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Rezensionen verfasst von
Stephan Teuber, Loquenz Unternehmensberatung GmbH "Stephan Teuber" (Leinfelden-Echterdingen)

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Action Learning: Workbook mit Praxistipps, Anleitungen und Hintergrundwissen für Trainer, Berater und Facilitators
Action Learning: Workbook mit Praxistipps, Anleitungen und Hintergrundwissen für Trainer, Berater und Facilitators
von Bernhard Hauser
  Broschiert
Preis: EUR 49,90

5.0 von 5 Sternen Lernen als Hinterfragen eines Problems, 24. Oktober 2014
Hauser verspricht ein Workbook mit Praxistipps, Anleitungen und Hintergrundwissen. Diesen Anspruch erfüllt er durchweg.

Action Learning ist als eine pragmatische Methode entstanden, „um mit ansonsten unlösbaren oder 'boshaften' Problemen (Wicked Problems) umzugehen“ (S. 13). Im ersten Drittel lässt Hauser genügend Raum, um die Philosophie des Action Learning ausführlich und doch gut verständlich darzustellen. Wichtig scheint mir v.a. die Passung mit der vorhandenen Unternehmenskultur zu sein. Für Action Learning ist eine Kultur des Hinterfragens und Überprüfens die Voraussetzung. Ist diese nicht gegeben, ist ein solches Konzept von vornherein zum Scheitern verurteilt. Die 20 grundlegenden Annahmen des Begründers Reginald Revans auf den Seiten 62-64 machen dies eindrücklich deutlich. Action Learning ist ein erfahrungsorientierter Lernansatz – und auch Scheitern gehört z.B. zu einer der wichtigen Lernerfahrungen.

Im zweiten Abschnitt seines Buches – mit Aktion betitelt – kommt Hauser auf Anwendungsfelder von Aktion Learning zu sprechen. Anhand von kurzen Falldarstellungen und begleitet von Interviews mit den handelnden Personen stellt er diese Anwendungsfelder plastisch dar. Doch Achtung: Als Kochrezepte sollten diese nicht verstanden werden, eher als Beispiele im Sinn von good practise!

Im dritten Drittel steht die Lernpsychologie im Vordergrund. Hier kommt die wirtschaftspsychologische Kompetenz des Autors zur vollen Entfaltung. Unter der Kapitelüberschrift „Die Kraft der Fragen“ wird deutlich, warum Fragen stellen so wichtig ist, warum Lösungsvorschläge oft nicht helfen und wie Fragen und das Einbringen weiterer Perspektiven von Personen, die nicht direkt im Problem verhaftet sind, die Selbstreflexion der verantwortlichen Experten ungemein anfeuern. Konsequent ist dann auch Hausers Appell: „Keine Angst vor Krisen“ (S. 184).

Was das Buch abrundet, sind sowohl die Hinweise auf weitere Quellen im Internet, als auch die Möglichkeit, die Checklisten downloaden zu können. Insbesondere die Tipps rings um das Themenfeld „SAGA“ und „reflekting team“ waren inspirierend – doch lesen Sie einfach selbst.


Das Scrum-Prinzip: Agile Organisationen aufbauen und gestalten
Das Scrum-Prinzip: Agile Organisationen aufbauen und gestalten
von Boris Gloger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles Wissenswerte rings um die agile Organisation, 17. Oktober 2014
Gleich zu Beginn stellen Gloger und Margetich – beide erfahrene Berater zum Thema Scrum – die Fragen, die uns alle zum Thema Einführung von agilen Organisationen bewegen:

•Wo beginnt man eine Reise ins Ungewisse?
•Wie wird sie verlaufen?
•An welchen Zwischenstationen werden wir anhalten müssen?
•Wie werden sich die Menschen in unserer Reisegruppe verhalten?
•Werden alle mitmachen?
•Wird es Streit geben?
•„Wie sollen wir mit Unsicherheiten umgehen und wie kann ich als Reiseführer die Gruppe zusammenhalten?“ (S. XIII)

Bereits dieser erste Absatz des Buches zeigt, dass die Autoren um die Problematik der Frage, wie man agile Organisationen einführt, aufbaut und ausgestaltet, wissen. Auf knapp 300 Seiten gelingt es ihnen vorbildlich, den Leser auf eine solche Reise vorzubereiten bzw. ihn bei der Reise zu begleiten.

Im ersten Teil, führen sie den Leser Stück für Stück zu Thema Scrum hin, um im zweiten Teil das aktuelle Verständnis von Scrum voll zu entfalten. Diese beiden ersten Teile bilden eine gute strukturierte und ausführlich genug detaillierte Einführung ins Thema.

Für mich wurde es im dritten Teil so richtig spannend. Hier wird sozusagen der Blick auf die Details in der Umsetzung geworfen. Zwei Beispiele dazu:

1.Die Autoren greifen die gängigen Hintergrundfolien zum Thema Change Management (Lernen am Widerstand, Rivkin, Satir) auf und entfalten diese am Beispiel von KUKA. Das Detail der Springboard-Story nach Denning (S. 136) lässt dabei die Hoffnung aufkommen, dass solch ein Vorgehen doch leichter sein mag, als es immer wieder von Beraterkollegen/-innen dargestellt wird.

2.Die Arbeiten von David Rock (S. 194ff), der mit dem Blick der Gehirnphysiologie fünf grundlegende Bedürfnisse des Menschen identifiziert hat. Angelehnt an ihn erarbeiten die Autoren Regeln, die bei der notwendigen Veränderungen die Chance auf Akzeptanz durch die Mitarbeiter/-innen erhöhen:
•Statusverluste vermeiden
•Dem Bedürfnis nach Sicherheit/Gewissheit durch Orientierung Rechnung tragen
•Den Entscheidungsspielraum möglichst weit und klar definiert handhaben
•Verbundenheit mit der Sache und/oder den Menschen schaffen
•Klare Regeln und transparente Einhaltung
Anhand von Beispielen aus dem Scrum-Alltag werden diese Regeln äußerst lebendig und zum Nachahmen greifbar.

Das Kapitel 10 „Anleitung für die agile Organisation“ hält was es verspricht. Auf 30 Seiten, die auch als Checkliste für die Einführung von Scrum dienen können, wird ein bewährter Fahrplan inklusive der Warnung vor Fallstricken dargestellt. Der abschließende Epilog macht nochmals auf die wesentlichen Punkte in der Rolle des Managers als Gestalter aufmerksam.

Für mich haben sich die Erwartungen an Hintergrundwissen und Handlungsempfehlungen zu Scrum mit dem vorliegenden Werk übererfüllt. Einen Glückwunsch an die Autoren!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 22, 2014 11:45 AM MEST


Vertrauen. Ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität.
Vertrauen. Ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität.
von Niklas Luhmann
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Vertrauen - auf den Grund gegangen, 14. Oktober 2014
In meiner Beratungsarbeit in Firmen und Organisationen wird das Thema Vertrauen immer wieder angemahnt, vermisst, eingefordert und bei Nicht-Einhaltung der Versuch der Sanktionierung gestartet. Das Wort „Vertrauen“ und vor allem mangelndes bzw. enttäuschtes Vertrauen wird so häufig in den Mund genommen, dass es sich lohnt, diesem Begriff auf den Grund zu gehen – und genau diesen Weg geht Niklas Luhmann!

Seine Grundthese: Vertrauen ist ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität. Also nichts, das mit Moralin zu tun hat, sondern schlichtweg eine Erfordernis des sozialen Miteinanders.

Da in unserem Alltag immer sofort auf der Ebene der Moral wahrgenommen und verhandelt wird, tut Luhmanns rein soziologische Perspektive dem Thema unheimlich gut. Z.B. in Kapitel 10 „Vertrauen und Mißtrauen“: „Auch Mißtrauen leistet somit Vereinfachung, oft drastische Vereinfachung. Wer mißtraut, braucht mehr Informationen und verengt zugleich die Informationen, auf die zu stützen er sich getraut. Er wird von weniger Informationen stärker abhängig. Damit gewinnt die Möglichkeit, ihn zu täuschen, wiederum an Berechenbarkeit“ (S. 93). Man könnte sagen, Vertrauen lohnt sich, zumindest unter der Fragestellung, wie schwer oder einfach will ich mir das soziale Miteinander gestalten? Und damit natürlich die Frage: Wie schwer will ich mir das Miteinander im Betrieb oder Unternehmen gestalten?

In ähnlicher soziologischer Konsequenz wirft Luhmann mit diesem kleinen Band den Blick auf weitere Facetten, die Vertrauen berühren. Für mich ein Klassiker der Soziologie, der sich lohnt, immer wieder zur Hand genommen zu werden.


Basis-Bibliothek für Seminare und Trainings (Beltz Weiterbildung)
Basis-Bibliothek für Seminare und Trainings (Beltz Weiterbildung)
von Ulrich Lipp
  Taschenbuch
Preis: EUR 68,00

5.0 von 5 Sternen Gut versorgt für den Einstieg ins Trainings- und Seminargeschäft, 19. September 2014
Die Werbung für die Basis-Bibliothek verspricht: „Die Autoren geben Einblick in die Grundlagen des Trainingsgeschäfts“ – das gelingt ihnen, allerdings auf unterschiedlichem Niveau.

Mein persönliches Highlight ist der Band von Ulrich Lipp „100 Tipps für Training und Seminar“. Die 100 Tipps sind deutlich untertrieben. Man merkt dem Band seine jahrzehntelange Erfahrung als Trainer und Seminarleiter an. Insbesondere der Blick Richtung anderer Kulturen ist äußerst bereichernd. Dass er dabei etwas ausführlich auf seine Erfahrungen in Fernost oder Afrika eingeht, tut seinem Ego wahrscheinlich gut – dem Inhalt aber keinen Abbruch. Auch sein zur Selbstreflexion anregender Stil liest sich äußerst leicht. Man hat fast den Eindruck, mit einem erfahrenen Kollegen gemeinsam an einer Supervisionsgruppe für Trainer teilzunehmen.

Einen deutlichen Kontrast stellt der Band von Gudrun F. Wallenstein „Spiele: Der Punkt auf dem i“ dar. Was die Autorin mit jahrelanger Erfahrung im Schuldienst auszeichnet, ist die Akribie in der Darstellung der einzelnen Spiele. Praktisch jede Darstellung ist gegliedert in:
- Art
- Beteiligte
- Ziel
- Dauer
- Wir brauchen dazu
- Wie geht es?
- Hinweis
Leider kann ich mir bei einer Vielzahl der von ihr dargestellten Spiele nicht vorstellen, wie diese in einem modernen prozessorientierten Trainingsdesign einzusetzen sind. Mögen sie für Sprachkurse u. ä. passen. Für Führungskräftetrainings kann ich mir viele Spiele davon nur schwer vorstellen. Wahrscheinlich wäre hier weniger mehr gewesen. D.h. weniger viele Spiele darstellen, dafür mehr in die erwachsenenpädagogischen Implikationen einsteigen und hieraus Tipps für junge Kollegen/-innen entwickeln. Ihre vorgestellten Spiele sind mir einfach zu spielerisch.

Die beiden Bände von Bernd Weidenmann „Erfolgreiche Kurse und Seminare“ und Jörg Knoll „Kurs- und Seminarmethoden“ sind beide äußerst lesenswert. Sie gliedern die Darstellung der Methoden nach unterschiedlichen Kriterien; Wiedemann recht klassisch nach:
- Lehrvortrag
- Lehrgespräch
- Murmelgruppe…
Knoll nach dem Zusammenhang, in dem Methoden eingesetzt werden:
- Methoden zur Erleichterung von Anfang und Einstieg
- Methoden zur Erschließung von Inhalten
- Kommunikativ akzentuierte Methoden…
Die Gliederung von Knoll spricht mich eher an, da der Einsatzzweck das Leitkriterium bildet. Letztendlich überschneiden sich die beiden Bände in ihren Inhalten, sodass die Frage aufkommt, warum der Beltz Verlag zwei solch ähnliche Werke in einen Schuber packt.

Als Resümee bleibt festzuhalten: Drei der vier Bände lohnen praktisch jede Seite der Lektüre – auch für erfahrene Kollegen/-innen.


Einführung in die Methoden der systemischen Organisationsberatung
Einführung in die Methoden der systemischen Organisationsberatung
von Joana Krizanits
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

5.0 von 5 Sternen Kompakt und unerwartet facettenreich, 12. September 2014
Die Autorin, tätig als selbständige Unternehmensberaterin und Trainerin, verspricht „eine kompakte Einführung in die Methoden der systemischen Organisationsberatung“ (S. 7) zu geben. Diesem Versprechen aus ihrem ersten Kapitel wird sie voll und ganz gerecht.

Bereits auf den ersten zehn Seiten ihrer Darstellung der Entstehung der Disziplin oder besser gesagt des Feldes der Organisationsberatung (im zweiten Kapitel) macht sie deutlich, dass es auf der einen Seite natürlich um das fundierte Anwenden von klar strukturierten Methoden geht, auf der anderen Seite aber auch um eine Grundhaltung, mit der ich die Welt und in ihrem Fall Firmen, Unternehmen und Organisationen betrachte. Und diese Grundhaltung hat viel mit Wahrnehmung, Reflexion, Entstehen, Entwicklungen zulassen u. ä. zu tun.

Nach dem Überblick über die Kernmethoden systemischer Organisationsberatung im dritten Kapitel stellt Krizanits im vierten Kapitel die Action-Survey-Schleife dar. Das heißt sie geht der Fragestellung nach, wie aus einer Anfrage über die Datenerhebung und die Diagnose Ergebnisse so entstehen (Rückspiegelungsworkshop), dass die Gruppe der Auftraggeber auch etwas für die weitere Entwicklung der Organisation damit anfangen kann.

Im fünften Kapitel stehen die Kommunikation und Interaktion in Gruppen im Vordergrund, im sechsten Kapitel die Architektur von Beratungsprozessen. Das abschließende siebte Kapitel widmet sie der Fragestellung, wie der Weg von der qualitativen Sozialforschung zur theoriegeleiteten Praxis gelingen kann. Hier spielt insbesondere die Auseinandersetzung mit den Gütekriterien eine wohltuende Rolle.

Fazit: Eine äußerst gelungene und kompakte Einführung in die Methoden der systemischen Organisationsberatung – unbedingt lesenswert!


Bewerber professionell auswählen: Handbuch für Personalverantwortliche (Beltz Weiterbildung)
Bewerber professionell auswählen: Handbuch für Personalverantwortliche (Beltz Weiterbildung)
von Albrecht Müllerschön
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,95

5.0 von 5 Sternen Bewerber professionell auswählen, 5. September 2014
Der Autor ist seit Jahren als Berater und Experte für Personalauswahlgespräche aktiv – dies merkt man dem vorliegenden Band auf jeder Seite an. Auf den 200 Seiten ist es ihm gelungen, ein praxisnahes Handbuch für Personalverantwortliche zu verfassen, wie er es im Untertitel verspricht.

Häufig wird in der Personalauswahl das Vorstellungsgespräch in den Fokus genommen, doch werden die dazu notwendigen Vorarbeiten immer wieder zu wenig wichtig genommen. Mit seiner Darstellung der Vorbereitung des Einstellungsverfahrens und dem Aufbau eines Auswahlverfahrens beugt Müllerschön dieser Abkürzung wohltuend vor.

In seinen Ausführungen über das Vorstellungsgespräch an sich, das er bewusst nicht als Interview tituliert, spiegelt sich seine Kompetenz und Erfahrung als Diplom-Psychologe wieder.

Themen wie die DIN-Norm 33430 zur Personalauswahl, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und der Überblick über Verfahren, die den persönlichen Eindruck der Gesprächsteilnehmer absichern (wie z.B. Psychologische Tests, Assessment-Center u. ä.) runden den guten Eindruck des Handbuches ab. Ein Exkurs über Beobachtungs- und Beurteilungsfehler, Tipps zum Umgang mit der Probezeit und die Frage liefern Anregungen wie ich die vom Autor vorgeschlagene Methodik im eigenen Unternehmen umsetzen kann. Und nicht zu vergessen: die Materialien zum Download!

Für mich das ideale Werk, um sich mit dem Thema Bewerberauswahl professionell vertraut zu machen.


Der CEO-Navigator: Rollenbestimmung und -kommunikation für Topmanager
Der CEO-Navigator: Rollenbestimmung und -kommunikation für Topmanager
von Jan Hiesserich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 59,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Es wäre auch deutlich kürzer gegangen, 29. August 2014
Jan Hiesserich ist Direktor einer Strategieberatung für Kommunikation. Aus dieser Erfahrung heraus beleuchtet er den Rollenwechsel vom Vorstandsmitglied hin zum CEO. Die Anforderungen an die Rolle CEO (Sinnmanager, Enabler, Überzeuger, Kommunikator und Inszenierer) skizziert er im ersten Kapitel seines Werkes präzise und leicht verständlich. Die folgenden drei Kapiteln der knapp 200 Seiten sind der Bewusstseinsarbeit gewidmet.

Hier geht es um Themen wie:

- Die Rolle des CEO kann vorher nicht eingeübt bzw. eingelernt werden.
- Die Rolle des CEO ist fundamental von der Rolle des Vorstandsmitgliedes verschieden.
- Die Rolle des CEO erfordert deshalb ein verändertes Selbstverständnis.
- Kommunikation und Beziehungsarbeit für die Rolle des CEO.
- …

Natürlich sind diese Themen richtig und auch notwendig zu besprechen. Was mich irritiert hat, ist die Langatmigkeit. Hier hätte ich von einem Kommunikationsexperten mehr "Sprache auf den Punkt" erwartet. Trotz dieser Kritik, ist der Band eine Fundgrube zur selbstständigen Reflexion. Mir hat z.B. die Unterscheidung in Manager 1. Ordnung und Manager 2. Ordnung gut gefallen (S. 142ff). Oder die Problematik der "déformation professionnelle" (S. 151).

Mein Résumé: zum Querlesen gut geeignet, im Preis dafür zu teuer.


Die Berechnung der Zukunft: Warum die meisten Prognosen falsch sind und manche trotzdem zutreffen - Der New York Times Bestseller
Die Berechnung der Zukunft: Warum die meisten Prognosen falsch sind und manche trotzdem zutreffen - Der New York Times Bestseller
von Nate Silver
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

5.0 von 5 Sternen Leider wird unser Leben nicht wirklich vorhersagbar, 22. August 2014
Vielleicht ist es auch ein Trost, dass unser Leben nicht wirklich vorhersagbar wird. Nate Silver stellt auf über 600 Seiten recht ausführlich dar, „Warum die meisten Prognosen falsch sind und manche trotzdem zutreffen“, so der Untertitel des Buches. Sein Tipp: probabilistisch Denken! Das heißt zu realisieren, dass unsere subjektive Wahrnehmung der Welt nur eine Annäherung an die Wahrheit ist und deshalb konsequent in Wahrscheinlichkeiten zu denken – immer in dem Bewusstsein, dass die Trefferquote recht mäßig ist. Und dann auf den Lerneffekt setzen, die eigene Prognose immer wieder mit der eingetretenen Realität abzugleichen und dadurch die individuellen Prognoseregeln immer weiter zu entwickeln. Letztendlich geht es nicht um exakte Prognosen zukünftiger Ereignisse, sondern um eine möglichst weite Annäherung daran.

Sein Credo deshalb: die eigenen Ideen immer wieder zu überprüfen, um aus den Fehlern zu lernen!

Silver stellt seine Überlegungen recht ausführlich in verschiedenen Handlungsfeldern dar:
- Immobilienblase
- Experten in den Medien
- Baseball
- Wetterprognosen
- Erdbebenprognosen
- Epidemien
- Poker
- Schach
- Börse
- Terrorismus.

Mir hat es außerordentlich gefallen, die Konkretisierung seiner Grundidee in den unterschiedlichsten Handlungsfeldern zu erleben. Für den einen oder die andere mag das auch zu ausführlich sein. Da heißt es Mut zum Weiterblättern zu entwickeln. Meine Empfehlung: absolut lesenswert!


Fehlentscheidungen: Warum wir tun, was wir später bereuen
Fehlentscheidungen: Warum wir tun, was wir später bereuen
von Albert Martin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entscheidungsdefekte im Überblick, 15. August 2014
Als BWL-Professor mit dem Schwerpunkt Mittelstandsforschung widmet sich der Autor den Fragen: „Warum treffen wir Entscheidungen, die wir nachträglich bedauern? Wieso entscheiden wir oft zu schnell und zu leichtfertig? Wie kommt es zu den zahlreichen Unzulänglichkeiten, Ungereimtheiten und Fehlern in unserem Entscheidungshandeln?“ (so der Umschlagtext). Dies gelingt Albert Martin anhand von zehn typischen und häufig auftretenden Entscheidungsdefekten außerordentlich gut. Welche bearbeitet er?

Stichwortartig aufgezählt sind dies:

1. Relative Häufigkeiten
2. Versunkene Kosten
3. Bestätigungstendenz
4. Aberglaube
5. Egoismus
6. Besitztumseffekt
7. Selbsttäuschung
8. Kontrollillusion
9. Emotionale Ansteckung und
10. Korrumption durch Macht.

Jeden der zehn Defekte stellt er, nach der Begriffsdefinition, anhand von Bespielen und Studien dar, liefert Erklärungen und Zusammenhänge und eine kritische Würdigung dieses Defekts.

Mit diesem Aufbau wird Martin seinem selbst gesetzten Ziel laut Untertitel: „Warum wir tun, was wir später bereuen“ voll und ganz gerecht. Ich hätte mir gewünscht, dass neben der kritischen Würdigung auch klare Handlungsempfehlungen oder zumindest Impulsfragen für eine Selbstreflexion folgen, um den eigenen bevorzugten Defekten noch besser auf die Spur zu kommen.

Und wer an dem Thema Entscheidungsdefekte Geschmack gefunden hat, sei gleich auf Daniel Kahnemann "Schnelles Denken, langsames Denken" hingewiesen. Hier findet sich auf gut 600 Seiten Material, das zum in die Tiefe gehen einlädt.


Anständig leben: Mein Selbstversuch rund um Massenkonsum, Plastikmüll und glückliche Schweine
Anständig leben: Mein Selbstversuch rund um Massenkonsum, Plastikmüll und glückliche Schweine
von Sarah Schill
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Jenseits der Komfortzone – und doch faszinierend, 8. August 2014
Sarah Schill, sie ist als Drehbuchautorin für Film und Fernsehen sowie als Lektorin und Fernsehjournalistin tätig, lässt ihre Leser/-innen an ihrem persönlichen Experiment teil-nehmen. Anlass war das Erschrecken über ihren ökologischen Fußabdruck.

Die Folge: Ein Selbstversuch mit

- veganer Ernährung und veganem Lebensstil,
- ohne Plastik und
- der Umsetzung in die persönliche Praxis.

Diesen Selbstversuch beschreibt sie so einladend und mit ausreichend Selbstironie, dass man beim Lesen versucht ist: „Wie wäre es, wenn ich auch das eine oder andere davon versuchen würde?“ Und damit hat Schill das Ziel dieses Bandes auf sehr eingängige und angenehme Art und Weise erreicht. Am Ende bin ich nicht umhin gekommen, meinen eigenen ökologischen Fußabdruck zu berechnen, der aufgrund der Reisetätigkeit als Berater erwartungsgemäß verheerend ausfällt. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als meine persönliche Komfortzone zu er-kunden… und mit der Frage zu stellen, was davon erhöht tatsächlich meine Lebensqualität und welche Verhaltensweisen behalte ich einfach aufgrund meiner Gewohnheit bei?


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