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Rezensionen verfasst von
Stephan Teuber, Loquenz Unternehmensberatung GmbH "Stephan Teuber" (Leinfelden-Echterdingen)

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Wie mache ich aus einem Elefanten wieder eine Mücke?: Mit Emotionen Konstruktiv umgehen
Wie mache ich aus einem Elefanten wieder eine Mücke?: Mit Emotionen Konstruktiv umgehen
von Theo IJzermans
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

5.0 von 5 Sternen Mit inneren Überzeugungen und Glaubenssätzen produktiv umgehen, 11. April 2014
Die Rational-Emotive Therapie (RET) nimmt die Bewertung von Ereignissen in den Fokus. Diese individuell unterschiedlichen Bewertungen steuern über unsere Emotionen unser Verhalten. In meinem Berufsalltag als Unternehmensberater erlebe ich oft, wie sich Mitarbeiter/-innen und Führungskräfte ihren eigenen Emotionen quasi ausgeliefert fühlen. Sie erleben sich als Objekt ihrer Emotionen und weniger als Subjekt, das auch seinen Teil zur Entstehung und Beeinflussung dieser persönlichen Emotionen beitragen kann.

Ijzermans und Bender stellen in diesem Taschenbuch RET als eine Möglichkeit dar, mit diesen Emotionen
aktiv umzugehen und zu arbeiten. Für den/die schnelle/n Leser/in bietet sich die Seite 153 an, in der das Vorgehen in acht Schritten auf einer Seite kurz dargestellt wird. Wer sich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen will, findet in den ersten zwei Dritteln des Bandes eine ausführliche und fundierte Erklärung der Methode RET, die dann im letzten Drittel anhand von ausgewählten Themen exakter beleuchtet wird. Die Autoren entfalten die Anwendung der RET an folgenden Fragestellungen:
- Führungskräfte: Leiten ohne Leiden (irrationale Gedanken und Führung)
- Morgen mache ich es ganz bestimmt (Verschieberitis)
- Warum ständig Veränderungen? (Widerstand gegen Veränderung)
- Mein Problem ist, dass ich ein Problem habe (von der sekundären Ebene zur primären Ebene).

Gut gefällt mir dabei, dass die langjährige psychotherapeutische Praxis der Autoren deutlich durchscheint. Die Fallbeispiele sind ausführlich beschrieben und bereits beim ersten Lesen entstehen Impulse für das eigene Handeln. Dabei kommt die Praxiserfahrung der Autoren nie belehrend, sondern immer inspirierend und zur Reflexion anregend beim Leser an.

Die Frage im Titel „Wie mache ich aus einem Elefanten wieder eine Mücke?“ haben Ijzermans und Bender in ihrem Untertitel bereits beantwortet: Indem man mit Emotionen konstruktiv umgeht! Das Werk gibt dazu ausgezeichnete Hilfestellung.


Mit offenem Herzen: Ein Bericht zwischen Leben und Tod
Mit offenem Herzen: Ein Bericht zwischen Leben und Tod
von Elie Wiesel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Ein berührender Bericht zwischen Leben und Tod, 4. April 2014
Elie Wiesel ist als Schriftsteller durch die Reflexion seiner Erfahrungen mit dem Holocaust bekannt. Für seinen Kampf gegen Unterdrückung, Gewalt und Rassismus wurde er 1986 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

In „Mit offenem Herzen“ schildert Wiesel – anlässlich eines lebensbedrohlichen Eingriffs am offenen Herzen – autobiografisch die Erkundung seiner tiefsten Beziehungen und Überzeugungen. Im Kontrast zu unserer, durch vielfältige Anforderungen, Getriebenheit des Alltags lenkt Wiesel den Blick des Lesers auf zentrale Punkte. Zum Beispiel auf den Rat des Talmudweisen: „Lebe stets so, als müsstest du morgen schon sterben“. Allein dieser Rat veranlasst beim Weiterlesen zu pausieren und den Satz wirken zu lassen.

Vielleicht sollte das der Modus sein, der sich für die Lektüre dieses kurzen Bändchens empfiehlt. Ein, zwei oder drei Sätze aufnehmen, pausieren, nicht angestrengt reflektieren, sondern die Aussage wirken lassen…

Mich fasziniert an „Mit offenem Herzen“, wie unprätentiös aber wirkungsvoll Wiesel zu diesem fast schon meditierenden Lesen einlädt. Und während ich diese Zeilen schreibe, bin ich verführt, das Buch erneut zur Hand zu nehmen, die erste Seite aufzuschlagen und ein, zwei oder drei Sätze aufzunehmen…


Glück in Psychologie, Philosophie und im Alltag
Glück in Psychologie, Philosophie und im Alltag
von Jens-Uwe Martens
  Broschiert
Preis: EUR 24,90

5.0 von 5 Sternen Die Geschichten und Erfahrungen des Autors machen das Werk zum Kleinod., 28. März 2014
Dem Autor ist es anzumerken, dass er sich schon lange – wahrscheinlich fast sein ganzes Leben lang – mit der Frage des Glückes bzw. des gelingenden Lebens beschäftigt. Schon sein frühes Werk „Im Herzen kennen wir das Zögern: Der kleine Prinz als Begleiter durch das Leben“ hatte mir außerordentlich gut gefallen.

Mit dem vorliegenden Titel bleibt Martens seiner Linie der exakten wissenschaftlichen Aufarbeitung von Themen treu, wie er es bereits zum Thema „Selbstmotivierung“ unter Beweis gestellt hat.

Nach der systematischen Entfaltung der Perspektiven auf das Thema Glück anhand der Philosophie, der Psychologie, emotionaler Hindernisse auf dem Weg zum Glück im ersten Drittel des Werkes, geht Martens dezidiert auf die Wege zum Glück ein. Hier bieten sich zwei Optionen:
a) Beseitigung von Mangel
b) Glücksfaktoren.

Und auf diesen hundert Seiten zum Thema Glücksfaktoren wird es so richtig spannend! Sie reichen von physischen Bedingungen über soziale Beziehungen und geistige Bedürfnisse bis hin zum Aufbau eines positiven Ich-Bewusstseins und glück-förderlicher Grundeinstellungen.

Was das „Glück in Psychologie, Philosophie und im Alltag“ so lesenswert macht, ist seine gelungene Mischung aus wissenschaftlich exakter Aufarbeitung und Illustration durch Anekdoten, Geschichten und Metaphern. Damit erreicht Jens-Uwe Martens sowohl den/die kognitiv orientierte/en Leser/in als auch diejenigen, die sich Sachverhalte anhand einer Geschichte leichter erschließen können. Mir sind v.a. die Erzählungen „hängen geblieben“.


Organisation für Komplexität: Wie Arbeit wieder lebendig wird - und Höchstleistung entsteht
Organisation für Komplexität: Wie Arbeit wieder lebendig wird - und Höchstleistung entsteht
von Niels Pfläging
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Führung ist Arbeit am System, nicht am Menschen!, 21. März 2014
Bereits „Führen mit flexiblen Zielen“ war äußerst inspirierend zu lesen. Mit dem vorliegenden Band ist Pfläging wieder ein lesenswerter Band gelungen. Ausgehend vom Konzept der dynamik-robusten Organisation zeigt er kurzweilig und tiefgründig u.a. auf, wie:

- gelingt Wachstum ohne überdimensionale Bürokratie?
- kann einem Unternehmen der Umgang mit wachsender Komplexität gelingen?
- funktioniert die Anpassung an schnell wechselnde Rahmenbedingungen?
- kann die Identifikation der Mitarbeiter/-innen steigen?
- kann Change entstehen und erfolgreich sein?

Wer „Denkwerkzeuge der Höchstleister – Warum dynamikrobuste Unternehmen Marktdruck erzeugen“ von Gerhard Wohland gelesen hat, dem wird einiges in diesem Werk vertraut verkommen. Mir gefällt, wie Pfläging diesen Ansatz von Wohland weiterdenkt.

Ausgehend von der Wirkung von Komplexität auf Arbeit und Organisationen betrachtet er Menschen, Teams und Netzwerkorganisationen. Wenn Firmen/Organisationen als Systeme betrachtet werden gilt es, sie für den Umgang mit Komplexität vorzubereiten. Unter dem Schlagwort dynamikrobuste Netzwerke zeigt Pfläging auf, wie es geht.

Für den Autor sind vier Konstruktionselemente entscheidend:
- Organisationsgrenze
- Netzwerkzellen
- Verbindungen zwischen den Zellen und
- Marktsteuerung.

Damit ist für ihn klar „Keine Linienstruktur. Keine Funktionen. Keine Abteilungen. Dies ist eine andere und weit effektivere Art und Weise, Struktur in Komplexität zu definieren“ (S. 58). Ausgehend von dieser grundlegenden Perspektive, entwickelt Pfläging seine Konsequenzen:
- Die Zell-Strukturen entwickeln sich vom Markt her.
- Zentrale Zellen sind immer Dienstleister.
- Es braucht keine Stellen sondern klare Rollen. Ein/e Mitarbeiter/-in kann wechselnde Rollen ausfüllen.
- Prinzipien anstelle von Regeln kultivieren.
- Führung in Komplexität bedeutet Arbeit am System, nicht Arbeit an Menschen.
- …

Im letzten Drittel seines Werkes geht der Autor auf die Fragen ein, was es dafür unter der Perspektive Führung benötigt und worauf zu achten ist, dass eine Transformation nicht stecken bleibt, sondern sich erfolgreich weiterentwickelt.

Gut gefallen hat mir – neben dem gut zu folgenden roten Faden durch die 100 Seiten - der konsequente und am Lesernutzen orientierte Aufbau der einzelnen Seiten. Angefangen von der eingängigen Visualisierung, der klaren und knappen Sprache bis hin zur eindeutigen Quintessenz jeder Seite – in der Regel in der letzten Zeile einer Seite als kurzer Merksatz.


Kommunikation im Change: Erfolgreich kommunizieren in Veränderungsprozessen
Kommunikation im Change: Erfolgreich kommunizieren in Veränderungsprozessen
von Gerhild Deutinger
  Taschenbuch
Preis: EUR 39,99

5.0 von 5 Sternen Kommunikation im Change, 14. März 2014
„Change is about changing people, not organisations.“ (S. IXX). Mit diesem Zitat von Julia Balogun unterstreicht Gerhild Deutinger den Fokus ihres Verständnisses von Veränderungs-management: Es geht um die Einstellungen in der Belegschaft!

Mit „Kommunikation im Change: Erfolgreich kommunizieren in Veränderungsprozessen“ will die Autorin (selbstständige Beraterin in Wien) ihren Beitrag dazu leisten. Neben den ausführlichen Grundlagen in Teil I werden diese Grundlagen anhand von sechs Praxisbeispielen im Teil II auf knapp 50 Seiten illustriert. Wie häufig sind auch hier die Praxisbeispiele eine Fundgrube an Details – auch für erfahrene Verände-rungsmanager/-innen. Doch zurück zu den 110 Seiten Grundlagen zum Thema Veränderungsmanagement. Deutinger stellt hier an sich selbst den Anspruch theoretisches Rüstzeug, Good Practices und Erfahrungswissen für die Change Kommunikation bereitzustellen.

Interessant ist v.a. das Ende des ersten Kapitels. In diesem geht sie der Frage nach, was Change Kommunikation eigentlich ist und was sie ausmacht. Nicht überraschend: „Veränderungskommunikation ist die geplante, organisierte und strukturierte Kommunikation während eines Veränderungsprozesses.“ (S. 3). Wichtig: Es geht dabei um die weichen Faktoren, um Gefühle von Angst, Unsicherheit, Wut, Langeweile, Hoffnung, Begeisterung… Wie kann ich mit diesen verantwortungsvoll umgehen und diese gegebenenfalls kanalisieren? Diese Ansprüche an die Veränderungskommunikation stellt die Autorin m.E. auch an die Personen, die diese Change Kommunikation aktiv gestalten sollen. Hier empfiehlt sie, dass es nicht ausreicht über das entsprechende Fachwissen und den Erfahrungshintergrund zu verfügen, sondern es geht auch darum selbst die Fähigkeit zu besitzen, Emotionen in der Belegschaft wahrzunehmen und damit gut umgehen zu können.

Was Deutinger gut gelingt, ist die Vielfalt der Medien und Methoden der Veränderungskom-munikation auf 24 Seiten einzufangen. Von papier- über onlinegestützte Kommunikation bis hin zu den live-Situationen; von der Informationsvermittlung bis zur Partizipation. Eine Fundgrube für den raschen Überblick und v.a. der Bereich Optionen des Web 2.0 ist relativ breit aufgearbeitet – was wenigen Autoren im Bereich Change Management und Change Kommunikation gelingt!

Im Bereich der Emotionen im Change und deren kommunikativer Bewältigung referenziert die Autorin vertraute Modelle wie z.B. Verhalten bei Bedrohung oder Trauerkurve. Hier könnte ich mir vorstellen, dass z.B. die Ideen aus der lösungsfokussierten Arbeit von Steve De Shazer und Insoo Kim Berg weitere Anregungen liefern. Die Kapitel über Stakeholder und typische Kommunikationsverläufe wirken selbstverständlich – werden aber meiner Erfahrung nach in der Konzeptionsphase von Change Projekten häufig nicht ausreichend berücksichtigt, sodass sie im laufenden Prozesse nachgebessert werden müssen. Diese vermeidbare Irritation in Veränderungsprojekten kann durch eine gute Planung deutlich reduziert werden.

Die reichhaltige Erfahrung der Autorin spricht aus den Kapiteln über den Faktor Zeit und die Elemente der Change Kommunikation. Auch wenn aufgrund der begrenzten Seitenzahl die Darstellung knapp bleiben muss, lohnt sich die Lektüre.

Nach den Praxisbeispielen wird das Buch mit einem kleinen Anhang abgeschlossen, der einen kurzen Selbsttest für Change Kommunikationsmanager/-innen und Anregungen und Tipps in Form von FAQs beinhaltet. Hier war ich über die Kürze etwas enttäuscht – aber vielleicht entwickelt die Autorin diesen Anhang ja noch auf ihrer Website weiter?

Für mich bietet das Buch einen guten Einstieg ins Thema. Für Leser, die einzelnen Themen intensiver nachgehen wollen, bietet die Autorin am Ende eines jeden Kapitels eine reichhaltige vertiefende Literaturauswahl; insofern wird der manchmal knappe Darstellungsstil ausreichend abgerundet.

Fazit: lesenswert!


Change-Trainings erfolgreich leiten: Der Seminarfahrplan
Change-Trainings erfolgreich leiten: Der Seminarfahrplan
von Anna Dollinger
  Broschiert
Preis: EUR 49,90

5.0 von 5 Sternen Methodenvielfalt rund um Change-Management leicht gemacht, 7. März 2014
Anna Dollinger ist es mit diesem Buch gelungen, einen leicht verständlichen Seminarfahrplan für Change-Trainings vorzulegen, der v.a. durch seine Vielfalt an Methoden, einzelnen Hinweisen und Downloads glänzt. Eigentlich könnte man mit diesen Vorarbeiten praktisch aus dem Stand mit einem Change-Training in einer Firma loslegen. Selbst die Fallstudien sind bereits vorbereitet.

Das Buch zeichnet sich dadurch aus, dass die Autorin die psychologische Seite von Veränderungsprozessen und seine potenziellen Folgen bei Mitarbeiter/-innen gut beleuchtet und auch Methoden vermittelt, damit proaktiv agiert werden kann, um unnötige Irritationen zu vermeiden. Was mir gut gefällt: Es geht Dollinger nicht darum, so zu tun, als könnte man Irritationen in Change-Situationen komplett vermeiden. Es geht ihr klar um eine Minimierung – immer in dem Bewusstsein, dass Irritationen auch sein müssen, um Dinge in Bewegung zu bringen.

Was hätte ich mir in dem Werk zur Abrundung zusätzlich gewünscht? Zum einen mehr über das Thema Projektmanagement – insbesondere agile Projektmanagement-Methoden im Change. Dollinger stellt zwar das Element der Stakeholder-Analyse ausführlich und sorgfältig vor, doch wie komme ich mit den Veränderungen im Veränderungsprozess selbst zurecht? Was stellt das für Anforderungen an die Arbeitsweise im Change-Management-Team? Und wie kann diesen Anforderungen begegnet werden? Das wäre für mich noch einen halben Seminartag wert gewesen.

Zum anderen mehr über das Thema der Social Media im Kontext der Veränderungskommunikation. Zwar geht die Autorin auf die verschiedenen Kommunikationsmedien in der Übersicht auf S. 144 ein, doch hängt es meiner Erfahrung nach in der Praxis weniger am Wissen über die Vielzahl der Medien – hier bekommt man im Veränderungsprozess ja auch häufig genug Hilfestellung durch die Unternehmenskommunikation oder einer beauftragten Kommunikationsagentur – sondern eher daran, wie sich die Führungskräfte diese Medien im Sinne eines Enterprise 2.0 zu eigenen machen können; und welche Hilfestellung dazu im Veränderungsmanagement geleistet werden kann.

Doch sollen diese beiden Anmerkungen den Wert der übersichtlichen Darstellung von Anna Dollinger nicht mindern. Für mich stellt dieses Buch einen praktischen Methoden-Steinbruch dar, an dem ich mich gerne bei der Gestaltung von Change-Workshops mit betroffenen Führungskräften oder bei Auffrischungsworkshops mit Change-Teams bediene.

Fazit: sehr empfehlenswert!


Switch: Veränderungen wagen und dadurch gewinnen!
Switch: Veränderungen wagen und dadurch gewinnen!
von Chip Heath
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Veränderungen nicht nur initiieren, sondern v.a. nachhaltig gestalten, 28. Februar 2014
Die Brüder Chip (Professor an der Standford University) und Dan (Professor an der Duke University) Heath gehen mit viel Erfahrung und Forschungshintergrund (v.a. Entwicklungspolitik und Armutsphänomene) der Frage nach, wie Veränderung funktioniert. Sie kommen dabei auf gut 270 Seiten dargestellt – in ihre metaphorische Sprache gekleidet - auf drei Grundprinzipien:
1. Dem Reiter die Richtung weisen
2. Den Elefanten motivieren
3. Den Weg ebenen
Die letzten zehn Seiten widmen sie der Fragestellung, wie der Wandel in Gang gehalten werden kann.

Das Inhaltsverzeichnis kann dabei wie ein Rezeptbuch des „Wie?“ gelesen werden. Im ersten Kapitel geht es um die Frage, wie dem Reiter (unserer rationalen Seite) die Richtung gewiesen werden kann. Indem wir unserem Verstand aufzeigen, dass es bereits Wege gibt, das Ziel zu erreichen (auf positive Ausnahmen fokussieren), die einzelnen Schritte klar festlegen und das Ziel der Schritte aufzeigen.

Im zweiten Kapitel steht die emotionale Seite im Vordergrund. In Anlehnung an Jonathan Haidt nennen die Autoren diese „den Elefanten motivieren“. Wie? Indem das Gefühl eindrucksvoll angesprochen wird (mich hat hier das Beispiel des Changes in der Grundeinstellung der Buchhaltung einer sozialen Organisation beeindruckt, S. 130-132) und das Ausmaß der Veränderung in kleinen Häppchen verdaubar gemacht wird. Wenn ein solcher Prozess dann noch durch die positiven Effekte, die selbstlernende Teams erzeugen können, unterstützt wird, scheint das Thema Motivation zur Veränderung ein Selbstläufer werden zu können. Die Autoren prägen dafür den Slogan „Lassen Sie Ihre Leute an den Aufgaben wachsen“.

Im dritten Kapitel geht es um die Frage, wie eine solche initiative Change-Bewegung ihre Wirkung in die Breite entfalten kann. Die Vorschläge der Autoren: Das Umfeld verändern (wir alle kennen das Phänomen, dass wir bei großen Tellern tendenziell umfangreicher am Buffet zugreifen), Gewohnheiten herausbilden (z.B. die Laufschuhe schon abends bereitstellen, sodass ich beim Aufstehen sozusagen in meine Laufschuhe falle) und die „Herde“ mobilisieren (v.a. durch das Herstellen von sozialen Vergleichen; Wir kennen die Hinweise in Hotelbadezimmern, in denen auf das ökologisch bewusste Verhalten anderer Hotelgäste verwiesen wird).

Mit dem abschließenden vierten Kapitel erinnert das Autorenduo daran, dass es bei Veränderungen nicht um den großen Wurf, sondern viele kleine Schritte im Kleinen geht. Angelehnt an das Prinzip des Shapings aus der Verhaltenspsychologie sind auch die ersten Schritte hin zum Veränderungsziel wertzuschätzen – und nicht erst das finale Ergebnis.

Der Anhang fasst die vorherigen 280 Seiten dankenswerter Weise auf acht Seiten Pragmatismus zusammen. Für Change-Verantwortliche eine wertvolle Checkliste zur Reflexion der eigenen Vorgehensweise.

Für mich liefern Chip und Dan Heath mit dem vorliegenden Werk - in Ergänzung zu John P. Kotters acht Schritte der Veränderung, die eher die strategische Ebene der Veränderungsarbeit beschreiben - sozusagen die notwendige und aus meiner Beratungserfahrung in Change-Prozessen heraus unabdingbare Feinarbeit auf der Ebene der Change-Kommunikation. Unbedingt lesenswert!


Digital Working für Manager: Mit neuen Technologien effizient arbeiten
Digital Working für Manager: Mit neuen Technologien effizient arbeiten
von Thorsten Jekel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitmanagement und Arbeitstechniken – Effizienzsteigerung konsequent durch neue Medien unterstützt, 21. Februar 2014
Beim Thema Umgang mit der Arbeitsflut in Betrieben steht die E-Mail-Flut in der Regel an erster Stelle. Bereits im ersten Kapitel geht Thorsten Jekel auf diese im Arbeitsalltag dominante Frage ein. Wie kann ich mir das Leben mit den zahlreichen, fast zahllosen E-Mails leichter machen? Wie kann ich nicht-sinnstiftende E-Mails ganz vermeiden? Und vor allem: Mit Hilfe welcher Routinen kann ich mir das neue Verhalten zur Methode machen und als Automatismus aneignen?

Die Gliederung anhand typischer betrieblicher Handlungsfelder wie Effizienzsteigerung von Meetings, Umgang mit Zielen, Planung und Organisation von Aufgaben bis hin zur Reiseplanung strukturiert das Buch. Nicht die Optionen, die von den elektronischen Medien zur Verfügung gestellt werden, stehen im Vordergrund, sondern der Autor behält über die 200 Seiten hinweg den Handlungsdruck aus Sicht der Führungskraft im Fokus – hervorragend!

Konsequent ist auch der Verweis mit Hilfe von QR-Codes auf die tagaktuellen im World Wide Web verfügbaren Informationen.

Fasziniert haben mich die zehn Seiten zum Thema smartes Dokumenten-Management. Angefangen vom Scannen am Arbeitsplatz bis hin zu Systemen wie Mappei, Classei und Microsoft SharePoint. Hier werde ich auf jeden Fall weiter in die Tiefe gehen.

Mein Fazit: Jekel bietet mit Digital Working für Manager einen wahren Steinbruch an wertvollen Ideen und Tipps, die eigene Effizienz (und die des Teams) zu steigern.


Knappheit: Was es mit uns macht, wenn wir zu wenig haben
Knappheit: Was es mit uns macht, wenn wir zu wenig haben
von Sendhil Mullainathan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie Knappheit die Bandbreite der eigenen Wahrnehmung verengt, wie damit umgehen und warum Reserven so wichtig sind., 14. Februar 2014
Sendhil Mullainathan und Eldar Shafir, die beiden Autoren, versuchen mit Knappheit „den Grundakkord vieler sozialer Probleme in den verschiedensten Kulturen und unter allen möglichen ökonomischen Verhältnissen und politischen Systemen“ (S. 13) zu ergründen. Ihre Leitfrage: „Könnte Knappheit eine ganz bestimmte übergreifende Logik aufweisen, eine Logik, die bei all den unterschiedlichen Hintergründen gilt?“ (S. 13).

Um es vorab festzuhalten: Dies ist den Autoren mit dem vorliegenden Buch außerordentlich gut gelungen!

In drei Teilen beschreiben sie, wie:
Teil 1: Knappheit unser Denken beherrscht,
Teil 2: Knappheit Knappheit erzeugt und
Teil 3: Wie wir mit Knappheit in der Zukunft umgehen können.

Wie beherrscht Knappheit unser Denken?
Wir kennen es alle. Sobald eine Deadline bei einer Aufgabe vorhanden ist und diese naht, fokussieren wir uns auf diese Aufgabe. Der Nachteil dieser Fokussierung besteht in der eingeschränkten Bandbreite der Wahrnehmung für andere Dinge um uns herum (Tunnelblick). Sei es aufgrund von Betriebsblindheit oder durch Ausblenden. Die Autoren nennen das Ergebnis von Knappheit Tunnelsteuer, d.h. als Ergebnis unserer Fokussierung auf z.B. die Deadline einer Aufgabe, gehen uns andere Dinge „durch die Lappen“, die wir dann nach Abgabetermin der ersten Aufgabe zum Teil teuer nachholen müssen.

Anhand zahlreicher Experimente beschreiben die Autoren, wie durch Knappheit unsere Bandbreite der Wahrnehmung leidet und dadurch unser Leben erschwert wird. Für mich interessant: Diese Prozesse entstehen nicht nur bei finanzieller Knappheit oder bei Hunger, sondern auch bei Knappheiten an Konzentration (z.B. durch Lärmbelastung oder Störungen), bei Knappheiten bezüglich Zeit oder auch bezüglich Kalorien.

Wie erzeugt Knappheit weitere Knappheit?
Sind wir erst einmal in der Knappheitsspirale gefangen, verstärkt sich der Effekt der Knappheit immer weiter. Durch die eingeschränkte Bandbreite tendieren wir zum Kompromissdenken. Dadurch entstehen häufig Lösungen, die im weiteren Verlauf wieder für Knappheit sorgen. Dadurch wird die Bandbreite weiter eingeengt usw.
Der Weg aus dieser Spirale heraus ist das Anlegen von Reserven. Diese helfen uns die Bandbreite wieder zu erweitern und ein weiterer Nebeneffekt ist: Es entsteht Raum für mögliche Fehler und vermeidet den Wiedereinstieg in diese Spirale. Wie funktioniert das? Da Fehler bei Knappheit der Ressourcen aufgrund ihrer hohen Kosten unbedingt vermieden werden müssen, erzeugt in dieser Situation ein Fehler sofort eine erneute Verengung der Brandbreite – der „beste“ Einstieg in die Spirale der Knappheit. Die Autoren sprechen deshalb auch von der „Knappheitsfalle“ (S. 145-170).

Wie kann ich für knappe Zeiten planen?
Indem ich für den Aufbau von Bandbreite Sorge trage. D.h.: Reserven aufbauen – und diese unbedingt halten! Und wieder gilt: Reserven an Geld, Nahrungsmittel, Kraft, Zeit… Wobei wichtig ist, Reserven nicht mit Überfluss zu verwechseln. Leider wird dieser Zusammenhang von den Autoren nur auf knapp drei Seiten ausgeführt (S. 253-256). Hier wäre es reizvoll gewesen, etwas weiter in die Tiefe zu gehen.

Für mich haben die Autoren ihr Versprechen aus dem Untertitel von Knappheit „was es mit uns macht, wenn wir zu wenig haben“ hervorragend eingelöst. Ihre Stärke ist es, am Beispiel von Armut und was in dieser Situation getan werden kann, das Thema Knappheit eindrucksvoll zu entfalten. Immer wieder gehen Mullainathan und Shafir auch auf das Thema Zeitarmut ein und deuten Entfaltungsmöglichkeiten für Mitarbeiter und Führungskräfte an. Hier regt das Buch zum eigenständigen Weiterdenken an!


Praxisbuch Lean Management: Der Weg zur operativen Excellence
Praxisbuch Lean Management: Der Weg zur operativen Excellence
von Pawel Gorecki
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

5.0 von 5 Sternen Lean ist mehr als Methodenfetischismus, 7. Februar 2014
Das Praxisbuch nimmt sich zwei Ziele vor:
1. Die Methoden und Werkzeuge des Lean Management so zu beschreiben, dass diese im Unternehmen angewendet werden können.
2. Die Lean-Philosophie und die innere Struktur des Lean-Gedankens aufzuzeigen.

Das erste Ziel ist Gorecki und Pautsch offensichtlich gut gelungen. Auf 220 Seiten stellen Sie Hilfsmittel und Werkzeuge dar, um Lean mit Methoden und Kennzahlen umsetzen zu können. Sie widmen sich ausführlich der Fragestellung, wie diese Werkzeuge richtig einzusetzen sind und verdeutlichen eindrücklich, mit welchen Bausteinen das Pull-Prinzip zu einem synchronisierten Wertstrom führen kann.

Die restlichen 80 Seiten widmen die Autoren natürlich einer kurzen Entstehungsgeschichte des Lean-Gedankens, um dann darzulegen, aus welchen Grundideen die Lean-Philosophie zusammengesetzt ist. Beeindruckt hat mich der deutliche Hinweis, bevor ein Lean-Aktionismus einsetzt, zuerst zu reflektieren, welche Philosophie und Vision meines Unternehmens überhaupt Lean als Grundidee verträgt. In den 20 Seiten am Ende des Praxisbuches kommt für mich (als Change-Management Berater) der entscheidende Teil: Wie führe ich eine Lean-Organisation in einem Unternehmen ein? Und vor allem: Wie etabliere ich diese auf Dauer? Die Hinweise dazu hören sich auf den ersten Blick schlicht an:
- Team-Struktur und Team-Meetings
- Sensei-Prinzip, das man mit Mentoren für Lean oder kollegiales Coaching für alle vergleichen könnte.

Aufgrund der zahlreichen Praxisbeispiele, die fortlaufend zur Illustration der Methoden, Techniken und Werkzeuge dienen, kann der Leser diesen Hinweisen am Schluss des Buches nur noch zustimmen.

Am Ende bringen die Autoren ihr Verständnis von Lean nochmals auf den Punkt: Lean-Management ist „das harte Arbeiten an den nicht sichtbaren Teilen der Organisation, also der Veränderung der einzelnen Mitarbeiter/Manager und deren Arbeits-, Analyse- und Vorgehensweisen. (…) Diese effiziente Art, die heute als Business Excellence verstanden wird, entsteht ausschließlich durch die nachhaltige Veränderung des nicht sichtbaren Teils der Unternehmensaktivität – der Veränderung der Menschen“ (S. 301).

Für alle, die dieser Grundidee im Ansatz zustimmen können, bietet das Werk einen wahren Schatz an konkreten und praxisnahen Hilfsmittel und Hinweisen.


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