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Rezensionen verfasst von
Der Ursel (Deutschland)

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The Odds
The Odds
Preis: EUR 19,55

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unauffällige Perle 2012, 2. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: The Odds (Audio CD)
"The Odds" ist minimaler Indie-Punk aus dem Hause Dischord. Mastermind Ian MacKaye (u.a. Minor Threat, Fugazi) schrammelt sich mit seiner Baritongitarre durch 13 unspektakuläre, mehrheitlich im mittleren Tempo angesiedelten Protestlieder. Seine Holde Amy Farina spielt dazu Schlagzeug, gemeinsam wird dazu gesungen. Ihr vierjähriger Sohn gibt dazu das Cover Model. Ein richtiges Familienunternehmen eben.

Erstaunlicherweise schaffen es die beiden trotz minimaler Instrumentierung eine gewisse Spannung zu erzeugen, die den geneigten Hörer anfänglich bei der Stange hält. Das liegt zum einen am Sound der basslastigen Gitarre, zum anderen am gekonnten Schlagzeugspiel.

Wie zu erwarten gibt es keine radio- oder indiediskokompatiblen "Hits" zu entdecken. Das kann auf den durchschnittlichen Hörer natürlich abschreckend wirken. Nach einigen Durchläufen jedoch machen die schrammelige, aber auch mal funkige Gitarre und das wunderbare Schlagzeug immer mehr Freude und das Album wächst immer mehr.

Vielleicht nicht ganz so zwingend wie ein Fugazi-Album, nichtsdestotrotz sehr hörenswert wenn man diesem Album ein wenig Zeit gibt.

Anspieltipps: Wonder Wy, Competing With The Till, King Of Kings


Everything Touching
Everything Touching
Preis: EUR 17,06

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Etwas untergegangen, 20. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Everything Touching (Audio CD)
Tall Ships kommen ursprünglich aus Falmouth, sind jetzt in Brighton beheimatet und haben mit "Everything Touching" ihr Debütalbum veröffentlicht. Ihr Sound besteht aus einer Art melodiösen Mathrock der hymnische Höhen erreichen und auch mal nachdenklich ruhig und rythmisch dahinfliessen kann.

Sehr athmosphärisch und vielschichtig arrangiert werden die zehn Songs hauptsächlich mit Gitarre (keine Soli), Schlagzeug und Keyboards präsentiert. Der zugängliche Gesang von Ric Phethean läßt das Album dann aber eher warm und weniger mathrockmäßig technisiert erscheinen. Im abschließenden über neunminütigem "Murmurations" ist nach ganz ruhigem und leisen Anfang mit ein paar Beats und immer weiteren einsetzenden Instrumenten auf dem Höhepunkt des Songs sogar ein wunderbarer Chor hören.

Das Album wächst nach ein paar Durchgängen ungemein. Mit Vorsicht sind die hier vorhandenen Soundschnipsel zu geniesen. Diese paar Sekunden schaffen es nicht annähernd die sich steigernden Songs brauchbar zu präsentieren.

Bei den vielen Veröffentlichungen im Herbst 2012 ist die Platte unverdientermaßen ein wenig untergangen. Eindeutig unterbewertet in diesem Jahr und eine Empfehlung wert.

Anspieltipps: Ode To Ancestors, Murmurations, Books, Oscar
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 7, 2013 5:26 PM MEST


Bitter Drink Bitter Moon
Bitter Drink Bitter Moon
Preis: EUR 18,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Western Gothic, 12. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Bitter Drink Bitter Moon (Audio CD)
Murder By Death sind eine Band die mir vom Namen her zwar geläufig waren, deren Alben ich aber seit ihrem bestehen 2000 bis jetzt einfach überhört bzw. ignoriert habe. Großer Fehler.

Die Musik könnte man vielleicht als Death Americana, Death Countryfolk oder Western Gothic bezeichnen wenn man unbdedingt eine Schublade dafür braucht. Neben der klassischen Folk-und Countryinstrumentation beindruckt besonders das wunderschöne Cello von Sarah Balliet die dem Americana-Sound der Band das Besondere, diese dunkele Melancholie gibt.

Die Lieder sind düstere Moritaten, morbide Geschichten über Särge, Whiskey, den Teufel, ertrunkene Liebhaber und andere seltsame Begebenheiten. Das Ganze wird vorgetragen mit der vielseitigen Stimme von Adam Turla. Mal erinnert sein Gesang an Nick Cave, dann wiederum meint man Johnny Cash sei wiederauferstanden oder Tom Waits macht mal wieder einen drauf.

Ein sehr gelungenes Album das mich dazu gebracht hat mir die restliche Diskografie der Band zu besorgen. Die kommenden Feiertage sind gerettet.

Sehr gut geignet unter anderem für Freunde von David Eugene Edwards (Wovenhand, 16 Horsepower), besagten Nick Cave und Johnny Cash oder auch Okkervil River.

Anspieltipps: Lost River (!), Straight At The Sun, My Hill


Twins
Twins
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gitarre aus der Garage, 11. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Twins (Audio CD)
Mit der "Ty Segall Band" machte mich Segall schon Mitte des Jahres mit dem Album "Slaughterhouse" auf sich aufmerksam. Jetzt hat er 2012 zusammen mit dem Anfang des Jahres erschienenen "Hair" (mit White Fence) schon sein drittes Album auf dem Kerbholz.

"Twins" ist ein wunderbar garagiges Rockalbum geworden. Kratzige verzerrte raue Gitarren im Lofi-Sound, Psychedelic mit Beat- und Punkanleihen, Noise- und Experimental-Rock verpacken ein Dutzend Songs mit eingängigen Melodien im Geiste von The Stooges und/oder The Beatles. Die meisten Songs sind zwischen 2-3 Minuten so dass die gesamte Spiellänge bei knackigen 35 Minuten liegt. In der Regel bearbeitet er die elektrische Gitarre, nur einmal packt er auch die Akustische aus. Und am Ende verbeugt er sich mit "There Is No Tomorrow" vor Neil Young der auch im Booklett erwähnt wird.

Frisch, originell, voller Energie und dabei zugänglicher als das letzte Werk macht das Album durchgängig viel Freude. Und alles ohne Abnutzungserscheinungen trotz der Hyperaktivität und Veröffentlichungsorgie dieses Jahr. Dieses Album macht neugierig auf das was war und das was in Zukunft noch kommen wird.

Anspieltipps: Would You Be My Love, Ghost, Love Fuzz


Failure in Wonderland
Failure in Wonderland
Preis: EUR 21,44

19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sprühende Wunderkerze, 29. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Failure in Wonderland (Audio CD)
Über dieses Album kann man eigentlich nicht schreiben. Zu vielfältig klingt der grandiose Sound der 18-köpfigen bayrischen Big Band (!) unter Führung von Monika Roscher. Wenn sich eine Kapelle Big Band nennt, denkt der geneigte Hörer in der Regel u.a. an Count Basie, Bennie Goodman oder vielleicht die WDR-Bigband die Jazz-Standards mit jeder Menge Bläser zum Besten gibt.

Diese Bezeichnung könnte zu Irritationen führen. Denn in diesem Falle ist das viel zu kurz gedacht. Die Blechbläser gibt es zwar auch, aber sie werden kombiniert mit elektronischen Beats, Schleifen, elektrischer Gitarre, Klavier und auch Gesang. Die mehrheitlich längeren eigenwilligen Tracks schwellen an und wieder ab, pulsieren rythmisch um im nächsten Moment freejazzig in vermeindlichem Chaos zu versinken. Dazwischen immer wieder mal die Stimme Roschers mit "björkscher" Attitüde oder auch mit wunderbarem Feengesang.
Von der Besetzung her mag Big Band stimmen, soundtechnisch wird man famos aufs Glatteis geführt.

Diese kompositorischen Konstruktionen mit ihren Harmonien und Disharmonien erzeugen einen unglaubliche Spannung die ihresgleichen sucht. Aus den Zutaten Jazz, (Indie-)Rock, TripHop, Pop, Elektronik, Punk und einer gehörigen Prise Avantgarde (plus das was ich im ersten Ansatz überhört habe) zaubert Frau Roscher etwas vollkommen Neues, das man vielleicht (progressiven) leicht düsteren Indie Jazz nennen könnte. Das Alles klingt nicht gewollt oder größenwahnsinnig, sondern perfekt zusammenpassend. Harmonische Disharmonie. Stilgrenzen? Braucht keiner.

Wie man meinem hilflosen Gestammel entnehmen kann ist diese Art Musik schwer zu beschreiben.
Für mich ist dieser sehr spezielle Big Band Sound das passende Bindeglied zwischen zwei anderen diese Jahr erschienen Alben im Jazz-Crossover-Umfeld: Das wie der Bandname lautende Album von Portico Quartet und "The Cherry Thing" von Neneh Cherry & The Thing.

Dieses Album ist eine sprühende Wunderkerze an Kreativität und Inspiration und sollte intensiv gehört werden.

Anspieltipps: Failure in Wonderland, Irrlicht, When I Fall In Love
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 22, 2013 10:19 AM CET


Local Business
Local Business
Preis: EUR 19,44

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Keine Enttäuschung, 3. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Local Business (Audio CD)
Nach ihrem nervösen Debüt "The Airing of Grievances" und ihrem bisherigem Meilenstein dem Konzeptwerk "The Monitor" ist jetzt Rock angesagt. Und zwar in der Art "ver-pogues-ter" Kneipenrock mit Springsteen-Attitüde (Nein, der ausufernde Bruce-Pathos ist nicht gemeint.), immer noch mit der Prise Punk in der Stimme. Im Gegensatz dazu stehen die ernsten dunklen Texte von Patrick Stickles.

Das "The Monitor" schwer zu toppen ist war den meisten bestimmt schon vorher klar. Eine Enttäuschung ist das neue Album dennoch nicht geworden. Auf ihrem dritten Album klingt die Band weniger ausufernd, weniger opulent als noch auf dem Vorgänger. Trocken wird gerockt und mit dem groovenden "(I am The) Electric Man" findet sich sogar ein Fast-Hit der auch noch fast im Radio (Igitt...) laufen könnte. Aber wirlich nur fast.

Insgesamt nicht ganz so stark wie "The Monitor", aber bei weitem kein Flop.

Anspieltipps: Upon Viewing Oregon's Landscape With The Flood Of Detritus, (I am The) Electric Man, Ecce Homo, Still Life With Hot Deuce And Silver Platte , Tried To Quit Smoking


Shields (Limited Digipak Edition)
Shields (Limited Digipak Edition)
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr eigener Sound, 3. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Shields (Limited Digipak Edition) (Audio CD)
Irgendwo zwischen Psychedelia und (Indie-)Folk-Rock und einer Prise Experimente bewegten sich Grizzly Bear ja schon länger. Diesmal ist ihnen das aber besonders gut gelungen. Vielschichtig arrangiert, fast immer die offensichtliche Hookline vermeidend aber trotzdem zugänglicher als bei den Vorgängern bewegt sich die Band mal orchestral, folkpoppig oder indierockig sehr eigen durch ihre 10 Songs. Der fast schon zum Markenzeichen gewordenene mehrstimmige Beach-Boys-Gesang ist weniger geworden. Irgenwie euphorisch, mitreißend klingen sie diesmal.

Das Alles ist immer spannend und mit großer Tiefe und dennoch "leicht" zu hören. Jedenfalls geht mir das so. Genaueres wird sich erst mit der Zeit ergeben, aber "Shields" ist vielleicht sogar noch besser als das allseits gelobte "Veckatimest". Ganz tolles Album.

Anspieltipps: Yet Again, Sleeping Ute, Gun-Shy, Sun In Your Eyes


The Laughing Stalk
The Laughing Stalk
Preis: EUR 15,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hölle, Tod und Teufel, 5. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: The Laughing Stalk (Audio CD)
Eugene Edwards Themen bzw. Predigten sind gleich geblieben, der Sound dagegen wurde auf "The Laughing Stalk" runderneuert. Es rockt trocken und staubig wie direkt aus der Hölle. Dunkle schwere Gitarrenwände und ein sehr lebendiges pulsierendes Schlagzeug geben den Takt an. Mr. Edwards steht dabei auf seiner Kanzel und spuckt den (Un)Gläubigen seine Worte von Tod und Verderben entgegen. Schlagt mich, aber mir kommt öfter mal die metallene Düsternis von Joy Division kombiniert mit staubtrockenem Wüstenrock à la "Queens Of The Stone Age" beim Hören in den Sinn.
Das Grundgerüst mag immer noch Alternativ-Country/-Folk sein aber der Rock ist hier eindeutig in der Überzahl.
Es ist beeindruckend wie es die Musiker schaffen die Spannung von Anfang bis Ende zu halten.
Ein sehr gutes Album wie aus einem Guß das mit zu den besten von Wovenhand gehört.

Anspieltipps: Maize, Long Horn


Blackbird
Blackbird
Preis: EUR 12,67

21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Debüt, 28. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Blackbird (Audio CD)
Passend zum gerade beginnenden Herbst erschien dieser Tage das Debüt von Andrea Schroeder. Zehn Songs voller düsterer Melancholie und Poesie, vorgetragen mit dunkler rauer Stimme die an Nico, Patti Smith oder Carla Torgerson von den Walkaboutes erinnert. Chris Eckman, der zweite Eckpfeiler der Walkabouts hat dann auch ganz passend diese tolle Album produziert. Chansoneske getragene Rocksongs in Moll mit Titeln wie zum Beispiel "Death Is Waiting" oder das auch mal lauter werdende "Dark Nightingales", mit Schlagzeug, Bass, Akustikgitarre, Cello und Hammondorgel instrumentiert, haben mit dieser besonderen Stimme hypnotische Wirkung. Das letzte Lied "Kälte" ist das einzige in deutsch gesungene und zeigt besonders eindrucksvoll welch poetische Kraft in den Texten von Andrea Schroeder steckt. Nach jedem Lied legt sich mehr Eis und Rauhreif über das neblige, dunkle Land und läßt die Sterne am schwarzen Himmel heller funkeln. Äh...ja.

Ein ganz und gar großartiges Debüt. Die besten Alben sind doch immer wieder die mit denen man am wenigsten gerechnet hat.

Anspieltipps: Dark Nightingales, Death Is Waiting, Ghost Ship, Blackbird, Blackberry Wine


The Seer
The Seer
Preis: EUR 31,33

25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intensive Reise durch die Nacht, 8. September 2012
Rezension bezieht sich auf: The Seer (Audio CD)
Keine Frage dieses zweistündige Doppelalbum ist ein harter Brocken. Monumental (allein das Titelstück ist über dreißig Minuten lang), verstörend, radikal, faszinierend, apokalyptisch und voller Schönheit, das sind alles Eigenschaften (und noch viel mehr) die einem beim Hören dieses Monsters in den Sinn kommen. Bestand das Reunion-Album "My Father Will Guide Me Up A Rope To The Sky" von 2010 mehr oder weniger aus klassischen Songs, so sind es auf "The Seer" oft eindrucksvolle Klangexperimente mit den Zutaten Industrial, Drone, Folk, Rock, Postpunk (das Wörtchen "Post" kann gerne großzügig zwischen den einzelnen Stilen verteilt werden) und was weiß ich noch alles. Man wird überschüttet mit einer Vielzahl von Klängen und Geräuschen, Rhythmen und Melodiefetzen. Brutalität wechselt sich ab mit Schönheit (Karen O. singt "Song For A Warrior"), alptraumhafte Klangcollagen mit eher klassischen Songstrukturen.

"The Seer" kann wahrlich nicht leicht nebenbei konsumiert werden. Es ist auch keine Platte für jeden Tag. Es ist auf jeden Fall ein Album von dem man reden und das lange nachhallen wird. Auf dem es ständig etwas zu entdecken gibt. Ein Album das polarisiert. Ganz große Kunst eben.

Auch wenn sich die eine oder andere Stelle nicht direkt von Anfang an erschließt und vielleicht nicht oft gehört werden kann, dieses Album ist ein sehr beindruckendes Spätwerk der Männer/Frauen um Michael Gira.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 8, 2012 11:49 AM MEST


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