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Rezensionen verfasst von
lutz ha. (München)

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Mississippi Jam: Ein Dave-Robicheaux-Krimi
Mississippi Jam: Ein Dave-Robicheaux-Krimi
von James lee Burke
  Broschiert
Preis: EUR 17,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht vom Buchtitel verunsichern lassen, 1. April 2016
Voranstellen möchte ich, dass ich das Buch vor einiger Zeit auf Englisch gelesen habe, als noch keine deutsche Übersetzung vorhanden war.
Auch als Fan von James Lee Burke muss man objektiv zugeben, dass aus meiner Sicht zwar viele, aber nicht alle seiner Bücher ein Fünf-Sterne-Niveau erreichen. Dieses Buch allerdings, mit dem etwas eigenartigen Titel, gehört jedoch für mich auf jeden Fall zu den sehr guten Werken dieses begnadeten Erzählers, vor allem auch bezogen auf die Robicheaux-Reihe.
Zur Story: Ein vor der Küste Louisianas auf dem Meeresgrund liegendes Wrack eines deutschen U-Bootes aus dem 2. Weltkrieg weckt die Begierde einiger ganz unterschiedlicher, auf jeden Fall aber recht dubioser Gestalten. Unklar bleibt lange Zeit, weshalb plötzlich dieses große Interesse an dem Wrack entsteht und ein regelrechter Wettlauf beginnt, um zu diesem U-Boot vorzudringen. Da der Protagonist Robicheaux das Wrack zufällig entdeckt hat, will man ihn erst überreden, dann nötigen und schließlich mit aller Gewalt dazu erpressen, die genaue Lage des Wracks zu verraten. Um das zu erreichen, wird Robicheaux selbst und auch seiner Ehefrau von einem Psychopathen ziemlich übel mitgespielt.
Für Kenner der Reihe sei angemerkt, dass Robicheaux's alter Kumpel Purcel in diesem Buch auch wieder recht tat- und schlagkräftig mitwirkt, insbesondere bei seiner Privatfehde gegen einige Mafiosi in New Orleans.
Insgesamt handelt es sich hier um ein abwechslungsreiches, deftiges und sehr unterhaltsames Buch dieser Reihe, von dessen vielleicht etwas unverständlichem Titel man sich nicht abschrecken lassen sollte. Wie immer ist die Figurenzeichnung und die anschauliche Erzählweise des Autors absolut heraushebenswert.
Wer die bereits veröffentlichten Bücher von JLB mag, wird mit Sicherheit auch an diesem Buch Gefallen finden.


Mädchenjäger: Thriller (Mark-Heckenburg-Reihe, Band 1)
Mädchenjäger: Thriller (Mark-Heckenburg-Reihe, Band 1)
von Paul Finch
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2.0 von 5 Sternen Ganz guter Start, doch dann geht's steil bergab, 29. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Reihe um den Londoner Detective Sergeant Heckenburg, genannt Heck, klang von den Kurzzusammenfassungen und vielen Rezensionen her interessant und vielversprechend.
So beginnt dieses Buch auch, wobei sich mit der Zeit auch ab und zu einige Längen zeigen, die jedoch hin und wieder von kurzen, aber knackig-brutalen Szenen unterbrochen werden. Soweit ganz in Ordnung und das Buch lief bei mir durchaus eine Zeit lang in Richtung Vier-Sterne-Niveau dahin.
Doch dann muss man zur Kenntnis nehmen, dass nach und nach immer mehr Unglaubwürdigkeiten ins Spiel kommen. Dies bezieht sich auf das Verhalten des Protagonisten selbst und es setzt sich fort mit Handlungen und Handlungsorten, die realistisch gesehen überhaupt keinen Sinn machen (z.B. das Szenario auf den alten Seefestungen vor der Themse-Mündung).
Ebenso gibt es geradezu abwegige Begebenheiten, in dem es z.B. einem jungen Gangster scheinbar schnell, problem- und spurlos gelingt, in eine Villa einzubrechen, dort ein ordentliches Loch in eine Zimmerdecke zu sägen, einen Teppich darüber zu legen, damit das Opfer des Anschlages in die sich darunter befindliche Garage zu Tode stürzt. Da es sich um ein sehr teures Anwesen handelt stellt sich die Frage, ob die Zimmerdecken in Englands Villen nur aus ein paar schnell durchzusägenden Brettern bestehen? Und wenn das Opfer nun einfach mit seinem Auto zuerst in die Garage gefahren wäre? Von dem absonderlichen Verlauf des dann folgenden Kampfes zwischen Heck und dem Gangster will ich hier gar nicht erst beginnen.
Heck wird immer mehr in harte Konfrontationen verwickelt und erleidet dabei Verletzungen, die jeden anderen zweifellos ins Krankenhaus befördern oder zumindest eine Zeit lang definitiv außer Gefecht setzen würden. Heck allerdings beißt sich durch und übersteht zwar lädiert, aber trotzdem immer wieder erstaunlich handlungsfähig alle massiven körperlichen Einwirkungen.
Schließlich gelingt es ihm trotz allem auch seine hochgefährlichen und seit Jahren hochprofessionell agiernden Gegner, nur mit einer Zeugin im Schlepptau, quasi fast im Alleingang zu besiegen. Wobei die sich am Ende dann derartig stümperhaft und regelrecht dämlich benehmen, dass deren bisheriges erfolgreiches Handeln wirklich unerklärlich bleibt.
Ich habe in diesem Genre wahrhaftig nichts gegen Gewalt und vernünftig dosierte Action, aber der Autor mixt das leider mit fortschreitender Story immer mehr mit unrealistischen und damit ziemlich unglaubwürdigen Handlungen, so dass sich am Ende meine Einschätzungskurve sehr rapide ins Negative bewegt hat.
Wenn man eine Story auf weitgehend realitischer Polizeiarbeit gründet, dann sollte das bei aller Fiktion auch einigermaßen so bleiben und nicht den Boden der Realität zu sehr verlieren.


Finderlohn: Roman (Bill-Hodges-Serie, Band 2)
Finderlohn: Roman (Bill-Hodges-Serie, Band 2)
von Stephen King
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

4.0 von 5 Sternen Ein Hauch von Jugendbuch, 25. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zum Inhalt braucht wirklich nichts mehr geschrieben zu werden, so dass ich hier nur kurz meine kleine persönliche Einschätzung für dieses Buch abgeben möchte.
Den Vorgängerroman "Mr. Mercedes", Teil eins einer Triologie, muss man zwar nicht unbedingt vorher gelesen haben, aber es gibt natürlich keinerlei Grund, die Reihenfolge nicht einzuhalten. Ich habe "Mr. Mercedes" und auch dieses Buch mit je knapp vier Sternen bewertet, wobei mir der genannte erste Teil einen Tick besser gefallen hat.
King ist dafür bekannt, dass er sehr gerne jugendliche Protagonisten kreiert und diese Tatsache zieht sich auch in diesem Roman durch die Story. Natürlich ist "Finderlohn" kein Jugendbuch, aber eine gewisse Atmosphäre dieser Art ist recht oft zu spüren. Und das ist der Punkt, an dem ich mich bei der Bewertung ein klein wenig reibe. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass jüngere Leser mit dem Buch und der Schreibweise recht gut klarkommen müssten.
Mir wäre da allerdings etwas mehr der Blickwinkel aus der Erwachsenenwelt, vielleicht auch etwas mehr "erwachsene Härte", wenn man das so bezeichnen kann, lieber gewesen. Aus diesem Grunde brauchen sich auch etwas zartbesaitete Leser keinesfalls vor diesem Buch fürchten.
Auch hin und wieder ein wenig mehr Straffung der Story in den ersten zwei Dritteln des Buches hätte sicherlich nicht geschadet.


Galveston
Galveston
von Nic Pizzolatto
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erwartungen nicht wirklich erfüllt, 14. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Galveston (Gebundene Ausgabe)
Der Grund für den Kauf des Buches war natürlich die TV-Produktion "True Detective" (Staffel 1), zu der der Autor das Drehbuch geschrieben hat. So waren meine Erwartungen nicht gerade niedrig angesetzt, wurden allerdings am Ende nicht ganz erfüllt.
Nicht gerade neu die Ausgangssituation: Harter Kerl, scheinbar seit seiner Jugend als Geldeintreiber, Schläger und wohl auch als Killer tätig, wird überraschend von seinem Boss in eine Falle geschickt und soll beseitigt werden. Er kommt jedoch davon, nimmt eine 18-jährige Hure und Zeugin vom Ort des Geschehens spontan mit und entdeckt dann auf der Flucht eine halb väterliche, halb latent unterdrückte sexuelle Zuneigung und Fürsorge für das Mädchen. Da er am gleichen Tag erfahren hatte, dass er scheinbar an Lungenkrebs erkrankt ist, sinniert er natürlich auch über sein bisheriges Leben.
Und nach diesem recht ordentlichen Auftakt geht der Story leider über längere Zeit die Luft aus. Es geschieht lange Zeit nichts Wesentliches mehr und man wartet zu lange darauf, dass wieder ein wenig Spannung aufkommt. So etwa im letzten Viertel fängt sich die ganze Sache dann doch noch etwas, die Story wird wieder interessanter und intensiver.
Hin und wieder gibt es Zeitsprünge in der Handlung, wobei die Vergangenheit in dem Buch einen weitaus breiteren Rahmen einnimmt. Allerdings empfand ich diese Zeitsprünge nicht gerade optimal eingearbeitet, da man plötzlich ansatzlos beim Lesen mit einem Zeitsprung konfrontiert wird, ohne dass ein Übergang ersichtlich ist. Man ist etwas irritiert, bevor man den Zeitsprung bemerkt und diesen dann entsprechend wieder einordnen kann.
Im Mittelpunkt der Handlungen stehen Figuren, die schon aufgrund des Millieus ihrer Herkunft kaum Chancen auf ein gutes Leben haben und sich zwangsläufig in ziemlich billig-schäbigen Örtlichkeiten bewegen müssen. Es ist wahrlich kein optimistisches Buch und auch keins, in welchem am Ende wenigstens Rachegelüste für das erfahrene Unheil befriedigt werden. Das kann man jedoch nach anfänglicher Verwunderung so akzeptieren, da es natürlich eher der Realität nahe kommt. Als Leser erwartet man womöglich in dieser Richtung irgendwie etwas mehr.
Insgesamt gute drei Sterne, mehr jedoch aus meiner Sicht nicht.


Das Gift der Gewissheit
Das Gift der Gewissheit
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Ganz gewiss - sehr gut!, 20. September 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Gift der Gewissheit (Kindle Edition)
Voranzustellen ist, dass es sich hier um keinen Thriller oder Krimi handelt, sondern - so wie es auf dem Cover steht - es ist ein Roman, auch wenn der Ausgangspunkt ein Kriminal- / Gerichtsfall ist und dies alles im Mittelpunkt steht. Also nichts von "Hardboiled" etc., keine kurzen, knappen Sätze, kein Actionspektakel usw. Ohne etwas zu verraten: Es wird in der aktuell erzählten Handlung niemald umgebracht, misshandelt und es gibt in dem Sinne auch keine derartigen Gewaltszenen. Das sollte man erst einmal wissen und so akzeptieren, um keine falschen Vorstellungen bzw. Erwartungen aufzubauen.
Erzählt wird die Story in zwei Zeitebenen: Einmal die Situation um einen Anwalt, der dazu bestimmt wird, einen nach 10 Jahren Haft jetzt kurz vor der Hinrichtung stehenden vermeintlichen Mörder formal den letzten juristischen Beistand zu leisten und die Situation 10 Jahre zuvor, nach einem brutalen Mord an drei Gästen in einem Restaurant. Die beteiligten Personen sind in der Vergangenheit und in der Gegenwart weitgehend dieselben. Die Frage ist, ob damals durch oberflächliche und evtl. auch manipulierte Ermittlungen ein unschuldiger, ziemlich "unterbelichteter" Kleinganove zum Tode verurteilt wurde oder ob jetzt ein anderer todkranker Häftling, der sich plötzlich selbst der Morde bezichtigt, irgendwelche anderen Ziele durch seine Offenbarungen anstrebt. Der Autor widmet sich dabei sehr ausführlich den beteiligten Personen, ihrem Denken und Handeln und deren vielschichtigen Charakteren.
Sollte man beim Lesen vorschnell zu der Meinung gelangen, der damals ermittelnde Polizist wäre einfach ein kalter, mieser Typ, der durch Tricks und unfaire Einwirkung auf den minderbemittelten Verdächtigen einen schnellen Aufklärungserfolg haben wollte, so wäre das allerdings zu eindimensional gesehen. Das ist hier ganz und gar nicht der Fall, im Gegenteil, er ist eigentlich ein ganz "normaler" Mensch, der durchaus vernünftige Ansichten hat und seiner Polizeiarbeit ordentlich nachgeht. Dass er mit der damals zuständigen Staatsanwältin ein schon länger laufendes Verhältnis hatte, spielt dabei jedoch eine nicht ganz unerhebliche Rolle.
Die vom Autor in vorzüglicher Weise gezeichneten Charaktere sind ein wirklich herausragender Bestandteil des Romans, gekonnt kombiniert mit einer absolut realsitisch geschilderten Handlung und eingebettet in ebenso realistische Gegebenheiten. Alles ist angenehm stimmig geschrieben und wird durchaus spannend in Szene gesetzt. Man wird sich nach und nach natürlich langsam eine Meinung über die Geschehnisse bilden, weiß jedoch bis zum Schluss nie, was wirklich die Wahrheit sein könnte. Mal könnte man glauben, dass der Verurteilte (durchaus kein Sympathikus) tatsächlich unschuldig ist, dann beginnt man wieder daran zu zweifeln und weiß nicht, weshalb und mit welchem Motiv sich der andere Häftling scheinbar grundlos selbst beschuldigt. Der Autor bedient dabei keinerlei Klischees, betreibt keine schwarz-weiß Malerei und klärt dann am Ende glaubhaft die Sache auf. Ein sehr guter Roman - volle Punktzahl.


Amnesie: Joe O'Loughlins 2. Fall (Joe O'Loughlin und Vincent Ruiz, Band 2)
Amnesie: Joe O'Loughlins 2. Fall (Joe O'Loughlin und Vincent Ruiz, Band 2)
von Michael Robotham
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Der Autor ist wirklich empfehlenswert, 11. September 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das zweite Buch aus der O`Loughlin / Ruiz-Reihe ist schon seit über vier Jahren auf dem Markt; es liegen dazu bereits eine Menge Rezensionen vor, so dass ich mir eine weitere Inhaltsangabe ersparen kann.
Nach dem ersten Band, in dem der Professor O`Loughlin als Protagonist fungierte, ist es in diesem Buch der Londoner Detectiv Inspector Vincent Ruiz, was für mich etwas überraschend kam. Die Story wird durchweg nur aus Sicht von Ruiz im Präsens erzählt, der angeschossen halb tot aus der Themse gezogen wurde und nach einigenTagen im Koma eine Teilamnesie erlitten hat, wodurch er sich an die Umstände, die zu seiner Verletzung geführt haben, nicht mehr erinnern kann. Natürlich versucht er mit Hilfe des Professors, der hier nur eine Nebenrolle einnimmt, seine Erinnerungen wieder auszugraben und einen Fall zu lösen, der eigentlich schon seit drei Jahren als aufgeklärt und abgeschlossen galt.
Ich gebe zu, dass ich bei dieser Ausgangssituation anfänglich leicht skeptisch war, aber nach und nach verflog die Skepsis vollends und am Ende ziehe ich das Fazit, dass mir der zweite Band der Reihe noch besser als der erste gefallen hat. Ein durchweg gelungener Aufbau der Story, die immer spannender wird und auch mit einigen Wendungen aufwartet, die so nicht unbedingt vorhersehbar waren. Dazu eine gute, stimmige und teilweise passend deftige Sprache und ein sympathischer Protagonist, dem, nicht mehr weit vor seiner Pension stehend, nichts mehr im Leben fremd ist und der auch in seinem Privatleben einiges nicht auf die Reihe gebracht hat. Ruiz hat mit seiner zynischen und auch etwas pessimistischen Art Ecken und Kanten, er lässt sich auf falsche Fährten locken, macht auch Fehler, jedoch nicht solche, die der Leser an seiner Stelle nicht genauso machen würde.
Ich habe jetzt definitiv Lust auf mehr Lesestoff von Michael Robotham bekommen.


Der Widersacher: Thriller
Der Widersacher: Thriller
von Michael Connelly
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Findet Connelly langsam zu alter Stärke zurück?, 13. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Widersacher: Thriller (Taschenbuch)
Um es gleich vorweg zu nehmen, dieses Buch erinnert schon wieder etwas mehr an die Stimmung und Qualität der ersten Bücher aus der Harry Bosch-Reihe, die ich bis zu einem gewissen Zeitpunkt als sehr gut bis herausregend bezeichnen möchte.
Vielleicht hängt das auch ein wenig mit dem Auftritt seines alten Widersachers Yrving zusammen, der früher stellvertretender Polizeichef war und jetzt als Stadtrat von Los Angeles der Polizei das Leben gehörig schwer macht.
Harry Bosch hat es hier gleich mit zwei sehr unterschiedlichen Fällen zu zun. Einmal mit einem eigenartigen, kaum möglichen DNA-Hinweis auf einen sehr alten ungelösten Mordfall und zum andern mit der Klärung eines aktuellen Todesfalles, nämlich den des Sohnes von Stadtrat Yrving, der von einem Hotelbalkon gestürzt ist oder von dort heruntergestoßen wurde (Unfall, Suizid oder Mord?). Pinkanterweise hat sein alter Widersacher Yrving darauf bestanden, dass gerade Bosch den Sachverhalt aufklären soll, da er trotz der früheren Konflikte zwischen ihnen von seiner Hartnäckigkeit und Unvoreingenommenheit überzeugt ist.
Natürlich gelingt es dem Protagonisten mit seiner Spürnase beide Fälle zu klären, die verschlungenen Wege dahin wurden von Connelly durchaus interessant und spannend gestaltet, eben beinahe wie in alten Zeiten. Aber ein wenig hakt es doch noch etwas, ganz zu alter Form schafft es der Autor dann doch nicht. Aus meiner Sicht erscheint die Einbeziehung von Bosch`s Tochter in das Szenarium etwas zu naiv und zu gewollt, überzeugt jedenfalls nicht unbedingt. Auch der neue Partner von Bosch, Chu, wird etwas zu anfängerhaft und nervig dargestellt. Das war Connelly früher mit dem Charakter des alten Partners Jerry, noch bei der Hollywood Division, weitaus besser gelungen.
Aber das Positive in diesem Buch überwiegt und am Ende bringt die Klärung der beiden Fälle für den Protagonisten noch einen faden Beigeschmack, was ebenso wieder an die ersten Bände der Reihe erinnert. Es gibt zwar ein wenig Sand im Getriebe, aber dieses Buch ist auf jeden Fall wieder empfehlenswert.


Unter Verdacht: Thriller
Unter Verdacht: Thriller
von Robert Crais
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Für Hundeliebhaber, 12. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Unter Verdacht: Thriller (Taschenbuch)
Mit so manchen Autoren ist es etwas seltsam: Sie erschaffen Bücher ganz unterschiedlicher Qualität. Das trifft leider auch auf Robert Crais zu. Von ihm habe ich schon wahrlich gute Bücher gelesen (z.B. "Hostage"), aber bei diesem hier hat man den Eindruck, als könne es gar nicht von dem Mann geschrieben worden sein. Die Story ist ziemlich einfach konstruiert, die Protagonisten ebenso und man könnte problemlos glauben, hier wäre ein Neuling am Werk gewesen. Verwunderlich und bedauerlich auch, dass bis etwa zwei Drittel des Buches praktisch kaum etwas passiert. Das Finale ist leicht vorhersehbar, bis dahin gibt es keine Wendung in der Story oder gar eine ernsthafte Überraschung.
Für Liebhaber von Hunden, insbesondere von Schäferhunden, mag die Sache ja noch recht nett zu lesen sein, da die Geschichte teilweise auch aus der Sicht eines Schäferhundes erzählt wird. Klingt komisch, ist aber gar nicht schlecht gelungen. Aber insgesamt deutlich zu wenig für einen Krimi oder gar Thriller, gerade von einem Autor mit einer gewissen Reputation. Aus Sympathie für den Schäferhund hätte ich beinahe noch drei Sterne vergeben, belasse es aber dann doch bei zwei.


Das Kartell: Roman
Das Kartell: Roman
von Don Winslow
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lest auch den Vorgänger!, 2. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Kartell: Roman (Broschiert)
Aus meiner Sicht gehört der direkte Vorgänger dieses Buches, "Tage der Toten", zu den besten Büchern dieses Genres aus dem letzten Jahrzehnt oder sogar weit darüber hinaus. Für mich persönlich zählt dieses Buch jedenfalls zu den besten und auch informativsten Büchern, die ich je gelesen habe.
Ich wusste nicht, dass Don Winslow an einer Fortsetzung gearbeitet hat und hätte auch gar nicht geglaubt, dass es eine solch wuchtige Fortsetzung tatsächlich geben wird. Aber der Autor zeigt damit erneut was in ihm steckt, wenn er sich dem richtigen Thema mit großer Ernsthaftigkeit widmet.
Schon nach wenigen Seiten fühlt man sich in "Tage der Toten" zurück versetzt und hier passt einfach wieder alles: Der kurze, schnörkellose und harte Schreibstil, das unwiderstehlich vorantreibende Tempo in den Handlungen gepaart mit nahezu realistisch anmutenden Fakten, die kaum glaublich erscheinen und dennoch sehr eng an die bittere Wahrheit angelehnt sind. Es ist ein Epos über den gnadenlosen Kampf um die Vorherrschaft im Drogengeschäft, um dessen unfassbare Gewinnmargen und die traurige Erkenntnis, dass der Kampf gegen die Drogen praktisch kaum zu gewinnen ist. Über die schwer zu begreifende, allumfassende brutale Korruption, die insbesondere Mexiko und andere süd- und lateinamerikanische Länder bis in höchste Ämter fest im Griff hält.
Es stehen sich wieder die zwei Männer unerbittlich gegenüber, die bereits im ersten Teil im Mittelpunkt standen: Der Drogenbaron Adan Barrera, der in mexikanischer Haft beinahe wie im Luxushotel logiert und von dort aus weiter die Fäden spinnt und auf der anderen Seite Art Keller, der es als DEA-Agent geschafft hatte, mit allen legalen und illegalen Mitteln dessen Kartell tatsächlich ins Wanken zu bringen - und Barrera ins Gefängnis. Dass natürlich auch Rache eine starke Triebkraft in dem Agieren der Protagonisten eine Hauptrolle spielt, dürfte auf der Hand liegen. Gewalt gibt es in diesem Roman sicherlich nicht zu wenig, jedoch ohne sich an dieser vordergründig zu ergötzen. Sie gehört praktisch in diesem mafiösen "Geschäft" unabdingbar zur Tagesordnung, ohne Drohung mit und ohne rücksichtslose Ausübung von Gewalt würde das Drogengeschäft kaum so erfolgreich funktionieren. Wenn man sich über dieses Thema näher informiert, weiß man, dass in diesem Buch kaum etwas übertrieben wird, so ungeheuerlich es auch erscheinen mag.
Wer von diesem Buch beeindruckt ist und wer "Tage der Toten" noch nicht gelesen hat, der sollte auf keinen Fall zögern und sich auch dieses hervorragende Buch vornehmen. Auch wenn die Story dann zeitlich vor dem "Kartell" angesiedelt ist, bekommt man definitiv ein ebenso grandioses Meisterwerk geboten. Wer der Verlockung widerstehen kann, zuerst das "Kartell" zu lesen und statt dessen mit "Tage der Toten" beginnt, ist natürlich vom zeitlichen Geschehen noch besser bedient und wird sich ohne Zweifel und Bedauern dafür selbst belohen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 3, 2015 5:20 PM MEST


Die Erben des Zeus: Thriller
Die Erben des Zeus: Thriller
von Scott Turow
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neue Tragödie im Kindle County, 31. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Scott Turow lässt seine Figuren wieder in seinem fiktiven Kindle County im Mittleren Westen der USA agieren, in dem der Autor eine ganze Reihe seiner bisherigen Stories angesiedelt hat. Wie immer laufen dem treuen Leser dann ab und zu mal ein paar alte Bekannte über den Weg.
Das vorliegende Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt: In jeweils kurzen Abschnitten wird nach und nach der Tag im Jahre 1982 rekostruiert, an dem die etwas verwöhnte und zickige Tochter des Immobilienmoguls Zeus in ihrem Bett getötet wurde. Die Hauptebene handelt jedoch 25 Jahre später, als der sich damals des Mordes schuldig bekannte Liebhaber (Cass) der Getöteten aus der Haft entlassen wird. Cass hat einen eineiigen Zwillingsbruder Paul, mit dem er sehr tief verbunden ist und der mitten im Wahlkampf für das Bürgermeisteramt der Großstadt steckt. Der Bruder der Getöteten, Hal, Nachfolger im Imperium seines Vaters Zeus, hat immer noch Zweifel an der Alleinschuld des scheinbaren Täters Cass. Er vermutet, dass sein Zwillingsbruder mit in das Verbrechen verwickelt war und setzt nun alle Mittel ein, um die bevorstehende Wahl von Paul zum Bürgermeister zu verhindern.
Die Story ist im engeren Dunstkreis ehemals griechischer Einwanderer angesiedelt, wobei sich die meisten durch religiöse Gemeinsamkeiten seit langer Zeit kennen. Einen oder mehrere echte Protagonisten gibt es in diesem Buch jedoch nicht. Wenn überhaupt, dann sind das die von Hal für neue Nachforschungen eingesetzte Leiterin seiner Sicherheitsabteilung zusammen mit einem längst berenteten ehemaligem Polizisten, der damals die Ermittlungen geführt hatte. Man erkennt von Anfang an, dass mit dem Mord an der Tochter des Immobilienmoguls ein Geheimnis verbunden ist und dass sich damals wahrscheinlich nicht alles so abgespielt hat, wie es über 25 Jahre den Anschein hatte. Dieses Geheimnis (und noch mehr) wird natürlich zum Ende hin aufgelöst und diese Entwicklung auch mit einer gewissen Spannung versehen.
Ich mag die Bücher von Scott Turow sehr, insbesondere seinen ausgezeichneten Schreibstil, seine sehr realistisch aufgebauten Handlungen und die exzellenten Charakterzeichnungen seiner Figuren. Dabei benötigt er kaum irgendwelche Action, Gewalt oder Effekthascherei, um seine Stories trotzdem interessant und spannend zu gestalten. Auch in dem vorliegenden Buch weicht der Autor von diesen Grundsätzen nicht ab, allerdings schrammt er aus meiner Sicht leicht an der vollen Punktzahl vorbei. Vielleicht empfinde ich das dewegen so, weil in diesem Buch auf echte Protagonisten verzichtet wird, weil das Verwirrspiel mit den äußerlich fast identischen Zwillingen am Ende doch ein wenig übertrieben erscheint oder auch, weil es keine wirklich bösartigen bzw. unsympathischen Personen gibt.
Ohne auch nur entfernt enttäuscht zu sein, fehlt mir aber insgesamt doch etwas, das bedingungslos die Vergabe von fünf Sternen rechtfertigen würde. Unabhängig davon, halte ich aber auch dieses Buch von Scott Turow definitiv für lesenswert und es bekommt von mir deshalb gute vier Sterne.


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