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Aristoteles (Athen im antiken Griechenland)

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Ich ist nicht Gehirn: Philosophie des Geistes für das 21. Jahrhundert
Ich ist nicht Gehirn: Philosophie des Geistes für das 21. Jahrhundert
von Markus Gabriel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

82 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Durchaus unterhaltsam - aber inhaltlich enttäuschend, 14. Dezember 2015
In Zeiten, in denen neurowissenschaftliche und evolutionsbiologische Erkenntnisse unser Selbstbild mehr und mehr infrage stellen, ist Philosophie des Geistes ebenso unerlässlich wie eine öffentliche Debatte. Daher mag ich im Prinzip populärwissenschaftliche Veröffentlichungen wie „Ich ist nicht Gehirn“ von Markus Gabriel.
Die Lektüre hinterlässt mich arg zwiegespalten: Gabriels Stärke ist es, schwierige Sachverhalte knackig und unterhaltsam zu präsentieren. Das Buch liest sich flüssig und schnell. Aber genau da fangen die Probleme an. Drei Kritikpunkte möchte ich ausführlicher skizzieren:

1. Gabriel verwendet viele Seiten darauf, Positionen zu entkräften, die niemand ernstzunehmend vertritt.
„Die Grundidee des Neurozentrismus lautet, ein geistiges Lebewesen zu sein, bestehe in nichts weiterem als dem Vorhandensein eines geeigneten Gehirns“ (21), schreibt Gabriel. Ich meine, mich in dem Diskurs halbwegs gut auszukennen, habe aber noch nie gehört, dass irgendjemand so etwas wirklich denkt. Selbst Reduktionisten wie Roth oder Metzinger gehen selbstverständlich davon aus, dass ein Gehirn allein keine Person ausmacht, sondern soziokulturelle Umwelteinflüsse genauso notwendig sind. Den offenbar von Gabriel erfundenen "Neurozentrismus" zu widerlegen, ist keine Kunst.

2. Ärgerlich finde ich, dass Gabriel gegenerische Positionen verkürzend und zuweilen überheblich abhandelt.
a) Gabriel paraphrasiert ein Zitat des Nobelpreisträgers Eric Kandel, der wiederum Kant paraphrasiert. Anschließend konstatiert Gabriel: „Was Kandel hier über Kant schreibt, ist so, als ob ein Philosoph über Chemie schreiben würde und dabei H20 und C02 verwechselte, weil beide doch so ähnlich aussehen“ (91). Ohne Kants Originalzitat zu kennen, sehe ich überhaupt keinen Grund für diese Polemik: Texte bieten nun einmal einen größeren Interpretationsspielraum als chemische Formeln. Ein höflicher Hinweis auf die Fragwürdigkeit von Kandels Position hätte es auch getan.

b) Thomas Metzingers einflussreicher These, das Ich sei nur eine Simulation und gäbe es daher nicht, entgegnet Gabriel, eine Simulation sei doch schließlich auch real (203). Aber nichts anderes sagt Metzinger. Gabriel übersieht, dass dieser (z.B. in seinem Buch "Der Ego-Tunnel") seine These natürlich medienwirksam ausdrückt: Wenn Metzinger behauptet, das „Ich“ gäbe es nicht, meint er damit, dass es keine eigenständige Ich-Substanz gibt, sondern ein Bild, das sich der Körper von sich selbst macht. Dieses Selbstbild existiert fraglos. Ich erinnere daran, dass Gabriel selbst ein Buch mit dem Titel „Warum es die Welt nicht gibt“ geschrieben hat. Eine solche These ist verkaufsfördernd, da sie intuitiv zum Widerspruch anregt. Aber ganz so leicht ist die Widerlegung weder bei Gabriel, noch bei Metzinger. In den Büchern selbst steht immerhin auch noch etwas.

c) Ganz besonders ungern hat Gabriel den Biologen und Religionskritiker Richard Dawkins. Diesem unterstellt er, dass dieser sich ein anachronistisches und theologisch unfundiertes Religionsbild zurechtzimmere, um es dann genüsslich zu zerlegen (vgl. 94). Das Gegenteil ist der Fall: Dawkins kritisiert gerade die Leute, die heute noch ein solches anachronistisches Gottesbild vertreten. Und die sind – gerade in Amerika, wo der Kreationismus nach wie vor populär ist – erschreckend zahlreich. Dawkins' Klassiker „Das egoistische Gen“ (1975), in dem dieser erklärt, warum uns das Wohlergehen naher Verwandten mehr am Herzen liegt als das von Fremden, meint Gabriel rasch mit einer Geschichte aus dem SPIEGEL zu entkräften. Hier ordnet ein Arzt das Wohl seiner vom IS bedrohten Stadt dem seiner Familie über. Es ist zwar schon eine Weile her, dass ich „Das egoistische Gen“ gelesen habe, aber mir ist deutlich in Erinnerung geblieben, dass Dawkins darin erklärt, wie in manchen Fällen der Wunsch nach Anerkennung und Glück in einer Gemeinschaft den nach dem Verwandtschaftswohl übertrumpfen kann.

3. Last but not least: Gabriels naturwissenschaftliches Verständnis weist einige Lücken auf. Für einen Philosophen des Geistes heutzutage kein gutes Zeichen: Nicht nur ordnet Gabriel Neuronen dem Teilchenmodell zu (vgl. 228 – ich hoffe, ich habe das missverstanden). Er behauptet auch, „Naturgesetze beschreiben nicht, was in jedem Augenblick in der Natur geschieht oder geschehen muss, sondern sie beschreiben idealisierte Bedingungen“ (269). Wenn das wahr ist, steige ich niemals wieder in ein Flugzeug!

Nun - Gabriel hat auch gute Argumente anzubieten, und er scheut nicht die Kontroverse. Da es um nichts weniger als unser Selbstbild geht, sind mir Lehnstuhlakademiker, die vielleicht über Gabriels allgemeinverständlichen Schreibstil schmunzeln, auch nicht lieber. Das möchte ich an dieser Stelle klar betonen. Im 21. Jahrhundert brauchen wir eine öffentliche Philosophie des Geistes, die zwischen Neurowissenschaft und Alltagsphänomenologie zu vermitteln weiß. Aber diese sollte 1. fair und ehrlich gewichten, 2. Gegenpositionen, auch wenn sie unbequem sind, ernst nehmen und 3. interdisziplinär gut informiert sein. "Ich ist nicht Gehirn" leistet das leider nur mit großen Abstrichen.
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 15, 2016 9:08 AM MEST


Die drei ??? Das Kabinett des Zauberers
Die drei ??? Das Kabinett des Zauberers
von André Marx
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 8,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kurzweilig und amüsant, 10. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das neue Drei ???-Abenteuer von Andre Marx ist wie immer stilistisch gut lesbar und bietet reichlich Potenzial zum Schmunzeln. Die Dialoge zwischen Justus, Peter und Bob gelingen Marx mittlerweile blendend - seine bald 20-jährige Erfahrung als Drei ???-Autor zahlt sich hier aus. Was die Story anbelangt, werden einmal mehr klassische Handlungselemente mit einer frischen Idee (die drei ??? suchen einen Magier) vermengt. Auch wenn Marx die ein oder andere überraschende Wendung "aus dem Hut zaubert", hält er sich diesmal allerdings an ein recht serientypisches Handlungsschema und arbeitet mit vergleichsweise wenigen Charakteren. Gut gelungen finde ich in diesem Band die Rocky-Beach-Darstellung. Während das fiktive Küstenstädtchen in anderen Romanen durch neue Schauplätze wie Opernhäuser und hastig erzählte Schrottplatzszenen unkenntlich wird (oder die Detektive gleich ganz woanders hin reisen), schafft Marx durch gekonnte Beschreibungen ein angenehmes, zeitloses Klassiker-Feeling der Drei ???-Heimat. Kritisch sehe ich wie bereits von anderen Rezensenten erwähnt die Darstellung Inspektor Cottas. Prinzipiell ist es nicht schlecht, dass dessen Charakter ein wenig geschärft wird und er seinem Status als Autoritätsperson für die Drei ??? gerecht wird. Seine schlechte Laune erscheint jedoch unbegründet - Am Anfang des Buches schnauzt er die Drei ??? an, weil sie den verschwundenen Zauberer in dessen Wohnung suchen. Dieser hätte sich dort aber theoretisch in einer Notlage befinden können. Vor allem im Vergleich zu vorhergegangenen Darstellungen in der Serie wirkt Cottas extremes Verhalten inkonsistent.

"Das Kabinett des Zauberers" ist alles in allem ein gut lesbarer, auch zum Vorlesen wegen mehrerer witziger Szenen gut geeigneter Roman. Dass er für Marxsche Verhältnisse eher durchschnittlich ist, spricht im Grunde nur für die allgemein hohe Qualität seines Drei ???-Outputs. Im allgemeinen Kontext der heutigen Drei ???-Veröffentlichungen wäre dieses Buch mutmaßlich sogar höher zu bewerten, da fehlt mir allerdings der Überblick.

Amüsant am Rande: Die treffende Kapitelüberschrift "Unsichtbar und trotzdem da" ist dem Titel einer Kinderbuchserie des Schriftstellers Boris Pfeiffer entlehnt. Dieser erfand und schrieb gemeinsam mit Marx "Das wilde Pack" (2007-2012).


Hand.Cannot.Erase (Limited Edition)
Hand.Cannot.Erase (Limited Edition)
Wird angeboten von rockmusikfreak
Preis: EUR 14,99

17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Magischer Klangkosmos, 2. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie lange würde es dauern, bis dich jemand findet, wenn du allein leben und tot in deiner Wohnung liegen würdest? Das ist die unangenehme Frage, die einem unwillkürlich durch den Kopf geht, wenn man sich mit der Story hinter "Hand.Cannot.Erase" auseinandersetzt. Das Konzeptalbum basiert auf der wahren Geschichte einer jungen Frau, die tatsächlich fast drei Jahre lang unbemerkt in ihrem Londoner Apartment lag. Viel Gutes ist hier bereits zu dem Album geschrieben worden, daher werde ich meine Eindrücke knapp schildern. Beim ersten Hören hat mich das Album nicht so umgehauen, wie vor zwei Jahren Wilsons "Raven". Das 66-minütige Potpourri, das sich jeder Genre-Zuweisung konsequent entzieht (Pop? Rock? Metal? Electro?) ist gar nicht so leicht zu erfassen. Als ich mir das Album dann aber noch einmal nachts mit Kopfhörern und Booklet in den Händen zu Gemüte führte, entfaltete es seine volle Wirkung und ließ mich überwältigt zurück. "Hand.Cannot.Erase" funktioniert eigentlich nur am Stück, als musikalische Entdeckungsreise und emotionale Achterbahn. "Routine" und "Ancestral" sind dabei für mich die Highlights, wunderbar arrangierte und konzipierte Progepen, die im Kontext sogar noch wirkungsvoller sind. Selbst der Titeltrack, ein vergleichsweise unspektakulärer Popsong und "Home Invasion", das wie ein Medley aus "Deadwing"-Songs klingt, fügen sich homogen ins Gesamtbild ein. "Hand.Cannot.Erase" erinnert so betrachtet mehr an ein Gemälde (die Protagonistin ist nicht umsonst Malerin) als an eine Kollektion von Songs.
Hervorheben möchte ich noch "Perfect Life", eine faszinierend nostalgische Electronica-Komposition sowie das abgedrehte Instrumental "Regret No.9", das mit Soli von Adam Holzman und Guthrie Govan aufwartet und auf jedem Prog-Konzeptalbum der vergangenen Jahrzehnte eine gute Figur abgegeben hätte.
Aber was auch immer man von der Musik halten mag, darf Wilsons Leistung als Produzent nicht außer Acht gelassen werden. Kaum ein Album, das ich bisher gehört habe, klingt unter Kopfhörern so kristallklar und zerbrechlich schön wie "Hand.Cannot.Erase". Als Mixer und Klangkünstler hat Wilson hier einen weiteren Höhepunkt seiner (ohnehin beeindruckenden) Karriere erreicht. Seit einiger Zeit höre ich "Hand.Cannot.Erase" in Dauerschleife und der emotionale Effekt, den dieses Album auf mich ausübt, lässt nicht ansatzweise nach. Die Details habe ich noch lange nicht erschlossen. Und beim rhythmischen Kopfnicken zu den ersten Takten von "Home Invasion" versage ich nach wie vor :-)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 2, 2015 9:07 PM CET


Großer Hundehaufen
Großer Hundehaufen
Wird angeboten von schmelterland Versand 1-2 Tage bundesweit Versand aus DEUTSCHLAND
Preis: EUR 3,48

3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nicht echt, 25. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Großer Hundehaufen (Spielzeug)
Eine kleine Warnung an alle Kunden, die wie ich nach echtem Hundekot gesucht haben: Es handelt sich um ein Plastikimitat. Jetzt muss ich wohl weiter nach einer Seite suchen, die mir einen echten großen Hundehaufen anbieten kann. Und nein, fragen Sie nicht.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 26, 2015 5:00 PM CET


Der Name der Rose
Der Name der Rose
von Umberto Eco
  Sondereinband
Preis: EUR 11,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein besserer Eindruck als nach dem Film, 24. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Der Name der Rose (Sondereinband)
Mein erster Kontakt mit dem "Namen der Rose", der Geschichte vom "Spurensucher und Zeichendeuter" William von Baskerville, der in einer mittelalterlichen Abtei eine Mordserie aufzuklären versucht, stammt noch aus Kindheitstagen. Damals, als glühender James Bond-Fan, sah ich mir wegen Sean Connery die gleichnamige Verfilmung im Fernsehen an - und war ein bisschen schockiert: Die Atmosphäre war schrecklich düster, die Mönchsleichen entsetzlich gruselig und Sean Connery, mit Kutte und ergrautem Bart, erinnerte nur noch entfernt an den Superagenten vergangener Tage. Nun, so wie auch Adson von Melk viele Jahre später die Erinnerungen seiner turbulenten Novizenzeit bei William rekapituliert, habe ich nun endlich auch das hochgelobte Buch von Umberto Eco gelesen, das heißt: verschlungen. Das Panorama, das Eco auf knapp 700 Seiten entfaltet, lässt den Leser wirklich in die abgründige Welt hinter dem Klosteridyll herabsinken. Aber neben der (an Agatha Christie erinnernden) Mordserie und der Frage nach der Täterschaft steckt noch soviel mehr in diesem Werk: Theologische Dispute, kunsthistorische Querverweise und die große Liebe lässt Eco wie selbstverständlich in die Handlung mit einfließen. Und wer sich mit Ecos zeichentheoretischem Werk beschäftigt hat, entdeckt noch eine ganze Menge mehr.
"Der Name der Rose" hat mich auf jeder Seite gefesselt, obwohl ich die Auflösung kurz zuvor bereits erahnte. Womöglich eine unterbewusst gespeicherte Erinnerung an den Film aus der Kindheit, aber ich habe auch ein bisschen Spaß daran, mir einzubilden, dass ich wie einstweilen William von Baskerville die Spuren zu lesen vermochte.


Substrata
Substrata

5.0 von 5 Sternen Ein Album der leisen Töne, 15. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Substrata (Audio CD)
Vorneweg: "Substrata" gilt völlig zurecht als Meilenstein der Ambient-Elektronik. Mit reduzierten, minimalistischen Melodiefolgen über sphärischen Klangflächen erschafft der Künstler Geir Jenssen auf gut 45 Minuten einen hypnotischen Sog. "Substrata" ist ein Album, das seine Wirkung bestmöglich entfaltet, wenn man es mit geschlossenen Augen in voller Länge über Kopfhörer wahrnimmt. Schon fliegt man über eine unendlich weite Landschaft aus Bäumen, Schnee und Eis. Tautropfen lösen sich langsam vom Geäst. Vor dem inneren Auge tut sich eine Landschaft auf, die ebenso kalt und abwesend wie fragil und atemberaubend ist. Substrata ist ein musikalischer Ausflug in eine lebensferne Wirklich und mittlerweile zu einem meiner Lieblingsalben herangereift - "the things I tell you will not be wrong".


Die drei ??? Der Geist des Goldgräbers
Die drei ??? Der Geist des Goldgräbers
von André Marx
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 8,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bei Nacht in der Wüste, 30. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Der Geist des Goldgräbers" ist auf den ersten Blick eine Drei ???-Folge nach ganz klassischer Machart: Man nehme einen atmosphärischen Schauplatz (Das Death Valley, größtenteils bei Nacht), ein prunkvolles Anwesen, skurrile Figuren (Der merkwürdige Dusty oder der leicht reizbare Mr. Sobek) und ein gespenstisches Phänomen, das die Klientin der drei Detektive in Angst und Schrecken versetzt. Dieses Rezept kennt man von den Klassikern und findet es auch bei neueren Folgen, zum Beispiel in "Dämon der Rache" von Hendrik Buchna.
Was Marx aus dem Plot herausholt, ist aber wie bei "Die Spur des Spielers" großartig. Gekonnt werden falsche Fährten und Hinweise gestreut, die drei Detektive interagieren gewitzt und am Ende wird alles überraschend und dennoch stringent aufgelöst. Die Atmosphäre des Romans ist spürbar und es ist fast schon schade, dass das Buch nicht mehr Seiten hat, auf denen Marx seine vorzüglichen Beschreibungen etwas mehr entfalten kann. So ist der Handlungsverlauf an einigen Stellen sehr hektisch, es kommt Schlag auf Schlag, was aber natürlich der Spannung zugute kommt.
Erwähnenswert auch: Der Cliffhanger am Ende von Kapitel 4. Wer da nicht umblättert, muss wirklich Stahlnerven haben.
Auflockernd wirken zu guter letzt die Meta-Anspielungen für Serienkenner:

"Ach Peter, du bist so schön berechenbar!", meinte Justus.
"Jaja, macht euch nur immer schön lustig über mich und meine Ängstlichkeit. Das ist ja auch beim hundertsten Mal immer noch wahnsinnig komisch." (S. 9)

Tja, ist es wirklich :) Zumindest, wenn die altbewährten Serienelemente so gekonnt eingesetzt und verfremdet werden wie hier. "Der Geist des Goldgräbers" weiß von der ersten bis zur letzten Seite zu unterhalten - und mehr will ich ja auch gar nicht von einem Drei ???-Buch.


Die drei ??? Schattenwelt
Die drei ??? Schattenwelt
von Kari Erlhoff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Uni voller Geheimnisse, 18. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die drei ??? Schattenwelt (Gebundene Ausgabe)
Die erste Besonderheit von "Schattenwelt", dem 175. Fall der drei Detektive, fällt schon auf, bevor die eigentliche Handlung beginnt: Erstmals wurde ein Fall von drei Autoren zugleich geschrieben. Dittert, Erlhoff und Buchna übernahmen je die Arbeit an einem Band und konzipierten den komplexen Dreiteiler gemeinsam.

Zur Handlung: Justus, Peter und Bob nutzen das Ende der Ferien, um an der nahegelegenen Uni Ruxton ins Studentenleben hineinzuschnuppern. Das erwartet sie dort prompt mit allem drum und dran: Partys, nervige Mitbewohner, spannende und langweilige Dozenten usw. Doch als nicht nur einige Kommilitonen, sondern auch Bobs Vater anfängt, sich höchst seltsam zu verhalten, wittern die Drei ??? einen neuen Fall. Bald schon stellen sie fest, dass die oberflächlich heile Uni-Welt von Ruxton das ein oder andere dunkle Geheimnis verbirgt...

Den drei Autoren ist mit "Schattenwelt" ein absolut spannendes Werk gelungen. Nach einer noch recht unspektakulären Einleitung, in der sich die drei Detektive schrecklich langweilen, zeigt sich an der Uni, dass die Autoren ihr Handwerk beherrschen. An diesem spannenden Schauplatz entwickelt sich nach und nach all das, was man von einem guten Drei ???-Roman erwartet: Skurrile Nebencharaktere, hinterhältige Schurken, ein bisschen Grusel-Stimmung, Geheimnisse und falsche Fährten - all das gepaart mit einer gut dosierten Prise Humor, denn einiges an der Uni läuft gänzlich anders ab, als sich unsere drei Detektive das erhofft hatten. Das hervorragend designte, atmosphärische Cover verspricht also nicht zu viel.

Ein paar kleine "Schattenseiten" gibt es dennoch: Für meinen Geschmack wird etwas zu sehr mit Studenten-Klischees gearbeitet. Mitunter hat man das Gefühl, die Autoren haben nach Liste alles abgeklappert, was ihnen zum Thema "Leben an der Uni" eingefallen ist. Bei ihren Ermittlungen hilft den drei ??? zudem zu häufig der Zufall. Die hohe Anzahl an ungeplanten Begegnungen auf einem großen Campus ist hier schon etwas unglaubwürdig. Einen kleinen Logikfehler gibt es auch: So sitzt eine Studentin mit einer auffallenden Eigenschaft erst in Peters Kurs und später bei Justus.

Das kann den positiven Gesamteindruck allerdings nicht merklich trüben. "Schattenwelt" ist ein absolut geglücktes Experiment, bei dem sich alle drei Autoren auch stilistisch von ihrer besten Seite präsentieren. Das Konzept des Romans, z.B. dass auf die Überführung von Gegnern stets noch gefährlichere Schurken folgen, ist ebenfalls in höchstem Maße unterhaltsam.
Wenngleich die pure Dramatik von Band 125 ("Feuermond") unerreicht bleibt, ist "Schattenwelt" ein absolut lesenswertes Drei ???-Abenteuer.
Ich frage mich allerdings immer noch, ob die Erlebnisse in Ruxton die drei ??? nun dazu verleiten, tatsächlich später einmal dort zu studieren - ganz ungeachtet des akademischen Aspekts scheint die Uni ganz nach ihrem Geschmack zu sein...


Pale Green Ghosts
Pale Green Ghosts
Preis: EUR 12,49

5.0 von 5 Sternen Neuentdeckung des Jahres, 23. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pale Green Ghosts (Audio CD)
Eher zufällig stieß ich im Sommer letzten Jahres auf das Video zum Titeltrack "Pale Green Ghosts" vom aktuellen Album des mir unbekannten John Grant. Die Atmosphäre aus kühlen Synthies, gepaart mit Streichern und der faszinierenden Stimme Grants - und letztlich die guten Kritiken - bewogen mich zum Kauf des Albums. Es war eine gute Entscheidung. Denn John Grant dürfte einer der interessantesten Künstler sein, die in den letzten Jahren neu in mein Blickfeld gerieten.

In seinen Songtexten offenbart Grant mitunter erschreckend ehrlich sein Seelenleben, so singt er in "Ernest Borgnine" über seine HIV-Erkrankung, während "It doesn't matter to him" die schmerzliche Ablehung durch eine geliebte Person thematisiert und "Glacier" von seinen Erfahrungen als homosexueller Jugendlicher in einem konservativen Elternhaus inspiriert ist. Auch "böse Wörter" werden dabei nicht ausgespart. Allerdings versinkt Grant keineswegs in Selbstmitleid, sondern beobachtet sich selbstironisch ("I am usually only waiting for you to stop talking, so that I can", aus "GMF"). Die Emotionalität des Albums verdichtet sich zum Ende in einer positiven Botschaft: "This pain, it is a glacier moving through you. It's carving out deep valleys, and creating spectacular landscapes", aus dem wunderschönen "Glacier".

Musikalisch ist die CD sehr abwechslungsreich. Neben einer ganzen Palette elektronischer Effekte sind hier auch einige wunderschöne Gitarren - und Pianoarrangements zu hören. "Pale Green Ghosts" ist insofern ein ungewöhnlicher Hybrid aus Electro/Dance Music und Singer-Songwriter-Perlen; ein Album, dass man sich ebenso gut in Clubs vorstellen kann wie nachts am Lagerfeuer. Highlights sind neben dem grandiosen, bereits angesprochenen Titeltrack das hypnotische "Vietnam", das tieftraurige "Why don't you love me anymore?" (ein Duett mit Sinead O'Connor) und das abschließende "Glacier", in dem Grant seine Qualitäten als Sänger und Lyriker einmal mehr eindrucksvoll präsentiert. Die Refrains des Albums setzen sich nach mehreren Hördurchgängen fest und man ertappt sich dabei, wie man immer mal wieder leise den Chorus der Single "GMF" (hierzu gibt es auch ein fantastisches Musikvideo) oder den Gassenhauer "I hate this town" pfeift oder singt.

Für mich ist John Grant die Entdeckung des vergangenen Jahres, und ich freue mich bereits darauf, ihn im März live in Berlin zu erleben. Wer glaubt, dass Synth-Pop-Musik anno 2014 oberflächlich und langweilig sein muss, der wird sich vielleicht von dieser Platte eines besseren belehren lassen :)


Blackfield IV (Limited)
Blackfield IV (Limited)
Wird angeboten von hardliner-music
Preis: EUR 15,65

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Blackfield erfinden sich neu, 4. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Blackfield IV (Limited) (Audio CD)
Das vierte gemeinsame Album von Aviv Geffen und Steven Wilson vereint auf den ersten Blick all die Markenzeichen, die man von der Kollaboration erwartet: Wunderschöne Melodien, eingängige Refrains und eine sanft melancholische Grundstimmung.
Beschäftigt man sich dann aber eingehender mit "IV", fallen doch einige Unterschiede zu den vorhergehenden Alben auf. Zunächst wäre da die gesangliche Vielfalt:
Gleich drei Gastvokalisten sind hier vertreten und unterstützen Geffen und Wilson. Letzterer übernimmt nur auf einem Song ("Jupiter") die Lead Vocals, ist aber als Gitarrist, Background-Sänger und Mischer dennoch präsent.
Die einzelnen Songs unterscheiden sich untereinander deutlicher als zuvor: "Springtime" mit seinen wogenden Streichern klingt wie aus einem alten Disney-Film, "Jupiter" hat 70er Jahre-Flair, "Kissed by the Devil" startet abrupt mit einem rockigen Riff und "After the Rain" baut gar auf elektronischen Drum-Samples auf.

Bedauernswert ist die Spielzeit des Albums (knapp 32 Minuten). Kaum ist mit dem hoch emotionalen "Faking" das Highlight von "IV" verklungen, ist die CD schon wieder vorbei. Dabei hätte man gerade aus dem abschließenden "After the Rain" und "The Only fool is me", die beide nichtmal zwei Minuten lang sind, soviel mehr machen können.
Auch die angesprochene Stil-Vielfalt ist an sich zu begrüßen, sie schadet aber bei der Kürze der meisten Songs dem Fluss und der Homogenität des Albums.

Ich halte "IV" dennoch für ein absolut gelungenes Album, das dem nach "Welcome to my DNA" zu befürchtenden musikalischen Stillstand des Projekts entgegen wirkt.
Zusammenfassend: Wem wunderschöne, orchestrierte Pop-Balladen gefallen, der wird auch "IV" mögen. Die schmerzlich-zerbrechliche Stimmung, die insbesondere das erste Album vermittelte, weicht hier allerdings einer leichteren, positiveren Atmosphäre.
Ich hoffe auf weitere Blackfield-Alben... am besten mit längerer Spielzeit und, jetzt komme ich doch nicht umhin es zu sagen, mehr Gesang und Kompositionen von Steven Wilson.


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