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Stephan Teuber, Loquenz Unternehmensberatung GmbH "Stephan Teuber" (Leinfelden-Echterdingen)

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Change-Trainings erfolgreich leiten: Der Seminarfahrplan
Change-Trainings erfolgreich leiten: Der Seminarfahrplan
von Anna Dollinger
  Broschiert
Preis: EUR 49,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Methodenvielfalt rund um Change-Management leicht gemacht, 7. März 2014
Anna Dollinger ist es mit diesem Buch gelungen, einen leicht verständlichen Seminarfahrplan für Change-Trainings vorzulegen, der v.a. durch seine Vielfalt an Methoden, einzelnen Hinweisen und Downloads glänzt. Eigentlich könnte man mit diesen Vorarbeiten praktisch aus dem Stand mit einem Change-Training in einer Firma loslegen. Selbst die Fallstudien sind bereits vorbereitet.

Das Buch zeichnet sich dadurch aus, dass die Autorin die psychologische Seite von Veränderungsprozessen und seine potenziellen Folgen bei Mitarbeiter/-innen gut beleuchtet und auch Methoden vermittelt, damit proaktiv agiert werden kann, um unnötige Irritationen zu vermeiden. Was mir gut gefällt: Es geht Dollinger nicht darum, so zu tun, als könnte man Irritationen in Change-Situationen komplett vermeiden. Es geht ihr klar um eine Minimierung – immer in dem Bewusstsein, dass Irritationen auch sein müssen, um Dinge in Bewegung zu bringen.

Was hätte ich mir in dem Werk zur Abrundung zusätzlich gewünscht? Zum einen mehr über das Thema Projektmanagement – insbesondere agile Projektmanagement-Methoden im Change. Dollinger stellt zwar das Element der Stakeholder-Analyse ausführlich und sorgfältig vor, doch wie komme ich mit den Veränderungen im Veränderungsprozess selbst zurecht? Was stellt das für Anforderungen an die Arbeitsweise im Change-Management-Team? Und wie kann diesen Anforderungen begegnet werden? Das wäre für mich noch einen halben Seminartag wert gewesen.

Zum anderen mehr über das Thema der Social Media im Kontext der Veränderungskommunikation. Zwar geht die Autorin auf die verschiedenen Kommunikationsmedien in der Übersicht auf S. 144 ein, doch hängt es meiner Erfahrung nach in der Praxis weniger am Wissen über die Vielzahl der Medien – hier bekommt man im Veränderungsprozess ja auch häufig genug Hilfestellung durch die Unternehmenskommunikation oder einer beauftragten Kommunikationsagentur – sondern eher daran, wie sich die Führungskräfte diese Medien im Sinne eines Enterprise 2.0 zu eigenen machen können; und welche Hilfestellung dazu im Veränderungsmanagement geleistet werden kann.

Doch sollen diese beiden Anmerkungen den Wert der übersichtlichen Darstellung von Anna Dollinger nicht mindern. Für mich stellt dieses Buch einen praktischen Methoden-Steinbruch dar, an dem ich mich gerne bei der Gestaltung von Change-Workshops mit betroffenen Führungskräften oder bei Auffrischungsworkshops mit Change-Teams bediene.

Fazit: sehr empfehlenswert!


Switch: Veränderungen wagen und dadurch gewinnen!
Switch: Veränderungen wagen und dadurch gewinnen!
von Chip Heath
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Veränderungen nicht nur initiieren, sondern v.a. nachhaltig gestalten, 28. Februar 2014
Die Brüder Chip (Professor an der Standford University) und Dan (Professor an der Duke University) Heath gehen mit viel Erfahrung und Forschungshintergrund (v.a. Entwicklungspolitik und Armutsphänomene) der Frage nach, wie Veränderung funktioniert. Sie kommen dabei auf gut 270 Seiten dargestellt – in ihre metaphorische Sprache gekleidet - auf drei Grundprinzipien:
1. Dem Reiter die Richtung weisen
2. Den Elefanten motivieren
3. Den Weg ebenen
Die letzten zehn Seiten widmen sie der Fragestellung, wie der Wandel in Gang gehalten werden kann.

Das Inhaltsverzeichnis kann dabei wie ein Rezeptbuch des „Wie?“ gelesen werden. Im ersten Kapitel geht es um die Frage, wie dem Reiter (unserer rationalen Seite) die Richtung gewiesen werden kann. Indem wir unserem Verstand aufzeigen, dass es bereits Wege gibt, das Ziel zu erreichen (auf positive Ausnahmen fokussieren), die einzelnen Schritte klar festlegen und das Ziel der Schritte aufzeigen.

Im zweiten Kapitel steht die emotionale Seite im Vordergrund. In Anlehnung an Jonathan Haidt nennen die Autoren diese „den Elefanten motivieren“. Wie? Indem das Gefühl eindrucksvoll angesprochen wird (mich hat hier das Beispiel des Changes in der Grundeinstellung der Buchhaltung einer sozialen Organisation beeindruckt, S. 130-132) und das Ausmaß der Veränderung in kleinen Häppchen verdaubar gemacht wird. Wenn ein solcher Prozess dann noch durch die positiven Effekte, die selbstlernende Teams erzeugen können, unterstützt wird, scheint das Thema Motivation zur Veränderung ein Selbstläufer werden zu können. Die Autoren prägen dafür den Slogan „Lassen Sie Ihre Leute an den Aufgaben wachsen“.

Im dritten Kapitel geht es um die Frage, wie eine solche initiative Change-Bewegung ihre Wirkung in die Breite entfalten kann. Die Vorschläge der Autoren: Das Umfeld verändern (wir alle kennen das Phänomen, dass wir bei großen Tellern tendenziell umfangreicher am Buffet zugreifen), Gewohnheiten herausbilden (z.B. die Laufschuhe schon abends bereitstellen, sodass ich beim Aufstehen sozusagen in meine Laufschuhe falle) und die „Herde“ mobilisieren (v.a. durch das Herstellen von sozialen Vergleichen; Wir kennen die Hinweise in Hotelbadezimmern, in denen auf das ökologisch bewusste Verhalten anderer Hotelgäste verwiesen wird).

Mit dem abschließenden vierten Kapitel erinnert das Autorenduo daran, dass es bei Veränderungen nicht um den großen Wurf, sondern viele kleine Schritte im Kleinen geht. Angelehnt an das Prinzip des Shapings aus der Verhaltenspsychologie sind auch die ersten Schritte hin zum Veränderungsziel wertzuschätzen – und nicht erst das finale Ergebnis.

Der Anhang fasst die vorherigen 280 Seiten dankenswerter Weise auf acht Seiten Pragmatismus zusammen. Für Change-Verantwortliche eine wertvolle Checkliste zur Reflexion der eigenen Vorgehensweise.

Für mich liefern Chip und Dan Heath mit dem vorliegenden Werk - in Ergänzung zu John P. Kotters acht Schritte der Veränderung, die eher die strategische Ebene der Veränderungsarbeit beschreiben - sozusagen die notwendige und aus meiner Beratungserfahrung in Change-Prozessen heraus unabdingbare Feinarbeit auf der Ebene der Change-Kommunikation. Unbedingt lesenswert!


Digital Working für Manager: Mit neuen Technologien effizient arbeiten
Digital Working für Manager: Mit neuen Technologien effizient arbeiten
von Thorsten Jekel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitmanagement und Arbeitstechniken – Effizienzsteigerung konsequent durch neue Medien unterstützt, 21. Februar 2014
Beim Thema Umgang mit der Arbeitsflut in Betrieben steht die E-Mail-Flut in der Regel an erster Stelle. Bereits im ersten Kapitel geht Thorsten Jekel auf diese im Arbeitsalltag dominante Frage ein. Wie kann ich mir das Leben mit den zahlreichen, fast zahllosen E-Mails leichter machen? Wie kann ich nicht-sinnstiftende E-Mails ganz vermeiden? Und vor allem: Mit Hilfe welcher Routinen kann ich mir das neue Verhalten zur Methode machen und als Automatismus aneignen?

Die Gliederung anhand typischer betrieblicher Handlungsfelder wie Effizienzsteigerung von Meetings, Umgang mit Zielen, Planung und Organisation von Aufgaben bis hin zur Reiseplanung strukturiert das Buch. Nicht die Optionen, die von den elektronischen Medien zur Verfügung gestellt werden, stehen im Vordergrund, sondern der Autor behält über die 200 Seiten hinweg den Handlungsdruck aus Sicht der Führungskraft im Fokus – hervorragend!

Konsequent ist auch der Verweis mit Hilfe von QR-Codes auf die tagaktuellen im World Wide Web verfügbaren Informationen.

Fasziniert haben mich die zehn Seiten zum Thema smartes Dokumenten-Management. Angefangen vom Scannen am Arbeitsplatz bis hin zu Systemen wie Mappei, Classei und Microsoft SharePoint. Hier werde ich auf jeden Fall weiter in die Tiefe gehen.

Mein Fazit: Jekel bietet mit Digital Working für Manager einen wahren Steinbruch an wertvollen Ideen und Tipps, die eigene Effizienz (und die des Teams) zu steigern.


Knappheit: Was es mit uns macht, wenn wir zu wenig haben
Knappheit: Was es mit uns macht, wenn wir zu wenig haben
von Sendhil Mullainathan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie Knappheit die Bandbreite der eigenen Wahrnehmung verengt, wie damit umgehen und warum Reserven so wichtig sind., 14. Februar 2014
Sendhil Mullainathan und Eldar Shafir, die beiden Autoren, versuchen mit Knappheit „den Grundakkord vieler sozialer Probleme in den verschiedensten Kulturen und unter allen möglichen ökonomischen Verhältnissen und politischen Systemen“ (S. 13) zu ergründen. Ihre Leitfrage: „Könnte Knappheit eine ganz bestimmte übergreifende Logik aufweisen, eine Logik, die bei all den unterschiedlichen Hintergründen gilt?“ (S. 13).

Um es vorab festzuhalten: Dies ist den Autoren mit dem vorliegenden Buch außerordentlich gut gelungen!

In drei Teilen beschreiben sie, wie:
Teil 1: Knappheit unser Denken beherrscht,
Teil 2: Knappheit Knappheit erzeugt und
Teil 3: Wie wir mit Knappheit in der Zukunft umgehen können.

Wie beherrscht Knappheit unser Denken?
Wir kennen es alle. Sobald eine Deadline bei einer Aufgabe vorhanden ist und diese naht, fokussieren wir uns auf diese Aufgabe. Der Nachteil dieser Fokussierung besteht in der eingeschränkten Bandbreite der Wahrnehmung für andere Dinge um uns herum (Tunnelblick). Sei es aufgrund von Betriebsblindheit oder durch Ausblenden. Die Autoren nennen das Ergebnis von Knappheit Tunnelsteuer, d.h. als Ergebnis unserer Fokussierung auf z.B. die Deadline einer Aufgabe, gehen uns andere Dinge „durch die Lappen“, die wir dann nach Abgabetermin der ersten Aufgabe zum Teil teuer nachholen müssen.

Anhand zahlreicher Experimente beschreiben die Autoren, wie durch Knappheit unsere Bandbreite der Wahrnehmung leidet und dadurch unser Leben erschwert wird. Für mich interessant: Diese Prozesse entstehen nicht nur bei finanzieller Knappheit oder bei Hunger, sondern auch bei Knappheiten an Konzentration (z.B. durch Lärmbelastung oder Störungen), bei Knappheiten bezüglich Zeit oder auch bezüglich Kalorien.

Wie erzeugt Knappheit weitere Knappheit?
Sind wir erst einmal in der Knappheitsspirale gefangen, verstärkt sich der Effekt der Knappheit immer weiter. Durch die eingeschränkte Bandbreite tendieren wir zum Kompromissdenken. Dadurch entstehen häufig Lösungen, die im weiteren Verlauf wieder für Knappheit sorgen. Dadurch wird die Bandbreite weiter eingeengt usw.
Der Weg aus dieser Spirale heraus ist das Anlegen von Reserven. Diese helfen uns die Bandbreite wieder zu erweitern und ein weiterer Nebeneffekt ist: Es entsteht Raum für mögliche Fehler und vermeidet den Wiedereinstieg in diese Spirale. Wie funktioniert das? Da Fehler bei Knappheit der Ressourcen aufgrund ihrer hohen Kosten unbedingt vermieden werden müssen, erzeugt in dieser Situation ein Fehler sofort eine erneute Verengung der Brandbreite – der „beste“ Einstieg in die Spirale der Knappheit. Die Autoren sprechen deshalb auch von der „Knappheitsfalle“ (S. 145-170).

Wie kann ich für knappe Zeiten planen?
Indem ich für den Aufbau von Bandbreite Sorge trage. D.h.: Reserven aufbauen – und diese unbedingt halten! Und wieder gilt: Reserven an Geld, Nahrungsmittel, Kraft, Zeit… Wobei wichtig ist, Reserven nicht mit Überfluss zu verwechseln. Leider wird dieser Zusammenhang von den Autoren nur auf knapp drei Seiten ausgeführt (S. 253-256). Hier wäre es reizvoll gewesen, etwas weiter in die Tiefe zu gehen.

Für mich haben die Autoren ihr Versprechen aus dem Untertitel von Knappheit „was es mit uns macht, wenn wir zu wenig haben“ hervorragend eingelöst. Ihre Stärke ist es, am Beispiel von Armut und was in dieser Situation getan werden kann, das Thema Knappheit eindrucksvoll zu entfalten. Immer wieder gehen Mullainathan und Shafir auch auf das Thema Zeitarmut ein und deuten Entfaltungsmöglichkeiten für Mitarbeiter und Führungskräfte an. Hier regt das Buch zum eigenständigen Weiterdenken an!


Praxisbuch Lean Management: Der Weg zur operativen Excellence
Praxisbuch Lean Management: Der Weg zur operativen Excellence
von Pawel Gorecki
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lean ist mehr als Methodenfetischismus, 7. Februar 2014
Das Praxisbuch nimmt sich zwei Ziele vor:
1. Die Methoden und Werkzeuge des Lean Management so zu beschreiben, dass diese im Unternehmen angewendet werden können.
2. Die Lean-Philosophie und die innere Struktur des Lean-Gedankens aufzuzeigen.

Das erste Ziel ist Gorecki und Pautsch offensichtlich gut gelungen. Auf 220 Seiten stellen Sie Hilfsmittel und Werkzeuge dar, um Lean mit Methoden und Kennzahlen umsetzen zu können. Sie widmen sich ausführlich der Fragestellung, wie diese Werkzeuge richtig einzusetzen sind und verdeutlichen eindrücklich, mit welchen Bausteinen das Pull-Prinzip zu einem synchronisierten Wertstrom führen kann.

Die restlichen 80 Seiten widmen die Autoren natürlich einer kurzen Entstehungsgeschichte des Lean-Gedankens, um dann darzulegen, aus welchen Grundideen die Lean-Philosophie zusammengesetzt ist. Beeindruckt hat mich der deutliche Hinweis, bevor ein Lean-Aktionismus einsetzt, zuerst zu reflektieren, welche Philosophie und Vision meines Unternehmens überhaupt Lean als Grundidee verträgt. In den 20 Seiten am Ende des Praxisbuches kommt für mich (als Change-Management Berater) der entscheidende Teil: Wie führe ich eine Lean-Organisation in einem Unternehmen ein? Und vor allem: Wie etabliere ich diese auf Dauer? Die Hinweise dazu hören sich auf den ersten Blick schlicht an:
- Team-Struktur und Team-Meetings
- Sensei-Prinzip, das man mit Mentoren für Lean oder kollegiales Coaching für alle vergleichen könnte.

Aufgrund der zahlreichen Praxisbeispiele, die fortlaufend zur Illustration der Methoden, Techniken und Werkzeuge dienen, kann der Leser diesen Hinweisen am Schluss des Buches nur noch zustimmen.

Am Ende bringen die Autoren ihr Verständnis von Lean nochmals auf den Punkt: Lean-Management ist „das harte Arbeiten an den nicht sichtbaren Teilen der Organisation, also der Veränderung der einzelnen Mitarbeiter/Manager und deren Arbeits-, Analyse- und Vorgehensweisen. (…) Diese effiziente Art, die heute als Business Excellence verstanden wird, entsteht ausschließlich durch die nachhaltige Veränderung des nicht sichtbaren Teils der Unternehmensaktivität – der Veränderung der Menschen“ (S. 301).

Für alle, die dieser Grundidee im Ansatz zustimmen können, bietet das Werk einen wahren Schatz an konkreten und praxisnahen Hilfsmittel und Hinweisen.


Excellence in Service und Administration: - Dienstleistungen optimieren - Kunden begeistern - Kosten reduzieren
Excellence in Service und Administration: - Dienstleistungen optimieren - Kunden begeistern - Kosten reduzieren
von Mehdi Al-Radhi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

5.0 von 5 Sternen Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit in allen Bereichen von Service und Administration maximieren, 24. Januar 2014
Die Autoren Mehdi Al-Radhi und Sebastian Diers haben sich viel vorgenommen – und halten Wort! Wie bereits in ihrer Einleitung versprochen, verzichten sie auf die theoretische und wissenschaftliche Auseinandersetzung zu den einzelnen Themengebieten, sondern stellen den betrieblichen Anwender konsequent in den Vordergrund.

Ihr Vorgehen ist über fünf Blöcke klar strukturiert:
1. Schwerpunktoptimierung
2. Büromanagement
3. Geschäftsprozessoptimierung
4. Effektive Organisation
5. Schulung und Training

Ausführlich beschreiben sie die konkreten Anwendungen der Lean-Prinzipien, illustrieren diese an betrieblichen Praxisbeispielen und visualisieren immer wieder die erforderlichen Hintergründe und Analyseinstrumente. Methodisch ist das Werk wirklich sehr umfassend.

Viele Versuche, Lean-Prinzipien in Betrieben und Organisationen einzuführen, scheitern an der Nachhaltigkeit. Auf diesen entscheidenden und erfolgskritischen Punkt gehen die Autoren sehr schön ein. Ihr Credo: Es darf nicht alleine um die Anwendung von Methoden gehen, sondern die Einstellung der handelnden Personen ist entscheidend. Diese sollten die Lean-Philosophie im Denken und Tun verkörpern. Dem kann ich aus meiner Beratungserfahrung nur zustimmen!


Leading from the Emerging Future: From Ego-System to Eco-System Economies (BK Currents)
Leading from the Emerging Future: From Ego-System to Eco-System Economies (BK Currents)
von Otto Scharmer
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leading from the emerging Future, 23. Januar 2014
Wie kann einem sterbenden System (Ego-System) wieder Leben eingehaucht werden? Durch eine bewusste Veränderung der Aufmerksamkeit hin zu einer ganzheitlicheren Perspektive auf unser ökonomisches System.

Nach dem Erfolg der „Theorie U - Von der Zukunft her führen: Prescencing als soziale Technik“ legt Otto Scharmer mit diesem Band nach. Er wendet Prescencing, Hinspüren und Aufmerksamkeit auf Bewegungsrichtungen wie vom Ich zum Wir oder vom Ego zur ökologischen Perspektive an.

Seine Grundthese dabei lautet: Die Qualität der Ergebnisse, die von einem System produziert werden, hängen von der Qualität der Wachheit/Bewusstheit der Personen ab, die in diesem System arbeiten (vgl. S 18). Er lenkt die Perspektive damit auf die innere Verfassung einer Organisation oder Firma. Dieser Perspektivwechsel ist ungewohnt und macht neugierig. Auf den Seiten 168ff stellt er dazu zwölf Prinzipien vor:
1. Praktizieren, nicht predigen
2. Beobachten, beobachten, beobachten: beobachten und zuhören
3. Verbinde Dich mit Deiner Intention – das ist das stärkste Instrument
4. Wenn sich die Gelegenheit auftut – verbinde Dich und agiere aus dem Jetzt
5. Folge Deinem Herzen – tue was Du liebst und liebe was Du tust
6. Bleibe im Dialog mit dem Gesamten/Universum
7. Kreiere Dir einen täglichen Raum des vertieften Hinhörens, der Stille/Kontemplation
8. Wiederhole, wiederhole, wiederhole
9. Nehme die Lücke wahr zum Feld der Zukunft
10. Nutze bewusst unterschiedliche Sprachen mit unterschiedlichen Beteiligten
11. Wenn Du andere verändern willst, sei zuerst selbst veränderungsbereit
12. Gebe niemals auf.

Die zwölf Prinzipien stellen in der jeweiligen Einzelperspektive nichts vollkommen Neues dar. Jedoch, die Entfaltung und Zusammenschau dieser Prinzipien in Richtung der Frage, wie ich von der entstehenden Zukunft aus führen kann – hier entfalten die Autoren ein facettenreiches und überraschendes Universum an Optionen, die den Leser regelrecht in ihren Bann ziehen. Das Buch wirkt im Anschluss an die Lektüre sicherlich nach, auch wenn es nicht unbedingt rational zu beschreiben ist.


Circle Way (BK Business)
Circle Way (BK Business)
von Christina Baldwin
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,21

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gespräch und Diskussion im Kreis, 17. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Circle Way (BK Business) (Taschenbuch)
A leader in every chair" ist das Motto von Christina Baldwin und Ann Linnea. Mit diesem Motto machen sie den Anspruch der Methode The Circle Way" deutlich. Jede/r, der/die an einer Diskussionsrunde teilnimmt, sollte die eigene Verantwortung für seinen Grad der Partizipation (z.B. aktive Teilnahme, Mitdenken, Beobachten, Distanz halten) übernehmen. Die Methode the circle way" verspricht dafür entscheidende Hilfestellung.

Wie häufig in amerikanischen Methodenbüchern ist auch dieses Werk mit illustrierenden Beispielen reichlich bestückt. Manchmal erhöht das aufgrund der Konkretisierung die Verständlichkeit. Für mich ist es häufiger im Umfang unnötig aufgebläht. Hier könnte weniger mehr sein.

Doch jetzt zum Inhalt: Recht eindrücklich wird in der Einleitung die Entstehungssituation beschrieben. Es handelte sich um ein fünftägiges Schreibseminar im Juli 1991. Fünf Tage erscheinen als reichlich Zeit. In der Methode ist dieser großzügige Umgang mit der Ressource Zeit auch immer wieder festzustellen. Und genau dieser - nur auf den ersten Blick - großzügige Umgang mit der zur Verfügung stehenden Zeit, scheint mir eine wesentliche Besonderheit des the circle way" zu sein. Denn erst dadurch erfahren die Dinge die Gelegenheit, vertieft verstanden zu werden und dadurch ergibt sich auch für die aus einem Gespräch entstehenden Lösungen ein häufig vertieftes Commitment.

Das Konzept an sich ist rasch skizziert. Die Sitzordnung im Kreis soll das Fokussieren auf das in der Mitte stehende Thema erleichtern. Für die gute Gestaltung der Gesprächsrunde werden drei Rollen vergeben (Gastgeber, Prozesshüter und Schreiber). Es geht um eine vertrauens- und respektvolle Gesprächs- und Diskussionsform, bei der das gegenseitige Verstehen eine zentrale Rolle spielt. Erst auf das wirklich vertiefte Zuhören erfolgt die Formulierung des eigenen Gesprächsbeitrages. Das Ergebnis einer solchen Vorgehensweise sind häufig bessere, dauerhaftere oder sehr überraschende Lösungen, die im klassischen Pro-/Contra-Stil häufig nicht erreicht werden.

Für wen weniger die O-Töne der Entwicklerinnen entscheidend sind, sondern wer einfach eine gute, rezeptartige Einführung in the circle way" sucht, dem sei auch die Lernlandkarte Nr. 9 von Neuland empfohlen. Da finden sich alle wesentlichen Facetten dieser Arbeitsmethode mit für uns passenden Ergänzungen.


Was wir sind und was wir sein könnten: Ein neurobiologischer Mutmacher
Was wir sind und was wir sein könnten: Ein neurobiologischer Mutmacher
von Gerald Hüther
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Begeisterung ist Dünger fürs Hirn, 10. Januar 2014
Gerald Hüther versteht es mit „Was wir sind und was wir sein könnten – ein neurobiologischer Mutmacher“ wirklich Mut zu machen. Eigentlich ist es klar: Das Gehirn formt sich so aus, wie wir es mit Begeisterung benutzen. Entscheidend ist die subjektive Bewertung unserer Tätigkeit. Mich erinnert das an den Ausspruch „Tue was Du liebst und liebe was Du tust“. Für Hüther geht es in seinem Buch v.a. um die Frage, was das für das Heranwachsen unserer Kinder, unser Schulsystem… zur Folge haben sollte.

Mich haben v.a. seine Ausführungen zur Frage „Wie wir unsere Begeisterungsfähigkeit verlieren“ interessiert (S. 108). Was kann das für Führung im Betrieb bedeuten? Seine Grundidee: Durch selbstorganisierende Prozesse erhalten wir uns die Möglichkeit und schaffen uns Gelegenheiten, die Begeisterung nach dem Erreichen selbstgesetzter Ziele erleben zu können. Für das Thema Führung würde dies z.B. bedeuten:
- Wie kann ich Mitarbeiter/-innen ermutigen, an der Formulierung von Zielen mitzuwirken und die Wege dahin gemeinsam zu konkretisieren?
- Was können wir tun, damit der Betrieb nicht von vornherein eine „begeisterungsfeindliche Zone“ ist/wird?
- Wie schaffen wir ein Klima, in dem Begeisterung und auch das Gegenteil – Langeweile – überhaupt zum Thema werden kann?
- …

Eine Vision zum Thema Begeisterung habe ich. Ein kurzer Videoausschnitt aus einem Baseballspiel auf YouTube unter [...] zeigt auf, was möglich ist, wenn ich von einer Aufgabe wirklich begeistert bin. Viel Spaß beim Ansehen!


Der Sinn macht Erfolg - Mit christlichen Werten Unternehmen führen
Der Sinn macht Erfolg - Mit christlichen Werten Unternehmen führen
von Klaus Koziol
  Broschiert
Preis: EUR 10,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Inspirierend – doch wäre mehr möglich gewesen, 16. Dezember 2013
Der Untertitel ist Programm: „Mit christlichen Werten Unternehmen führen." Klaus Koziol nimmt sich in seinem Büchlein vor: „Wagen wir das Experiment zu überprüfen, ob und wie Werte mithelfen können, die Menschendienlichkeit und mit ihr den wirtschaftlichen Erfolg zu ermöglichen“ (S. 10).

Nach einer kurzen Einführung in das Phänomen des vernetzten wirtschaftlichen Handelns heute, stellt er das Grundprinzip der christlichen Werte vor: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“ (S. 21). Die katholische Soziallehre entwickelt daraus drei Prinzipien, die auch für das wirtschaftliche Handeln gelten sollten:
- Personalität: der Mensch im Mittelpunkt
- Solidarität: Mensch-Sein immer in der Gemeinschaft mit anderen
- Subsidarität: Hilfe zur Selbsthilfe
Klaus Koziol fügt noch ein viertes Prinzip hinzu:
- Verantwortung: vor Gott und den Menschen.

Nach diesen knapp 30 Seiten Einleitung und Hinführung, kommt der Autor zu dem aus seiner Sicht zentralen Teil des Buches: Wie kann ich diese christlichen Werte umsetzen? Die Antwort folgt auf den nächsten gut 50 Seiten – mit dem SENSOR-Prinzip. Dieses Akronym ist zusammengesetzt aus:
- Selbstentfaltung
- Erfolgsorientierung
- Nachhaltige Verantwortung
- Story-Telling
- Outside-Inside-Management
- Risikovermeidung.

Gegen das SENSOR-Prinzip als einen Weg, christliche Werte umzusetzen, ist nichts einzuwenden. Der Autor führt dieses Prinzip auf den Folgeseiten des Werkes unterstützt mit Beispielen aus. Ich frage mich, ob es nicht andere Optionen gibt, christliche Werte in der Unternehmensführung erfolgreich umzusetzen?

Am Beispiel Story-Telling wird dies deutlich. Seine These: „Die Story, die gegründete Story, macht den Erfolg“ (S. 56)… „dieser Spirit kann emotionalisieren und mitreißen und sich zum Mythos entwickeln, der dann die Alleinstellung schlechthin entwickelt, weil nicht mehr geworben werden muss. Der Mythos birgt so viel Kraft in sich, dass Menschen an diesem Mythos partizipieren wollen“ (S. 57). Koziol hat hier v.a. die Brille des Marketings, der Markenführung auf. Man könnte auch eine ganz andere Brille aufziehen. Z.B. mit Otto Scharmer gesprochen, die Frage des Urgrundes, woraus die sich einem Betrieb zugehörig fühlenden Menschen ihre Ursprungsmotivation schöpfen. Eine Marke wäre dann nur das erkennbare Bild bzw. Logo, die Visualisierung nach außen, die diese Emotionen zugänglich macht.

Den Abschluss bildet ein kurzes Kapitel über christliche Ethik als neuer Wachstumsmotor. Hier hätte ich mir mehr als die gut vier Seiten Text gewünscht. Vielleicht im nächsten Buch von Koziol?


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