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Frankie Eyes (Berlin)

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Broken Heart Syndrome
Broken Heart Syndrome
Preis: EUR 15,69

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser als Whitesnake?, 24. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Broken Heart Syndrome (Audio CD)
Voodoo Circle von Gitarrist Alex Beyrodt und Hansdampfinallengassen Mat Sinner huldigen ihren Vorbildern Deep Purple, Rainbow und vor allem Whitesnake. Ist das retro? Irgendwie schon. Ist das innovativ? Nein. Ist das mitreißend? Für Fans der obengenannten auf jeden Fall! Wenn man mit solcher Leidenschaft diesen klassischen britischen Hardrock umsetzt, dann kann man darin eintauchen und sich verlieren. Und mit einem Sänger wie David Readman (Pink Cream 69), der stellenweise mehr nach David Coverdale klingt als der heutzutage selbst, kann man nichts falschmachen. Da ist auch der Unterschied zu reinen Nachspielern wie Demon's Eye, die nur zitieren. Voodoo Circle zitieren gelegentlich auch, haben aber die Seele dieser Musik verinnerlicht und integrieren die in eigenes Geschaffenes.

Es beginnt mit dem Heavy-Kracher "No Solution Blues". Kein Blues, sondern pures Adrenalin. "King Of Your Dreams" erinnert vom Titel her an eine gewisse Phase von Deep Purple. Auch Beyrodts Gitarre klingt nach dem Meister in Schwarz. "Devil's Daughter" erinnert stark an Purples Mk IV und besonders an "You Keep On Moving". Man meint sogar, Glenn Hughes im Chorgesang herauszuhören. Und in dieser Marschrichtung geht es weiter. Weitere Highlights: der Titelsong, "When Destiny Calls", "Blind Man" (erinnert wieder an Purple, hat auch ein schönes Orgelspiel), "The Heavens Are Burning" (ein weiterer Heavy-Kracher im Stile von Rainbows "A Light In The Black").

Es gibt keinen Ausfall, lediglich "I'm In Heaven" klingt zu stark nach den Pop-Rainbow von "Bent Out Of Shape". Was soll's, es gibt weitaus schlechtere Musik. Der Schlußtrack entschädigt wieder, ein Tour-de-Force-Ritt auf den Spuren klassischen Hardrocks.

Wer nach Innovationen sucht, ist hier falsch. Wer britischen Hardrock nach Art der Purple-Familie mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Das werden selbst die "Originale" so gut nie wieder hinbekommen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 7, 2013 2:58 AM MEST


Celebration Day  (DVD + 2 CDs)
Celebration Day (DVD + 2 CDs)
DVD ~ Robert Plant
Wird angeboten von RAREWAVES-DE
Preis: EUR 11,94

108 von 116 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Tag zum Feiern!, 16. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Celebration Day (DVD + 2 CDs) (DVD)
Der 10. Dezember 2007 war ein Feiertag (wenn auch eigentlich aus einem traurigen Anlaß), bei dem nur wenige mitfeiern konnten. Für die anderen ist der 16. November 2012 ein weiterer Grund zum Feiern. Den (wahrscheinlich) letzten Auftritt der größten Rockband aller Zeiten kann ab heute jeder per DVD/BD oder CD (auch ein LP-Set soll noch erscheinen) genießen.

Nach den beiden Peinlichkeiten 1985 (Live Aid mit Phil Collins als Bonham-Ersatz) und 1988 (40. Geburtstag von Atlantic Records) sowie der Tatsache, daß der 59jährige Robert Plant nicht mehr den Stimmumfang von einst besaß, läuteten bei vielen Skeptikern (auch bei mir) die Alarmglocken. Der Anlaß für diesen Auftritt war der Tod von Atlantic-Chef Ahmed Ertegun. Diesmal waren alle Zeps entschlossen, sich keine Blöße zu geben, und man bereitete sich auf den Auftritt akribisch vor. Herausgekommen ist nun DAS Konzertereignis des noch jungen Jahrtausends.

Natürlich ging man auf Nummer sicher. Es war kein Auftakt zu einer Tour, sondern ein einmaliges Ereignis. Es ging darum, den Spirit, die Power, die Virtuosität und die Magie von einst noch einmal aufleben zu lassen. Nach dem Genuß der DVD kann ich nur sagen, voll gelungen. Jimmy Page ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Er slidet (In My Time Of Dying), bluest (Since I've Been Loving You), groovt und zelebriert - bei "Dazed and Confused" kommt auch der Geigenbogen wieder zum Einsatz. John Paul Jones, der Dirigent im Hintergrund, überzeugt nicht nur an der Baßgitarre, er erzeugt auch am Keyboard (No Quarter) Gänsehaut oder bringt funkige Klänge ein (Trampled Under Foot). Jason Bonham, die wandelnde Led-Zep-Enzyklopädie, der die anderen auf die Sprünge half, wenn die nicht mehr wußten wie sie etwas früher spielten, verfügt zwar vielleicht nicht über die Entertainer-Qualitäten seines Vaters, vertritt diesen aber mehr als anständig. Und Robert Plant? Ihn hätte ich diese Leistung nicht zugetraut. Auch der spätere Verweigerer ist - wie die anderen - hier mit seinem ganzen Herzblut dabei. Er bringt im Rahmen seiner stimmlichen Möglichkeiten eine großartige Leistung und überrascht gelegentlich sogar mit hohen Tönen, die man ihm nicht mehr zutraute. Lediglich bei "Whole Lotta Love" offenbart er Schwächen. An seiner charismatischen Präsenz und seinen entertainmäßigen Fähigkeiten gab es sowieso nie irgendwelche Zweifel.

Alles in allem ein großartiger Auftritt einer Legende, die keine Wünsche offen läßt, außer dem nach einer Fortsetzung. Das Ganze kommt in einer guten Bildqualität ohne zu hektische Schnitte wohltuend altmodisch daher, und auch der Ton - wahlweise in Stereo, Dolby 5.1 oder DTS 5.1 - gibt nichts zu beanstanden. Auch das Mastering der CDs ist in Ordnung und bietet für dieses Medium optimalen Klang.

So feiern wir einen Tag, der wahrscheinlich nie wiederkommen wird.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 24, 2013 2:30 PM CET


20/20
20/20
Preis: EUR 6,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Welcome back, Mike!, 9. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: 20/20 (Audio CD)
Da sind sie wieder! Kann auch keiner bestreiten, daß Rob Moratti ein hervorragender Sänger ist, hat er doch in etwa soviel Charisma wie ein Standard-Einkaufszentrum aus den Neunzigern. Crichton, Crichton & Gilmour erkannten das und riefen mal eben bei Michael Sadler an und fragten, ob er nicht doch noch auf eine weitere Runde Lust hat. Der fühlte sich geehrt und bei seinen alten Arbeitgebern sofort wieder heimisch. Gleich der Opener "Six Feet Under" und das vorab auf der in einigen Musikmagazinen beigelegten CD veröffentlichte "Anywhere You Wanna Go" läßt sich den Saga-Fan ebenso heimisch fühlen. Nicht alle Songs sind auf höchstem Niveau, aber besser (weil im Ohr hängenbleibender) als das Meiste von Michaels Abschiedsvorstellung "10000 Days" sind sie auf jeden Fall. Dies ist in etwa das fehlende Bindeglied zwischen dem klassischen "House of Cards" und dem im Vergleich ziemlich rauh ausgefallenem Nachfolger "Marathon". Härter als das erstere bietet es trotzdem ausgefeilte Keyboardarbeit von Jim Gilmour. "Show and Tell" und der Abschluß "Till the World Runs Dry" bieten mal wieder schöne Keyboard/Gitarre-Duelle. Luft nach oben ist aber vorhanden. Trotzdem... für den gemeinen Saga-Fan nichts weniger als ein Pflichtkauf!

Welcome back in the fold, Michael, hope you enjoyed the holiday!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 24, 2012 7:54 PM MEST


Onward
Onward
Preis: EUR 23,91

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es geht weiter voran..., 25. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Onward (Audio CD)
Überraschung! Nur zwei Jahre nach dem letzten (gelungenen) Werk "Blood of the Earth" gibt es schon den Nachfolger namens "Onward". Zweite Überraschung: Es gab keinen Besetzungswechsel in dem normalerweise mit Überschallgeschwindigkeit drehenden Personalkarussell. Neben Captain Dave (wird im August stolze 71) sind weiterhin dabei: Richard Chadwick an den Drums, Tim Blake an den Tasten, "Mr. Dibs" Darbyshire an den dicken Saiten, und Gitarrist und Gelegenheitsbassist Niall Hone. Dazu kommt als Gast noch Huw Lloyd Langton, der ab 1979 lange Jahre die Werke der Space-Rocker mit seinem Gitarrenspiel veredelte.

Der Stil hat sich ebenfalls gegenüber dem Vorgänger nicht verändert: klassischer Spacerock, wie sie ihn in den Endachtzigern/Frühneunzigern spielten, ist angesagt. "Seasons" rockt schon gut los, "The Hills Have Ears" (mit Huw an der Gitarre) ebenso, bevor mit "Mind Cut" praktisch eine Solonummer vom Captain folgt (erinnert etwas an "Infinity" von "P.X.R.5"). Warum aber SCHON wieder "Death Trap", das 1995 schon mal auf "Alien 4" recycelt wurde?? Es folgt eine atmosphärische Elektroniknummer von Tim Blake, dann jede Menge Brock-Stuff. Gegenüber den letzten Werken hat sich der Input des Captains gewaltig erhöht, aber leider nicht immer besonders hochwertig. "The Prophecy" ist ziemlich durchschnittlich, "Electric Tears" eine elektronische Spielerei (geht bei Hawkwind immer), "The Drive By" ein leidlich interessantes Instrumental. Damit endet CD 1 des Dopplers.

Auf der zweiten Scheibe gibt es eine Reihe weiterer bekannter Nummern, was wir aber hier gutmütig als Bonus akzeptieren wollen. Erstmal gibt es aber ein weiteres neues Brock-Stück namens "Computer Cowards". Würde sagen, sein bester Beitrag! Bis auf die Drums spielt der Captain alles selbst, inkl. dem stark an Lemmy erinnernden Bass. Es folgt ein weiteres Instrumental mit dominierendem Bass, dann folgt "Right to Decide", das auf "Electric Tepee" eins der besten Stücke war. Es muß sich um eine ältere (vermutlich Live-)Aufnahme handeln, da der 2008 verstorbene Jason Stuart Keyboards gespielt haben soll. Gleiches gilt für "Aerospace Age" aus Robert Calverts erstem Soloalbum mit erweitertem Mittelteil. Todsicher eine Liveaufnahme! Warum wurde nur das "Inferno" im Titel weggelassen? "The Flowering of the Rose" wird eingeblendet. Aber da dieses Werk eher Jam-Charakter hat und einige Song-Zitate drinstecken, sei das verziehen. Instrumental, erinnert etwas an spätsiebziger Festivalauftritte der Calvert-Ära. Mir gefällt's. Auf "Trans Air Trucking" darf einmal mehr Tastenwizard Tim Blake glänzen. "Green Finned Demon" ist ein langsamer Song, der erstmals auf der "Earth Ritual" - EP 1984 erschien. Laut CD-Cover sollte hier nichts mehr kommen, es gibt aber einen weiteren Jam. Glaubt man den Media-Player-Usern, ist er schlicht "End" betitelt. Zumindest inoffiziell. Nach weiteren acht Minuten ist dann endgültig Schluß!

Nicht ganz so stimmig wie der Vorgänger (der hatte letzlich die besseren Songs), ist "Onward" dennoch ein würdiger Nachfolger. Die zweite Scheibe mit den insgesamt gelungeneren Neuauflagen (gegenüber "Blood of the Earth") hat daran großen Anteil. Wenn die Herren in dem Tempo weitermachen, können wir noch einiges von der "letzten wahren Underground-Band" erwarten.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 22, 2013 11:48 PM CET


Born Free
Born Free
Wird angeboten von ZOverstocksDE
Preis: EUR 3,94

4.0 von 5 Sternen Ein Rotzbengel ist erwachsen geworden!, 6. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Born Free (Audio CD)
Was sich auf Kid Rock's letztem Werk "Rock'n'Roll Jesus" mit der Lynyrd-Skynyrd-Hommage "All Summer Long" schon angedeutet hatte, wird hier konsequent fortgesetzt. Der Rap-Hip-Hop-Cross-over-was-auch-immer-Typ mit aggressiver Ausstrahlung, dessen Lieblingswort das vierbuchstabige mit F war, besinnt sich auf seinen selbst gewählten "Nach"namen und macht jetzt amerikanisch geprägte Rockmusik der Marke Springsteen und Bob Seger. Letzterer gibt auch ein Gastspiel am Piano, ein Dankeschön an Kids Mitwirkung an dessen letztem Werk "Face The Promise".

Der Titelsong "Born Free" ist schon ein Glanzstück für Southern-Rock-Fans. "When It Rains" sollte auch allen Eagles-Fans gefallen. Auf "Collide" gibt nicht nur der schon erwähnte Bob Seger sein Gastspiel, sondern auch Sheryl Crow. Gelegentlich klingt noch seine Hüpf-Hops-Vergangenheit durch, wie in "Care", aber das ist die Ausnahme.

Produziert wurde das Werk vom allgegenwärtigen Rick Rubin, der normalerweise dafür bekannt ist, alles auf Mittelmäßigkeit zu trimmen oder Musikgreisen noch ein letztes Einkommen zu beschaffen (Cash & Diamond, sind die Namen nur Zufall??). Hier hat er aber gute Arbeit geleistet, nüscht zu meckern...

Willkommen in der Welt der Erwachsenen, Mr. Ritchie...


Unlawful Odds
Unlawful Odds
Preis: EUR 18,19

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Etwas für Motörköpfe, 6. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Unlawful Odds (Audio CD)
Alan Davey war lange Jahre Bassist bei der britischen Spacerock-Institution Hawkwind. Nicht nur sein Baßspiel ist dem seines berühmtesten Vorgängers Ian "Lemmy" Kilmister ähnlich, auch dessen Angewohnheit, das Mikrofon über seinen Kopf zu stellen und seine "Weisheiten" in den Himmel zu brüllen teilt er sich mit dem unverwüstlichen Jack-Daniels-Fan. Seine bisherigen Soloalben waren meistens im Spacerock-Sound des Hawk-Mutterschiffs angesiedelt. Mit Gunslinger eifert er nun seinem Vorbild wieder nach und präsentiert uns hier hochenergetischen Rock'n'Roll der Marke Motörhead. Sein kräftiger Baßsound dominiert und erinnert doch an beste Hawkwind-Momente. Sein Gesang ist zwar auch an sein großes Vorbild angelehnt, kann aber nur manchmal daran anknüpfen (z.B. bei "Going In For The Kill", das ein Motörklassiker sein könnte). Alans Neffe Louis spielt die Gitarre im Stile eines Fast Eddie und läßt daher oft Erinnerungen an das klassische Motörhead-Lineup aufkommen. Die (!) Dritte im Bunde ist Drummerin Cat Bothwell, ein richtiges "Animal"!

Dieses Gunslinger-Werk ist live eingespielt. Über Auftrittsort und -datum schweigt sich das Booklet leider aus. Für Motörhead-Fans ist diese CD auf jeden Fall eine Hörprobe wert. Für Hawkwind-Fans, die die rockigere Variante von Daves altem Space-Klepper mögen, ist das Ding sowieso Pflicht.


Gamma 4
Gamma 4
Wird angeboten von VS Music
Preis: EUR 44,92

3.0 von 5 Sternen Gamma, die letzte, 5. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gamma 4 (Audio CD)
Damit hatten wohl die wenigsten Fans gerechnet: Ronnie Montrose (leider am 3. März 2012 verstorben), reaktivierte 2000 seine zweite Band Gamma, und zwar mit Ausnahme des (der) Keyboarder(s) in der Besetzung von 2 und 3, und legte nach 18 Jahren Pause ein 4. Album vor.

Mit "Darkness to Light" geht es gut los. Ruhige Passagen mit dem neuen Orgler Edward Roth wechseln sich ab mit Heavy-Parts, in denen Ronnie sein typisches Gitarrenspiel zelebriert. Und Supersänger Davey Pattison klingt immer noch wie anno 1979-82. "Love Will Find You" ist eher belangloser Poprock, aber mit einem schönen Gitarrensolo von Mr. Montrose. "Resurrection" hat die von mir (in der Rockmusik) so ungeliebten Bläser (überhaupt nicht Gamma-mäßig), trotzdem auch ein schönes Saxofonsolo von Edgar Winter, dessen Weggefährte Ronnie einst war. In Zeiten von so unbekömmlichen Fertiggerichten wie "Mr. Saxobeat" ein echter Gourmet-Schmaus! Auch "Oh No You Don't!" hat die (zu vielen) Bläser. Geht flott ab, und Edgar liefert sich ein gelungenes Duell mit Ronnie. Beide Songs entfernen sich aber schon extrem vom gewohnten Gamma-Sound. "Bad Reputation" liefert im Mittelteil wieder die bekannte Gamma-Atmosphäre, die die ersten drei Alben so einzigartig machten. Leider eben nur im Mittelteil!

"Last Man On Earth" ist wohl der beste Song von 4. Er beginnt mit einem von Keys untermalten Gitarrenpart und geht dann in einen Blues-Rhythmus über, der besonders wegen Daveys Gesang Erinnerungen an das fantastische "Voyager" von 2 aufkommen läßt, ohne freilich qualitativ mithalten zu können. Ungewohnt klingt die Akustikballade "The Only One", die eher zu Bob Seger passen würde. In "Out of these Hands" slidet sich Ronnie ausführlich durch einen Song, der auch von Deep Purple stammen könnte. "Prayers", wieder ungewöhnlich für Gamma, ist eine folkige Akustiknummer mit Streichern. Paßt eher in die frühen 1970er. Auch der letzte Song, "The Low Road Home", ist akustisch mit einem gewissen Led Zep - Touch. Fein, aber irgendwie nicht Gamma!

Sehr durchwachsen, das letzte Werk dieser Band. Gelegentlich fühlt man sich an die guten alten Zeiten erinnert, andere Male vor den Kopf gestoßen. Fazit: Mithalten mit den drei Klassikern von 1979-1982 kann die Nr. 4 nicht, aber hörenswerte Songs enthält es auf jeden Fall.


Comeblack
Comeblack
Preis: EUR 6,49

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wozu das Ganze?, 4. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Comeblack (Audio CD)
Die Scorps wollten sich nach ihrem letzten Album "Sting in the Tail" und anschließender Welttournee aus dem aktiven Geschehen zurückziehen. Hätten sie mal! Mit dem genannten Album hätten wir sie in recht guter Erinnerung behalten, und auch der Live-Nachschlag "Get Your Sting & Blackout" hätte daran nichts geändert. Was nun aber diese Veröffentlichung soll, wird wohl nicht mal der Gehirnchirurg von Schenker, Meine und Jabs jemals herausfinden. Sieben (eine Exclusive edition hat noch einen achten) Songs wurden von den fünf (neben den Genannten noch James Kottak, dr, und Pavel Maciwoda, b) neu eingespielt, dazu noch sechs Rock/Pop-Klassiker aus anderer Herstellung.

Kein einziger der Eigen-Neuauflagen kann den Originalen irgend etwas Substanzielles hinzufügen, die wenigsten ihnen überhaupt das Wasser reichen. Gut, "Rhythm of Love" klingt nicht ganz so überproduziert wie das 1988er Original, und "The Zoo" hat ein paar zusätzliche Gitarrenparts. Dafür klingt Meines Gesang beim Letzteren nicht halb so gut und der schwere stampfende Beat, der das Original zu etwas Besonderem machte, kommt hier nicht rüber. Der Rest ist routiniert aber ohne Esprit nachgespielt und man hat das Gefühl, hier wurde einfach nur auf Anweisung der Plattenfirma ein Pflichtwerk eingespielt. Und die Berliner Mauer braucht man nun wirklich nicht noch mal niederpfeifen.

Hier wurde eine Chance verspielt! Hätte man Songs der Prä-Jabs-Ära (mit Michael Schenker bzw. Uli Roth) genommen und sie in einem aktuellen Gewand präsentiert, hätte es wirklich interessant sein können. Bei den hier enthaltenen Songs sind dieselben Köpfe (abgesehen vom Rhythmusduo), die sich nicht nur die Schinken ausgedacht haben, sondern sie auch schon jahrzehntelang live spielen, am Werk. Fazit: überflüssig!

Kommen wir zu den Fremdwerken: Hier war man zumindest etwas mutiger. Eine Überraschung ist sicherlich "Tainted Love". Der vom Pop-Duo Soft Cell bekannte Song stammt, wie wohl nur wenige wissen, aus dem Jahr 1965 und wurde damals von Gloria Jones (der späteren Freundin von Marc Bolan) im Motown-Sound eingespielt. Die Scorpions machten daraus jetzt einen echten Rocksong. Gar nicht mal schlecht und wohl der interessanteste Teil des gesamten Werks. "Children of the Revolution" von T. Rex bietet nichts Neues außer einer im Hintergrund eingespielten Radioreportage. Hätt's nicht wirklich gebraucht! "Across the Universe" stammt vom letzten Beatles-Album "Let It Be" und ist der zweite Lichtblick auf "Comeblack". Schön arrangiert, und die Herkunft kann man gut heraushören, was aber eher für Lennon und McCartney spricht. Die Zinnsoldaten der Small Faces erklingen hier im Scorp-Sound. OK, aber nicht mehr. Die Kinks sind mit "All Day and All of the Night" vertreten. Nichts Neues zu vermelden! Dann ist da noch "Ruby Tuesday" von den Stones. Gut gelungen, würde sogar sagen, besser als von Nazareth 1985! Macht drei lohnenswerte Songs out of 13 bzw. 14 (je nach Version).

Was die Hannoveraner hier geritten hat, wissen wohl nur sie selbst. Wir hätten sie in guter Erinnerung behalten können (siehe oben). So endet ihr Vermächtnis mit einem Downer.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 2, 2013 9:46 AM MEST


Fähre nach Hongkong
Fähre nach Hongkong
DVD ~ Curd Jürgens

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Besch...eidene Qualität!, 22. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fähre nach Hongkong (DVD)
Der Film selbst ist volle fünf Sterne wert. Er hat einen Curd Jürgens in einer seiner besten Rollen und einen Orson Welles, der einen trotz seines fiesen Charakters am Ende doch irgendwie leidtut (Regalbrett!) Einfach köstlich!

Diese DVD-Veröffentlichung ist aber einfach nur unterirdisch! Die Vorlage scheint eine abgenudelte Off-Kino-Kopie zu sein, komplett mit Tonaussetzern und Flickstellen, bei denen sogar Dialogteile fehlen. Daß der Film im Breitwandformat hier mit Balken oben und unten im 3:4-Vollbild präsentiert wird und dadurch auch noch senkrechte Balken links und rechts vorhanden sind und damit das Bild noch mehr verkleinert wird, senkt den Wert noch mehr.

Laßt Euch auch nicht von der Tatsache täuschen, daß statt der angegebenen 80 Minuten der Film auf dieser DVD-Ausgabe 97 min. lang ist. Er ist deswegen nicht vollständig. Es fehlt z.B. eine bedeutende Szene am Schluß, in der sich Conrad mit den Kindern unterhält. Laut IMDB ist der Film 112 Minuten lang. Somit fehlt ca. eine Viertelstunde (oder abzüglich der NTSC/PAL-Differenz wenigstens 10 Minuten).

Den Film muß man einfach gesehen haben, aber es wäre schön, wenn es ihn in einer technisch hochwertigen Fassung geben würde. Hoffentlich bald! (Oder gibt es das schon? Laßt es mich wissen.)


The Stranger Within
The Stranger Within
Preis: EUR 17,99

14 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zitatensammlung, 5. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Stranger Within (Audio CD)
Demon's Eye. The Stranger Within (us all?). Doogie White. Midnight in Heaven and Hell. Far Over the Rainbow.

Ja, da weiß gleich jeder, was ihn erwartet. Bloß in welcher Qualität?

Demon's Eye begannen als Deep-Purple-Coverband und schrieben jetzt eigene Stücke, und für die Aufnahmen angelten sie sich den letzten Rainbow-Sänger Doogie White. "Stranger in Us All" gehörte wahrlich nicht zu meinen Favoriten, wie man dort nachlesen kann. Zugegeben, Gitarrist Mark Zyk kennt seinen Blackmore in- und auswendig, auch Tastenmann Florian Pritsch hat bei Carey und Airey genau hingehört. Die Songs wie der Gesang reichen aber allenfalls an die Turner-Ära der legendären Band heran. Naja, vielleicht sollte man Demon's Eye trotzdem dankbar für solche Musik sein, nachdem sich Ritchie ins Mittelalter verabschiedet hat. Allein die Begeisterung meiner Mit-Rezensoren kommt bei mir nur selten auf.

Die meisten Songs sind gespickt mit Zitaten, sodaß es immerhin ein nettes Ratespiel ergibt (Motto: Woher stammt dieser Teil nochmal?...). Besonderes Beispiel: "Sins of the Father". "Heaven Again" entfernt sich schon mal von den Vorbildern und besitzt sogar etwas Frühsiebziger-Atmosphäre. "A Foolish Man" ist mehr purpurn eingefärbt. Doogie versucht sich am Ende an Gillan-Geschrei und scheitert kläglich. Gelungen: "The Best of Times" (gleich zweimal enthalten), ein ruhiges Stück, bei dem wirklich mal echtes "On Stage" - Feeling aufkommt. Der definitive Nachfolger zu "Catch The Rainbow", besonders in der zweiten (längeren) Version. Hier wurde der Regenbogen in der Tat im besten Sinne eingefangen.

Das Kernstück des Albums, "Far Over the Rainbow", erfreut mit einem überlangen Gitarrensolo in Blackmore-Manier, das allerdings auch nur aus Zitaten aus dem reichhaltigen Fundus Ritchies besteht. Schade, daß der Song selbst nur zweitklassig ist (höchstens "Straight Between the Eyes" - Niveau). Irgendwie bleibt eigentlich das Meiste zweitklassig (im Falle des Gesangs genaugenommen nur drittklassig, schließlich gab es da ja noch einen Dio und einen Bonnet, die meilenhoch über der Qualität von den in etwa vergleichbaren Turner und White stehen, aber damit würde ich dem guten Doogie dann doch Unrecht tun. So schlecht ist er gar nicht...).

Wie gesagt, manchmal kommen beim Hören schon angenehme (nostalgische) Gefühle auf. Das Gefühl, das vorherrscht, ist aber der Wunsch, die Originale mal wieder einzulegen.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 21, 2012 1:27 AM MEST


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