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Rezensionen verfasst von
matheelfe
(TOP 500 REZENSENT)   

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Sarah und die schwarze Burg: Wenn sich alles gegen dich wendet ... (Sarah & Nico)
Sarah und die schwarze Burg: Wenn sich alles gegen dich wendet ... (Sarah & Nico)
von Veronika Aretz
  Broschiert
Preis: EUR 10,90

5.0 von 5 Sternen Sarah kämpft für Mirathasia, 27. Juni 2016
„...Nur die Menschen, die jemand vertrauen, finden Einlass...“

Daniela möchte ihre Tochter Sarah wiedersehen. Das aber kann sie nur heimlich, denn Daniela lebt in einer Welt, die für Sarah nicht zugänglich ist. Und sarah darf davon nichts wissen.
Für Sarah hat sich nichts geändert. Ihr Stiefbruder Georg ärgert sie mit Begeisterung, ihre Stiefmutter Tina gibt ihr die Schuld für dieses Verhalten und selbst ihr Vater stellt sich nicht auf ihre Seite. Auch in der Schule spitzt sich die Situation zu.
Freude empfindet Sarah nur bei ihren Ausflügen nach Mirathasia. Die Welt im Internet ist nur für Kinder erreichbar. Dass Sarah überhaupt dorthin gelangt, hat sie ihrem Englischlehrer zu verdanken. Bei ihm darf sie im Internet surfen, denn zu Hause ist der Computer für sie tabu.
Es handelt sich um die zweite Geschichte mit Sarah. Wieder wird auf zwei Ebenen erzählt: zum einen in der Gegenwart, zum anderen in Mirathasia.
Während die Gegenwart für Sarah eher bedrückend ist, sind die Geschehnisse in Mirathasia spannend. Diese Welt wurde sehr phantasievoll gestaltet. Doch Sarah erlebt, dass Mirathasia bedroht ist. Auf eine Insel wächst eine schwarze Burg, von der aus Virusbombe geschossen werden.
Der Schriftstil des Buches ist kindgerecht und lässt sich gut lesen. Als Sarah außerhalb ihrer normalen Zeit im Land erscheint, trifft sie auf Jo. Er möchte ihr eine besondere Attraktion zeigen. Die Bedingung dafür steht in obigen Zitat. Das erste Mal ist Sarah gezwungen, jemand anderen bedingungslos zu vertrauen. Schön wird beschrieben, wie Sarah und ihre Freunde versuchen, die Burg zu erreichen und Mirathasia vor weiteren Zerstörungen zu bewahren. Dabei legt die Autorin viel Wert darauf, dass das Handeln der Kinder gemeinsam geschieht, jeder seine Stärken einbringt und die Schwächen des Einen durch die besonderen Fähigkeiten eines anderen ausgeglichen werden. Auch Nico begegnet mir als Leser in der Geschichte wieder. Sein Verhalten allerdings gibt Rätsel auf. Die Erfolge im Land der Phantasie geben Sarah neues Selbstvertrauen, um sich in der Gegenwart nicht mehr alles gefallen zu lassen. Zu den sprachlichen und inhaltlichen Höhepunkten in Sarahs realen Leben gehören die Gespräche mit dem Englischlehrer. Ihm gelingt es nicht nur, einen Zugang zu ihr zu finden, sondern er gibt Denkanstöße.
Das Cover im Mangastil hat einen hohen Wiedererkennungseffekt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es stecken viele kleine Feinheiten in der Geschichte. Das Thema Mobbing wird auf ungewöhnliche Art aufgearbeitet.


Wibo Waschbär sagt Gute Nacht
Wibo Waschbär sagt Gute Nacht
von Susanne Lütje
  Pappbilderbuch

4.0 von 5 Sternen Drei Geschichten, 27. Juni 2016
Das Kinderbuch enthält die drei Geschichten „Wibo malt ein Bild“, „Wibo geht einkaufen“ und „Wibo sagt Gute Nacht“.
Die Erzählungen um Familie Waschbär zeichnen sich durch die vielen schönen Bilder aus. Alle drei Geschichten passen in das Alltagsleben. Sie sind humorvoll erzählt. Die kurzen Texte lassen sich gut vorlesen.
Das Cover ist aufklappbar und stellt auf der inneren Doppelseite die Familie vor.
Das Buch hat mir von Inhalt und grafischer Gestaltung sehr gut gefallen. Trotzdem ziehe ich einen Stern ab. Meiner Meinung nach muss das Wörtchen „blöd“ nicht unbedingt mehrmals in einem Kinderbuch auftauchen.


Eine Reise um die Welt
Eine Reise um die Welt
Preis: EUR 4,99

5.0 von 5 Sternen Gut recherchiertes Jugendbuch, 26. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Eine Reise um die Welt (Kindle Edition)
„...Er kannte diese Sorte Mensch nur zu gut. Es war diejenige, die nie richtig zuhörte und als Erstes in Gefahr geriet...“
Wir schreiben das Jahr 1772. Der 14jährige Henry arbeitet als Hilfsarbeiter in Hamburger Hafen. Aus Unachtsamkeit stößt er mit Georg Forster zusammen. Der 17jährige sieht das gelassen und erzählt Henry von der geplanten Reise. Henry nutzt die ihm von Georg gebotene Chance und bewirbt sich als Leichtmatrose auf der Resolution, dem Schiff von James Cook.
Die Autorin hat einen spannenden historischen Roman für jugendliche Leser geschrieben. Drei Jahre wird die Reise dauern, an der Georg als Begleiter seines Vaters teilnimmt. Mit obigen Zitat wird in Kapstadt Georgs Vater charakterisiert. Wenige Stunden später sollte sich diese Aussage bewahrheiten.
Die Autorin beschreibt nicht nur die Reise mit all ihren Gefahren, sie bindet in die Geschichte einen Krimi ein. Henry hatte in Hamburg ungeplant heimlich einen Dieb belauscht. Plötzlich hört er auf dem Schiff dessen Stimme. Die Jungen überlegen, wie sie ihn überführen könnten.
Der Schriftstil des Buches lässt sich gut lesen. Die örtlichen Verhältnisse auf dem Schiff werden gut dargestellt, so dass man sich die Kajüte des Forschers sofort vorstellen kann. Gleichzeitig wird deutlich, dass James Cook ein erfahrener Seemann ist. Die Reise ist umfassend geplant, und es sind genügend Nahrungsmittel eingelagert, um Skorbut zu verhindern. Außerdem hat er der Küchencrew klare Anweisungen geben, wie zu verfahren ist. Über Kapstadt geht es in die Antarktis. James Cook sucht das unbekannte Südland. Stürme und Nebel sind die Wetterunbilden, die Schiff und Mannschaft alles abfordern. Die Reise dauert länger als geplant, weil das gesuchte Land nicht in Sicht kommt. Dadurch entstehen Spannungen auf dem Schiff, denn die Nahrung wird knapp. An passenden Stellen darf ich als Leser Georg und seine Vater auf Forschungsexpeditionen an Land begleiten und Georg sinngemäß bei seinen Zeichnungen über die Schulter schauen. Nicht jeder Landgang geschieht friedlich. Gut wiedergegeben werden die Emotionen der Protagonisten. Das betrifft insbesondere die Angst und das Unbehagen von Georg und Henry bei jedem Zusammentreffen mit Richie, dem Dieb. Aus belauschten Gesprächen wird deutlich, dass er noch mehr Dreck am Stecken hat. Doch er ist raffiniert und dadurch besonders gefährlich.
Am Ende der Geschichte ist nicht nur der Kriminalfall gelöst, es wird außerdem ausführlich zusammengefasst, auf welche wissenschaftlichen Leistungen Cook und Forster stolz sein können.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist eine gelungene Kombination aus historischen Fakten und der Phantasie der Autorin. Durch die Einfügung einer Krimihandlung könnten sich auch Jugendliche angesprochen fühlen, die historische Themen nur marginal interessieren.


Ein Schwede zum Verlieben: (Nicht ganz) ein Liebesroman
Ein Schwede zum Verlieben: (Nicht ganz) ein Liebesroman
von Ingrid Zellner
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Schöne vielseitige Geschichte, 25. Juni 2016
„...Ganz offensichtlich sehnte sie sich gerade nach einer Beziehung, zu der sie in keiner Weise bereit war...“

Verena ist freischaffende Werbetexterin und wohnt in Dachau. Ihren Urlaub verbringt sie am liebsten in Schweden. Diesmal logiert sie in der Kapitänskajüte auf der Af Chapman. Bei einem Open-Air-Konzert in Skanten lernt sie Torbjörn kennen. Beide verstehen sich auf Anhieb. Sie verleben schöne Stunden in Schweden. Gewisse Grenzen aber überschreiten sie nicht, denn beide sind überzeugte Single.
Die Autorin hat einen realistischen Gegenwartsroman geschrieben. Das Buch lässt sich zügig lesen. Die Protagonisten werden gut charakterisiert.
Nach den Tagen in Schweden besucht Torbjörn Verena in Dachau. Er freut sich auf die dortige Wiesn.
Der Schriftstil des Buches ist abwechslungsreich. Er passt sich in den inhaltlichen Gegebenheiten an. Dazu gehört, das Stockholm und einige der Sehenswürdigkeiten der Stadt ausführlich beschrieben werden. Der Autorin gelingt es mit Worten, die fröhliche und mitreißende Stimmung in Skanten einzufangen. Gleiches gilt für die Dachauer Wiesn. Hier klingt der bayrische Humor durch, wenn Verenas Freundinnen als männerfleischfressende Pflanzen bezeichnet werden, um nur ein Beispiel zu nennen. Doch beim Besuch von Dachau kommt man an ernsten Themen nicht vorbei. Das Gespräch zwischen Verena und Torbjörn über die Vergangenheit des Lagers und seine Nachwirkungen bis in die Gegenwart gehört für mich zu den sprachlichen und inhaltlichen Höhepunkten des Buches. Da Verena und Torbjörn vielseitig interessiert sind, darf ich sie bei dem Besuch einer Ausstellung mit moderner Kunst begleiten. Besonders Torbjörns Interpretation eines Bildes hat mich nachdenklich zurückgelassen. Es fällt beim Lesen auf, das Torbjörn häufig für eine Überraschung gut ist. Manchmal hatte das ein Schmunzeln zur Folge. Gekonnt versteht die Autorin, Verenas innere Verfassung wiederzugeben. Während sie am Anfang der Beziehung ab und an ihre Stacheln ausfuhr, wird sie bald lockerer. Torbjörn überschreitet selbst dann keine Grenzen, als Verena gar nicht mehr abgeneigt wäre. Ihren inneren Zustand beschreibt obiges Zitat punktgenau. Im Gespräch mit einer ehemaligen Schulkameradin werden Vor- und Nachteile des Singledaseins und des Verheiratetseins aus Sicht des jeweils anderen gegenübergestellt. Ein bisschen bayrischer Dialekt und einige Sätze in Schwedisch geben der Geschichte eine zusätzliche Authentizität. Gut gefallen haben mir die zahlreichen Vergleiche zwischen bayrischer und schwedischer Wirklichkeit. Gerade beim Thema Alkohol gibt es eine Menge Unterschiede.
Das Cover mit der Stadt am Meer unter blauen Himmel und den sich einander zuneigenden Händen sieht sehr schön aus.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Dazu beigetragen hat die Begeisterung der Protagonisten für Stockholm und die Vielfalt der in aussagekräftigen Gesprächen behandelnden Themen.


Spielverderber
Spielverderber
von Bernd Mannhardt
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,95

5.0 von 5 Sternen Alles kommt anders, 25. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Spielverderber (Taschenbuch)
„...Wie man den Rechner auch wendet, das Grundsatzproblem ist immer das gleiche: Der Idiot sitzt naturgemäß vor dem Bildschirm...“

Das Buch enthält vier Dialoge und zwei Monologe.
Der erste Dialog schildert das Telefongespräch eines Anrufers in der Nacht mit einem Apotheker.
Im zweiten Fall unterstellt der Direktor seinem loyalen Angestellten Betriebsspionage. Die Chefsekretärin und der Psychologe sind mit eingeschaltet.
In der dritten Episode hat sich ein Wanderer verlaufen und findet in einer Berghütte Unterschlupf. Dort muss er sich eine ungewöhnliche Erzählung anhören.
In allen drei Geschichten kommt der schwarze Humor des Autors voll zum Tragen. Das Ende ist unerwartet. Die Protagonisten sehen eher pessimistisch auf das Leben.
Der vierte Dialog ist ganz anders. Dort geht es um Gespräche in der U-Bahn. Gespräche? Es sind wohl eher Ein-Wort-Sätze. Es ist schon erstaunlich, wie man so wenig sagen kann und der Leser am Ende trotzdem mehrere Lebensgeschichten zumindest ausschnittsweise kennt.
Im ersten Monolog geht es um eine Dreiecksgeschichte. Die wird mathematisch analysiert und aufgearbeitet. Wenn ich mich entscheiden müsste, wäre das meine Lieblingsgeschichte. Grund dafür ist der ungewöhnliche Einfallsreichtum des Redenden.
Der letzte Monolog ist ein paar Seiten länger als die anderen Episoden. Ein armer Poet philosophiert über sein Leben. Hier zeigt der Autor erneut, wie er gekonnt mit Worten spielen kann, Ironie und Sarkasmus einarbeitet und auf aktuelle Trends reagiert. Obiges Zitat stammt aus diesem Monolog.
Das in dunklem Rot gehaltene Cover mit dem Erhängten erschließt sich beim Lesen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es hat mich wiederholt zum Schmunzeln gebracht und nicht nur einmal überrascht.


Dante - Schattenspiel: Kriminalroman
Dante - Schattenspiel: Kriminalroman
von Pat McCraw
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,90

4.0 von 5 Sternen Spannender Krimi, 24. Juni 2016
Udo Walls, Polizist in Andernach, wird zu einem Tatort gerufen. Sie finden einen Toten. Die Umstände sprechen dafür, dass es um SM-Spiele in der homosexuellen Szene ging. Als Udo einen Nachbarraum inspiziert, hängt dort ein weiterer Man. Er lebt noch und bittet, von der Polizei verschont zu bleiben. Entgegen jeden Regeln nimmt Udo den Unbekannten mit seinem Auto mit in seine Wohnung.
Die Autorin hat einen spannenden Krimi geschrieben. Das Buch lässt sich zügig lesen.
Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Udo Walls ist mit seiner Arbeit unzufrieden. Er fühlt sich unverstanden und gestresst. Auch sein Privatleben kennt keine Höhepunkte. Seine Freundin Rita ist gerade zu einer Reha-Kur. Er denkt über eine Trennung nach.
Dante, Udos Besucher, ist Araber. Sein Onkel, der in Marokko lebt, und sein älterer Bruder Hamid sind nicht nur streng gläubig, sie haben auch ein mafiaähnliches Imperium aufgebaut. Dantes sexuelle Orientierung ist in diesen Kreisen kein Thema, deshalb wird ihm die Hochzeit mit seiner Cousine verordnet. Seine Beschäftigung als Maler sieht man bestenfalls als Hobby.
Dante glaubt, bei Udo sicher zu sein. Doch der Arm seines Bruders reicht weit. Plötzlich findet man in Udos Auto Koks. Er wird suspendiert und von den eigenen Kollegen geschnitten.
Der Schriftstil des Buches ist ausgewogen. Udos Unzufriedenheit wird deutlich herausgearbeitet. Trotzdem setzt er alle Hebel in Bewegung, um seine Unschuld zu beweisen. Auf der anderen Seite erlebe ich Dantes Angst und seine Versuche, im Umgang mit seinem Bruder zu lavieren. Hinzu kommt, das er Samara, seine Braut, wirklich mag und sie nicht verletzen möchte. Nach und nach wird sich Udo seiner Bisexualität bewusst. Bei den sexuellen Szenen hat sich die Autorin wohltuend zurückgehalten. Ich persönlich hätte ganz darauf verzichten können.
Die Autorin hat eine besonderes Stilmittel gewählt, das dem Buch eine eigene Note gibt. Abwechselnd wird die Geschichte von Udo und Dante erzählt. Durch diesen Blickwinkel von zwei Seiten können manche Feinheiten besser herausgearbeitet und verständlich gemacht werden, zumal die Protagonisten au unterschiedlichen Welten stammen. Unterschwellig klingt eine Menge Gesellschaftskritik an. Das Verhalten von Udos Vorgesetzten widerspricht jeder vernünftigen Menschenführung. Hier scheinen auch Vorurteile eine Rolle zu spielen.
Das Cover in Gelb- und Brauntönen mit dem Mann, der eine Pistole in der Hand hält, passt zur Geschichte.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Dazu haben der hohe Spannungsbogen und der Protagonisten mit ihren Ecken und Kanten beigetragen.


Commissario Pavarotti spielt mit dem Tod
Commissario Pavarotti spielt mit dem Tod
von Elisabeth Florin
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

5.0 von 5 Sternen Ein Dorf und seine dunklen Geheimnisse, 23. Juni 2016
„...Der Zucker floss durch ihre Adern, kesselte ihre Angst ein und verpasste ihr eine Glasur...“

In einen kleinem Bergdorf bei Meran sollen zwei Häuser abgerissen werden. Sergio Tutto steht unter Zeitdruck. Da teilt ihm einer der Arbeiter mit, dass man im Keller des Hauses die Leiche eines Kindes gefunden hat.
Lissie wird aus dem Meraner Krankenhaus entlassen. Sie war dort nach einem Kopfschuss behandelt worden. Noch leidet sie unter einer Anämie. Commissario Pavarottti holt sie ab, doch für sie ist er ein Fremder.
Die Autorin hat einen fesselnden und gekonnt konstruierten Krimi geschrieben.Die Geschichte lässt sich zügig lesen. Dazu tragen auch die kurzen Kapitel bei.
Während Lissie verzweifelt um ihre Erinnerungen ringt, führt der tote Junge Pavarotti zurück in seine Vergangenheit. Der Junge war 1997 verschwunden. Damals war Pavarotti in die Ermittlungen einbezogen. Der Vater stand in Verdacht, den Jungen getötet zu haben. Aus Mangel an Beweisen und mit fadenscheinigen Alibis war er entlassen worden. Kurze Zeit später wurde er von seiner Frau erstochen. Sie beging Selbstmord. Pavarotti wird von seinen Schuldgefühlen getrieben. Er weiß, dass damals einiges versäumt wurde, weil sein Vorgesetzter in einer tiefen Lebenskrise war.
Lissie zieht ins Hotel, das der Tante des toten Kindes gehört. Doch sie erhält Warnungen. Im Ort liegt manches im Argen und viele scheinen eine Leiche im Keller zu haben.
Der Schriftstil des Buches unterstützt den hohen Spannungsbogen. Schnell wechseln die Handlungsorte. Ausgezeichnet gelingt es der Autorin. Lissies Verzweiflung wiederzugeben. Die Anämie hat ihr nicht nur die Erinnerungen der nahen Gegenwart genommen. Auch das letzte Zusammensein mit ihrem Vater ist aus ihrem Gedächtnis verschwunden. Und doch gibt es Ereignisse, die den Schleier kurzzeitig lüften. Gleichzeitig aber ist Lissie eine gute Beobachterin. Das Mittel, was Lissie hilft, gelassener mit ihrer Situation umzugehen, ist Schokolade. Obiges Zitat beschreibt deren Wirkung. Leider glaubt Pavarotti Lissies Warnungen nicht. Sie fühlt sich bedroht und abgelehnt. Ein prügelnder Pfarrer, ein Schuldirektor, der zum Hausmeister mutiert, ein Junge, der bei der Flutung des Staudamms miterlebt, wie sein Opa von Polizisten erschossen wurde, dass sind nur einige der Geschichten aus der Vergangenheit, die wieder hochkochen. Als besonderes Stilmittel werden kursiv Episoden von Katharina, der Mutter des toten Jungen, eingefügt. Sie geben einen Einblick in ihr Leben. Nach und nach spitzt sich die Situation im Ort zu. Die Verstrickungen scheinen komplizierter zu sein, als sie aussehen. Gekonnt wird die düstere und niederdrückende Stimmung wiedergegeben. Ein Lichtblick im Geschehen ist Paul. Der Junge ist clever und hat ungewöhnliche Ideen. Die Autorin beherrscht das Spiel mit Worten und die Verwendung treffender Metapher. Geschickt werde ich als Leser genauso wie Pavarotti und sein Team mehrmals in die Irre geführt.
Das Cover mit der Kirche, die im Dunkeln zu verschwinden scheint, passt sehr gut zur Atmosphäre der Geschichte.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Die Geschichte war abwechslungsreich und immer wieder für eine Überraschung gut.


Das Plundi bei den Piraten
Das Plundi bei den Piraten
von Sebastian Greber
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phantasievolles Kinderbuch, 23. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Das Plundi bei den Piraten (Taschenbuch)
Das Plundi findet eine Schatzkarte. Gern würde er mit seinem Freund Bommel auf Schatzsuche gehen. Doch der begleitet ihn nur bis an die Grenze des Plundilandes. Weiter darf er nicht.
Das Kinderbuch erzählt eine spannende Geschichte. Die Protagonisten werden exakt beschrieben, so dass man sie sich gut vorstellen kann.
Der Schriftstil ist kindgerecht. Beim Vorlesen ist die Zielgruppe sicher von all dem Gebimmel und Gebommel begeistert, denn die Namen der Protagonisten werden gekonnt in Verben umgesetzt.
Die Geschichte hat ein offenes Ende. Das betrifft nicht die Schatzsuche, denn die klärt sich. Es geht eher um die Vergangenheit. Dadurch aber sind Fortsetzungen möglich.
Viele aussagekräftige Zeichnungen veranschaulichen die Handlung.
Das farbenfrohe Cover mit Plundi und dem Piratenkapitän ist ein Hingucker.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Hier wurden einige neue Ideen umgesetzt, die die Phantasie der Kinder anregen können.


Die Steinheilerin
Die Steinheilerin
von Elke Thomazo
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

4.0 von 5 Sternen Eine jungeHeilerin bringt sich in Gefahr, 21. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Die Steinheilerin (Broschiert)
„...Mit dem weiblichen Geschlecht zurechtzukommen, war wirklich eine Herausforderung...“

Wir schreiben das Jahr 1590. Gret begleitet die Hebamme Brigitta zur Apothekerin, die ein Kind erwartet. Sie geht ihr bei der Geburt zur Hand. Währenddessen braut sich in Freising ein Unwetter zusammen. Der letzte Hagel hatte schon einige Fensterscheiben zu Bruch gehen lassen. Die Menschen im Ort suchen Schuldige. Die beginnende Hysterie fordert die Verhaftung und Hinrichtung von Hexen.
Die Autorin hat einen spannenden und abwechslungsreichen historischen Roman geschrieben.
Gret, die junge Protagonistin wird gut charakterisiert. Sie ist selbstbewusst und wissbegierig. Ihr Vater, ein Schuhmachermeister lässt ihr für die damalige Zeit viel Freiheit. Allerdings agiert sie manchmal ziemlich naiv. Außerdem kann sie sehr stur sein und gutgemeinte Warnungen problemlos in den Wind schlagen.
Jacob, ein Lehrjunge, der zu Beginn seine Gesellenprüfung ablegt, mag Gret. Er steht ihr zur Seite und versucht vorsichtig, sie vor Dummheiten zu bewahren. Für sein Alter reagiert er häufig sehr weise.
Brigitta ist als Hebamme eine der Ersten, die in die Fänge der Justiz gerät. Sie weiß, das sie nur geringe Chancen hat, zu überleben. Deshalb hinterlässt sie Gret ihre Steine. Glücklicherweise kann sie sie noch rechtzeitig in weitere Geheimnisse, die sich in einer Hütte im Wald befinden, einweisen.
Der Schreibstil des Buches lässt sich zügig lesen. Die Handlungsorte werden gut beschrieben, sei es das Markttreiben in Freising, das Leben im Wald oder das Landshuter Handwerkerhaus. Auch die Gerichtsbarkeit der damaligen Zeit und die Regeln, die für Handwerker galten, wurden in die Handlung integriert. Deutlich wird herausgearbeitet, wie sich die Stimmung in Freising aufschaukelt. Brigitta, die vielen im Kindbett zur Seite stand, erfährt, wie schnell sich die Meinung der Menschen wandelt. Nur einer Knechte, die sie verhaften, hat ein schlechtes Gewissen, traut sich aber nicht, sich für sie einzusetzen. Gret allerdings tut alles, um Brigitta zu helfen. Damit bringt sie sich jedoch selbst in Gefahr. Hinzu kommt, dass sie in ihren Äußerungen unvorsichtig ist. Ab und an habe ich den Eindruck, dass sie den Ernst der Lage nicht begriffen hat. Schön dargestellt wird die Wirkung einzelner Steine. Auch die Funktion von Heilpflanzen und verschiedenen Teesorten wird verständlich erklärt. Wie obiges Zitat zeigt, blitzt an manchen Stellen ein feiner Humor auf.Die Emotionen der Protagonisten werden gut wiedergegeben. Grets Trauer, der Abschiedsschmerz ihres Vaters, Jacobs Großzügigkeit, Elsslins Eifersucht und Mertens Wut sind Beispiele dafür.
Das Cover mit der in Stein gehauenen jungen Frau weckt Interesse.
Die wichtigsten Heilsteine werden im Anhang aufgezählt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte war spannend. Die historischen Zusammenhänge wurden deutlich.


Böse sind die anderen
Böse sind die anderen
von Markus Flexeder
  Broschiert
Preis: EUR 13,90

5.0 von 5 Sternen Fesselnder Regionalkrimi, 20. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Böse sind die anderen (Broschiert)
„...Aber ein paar Deppen gibt`s immer, bloß bei uns nicht so viel wie woanders....“

Alle vier Jahre findet ins Landshut ein historisches Fest statt, die Landshuter Hochzeit. Korbinian Lallinger, ein Münchner Journalist, ist dazu auch in die Stadt gekommen.
Eduard Roschmann dagegen interessiert weniger das Volksfest. Er versammelt Ewiggestrige um sich.
Dann findet man am Ufer der Isar einen Toten. Er wird als der Steuerberater Florian Haschberger identifiziert. Die Ermittlungen kommen in die Hände von Kriminalhauptkommissar Zeilhöfer und Oberkommissar Gruber.
In der gleichen Nacht wird ein Mann mit einem Herzinfarkt in die örtliche Klinik eingewiesen und ins künstliche Koma versetzt.
Der Autor hat einen fesselnden und geschickt konstruierten Krimi geschrieben. Die Personen werden gut charakterisiert. Trotzdem lässt der Autor bewusst einige Fragen offen. Dazu kommt, dass ein zweiter Handlungsstrang weit in die Vergangenheit zurückgeht. Hier wird eine unheilvolle Familientradition aufgezeigt. Das grausame Verhalten gegenüber Tieren bringt ein Vater seinem Sohn bei. Der geht dann bei seinem Sohn den gleichen Weg.
Auch der Tote hat ein bewegtes Leben hinter sich. Er hat zweimal geheiratet und hat außerdem einen unehelichen Sohn mit Aischa, einer Türkin, die zum Katholizismus konvertiert ist. Stefan, der Sohn, ist nicht gut auf seinen Vater zu sprechen. Im Gegensatz dazu kümmert sich Marianne, eine junge Frau, liebevoll um ihren Vater, der nach dem Tod seiner Frau den Boden unter den Füßen verloren hat. Lallinger ist von ihr beeindruckt.
Der Schriftstil des Buches lässt sich angenehm lesen. Kurze Kapitel und schnell wechselnde Handlungsorte sorgen für Abwechslung. Die Atmosphäre während der Landshuter Hochzeit wird gut eingefangen. Gleichzeitig werden die Besonderheiten der Protagonisten und ihre komplexen Beziehungen gekonnt wiedergegeben. Immer wieder sind neue Überraschungen ins Geschehen eingebaut. Dazu gehören auch Rückblicke in die Vergangenheit. Deutlich herausgearbeitet werden die Emotionen der Protagonisten. Annettes Hochmut, Mariannes Trauer, Lallingers Verzweiflung und Stefans Frust sind nur wenige Beispiele dafür. Mit den Protagonisten darf ich durch Landshut spazieren und so ein paar Sehenswürdigkeiten kennenlernen. Ab und an finden sich in der Geschichte sehr sarkastische Bemerkungen. Roschmanns geschickte Argumentationen dagegen ließen bei alle Alarmglocken schallen. Zu den sprachlichen Höhepunkten gehörte für mich das Gespräch zwischen Lallinger und Ernstl, Mariannes Vater. Hier ging es um Toleranz und Miteinander, Fingerspitzengefühl und fatale politische Entscheidungen. Der Autor versteht es, Bilder vor die Augen des Lesers zu zaubern. Grubers Gesichtsausdrücke bei der Befragung der Domina hätte ich trotzdem gern im Original gesehen. Obiges Zitat sagt Sepp zu seinem arabischen Mitarbeiter.
Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich schwierig. Mögliche Verdächtige gibt es etliche, aber an einem passenden Motiv fehlt es. Im Schatten der Menschenmassen kocht mancher sein eigenes Süppchen.
Das Buch wird ergänzt durch Zeitungsausschnitte, die sich auf behandelte Themen beziehen, Ausführungen über die Landshuter Hochzeit und ein Karte von Landshut.
Der Krimi hat mir ausgezeichnet gefallen. Hier werden viele aktuelle Themen spannend miteinander verwoben.


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