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Rezensionen verfasst von
Stephan Teuber, Loquenz Unternehmensberatung GmbH "Stephan Teuber" (Leinfelden-Echterdingen)

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Die rote Blume. Ästhetische Praxis in Zeiten des Wandels: Ästhetische Praxis in Zeiten des Wandels. Mit einem Vorwort von Wolfgang Sachs
Die rote Blume. Ästhetische Praxis in Zeiten des Wandels: Ästhetische Praxis in Zeiten des Wandels. Mit einem Vorwort von Wolfgang Sachs
von Hildegard Kurt
  Broschiert
Preis: EUR 24,80

5.0 von 5 Sternen Nachhaltigkeit im Dialog (mit-)lesend erschließen, Zukunftsfähigkeit erfahren, 25. Juli 2014
Die Einführung in "Die rote Blume" über 25 Seiten ist mit "das Terrain erkunden" überschrieben. Die Grundhaltung des Erkundens und die Freude am Erkunden ist prägend für das Buch und wahrscheinlich auch eine Voraussetzung seitens des/der Lesers/in bei der Lektüre des Buches.

Shelley Sacks (Künstlerin und Pionierin der Sozialen Plastik) und Hildegard Kurt (Autorin und Referentin zum Thema Soziale Plastik) wollen mit ihrem Werk die Leser in einen Dialog mit hineinnehmen, einen Prozess des gemeinsamen Suchens, Fragens, Denkens, der in einem inneren Dialog weiter an Tiefe gewinnen kann. Konsequenterweise begrüßen Sie die Leser auch als "Agentinnen und Agenten des Wandels" (S. 13). Den Autorinnen geht es dabei, in die Erfahrung zu führen, "Wege von der Realität in die Wirklichkeit" (S. 29) zu erkunden. Und das zum Thema Nachhaltigkeit bzw. Sacks und Kurt verwenden in diesem Buch lieber den darüber hinausgehenden Begriff der „Zukunftsfähigkeit“.

Inhaltlich gehen sie von den „toten Zonen“ aus, um anhand des „Erdforums“ zu beschreiben, wie das nach „draussen gehen, um zu sich selbst zu kommen“ gestaltet werden kann.

In der Beschreibung des Erdforums und der von Teilnehmer/-innen dabei gemachten Erfahrungen wird die Kraft und Faszination dieses dialogischen Ansatzes deutlich. Mich hat besonders der Abschnitt über "das Geheimnis der offenen Mitte" fasziniert. "Eine Möglichkeit zu Bewusstheit zu kommen, um anders zu handeln" (S. 95); oder das Element der "aktiven Stille" (S. 114ff).

Es bleibt schwierig, den Stil des Buches zu beschreiben, es lockt einfach zum Selbsterfahren. Herzlich Willkommen!


Zeit- und Selbstmanagement: Ein Trainingsmanual - Module, Methoden, Materialien für Training und Coaching. Arbeitsmaterialien im Web
Zeit- und Selbstmanagement: Ein Trainingsmanual - Module, Methoden, Materialien für Training und Coaching. Arbeitsmaterialien im Web
von Silke Weisweiler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

2.0 von 5 Sternen Inhaltlich ausbaufähig – als Grundgerüst für ein Training verwendbar, 18. Juli 2014
Die Autorinnen wollen "ein fundiertes, auf wissenschaftlichen Grundlagen basierendes Trainingskonzept" vorstellen, „welches mit praktischen Tipps und Tools verknüpft ist“ (S. IX). Dieses selbstgesetzte Ziel erreichen sie mit dem vorliegenden Buch.

Gut gefallen hat mir, dass sie aktuelle Trends wie z.B. die Ansätze aus dem Konstruktivismus aufgreifen oder das Thema evidenzbasiertes Training, d.h. ein Trainingsvorschlag, dessen Wirksamkeit empirisch nachgewiesen ist, in der Gestaltung ihres Manuals ernst nehmen. Insofern ist man mit diesem Trainingsmanual auf der sicheren Seite.

Ich hätte mir gewünscht, dass man mit diesem Band nicht nur auf der sicheren Seite ist, sondern auch weitere derzeit aktuelle Ansätze aufgegriffen und eingearbeitet worden wären. Wo fällt dies besonders auf?

Beim Thema Ziel- und Prioritätensetzung spielt die Frage, wie man gut und richtig entscheidet eine zentrale Rolle. Hier würden z.B. die Arbeiten von Kahnemann (schnelles Denken – langsames Denken) interessante Impulse bieten. Oder das Thema Anti-Fragilität, das Nicolas Taleb ins Spiel bringt. Diese Art, die Welt verstehen zu wollen, versuchsweise auch auf das individuelle Zeitmanagement zu übertragen, stelle ich mir äußerst interessant vor.

Auch beim Thema Zeit- und Selbstmanagement im Kontext von Projekten fällt auf, dass hier ein klassisches Verständnis von Projektmanagement skizziert wird. Wenn ich an Ansätze wie Scrum und agiles Projektmanagement denke, stellen sich die Fragen zum Zeit- und Selbstmanagement in einer neuen Art und Weise, was z.B. den Planungshorizont angeht. Auch hier wären noch weitere Impulse denkbar.

Als drittes Beispiel ist mir das Thema Rückfallprophylaxe aufgefallen. Auch hier könnten wahrscheinlich neuere Ansätze wie z.B. die achtsamkeitsbasierte Rückfallprophylaxe wertvolle Anregungen, nicht nur für die Vorbereitung auf den Rückfall, sondern auch für das Praxislernen durch den Rückfall geben.

Gelungen fand ich über das gesamte Buch hinweg, die vielen Hinweise, Vorlagen, Transferhinweise für Trainer. Hier stellt das Buch eine wirklich gelungene Fundgrube dar. Und gegen das selbstständige Weiterdenken und Ergänzen spricht ja nichts.


BWL-Methoden: Handbuch für Studium und Praxis
BWL-Methoden: Handbuch für Studium und Praxis
von Michael Nagel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,99

5.0 von 5 Sternen Gängige betriebswirtschaftliche Problemlösungsansät ze theoretisch fundiert und zugleich pragmatisch dargestellt., 11. Juli 2014
Die Autoren versprechen „einen detaillierten, aber zugleich kompakten Überblick über die gängigen betriebswirtschaftlichen Problemlösungsansätze zu vermitteln (…). Der Fokus liegt dabei auf den leistungswirtschaftlichen Aufgaben“ (S. 5). Kurz und knapp gesagt: es gelingt ihnen!
Auf gut 300 Seiten stellen sie eine breite Auswahl von Methoden zu:
- Forschung, Entwicklung und Innovationsmanagement,
- Beschaffung und Logistik,
- Produktion,
- Marketing und Vertrieb,
- Strategische Analyse,
- Strategische Planung, Umsetzung und Kontrolle sowie
- Organisation dar.
Abgerundet wird das Werk durch ein ausführliches Glossar über gut 20 Seiten.

Aus meiner Praxis als Unternehmensberater heraus decken die ausgewählten 64 Methoden die Bandbreite der genannten Handlungsfelder sicherlich gut ab. Die Preisfrage dabei: Wie steht es um die inhaltliche Tiefe? Am Beispiel Changemanagement sei dieser Frage nachgegangen.
Zu Beginn des Artikels steht jeweils ein kurzer Kasten mit Problemstellung, Zielgruppe und Voraussetzungen der jeweils dargestellten Methode. Als Zielsetzung des Changemanagements wird die Anpassung einer Organisation (Systeminnenwelt) an die sich verän-dernden Rahmenbedingungen (Systemumwelten) skizziert. Verursacht wird der Changebedarf jedoch nicht nur durch externe, sondern auch durch interne Faktoren (z.B. interne Konsequenzen einer Wachstumsstrategie). Changemanagement ist also etwas Alltägliches und das Entscheidende dabei ist, wie ich die Beschäftigten in diese alltägliche Veränderungsprozesse einzubeziehen vermag.
In der Beschreibung des Changemanagements greifen die Autoren die Hawthorn-Studien und den Ansatz von Kurt Tsadek Lewin auf.

Spannend wird es aus meiner Perspektive im Absatz „Anwendungsbereich und Anwendungsprozess“. Hier skizzieren die beiden Autoren einen Phasenablauf der von
- Risiko- und Stakeholderanalyse über
- Entwicklung der Veränderungsstrategie,
- Kommunikations- und Umsetzungsplan und
- Anpassung der Organisation, der Prozesse und der Technologien bis hin zur
- Qualifizierung der Mitarbeiter reicht.

Meines Erachtens wäre hier ein Hinweis auf die Arbeiten von John Paul Kotter eine sinnvolle Ergänzung gewesen, da er in seinen acht Schritten im Changemanagement explizit die Rolle der Führungskräfte i.S. einer Führungskoalition thematisiert. Meine ganze Beratungserfahrung zeigt mir, dass Führungskräfte ein wesentlicher Angelpunkt eines Changes darstellen und deshalb die Frage der Information, Qualifizierung und Einbindung von Führungskräften z.B. bereits in der Entwicklung der Veränderungsstrategie eine große, wenn nicht sogar entscheidende, Rolle spielt. Ich würde mir wünschen, die Autoren hätten das noch deutlicher herausgestellt.

In den weiterführenden Hinweisen stellen Nagel und Mieke heraus, dass Change nicht nur geplanten Wandel, sondern auch den ungeplanten Wandel in Organisationen beinhaltet und fordern dazu auf, diesen emergenten Prozessen in Unternehmen ausreichend Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Autoren bewegen sich mit diesem Handbuch im dauerhaften Spannungsfeld zwischen Breite der Themen und Tiefe des jeweiligen Einzelthemas. Dieses Spannungsfeld haben sie außerordentlich gut gelöst – auch wenn man wie am Beispiel Changemanagement ausgeführt immer noch weitere Facetten eines Themas in den Blick nehmen könnte. Und als Handbuch für Studium und Praxis passt dieser Ansatz wirklich gut.


Integriertes Gesundheitsmanagement: Konzept und Handlungshilfen für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen
Integriertes Gesundheitsmanagement: Konzept und Handlungshilfen für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen
von DGFP e.V
  Broschiert
Preis: EUR 29,90

4.0 von 5 Sternen Der Standard für integriertes Gesundheitsmanagement?, 4. Juli 2014
Integriertes Gesundheitsmanagemt

Der Standard für Einführung und Weiterentwicklung integrierten Gesundheitsmanagements?

Mit dem Anspruch einen "Standard" zu setzen, legen die Autoren – im Wesentlichen konzernerfahrene BGM-Experten – die Latte für diesen Band im Namen der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) hoch.

Dem Anspruch eines Standards folgend, gehen die Autoren das Thema Gesundheitsmanagement im ersten Kapitel klassisch an: Was sind eigentlich die Gründe, dass Gesundheitsmanagement momentan "in" ist? Kondratieff hat Gesundheit als Thema des sechsten Kontratieff-Zyklus angekündigt und die monetäre und nicht-monetäre Wirkung von Gesundheitsmanagement scheint unbestritten. In den folgenden Kapiteln werden Konturen und Elemente sowie Strategien und Ziele eines integrierten Gesundheitsmanagements mustergültig skizziert. Auch der Aufbau eines Maßnahmenportfolios und die Maßnahmenumsetzung erhalten in den Kapiteln vier und fünf angemessen Raum.

Ein kleiner Wehrmutstropfen stellt für mich das Kapitel sechs über das Controlling von Gesundheitsmanagement dar. Hier würde ich mir klare ROI-Darstellungen für die firmeninterne Diskussion wünschen. Die Darstellung von KPIs für das Gesundheitsmanagement und der prinzipielle Berechnungsweg scheinen mir dafür nicht ausreichend. Auch in der eher prinzipiellen Darstellung von Kommunikations- und Marketingaspekten in Kapitel sieben habe ich nur wenige, auf das Buchthema spezifische, Elemente wahrgenommen.

Die Unternehmensbeispiele im zweiten Teil sind anregend zu lesen. Hier wäre noch eine Konkretisierung auf Klein- und kleinere mittelständische Betriebe spannend. Die Beispiele fokussieren schon eher auf große Einheiten.

Die Anhänge mit Tools, Checklisten und Betriebsvereinbarungen sind für den Praktiker sicherlich hilfreich, da sie viel Fleißarbeit abnehmen können.

Gut gefallen hat mir, dass von den Autoren Gesundheitsmanagement immer auch im Kontext der Führungs- und Unternehmenskultur gesehen wird. Dies ist sicherlich ein Aspekt, der in der aktuellen Diskussion immer noch zu kurz kommt. Leider wird Gesundheit immer noch viel zu häufig als ein individuelles Thema des/der Mitarbeiters/in oder unter dem Stichwort Arbeitsschutz/-sicherheit als Gefahrenabwehr gesehen. Diesem Aspekt des Bandes sollte in der Umsetzung von Konzepten des integrierten Gesundheitsmanagements unbedingt Aufmerksamkeit gewidmet werden.


Jetzt!: Die Kunst des perfekten Timings
Jetzt!: Die Kunst des perfekten Timings
von Stuart Albert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

3.0 von 5 Sternen Der richtige Zeitpunkt – tatsächlich eine Kunst!, 27. Juni 2014
Stuart Albert hat über Jahre alles über Timing akribisch gesammelt, daraus ein Klassifikati-onssystem entwickelt. Das Ziel ist, eine Methode zu entwerfen, „die es uns ermöglicht, Timingprobleme überall in der Arbeit und im Leben zu erkennen, zu benennen und anzugehen“ (S. 11).

Der zweite Punkt, das Benennen, gelingt dem Autor außerordentlich gut. Ähnlich wie beim Lesen einer Partitur, die ja ein Codesystem darstellt, um z.B. ein Symphoniekonzert zu notieren, stellt er ein Notationssystem für das Phänomen Timing bereit. Er greift dabei zurück auf:
- Sequenz
- Zeitliche Interpunktion
- Intervall und Dauer
- Tempo
- Form
- Polyphonie

Unter dem Begriff Timinglinsen versteht er die Anwendung
dieser sechs Linsen in der Timinganalyse.

Den ersten Punkt, Timingprobleme zu erkennen, erleichtert Albert auf jeden Fall im Nach-hinein in der Analyse. Bis das Wissen um die Linsen auch prognostisch, in der Planung, angewendet werden kann, dazu benötigt es sicherlich noch umfangreiche Übung. Leider gibt er wenig Hinweise auf praktische Übungen zum Umgang mit Timingproblemen, dafür aber immer wieder klare Impulse zur vertieften Timinganalyse.

Insofern bleibt der dritte Punkt, Timingprobleme anzugehen, nach der Lektüre des Bandes weiterhin offen. Diesen dritten Punkt kann man m.E. von keinem Buch realistischer Weise erwarten.

Was bleibt? Eine Empfehlung des Bandes für die Zielsetzung, das Phänomen Timing vertiefter erkennen und verstehen können. Und die eigene Praxis, um die Erkenntnisse auch wirklich bei konkreten Entscheidungen anzuwenden.

Was für das Buch auf jeden Fall gilt: Die vielen und praktischen Beispiele mit denen Albert Timingprobleme beschreibt und der Sprachstil machen es einfach zu lesen. Auch als Urlaubs-/Wochenendlektüre geeignet.


Chefsache Gesundheit: Der Führungsratgeber fürs 21. Jahrhundert
Chefsache Gesundheit: Der Führungsratgeber fürs 21. Jahrhundert
von Peter H. Buchenau
  Taschenbuch
Preis: EUR 29,99

1.0 von 5 Sternen Chefsache Gesundheit, 20. Juni 2014
Der Herausgeber hat in „Chefsache Gesundheit“ 13 Unternehmenstrainer, Coaches, Mediziner und Hochschulprofessoren versammelt, die ihre ganz persönlichen Erfolgsrezepte vorstellen, "wie das Thema Gesundheit künftig in ihrem jeweiligen Spezialgebiet Einzug halten wird" (S. IX). Diese Spezialgebiete sind: Ernährung, Werte/Ethik, Vertrieb, Motivation, Führung, Gesundheitsökonomie, Pflegewissenschaft, Stimmcoaching, Rhetorik und persönliche Effizienz. Die Zusammenstellung der Autoren lässt spannende Perspektiven erwarten, wie Gesundheit zur Chefsache werden kann und wie dies durch die Führungskräfte im Führungsalltag mit den Mitarbeiter/-innen leichtgängig umgesetzt werden kann. Der Herausgeber verspricht: Die Autoren "geben praktische Hinweise für einen zeitgemäßen Umgang mit diesem (d.h. Gesundheit wird zur Chefsache und zum Wirtschaftsfaktor im Unternehmen) wichtigen Thema" (vgl. Rückseite des Buches).

Leider werden die einzelnen Beiträge dieser Zielsetzung nur teilweise gerecht. Doch lassen Sie uns einen Blick in die einzelnen Kapitel werfen.

Kapitel 1: in Anlehnung an den sechsten Kondratieff-Zyklus wird es auch für Manager wichtig, auf sich und seine Gesundheit zu achten und dabei auch an seine Mitarbeiter und die Gesellschaft zu denken. Jetzt wäre es natürlich interessant, neben diesem Appell auch konkrete Umsetzungshinweise zu bekommen.

Kapitel 2: Gesundheit wird zum Erfolgsfaktor und Peter Buchenau gibt acht konkrete Tipps für das Management. Diese Tipps sind zu einer ersten Orientierung sinnvoll. Im Kapitel 8 wird beschrieben, inwiefern Betriebliches Gesundheitsmanagement Führungsaufgabe und Erfolgsfaktor ist. Im Kapitel 10 wird Gesundheit in der Führung von Verkäufern beschrieben.

Kapitel 3: Zach Davis stellt drei weit verbreitete Denkfehler von Führungskräften dar, beschreibt sieben Hebel, wie ich meiner Führungsaufgabe mit weniger Einsatz (also effizienter) gerecht werden kann und fünf Strategien, Zeit zu sparen und Nerven zu schonen. Sehr konkret!

Kapitel 4: knapp 20 Seiten, wie ich als Chef souverän mit Konflikten umgehen kann. Für das Thema sehr knapp und nur an der Oberfläche kratzend.

Kapitel 5: Stimmgesundheit – hätte für mich eher Platz in einem Sammelwerk: Selbstmanagement für Führungskräfte. Dies gilt auch für die Kapitel 6 (Burnout), Kapitel 9 (Emotional Freedom Techniques), Kapitel 12 (Ernährung) und Kapitel 13 (Work-Life-Fun-Balance).

Kapitel 7: Sieben Werte für ein gesundes Betriebsklima. Hier wäre weniger im Stil einer Tugendethik interessant gewesen, wie die Werte zu verstehen sind, sondern viel eher was ich als Manager dazu beitragen kann, dass wertorientiert im Unternehmen zusammengearbeitet wird. Das Kapitel 11 beschreibt, wie Werte im Unternehmen wirken können.

Die Reihenfolge der einzelnen Kapitel ergibt sich nicht immer selbsterklärend aus ihrem Inhalt. Hier hätte eine kurze Einführung durch den Herausgeber dem Leser die Orientierung sicherlich erleichtert. Auch ein Überblick in der Einleitung oder ein abschließendes Kapitel durch den Herausgeber hätte den roten Faden der Beiträge deutlicher herausarbeiten können.

Mein Resümée: die Qualität der Beiträge und ihr Konkretisierungsgrad im Sine des Untertitels "Der Führungsratgeber fürs 21. Jahrhundert" schwanken relativ stark. Der Beitrag von Zach Davis sticht hier deutlich hervor. Als Anregungen für das individuelle Selbstmanagement bieten sich ebenfalls einige Beiträge an. Insgesamt löst für mich der Sammelband den im Untertitel selbst gesetzten Anspruch leider nicht ein.


Hoshin Kanri: Unternehmensweite Strategieumsetzung mit Lean-Management-Tools
Hoshin Kanri: Unternehmensweite Strategieumsetzung mit Lean-Management-Tools
von Daniela Kudernatsch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 69,95

5.0 von 5 Sternen Der Traum der unternehmensweiten Strategieumsetzung, 13. Juni 2014
Daniela Kudernatsch hat sich viel vorgenommen: „Unternehmensweite Strategieumsetzung mit Lean-Management-Tools“ – so der Untertitel.

Hier tauchen zwei kritische Bereiche auf: Der Anspruch „unternehmensweit“ und das weite Feld des „Lean-Management“.

Die Grundidee von Hoshin kanri ist leicht erklärt: „Hoshin-Management (jap. 方針管理, Hōshin kanri, dt. „Plan-Management“) ist ein unternehmensumfassendes Planungs- und Steuerungssystem, das alle Führungskräfte und Mitarbeiter in einen systematischen Kaskadierungsprozess einbindet. Im Rahmen einer gleichzeitigen vertikalen und horizontalen Abstimmung werden aus der Vision Durchbruchsziele des Unternehmens entwickelt, um daraus die wesentlichen Strategien und Ziele für alle Mitarbeiter abzuleiten, damit alle Mitarbeiter auf die gleiche Vision und gleichen Ziele des Unternehmens fokussiert sind“ ([...]). Die Autorin entfaltet dies auf 120 Seiten systematisch. Für Leser, die sich schon intensiv mit Lean-Management und Lean-Administration befasst haben, mag dies eine Selbstvergewisserung sein; für Einsteiger ins Thema macht es auf jeden Fall neugierig und bietet einen guten Überblick.

Spannend wird es ab der Seite 141. Hier versammelt Kudernatsch die unterschiedlichsten Fallbeispiele. Zwar schwankt die Detailtiefe bei den Falldarstellungen naturgemäß, was sie jedoch alle eint: die Praxis spricht für sich. Hier lohnt es sich auch in die Details einzulesen. Als Beispiel sei das A3-Management bei der STILL GmbH genannt. Dadurch wird gut nach-vollziehbar, wie das A3-Management dazu beiträgt, die Verbindung zwischen Strategie und operativem Geschäft herzustellen und es dadurch für jeden Beteiligten zumindestens leichter macht, den eigenen Beitrag zur Verbesserung des Unternehmens zu erkennen (vgl. S. 279).

Viel Spaß beim Eintauchen in die Tiefe der Fallbeispiele!


Vom Solo zur Sinfonie: Was Unternehmen von Orchestern lernen können
Vom Solo zur Sinfonie: Was Unternehmen von Orchestern lernen können
von Christian Gansch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

5.0 von 5 Sternen Weltklasseorchester mit dem betrieblichen Alltag gleichsetzen – geht das?, 6. Juni 2014
Christian Gansch geht von der Kernthese aus, dass der Orchesterapparat als Paradebeispiel für effiziente Management-, Führungs- und Konfliktlösungsstrategien stehen kann, so der Klappentext. Aufgrund seiner langjähriger Erfahrung als Orchestermusiker, Dirigent und Produzent im Bereich Klassik, weiß Gansch genau, wovon er spricht.

In fünf Kapiteln stellt er folgende Bereiche dar:

1. Das Orchester als Unternehmen
Anhand des Beispiels, dass selbst die virtuosesten Solisten noch lange kein Garant für ein abgerundetes Klangerlebnis eines Konzertabends sind, zeigt er die Funktion von Hierarchien und Teamgrößen, das Spannungsfeld von Führung und Selbstverantwortung, Unternehmensinteressen und Arbeitnehmerinteressen, Druck und Lampenfieber auf.

Da wir in der Regel ja schon alle einmal ein Orchester „bei der Arbeit“ erlebt haben und das Entstehen der Performance sozusagen für alle transparent ist – alle Orchestermitglieder sitzen ja in der Regel im Blickfeld der Zuschauer – ist diese Insiderperspektive natürlich besonders spannend.

2. Vom Ich- zum Wir-Gefühl
Klar ist: Nichts ist wirklich fix. Das aktuelle Fertigkeitsniveau der einzelnen Orchestermusiker konkurriert mit der langjährigen Erfahrung einzelner; auch hier existieren Sympathie und Antipathie; Routine bringt die Gesamtperformance nicht voran; die Grenzen von Mitspracherechten ausloten. Gansch beschreibt sehr eindrücklich, wie viele Stellschrauben im Blick zu halten sind, um wirklich als Ganzes exzellent zu performen.

3. Das überstrapazierte Teamideal
Die Botschaft ist klar: Nicht das Team ist das oberste Ziel, sondern das Ergebnis. Und wenn ich verantwortungsvoll am Ergebnis mitwirken kann, dann motiviert mich genau diese erlebte Verantwortung. Sein Motto: „Es ist Aufgabe der Führungskraft, einem jungen Talent den Weg freizuräumen, indem sie ihm Verantwortung überträgt“ (S. 96).

4. Führungsprozesse
Aufgabe des Dirigenten ist es, das Konzept in allen Nuancen zu vermitteln, um die Musiker für seine Sache zu gewinnen. Und trotzdem Freiheiten zuzulassen und Irrtümer zugeben zu können. Und das nicht nur, weil ich im Orchester überhaupt keine Chance habe, Irrtümer zu kaschieren, sondern aus der eigenen Größe heraus.

5. Inspiration, Innovation
Gansch geht davon aus, dass Inspiration nur entstehen kann, „wenn man es ertragen lernt, nicht sofort alles zu wissen. Wenn man bereit ist, eine Phase der Suche, einschließlich er damit einhergehenden Unsicherheit, anzunehmen“ (S. 176). Entsprechend ist es für ihn eine Balance zwischen einem klaren Wollen bei gleichzeitigem Entstehenlassen unabdingbar. Die Kunst des Dirigenten besteht darin, diesen schmalen Pfad mit dem Orchester zu finden und zu gehen.

Der Autor bietet mit dem leicht zu lesenden Band eine Fülle von Anregungen für die eigene Führungspraxis. Ein kleiner Wehrmutstropfen jedoch bleibt: Leider ist nicht jedes Unterneh-men mit einem Weltklasseorchester vergleichbar – zu mindestens nicht, was die Möglichkeiten der Auswahl der Mitarbeiter/-innen angeht. Hier hatte Gansch in seiner aktiven Zeit als Dirigent die komfortable Situation, mit Weltklassemusikern arbeiten zu können. Diese Situation stellt in den Betrieben sicherlich die Ausnahme dar.


Energiekompetenz: Produktiver denken, wirkungsvoller arbeiten, entspannter leben
Energiekompetenz: Produktiver denken, wirkungsvoller arbeiten, entspannter leben
von Verena Steiner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

4.0 von 5 Sternen Produktiver denken, Wirkungsvoller arbeiten, Entspannter leben, 5. Juni 2014
Kopfarbeit in Unternehmen erfordert Hochleistung, mental, psychisch und physisch. Anders als im Sport gehen die wenigsten Kopfarbeiter bewusst und sensibel mit ihrer Leistungsfähigkeit um, sondern „beißen“ sich mehr oder weniger erfolgreich durch den Tag. Verena Steiner wirbt sehr überzeugend für einen klugen Umgang mit der eigenen Produktivität und zeigt viele Wege auf, die eigenen Ressourcen im Arbeitsalltag besser auszuschöpfen. Sind Sie ein Morgen – oder Abendtyp? Zunächst geht es darum, sensibel zu werden für die inneren Rhythmen und zu erkennen, in welchem Wechsel Primetime, Hoch- und Tiefphasen
individuell durchlebt werden. Routineaufgaben und Besprechungen also nicht in die vormittägliche Primetime legen. Die Wichtigkeit von rhythmus-unterstützenden Gewohnheiten und regelmäßigen Pausen für die Produktivität und das Wohlbefinden werden deutlich. Spannend die Erkenntnis, wann Aufputschmittel wie Koffein am meisten Wirkung erzielen (in der Up-Phase, nicht in der Downphase, also den Espresso nach dem Mittagessen besser weglassen!) und welche negativen Wirkungen Nonstop-Aktivitäten bis ins Wochenende hinein haben. Wichtiges Motto: Die Hochs verstärken anstatt die Tiefs wegdrücken!
Im Teil 2 geht Verena Steiner auf die Unterscheidung zwischen negativer Anspannung– der größte Feind der Leistungsfähigkeit und positiver Energie ein. Wie können Energiezustände und Stimmungen bewusster wahrgenommen und beeinflusst werden? Chronisch angespannte Menschen nehmen ihre Anspannung gar nicht mehr bewusst wahr. Die Energie-Anspannungsmatrix
ist daher ein hilfreiches Tool, um Energiezustände zu reflektieren und bei Anspannung schnell gegen zu steuern mit Pausen,
Bewegung, netten Kontakten oder angenehmen Tätigkeiten. Ziel ist es, möglichst intensiv den Zustand der Calm Energy auszukosten, d.h. der Zustand, wo Entspannung mit hoher Energie einhergeht.
Ein Tipp zur Steigerung der Produktivität, den jeder sofort umsetzen kann:
Arbeiten inRunden, d.h. Dinge erst nochmals überschlafen und so eine Vorbereitungs- von der Ausführungsphase trennen. Dabei nutzen wir den Effekt, dass das Gehirn in der Entspannung weiter arbeitet und die Intuition als intellektueller
Erkenntnisprozess wird aktiviert. Der ganzheitliche Ansatz zur Energiekompetenz von Verena Steiner, die wissenschaftliche
Erkenntnisse kompakt und gut verständlich vermittelt und mit vielen Grafiken und Selbsttests verbindet, macht das Ganze zu einem absolut lesenswerten Arbeitsbuch!


Praxisfeld Selbstführung. Der Werk- und Denkzeugkasten für den Einsatz persönlicher ­Ressourcen
Praxisfeld Selbstführung. Der Werk- und Denkzeugkasten für den Einsatz persönlicher ­Ressourcen
von Walter Braun
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

5.0 von 5 Sternen Praxisfeld Selbstführung, 5. Juni 2014
Auf den ersten Blick hört sich der Untertitel: „Wege zu einem erfolgreichen und erfüllten Berufs- und Arbeitsleben“ des 2009 erschienen Buches von Günter F. Müller und Walter Braun im Huber Verlag an wie viele Tippgeber und kochrezeptartigen Veröffentlichungen, die dann doch bei Allgemeinplätzen stehen bleiben. Von diesem Titel „Selbstführung“ wird der Leser jedoch positiv überrascht.
Selbstführung – ein etwas sperriger aber exakt treffender Titel für ein Thema, das mir im Executive-Coaching zurzeit sehr häufig begegnet. Es ist die Fragestellung: wie bleibe ich oder besser gesagt führe ich mich selbst, trotz all ́ den unterschiedlichen und z.T. auch widersprüchlichen Anforderungen an mich als Manager, in meiner Mitte. I.d.R. finden wir Tipps zu dieser Fragestellung unter den Stichwörtern Selbstmanagement oder auch Zeitmanagement und Arbeitstechniken. Was hebt diesen Titel aber von den vielen anderen ab? Auf wissenschaftlich fundiertem Niveau (Prof. Müller ist Psychologe an der Universität Landau) geben die Autoren einen Überblick über Konzepte zur Selbstführung und vor allem über Strategien und Anwendungsmöglichkeiten. Beeindruckt hat mich hier insbesondere, dass nicht nur die Anwendungsmöglichkeiten im Sinne von Selbstmanagement Thema sind, sondern auch auf die Konsequenzen im Bereich der Organisation, Führungskultur und Unternehmensstruktur eingegangen wird. Hier kommt die langjährige Praxis von Walter Braun in der Unternehmensberatung zur Geltung. Eine To do –Liste für mehr Selbstführung rundet diesen lesenswerten Band ab.
Ergänzt wird dieser Titel durch ein zeitnah nachgereichtes zweites Werk: Praxisfeld Selbstführung. Walter Braun und Günter F. Müller, Huber Verlag 2009. Hier werden die Autoren konkreter. Sozusagen auf der Alltagsebene breiten Sie Ihre Werkzeuge aus, mit Hilfe derer der Leser seine eigenen Ressourcen aktivieren kann.
Der Untertitel: „Der Werk- und Denkzeugkasten für den Einsatz persönlicher Ressourcen“ umschreibt diesen Anspruch, den die Autoren sehr gelungen einlösen. Bevor z.B. in verschiedene Entspannungsmethoden sehr pragmatisch eingeführt wird, steht die Entspannungspraxis des Lesers im Vordergrund. Aufbauend auf der eigenen Erfahrung mit Entspannung im Alltag anhand eines kurzen Arbeitsblattes und sensibilisiert auf den eigenen Reaktionstypus auf Belastung durch eine kurze Selbstanalyse wird dann gezielt in Entspannungstechniken auf der motorischen, der vegetativen und der kognitiven Ebene eingeführt.
Der Leser wird also Schritt für Schritt an der Hand genommen:
1. Erfahrung des Lesers im Alltag
2. Kurze Selbstanalyse
3.Praxisvorschläge
Und was die Chance auf den Transfer in den individuellen Arbeitsalltag erhöht:
4. jedes Kapitel endet mit Transfervorschlägen für den Alltag
Natürlich lässt sich auch bei diesem Titel das „Haar in der Suppe“ finden. Die Autoren sind z.B. weit davon entfernt, einen vollständigen Überblick über die Praxis der Selbstführung zu bieten. Doch gilt es hier die Zielsetzung des Bandes im Blick zu behalten. Es geht um einen Werk- und Denkzeugkasten. Diesen Anspruch lösen sie mustergültig ein. Dass ich nach der
Lektüre die Aufgabe habe, meinen für mich selbst passenden Werk- und Denkzeugkasten zusammenzustellen, diese Aufgabe erledigen Braun und Müller leider nicht für mich. Hier ist der einzige Experte gefragt - der Leser selbst!
Ich wünsche beiden Bänden zahlreiche Leser und vor allem Umsetzer. Das Hintergrundwissen und die Checklisten zur Selbstanalyse liegen bereit. Gefordert sind jetzt Sie!


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