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Rezensionen verfasst von
G. Obermüller
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Black Holes & Revelations (Digipack)
Black Holes & Revelations (Digipack)
Preis: EUR 13,84

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Muse - Ritter vom Mars, 3. Juli 2006
Was für ein Album! Oft habe ich mich gefragt, was nach den gelungenen Vorgänger-Alben noch kommen mag bzw. wie man diese noch steigern könnte, jedoch keine Vorstellung gehabt.. nun halte ich den Beweis in den Händen: Muse haben sich wieder einmal selbst übertroffen.

"Black Holes & Revelations" scheint dazu geschrieben worden zu sein, den Kritikern jeglichen Wind aus den Segeln zu nehmen - wobei sich die bissigesten unter ihnen natürlich niemals belehren lassen werden - aber was gibt es an dieser Scheibe denn schon zu kritisieren? Dieses Album ist einfach unheimlich vielseitig und originell, man wird beim Durchhören von einer Welt in eine andere geworfen und das z. T. auch während eines einzigen Songs! Als Beispiel wäre hier Hoodoo zu nennen - Dramatik pur, das Zusammenspiel von Matt Bellamys einzigartiger Stimme, seinem ausgezeichneten Klavierspiel und dem hervorragenden Riecher, wie man einen Song mit Spannung, Leben und Gefühl versieht, ist ein Markenzeichen des Frontmanns der nur 3(!)-köpfigen Band, die sich für mich nicht zuletzt mit diesem Album in den Olymp der Rockmusik katapultiert hat! Langeweile ist ein Attribut, dass hier einfach keine Platz findet, das Album ist sehr spielerisch, elektronische, orientalische und sogar Western-artige Elemente vermischen sich mit wohltuender Rockmusik, härtere Stücke gibt es eigentlich nur eines (Assassin) und auch dieses ist durch und durch melodisch und gelungen.

Belammy hat bei einigen Songs seine Stimme in 3 unterschiedlich hohen Spuren übereinandergelegt (Exo-Politics, Knights of Cydonia), was - wie schon häufiger erkannt und auch zurecht - sehr an Queen erinnert. Trompeten sind auf diesem Album erstmals zu hören und in Supermassive Black Hole kommt Matts geliebte Kopfstimme durchgehend zum Einsatz wie zuletzt in Microcuts!

Was einen zunächst etwas ratlos zurücklässt ist das seltsame Albumcover: 4 futuristischen Herren im Grand Canyon, die mit griesgrämigen Blicken auf Holzstühlen um einen Tisch mit Miniaturpferden sitzen, während hoch oben am Himmel die verblassende Erde mitsamt Mond zu sehen ist. Dieses Szenario ist wohl auf den letzten Song Knights of Cydonia bezogen (Cydonia = das legendäre Marsgesicht). Der Song beginnt mit Pferdegetrappel, es wird mit Laser-Waffen geschossen, im Hintergrund der Sound eines.. Ufos? Passt auf jeden Fall zum Bild, der Grand Canyon als Mars, Pferde sind zu sehen, und die 4 Herren - etwa die Knights of Cydonia persönlich? Würden man diesen Titel auf die 3 ebenso futuristischen Herren anwenden, die dieses Album erschaffen haben, so würde es wohl auch passen.

"You and i must fight for our rights, you and i must fight to survive" singt Matt in besagtem Titel, und die Band kämpft durchaus, nämlich den Kampf gegen die Unbekanntheit. 3 Leute habe ich in letzter Zeit gefragt, ob sie die Band Muse kennen, aber leider scheinen sie hier in Deutschland so sehr in der Alternative-Ecke festzusitzen, dass keiner etwas mit diesem Namen anzufangen wusste. Ich wünsche der Band jedenfalls, dass es ihr gelingt, über den Marskrater Großbritannien hinaus international bekannter und mehr als ein Geheimtipp zu werden. Viel Erfolg, Ritter vom Mars..


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