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Rezensionen verfasst von
Stephan Teuber, Loquenz Unternehmensberatung GmbH "Stephan Teuber" (Leinfelden-Echterdingen)

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Leading from the Emerging Future: From Ego-System to Eco-System Economies (BK Currents)
Leading from the Emerging Future: From Ego-System to Eco-System Economies (BK Currents)
von Otto Scharmer
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,79

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leading from the emerging Future, 23. Januar 2014
Wie kann einem sterbenden System (Ego-System) wieder Leben eingehaucht werden? Durch eine bewusste Veränderung der Aufmerksamkeit hin zu einer ganzheitlicheren Perspektive auf unser ökonomisches System.

Nach dem Erfolg der „Theorie U - Von der Zukunft her führen: Prescencing als soziale Technik“ legt Otto Scharmer mit diesem Band nach. Er wendet Prescencing, Hinspüren und Aufmerksamkeit auf Bewegungsrichtungen wie vom Ich zum Wir oder vom Ego zur ökologischen Perspektive an.

Seine Grundthese dabei lautet: Die Qualität der Ergebnisse, die von einem System produziert werden, hängen von der Qualität der Wachheit/Bewusstheit der Personen ab, die in diesem System arbeiten (vgl. S 18). Er lenkt die Perspektive damit auf die innere Verfassung einer Organisation oder Firma. Dieser Perspektivwechsel ist ungewohnt und macht neugierig. Auf den Seiten 168ff stellt er dazu zwölf Prinzipien vor:
1. Praktizieren, nicht predigen
2. Beobachten, beobachten, beobachten: beobachten und zuhören
3. Verbinde Dich mit Deiner Intention – das ist das stärkste Instrument
4. Wenn sich die Gelegenheit auftut – verbinde Dich und agiere aus dem Jetzt
5. Folge Deinem Herzen – tue was Du liebst und liebe was Du tust
6. Bleibe im Dialog mit dem Gesamten/Universum
7. Kreiere Dir einen täglichen Raum des vertieften Hinhörens, der Stille/Kontemplation
8. Wiederhole, wiederhole, wiederhole
9. Nehme die Lücke wahr zum Feld der Zukunft
10. Nutze bewusst unterschiedliche Sprachen mit unterschiedlichen Beteiligten
11. Wenn Du andere verändern willst, sei zuerst selbst veränderungsbereit
12. Gebe niemals auf.

Die zwölf Prinzipien stellen in der jeweiligen Einzelperspektive nichts vollkommen Neues dar. Jedoch, die Entfaltung und Zusammenschau dieser Prinzipien in Richtung der Frage, wie ich von der entstehenden Zukunft aus führen kann – hier entfalten die Autoren ein facettenreiches und überraschendes Universum an Optionen, die den Leser regelrecht in ihren Bann ziehen. Das Buch wirkt im Anschluss an die Lektüre sicherlich nach, auch wenn es nicht unbedingt rational zu beschreiben ist.


Circle Way (BK Business)
Circle Way (BK Business)
von Christina Baldwin
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,23

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gespräch und Diskussion im Kreis, 17. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Circle Way (BK Business) (Taschenbuch)
A leader in every chair" ist das Motto von Christina Baldwin und Ann Linnea. Mit diesem Motto machen sie den Anspruch der Methode The Circle Way" deutlich. Jede/r, der/die an einer Diskussionsrunde teilnimmt, sollte die eigene Verantwortung für seinen Grad der Partizipation (z.B. aktive Teilnahme, Mitdenken, Beobachten, Distanz halten) übernehmen. Die Methode the circle way" verspricht dafür entscheidende Hilfestellung.

Wie häufig in amerikanischen Methodenbüchern ist auch dieses Werk mit illustrierenden Beispielen reichlich bestückt. Manchmal erhöht das aufgrund der Konkretisierung die Verständlichkeit. Für mich ist es häufiger im Umfang unnötig aufgebläht. Hier könnte weniger mehr sein.

Doch jetzt zum Inhalt: Recht eindrücklich wird in der Einleitung die Entstehungssituation beschrieben. Es handelte sich um ein fünftägiges Schreibseminar im Juli 1991. Fünf Tage erscheinen als reichlich Zeit. In der Methode ist dieser großzügige Umgang mit der Ressource Zeit auch immer wieder festzustellen. Und genau dieser - nur auf den ersten Blick - großzügige Umgang mit der zur Verfügung stehenden Zeit, scheint mir eine wesentliche Besonderheit des the circle way" zu sein. Denn erst dadurch erfahren die Dinge die Gelegenheit, vertieft verstanden zu werden und dadurch ergibt sich auch für die aus einem Gespräch entstehenden Lösungen ein häufig vertieftes Commitment.

Das Konzept an sich ist rasch skizziert. Die Sitzordnung im Kreis soll das Fokussieren auf das in der Mitte stehende Thema erleichtern. Für die gute Gestaltung der Gesprächsrunde werden drei Rollen vergeben (Gastgeber, Prozesshüter und Schreiber). Es geht um eine vertrauens- und respektvolle Gesprächs- und Diskussionsform, bei der das gegenseitige Verstehen eine zentrale Rolle spielt. Erst auf das wirklich vertiefte Zuhören erfolgt die Formulierung des eigenen Gesprächsbeitrages. Das Ergebnis einer solchen Vorgehensweise sind häufig bessere, dauerhaftere oder sehr überraschende Lösungen, die im klassischen Pro-/Contra-Stil häufig nicht erreicht werden.

Für wen weniger die O-Töne der Entwicklerinnen entscheidend sind, sondern wer einfach eine gute, rezeptartige Einführung in the circle way" sucht, dem sei auch die Lernlandkarte Nr. 9 von Neuland empfohlen. Da finden sich alle wesentlichen Facetten dieser Arbeitsmethode mit für uns passenden Ergänzungen.


Was wir sind und was wir sein könnten: Ein neurobiologischer Mutmacher
Was wir sind und was wir sein könnten: Ein neurobiologischer Mutmacher
von Gerald Hüther
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Begeisterung ist Dünger fürs Hirn, 10. Januar 2014
Gerald Hüther versteht es mit „Was wir sind und was wir sein könnten – ein neurobiologischer Mutmacher“ wirklich Mut zu machen. Eigentlich ist es klar: Das Gehirn formt sich so aus, wie wir es mit Begeisterung benutzen. Entscheidend ist die subjektive Bewertung unserer Tätigkeit. Mich erinnert das an den Ausspruch „Tue was Du liebst und liebe was Du tust“. Für Hüther geht es in seinem Buch v.a. um die Frage, was das für das Heranwachsen unserer Kinder, unser Schulsystem… zur Folge haben sollte.

Mich haben v.a. seine Ausführungen zur Frage „Wie wir unsere Begeisterungsfähigkeit verlieren“ interessiert (S. 108). Was kann das für Führung im Betrieb bedeuten? Seine Grundidee: Durch selbstorganisierende Prozesse erhalten wir uns die Möglichkeit und schaffen uns Gelegenheiten, die Begeisterung nach dem Erreichen selbstgesetzter Ziele erleben zu können. Für das Thema Führung würde dies z.B. bedeuten:
- Wie kann ich Mitarbeiter/-innen ermutigen, an der Formulierung von Zielen mitzuwirken und die Wege dahin gemeinsam zu konkretisieren?
- Was können wir tun, damit der Betrieb nicht von vornherein eine „begeisterungsfeindliche Zone“ ist/wird?
- Wie schaffen wir ein Klima, in dem Begeisterung und auch das Gegenteil – Langeweile – überhaupt zum Thema werden kann?
- …

Eine Vision zum Thema Begeisterung habe ich. Ein kurzer Videoausschnitt aus einem Baseballspiel auf YouTube unter [...] zeigt auf, was möglich ist, wenn ich von einer Aufgabe wirklich begeistert bin. Viel Spaß beim Ansehen!


Der Sinn macht Erfolg - Mit christlichen Werten Unternehmen führen
Der Sinn macht Erfolg - Mit christlichen Werten Unternehmen führen
von Klaus Koziol
  Broschiert
Preis: EUR 10,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Inspirierend – doch wäre mehr möglich gewesen, 16. Dezember 2013
Der Untertitel ist Programm: „Mit christlichen Werten Unternehmen führen." Klaus Koziol nimmt sich in seinem Büchlein vor: „Wagen wir das Experiment zu überprüfen, ob und wie Werte mithelfen können, die Menschendienlichkeit und mit ihr den wirtschaftlichen Erfolg zu ermöglichen“ (S. 10).

Nach einer kurzen Einführung in das Phänomen des vernetzten wirtschaftlichen Handelns heute, stellt er das Grundprinzip der christlichen Werte vor: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“ (S. 21). Die katholische Soziallehre entwickelt daraus drei Prinzipien, die auch für das wirtschaftliche Handeln gelten sollten:
- Personalität: der Mensch im Mittelpunkt
- Solidarität: Mensch-Sein immer in der Gemeinschaft mit anderen
- Subsidarität: Hilfe zur Selbsthilfe
Klaus Koziol fügt noch ein viertes Prinzip hinzu:
- Verantwortung: vor Gott und den Menschen.

Nach diesen knapp 30 Seiten Einleitung und Hinführung, kommt der Autor zu dem aus seiner Sicht zentralen Teil des Buches: Wie kann ich diese christlichen Werte umsetzen? Die Antwort folgt auf den nächsten gut 50 Seiten – mit dem SENSOR-Prinzip. Dieses Akronym ist zusammengesetzt aus:
- Selbstentfaltung
- Erfolgsorientierung
- Nachhaltige Verantwortung
- Story-Telling
- Outside-Inside-Management
- Risikovermeidung.

Gegen das SENSOR-Prinzip als einen Weg, christliche Werte umzusetzen, ist nichts einzuwenden. Der Autor führt dieses Prinzip auf den Folgeseiten des Werkes unterstützt mit Beispielen aus. Ich frage mich, ob es nicht andere Optionen gibt, christliche Werte in der Unternehmensführung erfolgreich umzusetzen?

Am Beispiel Story-Telling wird dies deutlich. Seine These: „Die Story, die gegründete Story, macht den Erfolg“ (S. 56)… „dieser Spirit kann emotionalisieren und mitreißen und sich zum Mythos entwickeln, der dann die Alleinstellung schlechthin entwickelt, weil nicht mehr geworben werden muss. Der Mythos birgt so viel Kraft in sich, dass Menschen an diesem Mythos partizipieren wollen“ (S. 57). Koziol hat hier v.a. die Brille des Marketings, der Markenführung auf. Man könnte auch eine ganz andere Brille aufziehen. Z.B. mit Otto Scharmer gesprochen, die Frage des Urgrundes, woraus die sich einem Betrieb zugehörig fühlenden Menschen ihre Ursprungsmotivation schöpfen. Eine Marke wäre dann nur das erkennbare Bild bzw. Logo, die Visualisierung nach außen, die diese Emotionen zugänglich macht.

Den Abschluss bildet ein kurzes Kapitel über christliche Ethik als neuer Wachstumsmotor. Hier hätte ich mir mehr als die gut vier Seiten Text gewünscht. Vielleicht im nächsten Buch von Koziol?


Mitarbeiterbindung - mit Arbeitshilfen Online: Strategie und Umsetzung im Unternehmen
Mitarbeiterbindung - mit Arbeitshilfen Online: Strategie und Umsetzung im Unternehmen
von Gunther Wolf
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,95

5.0 von 5 Sternen Das Thema Mitarbeiterbindung gut strukturiert und praxisnah aufbereitet, 13. Dezember 2013
Gunter Wolf verspricht: „Aus diesem Buch nehmen Sie nützliche Hintergrundinformationen, praktisches Umsetzungswissen und viele Anwendungstipps mit. Ich wünsche mir, dass Ihnen das Lesen genauso viel Freude bereitet, wie mir das Schreiben“ (S. 13). Chapeau! Das ist dem Autor wirklich gut gelungen. Auf über 250 Seiten stellt er die verschiedenen Aspekte knapp dar. Er ergänzt die theoretisch gut fundierten Passagen mit Beispielen aus den unterschiedlichsten Branchen. Schon alleine aufgrund der Beispiele lohnt sich der Kauf. Diese regen die Fantasie für Handlungsfelder im eigenen Betrieb bereits hinreichend an.

Im Fokus von Wolf steht das Thema Wettbewerbsfähigkeit. Nur mit einer guten Mitarbeiterbindung – die nie direkt das Ziel sein kann, sondern ein Ergebnis guter Mitarbeiterführung ist – vermag ich als Betrieb/Organisation wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu stellt er die juristischen, rationalen, verhaltensorientierten, emotionalen, motivationspsychologischen, unternehmens-, aufgaben-, vorgesetzten-, team- und kollegenbezogenen Aspekte zum Thema auf 70 Seiten dar. Im Anschluss daran geht er zum Thema soziale Identität und Identifikation über. Nach einem kurzen Schwenk zum Ist-Zustand der Mitarbeiterbindung kommt er zum eigentlich spannenden Teil: Wie kann ich das Thema Mitarbeiterbindung positiv beeinflussen?

Die Lösung – und diese wird aus dem Titel bzw. Untertitel des Buches leider nicht klar – ist das PEA-System, weil ich mit ihm:
- Potenzial der Humanressourcen erhalten und mehren,
- Erfolg des Unternehmens steigern und
- Attraktivität als Arbeitgeber optimieren kann.

Ab hier stellt das Buch auch einen Werbebeitrag für [...] dar. Inhaltlich ist auch dieser Teil von hoher Qualität. Schade finde ich, dass der hohe werbliche Charakter des Buches für die von Wolf vertretenen und auf seiner Website propagierten Methoden beim Blick auf das Buch nicht von vornherein deutlich werden. Auch in dieser zweiten Hälfte des Buches sind die Praxisbeispiele wirklich wertvoll.


Poka Yoke
Poka Yoke
von Gerd F. Kamiske
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Fehlhandlungen sind nicht vermeidbar, Fehler schon!“ (S. 7), 3. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Poka Yoke (Taschenbuch)
Dem Vermeiden von Fehlern dient Poka Yoke. Die Grundidee: mit Poka Yoke ist Fehlerfreiheit in Prozessen und Abläufen mit Beteiligung von Menschen erreichbar.

Seit Ende der 1980er Jahre ist Poka Yoke ein Begriff in Deutschland. Die Diskussion um das Toyota-Produktionssystem hat es sozusagen in unser Blickfeld gerückt. Es geht dabei darum, mit Hilfe technischer Einrichtungen, Vorkehrungen und einfachen Systemen (zur Fehlervermeidung oder sofortigen Fehleraufdeckung) in der industriellen Fertigung das Null-Fehler-Ziel zu erreichen.

Jochen Sondermann schöpft dazu gekonnt aus seiner reichhaltigen Erfahrungen in der Fertigung innerhalb der Automobilindustrie (Volkswagen). Wichtig erscheint mir die gute Darstellung der Grundhaltung, die bei der Einführung von Poka Yoke Voraussetzung ist. Indem er darstellt, wie fehlerhaft klassische Prüfverfahren trotz aller Bemühungen bleiben müssen, wird klar, wie wichtig das aktive Vermeiden von Fehlern ist.

Nach der knackigen Einleitung über knapp 25 Seiten stellt Sondermann auf den folgenden 80 Seiten anhand seiner eigenen langjährigen Praxiserfahrung die typischen Handlungsfelder (Struktur, Qualität, Fehleranalysen…) von Poka Yoke dar. Den Abschluss bilden zehn Seiten über den Einführungsprozess von Poka Yoke, Do's and Don'ts. Insbesondere gefällt mir, dass er die Einführung von Poka Yoke nicht nur als einen rein mechanischen Prozess sieht, sondern sich bewusst ist, dass es dabei Barrieren der Beteiligten geben mag und insofern Change Management Kompetenzen gefragt sind! Er macht dies am Beispiel des „Embedded Teaching“ (S. 106) verständlich.

Für alle, die sich das erste Mal mit dem Thema Poka Yoke auseinandersetzen wollen: ein prägnanter Einstieg. Für alle, die sich bereits mit dem Thema Poka Yoke auseinandergesetzt haben: hier gibt es sicherlich noch die eine oder andere Anregung mitzunehmen.


Der innere Kompass: Wege der Spiritualität
Der innere Kompass: Wege der Spiritualität
von Jorge Bucay
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Reiseführer zum Thema Spiritualität, 21. November 2013
„Die Suche nach Spiritualität ist immer ein einzigartiger und persönlicher Weg: 'Eine
Wanderung ohne Karte, aber mit einer Richtung'.“

Dieser erste Satz auf dem Umschlag lässt viel erwarten. Und Bucay stellt als Reiseführer zahlreiches Kartenmaterial zum Thema Spiritualität zur Verfügung. Ein Beispiel aus den zahlreichen Karten, die bei Bucay v.a. aus Metaphern bestehen:

„Meister Chuang-tzu sagt: Stell dir vor, du gleitest gemächlich in deinem Boot auf einem ruhigen Fluss dahin und lässt dich ohne Eile in Richtung See treiben. Plötzlich siehst du ein zweites Boot, das in der sanften Strömung schaukelt und deinem immer näher kommt. Du versuchst Abstand zu gewinnen, um einen Zusammenstoß zu verhindern, doch es gelingt dir nicht. Das Boot, das sich von irgendeinem Steg losgerissen hat, stößt gegen den Bug deines Boots und hinterlässt ein paar tiefe Kratzer im glänzenden Lack. Du schaust erneut: In dem Boot ist niemand. Du versuchst es festzuhalten, damit es nicht weiter abtreibt. Der Zwischenfall gefällt dir nicht, vielleicht bedauerst du ihn, doch du ärgerst dich nicht. Chuang-tzu sagt: Warum und über wen solltest du dich ärgern?“ (S. 205-206).

Bucay lässt die Frage, wie das zu erreichen ist, sich nicht zu ärgern, offen. Das bleibt dann doch dem Leser überlassen. Mir gefallen diese zahlreichen Anregungen, die immer wieder das eigene Nachdenken in eine andere Richtung stupsen können, gut.

Und in der Beratung von Unternehmern und Unternehmen stelle ich immer wieder fest, wie lange wir in den gelernten oder gar eingefahrenen Denkmustern verhaftet bleiben. Das Buch ist vielleicht ein Beitrag, die eigene Fahrspur ab und zu – und wenn auch nur kurzfristig – verlassen zu können.


Das Buch der Diagramme: 50 Wege, um jedes Problem visuell zu lösen
Das Buch der Diagramme: 50 Wege, um jedes Problem visuell zu lösen
von Kevin Duncan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unser Hirn denkt visuell, 11. November 2013
Für alle diejenigen, die diese Funktionsweise des menschlichen Gehirns in ihren Präsentationen besser nutzen wollen, ist das Werk von Kevin Duncan gedacht. Seine Grundidee: Ausgehend von der These „Visualisierung steigert die Verständlichkeit und verbessert die Behaltensquote“ werden Hilfsmittel geboten, wie Zusammenhänge leichtgängig visualisiert werden können. Seine Zugangswege in den ersten drei Kapitel sind die Ausgangsformen des Designs: Dreiecke und Pyramiden, Vierecke und Achsen, Kreise und Torten. Daraus entwickelt er Visualisierungsvorschläge wie:
- Keile
- Die Mitte eines Dreiecks als Fokus
- Gitter und Quadranten
- Spiel mit Achsen und Größen
- Zielscheiben und Zwiebeln
- Teil- und Schnittmengen

In Kapitel vier stellt Duncan Vorschläge zur Visualisierung von Zeitverläufen in Form von Zeitleisten und Jahresansichten mit ihren spezifischen Möglichkeiten der Hervorhebung dar, um im abschließenden Kapitel fünf auf Flüsse und Konzepte einzugehen. Z.B. in Form von:
- Organigrammen
- Flussdiagrammen
- Eimer, Trichter, Eieruhr, Fliege als Argumentationsstruktur

Was Duncan leistet: Er liefert Ideen, wie die eigenen Gedankengänge mit Hilfe gut verständlicher und eingängiger Visualisierungen meinem Gesprächspartner leichter vermittelt werden können. Was er (leider) nicht leistet: fertige Argumentationen zu liefern. Da bleibt der Leser (Gott sei Dank) auf sich selbst verweisen!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 9, 2014 8:39 PM CET


Führen Sie schon oder herrschen Sie noch? Eine Anleitung zum fairen Management
Führen Sie schon oder herrschen Sie noch? Eine Anleitung zum fairen Management
von Heinz Siebenbrock
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Provokanter Titel – umfangreiche Darstellung, 28. Oktober 2013
Götz Werner schreibt in seinem Geleitwort: „Das vorliegende Buch kann ich jeder Führungskraft ans Herz legen. Die Lektüre dieses Buches ermöglicht, sich die eigene Haltung und den eigenen Umgang mit Mitarbeitern bewusst zu machen“. Dieser Zielsetzung wird Heinz Siebenbrock in vollen Umfang gerecht.

Zu Beginn stellt er die klassischen Werte der Betriebswirtschaft (wie Sparsamkeit, Gewinnmaximierung, Wettbewerbsorientierung, Wachstum) in Bezug auf deren Wirkung Richtung Einstellung von Führungskräften in Frage. Im nächsten Schritt beschreibt er aktuelle Führungskonzepte um dann auf das Thema „gute Führung – auch eine Frage des Anstands“ zu kommen. In Verbindung mit modernen Managementkonzepten berichtet er aus sieben Praxisfällen. Seine Grundthese: es geht um faires Management!

Auch wenn man Siebenbrock seine Heimat als Professor für Wirtschaft an der Hochschule Bochum in der Ausführlichkeit seiner Darstellung anmerkt – das Buch lohnt sich! Und zwar genau zur Unterstützung eben jener Selbstreflexion, die Götz Werner in seinem Geleitwort ankündigt.

Die Zeit für diese Selbstreflexion ist im klassischen Führungsalltag i.d.R. recht knapp. Die Provokation des Buches ist es, sich diese Zeit zu nehmen!


The Big Five for Life: Leadership's Greatest Secret - Was wirklich zählt im Leben
The Big Five for Life: Leadership's Greatest Secret - Was wirklich zählt im Leben
von John Strelecky
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

4.0 von 5 Sternen Hoher Anspruch!, 21. Oktober 2013
John Strelecky, ein amerikanischer Autor zum Themenbereich Führung und Persönlichkeit hat sich mit diesem Werk viel vorgenommen. Er schließt damit seine bisherigen Titel wie „Das Cafe am Rande der Welt“ und „Safari des Lebens“ und präsentiert den Übertrag der Grundidee der „Big Five“ auf die Tätigkeit als Führungskraft und Unternehmer.

Seine Grundidee ist ein Gedankenexperiment: Wie wäre es, wenn jeder Tag unseres Lebens in einem Museum dokumentiert würde? Diese Fragestellung unterstützt das „im Moment präsent sein“. Wenn ich genau wüsste, dass jede Minute und Stunde meines Lebens für die Nachwelt festgehalten würde, würde ich dann Dinge tun, mit denen ich meine Zeit vergeude, die mich nicht bereichern und die nicht zu meinem Lebensziel passen? Wahrscheinlich nicht!

Diese Grundidee entfaltet Strelecky in einer recht typischen (amerikanischen) Businessfabel am Beispiel des fiktiven Unternehmers Thomas Derale. Auch wenn ich mich beim Lesen gefragt habe, ob die manchmal sehr emotionale Rahmenerzählung nicht eher vom Inhalt ablenkt, hat das Buch mich doch in seinen Bann gezogen.

Im Detail behandelt der Autor u.a. Fragestellungen und gibt Hilfestellungen zu deren Bearbeitung wie:

- Was ist mein Zweck der Existenz (ZDE)?
- Wie kann ich mich meinem ZDE nähern?
- Meine Mitarbeiter/-innen haben ihren eigenen ZDE. Wie gehe ich als Führungskraft damit um? Wie kann ich es fördern, dass sich meine Mitarbeiter/-innen ihrem ZDE nähren? Immer in der Grundannahme, dass ein/e Mitarbeiter/-in, der/die auf Dauer entgegen ihres/seines ZDE eingesetzt wird, die betrieblichen Projekte eher behindert als vorantreibt.
- Wie hängen Gewinne und Mitarbeiterzufriedenheit miteinander zusammen?

Mich hat das Buch aufgrund seines Facettenreichtums positiv überrascht. Beim Lesen haben sich immer wieder Anregungen für meinen beruflichen Alltag als Führungskraft daraus entwickelt. Und Umsetzungsschritte daraus bleiben meine Aufgabe.


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