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Rezensionen verfasst von
NN "NathanNever"

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Emil Bock: Leben und Werk
Emil Bock: Leben und Werk
von Gundhild Kacer-Bock
  Sondereinband
Preis: EUR 19,90

3.0 von 5 Sternen Es lebe das Denkmal, 30. November 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Emil Bock: Leben und Werk (Sondereinband)
Dieses voluminöse Werk soll eine abschließende Biographie Emil Bocks sein, scheitert aber an verschiedenen Hürden.
Zum einen wirkt die Kompilation aus autobiographischen und erzählerischen Teilen der Autorin nicht organisch.

Zum anderen verfügt die Tochter Bocks mutmaßlich nicht über die beste Perspektive. Tatsächlich handelt es sich um eine Hagiographie, steht man vor einem Übermensch, oder besser Über-Vater, an dem es wirklich nichts zu kritisieren gibt. Die Realität war freilich eine andere, denn Bock – wie die Christengemeinschaft oder die Anthroposophie in wesentlichen Teilen – war nun mal durch eine gewisse Intoleranz gekennzeichnet. Man nehme nur die Briefe Herbert Fritsches zur Hand, um das zu begreifen. Nicht nur wird Emil Bocks Leben als reine Fügung oder gar Sendung begriffen, in dem es keine Zufälle, dafür umso mehr „von oben“ gestellte Weichen gegeben hat, durch die Veneration der Beschreibung hat man auch nie das Gefühl, die Person im Innersten erschauen zu können. Da steht eine Statue, kein Mensch, Steifheit und Akkuratesse bilden eine undurchdringliche Maske.

So bleibt es bei reiner Information, was nicht wenig ist, aber selbst in dieser Hinsicht wird eher das Mißtrauen als das Verständnis geweckt.


Gerhard Nebel. "Ein gewaltiger Verhöhner des Zeitgeistes"
Gerhard Nebel. "Ein gewaltiger Verhöhner des Zeitgeistes"
von François Poncet
  Broschiert
Preis: EUR 20,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dichter Nebel, 18. November 2015
Der 2013 erschienene Band vereint die sehr unterschiedlichen Redebeiträge einer Nebel-Konferenz aus dem Jahre 2008. Sieht man von einem aus akademischem Wortgeklingel und Allbelesenheitsfuror zusammengebastelten (Michale Neumann) und einem belanglosen Beitrag ab (Imhoff), so darf man den Verständnis- und Revitalisierungsgewinn als bedeutend einschätzen.

Da wird der inhaltsschwere und konfliktreiche Briefwechsel zwischen Jünger und Nebel betrachtet oder über das Nebelsche „Ich“ nachgedacht und sogar versucht, zwischen Nebel und Baudrillard Verbindungen herzustellen. Peter Trawny nimmt sich Nebels zentralen George-Essay vor, zeigt Sprünge und Konsistenzen in dessen Denken, während Peter Koslowski vor Hegelscher Kulisse Nebels und Jüngers Zeitgeist-Verständnis kontrastiert und im ersteren den „großen Verhöhner“, im zweiten den Versöhner des Zeitgeistes ausmacht. Alexander Michajlovsky widmet sich der „Neuen Theologie“, Nebels Versuch, diesen Jüngerschen Begriff neu in Szene zu setzen, weiter zu denken, einzulösen: „Der Kern von Nebels ‚Neuer Theologie‘ ist nicht die Ablehnung und Verurteilung eben dieser Zivilisation – das hieße sich von der Realität überwältigen lassen – sondern ein Sich-für-das-Überschreitende-offenhalten … das eine prinzipielle Frage nach der Möglichkeit und den Grenzen einer Konservativen Revolution heute zu stellen nötigt.“ Francois Poncet gelingt es in einer überraschenden Gegenüberstellung der Begriffe „Asabiyya und Polis“ hochaktuelle Bezüge, nämlich zum Terror und zur „Islamisierung“ aufzuzeigen. Nebels Gedanken können hier tatsächlich Haltegriffe bieten: „Bei ihm wird die ‚Repristination‘ als archaisierende Regression dargestellt, deren Vollzug die gesamte metaphysische und religiöse Entwicklung des christlichen Zeitalters rückgängig machen und uns in einen endgültigen überwundenen Tribalismus zurückwerfen würde.“

Höhepunkt stellt ohne Zweifel Erik Lehnerts Beitrag „Der Sorge um den Menschen verpflichtet – Gerhard Nebels Denken als Hinweis auf die ökologische Frage“ dar, der den großen – in aller Knappheit – Zugriff wagt, sich nicht auf Idiosynkrasien Nebels beschränkt und nicht nur eine stringente, wenn auch in sich gebrochene Entwicklungslinie aufzeichnet, sondern auch Nebels Pionierarbeit hinsichtlich eines Gesamtzugriffs auf das „ökologische Problem“ und damit seine Aktualität nachweist. Demnach m u ß man Nebel auch heute noch und wieder lesen.


Menschen A1/1: Deutsch als Fremdsprache / Kursbuch mit DVD-ROM
Menschen A1/1: Deutsch als Fremdsprache / Kursbuch mit DVD-ROM
von Sandra Evans
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,49

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Für Flüchtlinge ungeeignet!, 2. November 2015
Heidi Klum und Seal, Leipziger Nachttrödelmarkt, Labskaus, Rock am Ring, Party Max ... Was soll ich damit vor eritreischen Flüchtlingen anfangen? Dekadentes westliches Leben, ohne jeden Bezug zur Realität dieser Menschen. Wenn überhaupt, dann ist der Kurs nur für Wohlstandskids geeignet. Da wollte mal wieder jemand ganz hip sein, grell und bunt und up to date, aber dass es um Sprache geht, ging leider verloren. Außerdem viel zu komplizierte Aufgabenstellungen, die ein individuelles Lernen unmöglich machen. Wenn ich alles erklären muss, dann kann ich es auch gleich selber machen. Und DVD praktisch unbrauchbar.
Ärgerlich, dass ich den Kurs meine Eritreer habe kaufen lassen. 18 Euro in die Tonne!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 28, 2016 5:12 AM MEST


The Shock of History: Religion, Memory, Identity (English Edition)
The Shock of History: Religion, Memory, Identity (English Edition)
Preis: EUR 3,99

4.0 von 5 Sternen Ich prophezeie uns eine neue Vergangenheit, 23. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
… das hat zwar nicht Venner, sondern Sloterdijk gesagt, aber der französische Historiker, dessen Hauptwerke leider nicht ins Deutsche oder Englische übertragen wurden, erfüllt genau diese Prophezeiung. Das zumindest muss man annehmen, wenn man diesen späten Interviewband liest, der weniger ein Testament, mehr eine summa ist. Zumindest werden Venners Lebensthemen angeschnitten und überblickt – sehr oft hätte man sich eine Vertiefung gewünscht, mitunter ist die Argumentation zu holzschnittartig, aber die Fragerin – ganz ohne Zweifel ein Anhängerin Venners – stellt allzu brav und allzu konform ihre Fragen und lauscht den Monologen.

Diese allerdings haben es in sich, wie gesagt, im andeutenden Modus. Was der Historiker hier bietet, sind komplette Neuinterpretationen oder doch zumindest wenig gehörte Auslegungen von Geschichte und Geschichten, Realgeschichte und Mythen, allen voran der homerischen, die Venner als Gründungsdokumente der westlichen Kultur und Geschichte liest: in ihnen ist alles enthalten, was den westlichen Menschen ausmacht und auch unterscheidet – Stichwort „Identität“.

Venners Umfang ist enorm – mühelos wandert er durch Raum und Zeit, jederzeit in der Lage, seine ungewöhnlichen Ansichten am historischen oder literarischen Beispiel zu belegen. Höhepunkt sind zweifellos seine geschichtsphilosophischen Überlegungen im mittleren Teil. An exquisiten Stellen wird er auch sehr persönlich, etwa bei seiner Apologie des selbstbestimmten Freitodes – die er kurz nach diesem Gespräch in großer (oder theatralischer?) Geste – darüber kann man streiten – an sich selbst in die Tat umsetzt.

Ob man nun seine politischen Ansichten teilt oder nicht, man hat es allem Anschein nach mit einem historischen Denker von großem Format zu tun, den zu studieren nur bereichern kann.


The Shock of History: Religion, Memory, Identity
The Shock of History: Religion, Memory, Identity
von Dominique Venner
  Taschenbuch
Preis: EUR 20,65

4.0 von 5 Sternen Ich prophezeie uns eine neue Vergangenheit, 23. August 2015
… das hat zwar nicht Venner, sondern Sloterdijk gesagt, aber der französische Historiker, dessen Hauptwerke leider nicht ins Deutsche oder Englische übertragen wurden, erfüllt genau diese Prophezeiung. Das zumindest muss man annehmen, wenn man diesen späten Interviewband liest, der weniger ein Testament, mehr eine summa ist. Zumindest werden Venners Lebensthemen angeschnitten und überblickt – sehr oft hätte man sich eine Vertiefung gewünscht, mitunter ist die Argumentation zu holzschnittartig, aber die Fragerin – ganz ohne Zweifel ein Anhängerin Venners – stellt allzu brav und allzu konform ihre Fragen und lauscht den Monologen.

Diese allerdings haben es in sich, wie gesagt, im andeutenden Modus. Was der Historiker hier bietet, sind komplette Neuinterpretationen oder doch zumindest wenig gehörte Auslegungen von Geschichte und Geschichten, Realgeschichte und Mythen, allen voran der homerischen, die Venner als Gründungsdokumente der westlichen Kultur und Geschichte liest: in ihnen ist alles enthalten, was den westlichen Menschen ausmacht und auch unterscheidet – Stichwort „Identität“.

Venners Umfang ist enorm – mühelos wandert er durch Raum und Zeit, jederzeit in der Lage, seine ungewöhnlichen Ansichten am historischen oder literarischen Beispiel zu belegen. Höhepunkt sind zweifellos seine geschichtsphilosophischen Überlegungen im mittleren Teil. An exquisiten Stellen wird er auch sehr persönlich, etwa bei seiner Apologie des selbstbestimmten Freitodes – die er kurz nach diesem Gespräch in großer (oder theatralischer?) Geste – darüber kann man streiten – an sich selbst in die Tat umsetzt.

Ob man nun seine politischen Ansichten teilt oder nicht, man hat es allem Anschein nach mit einem historischen Denker von großem Format zu tun, den zu studieren nur bereichern kann.


Hitler
Hitler
von Antonio Spinosa
  Broschiert
Preis: EUR 16,75

4.0 von 5 Sternen Lesbarkeit versus Wissenschaftlichkeit, 8. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Hitler (Broschiert)
Antonio Spinosa gehört in Italien zu den Verkaufsgaranten in Sachen Geschichte und Geschichten. Das hat seinen Grund in der überragenden Lesbarkeit, der Flüssigkeit seiner im Übrigen nie wissenschaftlich überanstrengten Sprache und in seinem Vermögen, komplexe Zusammenhänge durchsichtig zu machen – kurz und gut: populär zu sein.

Das freilich kann bei einem Untersuchungsobjekt wie Hitler schnell problematisch werden, denn Vereinfachungen und Kurzschlüsse gibt es mehr als genug. Das beginnt schon mit dem Anlaß des 1991 erstmals erschienen Buches, der Wiedervereinigung Deutschlands. Es war also die Sorge, die Angst, die Spinosa trieb oder die er befriedigen wollte. Von daher ist sein Anspruch, den er im Untertitel mehr als deutlich macht – nämlich Hitler, den Österreicher, als legitimen Sohn und also Sukzessor der deutschen Geschichte aufzuzeigen – schon problematisierenswert. Wenn man dann noch die programmatischen Eingangszeilen liest –: „Hitler è figlio della Germania e del suo tempo. È l’interprete d’una cultura tedesca di quegli anni che si nutriva di irrazionalismo, che odiava le dottrine illuministiche e ogni forma di democrazia, che aveva in Spengler il suo profeta, in Heidegger il suo filosofo e i suoi mistici ispiratori in Schopenhauer, Wagner, Nietzsche, come una stellare e diabolica trinità” – dann wird das problematische Geschichtsbild Spinosas deutlich: Hat es denn keine “Dialektik der Aufklärung” gegeben? Spengler als Prophet, Heidegger gar als Denker des Nationalsozialismus? Und dann zum Schluß platter Lukacs mit seiner “Zerstörung der Vernunft”? Vor allem aber: Hitler als Interpret deutscher Kulturgeschichte?

Das alles sind steile Thesen, die dringend belegt werden müßten und gerade da versagt der Autor. Die Legitimität der Sohnschaft wird gerade nicht sichtbar und auch der Mensch Hitler bleibt eigenartig maskenhaft versteckt. Stattdessen wird uns Mussolini, dessen Haßliebe zu Hitler einen großen Teil des Buches einnimmt – mehr als historisch gerechtfertigt, aber für einen Italiener durchaus nachvollziehbar– psychisch durchleuchtet.

Daß zudem jeglicher Quellenverweis fehlt, fördert die Glaubhaftigkeit mitunter nicht und man hat das Gefühl, daß insbesondere Gesprächszitate „inhaltlich“, aber nicht wörtlich wiedergegeben werden, so, wie man sich das vorstellen könnte.

Bei aller Kritik bleibt es aber ein äußerst angenehm zu lesendes Buch, das vor allem durch großartige Erzähltechnik besticht, nie langweilt und sich schon von daher wunderbar zur Auffrischung der Kenntnisse eignet.


Goethe's Leben und Werke. uebers. v. Julius Frese. 2 Baende.
Goethe's Leben und Werke. uebers. v. Julius Frese. 2 Baende.
von George Henry: Lewes
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Es muss nicht immer Safranski sein, 13. Mai 2015
Lewes' umfängliche Lebensbeschreibung Goethes war einst ein Bestseller und gehört zu den kanonischen Biografien des Dichterfürsten. Heute freilich kennt sie kaum noch jemand und man macht sich gern über sie lustig (Goethe Lexikon). Die Vorwürfe, dass Lewes sich aufgrund nur weniger Quellen ein Lebensbild zusammengezimmert habe, sind so korrekt wie absurd. Man kann doch eine Arbeit, die 20 Jahre nach Goethes Tod entstanden ist, nicht mit moderner Forschung vergleichen. Aber man muss bewundernd anerkennen, was der Brite mit dem wenigen zuverlässigen Material aus Goethes Leben und Werk herausholt. Das mag aus heutiger Sicht nicht immer korrekt sein, doch gelingt ihm etwas, was ansonsten nur wenigen Biografen gelingt: Er macht Goethe lebendig! An manchen Stellen ist die Lektüre so intensiv, dass man das Gefühl bekommt, unmittelbar neben ihm zu stehen, die tiefsten Einblicke in seine Seele zu erhaschen. Lange bevor Dilthey die Einfühlung zum obersten Prinzip erhob, haben wir hier einen Einfühlungsmeister vor uns. Und dabei ist er bei weitem nicht unkritisch: insbesondere Teile des Werkes werden hart angegangen, wohingegen er dazu tendiert, zeitgemäß, den Menschen Goethe zu idealisieren. Das geschieht schon deshalb, weil er sich in wesentlichen Partien, auf Goethe selbst, auf 'Dichtung und Wahrheit', auf einige Briefe, und Schriften, die er in manchmal seitenlangen Passagen zitiert, verlässt. Den eiligen Leser mag das stören, für den geduldigen sind es oft angenehme Wiederholungen bekannter Texte.

Wem es darauf ankommt, Fakten und Tatsachen zu erfahren, der sollte zu anderen Biografien greifen, wer aber eine große Erzählung genießen kann und wer Goethe persönlich näher kommen möchte, der muss nicht zu Safranski oder Friedenthal greifen, der ist bei Lewes schon in allerbesten Händen!


Die Erhöhung der Schlange
Die Erhöhung der Schlange
von Herbert Fritsche
  Broschiert
Preis: EUR 16,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Mysterium der Homöopathia Divina, 3. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Erhöhung der Schlange (Broschiert)
An zahlreichen Stellen der Briefe und des Werkes betonte Fritsche, dass "Die Erhöhung der Schlange", ein seit Ende der 30er Jahre konzipiertes, in verschiedenen Artikeln schon angedeutetes Buch, sein Hauptwerk sei, in dem Unaussprechliches, Unfassliches zur Sprache käme. Hält diese Einschätzung einer kritischen Sicht von außen stand? Immerhin werden die bahnbrechenden Arbeiten "Der Erstgeborene", "Hahnemann" oder das umfangreiche 'Tierseele und Schöpfungsgeheimnis' damit relativiert.

Mir scheint, man kann diese Frage mit einem Ja und einem Nein beantworten.

1. Ja - wenn es um den Anspruch geht, der die schon umfassende Sicht des "Erstgeborenen", eine - kurz, allzu kurz gesagt - wertumstürzende Anthropologie der Esoterik, noch einmal ins Metaphysische erweitert. Diesmal freilich konkreter an der Homöopathie orientiert, deren Similia Similibus Curentur (Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt) zum weltumfassenden, ja sogar göttlichen Prinzip erklärt wird. Ein unerhörter Gedanke! "Der Reichweite des Simile widmet sich dieses Buch" und Fritsche beginnt im Kleinen, also der eigentlich heilenden Aufgabe der Homöopathie, die mit Hahnemann ihren Anfang und Höhepunkt erreicht habe. Ihr widmet er sich im ersten Teil, benennt dabei allerlei Probleme (Potenzierung, Selbstdispensierung, Störquelle Apotheke, Unmöglichkeit des statistisch-rationalistischen Beweises, die Frage nach dem Fortschritt in der Homöopathie, Ernährung als homöopathisches Prinzip etc.) und Paradoxa (Placebo, Epidemien, Arzneimittelprüfung etc.) und hat auf alles eine Antwort. Nebenbei entwirft er einen historischen Überblick. Im zweiten Teil geht es dann um "heilende Ähnlichkeit jenseits des Arzneiprinzips", denn "Homöopathie ist die Nutzbarmachung des Simile" auch außerhalb der Medizin, einem Bereich, der "weit über das Pharmakon hinausreicht". Anfangs bewegt sich Fritsche noch im Übergangsbereich, spricht er über Heilkunde, Heilfasten, Prießnitzwickel, dann weitet er den Fokus aus, kommt zur Haustierhaltung, zum Traum - alles homöopathisch wirkende Handlungen -, zu Psychotherapie, Mesmerismus und Hypnose.

Danach erst lässt er die Katze aus dem Sack: War er bis hierher lehrreich - wer Homöopathie als begreifen will, findet keinen besseren Erklärer -, so wird er nun originell. Er entwirft eine "Homöopathia Divina", eine Homöopathie als allumfassendes Prinzip ' Materie, Geist und Gott, speziell den Christus, betreffend. An dieser Stelle muss der Rezensent schweigen und bescheiden auf den Text verweisen. So viel sei verraten: Fritsche meint aufzeigen zu können, "daß im Mysterium von Golgatha die Homöopathia Divina so deutlich wird wie nirgends anderswo". "Im Erlöser wird Gott dem Menschen ähnlich und damit zu dessen Simile'' Und: "Religion, Erlösung und Heil sind homöopathische Maximalphänomene."

2. Nein - denn so klar und stringent Fritsche im ersten Teil argumentiert, so geheimnisvoll tut er im zweiten. Das muss natürlich so sein, in der esoterischen Tradition, aber es wird manchem Leser geheimnisvoll bleiben, was er eigentlich sagen will. Plötzlich wird der Text sehr dicht, andeutend und sprunghaft in der Herleitung, oft anfechtbar, sehr assoziativ, lädt eher zum Meditieren über das Gesagte ein als zum kritischen Lernen, da wird es tief, schwer und weit. Der aufgeschlossene Leser wird im Bejahungsmodus schwelgen, der rationalistisch geschulte dagegen wohl alles als Unsinn und Gerede, als Metaphysik, empfinden. Wer eine einfachere Einführung in die wirklich originelle Idee der "Homöopathia Divina" zu lesen wünscht, der sei auf die Bände "Das Wagnis, Mensch zu sein" und "Heilkundliches aus drei Jahrzehnten" verwiesen.


Okkulta
Okkulta
von Herbert Fritsche
  Broschiert
Preis: EUR 21,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fritsche in nuce, 25. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Okkulta (Broschiert)
Wenn Herbert Fritsche von „Okkultem“ schreibt, dann werden da keine tiefen Geheimnisse enthüllt, keine Geheimlehren, Rituale, Mysterien und dergleichen, sondern Fritsche schaut von oben auf das Thema und will zum einen kategorisieren, zum anderen begrifflich reinigen. Denn zu vieles wird vermischt, zu selten wird sauber getrennt und gearbeitet, und allzu oft sind die Akteure auch ethisch unter dem Niveau ihrer Praktiken. Und wie immer bei Fritsche zieht er auch alle Register, will sagen, bringt er seine Lebensthemen zur Diskussion, hier anhand der Esoterik. Wo immer man bei Fritsche einsteigt, man hat fast den ganzen Fritsche vor sich, den theoretischen Heilkundler und Homöopathen, den Lebensreformer, den Biologen, den Theologen und den Philosophen, vor allem den aufmerksamen, kritischen und in seinem Urteil unerbittlichen Denker.

Wer sich bei Fritsche schon auskennt, für den ist vieles im Buch Versammelte nur Wiederholung, Akzentuierung im besten Falle, aber wem der Autor noch nicht bekannt ist, der kann ebenso gut hier einsteigen, sollte dann aber, je nach Interesse, den Weg zu den Hauptschriften gehen: „Hahnemann“, „Die Erhöhung der Schlange“ (eine Homöopathia Divina), „Der Erstgeborene“ (anthropologische Grundlegung), „Tierseele und Schöpfungsgeheimnis“ (Biologie im weitesten Sinne), „Der große Holunderbaum“ (Esoterik).

In vorliegendem Band jedenfalls sind drei kleinere Einzelerscheinungen und eine ganze Reihe von Zeitschriftenartikeln enthalten, die eines gemeinsam haben: Sie sind ein starkes und wohlbegründetes Plädoyer für die Offenheit dem Unfassbaren in all seiner Vielfalt gegenüber.


Schatten der Nacht
Schatten der Nacht
von Gustav Schenk
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Gift als Prinzip, 3. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Schatten der Nacht (Gebundene Ausgabe)
Wenn es um die „bewusstseinserweiternden Stoffe“ geht, dann werden Huxley und Jünger, Castaneda und Benn, de Quincey und Benjamin genannt, aber selten hört man etwas von Gustav Schenk. Dabei gehört sein „Schatten der Nacht“ wohl zu den besten Werken des Genres. Es ist nicht nur eine „chemische“ Auseinandersetzung mit dem Pflanzengift und eine Beschreibung seiner eigenen Erfahrungen mit Peyotl und Bilsenkraut, sondern der metaphysische Versuch, das Gift als weltformendes Prinzip und Wesen zu beschreiben, dessen Macht in der Nicht-Entsprechung zum Menschen, aber doch einer gewissen Affinität, also einer gleichzeitigen Verneinung und Bejahung, liegt. Gift ist für Schenk eine „Eigenschaft des Urgrundes“, eine „Form der ewigen Bewegung der Natur“.

Drogen könne man daher auch nicht per se verurteilen, wohl aber ihren unvorbereiteten Genuss, der so typisch für die moderne Gesellschaft ist. Auch betont er die Subjektivität des Giftes, sowohl auf Geber- als auch auf Empfängerseite: Koka gehöre etwa notwendig zum indianischen Menschen, wohingegen ihn der Alkohol radikal zerstören muss …

Tatsächlich ist das Gift allgegenwärtig in und um uns und unser Körper entgiftet permanent. Mit der Einnahme der Droge, so Schenk, nehmen wir nicht einfach einen isolierten Pflanzenstoff auf, sondern einen undurchschaubaren Komplex, letztlich die Wirksamkeit, die diese Pflanze in ihrem Leben entfaltet hat – und wenn das Gift wirkt, dann ist das ein Zeichen dafür, dass das Gift uns erträgt. Schon daran sieht man, wie anders Schenks Perspektive ist, und dieser ungewöhnliche Blick macht das Büchlein so wertvoll.


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