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Rezensionen verfasst von
Frankie Eyes (Berlin)

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The System of Events
The System of Events
Preis: EUR 19,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein neuer Stern am Proghimmel?, 12. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: The System of Events (Audio CD)
Mit Crystal Palace möchte sich nun auch die deutsche Hauptstadt in die Landkarte des Neoprog-/Artrock eintragen. Schützenhilfe bekommen sie von jenseits des Weißwurstäquators. Keine Geringeren als RPWL's Yogi Lang und Kalle Wallner nahmen die Berliner Jungs unter ihre Fittiche. Und da haben wir auch schon den ersten Orientierungspunkt: Nicht nur der Gesang erinnert an die Freisinger Vorzeigeprogger. Bei den härteren Gitarrenriffs schimmern auch Riverside durch. Die ersten beiden Songs - sind auch die kürzesten - geben schon eine gute Visitenkarte ab. Song Nummer drei (Beautiful Nightmare) ist sehr atmosphärisch, aber bei 11+ Minuten auch zu wenig variiert. Da hat man doch mehr erwartet. So zieht es sich fast durchs ganze Album. Erst das Gefühl, ja das gefällt, dann die Enttäuschung, daß da nicht mehr passiert. Natürlich gefällt "Green Way" gerade durch seine Eingängigkeit, "Sleepless" rockt richtig gut, und beide Songs sind nicht zu lang, und Gitarrist Nils Conrad zeigt die richtige Balance zwischen Riffing und Melodie. Erinnert manchmal an Ronnie Montrose (R.I.P.). Besonders bei den Über-10-Minuten-Stücken vermißt man aber die Raffinesse, die die vorgenannten Bands sowie z.B. Transatlantic so locker aus dem Ärmel schütteln.

Als Fazit bleibt: Ein gutes und hörenswertes Album für alle Progfans, aber ausbaufähig! Potential ist genug da, um in ein paar Jahren zu den ganz Großen des Prog/Artrock zu gehören. Knappe vier.


Dos
Dos
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zu Risiken und Nebenwirkungen..., 5. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dos (MP3-Download)
Wooden Shjips? Was für eine Schrjeibweise?! Wer sind djie??

Die sind abgehoben! Und wie!!

Habe von denen in einer der besseren (Rock)Musikzeitschriften gelesen und dachte, da mußte mal reinhören. Bei Amazon meist kein Problem. Und was ich hörte, Dos haute mich um! Sofort bestellt.

Dank AutoRip konnte ich mir das Werk gleich reinziehen. Ist das nun Psychedelic, Stoner, Space, Postpunk, Kraut, oder was? Es ist auf jeden Fall hypnotisierend. Ich hoffe, der etwas matschige Sound ist dem MP3-Format geschuldigt und der "Real Deal" klingt besser. Und wenn nicht... auch egal. Es wirkt.

"Motorbike" heißt das erste Stück. Feedback-Gitarre, monotoner Hypno-Rhythmus, die Black Angels? Nicht weit weg. Die Stimme (mit Hall) leider zu sehr im Hintergrund. Schon weggetaucht. Dann "For So Long": Bassline, die Gitarre spielt so etwas wie eine Melodie. Die Stimme, diesmal besser auszumachen, scheint dennoch aus der Ferne zu kommen, dank Halleffekt. Der monotone Rhythmus, das ausladende Gitarrenspiel, auch der matschige Sound... die Wipers! Nee, die hätten sich nie eine solche Schweineblende erlaubt.

Wem es noch nicht monoton genug war, der kommt beim *Endless Boogie* von "Down by the Sea" auf seine Kosten. Der (fast-)Sprechgesang erinnert an Alan Vega, wenn er auch nicht so ekstatisch ist. Hätten Suicide Schlagzeug und Gitarre verwendet, das wäre wahrscheinlich dabei herausgekommen. Wer jetzt noch mit der Realität hadert, dem empfehle ich Bruno Mars! (Würg..sorry!) Etwas mehr Abwechslung beim Gitarrenspiel - mal etwas zurücknehmen, um dann wieder auszubrechen - hätte die fast elf Minuten noch interessanter gemacht. Aber wir sind ja dabei, um wegzutreten. Funktioniert!

Bei "Aquarian Time" scheinen sich 1977 die Stranglers und die Simple Minds zusammenzutun um auszuprobieren, was man aus dem Punk noch so alles machen kann. Sie kommen zwar nicht voran, aber es klingt irgendwie Neu! Viva La Düsseldorf. Dort bleiben wir auch für "Fallin'". Ralf Hütter und Florian Schneider treffen sich 1968 in Dormagen zum Jam mit Jaki Liebezeit und Holger Czukay und sie spielen etwas, das sieben Jahre später "Ohm Sweet Ohm" getauft wird. Aber wieder: etwas mehr Variation in elfeinhalb Minuten hätte drin sein können. Aber das merkt man erst, wenn man wieder zu sich gekommen ist.

Also, ohne zu Drogenkonsum aufrufen zu wollen, kreiert ein paar angenehme Düfte im Haus (Räucherkerzen gehen auch), dreht das Ding auf volle Pulle und nehmt Auszeit vom Alltag - entweder aktiv (abhotten) oder passiv (abheben). Beides geht.


Vapor Trails-Remixed
Vapor Trails-Remixed
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Filigran-Berserker, 24. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Vapor Trails-Remixed (Audio CD)
"Vapor Trails" war das erste Album nach ihrer unfreiwilligen Pause nach "Test For Echo" von 1996. Die Fans wissen natürlich, wie es zu dieser Pause kam: Drummer Neil Peart verlor kurz hintereinander Tochter und Frau. Danach begab er sich auf eine Selbst(wieder)findungsreise durch ganz Amerika, schrieb auch ein Buch darüber und meldete sich 2001 bei Alex und Geddy und sagte, daß er jetzt bereit wäre, weiterzumachen. Herauskam das wohl härteste Werk der drei Kanadier seit ihrer Anfangszeit. Es schien, als spielten sie sich mit aller Gewalt sämtlichen Frust aus Leib und Seele. Ganz ohne Keyboards gaben sie sich als klassisches Powertrio mit Höhepunkten wie "Ceiling Unlimited", "Peacable Kingdom", "Secret Touch" und anderen.

Offensichtlich geschah aber alles so überhastet, daß sie das Werk später als unfertig empfanden. Und deshalb wurde es jetzt überarbeitet.

Und ja, tatsächlich klingt das Ergebnis hörbar besser als das Original. Es ist, als habe jemand einen Schleier entfernt, der vieles verdeckte. Auf einmal sind instrumentale Feinheiten zu hören, die man vorher nicht bemerkte. Trotz aller Härte enthält das Album ausgefeilte Kompositionen, wie es man von ihnen erwartet. Wer die Rush der Achtziger mit ihren Synthesizern mehr mag, für den/die ist dieses Album vielleicht nichts. Für die, die alle Facetten der Band und besonders die frühen Jahre schätzen, denen wird dieses Werk gefallen, und die, die es schon kennen, können es jetzt noch mehr genießen als bisher.


What About Now (Limited Deluxe Edition im Digipack inkl. 4 Bonustracks)
What About Now (Limited Deluxe Edition im Digipack inkl. 4 Bonustracks)
Preis: EUR 12,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Anti-Rockband?, 24. Juli 2013
Bon-Jovi-Bashing gehört ja - besonders in Deutschland - zum Volkssport. Nicht ganz verständlich, denn wenn sie wollen, können sie wirklich gute Musik machen, wie z.B. auf der mit mehreren Hits gespickten "Crush" oder der Countryrock-angehauchten "Lost Highway". Auf der anderen Seite schaffen sie es aber auch immer wieder, sich selbst an Belanglosigkeit zu überbieten, sodaß man den Volkssportlern doch zustimmen möchte. Unter Rockfans hierzulande gelten sie jedenfalls als Feindbild, was man auch an den Leserreaktionen der Zeitschrift Classic Rock (nachdem in der April-Ausgabe Jons Konterfei die Titelseite zierte) entnehmen kann.

"What About Now" ist, wenn ich richtig gezählt habe, ihr 12. Studioalbum. Kann kaum einer der "Rocker" wirklich überzeugen (die Obama-Hommage "Because We Can", der Titelsong und "That's What the Water Made Me" sind noch ok), kommt die Stärke dieses Albums in Form der langsamen Stücke wie "Amen", "The Fighter" und den Bonussongs "Not Running Anymore" und "Old Habits Die Hard" - wirklich gute Songs und weitgehend schmalzfrei. Dazu vielleicht noch das hymnische "Army of One". Vielleicht liegt es ja daran, daß die Beiträge von Gitarrist und Sorgenkind Richie Sambora nicht so üppig ausgefallen sind wie sonst, daß die Rockanteile die Erwartungen nicht erfüllen. Apropos Richie: Sein "Every Road Leads Home to You" ist auch noch erwähnenswert. Nicht der Überflieger, aber immerhin...

Fazit: Wer seine Rockmusik am liebsten adrenalinfrei mag, liegt hier genau richtig. Die Qualität der ersten fünf Alben werden Bon Jovi wohl nie mehr erreichen...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 16, 2014 12:44 PM CET


Stonehenge (From Then Till Now)
Stonehenge (From Then Till Now)
Preis: EUR 20,98

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Verhunzung eines Meisterwerks, 23. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Stonehenge (From Then Till Now) (Audio CD)
Was haben Fans darauf gewartet! Seit den Originalveröffentlichungen waren die beiden Werke des englischen Klangtüftlers Chris Evans und des deutschen Sängers David Hanselmann - "Stonehenge" (1980, fantastisch) und "Symbols" (1981, nicht ganz so stark aber immer noch mehr als hörbar) - nicht mehr erhältlich. Nun also ersteres in einer überarbeiteten Version, "Stonehenge - From Then Till Now" betitelt, erstmals auf CD.

Laut Werbung sollen vier neue Songs im alten Stil und zwei alte in neuen Versionen enthalten sein. Dazu wurde "Genesis", ursprünglich erster Titel auf Seite zwei der LP, an den Anfang gesetzt. So weit so gut...

Beim Anhören dann die böse Überraschung! Auch alle anderen Titel wurden massiv überarbeitet. Instrumente wie Irish Fiddle und Saxofon und (nicht wenig) Backgroundgesang wurden hinzugefügt und verändern den Charakter der Songs massiv. Das soll wohl an das alte England erinnern, was ja thematisch paßt - musikalisch paßt es nicht! Das Original bestand neben Drums, Bass und Gitarre sowie Davids mächtiger Stimme hauptsächlich aus elektronischem Instrumentarium, was eine einzigartige Atmosphäre schuf und Vergleiche mit Pink Floyd und The Alan Parsons Project provozierte. Diese Atmosphäre wurde jetzt durch das neu hinzugekommene Instrumentarium weitgehend zerstört. Davids Gesang geriet zu weit in den Hintergrund. Daß die neuen Songs keine große Bereicherung sind, fällt da gar nicht mehr ins Gewicht. "Guinevere" (ein langsames Stück mit Klavier und viel Chorgesang) ist OK und hätte ins Original noch gut gepaßt. "The Isle of Glass" besteht nur aus Chor. "Lancelot & Guinevere": Vogelgezwitscher, künstliches Orchester, Dudelsack und Kampfgeräusche (!). "Layamon's Prophecy" (nach dem Epilog!) ist sehr rockig - nicht schlecht aber ein Fremdkörper. Irrsinnigerweise klingt die neue Version vom Stonehenge Theme am Schluß am ehesten wie das Original, bevor die irische Fiedel vom Anfang wieder ertönt.

Könnte man nun über Sinn und Zweck (und Gelingen) der ganzen Neuerungen noch diskutieren (ist ja auch Geschmackssache), geht eins wirklich gar nicht: Gingen die Stücke auf dem Original meistens ineinander über oder schlossen zumindest nahtlos aneinander an, werden sie hier ein- und ausgeblendet und mit Pausen versehen. Dadurch wirkt das ganze Werk auch noch zerhackstückelt. Unmöglich!

Jemand hat das hier mit den Veränderungen bei dem ersten Alan-Parsons-Album verglichen. Kein Vergleich - Parsons hat dezent einige Gitarrenspuren und einen gesprochenen Part von Orson Welles hinzugefügt und die Dynamik etwas verändert (abgeschwächt - das einzig wirklich Negative) und die Atmosphäre seines Werks bewahrt. Hier hätte zwingend die Originalversion auf einer zweiten CD dabeisein müssen, dann wäre ich auch in meiner Bewertung gnädiger gewesen. Fans, die das Original im Ohr (oder gar noch auf LP) haben und hier lediglich eine Klangverbesserung erwarten, sollten dieser Veröffentlichung mit Vorsicht begegnen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 2, 2014 12:48 PM MEST


Now What?! (Limited Edition)
Now What?! (Limited Edition)
Preis: EUR 6,99

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Purpendicular" meets "Rapture of the Deep", 4. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Now What?! (Limited Edition) (Audio CD)
Da ist es nun endlich, das lange überfällige Werk der einstigen Hardrockpioniere Deep Purple. Die Ankündigung, daß Produzentenlegende Bob Ezrin (Alice Cooper, Kiss, Pink Floyd) die Entstehung des neuen Werkes betreuen sollte, ließ die Erwartungen steigen. Herausgekommen ist ein gutes, aber kein überragendes Werk. Die sich überschlagenden Euphorien über das Ergebnis können nur mit der Freude, daß das Werk tatsächlich zustande kam, erklärt werden, ähnlich wie unlängst bei Van Halen und Aerosmith. Das Etikett "Perfect Strangers meets Made in Japan" (Aufkleber) ist jedenfalls definitiv zu hoch gegriffen!

Kommen wir erstmal zum Positiven: "Now What?!" reiht sich neben "Purpendicular" und "Bananas" zu den besseren Scheiben der Morse-Ära ein. Don Airey hat sich endlich gelöst vom übermächtigen Schatten seines Vorgängers, dominiert hier und da schon mal und klingt paradoxerweise dabei mehr denn je nach einem jungen und stürmischen Jon Lord (dem das Album auch gewidmet ist). Die Produktion klingt offen und luftig, nicht zu trocken (Rubin) und nicht zu poliert (da gibt's viele). Ian Gillan versucht nicht mehr, der Shouter von früher zu sein, überzeugt stattdessen umso mehr, je tiefer er singt (Blood From a Stone). Erinnert an bessere Momente seines letzten Soloalbums "One Eye To Morocco".

Bob Ezrin ermunterte die Band, ihre Stärken mehr auszuspielen. Das zeigt sich darin, daß es wieder mehr ausgedehnte Instrumentalpassagen gibt, die daran erinnern, daß die Band auch mal "progressiv" war. Doch klingen sie dann oft wie jemand anders. "Above And Beyond" könnte glatt von Yes oder Emerson Lake & Palmer stammen, im Intro zu "The Uncommon Man" klingen Morse und Airey wie auf einem Pink-Floyd-Tribut, während die Keyboardfanfare später wieder an ELP erinnert. "Après Vouz" verbreitet mit flirrenden Synthesizern Hawkwind-Atmosphäre, bevor Steve und Don sich duellieren. Natürlich ist das alles nicht schlecht, aber ist das Deep Purple?!

Ein Negativpunkt ist, daß die Herren, wie schon auf dem Vorgänger "Rapture of the Deep", oft viel zu kontrolliert agieren ("Bodyline", "All the Time in the World"). Da ist kaum was von dem Sich-gehen-lassen eines Made-in-Japan-Auftritts vorhanden, wie es der Aufkleber verspricht, mit einer Ausnahme...

"Hell to Pay" ist das einzige Stück, das richtig abgeht, und es hat einen Mittelteil mit wie live improvisierten Soli. Besonders Don Airey sticht hervor. Der Song würde bei zukünftigen Konzerten gut als Vehikel für Soli aller Instrumentalisten dienen, so wie einst "Space Truckin'".

Einen kleinen Höhepunkt, wenn auch ebenfalls Purple-untypisch, gibt es zum Schluß mit "Vincent Price". Mit gespenstisch jaulender Gitarre von Steve Morse und Soundeffekten aus einem dieser Horrorfilme, wo der Titelheld mitspielte, scheint der Song von Bob Ezrin von den Aufnahmesessions für Alice Coopers "Welcome 2 My Nightmare" mitgebracht worden zu sein. Immerhin hat er zusammen mit den Purples gleichberechtigt die Songwriter-Credits zugesprochen bekommen.

Der Bonussong der Limited Edition "It'll Be Me" ist kaum einer Erwähnung wert, außer daß es eine für Deep Purple seltene Coverversion ist, die von Jack Clement geschrieben und von Jerry Lee Lewis erstmals interpretiert worden ist. Die beiliegende DVD enthält neben einem 20minütigen Interview drei (nur Audio-)Songs, und zwar einen Radio-Edit von "All the Time in the World" (für mich einer der schwächsten Songs von "Now What?!") und zwei Livesongs, "Perfect Strangers" und "Rapture of the Deep", die wie ihr Auftritt im Hard Rock Cafe in London von 2005 klingen, was damit die dritte Verwertung dieser Songs wäre.

Fazit: Eins der besseren Weke ihrer jüngeren Geschichte, die stilistischen Ausflüge in andere Gefilde machen durchaus Spaß, und Bob Ezrin hat großen Anteil am Gelingen, aber schwächere Anteile (was "A Simple Song" mir geben soll, weiß ich immer noch nicht), verhindern die volle Punktzahl.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 27, 2014 1:44 AM CET


Looking for Love in the Lost Land of Dreams
Looking for Love in the Lost Land of Dreams

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auch ein Raumschiffcaptain hat Beziehungsprobleme., 28. März 2013
2010: Blood Of The Earth
2012: Onward
2013: Hawkwind Light Orchestra-Stellar Variations & Dave Brock-Looking For Love...

Der Captain vom Raumschiff Hawkwind ist aktiv wie noch nie zuvor. Hat der 71jährige Angst, daß ihm die Zeit davonrennt? Kann er all seine Ideen nicht in seiner Hauptband unterbringen? Nachdem um die Jahrtausendwende herum relative Flaute herrschte, was neue Töne aus dem Mutterschiff anging - abgesehen von (nicht immer hochwertigen) Live-Veröffentlichungen, scheint es zur Zeit kaum genug Plattformen zu geben, auf denen Dave Brock seine Ideen veröffentlichen kann. Nun ist es nicht so, als wäre Dave die ganze Zeit untätig gewesen. Diese Aufnahmen entstanden zwischen 2007 und 2012 und nicht wenige davon endeten ausgearbeitet auf dem besten Album seit den 90ern, "Blood of the Earth". Außer Dave selbst war nur Drummer Richard Chadwick und auf einem Track Keyboarder Jason Stuart (verstorben 2008) beteiligt.

Die Ergebnisse dieser Aufnahmen könnten für sich schon ein würdiges Hawkwind-Album darstellen. "A Lover's Whim" schreit einen Beziehungsfrust im klassischen Hawkwind-Sound raus, um nur Momente danach wieder innezuhalten, und dann erneut auszubrechen. Ein erster Höhepunkt. "The Higher Plane" scheint die im Booklet abgebildete Rakete zu sein, mit der unser Captain irgendetwas (oder -jemanden) entfliehen möchte. "Lazy Days" kennt der gemeine Hawkwind-Fan als "Comfy Chair" von "Blood of the Earth". Was auf jenem Album aber in komprimierter Form dargeboten wurde, wird hier auf fast sechs atmosphärische (und dank Richard Chadwick perkussive) Minuten ausgedehnt, bevor es in einen jazzigen Teil mündet. "Who Do You Think You Are?" landete ebenfalls auf "Blood of the Earth" und hieß dort "Seahawks". Diese rohere/rauhere und psychedelischere Version kommt meiner Meinung nach noch besser.

"We Took The Wrong Step" ("...Years Ago") ist genau das - ein feines (!) Remake des Hawk-Klassikers von ihrem Zweitling "In Search Of Space", komplett mit Akustikgitarre und Space-Synthis. In "The Chief" kommt uns der Captain ganz witzig als korrupter Schreibtischtäter (siehe auch CD-Rückseite). Auf wen er da wohl anspielt? Doch nicht etwa auf den Herrn, dessen Porträt hinter ihm an der Wand hängt??

Es ist nie zu spät, noch mal von vorne anzufangen, meint Dave. Und wie um es zu beweisen marschiert er auch kräftig voran. Das Ergebnis bleibt er uns schuldig, während er sich in einem undurchsichtig milchigem Weiß verliert. "Dreams" mit den künstlich angedeuteten Bläsern erinnert an "Take Me To Your Leader", dann darf geküßt werden. Dieses Thema, das bei Hawkwind nie eins war, es sei denn, es geht um Androiden oder Außerirdische, ist auch hier nicht so profan. Klingen tut es spacerockig wie es dem Hawkwind-Fan gefallen muß. "Menace To Society" ist noch mal ein Leckerbissen mit bluesiger Harp, die schließlich im Weltraum zu verschwinden scheint, womit sich der Kreis von den Anfängen in den 60ern bis zum Spacerock anno 2013 schließt.

Dies ist wohl das reichhaltigste, stilistisch abwechslungsreichste und damit beste aller Brock-Soloalben. Auch wenn es Remakes sowie Vorläufer von späteren Hawkwind-Songs enthält, ist es meiner Meinung nach besser als Stellar Variations, weil es durchweg interessant ist und nicht so fragmentarisch wirkt.


Palace Springs (Exp.& Rem.2cd Edition)
Palace Springs (Exp.& Rem.2cd Edition)
Preis: EUR 20,98

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die 2. Goldene Ära Hawkwinds, 24. März 2013
Endlich ist auch "Palace Springs" von Hawkwind in remasterter Version erschienen. Dieser Zwitter aus Live- und Studioaufnahmen wurde 1991 schon so bearbeitet, daß er wie eine Einheit klingt. Besonderheiten jener Zeit waren auf der einen Seite die Sängerin Bridget Wishart (Live) und Rückkehrer Simon House (Studio) an Keyboards und Violine. Und letzterer hat großen Anteil an dem Gelingen des Gesamtwerks.

"Back in the Box" wurde von Bridget gesungen, "Treadmill" war ein neues Studiostück, das durch Simons Violine stark an die Phase von "Warrior on the Edge of Time" erinnert. Der knapp dreiminütige atmosphärische Schlußteil belegt die Qualität der damaligen Formation. Es folgt "Lives of Great Men/Void of Golden Light" (hieß in den 1970ern noch "Assault And Battery/The Golden Void). Es kann zwar nicht ganz mit dem Original mithalten, hat aber ein ebensolches überaus atmosphärisches Ende.

"Time We Left" (This World Today) aus ihren ganz frühen Tagen klingt in der synthilastigen Version hier nicht all zu doll. "Heads" ist ein weiteres atmosphärisches (wenn auch etwas lahmes) Stück, das wie der zweite Teil von "Time We Left" klingt und wieder eine Liveaufnahme ist (erstmals sind Publikumsreaktionen zu hören). "Acid Test" ist mal wieder eine Einspielung aus den frühen 80ern, bevor Harvey Bainbridge das Kommando übernimmt. Ohne entsprechende Lightshow (oder andere bewußtseinserweiternde Mittel) kaum beeindruckend. Dann folgt "Damnation Alley", der Klassiker von "Quark, Strangeness And Charm". Gut gespielt am Anfang, hat es im Mittelteil eine Reggae-Einlage, die danach für Hawkwind eine Zeitlang Standard wurden. Aber nach kurzer Zeit geht es im vertrauten Stil weiter. Gute Version insgesamt.

Das war das ursprüngliche Album "Palace Springs" von 1991, das zu den beliebtesten unter den Fans zählt. Als Zugabe gibt es noch das kuriose elektronische "The Damage of Life", vermutlich vom Captain damals allein eingespielt. Darüberhinaus gibt es eine weitere (vermutlich Demo-)Version von "Treadmill", das im zweiten Teil noch "Time We Left" enthalten soll. Letzteres beschränkt sich aber auf ein Riff im instrumentalen Schlußteil.

Die 2. CD dieser Edition beinhaltet ein Livekonzert vom Dezember 1990 in Oakland, Kalifornien. Dieses war schon 1992 unter dem Titel "California Brainstorm" erschienen - heute kaum noch aufzutreiben. Das war eins mit Bridget Wishart und wird hier noch ergänzt durch den Track "Images". Wieder mal eine Wiederveröffentlichung von Atomhenge ohne jeden Makel und mit ausführlichen Linernotes von Brian Tawn. Vorbildlich!


Stellar Variations
Stellar Variations
Preis: EUR 18,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hawkwind light?, 24. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Stellar Variations (Audio CD)
Nein, dies ist keine Hommage an Jeff Lynnes Erfolgsband in den 70ern und 80ern. Wie der Name zustande kommt, erklärt Captain Dave Brock im Booklet selbst: "Tim (Blake) lebt in Frankreich. Dibs in Derbyshire. Wir drei (Brock, Chadwick, Hone) wohnen im West Country, so sehen wir uns öfter. Diese Musik entstand während dieser Zeit." Die kreativen Energien des Captains scheinen in seinem 8. Lebensjahrzehnt zu fließen wie lange nicht mehr. Da kann er nicht warten, bis alle seiner Kollegen wieder verfügbar sind. Herausgekommen ist ein Hawkwind-Album, das diese Bezeichnung zwar verdient, aber kein Überflieger ist.

Es fehlen die wunderbaren Blake-Synthi-Zutaten (und das, obwohl "Song for a New Age" ein Song von dessen Werk "Blake's New Jerusalem" ist), und irgendwie kommt es einen so vor, als ist das hier wirklich nur ein Zwischendurch-Werk (ein In-Between-Album, wie es sie auch früher schon gab). Nur Stücke wie "It's All Lies" (ein Brock-Rocker in bester Tradition) und "Instant Predictions" erinnenn daran, daß das ein Album einer Spacerock-Legende ist, von der wir immer wieder Neues hören möchten. Nur hätte man sich diese im Ansatz guten Ideen hier dafür aufsparen sollen, bis alle fünf wieder verfügbar sind, um dann etwas wirklich Großartiges zu erschaffen.

Schön ist natürlich das Booklet, dessen Design an den legendären Barney Bubbles erinnert.


Omega - Greatest Performances [2 DVDs]
Omega - Greatest Performances [2 DVDs]
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 21,82

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oldest But Goldest!, 24. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Omega - Greatest Performances [2 DVDs] (DVD)
50 Jahre existiert die Progressive/Hard-Rockband aus Ungarn mittlerweile, und pünktlich zum Jubiläum erschien dieser Zusammenschnitt von Liveauftritten aus den 90ern und 2000ern.

Omega sind in Ungarn nach wie vor DIE große Nummer, die Stadien füllen. In (West-)Deutschland wurden sie in den 1970ern bekannt durch in englisch eingesungene Werke ihres Repertoires, die auf dem experimentellen Bellaphon-Sublabel Bacillus erschienen. Damals befanden sie sich in guter Gesellschaft zwischen Bands wie Eloy, Jane, Ramses und anderen, weswegen sie schon mal für eine Deutschrockband gehalten wurden. Anfang der 80er erlischte das Interesse, zumindest das der Plattenfirmen, und ihre weiteren Werke waren nur noch durch Importe erhältlich. Englische Einspielungen gab es seitdem nur sporadisch. Ihr Stil reicht von progressiven Klängen wie Pink Floyd und den schon erwähnten Eloy bis zum symphonischen Hardrock wie z.B. Uriah Heep.

Der so charismatische wie alterslose (wenn man von Nahaufnahmen absieht :-) Frontmann und Blondschopf János Kóbor ist immer noch der Blickfang und auch die Identifikationsfigur der Band. Seine charismatische Stimme ist auch immens wichtig. Eine englisch gesungene Version ihres Spätwerks "Transcendent" mit einem englischsprachigen Sänger ließ auch viel von der Identität der Band vermissen. Das ansonsten großartige Werk ist hier leider nicht vertreten, wo alles ungarisch gesungen wird.

Es gibt einen Querschnitt durch ihr ganzes Repertoire von den Siebzigern bis in die Neuzeit, teils Auftritte mit einem Orchester, wie sie auch Deutschland (endlich mal wieder) im Rahmen ihrer "Omega Rhapsody"-Tour 2012 besucht haben. Einzelne Songs herauszuheben fällt schwer, da trotz der verschiedenen Auftrittsorte das alles in sich stimmig rüberkommt. Als Beispiel nehmen wir mal den fantastischen keyboarddominierten Hardrocker "Nem tudom a neved" ("Help to Find Me" von "200 Years After The Last War"), "Életfogytig Rock And Roll", "Mozgó világ" ("Moving World" von "Hall of Floaters in the Sky"), "Léna" ("Russian Winter" von "Skyrover"), "Napot hoztam, csillagot" (absolut Pflicht: "House of Cards" von "Timerobber"), ihre wahrscheinlich schönste Ballade "Nyári éjek asszonya" ("Lady of the Summernight" von "Gammapolis") und natürlich ihren ewigen Rausschmeißer "Gyöngyhayú lány" (gab's auch in deutsch als "Perlen im Haar", die Scorpions machten daraus "White Dove"). Optisch hat man mit ansprechender Lightshow, Videoprojektion und gelegentlichem Lasereinsatz einiges zu bieten (wobei der Fokus eindeutig auf die Musiker gerichtet ist), und alles in bester Bild- und Tonqualität.

Mehrere Bands feierten heuer ihren 50. Geburtstag, neben Omega noch die Rolling Stones, Beach Boys und Golden Earring. Nur letztere scheinen noch so lebendig zu sein wie die Rockinstitution aus Ungarn. Herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Jubiläum.


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