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Rezensionen verfasst von
Tina "readingtidbits"

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The One (The selection)
The One (The selection)
Preis: EUR 4,28

1.0 von 5 Sternen Thrönchen und Krönchen oder zurück ins alte schmucklose Leben?, 30. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The One (The selection) (Kindle Edition)
Zum Inhalt: Das Ende der Selection naht, es sind nur noch vier trauwütige Mädels übrig. Darunter natürlich auch Everybody's Darling America Singer. Man sollte meinen, dass nun endlich die Post abgeht. Fehlanzeige! Doch Logik musste man in dieser Reihe ja schon immer mit der Lupe suchen. Also was passiert? Nicht viel, aber das spielt auch keine Rolle. Denn es gibt nur eine Frage, die beantwortet werden muss: Maxon oder Aspen?
...

Heute mit der Frage:
Wie schließe ich meine grausige Reihe ab und schaffe es, die vorherigen Bände dabei auch noch zu übertreffen?

...

1. Die Kittys ziehen ihre Krallen ein ( ✓ )

Wir haben nur noch vier Kandidatinnen übrig. Eine von ihnen wird Americas next top, ähm ups, nein die Thronfolgerin werden. Kurz vor der Ziellinie sollte das Konfliktpotenzial unter den verbleibenden Mädels am größten sein. Als Leser wartet man nur darauf, dass die Schlammschlacht jetzt so richtig losgeht und die Fetzen fliegen! Was passiert stattdessen? Wir verfallen wieder in das Logikwurmloch und haben uns einfach alle lieb! Sogar die bitterböse Celeste entdeckt in sich ein schlagendes Herz und wirft mit Entschuldigungen nur so um sich. Kein böses Blut mehr, nur noch Freundschaft, Mitgefühl und Trost. Erinnert mich an einen Disneyfilm, wenn alle Tiere im Wald glücklich das Singen anfangen. Harmonie pur.

2. Wir stellen noch einmal klar, wie einfältig America ist, dass es auch alle verstanden haben ( ✓ )

Das ist ein Punkt, den ich nicht richtig vetstehe. America hat in der Vergangenheit kein Fettnäpfchen ausgelassen (siehe hier und hier). Aber warum muss die Autorin ihre Einfältigkeit das ganze Buch über ständig betonen? So ziemlich jeder (Neben)charakter hat sein Sätzchen zu America zu sagen und sie kommt nicht gut dabei weg. Am besten gefällt mir noch immer Maxons Zitat, in etwa sinngemäß "Im Ernst America? Dass dir nach alldem, was du dir bisher geleistet hast, überhaupt noch etwas peinlich sein kann?". Autsch. Und das von Maxon alias Mr. Sanftmut. Was will die Autorin damit erreichen? Soll einem das America sympathischer machen? Für mich lässt sie das umso mehr, wie ein Strohkopf wirken und dabei tun mir aufrichtig alle Strohhalme der Welt leid.

3. Noch weniger Handlung ( ✓ ) und 5 Seiten pseudo "Action" ( ✓ )

Also in "The Elite" ist ja schon fast nichts passiert, was die Handlung vorangetrieben hat. Mit "The One" setzt Kiera Cass da noch ordentlich einen obendrauf. Band 1 und 2 waren immerhin witzig, dieser Teil war dagegen gähnende ereignislose Langeweile. Zwischendurch ist der Autorin aufgefallen, dass sie ja eine Dystopie schreiben wollte und hat rar gesähte Actioneinlagen eingestreut. Genau eine im ersten Drittel und dann eine am Schluss. Hammer. Dabei haben wieder die weniger schlimmen Rebellen und die ganz bösen Rebellen ihren Gastauftritt. Mir ist noch immer nicht klar, was die ganz bösen Rebellen eigentlich wollen. ZERSTÖREN, ZERSTÖREN, ZERSTÖREN, ohne Motiv. Ja mei, das muss wohl auch mal sein.

4. Triefende Romantik, die einem Tränen vor lauter Ekel in die Augen treibt ( ✓ )

Im letzten Drittel gibt es einen absolut fehlplazierten Part mit "Liebesbriefen". Es ist eine Stelle, an der man, 1) überhaupt nicht damit rechnet und 2) sie dort auch zeitlich absolut nichts zu suchen haben. Der Inhalt war tatsächlich so schmalzig und widerlich, dass ich das kaum unterdrückbare Bedrüfnis hatte, mich auf meinen E-Reader zu erbrechen. Also echt! Sowas hab ich noch NIE gelesen. Und man hat das Gefühl, es hört niemals auf! Das geht bestimmt 30 Seiten lang so. Ich dachte nur, na hoffentlich hat der arme Kerl diesen Mist nie abgeschickt und nur in seiner Schublade vergammeln lassen. Natürlich nicht! Und America fands ganz wunderbar *würg*.

5. Ein Ende, das alle glücklich macht, außer mich ( ✓ )

Nachdem das gesamte Buch schon recht bescheiden gelaufen ist, gab es eine letzte Hoffnung mit dem Ende noch Würze in die Suppe zu bringen. Ich meine, da hätte man SO VIEL machen können! Mein persönlich liebstes Ende wäre gewesen, dass Maxon und Aspen endlich zueinander finden und America alleine dasteht. Das wäre ja mal was gewesen! Stattdessen bekommt eine Figur noch ganz unverdient ihr Fett weg und es gibt eine ganze Reihe praktischer "Abgänge". Also alles für mich eher sehr enttäuschend. Aber ehrlich gesagt hatte ich auch nichts anderes erwartet.

Fazit: Ich werde nie verstehen, wie man diese Reihe tatsächlich als "gut" bezeichnen kann. Unterhaltsam von mir aus, aber schriftstellerisch ist es leider der reinste Rotz. Selten habe ich so dämliche und einfältige Charakter erlebt. Der Touch Dystopie mit möchtegern Rebellen ist ein Witz. Die Handlung baut nur auf der "Lovestory", die so irregeleitet ist, wie eine Maus im Labyrinth, die ständig gegen Wände rennt, bis sie zufällig mal den Ausgang findet. Und das Ende. Ich sag jetzt mal nicht viel dazu, außer wie einfach es sich die Autorin gemacht hat. Aber hätte mich auch überrascht, wenn sie den ganzen Mist erhobenen Hauptes zu Ende gebracht hätte. Statt die Bücher zu lesen, sollte man seine Zeit lieber sinnvoll nutzen. Einen Baum pflanzen gehen oder so...


Salt & Storm. Für ewige Zeiten
Salt & Storm. Für ewige Zeiten
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verliert sich zu sehr in Beschreibungen und inneren Konflikten, 26. August 2014
Zum Inhalt: Avery lebt mit ihrer Großmutter auf Prince Island. Die Roe-Frauen stellen traditionell Talismane für die Seefahrer her. Niemand würde es wagen, ohne einen Schutzzauber in See zu stechen. Von Generation zu Generation wird die Gabe der Magie weitergegeben. Avery geht bei ihrer Großmutter in die Lehre, bis ihre eigene Mutter sie aus dem Umfeld reißt. Fern von Magie soll ihre Tochter aufwachsen und nicht das Schicksal ereilen, das jede Roe-Frau gezeichnet hat. Doch Avery wünscht sich nichts sehnlicher als eine Hexe zu sein und wird alles dafür geben. Bis sie einen schicksalhaften Traum hat, der ihren Tod vorhersagt. Aber Roe Hexen können doch nicht sterben?!
...

"Salt & Storm" ist eine Neuerscheinung, auf die ich mich sehr gefreut hatte. Eine stimmungsvolle Insel, Hexenfähigkeiten - die von Generation zu Generation weitergegeben werden - aber dafür ein schwerer Preis zu tragen ist. Das hört sich alles nach einer wunderbaren Mischung an! Leider haperte es dann zu deutlich an der Umsetzung.

Der Beginn hatte mir noch gefallen, als Avery vom Handwerk ihrer Großmutter erzählt. Es ist ein interessanter Gedanke mit Talismanen und Schutzzaubern das Umfeld auf See zu beeinflussen. Leider bleibt abgesehen von der kurzen Einführung zu Beginn die gewirkte Magie die meiste Zeit über im Dunkeln. Es wird immer nur gesagt, dass Magie gewirkt wird, aber nicht wirklich wie.

Das eigentliche Hauptproblem ist aber der Plot. Sobald Avery aus der Obhut ihrer Großmutter entrissen wird, driftet das Buch in eine langatmige Aneinanderreihung von sich wiederholenden "Erlebnissen" und inneren Konflikten ab. Avery, wie sie mit Tane versucht gegen ihre Mutter anzukommen, Avery, wie sie Träume deutet, Avery, wie sie am Hafen entlangspaziert. Avery, wie sie ihre Mutter hasst. Avery, wie sie unbedingt eine Hexe sein will. Es ist schlichtweg immer dieselbe Leier und wird zu schnell einfach nur langweilig. Obendrein hat man nach der 10. Beschreibung von Meer, Harpunen und Walen auch irgendwann einmal genug.

Problematisch ist auch, dass man schon nach einigen Kapiteln kaum noch mit Avery mitfühlen kann. Denn ihre Mutter hat mit dem, was sie gegen das Hexen Dasein vorbringt, gar nicht mal so unrecht. Lieber ein geregeltes Leben führen, eine gesunde Liebe finden und glücklich sein. Statt ein Leben lang von Hafeneinwohnern bedrängt und ausgenutzt zu werden und dabei im Grunde immer alleine zu sein. Also für mich hört sich keine Hexe zu sein ehrlich gesagt besser an. Doch alles, was Avery an Argumenten für ihre Hexenkarriere vorbringt, ist: "Ich will aber eine Hexe sein". Wieso, weshalb, warum ist nie Thema ihrer Gedanken.

Über weite Strecken hatte ich auch das Gefühl, dass sich die Autorin darin verrannt hat, zu viel Aufmerksamkeit auf Avery und Tane als sich anbahnendes Paar zu lenken. Schön ist ja, dass sie versucht hat, keine Instant-Liebe daraus zu machen. Stattdessen gibt es endlos viele Dialoge zwischen den beiden, die jedoch weder besonders romantisch noch spannend sind. Tane soll wohl auch durch seine Herkunft und Vergangenheit mysteriös wirken, stattdessen kam er mir eher blass und unscheinbar vor.

Erst ein gutes Stück über die Hälfte kommt endlich Action und Spannung ins Spiel, die ich mir von Beginn an gewünscht hätte. Für meinen Geschmack einfach zu spät!

Fazit: "Salt & Storm" hat viele tolle Grundvoraussetzungen: ein tolles Setting am Meer, ein interessantes Konzept der Hexerei und eine generationenübergreifende Bürde. Stattdessen gibt es too much an Meer und Hafenbeschreibungen, zu wenig Handlung, keine nachvollziehbare Motive der Hauptfigur und eine eher mäßige Liebesgeschichte. Stellenweise war es als Leser für mich ziemlich frustrierend mich durch langatmige Abschnitte zu kämpfen, wenn man auch so viel mehr daraus hätte machen können. Erst am Schluss zieht der Plot und die Spannung an - leider zu spät.


Die Lügen des Locke Lamora: Band 1 - Roman
Die Lügen des Locke Lamora: Band 1 - Roman
von Scott Lynch
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

5.0 von 5 Sternen Höchstpunzahl voll verdient!, 24. August 2014
Zum Inhalt: Locke ist ein Waisenkind, der sich schon in der Obhut des Lehrherrn der Diebe einen Namen macht. Muss man bei vielen Kindern zunächst die moralischen Skrupel austreiben, scheint Locke von Grund auf keine zu haben. Er stielt was nicht niet- und nagelfest ist und bringt sich dabei am laufenden Band in Schwierigkeiten. Je älter er wird, umso größer werden die Coups. Aber auch das Risiko... Als der graue König auftaucht und die Herrschaft der kriminellen Unterwelt an sich reißen will, gerät auch bei Lockes Diebesbande alles durcheinander.

....

"Die Lügen des Locke Lamora" war für mich ein Buch des zweiten Anlaufs. Bei meinem ersten Start mit dem Buch hatte ich wohl 1) einfach schlechte Laune und 2) Schwierigkeiten mit den Zeitsprüngen. Bei meinem zweiten Versuch mit "Locke" war ich von Beginn an vollkommen gefesselt und schwer begeistert. Für mich eines der besten High Fantasy Bücher seit Jahren!
Es kommt nicht ganz an "Der Name des Windes" heran, reiht sich aber dich dahinter ein.

Erzählt wird hier Lockes Geschichte, die zu Beginn mit Zeitsprüngen etwas verwirrend ist. Es wird gewechselt zwischen seiner Zeit beim Lehrherrn der Diebe, dann beim Priesterorden und schließlich als eigenständiger Kopf einer Diebesbande. Später sind die Sprünge behutsamer und weniger verwirrend eingebunden. Deshalb heißt es zu Beginn kurz die Zähne zusammenbeißen und dann einfach nur genießen. Das ist aber wirklich absolut alles, was ich an Kritik üben kann!

Lockes Erlebnisse sind wunderbar intelligent geschildert. Er macht eine Entwicklung vom Gossenjungen zum brillanten Kopf einer Bande durch und muss dabei so allerhand über sich ergehen lassen. Gleichzeitig erfährt man vieles über das Herzogtum Camorr, in dem er sein Unwesen treibt. Vom Setting her ist es eine wundervolle Mischung aus Hafenstadt, wie Venedig mit Kanälen und einem florierenden Schifffahrtshandel. Der Untergrund besteht aus zahlreichen Diebesbanden, die von einem Capa zentral beherrscht werden. Darüber die Mittelschicht, die frei ausgeraubt werden darf. Bis oben hin zum Adel, der durch den Geheimen Frieden geschützt wird.

Doch Locke und seine Diebesbande kennen keine Grenzen. Mit viel Vorbereitungszeit und planvollem Vorgehen rauben sie selbst Adelige bis aufs letzte Hemd aus. Hier ist alles bis ins Detail durchkalkuliert, von der Verkleidung, über den Akzent und der Herkunftsgeschichte. Sie gehen dabei so dreist vor, dass es schon kaum zu fassen ist. In der Hinsicht steht Locke den Coups von Ocean's Eleven in nichts nach!

Scott Lynch weiß einfach, wie er seine Geschichte an den Mann/die Frau bekommt. Er schafft es die Erzählstränge permanent spannend und unterhaltsam aufzubereiten, ohne in Langatmigkeit zu verfallen. Immer wenn du denkst, es kann nicht schlimmer oder verzwickter für Locke werden - oh doch! Es ist das reinste Vergnügen ihm dabei zuzuschauen, wie er sich mit Geschick, Ränken und Lügen wieder und wieder aus der Affäre ziehen muss. Und gleichzeitig hat er Widersacher im Rücken, von denen er mal mehr und mal weniger weiß. Als Leser kann man das nur gebannt verfolgen und darauf hoffen, dass unser Held das Ganze irgendwie mit heiler Haut überstehen wird. Denn zimperlich geht es bei Weitem nicht zu!

Fazit: "Die Lügen des Locke Lamora" ist eine absolut fantastische High Fantasy Geschichte. Hier wird einem alles auf dem Silbertablett serviert, was es für ein gelungenes Buch braucht. Authentische Charaktere, ein lebendiges und eindrucksvoll stimmiges Setting und eine Handlung, die es in sich hat. Selten habe ich bei einem Gauner so mitgefiebert und seine gesamte Truppe so ins Herz geschlossen. Von der ersten bis zur letzten Seite darf sich der Leser auf viele fantastische Coups, verräterische Hinterhalte und großen Zusammenhalt freuen! Das wirklich einzig zu kritisierende sind die etwas verwirrenden Zeitsprünge zu Beginn, sonst einfach nur wundervoll und in jeder Hinsicht gelungen.


Lilienwinter (Nachtlilien)
Lilienwinter (Nachtlilien)
von Siri Lindberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,56

4.0 von 5 Sternen Gelungene Fortsetzung mit zunächst ruhigem Tempo, dann fesselnd, 20. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Lilienwinter (Nachtlilien) (Taschenbuch)
Zum Inahlt: Nach den Ereignissen des ersten Bandes ist zunächst einmal Ruhe eingekehrt. Bis Jerusha und Kiéran ein schicksalhafter Besuch erwartet. Es ist an der Zeit erneut aufzubrechen und den sich anbahnenden Krieg zwischen Ouenda und den Andersmenschen zu verhindern. Ihnen steht eine beschwerliche Reise bevor, voller neuer Gefahren und Herausforderungen. Wird es ihnen gelingen den König der Elis Aénor zu überzeugen?
...

Fast vier Jahre ist es her, dass ich den ersten Band "Nachtlilien" gelesen habe. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass die Autorin zu Beginn des Buches eine ausführliche Zusammenfassung des vorherigen Bandes bereithält. Dadurch wird die Erinnerung aufgefrischt und schafft beste Voraussetzungen um wieder (fast) nahtlos in die Geschichte einzutauchen.

In "Lilienwinter" steht wieder eine Reise im Vordergrund. Diesmal gilt es den König Qedir der Elis Aénor von den friedlichen Absichten der Menschen zu überzeugen. Jerusha und Kiéran müssen beweisen, dass Aláes nur Lügen und Unwahrheiten verbreitet hat, um einen Krieg anzuzetteln. Mit einer kleinen Truppe bereisen sie verschiedene Dörfer und Orte, an denen sich entweder Schreckliches ereignet haben soll oder auf hohen Touren angeblich Kriegsvorbereitungen laufen.

Auch hier fiel mir wieder auf, wie toll Jerusha und Kiéran als Paar zusammenpassen. Die beiden sind sich jetzt näher als zuvor trotz aller Widrigkeiten. Ich fand es auch sehr sehr gut, dass hier kein künstliches Drama geschaffen wurde, sondern alle beide stets zusammenhalten und an einem Strang ziehen. Es reicht vollkommen, dass sich sämtliche Konflikte außenherum abspielen, aber ihre Beziehung in ihren Grundfesten wenigstens verschont bleibt. Es braucht keinen Trennungsschmerz für eine gute Fortsetzung!

Inhaltlich hat mir der Band gefallen, wenn ich auch nicht ganz so überzeugt war, wie beim Vorgänger. Für meinen Geschmack dauert es etwas zu lange, bis der Stein ins Rollen kommt und man vollends mitfiebern kann. Dafür aber haben mir vor allem die Abschnitte im letzten Drittel sehr zugesagt und lassen darauf hoffen, dass es im abschließenden Band "Winderdrachen" in dem Tempo weitergeht.

Es hat mir gefallen nach Ouenda zurückzukehren und all die liebgewonnenen Charaktere wiederzutreffen. Doch trotz der Auffrischung zu Beginn machte sich (zumindest bei mir) die vierjährige Abwesenheit einfach etwas bemerkbar. Ich habe einige Seiten gebraucht, um in der Geschichte anzukommen, dann war der Band allerdings schon wieder vorbei. Deshalb fällt es mir auch etwas schwer diesen Band einzeln zu bewerten, obwohl "Drachenwinter" an sich noch dazugehört.

Fazit: Mich hat es gefreut wieder über Jerusha und Kiéran in dieser zauberhaften Welt voller Schattenspringer, Drachen und Elfenmenschen lesen zu können. Für mich sind sie eines meiner liebsten Fantasy Paare! Sie passen einfach zusammen und stehen gemeinsam als gleichwertiges Team alles durch. Die Handlung selbst war gut, wenn ich mir auch gewünscht hätte, dass es schon von Beginn an mehr fesselt. Der Einstieg war vergleichsweise ruhig und es dauerte seine Zeit, bis die Handlung ordentlich angezogen hat. Ich für meinen Teil freue mich schon auf "Winterdrachen" und bin gespannt, wie die Geschichte zu Ende geht!


Illusive
Illusive
von Emily Lloyd-Jones
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

3.0 von 5 Sternen Superkräfte: super. Diebespart: mau. Kombination: so lala., 19. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Illusive (Gebundene Ausgabe)
Zum Inhalt: X-Man meats Ocean's 11! Nachdem eine Epidemie fast die gesamte Menschheit ausgelöscht hat, kam mit einer Impfung die Rettung in letzter Sekunde. Doch diese Impfung hat Nebeneffekte. Sie sorgte dafür, dass manche Menschen außergewöhnliche Fähigkeiten entwickelt haben. Wie unsere Heldin Ciere, die mit ihrer Umgebung optisch verschmelzen kann. Das macht sie zu einer Illusionistin und zu einer noch besseren Diebin.
...
"Illusive" hat einen richtig coolen Einstieg, der stark an Hangover erinnert. Ciere wacht nach einem gelungen Coup in einem zerstörten Hotelzimmer auf. Bei ihrer Siegesfeier hat sie wohl einen über den Durst getrunken. Und was zur Hölle macht ein Hundwelpe in ihrer Badewanne? Als auch noch die Cops vor ihrer Türe stehen, wird es richtig lustig...

Wäre es nur mit diesem Humor und in diesem Tempo weitegegangen! Stattdessen reist Ciere wieder zu ihrem Mentor und Kopf ihrer Diebesbande. Es gilt einen neuen Auftrag anzugehen, der leider im Vergleich zum ersten Coup ziemlich langweilig angegangen wird. Überhaupt der ganze Diebespart, der so toll durchorganisiert und clever gemacht sein soll (ähnlich wie bei Ocean's 11), war für mich eher ein Reinfall. Ja, in diesem Fall war es bitter, dass ich kurz zuvor ein absolut geniales Buch in der Richtung gelesen hatte. Dennoch - da hatte ich mir einfach mehr erhofft, als nur in fast leere Bürogebäude einzusteigen.

Schön gemacht war der Part mit den Superkräften. Es gibt ganz unterschiedliche Fähigkeiten, die wieder in einer unterschiedlichen Intensität gemeistert werden können. Cieres Illusionen sind an sich schon ziemlich klasse, es gab dann auch die ein oder andere Situation, in der sie es clever eingesetzt hat. Doch für meinen Geschmack hätte man mehr aus der Kombination mit dem Stehlen machen können.

Außerdem gab es noch eine zweite Erzählperspektive sozusagen aus Sicht der "Jäger". Ein ehemaliges Mitglied der Truppe steht unter Gefangenschaft der Regierung und muss dabei helfen, seine Freunde zu schnappen und deren Mission zu verhindern. An sich keine schlechte Idee, mal den Blickwinkel der Maus, mal den der Katze zu haben. Doch diese Abschnitte sind leider langweilig aufgezogen, mit jeder Menge Selbstmitleid und inneren Konflikt wie er nur seine seine Freunde kann. Einmal, okay. Die ganze Zeit, sobald die Person erzählt, nicht okay.

Weiter kommt hinzu, dass ca. ab der Hälfte etwa die Prämisse mehr auf einer sich anbahnenden Lovestory liegt, als auf der kickass Diebestruppe. (Abgesehen davon, dass mir die Truppe ohnehin nicht kickass genug war). Es gibt viele Gespräche, Erlebnisse der Vergangenheit und noch weniger Action. Einige von Cieres Fehlentscheidungen haben es nicht unbedingt besser gemacht.

Fazit: "Illusive" ist leider alles in allem deutlich hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. Ich hatte mir mehr clevere Coups und mehr rasante Action erhofft. Stattdessen wird das Buch im Verlauf immer ruhiger und auch die Beweggründe der einzelnen Charaktere waren mir nicht unbedingt klar. Ich mochte die Superkräfte, hätte mir dafür aber mehr intelligenten Einsatz bei den Jobs gewünscht. Überhaupt wurde einfach zu wenig aus der an sich spannenden Kombination rausgeholt. Schade!


Wanderer. Sand der Zeit
Wanderer. Sand der Zeit
Preis: EUR 3,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut umgesetzt, inhaltlich für mich leider zu durchschnittlich, 7. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Wanderer. Sand der Zeit (Kindle Edition)
Zum Inhalt: Emilia hat einen großen Wunsch, ihren Abschluss auf der "Palaestra Viatorum" zu machen. "Palaestra Viatorum" ist ein angesehenes Internat, das nur die besten der besten aufnimmt. Emilia stehen zunächst noch ihre künstlerischen Fähigkeiten im Wege, bis sie Max begegnet. In seiner Gegenwart hat sie wiederholt Visionen und weckt damit nicht nur sein Interesse, sondern auch das des Internats. Schließlich kommt Emilia in der "Palaestra Viatorum" an und muss festellen, dass alles anders ist, als es auf den ersten Blick scheint.
...

"Wanderer, Sand der Zeit" erzählt eine Geschichte, in der ein junges Mädchen vor unerwartete Herausforderungen gestellt wird. Eigentlich beginnt alles ganz harmlos, mit dem Schulausflug in ein Museum. Dort begegnet Emilia zum ersten Mal Wanderern, die aus Bildern springen zu scheinen. Zu Beginn hält sie das alles noch für Einbildung und seltsame Zufälle. Doch mit der Zeit merkt auch sie, dass doch mehr dahintersteckt.

Emilia ist ein recht unterhaltsamer Charakter, auch wenn ihre Art manchmal etwas an meinen Nerven gezehrt hat. Sie ist sehr impulsiv und leidenschaftlich, neigt aber auch gerne dazu einen Spruch loszulassen und nicht alle haben unbedingt voll meinen Humor getroffen. Gerade die Dialoge zwischen den Hauptfiguren hatten leider einen eher kindischen Eindruck auf mich gemacht. Vielleicht schieße ich in der Hinsicht auch ein wenig über die Zielgruppe hinaus. Die jugendliche Sprache sorgt dafür für einen leichten Einstieg und ein flüssiges Lesevergnügen. Andererseits bewegt sich die Geschichte mehr auf der Oberfläche, als sie in die Tiefe geht.

Gefallen hat mir, dass sich das Debüt sehr zügig liest und auch einen spannenden Handlungsablauf hat. Es gibt kaum langatmige Stellen, durch gezielte Perspektivwechsel wird die Handlung vorangetrieben. Dennoch hat es mich nicht genug mitgerissen, als dass ich es (nahezu) an einem Stück hätte durchlesen wollen. An manchen Stellen haben mich familiäre Verbindungen und Ideen an die Edelsteintrilogie erinnert. Zum Beispiel, dass die Fähigkeiten in den Genen vererbt werden und dass ein Paar der eigentlich "ach so tollen und traditionsreichen" Gemeinschaft flieht und im Verborgenen ein Kind hat. Man sieht, dass die Autorin davon inspiriert wurde, aber ihr eigenes Konstrukt mit den Wanderern, den Gemälden und den Zeit- und Ortsmanipulationen entwickelt hat.

Generell hatte ich einfach den Eindruck eher die typische Jugendbuchgeschichte vor mir zu haben, als eine völlig andersartige und sich von vielem abhebende Erzählung. Ein paar "typische" Aspekte wurden dafür nicht konsequent durchgezogen. Wie z.B. dass zu Beginn eine "beste Freundin" eingeführt wird, die über das ganze Buch in Vergessenheit gerät und kurz vor Schluss einmal angerufen wird. Stattdessen nimmt eine völlig andere Person diesen Platz ein und wird so ins Vertrauen gezogen, als würde man sich Jahre und nicht erst drei Tage kennen. Logischer wäre für mich gewesen, entweder diese Freundin mitzunehmen oder sie zu streichen und nur die neue Person kennenzulernen.

Das Ende lässt Raum für eine Fortsetzung, ist aber rund und abgeschlossen genug, als dass es den Leser auch so zufrieden zurücklässt.

Fazit: "Wanderer, Sand der Zeit" ist mir weder besonders negativ, aber leider auch nicht wahnsinnig positiv aufgefallen. Es wird eine interessante Geschichte erzählt, die keine großen Spannungslücken hat, mich aber nicht vollkommen mitreißen konnte. Das liegt auch daran, dass eher bekannte Jugendbuchelemente aneinandergereiht werden und der absolute Wow-Effekt fehlt. Ich würde mir für die Zukunft der Autorin wünschen, dass sie sich von Internatsgeschichten wegbewegt und etwas Unbekannteres in Angriff nimmt. Denn dass sie eine Geschichte technisch gut erzählen kann, hat sie allemal bewiesen!


Verflucht: Ära der Götter 1
Verflucht: Ära der Götter 1
von Ben Peek
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Vielversprechende Idee, leider keine stimmige Umsetzung, 1. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Verflucht: Ära der Götter 1 (Taschenbuch)
Zum Inhalt: Tausende von Jahren ist es her, dass sich die Götter in einer verheerenden Schlacht bekriegt haben. Nun liegen sie über die Welt verstreut und liegen im Sterben. Gleichzeitig erwachen besondere Fähigkeiten in zuvor ganz gewöhnlichen Menschen, wie der Kartographin Ayae. Sie kann Feuer berühren, gar komplett im Feuer stehen, ohne auch nur den Hauch einer Verbrennung davonzutragen. Schließlich fällt eine kriegerische Armee in ihr Heimatland ein und droht alles von ihr zu nehmen. Doch die Ära der Götter scheint noch nicht vorbei zu sein.

...

Besonders im High Fantasy Genre gibt es für mich bestimmte Kernaspekte, die unbedingt eingehalten werden müssen. Bei nahezu jedem High Fantasy Buch bedarf es einer Einlesezeit, um die Welt und die Charaktere kennenzulernen. Erst relativ spät taucht man vollkommen in die Geschichte ein, dafür aber richtig. "Verflucht" dagegen scheiterte bei mir leider an verschiedenen Punkten.

Zunächst hat sich der Beginn gut gelesen. Es startet mit einem kurzen Prolog (der im Nachhinein nicht mehr so toll gewählt war) aber er erfüllt dennoch seinen Zweck. Krieg liegt in der Luft. Ein Dorf wurde überfallen und es sieht ganz danach aus, als steht noch viel mehr auf dem Spiel. Die weitere Handlung findet fast ausschließlich im reichen Handelsstaat Mireea und seiner nahen Umgebung statt. Hier begegnen wir Ayae, die eine zentrale Figur im weiteren Verlauf werden wird. Gemeinsam mit anderen "Verfluchten", die die Fähigkeiten der sterbenden Götter in sich tragen.

Problematisch gleich zu Beginn, der Autor wirft den Leser ins kalte Wasser. Man erfährt so wenig, stattdessen wird mit Namen, Orten und Ereignissen um sich geworfen, die einem natürlich nichts sagen. Das meiste weiß man im Grunde nur vom Klappentext: es gab einen Krieg der Götter, die Götter sterben, aber ihre Macht nicht mit ihnen. In bestimmten Menschen leben ihre Kräfte weiter, die "Verfluchte" genannt werden, aber selbst nicht unbedingt unsterblich sein müssen. So weit, so gut und hört sich vielversprechend an, wenn auch die Umsetzung so gewesen wäre...

War ich zu Beginn noch einigermaßen gefesselt, weil ich nun wissen wollte, was es mit alldem auf sich hatte, ließ meine Faszination immer weiter nach. Es lag daran, dass der Autor verschiedene Perspektiven einstreut, die sich leider nahezu gleich gelesen haben. Die Figuren entwickeln keine Eigenständigkeit, kein eigenes Leben und kein eigener Charakter. Im Grunde hätte man auch nur die Namen austauschen können. Und ja, auch in der dritten Person ist es entscheidend, dass jede Figur seine eigene Erzählstimme hat! Vor allem Ayae, als einzige weibliche Figur, hat überhaupt keine weiblichen Züge. Sie hat mich von allen Figuren noch am meisten kalt gelassen. Ihre Gedanken und Konflikte sind leider völlig eindimensional und haben keinen Anreiz in die Tiefe zu gehen. Schade drum.

Dazu kam noch, dass die Handlung sehr langsam vorwärtsgeht und sich nur an wenigen Orten konzentriert. Für High Fantasy gibt es außerordentlich wenige Kämpfe oder bedrohliche Situationen, stattdessen jede Menge hölzerner Dialoge, die mich auf Dauer nicht fesseln konnten. War im ersten Drittel noch viel von der Idee getragen, hat sich das Buch zum Ende hin leider nur noch gezogen.

Fazit: "Verflucht" war leider überhaupt kein Buch für mich. Bei High Fantasy verzeihe ich gerne eine längere Einführungsphase, hier hat es sich jedoch wie ein Prolog mit Überlänge gelesen. Für meinen Geschmack hat der Autor an den falschen Stellen ausgeschmückt (z.B. unspektakuläre Handlung in die Länge gezogen) und an kritischen Stellen wiederrum ausgespart (Tiefe der Charaktere und echte Erklärung der Welt). Alles in allem ein Buch, das weitestgehend nur von der Idee und zu wenig von seinem Plot und seinen Charakteren getragen wird.


Die Vernichteten
Die Vernichteten
von Ursula Poznanski
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Würdiger Abschluss für eine noch fantastischere Reihe!, 30. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Vernichteten (Gebundene Ausgabe)
Zum Inhalt: Im letzten und abschließenden Band steht Ria erneut vor wichtigen Entscheidungen. Sie kennt jetzt die Antwort, weshalb sie und ihre Freunde verraten wurden. Es liegt nun in ihren Händen, wie sie mit dem Wissen umgeht. Sie beschließt zu kämpfen, sowohl für das Überleben der Menschen in der Außenwelt, als auch das der innerhalb der Sphären wohnenden. Doch als sie erneut aufbricht kommt eine weitere Tatsache ans Licht. Eine, die alles zuvor dagewesene übertrifft und die Zukunft aller verändern kann.
...

In "Die Vernichteten" lernt man nach kurzer Zeit noch einmal eine andere Art des Clans kennen. Ein Clan, der mehr oder minder für sich selbst lebt und fast verschont von allem drumherum bleibt. Für Ria ist es eine weitere Station, um das Vergangene aufzuklären und einen Weg für die Zukunft zu finden. Denn es stellt sich schon bald heraus, dass sich nicht nur alles um die Verratenen dreht, sondern auch die gesamte Welt innerhalb und außerhalb der Spähren betroffen ist.

Ria ist und bleibt eine meiner liebsten Charaktere in einer Dystopie-Reihe. Besonders in diesem Band geht vieles darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sie muss Faktoren abwägen, Verantwortung übernehmen und dabei nicht selten ihr eigenes Wohlbefinden hintenanstellen. Oft macht sich ihre spezielle Ausbildung aus dem Sphärenbund bemerkbar, doch vor allem zum Ende hin merkt man, dass sie einfach dazugelernt hat. Ihre Reise hat Spuren hinterlassen. Sie ist vielen Menschen begegnet: Freunden, Feinden und nützlichen Kontaktpersonen. Dabei hat sie Verrat, Liebe und Freundschaft erfahren. Und doch hat sie vor allem eines gelernt, auf der Hut zu sein, und zwar bis zum bitteren Ende.

Mir hat es gefallen, dass jeder der Charaktere seine persönliche Entwicklung zu Ende gebracht hat. Sei es Ria, Sandor, Aureljo oder einer der anderen wunderbaren Figuren. Jeder hatte von Beginn an seine eigenen Ziele und ist letztendlich mal gescheitert, mal über sich selbst hinausgewachsen. Parallel dazu machen auch die Gegenseiten eine Entwicklung durch. Als Leser lernt man im Laufe der Reihe so vieles über die Clans, aber auch eine Menge über den Sphärenbund. Man versteht mit der Zeit ihre Vorsicht, ihre Motive und kann bestimmte Handlungen zumindest nachvollziehen. Gut fand ich auch die Botschaft, die Frau Poznanski zum Ende herübergebracht hat: letzten Endes sind alle Überlebende, egal wie sie es geschafft haben und das schweißt zusammen.

Teilweise hat mir jedoch ein Stück weit die grandiose Action und der Strudel von Ereignissen aus den vorherigen Bänden gefehlt. Es gibt in diesem Teil einfach keine Erdrutscherkenntnisse oder Handlungen, die alles zuvor Dagewesene völlig durcheinander wirbeln. Vieles hatte seinen Reiz darin, dass man eben die ganze Zeit gerätselt hat, was dahintersteckt. Nun weiß man Bescheid und irgendwie ist dadurch etwas der Zauber verflogen. Das liegt in der Entscheidung einen großen Teil bereits am Ende von Band 2 aufzulösen und nur einen Bruchteil an Fragen für Band 3 aufzuheben. Für mich persönlich sorgte das dafür, dass der absolute "Wow-Effekt" schon in Band 2 vebraucht war und sich für die "ultimative" und letzte Auflösung nicht mehr so ganz einstellen konnte.

Fazit: Alles in allem ist die Reihe um die "Verratenen", die für mich beste Dystopie! Sie hat von Anfang bis Ende alles, was man sich von einer Spitzenreihe erhofft: starke Charaktere, viel Entwicklung, eine mitreißende Liebesgeschichte und ein wunderbar glaubhaftes Setting drumherum. Auch im letzten und abschließenden Band konnte die Autorin daran anknüpfen und einen schönen und stimmigen Abschluss kreieren. Für mich persönlich war allerdings was bahnbrechende Erkenntnisse anging das Pulver bereits verschossen und bleibe dabei, dass Band 1 für mich der großartigste ist! Doch Hut ab für die gesamte Reihe, mit der sich Frau Poznanski in mein Herz geschrieben hat und so schnell nicht vergessen werden wird!


Girl with All the Gifts
Girl with All the Gifts
von M R Carey
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,20

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Faszinierende, realistische und eindrucksvolle Welt mit tollen Perspektiven!, 20. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Girl with All the Gifts (Gebundene Ausgabe)
Zum Inhalt: Melanie ist ein kleines Mädchen, das in einer Zelle lebt. Ihr einziger Lichtblick sind die Unterrichtsstunden, zu denen sie an einen Rollstuhl gefesselt und mit vorgehaltener Waffe geführt wird. Scherzhaft sagt sie ihren Bewachern, dass sie nicht beißt, doch das finden die nicht ganz so witzig. Sie weiß schon ganz genau, was sie alles unternehmen will, wenn sie erst einmal erwachsen ist. Doch sie weiß nicht, weshalb ihre Lehrerin Miss Justineau so traurig schaut, als Melanie ihr davon erzählt...

Kurzer Hinweis:
Am besten ist es, bei diesem Buch zuvor so wenig wie möglich zu wissen. Deshalb würde ich mir auch nicht einmal den deutschen Klappentext anschauen, der zwar knappgehalten ist, aber für meinen Geschmack auch schon zu viel verrät. Wie immer verrate ich nur das Allernötigste, um eine Vorstellung vom Buch zu bekommen.
...

Melanie kennt nur das Leben in ihrer kleinen Zelle. Ihre Mitschüler sind in Zellen um sie herum verteilt, doch es wird so laute Musik gespielt, dass sie sich nicht unterhalten können. Sie hatte sich eine Zeichensprache ausgedacht, doch die Lehrer hatten sich geweigert, sie den anderen beizubringen. Der Unterricht ist die schönste Zeit für Melanie. Sie wird aus ihrer Zelle geholt (an einen Rollstuhl gefesselt und unter vorgehaltener Waffe) und wird mit ihren Mitschülern unterrichtet. Geschichte, Geographie, Grammatik und alles was es sonst zu lernen gibt. Am liebsten ist ihr der Unterricht von Miss Justineau. Sie liest den Kindern auch Geschichten vor oder bringt Pflanzen mit in die Klasse!

Für Melanie ist dieses Leben so selbstverständlich, wie das Atmen. Als Leser ist man einfach nur entsetzt und geschockt davon, wie diese Kinder behandelt werden. Es ist klar, dass es einen Grund geben muss. Dass sie irgendwie gefährlich sein müssen. Doch es sind trotzdem Kinder! Dieser Konflikt spielt sich permanent bei der freundlichen Lehrerin Miss Justineau ab, in deren Perspektive man ab und an schlüpft. Im Vergleich dazu ist die Wissenschaftlerin Dr. Caldwell einfach nur abgebrüht und berechnend. Der stationierte Sargent ist auch nur auf seinen Dienst bedacht. Doch seine Fähigkeiten werden dafür umso wertvoller sein!

Mich hat es überrascht, dass es nach relativ kurzer Zeit schon einen gewaltigen Szenenwechsel gibt. Der erste Abschnitt ist geprägt von Routine, gleichlaufenden Abläufen und Melanies Gedanken. Doch schon kurz darauf blickt man über den gesamten Tellerrand dieser Welt. Ich fand es hervorragend, dass schnell präzise und logische Antworten präsentiert werden, wenn auch die entscheidenden Fragen ganz am Schluss geklärt werden. Und wie sauber der Autor diese Situation gelöst hat! Man würde es nie glauben und doch schließt er alles zufriedenstellend ab. Es bleibt mir nur zu bemängeln, dass mir an manchen Stellen etwas der Erzählfluss gefehlt hat und mir die Perspektiven eine Spur zu oft gewechselt haben.

Der Leser wird in eine Welt hineingezogen, die mehr einem wahrgewordenen Albtraum, als allem anderem gleicht. Man schwankt ständig zwischen Abscheu, Mitleid, aber auch Pragmatismus. Es geht häufig um das nackte Überleben, auch wenn dafür hässliche Entscheidungen getroffen werden müssen. Diese grausame Welt sieht man wieder und wieder in Melanies Kinderaugen und sieht dabei auch wieder einen Hauch ihrer Schönheit. Menschen dieser Zeit sind Steh-auf-Männchen und doch müssen sie aufpassen, dass sie im Aufstehen nicht alles neu entstandene wieder zertrampeln...

Fazit: "The Girl with all the Gifts" ist ein eindrucksvolles Buch, das man so schnell nicht wieder vergisst. Zwar beginnt es noch eher zaghaft mit Melanies kindlicher und naiver Sicht, zieht aber schnell deutlich an. Mit anderen Perspektiven kommen neue Schrecken dazu und ein Verständnis für das Verhalten einiger Figuren. Klasse fand ich, wie viel in gesunden Portionen erklärt wird und doch das große Ganze immer spannend bleibt. Durch einige wissenschaftliche Beschreibungen ist es sprachlich recht anspruchsvoll, doch zum Glück erscheint ja schon im Oktober die deutsche Übersetzung!


Skylark - Der eiserne Wald: Roman (Heyne fliegt)
Skylark - Der eiserne Wald: Roman (Heyne fliegt)
von Meagan Spooner
  Broschiert
Preis: EUR 13,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vielversprechende Ideen, leider nicht ganz so gut in der Umsetzung, 20. Juli 2014
Zum Inhalt: Lark lebt in einer Stadt, die komplett von der Außenwelt abgeschottet ist. Ihr ganzes Leben schon wartet sie darauf, "geerntet" zu werden und den ihr vorgesehenen Platz in der Gesellschaft einzunehmen. Doch als es soweit kommt, muss sie feststellen, dass die Wahrheit völlig anders aussieht. Ihr bleibt nur eine Möglichkeit: die Flucht. Ihr Ziel ist der eiserne Wald, in dem es mehr Menschen geben soll, wie sie. Eine spannende Reise beginnt.
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An "Skylark" hat mir von Beginn an die faszinierende Welt gefallen. Es ist eine Mischung aus technischem Fortschritt (SciFi) und magischen Elementen (Fantasy). Die Stadt ist geschützt durch eine magische Barriere, die Widrigkeiten von außen aufhalten soll. Innerhalb der Stadt werden mit magischen Kräften die Maschinen und allerlei technische Spielereien bedient. Zum Beispiel gibt es Kobolde, denen Leben eingehaucht wird und die ihre Aufgaben zu erfüllen haben.

Lark wartet auf die magische Zeremonie, bei der sie "geerntet" wird. Es ist der Übergang vom kindlichen Leben zum Erwachsenensein, nachdem ein jeder seinen Platz in der Gesellschaft annimmt. Bei Lark wurde die Ernte ungewöhnlich lange herausgezögert. Viele Kinder waren vor ihr an der Reihe, obwohl sie deutlich jünger waren. Antworten gibt es recht zügig, hinter der Gesellschaft verbergen sich dunkle Machenschaften und Lark droht von ihnen ihr Leben lang ausgebeutet zu werden.

Bis dahin hatte mir das Buch recht gut gefallen. Larks Entdeckungen werden spannend beschrieben, ebenso ist es interessant, mehr über diese Gesellschaft herauszufinden. Doch dann wechselt die Szenerie und Lark beginnt eine lange, lange, lange, lange, lange und nochmals lange Reise. Diese Reise ist Hauptbestandteil des Plots und hätte meiner Meinung nach deutlich kürzer ausfallen können. Es sollte Larks Entwicklung aufgezeigt werden, doch mit der Zeit konnte das viele durch die Gegend irren auch nicht weiter dazu beisteuern.

Im letzten Abschnitt war ich richtig froh, dass Lark endlich ankommt. Doch was sie dort erlebt, konnte meinen Eindruck vom Buch leider nicht mehr umstimmen. Es folgen Wendungen, die viel zu vorhersehbar und absehbar waren. Auch die Art und Weise, wie der Konflikt gelöst wird, erinnert mehr an einen Griff in die Trickkiste. Zum Ende hin hatte ich leider einfach das Gefühl, dass zu viele Dinge zusammengekommen sind, als dass mich das Buch richtig überzeugen konnte.

Fazit: "Skylark" wartet mit einer interessanten Kombination aus Magie und technischem Fortschritt auf. Die Stadtdystopie hat Potenzial und verspricht spannende Konflikte. Doch leider wendet Lark dem den Rücken zu und die Geschichte entwickelt sich in eine ganz andere Richtung. Für meinen Geschmack kamen zum Ende hin leider zu viele Dinge zusammen und sprechen für ein eher durchschnittliches Lesevergnügen.


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