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Rezensionen verfasst von
Tina "readingtidbits"

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Verflucht: Ära der Götter 1
Verflucht: Ära der Götter 1
von Ben Peek
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

2.0 von 5 Sternen Vielversprechende Idee, leider keine stimmige Umsetzung, 1. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Verflucht: Ära der Götter 1 (Taschenbuch)
Zum Inhalt: Tausende von Jahren ist es her, dass sich die Götter in einer verheerenden Schlacht bekriegt haben. Nun liegen sie über die Welt verstreut und liegen im Sterben. Gleichzeitig erwachen besondere Fähigkeiten in zuvor ganz gewöhnlichen Menschen, wie der Kartographin Ayae. Sie kann Feuer berühren, gar komplett im Feuer stehen, ohne auch nur den Hauch einer Verbrennung davonzutragen. Schließlich fällt eine kriegerische Armee in ihr Heimatland ein und droht alles von ihr zu nehmen. Doch die Ära der Götter scheint noch nicht vorbei zu sein.

...

Besonders im High Fantasy Genre gibt es für mich bestimmte Kernaspekte, die unbedingt eingehalten werden müssen. Bei nahezu jedem High Fantasy Buch bedarf es einer Einlesezeit, um die Welt und die Charaktere kennenzulernen. Erst relativ spät taucht man vollkommen in die Geschichte ein, dafür aber richtig. "Verflucht" dagegen scheiterte bei mir leider an verschiedenen Punkten.

Zunächst hat sich der Beginn gut gelesen. Es startet mit einem kurzen Prolog (der im Nachhinein nicht mehr so toll gewählt war) aber er erfüllt dennoch seinen Zweck. Krieg liegt in der Luft. Ein Dorf wurde überfallen und es sieht ganz danach aus, als steht noch viel mehr auf dem Spiel. Die weitere Handlung findet fast ausschließlich im reichen Handelsstaat Mireea und seiner nahen Umgebung statt. Hier begegnen wir Ayae, die eine zentrale Figur im weiteren Verlauf werden wird. Gemeinsam mit anderen "Verfluchten", die die Fähigkeiten der sterbenden Götter in sich tragen.

Problematisch gleich zu Beginn, der Autor wirft den Leser ins kalte Wasser. Man erfährt so wenig, stattdessen wird mit Namen, Orten und Ereignissen um sich geworfen, die einem natürlich nichts sagen. Das meiste weiß man im Grunde nur vom Klappentext: es gab einen Krieg der Götter, die Götter sterben, aber ihre Macht nicht mit ihnen. In bestimmten Menschen leben ihre Kräfte weiter, die "Verfluchte" genannt werden, aber selbst nicht unbedingt unsterblich sein müssen. So weit, so gut und hört sich vielversprechend an, wenn auch die Umsetzung so gewesen wäre...

War ich zu Beginn noch einigermaßen gefesselt, weil ich nun wissen wollte, was es mit alldem auf sich hatte, ließ meine Faszination immer weiter nach. Es lag daran, dass der Autor verschiedene Perspektiven einstreut, die sich leider nahezu gleich gelesen haben. Die Figuren entwickeln keine Eigenständigkeit, kein eigenes Leben und kein eigener Charakter. Im Grunde hätte man auch nur die Namen austauschen können. Und ja, auch in der dritten Person ist es entscheidend, dass jede Figur seine eigene Erzählstimme hat! Vor allem Ayae, als einzige weibliche Figur, hat überhaupt keine weiblichen Züge. Sie hat mich von allen Figuren noch am meisten kalt gelassen. Ihre Gedanken und Konflikte sind leider völlig eindimensional und haben keinen Anreiz in die Tiefe zu gehen. Schade drum.

Dazu kam noch, dass die Handlung sehr langsam vorwärtsgeht und sich nur an wenigen Orten konzentriert. Für High Fantasy gibt es außerordentlich wenige Kämpfe oder bedrohliche Situationen, stattdessen jede Menge hölzerner Dialoge, die mich auf Dauer nicht fesseln konnten. War im ersten Drittel noch viel von der Idee getragen, hat sich das Buch zum Ende hin leider nur noch gezogen.

Fazit: "Verflucht" war leider überhaupt kein Buch für mich. Bei High Fantasy verzeihe ich gerne eine längere Einführungsphase, hier hat es sich jedoch wie ein Prolog mit Überlänge gelesen. Für meinen Geschmack hat der Autor an den falschen Stellen ausgeschmückt (z.B. unspektakuläre Handlung in die Länge gezogen) und an kritischen Stellen wiederrum ausgespart (Tiefe der Charaktere und echte Erklärung der Welt). Alles in allem ein Buch, das weitestgehend nur von der Idee und zu wenig von seinem Plot und seinen Charakteren getragen wird.


Die Vernichteten
Die Vernichteten
von Ursula Poznanski
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Würdiger Abschluss für eine noch fantastischere Reihe!, 30. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Vernichteten (Gebundene Ausgabe)
Zum Inhalt: Im letzten und abschließenden Band steht Ria erneut vor wichtigen Entscheidungen. Sie kennt jetzt die Antwort, weshalb sie und ihre Freunde verraten wurden. Es liegt nun in ihren Händen, wie sie mit dem Wissen umgeht. Sie beschließt zu kämpfen, sowohl für das Überleben der Menschen in der Außenwelt, als auch das der innerhalb der Sphären wohnenden. Doch als sie erneut aufbricht kommt eine weitere Tatsache ans Licht. Eine, die alles zuvor dagewesene übertrifft und die Zukunft aller verändern kann.
...

In "Die Vernichteten" lernt man nach kurzer Zeit noch einmal eine andere Art des Clans kennen. Ein Clan, der mehr oder minder für sich selbst lebt und fast verschont von allem drumherum bleibt. Für Ria ist es eine weitere Station, um das Vergangene aufzuklären und einen Weg für die Zukunft zu finden. Denn es stellt sich schon bald heraus, dass sich nicht nur alles um die Verratenen dreht, sondern auch die gesamte Welt innerhalb und außerhalb der Spähren betroffen ist.

Ria ist und bleibt eine meiner liebsten Charaktere in einer Dystopie-Reihe. Besonders in diesem Band geht vieles darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sie muss Faktoren abwägen, Verantwortung übernehmen und dabei nicht selten ihr eigenes Wohlbefinden hintenanstellen. Oft macht sich ihre spezielle Ausbildung aus dem Sphärenbund bemerkbar, doch vor allem zum Ende hin merkt man, dass sie einfach dazugelernt hat. Ihre Reise hat Spuren hinterlassen. Sie ist vielen Menschen begegnet: Freunden, Feinden und nützlichen Kontaktpersonen. Dabei hat sie Verrat, Liebe und Freundschaft erfahren. Und doch hat sie vor allem eines gelernt, auf der Hut zu sein, und zwar bis zum bitteren Ende.

Mir hat es gefallen, dass jeder der Charaktere seine persönliche Entwicklung zu Ende gebracht hat. Sei es Ria, Sandor, Aureljo oder einer der anderen wunderbaren Figuren. Jeder hatte von Beginn an seine eigenen Ziele und ist letztendlich mal gescheitert, mal über sich selbst hinausgewachsen. Parallel dazu machen auch die Gegenseiten eine Entwicklung durch. Als Leser lernt man im Laufe der Reihe so vieles über die Clans, aber auch eine Menge über den Sphärenbund. Man versteht mit der Zeit ihre Vorsicht, ihre Motive und kann bestimmte Handlungen zumindest nachvollziehen. Gut fand ich auch die Botschaft, die Frau Poznanski zum Ende herübergebracht hat: letzten Endes sind alle Überlebende, egal wie sie es geschafft haben und das schweißt zusammen.

Teilweise hat mir jedoch ein Stück weit die grandiose Action und der Strudel von Ereignissen aus den vorherigen Bänden gefehlt. Es gibt in diesem Teil einfach keine Erdrutscherkenntnisse oder Handlungen, die alles zuvor Dagewesene völlig durcheinander wirbeln. Vieles hatte seinen Reiz darin, dass man eben die ganze Zeit gerätselt hat, was dahintersteckt. Nun weiß man Bescheid und irgendwie ist dadurch etwas der Zauber verflogen. Das liegt in der Entscheidung einen großen Teil bereits am Ende von Band 2 aufzulösen und nur einen Bruchteil an Fragen für Band 3 aufzuheben. Für mich persönlich sorgte das dafür, dass der absolute "Wow-Effekt" schon in Band 2 vebraucht war und sich für die "ultimative" und letzte Auflösung nicht mehr so ganz einstellen konnte.

Fazit: Alles in allem ist die Reihe um die "Verratenen", die für mich beste Dystopie! Sie hat von Anfang bis Ende alles, was man sich von einer Spitzenreihe erhofft: starke Charaktere, viel Entwicklung, eine mitreißende Liebesgeschichte und ein wunderbar glaubhaftes Setting drumherum. Auch im letzten und abschließenden Band konnte die Autorin daran anknüpfen und einen schönen und stimmigen Abschluss kreieren. Für mich persönlich war allerdings was bahnbrechende Erkenntnisse anging das Pulver bereits verschossen und bleibe dabei, dass Band 1 für mich der großartigste ist! Doch Hut ab für die gesamte Reihe, mit der sich Frau Poznanski in mein Herz geschrieben hat und so schnell nicht vergessen werden wird!


Girl with All the Gifts
Girl with All the Gifts
von M R Carey
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,20

4.0 von 5 Sternen Faszinierende, realistische und eindrucksvolle Welt mit tollen Perspektiven!, 20. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Girl with All the Gifts (Gebundene Ausgabe)
Zum Inhalt: Melanie ist ein kleines Mädchen, das in einer Zelle lebt. Ihr einziger Lichtblick sind die Unterrichtsstunden, zu denen sie an einen Rollstuhl gefesselt und mit vorgehaltener Waffe geführt wird. Scherzhaft sagt sie ihren Bewachern, dass sie nicht beißt, doch das finden die nicht ganz so witzig. Sie weiß schon ganz genau, was sie alles unternehmen will, wenn sie erst einmal erwachsen ist. Doch sie weiß nicht, weshalb ihre Lehrerin Miss Justineau so traurig schaut, als Melanie ihr davon erzählt...

Kurzer Hinweis:
Am besten ist es, bei diesem Buch zuvor so wenig wie möglich zu wissen. Deshalb würde ich mir auch nicht einmal den deutschen Klappentext anschauen, der zwar knappgehalten ist, aber für meinen Geschmack auch schon zu viel verrät. Wie immer verrate ich nur das Allernötigste, um eine Vorstellung vom Buch zu bekommen.
...

Melanie kennt nur das Leben in ihrer kleinen Zelle. Ihre Mitschüler sind in Zellen um sie herum verteilt, doch es wird so laute Musik gespielt, dass sie sich nicht unterhalten können. Sie hatte sich eine Zeichensprache ausgedacht, doch die Lehrer hatten sich geweigert, sie den anderen beizubringen. Der Unterricht ist die schönste Zeit für Melanie. Sie wird aus ihrer Zelle geholt (an einen Rollstuhl gefesselt und unter vorgehaltener Waffe) und wird mit ihren Mitschülern unterrichtet. Geschichte, Geographie, Grammatik und alles was es sonst zu lernen gibt. Am liebsten ist ihr der Unterricht von Miss Justineau. Sie liest den Kindern auch Geschichten vor oder bringt Pflanzen mit in die Klasse!

Für Melanie ist dieses Leben so selbstverständlich, wie das Atmen. Als Leser ist man einfach nur entsetzt und geschockt davon, wie diese Kinder behandelt werden. Es ist klar, dass es einen Grund geben muss. Dass sie irgendwie gefährlich sein müssen. Doch es sind trotzdem Kinder! Dieser Konflikt spielt sich permanent bei der freundlichen Lehrerin Miss Justineau ab, in deren Perspektive man ab und an schlüpft. Im Vergleich dazu ist die Wissenschaftlerin Dr. Caldwell einfach nur abgebrüht und berechnend. Der stationierte Sargent ist auch nur auf seinen Dienst bedacht. Doch seine Fähigkeiten werden dafür umso wertvoller sein!

Mich hat es überrascht, dass es nach relativ kurzer Zeit schon einen gewaltigen Szenenwechsel gibt. Der erste Abschnitt ist geprägt von Routine, gleichlaufenden Abläufen und Melanies Gedanken. Doch schon kurz darauf blickt man über den gesamten Tellerrand dieser Welt. Ich fand es hervorragend, dass schnell präzise und logische Antworten präsentiert werden, wenn auch die entscheidenden Fragen ganz am Schluss geklärt werden. Und wie sauber der Autor diese Situation gelöst hat! Man würde es nie glauben und doch schließt er alles zufriedenstellend ab. Es bleibt mir nur zu bemängeln, dass mir an manchen Stellen etwas der Erzählfluss gefehlt hat und mir die Perspektiven eine Spur zu oft gewechselt haben.

Der Leser wird in eine Welt hineingezogen, die mehr einem wahrgewordenen Albtraum, als allem anderem gleicht. Man schwankt ständig zwischen Abscheu, Mitleid, aber auch Pragmatismus. Es geht häufig um das nackte Überleben, auch wenn dafür hässliche Entscheidungen getroffen werden müssen. Diese grausame Welt sieht man wieder und wieder in Melanies Kinderaugen und sieht dabei auch wieder einen Hauch ihrer Schönheit. Menschen dieser Zeit sind Steh-auf-Männchen und doch müssen sie aufpassen, dass sie im Aufstehen nicht alles neu entstandene wieder zertrampeln...

Fazit: "The Girl with all the Gifts" ist ein eindrucksvolles Buch, das man so schnell nicht wieder vergisst. Zwar beginnt es noch eher zaghaft mit Melanies kindlicher und naiver Sicht, zieht aber schnell deutlich an. Mit anderen Perspektiven kommen neue Schrecken dazu und ein Verständnis für das Verhalten einiger Figuren. Klasse fand ich, wie viel in gesunden Portionen erklärt wird und doch das große Ganze immer spannend bleibt. Durch einige wissenschaftliche Beschreibungen ist es sprachlich recht anspruchsvoll, doch zum Glück erscheint ja schon im Oktober die deutsche Übersetzung!


Skylark - Der eiserne Wald: Roman (Heyne fliegt)
Skylark - Der eiserne Wald: Roman (Heyne fliegt)
von Meagan Spooner
  Broschiert
Preis: EUR 13,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vielversprechende Ideen, leider nicht ganz so gut in der Umsetzung, 20. Juli 2014
Zum Inhalt: Lark lebt in einer Stadt, die komplett von der Außenwelt abgeschottet ist. Ihr ganzes Leben schon wartet sie darauf, "geerntet" zu werden und den ihr vorgesehenen Platz in der Gesellschaft einzunehmen. Doch als es soweit kommt, muss sie feststellen, dass die Wahrheit völlig anders aussieht. Ihr bleibt nur eine Möglichkeit: die Flucht. Ihr Ziel ist der eiserne Wald, in dem es mehr Menschen geben soll, wie sie. Eine spannende Reise beginnt.
...

An "Skylark" hat mir von Beginn an die faszinierende Welt gefallen. Es ist eine Mischung aus technischem Fortschritt (SciFi) und magischen Elementen (Fantasy). Die Stadt ist geschützt durch eine magische Barriere, die Widrigkeiten von außen aufhalten soll. Innerhalb der Stadt werden mit magischen Kräften die Maschinen und allerlei technische Spielereien bedient. Zum Beispiel gibt es Kobolde, denen Leben eingehaucht wird und die ihre Aufgaben zu erfüllen haben.

Lark wartet auf die magische Zeremonie, bei der sie "geerntet" wird. Es ist der Übergang vom kindlichen Leben zum Erwachsenensein, nachdem ein jeder seinen Platz in der Gesellschaft annimmt. Bei Lark wurde die Ernte ungewöhnlich lange herausgezögert. Viele Kinder waren vor ihr an der Reihe, obwohl sie deutlich jünger waren. Antworten gibt es recht zügig, hinter der Gesellschaft verbergen sich dunkle Machenschaften und Lark droht von ihnen ihr Leben lang ausgebeutet zu werden.

Bis dahin hatte mir das Buch recht gut gefallen. Larks Entdeckungen werden spannend beschrieben, ebenso ist es interessant, mehr über diese Gesellschaft herauszufinden. Doch dann wechselt die Szenerie und Lark beginnt eine lange, lange, lange, lange, lange und nochmals lange Reise. Diese Reise ist Hauptbestandteil des Plots und hätte meiner Meinung nach deutlich kürzer ausfallen können. Es sollte Larks Entwicklung aufgezeigt werden, doch mit der Zeit konnte das viele durch die Gegend irren auch nicht weiter dazu beisteuern.

Im letzten Abschnitt war ich richtig froh, dass Lark endlich ankommt. Doch was sie dort erlebt, konnte meinen Eindruck vom Buch leider nicht mehr umstimmen. Es folgen Wendungen, die viel zu vorhersehbar und absehbar waren. Auch die Art und Weise, wie der Konflikt gelöst wird, erinnert mehr an einen Griff in die Trickkiste. Zum Ende hin hatte ich leider einfach das Gefühl, dass zu viele Dinge zusammengekommen sind, als dass mich das Buch richtig überzeugen konnte.

Fazit: "Skylark" wartet mit einer interessanten Kombination aus Magie und technischem Fortschritt auf. Die Stadtdystopie hat Potenzial und verspricht spannende Konflikte. Doch leider wendet Lark dem den Rücken zu und die Geschichte entwickelt sich in eine ganz andere Richtung. Für meinen Geschmack kamen zum Ende hin leider zu viele Dinge zusammen und sprechen für ein eher durchschnittliches Lesevergnügen.


Stigmata: Nichts bleibt verborgen
Stigmata: Nichts bleibt verborgen
von Beatrix Gurian
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannend erzählt mit düsteren Fotos als tollem Extra, 17. Juni 2014
Zum Inhalt: Emma wird durch den Tod ihrer Mutter der Boden unter den Füßen weggezogen. Sie ist noch voller Trauer, als sie einen anonymen Hinweis bekommt. Dahinter versteckt sich die Botschaft, dass ihre Mutter nicht bei einem tragischen Unfall gestorben, sondern ermordet worden sein soll. Emma zögert, was haben die seltsamen Fotoaufnahmen zu bedeuten und soll sie wirklich in ein Jugendcamp fahren, das ihr mehr über den Tod verraten soll? Schließlich folgt Emma der Spur und findet sich bald in einem Strudel aus mysteriösen Ereignissen wieder.
...

"Stigmata" verbindet spannende Handlungsstränge mit teils recht verstörenden Bildern. Folgt man als Leser der Geschichte, findet man einzelne Vorfälle oder Fotografien, die im Buch auftauchen, als ganzseitiges Bild wieder. Diese Bilder sind toll umgesetzt und verstärken den, ohnehin schon im Buch eine große Rolle spielenden, Mysteryanteil. Innerhalb kürzester Zeit machte sich bei mir ein Lesesog breit und ließ mich das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Zusätzlich zu den Bildern und Emmas Geschichte gibt es einige Rückblicke und Perspektivwechsel. Wir erfahren früh von Abschnitten aus der Vergangenheit, doch der eigentliche Zusammenhang wird erst sehr spät klar. Während des Lesens versucht man die Puzzleteile zusammenzufügen und findet sich in einem "Was steckt nun dahinter?" Ratespiel wieder. Teilweise ist es mir gelungen hinter einzelne Aspekte zu kommen, teils war ich völlig auf dem Holzweg.

Die Haupthandlung an sich ist noch nicht das Überzeugendste. Es ist die düstere Grundstimmung im Schloss, gepaart mit den vielen offenen Fragezeichen, die mich in seinen Bann gezogen haben. Man möchte einfach wissen, was dahintersteckt und ob Emma die Situationen bewältigen kann. Emma an sich hat mir gut gefallen, sie ist neugierig, auch vorsichtig, aber manchmal recht impulsiv. Dennoch ist es nachvollziehbar, wie sie auf Trauer und schockierende Nachrichten reagiert.

Die ganze Zeit über hatte ich jedoch die leise Befürchtung, dass mich die letztendliche Auflösung nicht ganz überzeugen könnte. Es gab so viele lose Fäden und Andeutungen, dass es schon an eine Herausforderung grenzte, alles befriedigend zum Abschluss zu bringen. Da muss ich sagen, dass es der Autorin nicht vollumfänglich gelungen ist. Manche Ereignisse waren mir dann doch etwas einfach gehalten und nicht jede Erklärung unbedingt das Logischste. Dennoch hat mich das Ende größtenteils zufrieden zurückgelassen. Positiv überrascht hat mich, dass der Höhepunkt zum Ende hin eher lange in Anspruch genommen hat und keine rasche Abfolge von Ereignissen war.

Fazit: "Stigmata" ist genau das richtige Buch für einen düsteren Gewitterabend. Es liest sich rasant schnell, schließlich will man unbedingt wissen, welches Gesamtbild die einzelnen Puzzleteile ergeben. Die Fotos sind ein fantastischer Weg, um noch mehr Stimmung zu vermitteln und die Geschichte plastischer erscheinen zu lassen. Zu bemängeln bleibt mir eigentlich nur, dass der Abschluss nicht ganz meinen Erwartungen gerecht wurde. Nach alldem, was vorher geschehen ist, konnte die Auflösung nicht ganz das Level halten. Ein empfehlenswertes Buch, für alle, die sich gerne einmal hinters Licht führen lassen wollen!


Throne of Glass - Kriegerin im Schatten: Roman
Throne of Glass - Kriegerin im Schatten: Roman
von Sarah Maas
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Besser, mit mehr "Assassine", 14. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zum Inhalt: Celaena ist nun der Champion des Königs und hat ein eigenes Aufgabenfeld dazubekommen. Sie soll die unbequemen Widersacher des Königs aus dem Weg räumen, möglichst schnell und effizient. Nach einigen Missionen erhält Celeana einen ganz speziellen Auftrag, nun soll sie nicht nur entfernte Lords töten, sondern im Herzen der Stadt agieren. Ihr erstes Opfer ist ein nur allzu bekannter Mensch aus ihrer Vergangenheit. Für Celaena ist es an der Zeit eine Entscheidung zu treffen.
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Ich will gar nicht verschweigen, dass mich "Throne of Glass #1" sehr enttäuscht zurückgelassen hatte. Eigentlich hat die Autorin eine tolle High Fantasy Welt geschaffen, in die ich am liebsten sofort eingetaucht wäre und nie wieder hätte verlassen wollen. Doch Hauptfigur Celaena hat für mich ein gleichbleibendes Problem, an dem auch die Fortsetzung nichts ändern konnte.

Eine Assassine ist für mich ein hochintelligenter Mensch, der durch planvolles und durchdachtes Vorgehen sein Ziel erreicht. Sie sollte vor allem daran interessiert sein, ihre Arbeit möglichst sauber durchzuführen und so wenig wie möglich aufzufallen. Auftragsmörder agieren im Verborgenen, sie nutzen die Schatten für ihre Zwecke und sind schneller wieder verschwunden, als man ihr Auftreten bemerkt hätte. Celaenas Ausbildung zur Meuchelmörderin schien wohl einige Lücken gehabt zu haben.

Sie versucht zwar ab und an ihr Vorgehen zu planen, schmeißt diese Pläne dann aber auch gerne über den Haufen und rennt einfach mal mit dem Kopf gegen die Wand. Sie schert sich nicht darum, ob sie erwischt wird, oder ob sie sogar lebend aus der Situation rauskommt. Dieses Bündel an wackeligen Emotionen ist keine professionelle Assassine! Es ist schön, dass die Autorin ihr ein ordentliches Temperament verschafft hat, um sie nicht langweilig wirken zu lassen. Doch was zu viel ist, ist zu viel. Celaena schlägt sogar auf wehrlose magische Türen ein, wenn sie ihr auf die Nerven gehen. Also im Grunde ist sie einfach nur ein Haudrauf, der sich selten beherrschen kann.

Sieht man darüber hinweg bekommt man mit dem zweiten Band ein unterhaltsames und spannendes Lesevergnügen geboten. Fand man die Spiele aus "Throne of Glass #1" ähnlich fad wie ich, bekommt man hier nun endlich echte Action geboten. Zu Beginn wird einem da zwar ein kleiner Dämpfer verpasst, danach geht es aber aufwärts. Für meinen Geschmack hätte in der ersten Hälfte des Buches noch mehr passieren können, aber im Vergleich zu Band 1 will ich mich mal nicht beschweren. Und kurz zur Liebesgeschichte: viel besser! Weg von der Dreiecksbeziehung, klare Fronten und eine wirklich rührende Annäherung. Das hätte ich vorher nicht erwartet.

Mit der Hälfte des Buches gibt es einen Wendepunkt, der die Geschichte und sein Potenzial noch einmal in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Von da an geht es Schlag auf Schlag bis hin zum Finale am Ende. Wäre ein Aspekt nicht absolut plump und vorhersehbar gewesen, dass er mir ganz schön sauer aufgestoßen ist, hätte ich wohl sogar 4 Sterne gegeben. Dafür will ich nun trotzdem wissen, wie es ausgeht, auch wenn ich Celaena noch immer für eine Mogelpackung halte.

Fazit: Fehlte einem in Band 1 der Kick, kann man sich vor allem ab der Hälfte in "Throne of Glass - Kriegerin im Schatten" nicht mehr beschweren. Es ist eine Fortsetzung, die sich entwickelt hat und auch mit seiner Liebesgeschichte den Auftakt um einiges toppt. Nichtsdestotrotz wird Celaena mit ihrem aufbrausenden und planlosem Verhalten wohl nie die Assassine sein, die ich mir gewünscht hätte. Aber die Richtung, in die Band 3 zu gehen scheint, sieht mir nach einer tollen Idee aus! Also ich bin nach dem sehr enttäuschenden Auftakt dann doch gefesselt und lasse mich gerne noch einmal eines besseren belehren.

3,5 Sterne


Geborgen. In unendlicher Weite: Band 3
Geborgen. In unendlicher Weite: Band 3
von Veronica Rossi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Versöhnlicher Abschluss, dem etwas der Pepp fehlt, 13. Juni 2014
Zum Inhalt: Nach den Ereignissen des zweiten Bandes sind Aria und Perry verletzt aber lebendig zurückgeblieben. Doch ihnen läuft die Zeit davon, die Ätherstürme werden immer schlimmer, Perrys Stamm ist auch am Rückzugsort bedroht. Sie beschließen deshalb zur Blauen Stille aufzubrechen, der Ort, der sie alle retten könnte. Allerdings sind sie nicht die Einzigen, ihre Widersacher haben bereits Vorbereitungen getroffen. Aria und Perry stehen schließlich vor einer folgenreichen Entscheidung. Sollen sie einen Handel eingehen, um den Clan zu retten?
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"Geborgen" ist der mittlerweile dritte und abschließende Band um Aria und Perry. Im Laufe der Reihe hatte es mir gefallen, dass die Autorin keinem typischen Dystopiehandlungsschema gefolgt ist, sondern einen realistischen Konflikt aus den Überlebenden außerhalb und den Überlebenden unter der Kuppel geschaffen hat. Im letzten Band spitzt sich dieser Konflikt zu. Für den Leser ist Perrys Stamm ein interessanter Blickwinkel, weil sie gerade zu keiner der beiden Gruppen gehören, sondern eher zwischen den Stühlen sitzen.

Für Perry ist es wichtig, dass seine Leute in Sicherheit sind und sie die Chance auf ein Leben ohne Ätherstürme haben. Das will jedoch sowohl Salbles Clan, als auch Kommandant Hess der Kuppelbevölkerung. Ihre Rettung ist deshalb hart umkämpft, nur wer den Machtkampf gewinnt, wird Frieden in der Blauen Stille finden.

Neben dem Hauptkonflikt dreht sich noch vieles um die Beziehung zwischen Perry und Aria, als auch Perrys Freundschaft zu Roar. Nach den Ereignissen des zweiten Bandes ist eine Distanz entstanden. Ich fand es sehr nachvollziehbar, wie sich Perry und Aria erst wieder Stück für Stück näherkommen und neu Vertrauen fassen müssen. Die beiden haben schon einiges zusammen durchgemacht, doch bestimmte Ereignisse müssen erst einmal verdaut werden. Ich finde, dieser Prozess hat noch ein gutes Stück Entwicklung in die Beziehung gebracht und mich Aria und Perry als Paar noch mehr mögen lassen.

Es ist realistisch, dass sich auch zwischen Roar und Perry eine Kluft aufgetan hat. Hier sieht man einen eindrucksvollen Vergleich, dass es eben doch einen Unterschied macht, ob man als Liebespaar oder Freunde wieder zueinanderfindet. Roars und Perrys Weg zu alter Freundschaft ist viel steiniger... Mir hat gefallen, dass die Ereignisse eben nicht spurlos an den Charakteren vorbeigehen. Auch der kleinste Charakter hat seine Reaktion und Empfindung zur Haupthandlung und sei es nur in einem kurzen Gespräch beigetragen. Am meisten hat mir Arias Entwicklung gefallen. Wenn man sie mit dem eher unsicheren Mädchen aus Band 1 vergleicht, hat sie wirklich viel an Erfahrung hinzugewonnen.

Auch wenn mir das Buch auf der Ebene zwischen den Charakteren wieder gut gefallen hat, konnte mich die Handlung einfach nicht vom Hocker reißen. Es ist durchgehend spannend, aber mir fehlte der große Knall, ein alles durcheinanderwerfende Ereignis, das einem abschließenden Band noch einmal das i-Tüpfelchen verpasst. Stellenweise gibt es zwar schwere Verluste und harte Folgen, doch manche Ereignisse waren mir dann einfach zu glatt. Alles in allem empfand ich es als ein sehr versöhnliches Ende, wenn auch nicht weltbewegend.

Fazit: "Gebannt", "Getrieben" und "Geborgen" ist eine Reihe, die mir nach dem ersten Band deutlich besser gefallen hat. Es ist eine Reihe, die sich durch ihren Verlauf von den typischen Dystopie- und Endzeitbücher abhebt. Ebenso hat mir stets gefallen, wie sich die Charaktere entwickeln und über sich hinauswachsen. Vor allem Aria. Nichtsdestotrotz fehlt mir persönlich noch der richtige Kick über z.B. Wendungen in der Handlung. Es ist zwar alles spannend gemacht, aber nicht wirklich schockierend oder überraschend. Für den Abschluss hätte ich mir in der Richtung noch etwas mehr gewünscht. Alles in allem eine empfehlenswerte Reihe!

3,7 Sterne


Blutrecht: Greatcoats
Blutrecht: Greatcoats
von Sebastien de Castell
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein starker Charakter in einer grausamen und faszinierenden Welt, 9. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Blutrecht: Greatcoats (Gebundene Ausgabe)
Zum Inhalt: Vor langer Zeit galten die Greatcoats als die angesehensten Männer des Königs. Magister, die durch das Land ziehen und Recht sprechen. Helden, die für Gerechtigkeit kämpfen und sich keiner Korruption beugen. Heute jedoch gelten sie als der letzte Abschaum. Die Verräter, die den König haben sterben lassen, ohne einen Tropfen ihres eigenen Blutes zu vergießen. Falcio ist Anführer einer kleinen Truppe verbliebener Greatcoats. Er hat eine letzte Mission seines ermordeten Königs zu erfüllen - koste es, was es wolle.
...

"Blutrecht" ist ein High Fantasy Roman eines noch eher unbekannten kanadischen Autors. Mich hat vor allem seine Erzählweise in den Bann gezogen. Für High Fantasy eher untypisch erzählt Anführer Falcio in der ersten Person von seinen Erlebnissen. Das führt dazu, dass das Buch von Beginn an unheimlich fesselt und man sofort in die Geschichte eintaucht, ohne sich von der Weltgestaltung erschlagen zu lassen. Seine Welt baut der Autor recht geschickt über Rückblicke auf, in denen Falcio zeitweise in Erinnerungen schwelgt. Man erfährt dadurch, weshalb er zu dem Menschen geworden ist, der er ist. Denn seine Erinnerungen sind oft der reinste Albtraum...

Zunächst wird man mit der Ausgangssituation konfrontiert: die Greatcoats sind in den Augen der Gesellschaft der letzte Dreck. War zuvor mit dem Tragen des Umhangs Ruhm und Ehre verbunden, werden sie nun auf offener Straße angespuckt. Für den Leser ist es die erste interessante Frage, warum ist das so? Wie kann eine Gruppe vom Heldenstatus zum Gespött des Volkes abstürzen? Und weshalb sind sie dem ermordeten König noch immer treu verbunden, obwohl sie es anscheinend waren, die ihn verraten haben?

Neben den Konflikten der Vergangenheit macht aber vor allem das Hier und Jetzt Falcios Geschichte aus. Und wie ich mich dabei amüsiert und wunderbar unterhalten gefühlt habe! Falcio stolpert mit seinen Begleitern Brasti und Kest von einer Prügelei in die nächste lebensbedrohliche Situation. Dass ihnen keiner über den Weg traut und ihnen niemand etwas Gutes will, spitzt die Sache nur noch weiter zu. Die Drei sind einfach ein Team und schaffen gerade dadurch oft das Unmögliche, nämlich zu überleben.

"Blutrecht" war für mich wie eine Achterbahnfahrt durch eine grausame und blutige Welt. Für dieses Buch sollte man nicht allzu zimperlich sein, dafür bekommt man fantastische Actionszenen und Kämpfe geboten. Falcio steht oft selbst am eigenen Abgrund und schafft es doch irgendwie weiterzugehen. Mal mithilfe seiner Kumpane, mal mit Hilfe von außen und mal dadurch, dass er an sich und seine Sache glaubt. In einem etwas zähen Abschnitt war leider etwas die Luft raus, danach hat der Autor mich dafür nicht mehr losgelassen!

Fazit: "Blutrecht" ist geladene Action mit einem faszinierenden Charakter im Mittelpunkt. Es ist kein High Fantasy Buch, das sich durch seine detaillierte Welt auszeichnet. Im Gegenteil, man erfährt im Grunde nur das, was man wissen muss. Dafür taucht man blitzschnell ein und kann erst wieder aufhören, wenn das Abenteuer vorbei ist. 450 Seiten geballte Action und Abenteuer mit einem Helden, der mir ans Herz gewachsen ist! Mir hat es unheimlich Spaß gemacht und ich freue mich schon darauf, Falcios Weg weiterzuverfolgen! Im September soll es bereits auf Deutsch weitergehen.


Written In Red: A Novel of the Others
Written In Red: A Novel of the Others
von Anne Bishop
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,80

5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das mich mit Ehrfurcht zurück lässt. So gut!, 9. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zum Inhalt: Es gibt Menschen und es gibt "The Others". The Others sind entweder Gestaltwandler, Vampire oder Elementare. Eines sind sie nicht, auch wenn sie so aussehen - menschlich. Sie besitzen das Land, sie besitzen die Macht und können den Menschen vorschreiben, wo sie zu leben haben und was sie abzugeben haben. Denn mit einem Fingerschnipp können sie ganze Städte auslöschen. Menschen sind nur geduldet, solange sie von nutzen sind. Meg ist eine Blutprophetin auf der Flucht, die sich in einem Courtyard versteckt. Hier gelten keine menschlichen Gesetze, hier zählen nur die Regeln der Others. Ein Neubeginn, doch nicht nur für Meg.
...

Nur wenige Autoren schaffen es, mich so zu überzeugen, dass ich hinterher am liebsten einen Tempel erbauen möchte, um sie anzubeten. Mit "Written in Red" hat Anne Bishop bewiesen, dass sie eine Meisterin der Weltgestaltung und der Erzählung ist. Viele Autoren machen den Fehler, den Leser mit ihrer Vorstellung zu erdrücken und ihm die Luft zum atmen zu nehmen. Frau Bishop lässt einen stattdessen Stück für Stück selbst die Welt entdecken, bis man sich am Ende dort genauso heimisch fühlt, wie ihre Charaktere. Hut ab, für das beste Setting, das ich seit Jahren gelesen habe!

Die ganze Weltgestaltung beruht darauf, was wäre wenn, nicht die Menschen am Ende der Nahrungskette stehen würden, sondern eine andere Spezies? Was wäre wenn, es Raubtiere geben würde, die innerhalb von Sekunden Hackfleisch aus einem Menschen machen? Und was wäre wenn, diese Raubtiere, the Others, die Menschen nur dulden, weil sie ihnen nützlich sind? Wie sähe das Zusammenleben auf engstem Raum aus? Zusammenleben aus Menschen und Kreaturen, die nur so aussehen, als ob sie menschlich sind. "Written in Red" ist die Antwort, und sie ist furchterregend, manchmal grausam, aber unheimlich genial.

In "Written in Red" dreht sich alles um eine Schnittstelle aus The Others und einzelnen Menschen. Die Schnittstelle heißt Courtyard und ist ein Ort, an dem Raubtiere und Beute aufeinandertreffen und Geschäfte machen können, ohne aufgefressen zu werden. Am besten lässt es sich mit den Shops beschreiben, die es dort gibt. Ein Buchladen namens "Howling Good Reads", der von Werwölfen betrieben wird. Oder ein Café namens "A little Bite", in dem man einen Happen zu sich nehmen kann, aber aufpassen muss, nicht selbst der Happen zu werden.

Hauptfigur Meg landet auf ihrer Flucht im Courtyard und trifft dort nicht nur zum ersten Mal auf the Others, sondern ist auch zum ersten Mal in ihrem Leben auf sich alleine gestellt. Meg ist eine Blutprophetin, die die Welt wie wir sie kennen, nur aus Bildern kennt. Es ist einfach urkomisch, wenn Meg versucht nicht aufzufallen und die einfachsten Dinge, auf eine seltsame Art und Weise löst. Umso amüsanter ist die Reaktion der Other auf sie, die zu Beginn überhaupt nicht wissen, was sie mit ihr anfangen sollen. Es ist eine stetige Entwicklung, in der Meg über sich hinauswächst, und beginnt Teil einer Gemeinschaft zu werden, die es als solche nie gab. Es ist der Beginn von etwas völlig Neuem, etwas Erstaunlichem. Und als Leser hat man die Ehre mitten dabei zu sein.

Fazit: "Written in Red" ist nicht nur verdammt gruselig und erschreckend, sondern hat auch jede Menge Freundschaft, Liebe und Entwicklung zu bieten. Vieles findet sich zwischen den Zeilen, liest sich aus zarten Fortschritten heraus und lässt einen voll und ganz mitfühlen. Selten bin ich so in eine Welt eingetaucht, dass ich meinte, mich mitten im Courtyard zu befinden. Noch Wochen später habe ich die Charaktere lebhaft vor Augen und kann es kaum erwarten, wieder ein gesamtes Buch mit ihnen zu verbringen. Absoluter Suchfaktor! Und meine Hochachtung vor dieser Autorin!


Obsidian, Band 1: Obsidian. Schattendunkel
Obsidian, Band 1: Obsidian. Schattendunkel
Preis: EUR 12,99

10 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Für Neueinsteiger oder Liebhaber von Romantasy, 30. Mai 2014
Zum Inhalt: Katy fängt gemeinsam mit ihrer Mutter noch einmal ganz von vorne an: neues Städtchen, neue Schule und völlig neue Umgebung. Zu Beginn ist Katy noch wenig begeistert, zu sehr vermisst sie ihre alte Heimat. Auf Drängen ihrer Mutter stellt sie sich bei den Geschwistern nebenan vor und wird von Daemon Black halb wieder hinausgeworfen. Seine Schwester Dee ist da ganz anders und wächst Katy schnell ans Herz. Doch Daemon scheint ein Problem mit ihr zu haben, nicht einmal befreundet soll sie mit Dee sein. Allerdings ist das nicht das einzig Seltsame an der Nachbarsfamilie.
...

Nein, nein, nein - so jedenfalls nicht. Bleibt mir nach der Lektüre von "Obsidian, Schattendunkel" zu sagen. Es war einmal vor langer langer Zeit, da erblickte ein Teenie Roman das Licht der Welt und setzte einen Trend, dem viele Projekte folgen sollten. Auch "Obsidian" merkt man diese Nähe an:

1. Neues Mädchen zieht in neue Stadt.
2. Katy ist anfangs eher schüchtern und hält sich selbst für keine große Schönheit, ist aber natürlich total hübsch. Obendrein ist sie eher der Stubenhocker und hat dank ihrer alleinerziehenden viel arbeitenden Mutter genügend Freiraum für Unsinn.
3. Sie trifft auf DEN Hottie des ganzen Universums, der aber eine ungeheure Abneigung gegen sie hat. Natürlich völlig aus der Luft gegriffen und unerklärbar.
4. Die Familie des Hotties ist, wie könnte es auch anders sein, von einem Geheimnis umgeben und Gesprächsthema Nr. 1 im ganzen Städtchen.
5. Es gibt eine herzensgute Schwester und für sie beste Freundin Dee (Alice).
6. Sie hat ein Händchen dafür in Situationen zu geraten, aus denen sie von IHM gerettet werden muss. Dauernd.
7. Letztendlich basiert der gesamte Plot darauf, dass Katy hinter das Geheimnis kommt und sich selbst Gefahren aus dieser Identität ausgesetzt ist. (Bella und die Vampire, selbst Ziel der Vampire)
8. Last, but not least: einen voll und ganz aufopferungsmäßigen Akt seitens Katy gibt's natürlich auch noch. (Bella die regelmäßig ihren Jägern in die Arme läuft, um die ganze Welt zu retten)

Zum Glück gibt es aber auch Unterschiede. Wie zum Beispiel, dass Daemon gar nicht in der Sonne glitzert! Spaß beiseite, wenn man schon so viele Ähnlichkeiten im Grundkonzept hat, sollte das eigene Außergewöhnliche, einen dann auch richtig vom Hocker reißen. Zu Beginn hat es mir gefallen, dass sich Daemon und Katy nicht die ganze Zeit anschmachten, sondern ordentlich die Fetzen fliegen. Das war unterhaltsam, das hat Spaß gemacht und ließ mich hoffen, dass es so bleiben würde. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Katy in das Geheimnis eingeweiht wird... (Keine Sorge, ich verrate es nicht^^).

An dieser Stelle musste ich feststellen, dass mich die Auflösung des Geheimnisses leider so gar nicht vom Hocker haut. Ebenso wenig, was die Autorin aus dem weiteren Plot gemacht hat. Zuvor wurde die Handlung von der Spannung getragen, wann Katy herausfindet, dass etwas nicht stimmt und was es schließlich ist. Als sie dann Bescheid weiß, war für mich leider die Luft raus. Statt mit neuen Handlungssträngen erneut Spannung aufzubauen, wurde ich mit zähen Dialogen eingelullt. Verglichen damit war die erste Hälfte des Buches die reinste Achterbahnfahrt! Es ist einfach schade, dass das Unbekannte einen größeren Reiz hatte, als die letztendlich gefolgte und ausgeschmückte Erklärung.

Hinzukommt, dass Katy kein einfacher Charakter ist. Anfangs fand ich es noch spritzig und unterhaltsam, mit der Zeit geht ihr Verhalten an den letzten Nerv. Man merkt irgendwie, dass sie zuvor kaum soziale Kontakte außer ihrem Blog hatte und im realen Leben wohl oftmals begriffstutzig und schrecklich naiv ist. Beleidigungen gehen ihr dafür umso schneller von der Zunge. Zum Ende hin war ich einfach nur froh, nichts mehr über sie lesen zu müssen. Dann lieber Apathie-Bella.

Fazit: "Obsidian" ist eines dieser Bücher, das sich mit seiner Grundstruktur unter viele andere bekannte Werke einreiht (Twilight, Göttlich verdammt, Finding Sky, Von der Nacht verzaubert usw.). Mir geht es mittlerweile leider so, dass ich nicht mehr die Freude und Faszination für DIE mystische Eigenschaft des Loveinterests aufbringen kann, wie noch mit 16 Jahren. Mochte ich zu Beginn noch die Fetzerein zwischen Katy und Daemon, hatte sich ab der großen Auflösung bei mir nur noch Langeweile breitgemacht. Gerade die Idee dahinter war das, was mich nicht überzeugen konnte. Auch Katy soll wohl einzigartig sein, dafür ist sie nicht immer einfach zu ertragen. Für meinen Geschmack ein Buch, das alles in allem nicht innovativ und faszinierend genug ist, als dass ich mehr über diese Welt erfahren will. Neueinsteiger oder Liebhaber des Genres haben vielleicht noch eher ihre Freude.


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