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Rezensionen verfasst von
Frankie Eyes (Berlin)

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Ride Out
Ride Out
Preis: EUR 21,98

4.0 von 5 Sternen Neues aus Detroit, 20. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Ride Out (Audio CD)
Bob Seger hat es tatsächlich geschafft, noch mal ein Album rauszubringen, und dazu noch ein richtig gutes. Nach dem recht biederen Vorgänger (Face the Promise, 2006) zeigt er hier alle Facetten seines Könnens. Schon der Opener "Detroit Made" rockt los, als käme das alte Gefährt frisch getuned aus der Werkstatt. Das hat man lange vermißt. Aber auch Blues ("Hey Gypsy"), Folk ("Adam and Eve", Duett mit Laura Creamer), Country ("California Stars"), Soul- und Funk-angehauchtes hört man hier. Für die Romantiker gibt es mit "Gates of Eden" noch eine richtige Breitwandballade.

Fazit: ein feines lebendiges Alterswerk, das nicht ganz an seine Glanzzeit heranreicht, aber mit allem, was nach "Against the Wind" kam, locker mithalten kann und vieles davon sogar übertrifft.


Ferry to Hong Kong [UK Import]
Ferry to Hong Kong [UK Import]
DVD ~ Curd Jürgens
Wird angeboten von de_findprice
Preis: EUR 6,64

4.0 von 5 Sternen Gute Qualität, 15. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Ferry to Hong Kong [UK Import] (DVD)
Über den Film "Fähre nach Hongkong" vom späteren James-Bond-Regisseur Lewis Gilbert habe ich mich an anderer Stelle schon ausgelassen. Er ist absolut sehenswert, besonders wegen den Stars Curd Jürgens und Orson Welles. Nur war die deutsche DVD-Veröffentlichung (von CinePlus) - gelinde gesagt - unter aller Sau! Bild und Ton mickrig, unvollständig, mit Schnitten wie aus einer zigmal geflickten Off-Kino-Kopie. Teilweise Abhilfe bietet da diese englische Version von StrawberryMedia. Das Bild geht in Ordnung und mit 108 Minuten scheint der Film vollständig zu sein. Einziges Manko: Der deutsche Ton fehlt.

Wer darauf verzichten kann, sollte unbedingt zu dieser Version greifen.

Jetzt wünsche ich mir nur noch eines: daß diese Version noch mal mit der deutschen Synchro erscheint, die zweifellos vorhanden ist, wie man an den vielen Wiederholungen in den "Öffentlich-Rechtlichen" ausmachen kann.


Redeemer of Souls (Deluxe)
Redeemer of Souls (Deluxe)
Preis: EUR 14,99

26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Retro Priest, 15. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Redeemer of Souls (Deluxe) (Audio CD)
Nach dem von den Fans sehr zwiespältig aufgenommenen (für mich nach wie vor hörenswerten) Bombast-Experiment namens "Nostradamus" hören sich Judas Priest auf ihrem neuen Werk geradezu rückwärtsgerichtet an. Den Anfang machen mehrere Songs im Stil ihrer 80er-Hoch-Zeit, die zwar nicht gleich zünden, aber nach mehrmaligem Hören doch allmählich ins Ohr gehen. Da ist zwar kein neues, "Breaking The Law" und kein "Another Thing Coming" dabei, aber es ist doch gut. Robs typischen Hochgesang hört man nur selten (z.B. in "Halls Of Valhalla"), da der inzwischen über 60jährige es eben nicht mehr so leicht hinbekommt. Aber seine Stimme kann auch so absolut überzeugen. Gelegentlich hört man "Painkiller"-artiges mit seinen (dezenten) Thrash-Einflüssen. Aber auch die Bombast-Einflüsse sind nicht völlig verschwunden. Gelegentlich ist auch mal ein untermalendes Keyboard (oder ein Gitarrensynthesizer?) zu hören, wie in "Hell & Back" und dem balladesk beginnenden und sich dann steigernden "Cold Blooded". In dieser reduzierten Dosis sollten auch "Nostradamus"-Gegner keine Probleme damit haben. Der "Neue", Gitarrist Richie Faulkner, hat ja schon auf der "Epitaph"-Tour seine Qualitäten bewiesen. Er ist ein ebensolcher kongenialer Partner für Glenn Tipton wie sein Vorgänger.

Ab Track 10 wird's kurios: "Crossfire" klingt nach 70er Priest und könnte genausogut auf "Sad Wings..." oder "Sin After Sin" draufpassen. Auch der Gesang wurde dafür passend abgemischt. Das sind wirklich Judas Priest in der Retromaschine. "Secrets Of The Dead" verbindet auf eigentümliche Weise "Stained Class" mit Neuzeit-Elementen ab "Angel of Retribution". "Beginning Of The End" ist eine Ballade im Stil von "Before The Dawn" ("Killing Machine"). Damit endet das eigentliche Album.

Die Deluxe Version (hübsch: in Buchform mit metallisch schimmerndem Titelmotiv) enthält eine Bonusdisk mit fünf zusätzlichen Songs. "Snakebite" (hat nichts mit Whitesnake zu tun), ist eingängig, aber auch einfältig. Besser kommen "Tears of Blood" und noch mehr "Creatures". "Bring It On" ist ok, aber nichts Besonderes. "Never Forget" - wieder eine Ballade - klingt wie ein Abschied von den Fans, auch wenn es im Text heißt, "It's not over my friends". Warten wir's ab.

Wenn es der Abschied sein sollte, dann ist es ein hörenswerter. Judas Priest lassen hier praktisch ihre gesamte Karriere Revue passieren, von den 70ern bis heute. Da es einige Durchhänger (keine Ausfälle!) gibt, habe ich mich schließlich für vier Sterne entschieden. Aber über vier Sterne freut sich ja zur Zeit so ziemlich jeder in Deutschland, und Priest-Fans können das auch.
Kommentar Kommentare (16) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 29, 2014 7:43 PM CET


Sagacity (Special Edition)
Sagacity (Special Edition)
Preis: EUR 9,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nichts los in Saga-City, 29. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Sagacity (Special Edition) (Audio CD)
Nach den wirren Zeiten ab Mitte der 80er bis Ende der 90er haben sich Saga ja wieder aufgerappelt und sind in der Lage, an ihre besten Zeiten anzuknüpfen. Leider hat sich aber seitdem ein seltsamer Rhythmus eingespielt: Nur jedes 3. Studioalbum kann wirklich überzeugen. Nach "House of Cards" gab es zwei mittelmäßige (nicht schlechte) Werke, dann kam "Trust", und mit Michael Sadlers Abschied und dem Nachfolger mit dem Interimssänger Rob Moratti wieder zwei, die nicht recht begeistern konnten, und schließlich die triumphale Rückkehr Michaels mit "20/20". Es hätte mich also nicht wundern dürfen, daß der Nachfolger "Sagacity" wieder abfällt.

Kaum einer der neuen Songs hat die instrumentale Raffinesse, die Saga so groß gemacht haben. "Go With The Flow" reicht noch am ehesten heran. Das meiste plätschert so vor sich hin, ohne daß man sich hinterher noch daran erinnert. Wo sind z.B. die genialen Keyboard/Gitarren-Duelle/Duette wie in "Don't Be Late"? Wo ein solch vorwärtstreibender Rocker wie "On The Loose"? Der Tiefpunkt ist wohl "Press 9", das in etwa die technisierte Neuzeitversion vom englischsprachigen Kinderlied "Inchworm" ist. Grausig! Ein "Wake Up" ist danach wirklich nötig, wirkt aber nur zweieinhalb Minuten und hinterläßt letzendlich auch keinen Eindruck.

Auch der Klang dieses Werks ist - diplomatisch ausgedrückt - bescheiden! Wer sich im Booklet den Teil mit "Mixing Process" durchliest, weiß auch warum. Da ist von irgendwelcher Streaming-Software die Rede, und daß der Mix über iPhone abgehört wurde usw... Kein Wunder, daß da so ein Murks rauskommt, wenn sich keiner das Ergebnis direkt von der Hardware, oder besser noch vor Ort, anhört! Für die, die sich ihre Mucke bevorzugt via MP3-Player und iPhones reinziehen, reicht das natürlich. Für Musikliebhaber aber nicht!

Warum nach der ganzen Lamentei trotzdem drei Sterne? Ich bespreche die Special Edition mit einer Bonus-Live-CD. Die beweist, daß Saga von der Bühne herunter immer noch großartig sind, besonders mit Zeremonienmeister Michael Sadler. Bemerkenswert wären die seltener gespielten "The Cross" und "Mouse in a Maze", wenn die nicht schon auf dem letzten Livealbum "Spin It Again" dabeigewesen wären. Interessant ist "Scratching the Surface", das bisher von Jim Gilmour allein am E-Piano vorgetragen wurde, und hier im "nostalgischen" 80er Sound inkl. E-Drums präsentiert wird, wie sie es auch auf der letzten Tour mit Magnum gespielt haben. Ist das nun Parodie oder Hommage? Es wirkt jedenfalls auf irgend eine unerklärliche Art sympathisch.

Ein Trost bleibt: Das übernächste Album wird bestimmt wieder ein Knaller!


Control Me
Control Me

3.0 von 5 Sternen Seichter Schönklang, 21. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Control Me (Audio CD)
Die Hannoveraner Band Ramses gehörte in der 2. Hälfte der 70er Jahre zur Speerspitze des (progressiven) Deutschrock, zusammen mit Eloy, Jane, Streetmark und einigen anderen. Ihre ersten beiden Alben "La Leyla" (1976) und "Eternity Rise" (1978) waren fantastische Werke dieses Genres. Als sich zum Jahrzehntwechsel die Musiklandschaft total veränderte, verloren sie - wie viele andere - an Relevanz. Ab 1980 gab es praktisch (bis auf wenige Ausnahmen) keine progressive Musik mit Titeln über 5 Minuten mehr. Trotzdem wagten Ramses einen weiteren Versuch mit dem einfacher gestrickten Album "Light Fantastic" (1981), das schon nicht mehr den musikalischen Tiefgang hatte, aber noch gut hörbar war. Danach war Schluß...

...bis 2000, als mit "Control Me" - von den meisten unbemerkt - ein neues Album erschien. Mit den Langhorst-Brüdern und Reinhard Schröter sind immerhin drei Originalmitglieder und mit Herbert Natho als Gastmusiker sogar ein viertes dabei. Dazu kommt mit Herbert Wolfslast noch ein Mitglied der 1981er Besetzung.

"Control Me" klingt wie die konsequente Fortsetzung der Entwicklung bis "Light Fantastic". Es gibt schöne Keyboardsounds, vereinfachte Songstrukturen, deutsch klingenden Englischgesang. Es klingt noch seichter als das 1981er Werk, aber nicht wirklich schlecht. Der Titelsong - keyboarddominiert - klingt einfach schön. Bei "World of Dreams" habe ich den Eindruck, es entstand auf 80er Equipment mit all seinen Stolperfallen. Bei z.B. "Rule The Globe" darf auch mal eine antreibende Gitarre ertönen, die es in die Nähe von Eloy bringt. "Into Your Life" ist eine Mischung aus alldem. "Blues of a Nation" ist eine angerockte 80er Popballade mit Gastsängerin Danni Greinke. Und so geht es weiter...

Dieses Album ist ein einziger Anachronismus. Oder es entstand wirklich in den 80ern. Das kann je nach persönlicher Einstellung/Geschmack entweder angenehme oder abstoßende Gefühle hervorrufen. Bei mir hängt's von der Tagesform ab. Wenn man ihre beiden ersten meisterhaften Alben als Maßstab nimmt, sind 3 Sterne, wie ich glaube, eine gute Bewertung.


Yes Minister (Die komplette Serie) & Yes, Prime Minister (Staffel 1) (2 Serien in einer Box) (6 Disc Set)
Yes Minister (Die komplette Serie) & Yes, Prime Minister (Staffel 1) (2 Serien in einer Box) (6 Disc Set)
DVD ~ Paul Eddington
Preis: EUR 37,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klasse, aber leider nicht komplett, 21. Juni 2014
Diese britische Satire-Serie, die die Gepflogenheiten der Regierung Ihrer Majestät analysiert und aufs Korn nimmt, ist nichts weniger als Kult. Der Kampf zwischen den Ministern und dem Beamtenapparat (den eigentlichen Drahtziehern) spiegelt zwar die Struktur in Großbritannien wider, ist in den meisten Fällen aber auch in Deutschland vorstellbar. So wurde die Serie, die in den Achtzigern in den dritten Programmen lief, auch hierzulande ein Erfolg. Wunderbar die Charaktere: der leicht vertrottelt wirkende Minister für Verwaltungsangelegenheiten (und späterer Premierminister) James Hacker, wunderbar gespielt von Paul Eddington, dann der intrigante und (fast) immer an den Fäden ziehende Staatssekretär Sir Humphrey Appleby (einmalig: Nigel Hawthorne) und schließlich Hackers persönlicher Referent, der unerfahrene, naive und zwischen seinen beiden Herren hin- und hergerissene Bernard Wooley (Derek Fowlds). Die deutsche Synchro ist gut gelungen - auch wenn nicht jeder Gag sitzt, weil er schlicht nicht 1 zu 1 ins Deutsche übertragbar war - und bietet prominente Sprecher wie Jürgen Thormann, Stefan Aust, Friedhelm "Palpatine" Ptok, Wolfgang Spier, Friedrich Schönfelder und andere. Trotzdem ist - wie fast immer - der Originalton vorzuziehen.

Nun zum Negativen: Die Serie besteht aus 3 Staffeln "Yes Minister" und zwei Staffeln "Yes Prime Minister". Von letzteren lief nur die erste Staffel in Deutschland. Die zweite wurde wohl nie synchronisiert, hätte aber zwingend mit in die Box hineingehört, auf der "Die komplette Serie" draufsteht. Ja ja, ich weiß, das "komplett" bezieht sich nur auf "Yes Minister", aber da die erste Staffel der Nachfolgeserie mit enthalten ist, hätte die zweite im englischen Original auch dazugehört, zumal auch die anderen Folgen vormals geschnittene Szenen in englisch mit deutschen Untertiteln enthalten.

Abzug für die allen zu empfehlende Fünf-Sterne-Serie für das "nicht komplett".


Outsider (Digipak)
Outsider (Digipak)
Preis: EUR 16,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Heep, die 24., 21. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Outsider (Digipak) (Audio CD)
Uriah Heeps 24. Studioalbum verzeichnet einen Personalwechsel gegenüber dem Vorgänger "Into The Wild" (2011). Für den kürzlich verstorbenen Trevor Bolder zupft nun Dave Rimmer (ex-Zodiac Mindwarp) an den vier dicken Saiten. Sonst hat sich eigentlich nichts geändert. Die Markenzeichen sind geblieben: dominante Orgel, Chorgesänge, Micks Wah-Wah-Gitarre. Seit Drummer Russel Gilbrooks Einstieg ist auch wieder ordentlich Power vorhanden - nichts gegen Lee Kerslake, aber das junge Blut scheint die alten Recken zu beflügeln.

Der Einstieg "Speed of Sound" kann gleich überzeugen, auch wenn er nicht gerade die Schallmauer durchbricht. Der Midtempo-Stampfer "One Minute" besticht durch seine Eingängigkeit, ohne sich zu sehr anzubiedern. Der Höhepunkt der Scheibe kommt schon jetzt: "The Law" hat Progressive-Elemente in Tempowechseln, fetten Chören, und natürlich einem typischen Wah-Wah-Solo. So nahe an den Siebzigern waren Heep, ja, seit den Siebzigern nicht mehr.

"Is Anybody Gonna Help Me?" hat auch Tempowechsel. Es stampft, treibt vorwärts (Russell und Davey sind die Antreiber), hält inne. "Looking at You" rockt flott vorwärts mit einem schönen Mitsing-Refrain. Auf so ziemlich jedem Heep-Album befindet sich eine Variante von "Easy Livin'". Hier heißt sie "Can't Take That Away". Der bombastische Abschluß "Say Goodbye" bietet wieder hymnischen Chorgesang. Der Rest liegt ebenfalls über dem Durschschnitt, es gibt keinen Ausfall.

Nach dem qualitativ etwas durchhängenden "Into The Wild" ist "Outsider" wieder ein richtig tolles Uriah-Heep-Album geworden, mindestens auf einer Stufe mit "Wake The Sleeper". Aber eigentlich haben sie seit "Sea of Light" (1995) keine schlechte Platte mehr veröffentlicht (wenn man von den Neueinspielungen alter Klassiker absieht, obwohl man die nicht wirklich als "schlecht" bezeichnen kann). Hut ab vor soviel Standvermögen! Aber, wie sie schon 1976 selbst erkannten: You can't keep a good band down. Da der ganz große Übersong fehlt (obwohl "The Law" nahe dran ist), gibt's für "Outsider" leider nur - aber dafür fette - vier Sterne.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 24, 2014 10:14 PM MEST


Keyed Up
Keyed Up
Preis: EUR 19,98

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Meister der schwarzweißen Tastatur, 20. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Keyed Up (Audio CD)
Don Airey ist ein Tausendsassa in der Geschichte der Rockmusik. Am bekanntesten dürfte er für seine Mitgliedschaft bei Ritchie Blackmore's Rainbow sein. Daneben veredelte er aber auch unzählige Werke von Größen wie Gary Moore, Judas Priest, Black Sabbath, Michael Schenker, UFO, Bruce Dickinson und vielen anderen. Seit 2002 ist er Mitglied von der Hardrockinstitution Deep Purple. Deren nicht mehr so strikter Dienstplan erlaubte es Don nun, sein drittes von insgesamt vier Soloalben einzuspielen (das erste stammt von 1988). Spielte er früher verschiedenartige Keyboards und Synthesizer, erwarb er schließlich eine klassische Hammond-Orgel. Und dieses Instrument dominiert auf diesem Werk, das neben Rock purplescher Prägung auch Klassisches und Jazziges bietet.

Der Opener "3 in the Morning" könnte aus einem Deep Purple - Album stammen, nicht nur wegen der Orgel, sondern auch wegen des Gitarrenspiels, das an einen gewissen Richard H. Blackmore erinnert. "Beat the Retreat" enthält einen angejazzten Part wie von den guten alten Colosseum. "Blue Rondo a la Turk" ist eine Hommage an Keith Emerson und an dessen Bands The Nice und ELP. "Solomons Song" erinnert etwas an die Uriah Heep aus jüngerer Zeit, wenn die etwas härterer drauf sind. Auch Sänger (und Co-Komponist) Carl Sentance erinnert an Bernie Shaw. Ruhiger wird es dann mit "Caire D'Loon", einem Mix von instrumentalem Gary Moore und "Meddle"-Pink Floyd. "Flight of Inspiration" proggt in Richtung Yes.

"Inside the Godbox" geht laut Don Airey auf Fats Wallers (Jazz-Pianist/Organist der 1930er und -40er) Bezeichnung für die Hammondorgel ein und ist nichts weiter als ein kurzes Donnergrollen aus diesem faszinierenden Instrument. Darauf folgt eine aktualisierte Version von "Difficult to Cure", an dessen Urfassung Rainbows Don maßgeblich beteiligt war. Es hält sich anfangs eng ans Original, scheint dann willkürlich gekürzt zu sein, enthält dann aber interessant umgesetzte Variationen von Beethovens Komposition. Ohne die für die mit der 1981er Version vertrauten Ohren störenden Kürzungen im Mittelteil wäre das ein echtes Highlight gewesen. Das bescheiden betitelte 7-minütige Werk "Mini Suite" bietet nicht nur Klassik und Jazz, sondern auch Gastauftritte von Dons altem Rainbow-Kollegen Graham Bonnet (Gesang, der am ruhigen Anfang kaum als von ihm erkennbar ist) und Gary Moore mit seinen letzten Aufnahmen sowie Zitaten von Colosseum II und Thin Lizzy. Auch das folgende "Adagio" beinhaltet Garys wunderbare Gitarrenarbeit, die u.a. sein "Parisienne Walkways" zitiert. "Grace" beschließt dann ein rundum gelungenes Soloalbum eines Mannes, der ein schweres Erbe angetreten hat.

Wenn man die auf diesem Werk dominierende Hammondorgel hört, fühlt man sich unweigerlich an jemand erinnert. Dieser Jemand hat seinen Nachfolger selbst bestimmt. Wenn man sich dann noch vor Augen (oder besser Ohren) führt, wie blaß Don Airey anfangs bei Deep Purple erschien, und wie er bei Purples letztem Werk "Now What?!" und noch mehr bei der anschließenden Tour förmlich explodierte, wissen wir wohl, in wessen Körper der Geist von Jon Lord gefahren ist. Ohne Don Aireys eigene Fähigkeiten in irgendeiner Weise schmälern zu wollen, hört man diesem Album in jeder Sekunde diesen Spirit an.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 12, 2014 4:00 PM CET


Unplugged and Strung Up
Unplugged and Strung Up
Preis: EUR 20,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mogelpackung - weder ungestöpselt noch saitenbetrieben!, 1. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Unplugged and Strung Up (Audio CD)
Also: jeder, der hier reinhört, merkt sofort, daß hier nichts "unplugged" ist. Und wenn hier außer den elektrischen Gitarren irgendetwas durch "Strings" verwirklicht wurde, dann streiche ich den Namen Frankie Eyes aus meinem Ausweis. Ich erhoffte mir von dieser Veröffentlichung interessante Neuinterpretationen in akustischen Versionen oder von einem Orchester begleitet oder beides. Was hier ertönt, ist mit Sicherheit kein Orchester, sondern hörbar eine Sammlung von Samples. Was immer Matthius Ulmer da "orchestriert" hat, klingt so künstlich wie mein Amazon-Name! Zugegeben, einige Songs klingen richtig gut in den neuen Versionen, wie z.B. "Broken Heroes" aus ihrer kommerziellen Zeit in den 80ern. Auch "Call To Arms" ist gut hörbar, auch wenn hier schon zu dick aufgetragen wird. Auf der anderen Seite klingen die Klassiker "Crusader" und "The Eagle Has Landed" fast unerträglich mit den gefälschten "Orchester"-Parts. "Red Star Falling" hört sich gut an, aber auch kaum anders -schon gar nicht besser - als die ursprüngliche Version mit den ursprünglichen Keyboards. "Frozen Rainbow" von ihrem kaum beachteten ersten Album ist hier tatsächlich akustisch eingespielt worden - innovativ bei einer Ballade! Daß die letzten drei Songs von einem Live-Akustik-Auftritt stammen, ist die einzige Legitimation für die Bezeichnung "Unplugged" im Albumtitel. "Requiem (We Will Remember)" und "Coming Home" sind meine Anspieltipps für dieses fragwürdige Werk.

Man hätte bei der Wahrheit bleiben und es als Sampler aus Remixes, Neueinspielungen und Akustikset deklarieren sollen. Schlimmer noch ist, daß man das schon mehrmals veröffentlichte "Heavy Metal Thunder" mit Neueinspielungen alter Klassiker nochmals mitkaufen muß. So schreibt man Abzocke! Eigentlich nur ein Stern, aber da die reine Musik doch zumindest teilweise gefällt, gibts noch einen zweiten.


Spacehawks-Limited Edition Digipak
Spacehawks-Limited Edition Digipak
Preis: EUR 22,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die monatliche Dosis Hawkwind, 13. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Spacehawks-Limited Edition Digipak (Audio CD)
Der obige Titel spielt nicht nur auf eine Rubrik im Magazin Eclipsed an, sondern auch und besonders auf die Veröffentlichungsschwemme aus dem Umfeld der britischen Space-Urgesteine, die in diesem Jahrzehnt zu gefühlten monatlichen Ereignissen angewachsen sind. Da ist das Mutterschiff mit drei (Hawkwind Light Orchestra mitgezählt), der Ableger Hawklords mit ebenfalls drei, Captain Dave mit einem sowie Ex-Co-Captain Nik Turner mit ebenfalls einem Werk vertreten. Ordentlich Stoff für die Hawk-Jünger!

Kürzlich wurde "Warrior on The Edge Of Time" in einer Deluxe-Version von Atomhenge wiederveröffentlicht und Nik Turner legte mit "Space Gypsy" praktisch ein "Warrior... 2" vor. Kann es da noch Zufall sein, daß Hawkwind selbst auf ihr 1975er Meisterwerk noch mal intensiv eingehen?

"Spacehawks" ist keine reine Kompilation, wie in einigen Zeitschriften kolportiert, aber auch kein richtig neues Album. Hier die Aufschlüsselung:

"Seasons" ist ein Remix des Eröffnungstracks von "Onward" und unterscheidet sich von jenem nur marginal.

Bei "Assault & Battery/Void/Where" handelt es sich erstmal um "Assault.../The Golden Void" vom Warrior-Album in einer aktuellen Version, nicht schlecht aber auch nicht unbedingt notwendig. Dem angehängt wurde noch der Track "Where Are You Now", der nie offiziell veröffentlicht wurde. Auf inoffiziellen Livemitschnitten der siebziger Jahre tauchte er schon mal auf. Es handelt sich praktisch um eine Protoversion von P.X.R.5, das 1979 auf dem gleichnamigen Album erschien.

"Sonic Attack" ist ein weiterer mißlungener Versuch, den legendären Spoken-Word-Track von "Space Ritual" neu zu interpretieren. Den Tiefpunkt vom gleichnamigen 1981er Album unterschreitet er aber nicht. Das ist das beste, was man über diesen Track sagen kann.

Bei "Demented Man" sind wir wieder beim "Warrior"-Album. Nicht schlecht, aber weniger gut als das Original. "We Two Are One" ist dann auch kein wirklich neuer Song. Er ist eine neue (kürzere) Version vom unbetitelten "Mystery Track" am Ende von "Onward". Nicht schlecht, aber eben schon mal dagewesen...

"We Took The Wrong Steps" (...Years Ago) ist das Remake, das schon auf Brocks letztem Solowerk auftauchte. Auch nicht schlecht, aber hatten wir schon. Die Neuversion von "Master of the Universe" ist garantiert der Autowerbung geschuldet, wo wahrscheinlich zum ersten Mal Hawkwind im Deutschen Fernsehen zu hören war.*) So ähnlich spielen sie ihn vermutlich heutzutage live. Klingt halt wie die aktuelle Truppe um Mr. Dibs und Niall Hone. In Ordnung, gab aber schon bessere Versionen.

"Sacrosanct" ist endlich ein neues Stück, sehr elektronisch, etwas kraftwerkmäßig, 8 min. Hypnorhythmus mit verschiedenen Zutaten wie Piano oder treibende Gitarrenparts von Niall. Gefällt! Dann wieder ein Remix von "Onward" in Form von "Sentinel". Konnte keinen Unterschied zum Original feststellen. "It's All Lies" ist wieder überflüssig, da schon auf "Stellar Variations" erschienen. Einer der besseren Songs des Albums, der aber einen irgendwie unpassenden Mittelteil hat.

Jetzt drei neue Songs am Stück: "Touch" ist nichts als ein Synthi-Intro, bevor es mit "The Chumps Are Jumping" genauso elektronisch weitergeht. Beides Brock-Werke, erinnern sie an "Church of Hawkwind" von 1982. Auch "Lonely Moon", obwohl von Gitarrist Niall Hone stammend, besteht nur aus Tastentechnik. Das hier zu schreiben dauerte länger als der 57-Sekunden-Track. Wer's braucht...

Zum Schluß gibt es noch einen sogenannten Remix. Immerhin handelt es sich um den bisher nur auf Vinyl erhältlichen Bonustrack "Sunship" von "Blood of the Earth", den man allerdings nicht unbedingt haben muß.

Man stelle sich vor, das hier wäre ein aktueller Livemitschnitt. Das Ding würde an der Fünf-Sterne-Marke kratzen. Vieles des Gehörten gefällt wirklich gut, da die aktuelle Hawkwind-Mannschaft (Brock/Chadwick/Blake/Dibs/Hone wurden hier noch ergänzt durch Dead Fred an Violine und Keyboard) zu den besseren ihrer Geschichte gehören. Ich würde dreieinhalb geben, doch da hier zuviel recycelt wurde, muß ich leider ab- statt wie sonst üblich aufrunden.

Eine Frage hätte ich noch... Auf welcher Version befindet sich der Track "Oh Dear", der hier bei Amazon aufgelistet wird?

*) Ergänzung Juli 2014: Schon bei Ilja Richters "Disco" gab es in den 1970ern eine kurze Einspielung von Hawkwind mit ihrem einzigen Hit "Silver Machine", wie ich kürzlich bei den Wiederholungen auf ZDF-Kultur feststellen konnte.


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