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Rezensionen verfasst von
Gurke2010

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Schwarzer Sand
Schwarzer Sand
von Kate Harrison
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

4.0 von 5 Sternen Ein ganz starker zweiter Teil!, 17. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Schwarzer Sand (Gebundene Ausgabe)
„Du bist echt noch jung Alice. So läuft das nicht auf der Welt. Nicht alle Geschichten haben ein Happy End.“ (S.221)

Und nicht alle Fortsetzungen können nahtlos an den Vorgänger anknüpfen, doch Kate Harrison hat mich mühelos wieder an den virtuellen Strand der verstorbenen Seelen katapultiert und den Sog gelungen verstärkt.

Am „Soul Beach“ ist nach Tritis Erlösung wieder Normalität eingekehrt und alle Bewohner genießen die stetigen Sonnenstrahlen und ihr Dasein in völliger Eintracht. Javier, der in der kleinen Inderin eine Art Schwesterersatz gesehen hatte, findet in Greta eine Ablenkung von dem Trennungsschmerz und öffnet sich Alice gegenüber mehr über seine Vergangenheit, die alles andere als rosig war. Als Megans ehemalige Mitbewohner zu einer Parade nach Barcelona reisen wollen, sieht Alice darin die Gelegenheit um Javiers Mordfall aufzuklären und ebenfalls in die spanische Sonne zu fliegen. Meggie wird sie in dieser Zeit kaum vermissen, denn ein neuer (männlicher) Bewohner am Strand nimmt ihre ganze Aufmerksamkeit in Beschlag. Neben dem Tatendrang endlich Javiers Tod zu sühnen, begleitet die Protagonistin aber auch die Angst vor Meggies Mörder, denn sie ist sich ziemlich sicher, dass der Feind sich als Freund verkleidet und immer in ihrer Nähe ist.

Der zweite Teil „Schwarzer Sand“ gefällt mir in der Gesamtheit fast noch besser als der Auftakt der Trilogie, weil die ständige unsichtbare Gefahr durch den Mörder oder die Mörderin stärker herausgearbeitet wurde und im Trubel der belebten spanischen Straßen einen Höhepunkt erreicht. Die Einschübe aus der Gedankenwelt des Mörders werden zudem immer bedrohlicher und sind ein zusätzlicher Adrenalinkick.
Wer glaubt nach dem Mittelteil schon den „Bösen“ auf dem sprichwörtlichen Silbertablett serviert zu bekommen, wird zwangsläufig enttäuscht werden, aber die Autorin legt viele Fährten, die uns am Schluss doch eine gewisse Sicherheit bei der Täterfrage geben. Sahara, Meggies beste Freundin, die allerdings kurz vor dem tragischen Tod im Streit auseinandergingen, sowie Lewis, Alice guter Kumpel mit nerdigen Phasen und Zoe, welche die Leiche von der jungen Frau fand, stehen alle im Fokus und im regelmäßigen Wechsel schwankt man als Leser zwischen Gewissheit und völliger Ungewissheit – die Motive hätte Jeder und doch Niemand.

Viel und oft am Soul Beach hält sich Alice wegen einem verhängten Computerverbot von ihrer Mutter nicht auf, was ein bisschen schade ist, aber auch positive Seiten hat, da die Protagonistin wieder mehr am realen Leben teilhat und nicht von Danny, ihrer großen aber toten Liebe, schwärmen kann.

Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt und vergebe 4,5 Sterne für einen Roman, der sich nicht auf den Lorbeeren des Auftakts ausruht und weit mehr als ein schnöder Lückenbüßer für das hoffentlich spannende Finale ist.


Restlos!: Clever kochen mit Resten
Restlos!: Clever kochen mit Resten
von Hildegard Möller
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Mit den Resten nur das Beste, 11. April 2014
Wer hat sich nicht schon einmal darüber geärgert, dass der Kühlschrank zwar einigermaßen voll ist, aber nur traurige Reste von den letzten Schlemmer-Tagen zu bieten hat?
Für den Müll sind diese Produkte meist zu schade und die allseits beliebte „Biotonne auf vier Pfoten“ verträgt nicht alles. Eine sinnvolle Verwendung findet sich spontan nur in den seltensten Fällen, wodurch die Entscheidung verschoben wird und man kurz darauf verschimmelte oder ungenießbare Lebensmittel dann doch wegschmeißen muss.
Das ist ärgerlich für den Geldbeutel und eine Verschwendung von Rohstoffen, der Hildegard Möller den Kampf angesagt hat.

Die Einleitung mit der Überschrift „Vorratshaltung“ ist eine Wiederholung von gängigen Tipps, die sich mit einer guten Lagerung im Kühlschrank oder der Speisekammer befassen und davor warnen hungrig einkaufen zu gehen, weil dann der Magen und nicht die Vernunft den Wagen vollpackt. Neues wird dort zwar nicht erzählt, aber die Rezepte danach haben durchaus Potenzial und decken den kleinen Hunger ebenso ab, wie vollwertige Menüs für die ganze Familie.

Unterteilt ist das Kochbuch in die Kapitel:
- Gemüse restlos genießen
- Kartoffeln, Nudeln & Reis
- Brot – eine zweite Chance
- Fleisch, Geflügel & Fisch
- Früchte & Beeren

Die Rezepte werden verständlich und ausführlich erklärt, sowie in den meisten Fällen mit Bildern illustriert. Neben den Zutaten der Kategorie „Reste“, die über gekochte Kartoffeln über altbackenes Brot oder sogar vermeintlicher Gemüseabfall, wie Radieschenblätter oder Möhrengrün, hinausgehen, wählt die ehemalige Küchenchefin hauptsächlich Gewürze, die sowieso jeder Haushalt vorrätig hat, sodass der Resteverwertung nichts im Wege steht. Etwas schade ist, dass bei manchen Vorschlägen dann gleich wieder Reste auftauchen, wie beispielsweise 50g Frischkäse oder Creme Fraiche. Als besonders positiv habe ich dagegen die Hinweise am Rand der Seiten empfunden, die zum Beispiel für Vegetarier eine fleischlose Variante umsetzt!

Bei der Gestaltung hat der Kosmos-Verlag genau meinen Geschmack getroffen, da viele gedeckte Braun- und Grautöne die Wärme einer heimeligen Großküche ausstrahlen und das bodenständige Hausfrauenwissen der kreativen Gerichte hervorhebt. Meine persönlichen Highlights sind vorläufig die „Spaghetti-Nester“ (S.78/79), die jeden Kindergeburtstag bzw. uninspirierte Bratnudeln mit wenigen Handgriffen aufpeppen und „Grüne Pfannkuchen mit Kräutercreme“ (S.32/33), welche ebenfalls unkomplizierte herzustellen und ratzfatz verputzt sind. Die „Quarknocken mit Erdbeersoße“ (S.124/125) waren zwar geschmacklich ebenfalls in Ordnung, aber der Aufwand ist mir in diesem Fall für das mittelmäßige Ergebnis zu groß gewesen. Aber die Liste der wartenden Rezepte ist noch lang und die nächsten Reste türmen sich bestimmt bald wieder in meiner Küche.
Dieses Kochbuch ist gleichermaßen für Anfänger wie für Experimentierfreudige zu empfehlen, und das auch dann, wenn keine Reste im Haus sind!


Valhalla: Thriller
Valhalla: Thriller
von Thomas Thiemeyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolles Szenario im verseuchten Eis, 11. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Valhalla: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Hannah Peters forscht gerade in der kambodschanischen Wüste, als sie einen Anruf von ihrem amerikanischen Mäzen Stromberg erhält, der sie für ein neues Projekt einsetzt möchte – in Spitzbergen, Norwegen. Obwohl ihr Forscherherz bei der Erwähnung einer uralten Stadt vor jeglicher archäologischen Zeitrechnung in der Besiedlungsgeschichte höher schlägt, ist sie dennoch zwiegespalten, denn ihr Partner John Evans ist nicht mit zu der abenteuerlichen Reise eingeplant und Hannah hasst die eisige Kälte in der Polarregion. Platons geheimnisvolle Verweise auf die sagenumwobene Stadt Hyperborea, die selbst das versunkene Atlantis langweilig erscheinen lässt, sind dann aber doch die richtigen Argumente und lässt die gebürtige Deutsche alle Zweifel vergessen. Kurz darauf wird das gesamte Forscherteam durch einen bösartigen Virus qualvoll getötet, dem nur Hannah auf glückliche Weise entkommt. Dieser Virusstamm ist alt, überlebt in den Gletschern perfekt konserviert und kann das Leben auf der Erde in minutenschnelle auslöschen – es ist das Werk der Nazis, die eine wahnwitzige Idee verfolgten und nun von den ehrgeizigen Russen fortgeführt werden soll! Hat Hannah mit ihren Freunden dagegen überhaupt eine Chance?

Von Thomas Thiemeyer kannte ich bisher nur die erfolgreiche „Eden-Reihe“, weshalb ich fälschlicherweise davon ausging, dass uns mit „Valhalla“ ein Jugendthriller erwartete - dem war allerdings nicht so. Nichtsdestotrotz hat diese Information meinen Lesespaß nicht vermindert, denn einordnen würde ich dieses Buch irgendwo dazwischen. Der Schreibstil von dem Autor ist ein Augenschmaus, der uns wunderbar flüssig durch die Zeilen trägt und selbst schwierige, wissenschaftliche Passagen mit einer Leichtigkeit vermittelt, die ich sonst nur aus dem Genre für jüngeres Publikum gewöhnt bin. Auch bei den vereinzelten Kampfszenen oder kurzen Ausflügen in John und Hannahs Liebeswelt bleiben die Beschreibungen sehr bedeckt, beinahe nüchtern, sodass ich nicht von einem harten Thriller für Erwachsene sprechen möchte, wenngleich das keineswegs ein Minuspunkt ist, da er zum Stil des Stuttgarters hervorragend passt.

Die eigentliche Story entführt uns dann in die mystische Welt der Archäologie, die durch den ernsten Hintergrund der biologischen Waffeneinsätze einen aktuellen Rahmen bekommt. Nach dem fulminanten Finale, welches vielleicht sogar etwas zu reißerisch war, habe ich es bedauert, dass die Fiktion nicht mit in die Realität getragen werden kann. Schließlich wäre eine Stadt unter dem Eis ein wahrer Touristenmagnet und nicht zuletzt eine Sensation, welche die Protagonistin mit ihrer begeisterten Art immer wieder auf die Leser übertrug.

Interessant war, dass der Autor eine kleine Schwäche für den tödlichen Abgang von lieb gewonnenen Charakteren aufweist. Solch einen Verschleiß habe ich schon lange nicht mehr erlebt, war aber ein gutes Mittel zur Steigerung der Dramatik und der Spannung, obwohl es mir bei einigen doch sehr Leid tat.

Hannah war zudem eine bodenständige Protagonistin, die durch ihr fortgeschrittenes Alter (Mitte 40) eine erfrischende Abwechslung zu sonst weiblichen Handelnden war, die meist mit Teenie-Problemen um die Aufmerksamkeit buhlen und die ich gerne wieder begleiten würde – egal ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft. :-)


Vulkanjäger: Roman
Vulkanjäger: Roman
von Katja Brandis
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

4.0 von 5 Sternen Katja Brandis hat mein Feuer für die Vulkane geweckt, 11. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Vulkanjäger: Roman (Gebundene Ausgabe)
Begeisterung ist ein Vulkan. In seinem Krater wächst kein Gras des Zauderns. (Khalil Gibran)

Jemand, der auch nicht zaudert, ist Jan Benderts Vater André, ein Vulkanologe mit Leib und Seele, der seinen Sohn, den er die letzten 16 Jahre stark vernachlässigt hat, zu seinem nächsten Trip einlädt – nach Hawai, Indonesien und all die Hot Spots der Vulkanjäger. Erster Halt auf ihrer Reise zu faszinierenden Filmaufnahmen am Rand der magmaspuckenden Ungetüme ist Neapel, wo Jan sich Hals über Kopf in die Einheimische Giulia verliebt, die dort als Verkäuferin in einem Souvenirgeschäft arbeitet. Leider nimmt die Arbeit keine Rücksicht auf Gefühle und so trennen sich die Wege der beiden Turteltauben schon nach kurzer Zeit wieder, ehe sich der Protagonist im Abenteuer seines Lebens wiederfindet und vor gefährlichen Aschewolken und Lavaströmen in panischer Angst flieht. Niemals würde er sich je freiwillig wieder so nah an Naturgewalten heranwagen, bis der Vesuv zu grummeln beginnt und Giulia am Fuße des Hanges unbedarft einen Geburtstag feiert.

Katja Brandis Schreibkunst habe ich schon durch den Jugendroman „Schatten des Dschungels“ kennen gelernt, der wie auch ihr neuestes Werk durch hervorragende Rechercheleistung punktet und das Geschehen mit sehr lebhaften Sätzen und Erkenntnissen schmückt. Neben dem hohen Unterhaltungsfaktor, der durch die brenzligen Situationen mit Spannung aufgeheizt wird, erfahren wir jede Menge Wissen über Vulkane insgesamt, sowie ihre Zerstörungswut in Pompeji, Riten rund um die Besänftigung der Göttin Pele, und Frühwarnsystemen. Beim Lesen packte mich der Wunsch einmal selbst mit einem speziellen Handschuh in die Lava zu greifen oder einfach glühende Schwefelfelder zu besichtigen, obwohl ich dem Nervenkitzel, der damit einhergeht vermutlich nicht gewachsen wäre.

Ein Minuspunkt an der Geschichte war eindeutig die etwas aufgezwungene Liebesgeschichte im schönen Neapel. Was als unverfänglicher Urlaubsflirt begann, entwickelt sich bei der Autorin in Windeseile in die größte Liebe, die Italien seit Romeo und Julia je gesehen hat und für diesen sonst sehr hochwertigen Jugendroman viel zu ausgelutscht ist. Ein Junge darf schließlich mit seinem Vater auch einfach nur die Zweisamkeit genießen und trotzdem dabei das jüngere Publikum interessieren.
Ebenfalls ist der Höhepunkt in Jans Familienstory auf hoher See nicht ganz rund, wodurch ich nach dem Epilog noch immer wie in einem kleinen Boot schaukelte und der Hintergrund, der sich auf die Berufsgruppe, der Vulkanologen allgemein bezieht, nicht bei mir ankam. Erst durch das sehr persönliche und informative Nachwort bin ich praktisch vom Dampfer gestiegen.

Nichtsdestotrotz konnte mich Katja Brandis wieder mitreißen und ich hoffe, dass ihr Mut zu Büchern mit dem federleichten Wissensfaktor belohnt und ihr Erfolg wie ein Stratovulkan explodieren wird, denn „Vulkanjäger“ hat es sich redlich verdient.


Empfindliche Wahrheit
Empfindliche Wahrheit
von John le Carré
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

3.0 von 5 Sternen Mein erster Carré überzeugt mich nur zum Teil, 11. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Empfindliche Wahrheit (Gebundene Ausgabe)
In Gibraltar ist eine streng geheime Mission unter dem Decknamen „Wildlife“ geplant, die einen Terrorboss von höchster Wichtigkeit dingfest machen möchte. Beteiligt sind amerikanische Söldner ein Minister, britische Soldaten, die für diesen Einsatz aus den Akten gestrichen wurden, sowie Paul Anderson, der kurz vor der Pension noch einmal einen echten Coup über die Bühne bringen will. Obwohl vieles nicht wie geplant läuft, sind die Auftragsgeber danach zufrieden und schicken ihren Mittelsmann Paul zur Belohnung zu einem Auslandsaufenthalt in die Karibik und erheben ihn in den Adelsstand. Stutzig wird nur seine schwer kranke Ehefrau, die drei Jahre später bei einem zufälligen Treffen mit einem Beteiligten der damaligen Aktion über einen Kollateralschaden erfährt, der alles in einem neuen Licht erscheinen lässt. Paul Anderson nimmt für sein Seelenheil daraufhin Kontakt zu dem ehemaligen Privatsekretär Toby auf, der eine Spur verfolgt, die tief in einen Korruptionssumpf führt.

„Empfindliche Wahrheit“ war mein erster Carré, sodass ich mit einem etwas mulmigen Gefühl in das Buch gestartet bin, schließlich ist der Autor für seine anspruchsvolle und höchst aktuelle Literatur bekannt. Das erste Kapitel war dann aber keineswegs trocken oder vollgestopft mit politischem Wissen, sondern temporeich und durch die heikle Situation auf dem britischen Hoheitsgebiet für einen Thriller sehr würdig. Leider folgte dann ein Rückblick, wodurch sich das Geschehen über mehrere Seiten (fast 1/3 des Buches) hinter geschlossenen Türen abspielte und mich leider nicht erreichte. Obwohl das unsaubere Treiben der Ministerien, die anscheinend eine unendliche Narrenfreiheit besitzen für die Leser wirklich empörend war, wird es erst durch den drastischen Gegenpol in Form eines Ortswechsel in die eher ländlichen Regionen deutlich. Denn diese Szenen machten beinahe den Eindruck eines Zeitsprungs in die Vergangenheit, weil die Menschen dort noch bodenständig und korrekt ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen und gegen das Großstadtchaos herrlich beruhigend waren.

Mit den Charakteren konnte ich lange keine Bindung aufbauen, wodurch mir der Ausgang der Geschichte größtenteils herzlich egal war. Durch den späteren Fokus auf den sehr interessanten Charakter des Toby Bell gelang das Mitfiebern immer besser und der Spannungsverlauf steigert sich nach dem kleinen Durchhänger im Mittelteil zusehends. Die kleinen verstreuten Verweise auf die korrekten Sicherheitsvorkehrungen, beispielsweise niemals das erste vorbeifahrende Taxi zu besteigen oder der ideale Ort zum Verstecken von brisanten Material waren für mich das i-Tüpfelchen bei dem Spionagethriller, was gerne noch ausführlicher behandelt werden dürfte. Selbst Humor baut der Autor vereinzelt in den eher steifen Ernst der Realität ein, was für mich die wohl überraschendste Erkenntnis nach der Lektüre war.

So schnell werde ich zwar keinen Carré mehr lesen wollen, da das Buch einige Hänger hatte und nicht durchweg das Niveau durch leichte Absonderlichkeiten halten kann, aber hochwertige Literatur mit einem treffenden Schreibstil gespickt mit knallharter Ehrlichkeit ist definitiv sein Steckenpferd.


Survivor Dogs. Die verlassene Stadt: Band 1
Survivor Dogs. Die verlassene Stadt: Band 1
von Erin Hunter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

4.0 von 5 Sternen Von diesen Hunden können wir noch etwas lernen, 26. März 2014
Lucky, ein Sheltie-Retriever Mischling, ist ein aufgewecktes Kerlchen, denn als Straßenhund hat er sich für lange Zeit alleine durch die Gegend geschlagen – immer auf der Hut vor bösartigen Menschen, die der Protagonisten-Hund „Langpfoten“ nennt. Der Hunger war sein ständiger Begleiter, auch wenn er von einem alten Freund erfolgreich im Jagen unterrichtet wurde und ihm das Betteln mit schief gelegtem Köpfchen manchmal eine Leckerei eingebracht hat. Irgendwann hat es der Hundegott dann aber doch schlecht mit dem kleinen Streuner gemeint, denn er wurde von Hundefängern eingesperrt und musste im Tierheim mit unzähligen Artgenossen vor sich hin vegetieren. Am Tag des „Großen Knurrers“, der die Erde erbeben ließ, stürzt das Gebäude der gefangenen Fellnasen ein und lediglich Lucky und seine Käfignachbarin Sweet können sich retten. Die ganze Stadt ist ein Trümmerhaufen und alle Menschen sind vor dem Chaos geflohen – ohne ihre Haustiere und Habseligkeiten. Nun heißt es wieder zu überleben auf eigenen Pfoten, bis Lucky auf ein Rudel stößt, welches alle seine Vorsätze als Einzelgänger auf eine harte Probe stellt.

Nachdem ist von Erin Hunter nur die „Warrior Cats“ Reihe kannte, war ich sehr gespannt auf die Abenteuer der besten Freunde des Menschen, die vom Charakter durchaus anders agieren, als die stolzen Samtpfoten.

In den Schreibstil konnte ich mich sofort wunderbar fallen lassen, da hier den „Survivor Dogs“ eine sehr einfache und tiergerechte Wortwahl in die Schnauze gelegt wurde, die sich in Verbindung mit den eher groß gedruckten Zeilen (der Zielgruppe entsprechend) flott weglesen lässt. Als besonders herausragend aus der Masse der Tierromanen habe ich die Kreativität der Wortschöpfungen empfunden, die sich mir zwar nicht immer auf den ersten Wuff ersichtlich zeigen, aber sich dann doch ziemlich schnell aufklären – Kinder werden da bestimmt ohne Probleme hinter die Anspielungen schauen. Beispielsweise sind unsere röhrenden Autos aus Luckys Sicht zu Recht „Lärmkasten“ und die Nachtstunden eine „Ohnesonne“, sodass wir Leser immer wieder überrascht werden und über die Logik der klaren Worte staunen können.

Der Sheltie trifft auf seinem Weg als Einzelgänger interessante Vierbeiner, die schrecklich böse oder zahm und liebreizend personifiziert werden – einen Weg dazwischen gibt es nicht. Teilweise etwas nervig habe ich die kleinen Alpha-Raufereien rund um den heimlichen Rudelführer Lucky und seine Wurfschwester Bella empfunden, der er unterwegs begegnet und ihr plus ihren Freunden in der harten Realität außerhalb der sicheren vier Wände hilft. Obwohl sie selbst über keinerlei Erfahrungen verfügt, drängt sie sich gerne vor ihren Bruder und führt damit im Mittelteil beinahe alle in den Tod. Insgesamt ist der bunte Haufen mit der scharfen Beutenase, den Schwimmhäuten zwischen den Pfoten und der Schnelligkeit einer Antilope aber ein Rudel mit Kuschelfaktor, deren Abenteuer ich auch gerne noch über mehrere Staffeln verfolgen möchte. Die „Survivor Dogs“ haben die „Warriors Cats“ also würdevoll beerbt. :-)


Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra
Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra
von Robin Sloan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen "Festina Lente" - Eile mit Weile, 12. März 2014
Clay Jannon ist Webdesigner und arbeitslos, nachdem die Rezession ihre unerbittlichen Kreise gezogen hat. Auf der Suche nach einem Aushilfsjob findet er zufällig eine dunkle, staubige Buchhandlung, die 24 Stunden geöffnet hat und für die Nachtschicht einen Verkäufer sucht. Der Besitzer Mr. Penumbra gibt dem jungen Mann eine Chance und stellt als höchste Regel allerdings auf, dass Clay niemals in die Werke der hinteren Abteilung schauen dürfte. Dort stehen nämlich die heimlichen Schmuckstücke des Geschäfts, die nur von einem ausgewählten Klientel ausgeliehen werden, um ein Jahrhunderte altes Geheimnis zu entschlüsseln. Viel mehr Kunden verirren sich in die sonderbare Buchhandlung jedoch nicht und so wird der Protagonist eines Nachts doch schwach und bricht die oberste Regel, wodurch er einen Stein ins Rollen bringt, der selbst eine Supermacht wie Google in Knie zwingt und unsterblich machen kann!

Im Präsens geschrieben führt uns Clay durch sein wunderbares Abenteuer, welches die Welt der Bücher mal von einer ganz neuen – der modernen – Seite betrachtet und gleichzeitig nicht die Anfänge rund um den wegweisenden Buchdruck außer Acht lässt. Der Autor preist immerfort durch den Mund der hübschen Weggefährtin Kat Potente die Vorzüge einer technisch dominierten Gesellschaft an, der durch den Fortschritt keinerlei Grenzen gesetzt werden. In Teilen war dies ein regelrechter Lobgesang auf Google, Apple & Co. und doch etwas extrem, was dem Autor, einem ehemaligen Mitarbeiter von Twitter, aber vermutlich nicht aufgefallen ist. Man kann zu dem Gedanken kommen, dass wir ohne die Online-Suchmaschine aufgeschmissen wären, was für mich keine schöne Vorstellung ist, da ich mich noch immer den ebooks verweigere und mich vor einer solchen Zukunft sträube. Aus diesem Grund war das Finale eine besonders nette Demonstration von herkömmlichen Tugenden und bringt die Balance aus Vergangenheit und Zukunft wieder ins Lot.

Die Handlung einmal losgelöst von den aktuellen Methoden wird dagegen jeden Büchernarren begeistern, da Robin Sloan hier einen der wenigen Romane der Kategorie „Bücher über Bücher“ veröffentlicht hat, mit einer Bandbreite von Charakteren, die individueller sind, als es ein Computer jemals sein mag. Schließlich erwartet den Leser eine Schnitzeljagd von großer Tragweite, die eine Mischung aus Dan Brown Elementen eingebettet in ein sektenähnliches Gefüge und der ausdrucksstarken Sprache eines Walter Moers beinhaltet.

„[...] ich glaube allmählich wirklich, dass die ganze Welt nur eine Patchworkdecke aus lauter verrückten kleinen Sekten ist, die alle ihre eigenen geheimen Orte, Archive und Regeln haben.“ (S.309)

Dieses Buch ist definitiv eine verrückte Patchworkdecke aus allen Sparten, die gelungen umgesetzt wurde und mit Clay und seinem Team aus Freunden und dem kauzigen Penumbra einen Helden samt spritziger Gedankengänge, die zum Lachen reizen, verspricht.


Süß ist der Tod
Süß ist der Tod
von Emma Conrad
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein humorvolles Frauen-Krimi-Wunderwerk vor traumhafter Kulisse, 11. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Süß ist der Tod (Broschiert)
„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie was man bekommt.“

Dietmar Molitor liebt Belgische Pralinen über alles und kann sich nach seinem 65. Geburtstag über zahlreiche Präsente in schokoladiger Form freuen. Während eines Interviews mit der freiberuflichen Journalistin Constanze Freitag bezüglich eines Zeitungs-Portraits der Familie verspeist er diese genüsslich und vergisst dabei seine guten Manieren, denn anbieten tut er seinem Gast von der „Kaiserslauterer Morgenpost“ keine. Als der Geschäftsführer nur wenige Minuten später mausetot in seinem Chefsessel hängt, wird schnell klar, dass hier ein hinterhältiger Pralinen-Mord ausgeheckt wurde. Als Journalistin ist es für Constanze eigentlich ein Glücksfall, doch von der Polizei bekommt sie einen Maulkorb verpasst und soll dafür lieber im Auftrag der Molitors, sowie ohne deren Wissen auch für die Staatsgewalt heimlich ermitteln. Dabei ist sie überhaupt keine geborene Detektivin und nach der zweiten Leiche, einer Hauptverdächtigen, sogar kurz davor alles hinzuschmeißen.

Heike Abidi hat mir unter ihrem Pseudonym Emma Conrad ganz außergewöhnliche Lesestunden beschert, die mich gebannt von einem Kapitel zum nächsten blättern ließen. Das besondere an ihrem Schreibstil ist der Mut zum Brechen von starren Erzählweisen, denn bei der Autorin zeigt jede Person einmal einen Einblick in ihre Gefühlswelt, wodurch wir mit vielen Perspektivenwechseln, aber somit auch niemals Langeweile konfrontiert werden. Außerdem zeigt sich hier deutlich das Handwerk einer Werbetexterin, denn immer wieder werden lustige Kolumnen der Protagonistin eingestreut, die sich mit kleinen Problemchen bis hin zu den essentiellen Fragen des Lebens befassen. Als krönendes Sahnehäubchen endet bzw. beginnt jedes Kapitel mit einer Email der Ehefrau bzw. des Gatten aus der Freitägischen Familie, da sich die beiden momentan wegen eines Forschungsprojekts mit einer elektronischen Fernbeziehung begnügen müssen. All diese stilistischen Mittel fügen sich zu einem lockeren Mix zusammen, die nur durch das irre Verwirrspiel rund um den oder die Täter getoppt werden. Bis zum Schluss war ich auf einer falschen Fährte und davon sät die gebürtige Birkenfelderin reichlich, sodass ich selbst der Witwe, dem Sohn, der Putzfrau, etc. die vergiftete Kalorienbombe zugetraut hätte.

Über die Handelnden persönlich will ich gar nicht mehr viel sagen, da man sich von ihren netten Marotten besser überraschen lassen sollte. Der Spruch auf dem Buchrückseite „Miss Marple trifft Bridget Jones“ hat aber einen wahren Kern, denn in Tante Doro schlummert eine Schnüfflerin mit faszinierenden Hausfrauenfähigkeiten und Kommissar Kaiser ist mit seinem Faible für alles Zuckerhaltige eindeutig ein männliches Pendant der Britin.

Zusammengefasst kann ich „Süß ist der Tod“ nur ein humorvolles Frauen-Krimi-Wunderwerk nennen, was die Bedürfnisse nach spannendem Rätselraten und harmonischer Wohlfühlatmosphäre gleichzeitig vollkommen erfüllt! Es war definitiv mein Highlight im März und ich würde mir eine Fortsetzung in der schönen Pfalz mit lieb gewonnenen Charakteren so schnell wie möglich wünschen. :-)


Giftmorde - 15 tödliche Anleitungen
Giftmorde - 15 tödliche Anleitungen
von Andreas M. Sturm
  Broschiert
Preis: EUR 12,00

4.0 von 5 Sternen Giftig-gute 4,5 Sterne für diese Anthologie, 7. März 2014
„Die Einsamkeit ist wie der Duft einer Giftpflanze, süß, aber betäubend und mit der Zeit geradezu verderblich.“ (Friedrich Spielhagen)

Nicht alle Menschen in der neuen Anthologie aus dem fhl-Verlag sind einsam, manche tragen auch einfach nur einen hohen Grad an Verbitterung in sich oder wollen nach dem Tod des unliebsamen Ehegatten ein besseres Leben führen – mit der Kraft der unerbittlichen Pflanzenwelt. Sie alle wollen morden, aber nicht plump und blutig, sondern still, heimlich und überaus fies!

Das erste, was beim Durchblättern der Sammlung auffällt, sind die schwarzen-weißen Bilder der jeweiligen Todesbringer, sodass jeder Leser sich den botanischen Vertreter vorstellen kann. Positiv kommt hinzu, dass es keine Doppelungen gibt, da jedes Gewächs nur einmal zum als giftige Zutat verwendet wird. Somit ist für reichlich Abwechslung gesorgt, weil viele Symptome unterschiedlich in Erscheinung treten oder die Dosierung den Betreffenden vor ein Problem stellt und manches Verderben im letzten Moment die Seiten wechselt.

Als Herausgeber steuert Andreas M. Sturm selbst zwei gelungene Kurzkrimis bei, sodass wir insgesamt 14 Autoren bei ihren Fähigkeiten als Giftmischer bestaunen dürfen. Die Auswahl ist bei solch einer Sammlung natürlich entsprechend bunt gemischt und wartet mit einigen Überraschungen auf. Speziell im Gedächtnis ist mir das märchenhafte Stück „Eibe: So rot die Lippen“ von Petra Tessendorf geblieben, da es mich in Teilen an ein böses Schneewittchen Pendant erinnerte und wirklich herausstach. Ebenfalls für meinen Geschmack außergewöhnlich war Ingrid Schmitz' „Rizinus: Lass uns sterben“ bei der die Liebe von Senioren ein überraschendes Ende nahm. Um meine persönliche Top 3 abzurunden, würde ich Jan Flieger mit „Digitalis: Die Löwin“ nennen wollen, da die Botschaft für Tierfreunde trotz der Brutalität ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Nichtsdestotrotz war keine Geschichte wirklich schlecht, sondern viel mehr im guten bis hervorragenden Mittelmaß, wodurch ich die Anleitung in Buchform gerne weiterempfehlen möchte und 4,5 Sterne vergebe. Die Autoren haben es auf jeden Fall geschafft den Blick für die grüne Wunderwelt zu schärfen, denn es ist nicht alles bekömmlich, was in bunten Farben strahlt – diese Anthologie ist es aber definitiv und auch für den mehrmaligen Genuss geeignet. :-)


Die unterirdische Sonne
Die unterirdische Sonne
von Friedrich Ani
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

3.0 von 5 Sternen Eine Hölle, die teilweise ziemlich dröge ist, 5. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Die unterirdische Sonne (Gebundene Ausgabe)
Fünf Jugendliche, fast noch Kinder, wurden entführt, verschleppt und nun in einem tristen Kellergewölbe gefangen gehalten. Sie dienen als hilfloses Spielzeug für ihre drei Peiniger, deren pädophile Neigungen in purer Gewalt gipfeln. In ihrer persönlichen Hölle dürfen die unmündigen Opfer weder über ihre Erlebnisse dort „oben“ sprechen, noch sich über ihre Vergangenheit austauschen. Die erlebten Qualen laugen die zarten Pflanzen bis zur Quelle ihrer kindlichen Freude aus und nur die Solidarität untereinander brennt wie eine zittrige Flamme weiter für eine bessere Zukunft.

Der erste Akt ist durch diverse Personenwechsel leider sehr sprunghaft und dadurch in seinem Wesen eher holprig. Es hat schon erhöhte Konzentration gefordert, um die Personen auseinanderzuhalten, was der Spannung leider nicht zuträglich war. Im zweiten Akt flacht die Handlung dann ab, weil die Kinder in ihrer Verzweiflung und Wut zu keiner Auflehnung mehr fähig sind und nur krampfhaft versuchen ihre Würde zu behalten, während sie die Wände anstarren oder sich auf den Matratzen zusammenkauern – Träume und Hoffnungen sind zu diesem Zeitpunkt bereits gestorben. Der Roman punktet hier lediglich mit den schweren Selbstmordgedanken der Jugendlichen, die sich wie bleierne Gewichte über die Zeilen legen. Obwohl in diesem Mittelteil der Höhepunkt der Geschichte zu finden, indem ein Mitglied grob aus ihrer Gemeinschaft gerissen wird, war es für meinen Geschmack der schwächste Abschnitt. Lediglich im dritten Akt scheint es so, als würde der Autor seinen Stil ordnen und die Kinder wie Phönixe aus der Asche aufsteigen lassen. Schade, dass nicht der gesamte Roman so reizen konnte, wie die letzten circa 60 Seiten.

Meine größte Schwierigkeit war es wohl nach einiger Zeit ohne weitere Andeutungen zu den schlimmen Misshandlungen am Ball zu bleiben. Wir Leser wurden teilweise zu den stillen Beobachtern hinter der Kamera, die über der Kellertür hängt, degradiert und haben die gequälten Seelen nur aus der Ferne beobachtet. Da diese sich auf ihren wenigen Quadratmetern nicht entfalten können, wirkte es auf mich wie ein ständiger Blick in den Käfig der Löwen im Zoo. Die Tiere laufen dort auch apathisch im Käfig herum, aber nach einer Weile stumpft das Interesse daran ab. Friedrich Ani hat für mich hier eindeutig zu wenig Input gegeben. Er lässt die Gefangenen sogar Märchen erzählen, die ihr eigenes Schicksal in Metaphern verpacken, da es ihnen verboten ist darüber zu sprechen. Eigentlich ist diese Idee ganz nett, ja sogar philosophisch, aber dadurch nimmt das Buch noch mehr an Fahrt ab und ich konnte mich nach dem langwierigen Trott nicht mehr darauf einlassen, sodass die Wirkung nicht ankam.

Ich könnte mir vorstellen, dass LeserInnen, die selbst schon Kinder oder noch jüngere Geschwister haben für die Thematik sensibilisierter sind und das Kopfkino mit der Angst stärker ankurbelt. Mir persönlich fehlte schlichtweg die entscheidende Benennung des Schreckens. Da es sich aber um ein Jugendbuch handelt, war diese Wahl möglicherweise aber folgerichtig, denn die Wirkung der beklemmenden Situation kann auf junge Leser durchaus erschreckender und fesselnder sein. Die hintergründige Botschaft des Romans, dass man Fremden nicht trauen darf oder gar mit ihnen mitgehen sollte, ist allerdings eindringlich überliefert! In Zukunft werde ich dem Wahl-Münchner jedoch nur in seinen Krimis treu bleiben.


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