzusiedeln. DC hat bei seiner Wahl als doppelter Autor der Reihe Before Watchmen ein glückliches Händchen bewiesen.


Crossed #4 - Badlands I (2013, Panini) ***Der neueste Garth Ennis- Schocker auf 212 Seiten***
Crossed #4 - Badlands I (2013, Panini) ***Der neueste Garth Ennis- Schocker auf 212 Seiten***
von Garth Ennis
  Comic

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ennis is back!, 19. November 2013
Crossed 4 – Badlands

Als Autor Robert Kirkman 2003 seine Serie „The Walking Dead“ startete, konnte er nicht ahnen, dass die Serie auch zehn Jahre später noch laufen würde. Das Zombie-Thema war nicht zuletzt durch diverse B-Movies oft verwendet worden, aber Kirkmans Erzählweise mit dem gewissen Soapfaktor hält die Leser bei der Stange, und feiert als TV-Serie oder Spiel große Erfolge.

Garth Ennis hat die Thematik der Überlebenden, die durch eine feindlichen Umgebung ziehen, auch für die Serie „Crossed“ benutzt. Doch in der Welt von „Crossed“ gibt es keine Zombies, sondern Gefirmte, die an einem Kreuz auf ihren Gesicht zu erkennen sind, und nichts im Sinn haben außer Fressen, Sex und Folter – gern auch in Kombination. Wie bei Ennis zu erwarten, wurden diverse Grenzen überschritten, speziell bei der Darstellung der Gefirmten, die sich gern mit diversen Körperteilen schmücken, aber auch bei deren Foltermethoden. Nachdem die Serie mit Band 2 von David Lapham übernommen wurde, kehrt Gart Ennis nun in Band 4 zurück.

In diesem Band sind die Storylines „Badlands“ und „Homo Superior“ enthalten. Badlands beschreibt die Erlebnisse einer Gruppe von Überlebenden, die sich durch das britische Hinterland schlagen. Unterstütz werden sie von prominenter Seite, denn niemand anderes als Prinz Harry begleitet die Gruppe. Zumindest behauptet der rothaarige Halbstarke in Armeekleidung das, überprüfbar ist es jedoch nich, denn große Teile seines Gesichts sind verletzt. Für die Geschichte ist es jedoch nicht von Belang, denn die Gruppe flieht vor einigen Gefirmten, und wird immer mehr dezimiert... Können sie den Ansturm der kranken Horde standhalten?

Die 2. Geschichte stammt von Jamie Delano (Hellblazer).
Bei „Homo Superior“ handelt es sich nicht etwa um eine X-Men-Geschichte. In den Sümpfen Floridas hat sich eine Gruppe Rednecks verschanzt, die sich mit diversen Waffen und Lebensmitteln auf den Weltuntergang vorbereitet hatten. Neben diversen Orgien möchten sie nebenbei mit einigen Damen den „Homo Superior“ zeugen, die nächste Version des Herrenmenschen, wie die Rednecks ihn sich vorstellen. Als der Sohn des Anführers seine Wache vernachlässigt, und die Gefirmten das Lager angreifen, ist das Chaos perfekt. Doch auch andere Überlebende ziehen durch die Sümpfe...

Fazit:

Ennis ist zurück, und macht was er am besten kann: Massaker mit Spaß. Während man bei Lapham oft das Gefühl hatte, er würde die Geschichte nur um extreme Gewaltdarstellung herum schreiben, packt Ennis wieder tief in die Ideenkiste. Die Idee mit Prinz Harry macht viel Spaß, und das angebliche Ende der königlichen Familie könnte fieser nicht sein. Jacen Burrows liefert dazu gewohnt blutige Zeichnungen ab, wie wir es z.B. von „Die Chroniken von Wormwood“ gewohnt sind.

Auch bei Homo Superior“ gibt es Details, die einem ein bösartiges Grinsen aufs Gesicht zaubern. Die Darstellung von Rednecks im Sumpf könnten glatt von Ennis selbst sein, ähnliche Figuren hat er ja in Preacher bereits perfektioniert (z.B. in Goold old boys).
Die sehr unterschiedlichen Charaktäre sind es hier, die die Story interessant machen. Doch kaum hat man sich an sie gewöhnt, sind sie auch wieder verschwunden... Für die einen wird das die große Stärke der Serie sein, für andere die Schwäche. Mich freut es eher, denn ein 2. The Walking Dead braucht man nicht. Stattdessen kann sich hier jeder mit schwarzem Humor austoben, denn die Gefirmten bieten eine Menge an Möglichkeiten, die es bei Zombies nicht gibt.

Die Geschichten sind unabhängig von den restlichen Bänden zu lesen; Vorwissen ist nicht erforderlich.


Swamp Thing, Bd. 2: Familiäre Fäule
Swamp Thing, Bd. 2: Familiäre Fäule
von Scott Snyder
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

5.0 von 5 Sternen Ein neuer Klassiker?, 16. November 2013
Swamp Thing 2 – Familiäre Fäule

Swamp Thing, erdacht von Len Wein und Bernie Whrightson, wurde in den 80ern mit Alan Moore als Autor von einer eindimensionalen Horrorfigur zu einer vielschichtigen Kreatur mit philosophischen Ansätzen.
Im Rahmen des DC Neustarts wurde nun Scott Snyder mit der Neuinterpretation des Sumpfdings beauftragt. Der Autor, der den meisten von American Vampire und Marvel Noir: Iron Man bekannt sein dürfte, ist einer der Shootingstars bei DC, und als Autor von Batman ebenfalls am Start.

Rückblick:

In Band 1 kam es zu einer Wiedergeburt: Alec Holland, der einst der Avatar des „Grün“ (also der symbolisierten Pflanzenwelt) gewesen war, wurde ins Leben zurück geholt. Eine große Gefahr bedroht die Erde, denn die „Fäule“, die sinnbildliche Verwesung und der Tod, ist erstarkt. Ein Revival erfährt auch die Liebe zwischen Swamp Thing und Abby, doch die Freude darüber ist nur von kurzer Dauer, den die Fäulnis hat Abby entführt, um sie zur Königin der Fäulnis zu machen. Abby wollte dies zwar nicht, aber die Veranlagung zur Fäulnis schlummerte schon seit Geburt in ihr...

Handlung:

Die Fäule hat die Erde in ihrem Würgegriff. Die Früchte des Feldes verdorren oder verfaulen, zombiefizierte Tiere streifen durch die Wälder, und Insektenplagen biblischen Ausmaßes regnen auf die Menschheit nieder. Tod und Verzweiflung aller Orten, und die die einzige Hoffnung ist Swamp Thing, der eine Metamorphose durchführt. So wird Alec Holland zum Kriegerkönig des Grüns, und zieht mit Flügeln und einem Geweih aus Wurzeln ausgestattet in den Kampf mitten im Herzen der Fäule. Doch die Auseinandersetzung verläuft anders als geplant. Die Fäule stellt Alec einen Gegner entgegen, den dieser nicht bekämpfen will. Es handelt sich um Abby, Alecs Geliebte, die zu einem tödlichen Monster mutiert ist...

Fazit:

Die spannende Geschichte aus Band 1 wird hier nahtlos fortgesetzt. Der Hintergrund der Geschichte, den Snyder stark an die von Alan Moores Interpretation von Swamp Thing angelegt hat, wirkt episch und nutzt viele von Moores Ideen wie z.B. das Parlament der Bäume. Sehr schön ist die Vernetzung mit der Serie Animal Man. Dieser ist Avatar des „Rot“, also der Tierwelt, und hat mit dem Angriff der Fäule ebenso viele Probleme wie Swamp Thing. Zeit also für ein Team-up der besonderen Art!
Um den Kampf zwischen Fäulnis, Rot und Grün in Szene zu setzen, haben dieses Mal eine Vielzahl von Zeichnern zum Stift gegriffen. Yanick Paquette, Marco Rudy und Victor Ibanez und viele andere bereiten der Serie durch die gegensätzlichen Welten (das Grün mit seinen vielen Blumen und Pflanzen, die Fäule mit den blutigen, verottenden Leichen) einen großartigen, erschreckenden Auftritt. Eine solche Ansammlung von zerstückelten, morbiden Kraturen ist mir bislang nur in der aktuellen Animal Man Serie unter die Augen gekommen. Viele Seiten kann man minutenlang betrachten, ohne das es in dem Mosaik aus Kadavern und Gedärm langweilig wird.
Apropos Animal Man: Man kann Swamp Thing auch ohne Animal Man lesen, aber richtig genial ist es, wenn man beide Serien ließ.
Snyders Swamp Thing ist auf dem besten Weg, ebenso ein Klassiker zu werden wie Alan Moore Interpretation des Sumpf Dings.


Der Affe von Hartlepool
Der Affe von Hartlepool
von Johann Ulrich
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

5.0 von 5 Sternen Lehrreich UND lustig, 10. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Affe von Hartlepool (Broschiert)
Der Affe von Hartlepool

Anfang des 19. Jahrhunderts hatte Europa viele Kriege erlebt. Napoleon Bonaparte war vom Feldherr zum Kaiser aufgestiegen, und hatte eine blutige Spur durch ganz Europa gezogen. Im Jahre 1814, in dem diese Geschichte spielt, hat er die Niederlage von Waterloo noch vor sich, aber die Briten hassen den Eroberer und alle Franzosen wie die Pest – egal ob sie schon mal einen gesehen haben oder nicht.
Als im Meer vor dem britischen Örtchen Hartlepool ein französisches Kriegsschiff versinkt, ist die Freude bei den Einheimischen entsprechend hoch. Und sie finden dann tatsächlich einen Überlebenden in französischer Uniform – und wer anderes würde soetwas anziehen, wenn nicht ein Franzose?
Die Realität sieht freilich anders aus. In Wirklichkeit handelt es sich um einen Schimpansen, den der ertrunkene Kapitän des Schiffes aus seiner Zeit als Sklavenhändler vor Afrika mitgebracht hatte. Der Affe war zum Maskottchen des Schiffes geworden, und zur Erheiterung der Mannschaft wurde er in eine Unform gesteckt, und zum Marschieren trainiert.
Genau das tut er nun auch, und bekommt statt Beifall von den einfältigen Dorfbewohnern eine Zelle, denn der feindliche Soldat soll vor ein Gericht kommen. Doch es gibt einen weiteren Überlebenden: der Schiffjunge wurde an den Strand gespült, und mischt sich dank seiner Kenntnisse der englischen Sprache unter die Dorfbewohner...

Fazit:
Erneut hat der Avant-Verlag aus Berlin ein Gespür für interessante Geschichten bewiesen, und der lehrreichen Geschichte im schicken Klappbroschurband einen würdigen Rahmen gegeben.

Die Geschichte vom Affen von Hartlepool beruht auf einer historischen Begebenheit. Ein solches Szenario schreit natürlich förmlich nach einer Umsetzung. Der Franzose Wilfried Lupano, der vielen von der Splitter-Serie „Alim der Gerber“ bekannt sein dürfte, hat mit einigen erzählerischen Freiheiten die Geschichte in einen Comic verwandelt und wurde dafür prompt mit der Auszeichnung „Bestes Szenario“ im Jahre 2013 vom Dossier Bande Dessinée belohnt.
Der Zeichner Jérémie Moreau zeigt dabei ein ausgesprochenes Gespür für Charakterzeichnungen, etwa wenn er den ängstlichen Affen, den aufbrausenden Bürgermeister oder den tattrigen Kriegsveteranen zeichnet. Dabei erinnert er mit seinem cartoonigen, überzeichnenden Stil an Klassiker wie etwa Baru.
Die Erzählung ist gespickt mit zahlreichen Anspielungen auf Rassismus und Vorurteile, aber erfreulicherweise nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern auf eine spaßige, unterhaltsame Art. Schon die Erkenntnis der Bewohner von Hartlepool, daß es sich bei dem stinkenden, haarigen Wesen vom Strand natürlich nur um einen Franzosen handeln könne, spricht Bände. Und die vielen Schimpfworte, die auf den Fremdling abgeschossen werden, würden selbst Käpiten Haddock rot werden lassen. Fabelhaft!
Bei all dem Spaß bleibt einem eine Sache im Hals stecken: Was, wenn die guten Bürger von Hartlepool nicht den Affen in der Unform vorgefunden hätten, sondern den Schiffjungen? Denn genau darüber gibt es eine Theorie: „Powder-Monkey“ war nicht nur eine Bezeichnung für Schiffsaffen, sondern auch auf teilweise für Schiffsjungen, und so ist man sich nicht einig, ob im Jahre 1814 ein Affe oder ein junger Franzose das Opfer von Nationalismus und schierer Dummheit wurde.

(project:equinoX)


Roland, Ritter Ungestüm 8
Roland, Ritter Ungestüm 8
von François Craenhals
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 35,00

5.0 von 5 Sternen Würdiger Abschluß der Gesamtausgabe, 10. November 2013
Roland, Ritter Ungestüm 8
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge halte ich diesen Band in den Händen. Lachend, weil mit Band 8 nun endlich das gesamte Material zu Roland erschienen ist und weinend, weil es nichts neues mehr davon gibt.

Der Verlag Cross Cult hat sich eine der schönsten, klassisch-frankobelgischen Comicserien, nämlich “Chevalier Ardent”, heraus gesucht, die unter dem deutschen Titel “Roland, Ritter Ungestüm” herausgebracht wird. Erdacht und gezeichnet wurde die Serie von dem Belgier François Craenhals (1926-2004), der auch die Serie “Die Vier” (“Les 4 As”) geschaffen hatte.
“Roland, Ritter Ungestüm” erschien von 1975-1989 bei Carlsen und Feest. Cross Cult brachte jeweils drei Abenteuer, gesammelt im schicken, großformatigen Hardcover heraus. Der Verlag hat sich dazu entschieden, dickes, raues Papier statt modernem Hochglanzpapier zu verwenden, ganz so wie in der Originalserie. Auf diese Weise wirken die Bilder sehr authentisch.

In diesem Band sind die bisher in Deutschland unveröffentlichten Kurzgeschichten „Der Feuersalamander“, „Das Geheimnis der Werwölfe“ „Der Grenzpfahl“ „Die Bestie“, „Hungersnot in Rotteck“, „Das Rätsel des Riesenhundes“, „Die Nacht des Grauens“ und „Nächtlicher Spuk“ erschienen. Diese wurden ursprünglich in diversen Taschenbüchern veröffentlicht, nun gibt es sie gesammelt und überarbeitet in diesen Band. Wer nun denkt, daß die Geschichten im Albumformat nicht wirken, täuscht sich. Durch die Überarbeitung wirken sie so, als wären sie für diese Größe erschaffen worden.
Die Kurzgeschichten haben alles, was man auch von einem Roland-Album erwarten darf. Wie immer ist der Ungestüme im Kampf für die Gerechtigkeit unterwegs, und kämpft mit Schwert, aber auch seinem detektivischen Verstand gegen das Böse. Die Geschichten spielen allerdings alle in Rotteck oder der Umgebung, nicht in den fernen Ländern, die Roland in den späteren Alben besucht hat.
Für mich das passendste Szenario für den Ritter, egal, ob er gegen Räuber und Wucherer, Gespenster oder Vorurteile kämpfen muß. Trotzdem bleibt Roland zu jeder Zeit ein freundlicher, gerechter Herrscher, der sich für seine Untertanen einsetzt.
Sehr gelungen ist auch die Geschichte, in der Rolands Vater aus seiner Jugend berichtet. Da fiel der Apfel nicht weit vom Stamm. Und ein Markenzeichen darf in keiner Geschichte fehlen: Rolands Wut!

Fazit:
Craenhals ist nicht nur ein großartiger Zeichner, sondern ebenfalls ein sehr kreativer Erzähler Jede Geschichte ist optisch und erzählerisch ein Unikat. Man sollt ja meinen, daß irgendwann jede Thematik in einer Ritterserie behandelt wurde, aber Craenhals schaffte es immer wieder, neue und spannende Ideen einzubringen.
Die Ausgabe ist mit 190 Seiten etwas dicker als gewohnt, was den leicht angestiegenen Preis erklärt.

Im Anhang gibt es wie gewohnt ausführliches Bonusmaterial. Eine komplette Bibliographie der Erscheinung (Original und in Deutschland), diverse Cover, ein großes Poster mit einer Karte und Einträgen in allen Ländern, in die Rolands Abenteuer geführt haben, sowie die gekürzte Fassung der Erzählung „Der Teufel im Tal“ lassen das Herz des Komplettisten höher schlagen.
„Roland, Ritter Ungestüm“ ist eine Reihe, die in keiner frankobelgischen Sammlung fehlen sollte. Kaum eien andere Integralausgabe ist so liebevoll gemacht.

(project:equinoX)


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