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Rezensionen verfasst von
Stephan Teuber, Loquenz Unternehmensberatung GmbH "Stephan Teuber" (Leinfelden-Echterdingen)

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Vertrauen: Ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität
Vertrauen: Ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität
von Niklas Luhmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vertrauen - auf den Grund gegangen, 14. Oktober 2014
In meiner Beratungsarbeit in Firmen und Organisationen wird das Thema Vertrauen immer wieder angemahnt, vermisst, eingefordert und bei Nicht-Einhaltung der Versuch der Sanktionierung gestartet. Das Wort „Vertrauen“ und vor allem mangelndes bzw. enttäuschtes Vertrauen wird so häufig in den Mund genommen, dass es sich lohnt, diesem Begriff auf den Grund zu gehen – und genau diesen Weg geht Niklas Luhmann!

Seine Grundthese: Vertrauen ist ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität. Also nichts, das mit Moralin zu tun hat, sondern schlichtweg eine Erfordernis des sozialen Miteinanders.

Da in unserem Alltag immer sofort auf der Ebene der Moral wahrgenommen und verhandelt wird, tut Luhmanns rein soziologische Perspektive dem Thema unheimlich gut. Z.B. in Kapitel 10 „Vertrauen und Mißtrauen“: „Auch Mißtrauen leistet somit Vereinfachung, oft drastische Vereinfachung. Wer mißtraut, braucht mehr Informationen und verengt zugleich die Informationen, auf die zu stützen er sich getraut. Er wird von weniger Informationen stärker abhängig. Damit gewinnt die Möglichkeit, ihn zu täuschen, wiederum an Berechenbarkeit“ (S. 93). Man könnte sagen, Vertrauen lohnt sich, zumindest unter der Fragestellung, wie schwer oder einfach will ich mir das soziale Miteinander gestalten? Und damit natürlich die Frage: Wie schwer will ich mir das Miteinander im Betrieb oder Unternehmen gestalten?

In ähnlicher soziologischer Konsequenz wirft Luhmann mit diesem kleinen Band den Blick auf weitere Facetten, die Vertrauen berühren. Für mich ein Klassiker der Soziologie, der sich lohnt, immer wieder zur Hand genommen zu werden.


Basis-Bibliothek für Seminare und Trainings (Beltz Weiterbildung)
Basis-Bibliothek für Seminare und Trainings (Beltz Weiterbildung)
von Ulrich Lipp
  Taschenbuch
Preis: EUR 68,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut versorgt für den Einstieg ins Trainings- und Seminargeschäft, 19. September 2014
Die Werbung für die Basis-Bibliothek verspricht: „Die Autoren geben Einblick in die Grundlagen des Trainingsgeschäfts“ – das gelingt ihnen, allerdings auf unterschiedlichem Niveau.

Mein persönliches Highlight ist der Band von Ulrich Lipp „100 Tipps für Training und Seminar“. Die 100 Tipps sind deutlich untertrieben. Man merkt dem Band seine jahrzehntelange Erfahrung als Trainer und Seminarleiter an. Insbesondere der Blick Richtung anderer Kulturen ist äußerst bereichernd. Dass er dabei etwas ausführlich auf seine Erfahrungen in Fernost oder Afrika eingeht, tut seinem Ego wahrscheinlich gut – dem Inhalt aber keinen Abbruch. Auch sein zur Selbstreflexion anregender Stil liest sich äußerst leicht. Man hat fast den Eindruck, mit einem erfahrenen Kollegen gemeinsam an einer Supervisionsgruppe für Trainer teilzunehmen.

Einen deutlichen Kontrast stellt der Band von Gudrun F. Wallenstein „Spiele: Der Punkt auf dem i“ dar. Was die Autorin mit jahrelanger Erfahrung im Schuldienst auszeichnet, ist die Akribie in der Darstellung der einzelnen Spiele. Praktisch jede Darstellung ist gegliedert in:
- Art
- Beteiligte
- Ziel
- Dauer
- Wir brauchen dazu
- Wie geht es?
- Hinweis
Leider kann ich mir bei einer Vielzahl der von ihr dargestellten Spiele nicht vorstellen, wie diese in einem modernen prozessorientierten Trainingsdesign einzusetzen sind. Mögen sie für Sprachkurse u. ä. passen. Für Führungskräftetrainings kann ich mir viele Spiele davon nur schwer vorstellen. Wahrscheinlich wäre hier weniger mehr gewesen. D.h. weniger viele Spiele darstellen, dafür mehr in die erwachsenenpädagogischen Implikationen einsteigen und hieraus Tipps für junge Kollegen/-innen entwickeln. Ihre vorgestellten Spiele sind mir einfach zu spielerisch.

Die beiden Bände von Bernd Weidenmann „Erfolgreiche Kurse und Seminare“ und Jörg Knoll „Kurs- und Seminarmethoden“ sind beide äußerst lesenswert. Sie gliedern die Darstellung der Methoden nach unterschiedlichen Kriterien; Wiedemann recht klassisch nach:
- Lehrvortrag
- Lehrgespräch
- Murmelgruppe…
Knoll nach dem Zusammenhang, in dem Methoden eingesetzt werden:
- Methoden zur Erleichterung von Anfang und Einstieg
- Methoden zur Erschließung von Inhalten
- Kommunikativ akzentuierte Methoden…
Die Gliederung von Knoll spricht mich eher an, da der Einsatzzweck das Leitkriterium bildet. Letztendlich überschneiden sich die beiden Bände in ihren Inhalten, sodass die Frage aufkommt, warum der Beltz Verlag zwei solch ähnliche Werke in einen Schuber packt.

Als Resümee bleibt festzuhalten: Drei der vier Bände lohnen praktisch jede Seite der Lektüre – auch für erfahrene Kollegen/-innen.


Einführung in die Methoden der systemischen Organisationsberatung
Einführung in die Methoden der systemischen Organisationsberatung
von Joana Krizanits
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Kompakt und unerwartet facettenreich, 12. September 2014
Die Autorin, tätig als selbständige Unternehmensberaterin und Trainerin, verspricht „eine kompakte Einführung in die Methoden der systemischen Organisationsberatung“ (S. 7) zu geben. Diesem Versprechen aus ihrem ersten Kapitel wird sie voll und ganz gerecht.

Bereits auf den ersten zehn Seiten ihrer Darstellung der Entstehung der Disziplin oder besser gesagt des Feldes der Organisationsberatung (im zweiten Kapitel) macht sie deutlich, dass es auf der einen Seite natürlich um das fundierte Anwenden von klar strukturierten Methoden geht, auf der anderen Seite aber auch um eine Grundhaltung, mit der ich die Welt und in ihrem Fall Firmen, Unternehmen und Organisationen betrachte. Und diese Grundhaltung hat viel mit Wahrnehmung, Reflexion, Entstehen, Entwicklungen zulassen u. ä. zu tun.

Nach dem Überblick über die Kernmethoden systemischer Organisationsberatung im dritten Kapitel stellt Krizanits im vierten Kapitel die Action-Survey-Schleife dar. Das heißt sie geht der Fragestellung nach, wie aus einer Anfrage über die Datenerhebung und die Diagnose Ergebnisse so entstehen (Rückspiegelungsworkshop), dass die Gruppe der Auftraggeber auch etwas für die weitere Entwicklung der Organisation damit anfangen kann.

Im fünften Kapitel stehen die Kommunikation und Interaktion in Gruppen im Vordergrund, im sechsten Kapitel die Architektur von Beratungsprozessen. Das abschließende siebte Kapitel widmet sie der Fragestellung, wie der Weg von der qualitativen Sozialforschung zur theoriegeleiteten Praxis gelingen kann. Hier spielt insbesondere die Auseinandersetzung mit den Gütekriterien eine wohltuende Rolle.

Fazit: Eine äußerst gelungene und kompakte Einführung in die Methoden der systemischen Organisationsberatung – unbedingt lesenswert!


Bewerber professionell auswählen: Handbuch für Personalverantwortliche (Beltz Weiterbildung)
Bewerber professionell auswählen: Handbuch für Personalverantwortliche (Beltz Weiterbildung)
von Albrecht Müllerschön
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewerber professionell auswählen, 5. September 2014
Der Autor ist seit Jahren als Berater und Experte für Personalauswahlgespräche aktiv – dies merkt man dem vorliegenden Band auf jeder Seite an. Auf den 200 Seiten ist es ihm gelungen, ein praxisnahes Handbuch für Personalverantwortliche zu verfassen, wie er es im Untertitel verspricht.

Häufig wird in der Personalauswahl das Vorstellungsgespräch in den Fokus genommen, doch werden die dazu notwendigen Vorarbeiten immer wieder zu wenig wichtig genommen. Mit seiner Darstellung der Vorbereitung des Einstellungsverfahrens und dem Aufbau eines Auswahlverfahrens beugt Müllerschön dieser Abkürzung wohltuend vor.

In seinen Ausführungen über das Vorstellungsgespräch an sich, das er bewusst nicht als Interview tituliert, spiegelt sich seine Kompetenz und Erfahrung als Diplom-Psychologe wieder.

Themen wie die DIN-Norm 33430 zur Personalauswahl, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und der Überblick über Verfahren, die den persönlichen Eindruck der Gesprächsteilnehmer absichern (wie z.B. Psychologische Tests, Assessment-Center u. ä.) runden den guten Eindruck des Handbuches ab. Ein Exkurs über Beobachtungs- und Beurteilungsfehler, Tipps zum Umgang mit der Probezeit und die Frage liefern Anregungen wie ich die vom Autor vorgeschlagene Methodik im eigenen Unternehmen umsetzen kann. Und nicht zu vergessen: die Materialien zum Download!

Für mich das ideale Werk, um sich mit dem Thema Bewerberauswahl professionell vertraut zu machen.


Der CEO-Navigator: Rollenbestimmung und -kommunikation für Topmanager
Der CEO-Navigator: Rollenbestimmung und -kommunikation für Topmanager
von Jan Hiesserich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 59,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Es wäre auch deutlich kürzer gegangen, 29. August 2014
Jan Hiesserich ist Direktor einer Strategieberatung für Kommunikation. Aus dieser Erfahrung heraus beleuchtet er den Rollenwechsel vom Vorstandsmitglied hin zum CEO. Die Anforderungen an die Rolle CEO (Sinnmanager, Enabler, Überzeuger, Kommunikator und Inszenierer) skizziert er im ersten Kapitel seines Werkes präzise und leicht verständlich. Die folgenden drei Kapiteln der knapp 200 Seiten sind der Bewusstseinsarbeit gewidmet.

Hier geht es um Themen wie:

- Die Rolle des CEO kann vorher nicht eingeübt bzw. eingelernt werden.
- Die Rolle des CEO ist fundamental von der Rolle des Vorstandsmitgliedes verschieden.
- Die Rolle des CEO erfordert deshalb ein verändertes Selbstverständnis.
- Kommunikation und Beziehungsarbeit für die Rolle des CEO.
- …

Natürlich sind diese Themen richtig und auch notwendig zu besprechen. Was mich irritiert hat, ist die Langatmigkeit. Hier hätte ich von einem Kommunikationsexperten mehr "Sprache auf den Punkt" erwartet. Trotz dieser Kritik, ist der Band eine Fundgrube zur selbstständigen Reflexion. Mir hat z.B. die Unterscheidung in Manager 1. Ordnung und Manager 2. Ordnung gut gefallen (S. 142ff). Oder die Problematik der "déformation professionnelle" (S. 151).

Mein Résumé: zum Querlesen gut geeignet, im Preis dafür zu teuer.


Die Berechnung der Zukunft: Warum die meisten Prognosen falsch sind und manche trotzdem zutreffen - Der New York Times Bestseller
Die Berechnung der Zukunft: Warum die meisten Prognosen falsch sind und manche trotzdem zutreffen - Der New York Times Bestseller
von Nate Silver
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

5.0 von 5 Sternen Leider wird unser Leben nicht wirklich vorhersagbar, 22. August 2014
Vielleicht ist es auch ein Trost, dass unser Leben nicht wirklich vorhersagbar wird. Nate Silver stellt auf über 600 Seiten recht ausführlich dar, „Warum die meisten Prognosen falsch sind und manche trotzdem zutreffen“, so der Untertitel des Buches. Sein Tipp: probabilistisch Denken! Das heißt zu realisieren, dass unsere subjektive Wahrnehmung der Welt nur eine Annäherung an die Wahrheit ist und deshalb konsequent in Wahrscheinlichkeiten zu denken – immer in dem Bewusstsein, dass die Trefferquote recht mäßig ist. Und dann auf den Lerneffekt setzen, die eigene Prognose immer wieder mit der eingetretenen Realität abzugleichen und dadurch die individuellen Prognoseregeln immer weiter zu entwickeln. Letztendlich geht es nicht um exakte Prognosen zukünftiger Ereignisse, sondern um eine möglichst weite Annäherung daran.

Sein Credo deshalb: die eigenen Ideen immer wieder zu überprüfen, um aus den Fehlern zu lernen!

Silver stellt seine Überlegungen recht ausführlich in verschiedenen Handlungsfeldern dar:
- Immobilienblase
- Experten in den Medien
- Baseball
- Wetterprognosen
- Erdbebenprognosen
- Epidemien
- Poker
- Schach
- Börse
- Terrorismus.

Mir hat es außerordentlich gefallen, die Konkretisierung seiner Grundidee in den unterschiedlichsten Handlungsfeldern zu erleben. Für den einen oder die andere mag das auch zu ausführlich sein. Da heißt es Mut zum Weiterblättern zu entwickeln. Meine Empfehlung: absolut lesenswert!


Fehlentscheidungen: Warum wir tun, was wir später bereuen
Fehlentscheidungen: Warum wir tun, was wir später bereuen
von Albert Martin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entscheidungsdefekte im Überblick, 15. August 2014
Als BWL-Professor mit dem Schwerpunkt Mittelstandsforschung widmet sich der Autor den Fragen: „Warum treffen wir Entscheidungen, die wir nachträglich bedauern? Wieso entscheiden wir oft zu schnell und zu leichtfertig? Wie kommt es zu den zahlreichen Unzulänglichkeiten, Ungereimtheiten und Fehlern in unserem Entscheidungshandeln?“ (so der Umschlagtext). Dies gelingt Albert Martin anhand von zehn typischen und häufig auftretenden Entscheidungsdefekten außerordentlich gut. Welche bearbeitet er?

Stichwortartig aufgezählt sind dies:

1. Relative Häufigkeiten
2. Versunkene Kosten
3. Bestätigungstendenz
4. Aberglaube
5. Egoismus
6. Besitztumseffekt
7. Selbsttäuschung
8. Kontrollillusion
9. Emotionale Ansteckung und
10. Korrumption durch Macht.

Jeden der zehn Defekte stellt er, nach der Begriffsdefinition, anhand von Bespielen und Studien dar, liefert Erklärungen und Zusammenhänge und eine kritische Würdigung dieses Defekts.

Mit diesem Aufbau wird Martin seinem selbst gesetzten Ziel laut Untertitel: „Warum wir tun, was wir später bereuen“ voll und ganz gerecht. Ich hätte mir gewünscht, dass neben der kritischen Würdigung auch klare Handlungsempfehlungen oder zumindest Impulsfragen für eine Selbstreflexion folgen, um den eigenen bevorzugten Defekten noch besser auf die Spur zu kommen.

Und wer an dem Thema Entscheidungsdefekte Geschmack gefunden hat, sei gleich auf Daniel Kahnemann "Schnelles Denken, langsames Denken" hingewiesen. Hier findet sich auf gut 600 Seiten Material, das zum in die Tiefe gehen einlädt.


Anständig leben: Mein Selbstversuch rund um Massenkonsum, Plastikmüll und glückliche Schweine
Anständig leben: Mein Selbstversuch rund um Massenkonsum, Plastikmüll und glückliche Schweine
von Sarah Schill
  Broschiert

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jenseits der Komfortzone – und doch faszinierend, 8. August 2014
Sarah Schill, sie ist als Drehbuchautorin für Film und Fernsehen sowie als Lektorin und Fernsehjournalistin tätig, lässt ihre Leser/-innen an ihrem persönlichen Experiment teil-nehmen. Anlass war das Erschrecken über ihren ökologischen Fußabdruck.

Die Folge: Ein Selbstversuch mit

- veganer Ernährung und veganem Lebensstil,
- ohne Plastik und
- der Umsetzung in die persönliche Praxis.

Diesen Selbstversuch beschreibt sie so einladend und mit ausreichend Selbstironie, dass man beim Lesen versucht ist: „Wie wäre es, wenn ich auch das eine oder andere davon versuchen würde?“ Und damit hat Schill das Ziel dieses Bandes auf sehr eingängige und angenehme Art und Weise erreicht. Am Ende bin ich nicht umhin gekommen, meinen eigenen ökologischen Fußabdruck zu berechnen, der aufgrund der Reisetätigkeit als Berater erwartungsgemäß verheerend ausfällt. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als meine persönliche Komfortzone zu er-kunden… und mit der Frage zu stellen, was davon erhöht tatsächlich meine Lebensqualität und welche Verhaltensweisen behalte ich einfach aufgrund meiner Gewohnheit bei?


Business Energy: Mit minimalem Aufwand maximale Leistung erzielen
Business Energy: Mit minimalem Aufwand maximale Leistung erzielen
von Yorck von Prohaska
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,95

3.0 von 5 Sternen Bekannte Erfolgsfaktoren erneut zusammengestellt, 1. August 2014
Mit minimalem Aufwand maximale Leistung erzielen, der CEO sozusagen als Energiemanager, das ist der programmatische Untertitel des Buches. Diese Aufgabe des CEO darzustellen, sie theoretische zu begründen und mit praktischen Beispielen zu illustrieren, gelingt Yorck von Prohaska gut. Er hat festgestellt, dass Unternehmen, die ihren Wert steigern, auf ein Management setzen, das über die Zahlen hinausgeht. Solche Unternehmen berücksichtigen insbesondere die weichen Faktoren.

Im einführenden Kapitel 1 stellt der Autor sein Business Energy-Modell dar. Für alle, die Belege dafür suchen, dass die weichen Faktoren nicht nur Erfolgsfaktoren sind, sondern auch werthaltig und die Rendite beeinflussen, ja letztendlich darüber entscheiden, ob das System "Unternehmen" funktioniert, ist das Kapitel 2 empfehlenswert. In den Kapitel 3 und 4 geht es um Kooperation und Vertrauen. Wie ich eine leistungsorientierte Vertrauenskultur im Unternehmen aufbauen kann ist die Leitfrage. Mit dem Kapitel 5 folgt ein Ausflug in die Führungspsychologie (Individuen wirkungsvoll führen) und im abschließenden Kapitel 6 steht die Sichtbarkeit der Wirkungszusammenhänge im Vordergrund.

Das Buch stellt somit einen Überblick über das Thema Vertrauen und Führung her. Die Darstellung des Business Energy-Modell ist zwar in der Form neu, inhaltlich jedoch vertraut. Und wenn es um Details der Führung geht, z.B. anhand des Vier-Ohren-Modells von Schulz von Thun, hätte ich mir mehr inhaltliche Tiefe gewünscht hätte. Für mich blieben am Ende v.a. zwei Fragen offen:

1. Warum genügt nicht optimaler Aufwand für optimale Leistung? Mit dem Untertitel "Mit minimalem Aufwand maximale Leistung erzielen" verfolgt Prohaska ein Maximalprinzip, das mir den derzeitigen Arbeitsverhältnissen nicht mehr gerecht zu werden scheint.
2. Wofür eine erneute Darstellung bekannter Einsichten? Für mich war in den Inhalten nicht erkennbar, worin das Neue besteht, das ein eigenes Buch rechtfertigen würde.


Die rote Blume. Ästhetische Praxis in Zeiten des Wandels: Ästhetische Praxis in Zeiten des Wandels. Mit einem Vorwort von Wolfgang Sachs
Die rote Blume. Ästhetische Praxis in Zeiten des Wandels: Ästhetische Praxis in Zeiten des Wandels. Mit einem Vorwort von Wolfgang Sachs
von Hildegard Kurt
  Broschiert
Preis: EUR 24,80

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nachhaltigkeit im Dialog (mit-)lesend erschließen, Zukunftsfähigkeit erfahren, 25. Juli 2014
Die Einführung in "Die rote Blume" über 25 Seiten ist mit "das Terrain erkunden" überschrieben. Die Grundhaltung des Erkundens und die Freude am Erkunden ist prägend für das Buch und wahrscheinlich auch eine Voraussetzung seitens des/der Lesers/in bei der Lektüre des Buches.

Shelley Sacks (Künstlerin und Pionierin der Sozialen Plastik) und Hildegard Kurt (Autorin und Referentin zum Thema Soziale Plastik) wollen mit ihrem Werk die Leser in einen Dialog mit hineinnehmen, einen Prozess des gemeinsamen Suchens, Fragens, Denkens, der in einem inneren Dialog weiter an Tiefe gewinnen kann. Konsequenterweise begrüßen Sie die Leser auch als "Agentinnen und Agenten des Wandels" (S. 13). Den Autorinnen geht es dabei, in die Erfahrung zu führen, "Wege von der Realität in die Wirklichkeit" (S. 29) zu erkunden. Und das zum Thema Nachhaltigkeit bzw. Sacks und Kurt verwenden in diesem Buch lieber den darüber hinausgehenden Begriff der „Zukunftsfähigkeit“.

Inhaltlich gehen sie von den „toten Zonen“ aus, um anhand des „Erdforums“ zu beschreiben, wie das nach „draussen gehen, um zu sich selbst zu kommen“ gestaltet werden kann.

In der Beschreibung des Erdforums und der von Teilnehmer/-innen dabei gemachten Erfahrungen wird die Kraft und Faszination dieses dialogischen Ansatzes deutlich. Mich hat besonders der Abschnitt über "das Geheimnis der offenen Mitte" fasziniert. "Eine Möglichkeit zu Bewusstheit zu kommen, um anders zu handeln" (S. 95); oder das Element der "aktiven Stille" (S. 114ff).

Es bleibt schwierig, den Stil des Buches zu beschreiben, es lockt einfach zum Selbsterfahren. Herzlich Willkommen!


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