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Rezensionen verfasst von
Stephan Teuber, Loquenz Unternehmensberatung GmbH "Stephan Teuber" (Leinfelden-Echterdingen)

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Feeling Good Together: Sich miteinander wohl fühlen. Wie selbst schwierige Beziehungen gelingen können
Feeling Good Together: Sich miteinander wohl fühlen. Wie selbst schwierige Beziehungen gelingen können
von David D. Burns
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Schwierige Beziehungen gelingend gestalten, 22. Mai 2015
Burns – emeritierter außerordentlicher Professor für Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften (Stanford University School of Medicine) verspricht viel – Sich miteinander wohl fühlen. Ein hehres Ziel. Ob Wohlfühlen immer wünschenswert ist, ist eine andere Fragestellung. Was dem Autor gelingt: Er zeigt klare Wege dahin auf. Sein Credo dabei: Es liegt weniger am/an der Anderen – den meisten Einfluss haben wir auf unsere eigene Einstellung zum Gegenüber.

Diese Erkenntnis mag auf den ersten Blick nicht epochemachend bevorzugt sein, doch steckt die Faszination im Detail. Wie gelingt es mir in Situationen, in denen ich die Schuld (verbunden mit entsprechenden Emotionen meinerseits) ausschließlich beim Gegenüber suche, den Blick auf mein eigenes Verhalten zu lenken?
Indem Burns im ersten Teil erklärt, warum wir nicht so einfach alle gut miteinander auskommen und im zweiten Teil Beziehungen und ihre spezifischen Dynamiken näher beleuchtet, bereitet er das Feld für den dritten Teil, in dem er die fünf Geheimnisse effektiver Kommunikation erklärt. Was ihn in der Erklärung dieser Geheimnisse auszeichnet, ist seine Detailgenauigkeit, die er immer wieder mit Beispielen und Ausschnitten aus seiner therapeutischen Praxis illustriert. Und dabei ist er sich keineswegs zu schade, auch sich selbst für kritisches Verhalten in Beziehungen (hier im Beispiel kritisches Feedback seiner Tochter) als Beispiel aufzuführen.

Im vierten Teil erklärt er, wie der/die Leser/in die fünf Geheimnisse für sich selbst nutzen kann und in Teil 5 geht er ausführlich auf verbreitete Fallen ein. Beim Lesen dieses Kapitels fühlte ich mich immer wieder sozusagen ertappt – was mein eigenes Beziehungsverhalten angeht. Im sechsten Teil kommen die erfahrenen Leser/innen bezüglich fortgeschrittener Techniken auf ihre Kosten. Das Ganze schließt ein persönlicher Intimitäts-Werkzeugkasten ab. Bleibt nur eines zu wünschen: Viel Erfolg beim Ausprobieren.


Unternehmen verstehen, gestalten, verändern: Das Graves-Value-System in der Praxis
Unternehmen verstehen, gestalten, verändern: Das Graves-Value-System in der Praxis
von Martina Bar-Sieber
  Taschenbuch
Preis: EUR 49,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reifungsprozesse und -dynamiken in #Unternehmen verstehen, unterstützen und lenken, 15. Mai 2015
Die Autoren, allesamt erfahrene Beraterkollegen/-innen, legen die Perspektive individueller #Entwicklungsdynamiken auf Unternehmen als Orte, an denen sich solche Entwicklungsdynamiken naturgemäß versammeln und das System Unternehmen beeinflussen.

Ausgehend von der Idee von Clare Graves, dass sich menschliche Wertesysteme in jedem Individuum entwickeln bzw. reifen, könnte man ein Unternehmen auch als einen „Stamm“ betrachten, der sich in seiner Grundresonanz einer bestimmten Entwicklungsstufe der Wertesysteme verpflichtet weiß. Und wenn auf einen solchen „Stamm“ Entwicklungsnotwendigkeiten einströmen, dann stellt sich die Frage, wie diese Entwicklungsnotwendigkeit in ihrer Dynamik unterstützt und gelenkt werden kann.

Was macht das Buch lesenswert? Die Autoren begründen im Einstieg, wie sie für die Unterstützung von Change-Prozessen auf das Modell von Clare Graves – das Graves Value-System – gestoßen sind. Sie stellen dies gut verständlich dar und übertragen dieses Modell der individuellen Entwicklungsdynamik auf die Organisation Unternehmen. Durch die Darstellung der verschiedenen Entwicklungsstufen mit ihren Merkmalen, an denen man sie im Unternehmen erkennen kann, taucht der Leser in das Modell von Graves förmlich ein.

Im Mittelteil des Werkes erklärt das Autorenteam seine Vorgehensweise Schritt für Schritt. Wie funktioniert die Standort-Analyse im Modell von Graves? Wie plane ich die angestrebten Innovationen und definiere das Veränderungsziel? Mit welchen Begleitvarianten ist zu rechnen?

Verdeutlicht wird das Vorgehen mustergültig an zahlreichen Beratungsbeispielen aus der Unternehmensberatungspraxis der Autoren. Für mich ein Steinbruch an Anregungen und eine gute Verdeutlichung des Nutzenpotentials des Graves Value-Systems.

Der umfangreiche Anhang bietet die Chance zur wissenschaftlichen Vertiefung und zum besseren Verständnis der einzelnen Entwicklungsstufen. Und für alle, die integral interessiert sind: Der Abgleich zwischen dem Graves Value-System mit dem Integralen Modell nach Ken Wilber. Fazit: unbedingt lesenswert!


Thank God it's Monday!: Wie wir die Arbeitswelt revolutionieren
Thank God it's Monday!: Wie wir die Arbeitswelt revolutionieren
von Dark Horse Innovation
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Thank God it's Friday, 8. Mai 2015
Die Selbstvorstellung der Autoren (The Dark Horse Innovation) auf ihrer Website strotzt vor Selbstbewusstsein: „Generation Y — Konzepte für neue Arbeit”. Der gesellschaftliche Wandel revolutioniert die Arbeitswelt und die Generation Y stellt neue Forderungen an Arbeitgeber. The Dark Horse ist ganz vorne mit dabei: „Wir sind 30 Mitgründer um die 30 die sich ihren eigenen Traumarbeitsplatz gebaut haben. Wir helfen unseren Kunden den Wandel zu verstehen, mit zu gestalten und neue Chancen zu nutzen“.

Mit dem Buch schildern die Autoren den Hintergrund aus der Perspektive der Generation Y. Abgeschreckt von der Arbeitskultur der sogenannten Freitagswelt („Thank God it's Friday“) in der Arbeit folgendermaßen definiert ist: „Arbeit war, wenn der Chef Schweiß und Tränen sehen, hören und riechen konnte“ (S. 20) beschreiben die Autoren die Montagswelt, die sie am Beispiel der eigenen Agentur folgendermaßen umschreiben: „Wir organisieren uns komplett hierarchiefrei und kommen trotzdem effizient und schnell zu Ergebnissen. (…) Wir können arbeiten, wann und wo wir wollen, und treffen uns trotzdem gerne zu festen Zeiten in unserem Büro. Unsere Arbeitstage sind oft lang – unsere Urlaube auch. (…) Wir arbeiten gerne und organisieren uns so, dass wir nicht auf die Rente und noch nicht mal auf den nächsten Freitag warten müssen. Thank Got it's Monday“ (S. 28-29).

Ausgehend von veränderten Umweltbedingungen (z.B. Globalisierung und die Macht des Einzelnen) und methodischer Innovation (Design Thinking) beschreiben die Autoren ihre Unternehmenskultur: „Gemeinsamständigkeit“. Aufgrund der Flexibilität und Individualität der heutigen Mitarbeitenden ist die Kultur des Wahlfamilienunternehmens nur konsequent. Und Führung bedeutet dann posthierarchisches Management. Es geht damit um den guten Umgang mit Argumenten, die Autoren nennen das „Argumentariat“, Koordination anstelle von Kontrolle, das Erschließen von Möglichkeitsräumen und wie in vielen anderen Unternehmenskulturen schmerzlich vermisst: Wertschätzung und daraus als Folge Wertschöpfung.

Und das Wichtigste: Es Tun, Umsetzen!


Impact-Techniken für die Psychotherapie
Impact-Techniken für die Psychotherapie
von Danie Beaulieu
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

5.0 von 5 Sternen Mein Resümée: lesen und ausprobieren!, 24. April 2015
Die Impact-Techniken von Danie Beaulieu (promovierte Psychologin aus Montreal) sind im Bereich der Psychotherapie schon einige Jahre angekommen und werden dort mit Erfolge eingesetzt.

Die Autoren Thomas Fritzsche, Annette Fürst und Elke Rathsfeld verfügen über unterschiedliche therapeutische Hintergründe, arbeiten als Trainer und Coaches und nehmen sich vor, den Ansatz von Beaulieu auch für Führungskräfte zur Verfügung zu stellen. Beaulieus Grundthese: je intensiver ein neuer Gedanke vermittelt wird, umso intensiver und damit dauerhafter ist seine Verankerung beim Empfänger. Und intensiv heißt für sie auf möglichst allen Sinneskanälen: auditiv, visuell, kinästhetisch. Ihre Herkunft aus dem NLP wird hier gut spürbar.

Nach einer kurzen Einführung zur Frage, wie Wirkung beim Gegenüber erzielt werden kann, welche Erkenntnisse die Hirnforschung dazu zur Verfügung stellt und wie dies mit Hilfe von Impact-Techniken umgesetzt werden kann, widmen die Autoren die restlichen 80% des Werkes konkreten Beispielen aus dem Führungsalltag.

Was das Werk für Führungskräfte leicht lesbar macht: es geht immer um konkrete Führungssituationen wie z.B. Lob, Kritik, Trennung, Teams, Umgang mit Fehltagen… Und was es auf Dauer anregend macht: die Autoren schlagen nicht einfach typische Impact-Techniken vor, sondern sie nehmen uns als Leser/-innen mit bei der Entwicklung dieser Impact-Techniken. Wie betrachte ich die Ausgangssituation? Was können Denkrichtungen sein, um Impact-Techniken dafür zu entwickeln? Wie sehen beispielhafte Impact-Techniken und deren Anwendung aus? Und welche Ideen könnte ich für meine Führungssituation daraus entwickeln?


Lean Thinking: Ballast abwerfen, Unternehmensgewinn steigern
Lean Thinking: Ballast abwerfen, Unternehmensgewinn steigern
von James P. Womack
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 52,00

5.0 von 5 Sternen Fundierte Erfahrung mit Lean, 17. April 2015
Die beiden Autoren James P. Womack und Daniel T. Jones stehen für fundierte Umsetzungserfahrung mit dem Thema Lean. Mit „Die zweite Revolution in der Automobilindustrie“, das sie gemeinsam mit Daniel Roos verfasst hatten, hatten sie Anfang der 90er-Jahre dem Thema Lean den Weg geebnet.

Obwohl Lean Thinking bereits 1996 mit der ersten Auflage erschienen ist: Es lohnt sich Seite für Seite. Warum? Nachdem Womack und Jones im ersten Teil in die Prinzipien des Lean Thinking einführen, besteht der zweite Teil v.a. aus Beispielen aus der Praxis. Diese fesseln aufgrund ihrer Detailliertheit und des eindeutig positiven Effekts!

Für einen ersten Blick ins Buch empfiehlt sich das Kapitel 15: Die Revolution wird verankert. Hier wird auf knapp 30 Seiten beschrieben, was bei der nachhaltigen Einführung von Lean zu beachten ist. Es geht keineswegs nur um die Anwendung von Verfahrensweisen, sondern es geht um die Implementierung einer Grundhaltung. Konsequenter Weise empfehlen hier die Autoren als erstes „Finden Sie einen Change Agent“ (S. 367). Und dann geht es natürlich auch um Vorgehensweisen im Detail. Und auch in den Details halten Womack/Jones den Fokus auf das Thema Mindset: „Wenn Sie etwas verbessert haben, verbessern Sie es erneut“ (S. 379).

Fazit: Eindeutig fünf Sterne!

P.S.: Ob die Aktualisierung und Erweiterungen in der Ausgabe von 2013 sich einen Neukauf lohnen, oder ob nicht eine frühere Auflage (oder gar die Erstauflage von 1996) eine preisgünstige Alternative darstellen, kann und will ich nicht bewerten.


Circle: Die Kraft des Kreises: Gespräche und Meetings inspirierend, schöpferisch und effektiv gestalten (Beltz Weiterbildung)
Circle: Die Kraft des Kreises: Gespräche und Meetings inspirierend, schöpferisch und effektiv gestalten (Beltz Weiterbildung)
von Christine Baldwin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

5.0 von 5 Sternen Im Kreis zu vertieften Ergebnissen, 10. April 2015
Im englischsprachigen Original ist „A leader in every chair” das Motto von Christina Baldwin und Ann Linnea. Mit diesem Motto machen sie den Anspruch der Methode The Circle Way” deutlich. Jede/r, der/die an einer Diskussionsrunde teilnimmt, sollte die eigene Verantwortung für seinen Grad der Partizipation (z.B. aktive Teilnahme, Mitdenken, Beobachten, Distanz halten) übernehmen. Die Methode the circle way” verspricht dafür entscheidende Hilfestellung.

Der Untertitel der deutschen Ausgabe, stellt weniger die Anforderung an den/die Einzelne/n sondern mehr den Effekt in den Vordergrund: Gespräche und Meetings inspirierend, schöpferisch und effektiv gestalten. Diesen Effekt kann ich mir nach der Lektüre diese gelungenen Bandes gut vorstellen.

Eindrücklich wird in der Einleitung die Entstehungssituation beschrieben. Es handelte sich um ein fünftägiges Schreibseminar im Juli 1991. Fünf Tage erscheinen als reichlich Zeit. In der Methode ist dieser großzügige Umgang mit der Ressource Zeit auch immer wieder festzustellen. Und genau dieser – nur auf den ersten Blick – großzügige Umgang mit der zur Verfügung stehenden Zeit, scheint mir eine wesentliche Besonderheit des Circle zu sein. Denn erst dadurch erfahren die Dinge die Gelegenheit, vertieft verstanden zu werden und dadurch ergibt sich auch für die aus einem Gespräch entstehenden Lösungen ein häufig vertieftes Commitment.

Das Konzept an sich ist rasch skizziert. Die Sitzordnung im Kreis soll das Fokussieren auf das in der Mitte stehende Thema erleichtern. Für die gute Gestaltung der Gesprächsrunde werden drei Rollen vergeben (Gastgeber, Prozesshüter und Schreiber). Es geht um eine vertrauens- und respektvolle Gesprächs- und Diskussionsform, bei der das gegenseitige Verstehen eine zentrale Rolle spielt. Erst auf das wirklich vertiefte Zuhören erfolgt die Formulierung des eigenen Gesprächsbeitrages. Das Ergebnis einer solchen Vorgehensweise sind häufig bessere, dauerhaftere oder sehr überraschende Lösungen, die im klassischen Pro-/Contra-Stil häufig nicht erreicht werden.

Die Inspiration beim Lesen wird durch zahlreiche Beispiele aus der Anwendung des Kreises angeregt. Indem sie grafisch vom Text getrennt sind, machen sie beim Lesen Lust darauf, herauszubekommen, wie es in dem beschriebenen Praxisfall weitergehen mag. Sozusagen mit Suchtfaktor auf mehr! Mich hat die Lektüre der deutschen Ausgabe angeregt, einmal an einem Kreisprozess teilzunehmen und diese Wirkung selbst zu erleben – ich bin gespannt.

Für wen weniger die O-Töne der Entwicklerinnen entscheidend sind, sondern wer einfach eine gute, rezeptartige Einführung in den Circle sucht, dem sei auch die Lernlandkarte Nr. 9 von Neuland empfohlen. Da finden sich alle wesentlichen Facetten dieser Arbeitsmethode mit für uns passenden Ergänzungen.


Dynamic Facilitation: Die erfolgreiche Moderationsmethode für schwierige und verfahrene Situationen (Beltz Weiterbildung)
Dynamic Facilitation: Die erfolgreiche Moderationsmethode für schwierige und verfahrene Situationen (Beltz Weiterbildung)
von Matthias zur Bonsen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,95

5.0 von 5 Sternen Wenn's verfahren ist – Dynamic Facilitation hilft weiter, 20. März 2015
Rosa Zubizarreta hatte sich schon früh die Mühe gemacht, Dynamic Facilitation für Alle zugänglich zu machen. Auf der Grundlage des Dynamic-Facilitation-Manual in den USA ist das vorliegende Buch, ergänzt um konkrete Anwendungsfälle, entstanden.

Zubizarreta beschreibt gut nachvollziehbar, welche Wirkung bereits das reine Visualisieren von Teilnehmerbeiträgen – gepaart mit einem wirklichen Zuhören wollen durch den Moderator – auf das Herausschälen von Themen haben kann. Es geht um wirkliches Hinhören, empathisch und für voll nehmend. Der Verweis auf die Arbeiten aus dem Bereich Focusing ist dabei äußerst hilfreich.

Dynamic Facilitation ist weit entfernt von einem Brainstorming, auch wenn das umfangreiche Mitvisualisieren auf den ersten Blick den Eindruck erscheinen mag. Es hat auch wenig mit Verhandlungsführung zu tun, auch wenn das ausführliche gegenseitige Zuhören sicherlich ein Punkt der Gemeinsamkeit ist. Im Sinne von David Bohm geht es um die Grundhaltung des „Choice-Creating“.

Eindrucksvoll fand ich die Ausführungen zur Frage, wann wird denn jetzt genau eine Meinung gebildet? Wie kann man, ohne formale Abstimmung in der Gruppe, sicher sein, dass wirklich eine gemeinsame Lösung gefunden wurde? Hier zeigt sich genau der Unterschied zu klassischen Moderationen. Es geht nicht um Meinungsbilder und letztendlich klare Abstimmungen, sondern die Grundidee ist Emergenz: Lösungsideen entstehen, quellen hervor, zeigen sich – und sind durch das intensive Sich-Gegenseitig-Zuhören und Wahrnehmen im Vorfeld fast augenscheinvalide. Nicht das Problem mit dem auf ein Ziel verengtem Blick versuchen zu beseitigen, sondern als Gruppe in der Moderation die Chance bekommen, dass sich Lösungsräume nicht mehr ausschließlich auf die Eigenschaften der Teilnehmer/innen zurückführen, die diese als Einzelpersonen aufweisen. Die Grundidee von Dynamic Facilitation: Den Rahmen durch die Moderation so zu gestalten, dass Herausforderungen, Lösungsideen, Bedenken und wichtige Infos zum Thema so ausreichend Raum bekommen, dass die nächsten Schritte quasi auf der Hand liegen.

Ergänzt und konkretisiert werden diese Grundideen durch die guten Beispiele und Verweise auf entsprechende Videos zur Methode „Rat der Weisen“ (Wisdom Council).

Für mich stellt das Buch eine wichtige Ergänzung des Handwerkzeuges in der Change Management-Beratung dar. Immer da, wo wirkliche Beteiligung gewünscht wird.


Kommunikation als Lebenskunst: Philosophie und Praxis des Miteinander-Redens
Kommunikation als Lebenskunst: Philosophie und Praxis des Miteinander-Redens
von Bernhard Pörksen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

5.0 von 5 Sternen Miteinander-Reden als Grundhaltung des Lebens, 13. März 2015
Das innere Team und das vier Ohren-Modell sind wahrscheinlich jedem, der sich mit Kommunikation beschäftigt, wohl vertraut. Im Dialog mit Bernhard Pörksen (Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen) erzählt und berichtet Friedemann Schulz von Thun von seinem wissenschaftlichen und persönlichem Hintergrund, auf dem sein Lebenswerk entstanden ist. Sei es aus seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter, als Professor oder als Vortragender und Dialogpartner in den unterschiedlichsten Lebenssituationen.

Indem das Buch eine breite Facette der Theorien eröffnet, mit denen sich von Thun im Laufe seines Lebens auseinandergesetzt und sie wieder zusammengesetzt hat, ermöglicht es einen vertieften Blick auf und in seine Modelle, die auf den ersten Blick sehr einfach anmuten mögen.

Z.B. anhand seiner Reflexionen über das Wertequadrat macht er deutlich, dass das einfache dialektische Denken dem Menschen als Gegenüber nie gerecht zu werden vermag. Ihm geht es immer um das Thema Integration. In der Integrationsleistung bleiben wir damit radikal auf uns selbst verwiesen, wie er mit dem Zitat von Jean-Paul Sartre verdeutlicht: "Jeder kann jederzeit aus dem etwas machen, was man aus ihm gemacht hat!" Klar ist, dass wir auf der einen Seite als Menschen "gemacht" sind. Doch es geht auf der anderen Seite auch darum, dass wir Subjekte unserer Identität werden. Wir scheinen uns doch in dieser Dialektik zu bewegen...

Der vorliegende Dialog lohnt sich für alle, die Lust an dieser Dialektik und darin Freude an Selbsterkenntnis haben.


Geld denkt nicht: Wie wir in Gelddingen einen klaren Kopf behalten
Geld denkt nicht: Wie wir in Gelddingen einen klaren Kopf behalten
von Hanno Beck
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

5.0 von 5 Sternen Geldentscheidungen bringen unsere Entscheidungsschwierigkeiten auf den Punkt, 6. März 2015
Nicht nur in Gelddingen, gilt es einen klaren Kopf zu behalten – und das ist bekanntermaßen nicht so einfach!

Der gelernte Wirtschaftsjournalist und Professor für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik in Pforzheim will „einen etwas anderen Blick auf die Kapitalmärkte“ werfen. Er will einen Blick auf die Stolpersteine im Anlegerverhalten werfen. Seien es Herdentrieb, der Glauben an Börsenastrologen, die Angst verlustreiche Investments zu beenden und zahlreiche Anlagefehler mehr.

Für mich entwickelt das Buch einen besonderen Reiz, da die Entscheidungsfehler im Anlegerverhalten offensichtlich ein Spiegel der Entscheidungsproblematiken im Alltag darstellen. Insofern lohnt sich bei der Lektüre jede Seite!

Hanno Beck startet mit einer Einführung in den Herdentrieb, ausgeführt anhand des Massenselbstmordes der Peoples Temple in Dschungel von Guyana und kommt dann zum „band-wagon effect“. Seine Empfehlung daraus „sich ganz bewusst ein Stück von der Hektik des Tagesgeschäftes fernhalten“ (S. 36). Die weiteren zehn Kapitel sind ähnlich aufgebaut. Seien es das Thema Zufall, Perspektivität, Lügen und falsche Zitate oder Überoptimismus.

Sein Fazit: Behavioral Finance ist eine Medizin, die helfen kann – aber nicht muss. Sein Werk ist die Konkretisierung dieser Medizin. Unbedingt lesenswert!


Hirnrissig: Die 20,5 größten Neuromythen - und wie unser Gehirn wirklich tickt
Hirnrissig: Die 20,5 größten Neuromythen - und wie unser Gehirn wirklich tickt
von Henning Beck
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hirn-rissig, 20. Februar 2015
Henning Beck, promovierter Neurobiologe, entzaubert auf charmante Art typisch Mythen über die Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Z.B sein Mythos Nr. 19.: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“. Stimmt nicht, das Gehirn verändert im Laufe des Lebens seine Struktur. Z.B. nimmt die Hirnmasse tatsächlich ab, oder es gibt weniger Verbindungen zwischen den verschiedenen Hirnbereichen. Doch muss das unbedingt negativ sein? Nein. Es kommt eher darauf an, wie ich mein Hirn nutze. Im höheren Lebensalter fällt es mir z.B. viel leichter, Neues mit bereits Bekanntem zu verknüpfen und damit abzuspeichern, ohne dafür extra ein entsprechendes Aktivierungsmuster im Gehirn präsent zu halten, wie diese bei jüngeren Gehirnen (mit weniger gespeichertem Inhalt) notwendig ist.

Die wichtige Erkenntnis aus der Hirnforschung zu diesem Thema: „plastisch und anpassungsfähig bleibt ein Gehirn lebenslang“ (Seite 237). Also keine Zurückhaltung, im Alter noch neue Dinge zu lernen wie z.B. eine Sprache oder das Spielen eines Musikinstrumentes.

Der wichtige Hinweis von Beck an dieser Stelle: „Im Laufe der Zeit wird auch das Gehirn älter und eine neue Information (ein neues Aktivierungsmuster)
konkurriert mit der bestehenden Architektur im Netzwerk. Weil jede eintreffende Information in das bestehende Netzwerk integriert werden muss, wird am Anfang überprüft, wie sinnvoll das ist. Deswegen nähern sich ältere Menschen einem Problem von einer anderen Seite an als junge, also vielleicht nicht ganz so naiv und vorbehaltlos. Doch Ältere nutzen ihr in jahrelangem Training verfeinertes Netzwerk, um mit Erfahrung und Vorwissen Informationen schnell einzuordnen und großflächig im Gehirn zu verknüpfen – und kommen so zu ausgewogeneren Urteilen, „was es zu lernen lohnt und was nicht“ (Seite 239).

Ich würde es begrüßen, wenn diese Erkenntnis schon Allgemeingut wäre. Wir würden dann die unterschiedlichen Lerntempi der unterschiedlichen Lebensalter z.B. im betrieblichen Kontext wertschätzen.

Der Autor stellt auch 19,5 weitere Mythen ähnlich spannend dar – unbedingt lesenswert!


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