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Der Ursel (Deutschland)

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Come Away With Esg
Come Away With Esg
Preis: EUR 13,01

5.0 von 5 Sternen Zeitlos, 13. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Come Away With Esg (Audio CD)
Hauptsächlich bestehend aus vier New Yorker Schwestern veröffentlichten ESG 1983 dieses zeitlose funkige tanzbare Postpunk-Album und beinflussten damit eine Reihe von Genres. Ihre Beats wurden in den kommenden Jahren besonders gerne von verschiedensten HipHop-Künstlern gesampelt. Ich bin mir auch sicher das James Murphy von LCD Soundsystem diese Band schon einmal gehört hat.
Minimalistisch, oft nur mit Bass und Schlagzeug und ein wenig exaltiertem Gesang schafft es die Band mit ihren Rhythmen das kein Bein stillstehen kann. Funktioniert bestimmt auch heute noch in jeder (Indie-)Disko. Einzig der warme analoge Sound gibt einen Hinweis auf die Entstehungszeit dieser Platte. Das Album ist ein gutes Beispiel von vielen warum die 80er des letzten Jahrhunderts mit zu den spannendsten Musikperioden gelten müssen. Was man ja vom damaligen Mainstream der die Hitparaden vertopfte nicht gerade behaupten kann.
Leider sind die drei angegebenen Bonustracks der "You're No Good" Single in dieser Ausgabe doch nicht enthalten. Was der Qualität dieses Albums jedoch keinen Abbruch tut.


Reformhölle
Reformhölle

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kaum bekanntes stilprägendes Meisterwerk, 2. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Reformhölle (Audio CD)
"Reformhölle" erschien 1992 ungefähr zu der Zeit als eine junge aufstrebende Band namens Blumfeld mit ihrem Debüt "Ich-Maschine" auf sich aufmerksam machte. Aus diesem Anlaß erschien in der TAZ ein Artikel der für diese Art Musik mit u.a. anspruchsvollen, gesellschaftskritischen und deutschsprachigen Texten den etwas unscharfen Begriff "Hamburger Schule" prägte. Und das obwohl für die betroffenen Bands dieses vermeindliche Gleichstellungsmerkmal zweitrangig war. Es ging ihnen eher um die Musik, die trotz gleichem Schubladennamen oft sehr unterschiedlich war.

Cpt. Kirk &. zelebrieren auf diesem Album Untergrundrock voller Details mit Anleihen aus Jazz, Hiphop und auch mal minimalen Klavierstrukturen. Dazu die poetischen, persönlichen und politischen Texte (von völlig unintellektuellen Menschen gerne auch als "pseudointellektuell" diffamiert) von Tobias Levin ergeben eines der besten Alben aus deutschen Landen der 90er. Sowas gab es vorher nicht und nachher kamen eigentlich nur Kante (z.B.: "Zombi", "Die Tiere sind unruhig") die auf ähnlich hohem musikalischem Level Alben aufnahmen. Leider blieb es bei diesem einen Album, das kongenial deutsche Texte mit anspruchsvoller ungewöhnlicher Musik weitab aller Hitparaden verwob.

Der Sänger und Gitarrist Tobias Levin ist heute Studiobesitzer und taucht öfter mal als Produzent auf dem Booklet deutscher Produktionen auf.

Warum in aller Welt kann man ein solches Meisterwerk heutzutage nicht mehr offiziell erwerben? Ich geb die Hoffnung nicht auf die physische CD irgendwann doch mal zu einem vernünftigen Preis zu bekommen.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 18, 2013 11:10 AM CET


No One Can Ever Know
No One Can Ever Know
Preis: EUR 18,09

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tanzbare Trostlosigkeit, 2. März 2012
Rezension bezieht sich auf: No One Can Ever Know (Audio CD)
Nachdem auf den Vorgängern noch die Gitarrenwände dominierten sind es nun vermehrt düstere Synthie-Klänge mit denen The Twilight Sad eine Erneuerung ihres Sounds einleiten. Geblieben ist der klagende melancholische Gesang mit schottischem Akzent von Sänger James Graham, dessen etwas morbide Texte sehr gut dazu passen. Passend dazu wiederum ist auch das etwas unheimliche Cover des Albums und auch der schon letztes Jahr veröffentlichen Single "Sick". "No One Can Ever Know" ist ein Album mit jeder Menge waviger und postpunkiger Referenzen an die seeligen 80er georden. Weniger Hits, dafür ein Album wie aus einem Guß. Dunkel, trostlos und manchmal auch industrialmäßig metallisch kommt es daher. Kann man Anfangs die Songs nicht richtig fassen werden sie mit jedem Durchlauf greifbarer und melodischer.
Es wäre müßig einige Postpunk-Klassiker aufzuzählen die einem dazu in den Sinn kommen. Nichtsdestotrotz bleiben The Twilight Sad speziell und eigenständig. Für mich die bis dato beste Veröffentlichung der Schotten. Hier und jetzt: Viereinhalb Sterne. Keine Ahnung wie das in vier Wochen aussieht.

Anspieltipps: Dead City, Nil


Portico Quartet
Portico Quartet
Preis: EUR 12,97

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Genreübergreifend, 24. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Portico Quartet (Audio CD)
Das dritte Album von Portico Quartet ist ganz klar erst mal weniger zugänglich als die beiden Vorgänger. Es braucht mehr Zeit zur Entfaltung als diese, hat aber nicht weniger Klasse. War dort noch der besondere Klang der Hang, eine Art Steel-Drum und das warme Saxophon von Jack Wyllie vorherrschend nehmen jetzt zunehmend elektronische Soundtüfteleien, Loops und Samples Raum ein. Das liegt wohl mit am Neuzugang Keir Vine der neben Hang auch Synthesizer spielt und den Hangspieler Nick Mulvey ersetzt hat.
Minimalistische atmosphärische Klanglandschaften im experiementellen Grenzgebiet zwischen Jazz, Post-Rock und auch mal ein wenig Pop. Die vermehrten elektrischen Klänge erweitern den bis dahin schon sehr eigenen Sound der Band ungemein.
Waren alle Aufnahmen bis jetzt Instrumentalstücke hat die Gruppe jetzt erstmalig bei einem Lied mit einer Sängerin zusammengearbeitet. Mit Cornelia Dahlgren begibt sich das Portico Quartet gar in triphoppige Gefilde.
Da stellt sich dann irgendwann die Frage: Ist das überhaupt noch Jazz? Klare Antwort: Jein.
Das komplett live eingespielte Album dieser innovativen Band macht Lust darauf sie ebenso live in einem kleinen Club zu sehen.
Vier Sterne mit Luft nach oben von mir dafür.

Anspieltipps: Spinner, Steepless


Attack on Memory
Attack on Memory
Preis: EUR 23,72

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krachattacke, 5. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Attack on Memory (Audio CD)
Herrlich lärmen sich die Cloud Nothings durch knapp 34 Minuten und 8 Songs. Die Gitarren schrammeln und rocken was das Zeug hält. Besonders im fast neunminütigen "Wasted Days" wird gekrächzt und geschrien das es eine Pracht ist. Steve Albini hat in von ihm gewohnter Manier rau und roh produziert. Trotzdem gibt es natürlich feine Melodien unter all dem Geschrammel und Gelärme zu entdecken. Auch mir fallen die Pixies und ein wenig Nirvana ein ohne das es wie eine Kopie dieser Bands klingen mag. Wunderbar energetisches Album ganz entgegen dem elektronischen Trend, voll auf die Zwölf ohne ständig Vollgas geben zu müssen. So muß ROCK (oder POP?) klingen.

Anspieltipps: Wasted Days, Stay Useless, Fall In


Ancient & Modern (1911-2011)
Ancient & Modern (1911-2011)
Preis: EUR 12,32

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Übersehene Perle 2011, 5. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Ancient & Modern (1911-2011) (Audio CD)
34 Jahre nach der Gründung beglücken uns die Mekons mit einem folkloristischen Konzeptalbum. Aus dem (Post)Punk der frühen Jahre ist eine spezielle Art alternativer Country geworden. "Insurgent Country", rebellischer Country nennt man das wohl. Sehr passend wie ich finde. Akustische Gitarren und Geigen prägen das Bild, hin und wieder hört man auch Klavier, Banjo und Akkordeon. Im Titelsong gibt es sogar einen Chor zu bestaunen. Das Ganze ist trotz einiger rockigeren Songs zurückhaltend arrangiert.
Der wundervolle Gesang von Rico Bell und Sally Timms erzählt ironisch etwas darüber wie sich die Zeiten doch irgendwie nicht ändern. Sally Timms Gesang erinnert mich stark an Carla Torgerson von den Walkabouts, die mit "Travels In The Dustland" auch ein tolles Album 2011 veröffentlichten.

Alles in Allem eine sehr gute Liedersammlung. Leider ging die Veröffentlichung im letzten Herbst irgendwie unter.

Anspieltipps: Ancient & Modern , I Fall Asleep , Warm Summer Sun
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 2, 2012 11:58 AM CET


Ten Years of Tears
Ten Years of Tears
Preis: EUR 15,15

5.0 von 5 Sternen Traurig aber wahr, 6. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Ten Years of Tears (Audio CD)
Dieses (vorerst?) letzte Album von Arab Strap aus Schottland ist eine sehr schön gelungene und empfehlenswerte Kompilation von Albumtiteln, B-Seiten, Live-Aufnahmen, Remixen, Demos und unveröffentlichen Liedern. Eine genauso seltsam ironische Mischung wie die Musik von Aidan Moffat und Malcolm Middleton der letzten zehn Jahre. Da hört man langsame traurige Gitarren und auch mal wütende Ausbrüche unterstützt von Drumcomputerklängen und allerlei anderen soundtechnischen Gimmicks. Mal eher folkig oder auf ihren letzten Alben auch mehr indierockig haben die beiden einen sehr eigenen speziellen Sound geschaffen. Die schrägen, ironischen, witzigen und/oder traurige Texte über so manche skurile Begebenheit runden das Ganze ab.
Aber irgendwie erwartet man das auch von einer Band die sich einen solchen Namen gibt, oder? Nicht unbedingt erwartbar ist dagegen das Funktionieren diese Amalgams. Musiktechnisch ebenso wie kompilationstechnisch.
Eine weitere wunderbare Veröffentlichung von Chemikal Underground Records. Viereinhalb Sterne.

Anspieltipps: The Girl I Loved Before I F*cked (So der vollständige Titel von Track 16), The Shy Retirer, The First Big Weekend, Islands
Kommentar Kommentare (39) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 20, 2012 9:17 AM CET


Perfect Darkness
Perfect Darkness
Preis: EUR 7,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dunkle Schönheit, 6. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Perfect Darkness (Audio CD)
Schon im Sommer erschienen hab ich bis zum Herbst gebraucht die Klasse dieses Albums zu entdecken. Puristisch und minimalistisch arrangiert und aufgenommen singt sich Finian Greenhall mit markanter Stimme ruhig durch die zehn zeitlosen Folk-Blues-Songs. Nur selten und sehr dezent hört man dabei sein Vergangenheit als Elektromusiker.
Manchmal erinnert mich das an den leider viel zu früh verstorbenen Chris Whitley, öfter an Mark Lanegan der auch über eine wunderbare Stimme verfügt und ähnlich leidenschaftlich seine Songs interpretiert.
Hauptsächlich mit akustischer Gitarre und ein wenig Bass und Schlagzeug erzeugt die Band einen dichten athmosphärischen Sound der durch die leise zurückhaltene Rythmik und dem charismatischen Gesang eine teils hypnotische Wirkung entfaltet. Dunkel und melancholisch wirkt das, aber nie hoffnungslos.
Erwähnenswert ist auch das sehr schön gestaltete und hochwertige Digipack.
Für mich eine der besten Veröffentlichungen des an guten Alben nicht armen Jahres 2011.

Anspieltipps: Fear Is Like Fire, Wheels, Yesterday Was Hard On All Of Us


Walrus
Walrus
Preis: EUR 17,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frauenpower, 3. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Walrus (Audio CD)
Hauptsächlich Gitarre und Schlagzeug nutzen die beiden Schwestern aus Berlin für ihren noisigen Folk-Grunge.
Produziert wurde das Ganze von Hans Unstern und Dirk von Lotzow. Oder eher nicht produziert müßte man fast sagen. Alles klingt wie frisch aus dem Proberaum aufgenommen. Das ist nicht negativ gemeint, eher im Gegenteil. Die Gitarre lärmt, das Schlagzeug scheppert wie in einem kleinen Live-Club. Manchmal gibt es auch feine akustische Einlagen mit folkiger Atmosphäre. Darüber der an Patti Smith erinnernde Gesang, manchmal schreiend, manchmal auch kicksend. Wie es schon Jack White mit den White Stripes vorgemacht hat ist ein Bass hier nicht nötig.
Sehr schönes Album von zwei jungen Frauen die eine punkige Antihaltung ausstrahlen das es eine Freude ist.
Als Referenzen wären zu nennen Patti Smith, Sleater-Kinney, PJ Harvey und auch The White Stripes.
Nur Schade das dieses Album wohl von den wenigsten wahrgenommen und gekauft werden wird. Deshalb ist den beiden zu wünschen, das diejenigen denen es doch ins Ohr fällt sofort zuschlagen.

Anspieltipps: Black, The Trees, Sad Side Of The Tongue, Travel


936
936
Preis: EUR 15,35

13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pilzsuppe in Tüten..., 27. November 2011
Rezension bezieht sich auf: 936 (Audio CD)
...oder so.
Auf dem Debüt von Peaking Lights pluckert, rasselt und hallt es analog vor sich hin. Schläfrig und seltsam unscharf erscheint das alles. Man liest das sich Aaron Coyes, die männliche Hälfte des Duos, mit dem Bau von analogen Synthies aus allerlei Geräten beschäftigt haben soll. Genau so klingt das.
Passend dazu der Singsang von Indra Dunis der dem Ganzen aber ein wenig Form gibt. Wunderbare Harmonien schälen sich nach einiger Zeit aus dem psychedelischen Dub-Kraut-Nebel.
Und wenn nach knapp 50 Minuten der hypnotische Sog nachläßt, verwedelt man die Rauchwolken im Zimmer und drückt schnell die Taste "Play" auf dem Abspielgerät. So kann das eine ganze zeitlang weitergehen...

Anspieltipps: Alles


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