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Tenor

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The Chopin Album
The Chopin Album
Preis: EUR 15,49

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 'Chopin & Franchomme' = heute 'Chamayou & Gabetta', hervorragend!, 18. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: The Chopin Album (Audio CD)
Das freut mich ganz besonders: Der wunderbare, gefühlvoll strukturierte, glänzend spielende Pianist Bertrand Chamayou und die wunder-, temperament-, ausdrucksvolle Cellistin Sol Gabetta spielten jetzt gemeinsam Chopin / Franchomme ein; nachdem ich beide schon häufig (u.a. in Olsberg/CH) erlebt habe, war das schon immer auch (m)ein nahe liegender Wunsch, jetzt also:

Frédéric Chopin
Sonate für Klavier und Violoncello in g-Moll op. 65
1 I. Allegro moderato
2 II. Scherzo. Allegro con brio
3 III. Largo
4 IV. Finale. Allegro

5 Frédéric Chopin
Polonaise brillante in C-Dur, op. 3

6 Frédéric Chopin, Auguste-Joseph Franchomme
Grand Duo Concertant

7 Frédéric Chopin
Etude op. 25, no. 7 in ci-Moll
(Transkription in e-Moll für Cello von Alexander Glazunov)

8 Frédéric Chopin
Nocturne, Op. 15, No. 1
(Transkription in G-Dur für Cello von A. Franchomme)

9 Auguste-Joseph Franchomme
Nocturne für Cello und Klavier in e-Moll op. 14, Nr. 1

Seit etlichen Jahren pflegen Bertrand Chamayou und Sol Gabetta ihre kammermusikalische Freundschaft, konzertieren weltweit, nicht zuletzt im zauberhaften Olsberg/CH, dort wo Sol Gabetta nun schon im 10 Jahr (!) ihr wunderbares 'SOLsberg'-Festival so erfolgreich wie künstlerisch spannend etabliert hat (freue mich jetzt schon auf 'Olsberg 2015').

Bertand Chamyou war/ist dort oft mit von der Partie, seine Klavierparts, die ich in Olsberg oder in HH, SH u.a. erlebte, zählen für mich zu den schönsten Erlebnissen. Gern zitiere ich hier Margarete Zander (NDR Kultur), sie brachte es so schön auf den Punkt:

"Unterhaltung vom Feinsten - Der langjährige französische Kammermusikfreund hat die argentinische Cellistin an die Hand genommen, Chamayou lockt Gabetta in die Pariser Welt der Salons, ganz nach dem Vorbild des Starpianisten Chopin, der gern mit seinem Freund, dem Cellisten Auguste-Joseph Franchomme, die aktuellen Hits der Opern und ein paar nächtliche, durchaus erotische Poesien zum Besten gab." Und weiter: "Das Jagen der Melodien, die unerwarteten Sprünge im Rhythmus meistern die gleichaltrigen Musiker gemeinsam aufs Schönste, weil sie so unterschiedliche Temperamente besitzen: Chamayou ist äußerlich eher zurückhaltend, er wollte zwischendurch auch mal Komponist werden und liebt Strukturen. Gabetta zeigt gern ihre temperamentvolle Seite, und weckt in jedem Ton seine emotionale Kraft."

Ergo: 'Chopin & Franchomme' das 'sind' heute 'Chamayou & Gabetta', hervorragend! (Auch diese Kammermusik-Beziehung ist m.E. prädestiniert für Fortsetzungen ...)

Für Interessierte:

Bertrand Chamayou
(* 23. März 1981 in Toulouse)
Besuchte zuerst das 'Conservatoire de Toulouse', begann 15-jährig am 'Conservatoire de Paris' bei Jean-François Heisser, später bei Maria Curcio in London zu studieren. Leon Fleisher, Dmitri Bashkirov und Murray Pereiha hatten weiteren Einfluß auf seinen musikalischen Werdegang. Mit 20 war er Preisträger beim Long-Thibaud-Wettbewerb.
Bertrand Chamayou spielte in Europa, Japan, Kanada, Hongkong; Deutschland u.a. in München, Hamburg, Schleswig-Holstein Musik-Festival, Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, beim 'SOLsberg'-Festival mit Sol Gabetta (Olsberg/CH). Er zählt heute zu den gefragtesten Pianisten seiner Generation. Einige Stationen: Solorecitals am Théâtre des Champs Elysées, Théâtre du Châtelet in Paris, Herkulessaal München, Wigmore Hall London, "Mostly Mozart"-Festival New York, Lucerne Festival, Klavier-Festival Ruhr u.a.; weiter: Orchestre de Paris, London Philharmonic Orchestra, hr-Sinfonieorchester, Orchestre National de France, Royal Scottish National Orchestra, Dänische Radio-Symphonieorchester, Orchestre Symphonique de Québec, Rotterdamer Philharmoniker, Symphonieorchester des WDR und SWR; Dirigenten, mit denen er gearbeitet hat: Pierre Boulez, Leonard Slatkin, Neville Marriner, Semyon Bychkov, Michel Plasson, Louis Langrée, Fabien Gabel, Joshua Weilerstein, Jérémie Rhorer, Stéphane Denève, Ludovic Morlot, Andris Nelsons.
2013/14 gab Bertrand Chamayou seine Debüts mit dem Deutschen Symphonie-Orchester in der Berliner Philharmonie unter Stéphane Denève und dem NDR Symphonieorchester unter Semyon Bychkov in Hamburg; ferner folgte er einer Wiedereinladung des Hessischen Rundfunks in die Alte Oper Frankfurt, unternahm eine Tournee mit Ludovic Morlot und dem Orchestre de la Monnaie de Bruxelles, gab Soloabende am Théâtre des Champs-Elysées und Lincoln Center New York und spielte im Rahmen seiner Residenz beim Orchestre National de Bordeaux mehrere Orchesterkonzerte und Soloprogramme.
Mit großer Leidenschaft widmet sich Bertrand Chamayou der Kammermusik. Auftritte führten ihn in Konzertsäle weltweit, mit Künstlern wie Renaud und Gautier Capuçon, Quatuor Ebène, Antoine Tamestit, Baiba Skride, Nicolas Baldeyrou und Sol Gabetta.
Zahlreiche Auszeichnungen und CD-Veröffentlichungen, u.a. 2006 Livemitschnitt von Liszts 'Études d'exécution transcendante', 2008 Mendelssohn-Album, 2010 Werke von César Franck (u.a. Gramophone Magazine 'Editor’s Choice'), 2011/12 Franz Liszt, 'Années de pèlerinage', die Akademie 'Victoires de la Musique' kürte ihn zum 'Solist des Jahres'; 2014 kam ein von der Fachpresse hochgelobtes Schubert-Album und jetzt das Chopin-Album gemeinsam mit Sol Gabetta.

Auguste-Joseph Franchomme
(* 10. April 1808 in Lille, Frankreich; † 21. Januar 1884 in Paris)
Studium zuhause in Lille, dann in Paris am Konservatorium bei Jean-Henri Levasseur; nach einem Jahr Abschluss, Orchestermusiker und Solist; spielte in div. Kammermusik-Trios und -Quartetten; befreundet mit Felix Mendelssohn Bartholdy und Frédéric Chopin, beide konzertierten 1833. Chopin widmete ihm die Sonate für Cello und Klavier g-Moll op. 65; nach einer England-Tour blieb 1856 Franchomme schließlich in Paris ...
Seine Werke umfassen u.a. 12 Etüden für Cello solo, 12 Capricen für 2 Celli, Variationen für Cello und Klavier, Romanzen, Serenaden, Nocturne, Fantasien Händel, Schubert ...


Violinkonzerte 1 & 5/Sinfonia Concertante
Violinkonzerte 1 & 5/Sinfonia Concertante
Preis: EUR 19,22

8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tief berührend, begeisternd, 'galaktisch' gut!, 17. Februar 2015
Tja, Mozarts Violinkonzerte - haben wir sie doch alle im Ohr: Oistrach, Heifetz, Perlman, Menuhin, Kremer, Mutter, Zimmermann, Tetzlaff, Zehetmair, Fischer, Skride - irgendwie erkennen wir sie mit geschlossenen Augen. Und jetzt Frang, dito merk-würdig! (Betonung: würdig!)

Vilde Frang reiht sich auch mit dieser Einspielung würdig in die Riege ganz großer Interpreten ein - aber auch hörbar anders: Sehr frisch aufspielend, so klar, hell, elegant, von feinster Transluzenz, leichtfüßig brillant, und eben sehr sympathisch ganz ohne Selbst-Inszenierung dringt sie in die Tiefe der Kompositionen ein, nur die Musik und das Zusammenspiel zählt für sie, das ist wahrlich souverän - und man merkt sich eben dieses besonders elegante Spiel sofort ...

Wer Vilde Frang live auf der Konzertbühne erlebt hat (wie ich u.a. in HH, beim SH-Festival, bei Sol Gabetta in Olsberg/CH, SOLsberg-Festival), sieht sie auch beim Hör-Genuss dieser CD vor dem geistigen Auge: Diese wunderbare junge Frau spielt Geige wie von einem anderen Stern (sorry für diese Verbal-Akrobatik), vollkommen unaufgeregt natürlich (neudeutsch: cool), einfach 'galaktisch' gut!

Solokadenzen (Nr. 1) von Jonathan Cohen; er dirigiert das Ensemble 'Arcangelo' strahlend im Mozart-Stil, und der ukrainische Bratscher Maxim Rysanov begleitet Frang mit der Guadagnini-Viola (1780) bei der 'Sinfonia concertante' kongenial; tief berührend, wie beide perfekt abgestimmt agieren.

Kurz-Info:
Geboren in Norwegen, studierte Vilde Frang zuerst am Barratt-Due-Musikinstitut in Oslo, später bei Kolja Blacher in Hamburg und bei Ana Chumachenco in München. 1998 folgte sie einer ersten Einladung von Mariss Jansons zu einem Konzert mit dem Oslo Philharmonic Orchestra. Seitdem bereist sie die Welt und ist bei den international wegweisenden Orchestern und Veranstaltern zu Gast.

Seit ihrem furiosen Debüt-Album vor ein paar Jahren begeistert Vilde Frang immer wieder: Tschaikowsky, Nielsen, Grieg, Prokofjew, Strauss und Bartók sind Beispiele ihrer vielfach preisgekrönten Diskografie.

Als Kammermusikerin spielt Vilde Frang mit Partnern wie Sol Gabetta, Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Martha Argerich, Julian Rachlin, Leif Ove Andsnes, Maxim Vengerov. Bei Festivals wie SHMF Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Rheingau, Lockenhaus, Gstaad, Verbier oder Luzern tritt sie regelmäßig auf.

Die zweifache ECHO Preisträgerin Vilde Frang spielt die 'Engleman'-Stradivari (1709), eine Leihgabe der Nippon Music Foundation.


Lost and Found
Lost and Found
Preis: EUR 16,99

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Engagement, Enthusiasmus, Leidenschaft und Spielfreude. Châpeau!, 15. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lost and Found (Audio CD)
'Na, ja, aus alt mach neu', und 'Archive durchflöhen ist in' - mögen manche denken, doch: So einfach ist das nicht, es steckt viel mehr dahinter, wenn engagierte Künstler, Interpreten, Autoren, Historiker, Wissenschaftler und meinetwegen auch Marketingexperten sich auf die Suche nach verschollenen, vergessenen Kompositionen begeben, nach verwertbaren, lohnenswerten 'Musikalien' suchen, Jahr und Tag Noten-Bibliotheken und Archive auf den Kopf stellen, irgendwann Verschollenes zu Tage fördern und schließlich das unternehmerische Risiko einer Wiederbelebung wagen, damit wir hier und heute und morgen die eine oder andere musikalische Trouvaille erneut genießen können, nicht zuletzt diese auch der Nachwelt, also Jüngeren zugänglich machen. Hut ab!

Dass für solches Unterfangen denkbar beste Interpreten bereit sind, ihre Kunst erlebbar zu machen, diese 'verlorenen und wiedergefundenen' Werke neu zu interpretieren, zu verlebendigen, zeugt von deren Engagement, Enthusiasmus, Leidenschaft und Spielfreude. Châpeau!

Franz Anton Hoffmeister, Ludwig August Lebrun, Joseph Fiala, Jan Evangelista Antonín Tomáš Koželuh hätten ihre wahre Freude, wüssten sie um die Wieder-Entdeckung, könnten sie Albrecht Mayer und die Kammerakademie Potsdam hören und genießen:

01. Hoffmeister Konzert für Oboe und Orchester C Dur, 1. Allegro con brio
02. Hoffmeister Konzert für Oboe und Orchester C Dur, 2. Adagio
03. Hoffmeister Konzert für Oboe und Orchester C Dur, 3. Rondo Allegro
04. Lebrun Konzert für Oboe und Orchester Nr. 2 g-moll, 1. Allegro
05. Lebrun Konzert für Oboe und Orchester Nr. 2 g-moll, 2. Adagio
06. Lebrun Konzert für Oboe und Orchester Nr. 2 g-moll, 3. Rondo Allegro
07. Fiala Konzert für Englisch Horn und Orchester C Dur, 1. Allegro moderato
08. Fiala Konzert für Englisch Horn und Orchester C Dur, 2. Adagio cantabile
09. Fiala Konzert für Englisch Horn und Orchester C Dur, 3. Allegro assai
10. Koželuh Konzert für Oboe und Orchester F Dur, 1. Vivace
11. Koželuh Konzert für Oboe und Orchester F Dur, 2. Adagio
12. Koželuh Konzert für Oboe und Orchester F Dur, 3. Rondo Allegretto

Im Booklet schreibt Albrecht Mayer: "Dieses wunderbare Projekt hätte ich ohne die Hilfe einiger Freunde nicht verwirklichen können: ..."

Ich möchte ergänzen: Vielleicht ist dieses sehr gelungene Album ja der Beginn einer feinen, wundervoll klingenden, wieder belebenden Musik-Sammlung, welche die Oboe / Oboen-Literatur allemal verdient hätte, um mit großartigen Werken (nicht nur aus der 'Mozart-Zeit) seriell zu einer feinen Serie (Volume 1, 2, 3, 4 ff. ...) zu werden. In diesem Sinne Dank an alle, die daran mitgewirkt haben, bitte mehr davon!

Für Interessierte:

Franz Anton Hoffmeister
(* 12. Mai 1754 in Rottenburg am Neckar, damals Vorderösterreich; † 9. Februar 1812 in Wien)
Als achtes von elf Kindern in Rottenburg aufgewachsen, kam Franz Anton 14-jährig nach Wien, wurde nach Jura- und Musik-Studien Organist, Komponist und Verleger, veröffentlichte neben eigenen Werken solche von Haydn, Mozart und Beethoven, verlegte dessen berühmte 'Sonate Pathetique op. 13' als erster; Beethoven bezeichnete ihn als 'Bruder in der Tonkunst', sein Freund Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Klavierquartett KV 478 er zuerst verlegte, schätzte Franz Anton sehr, bat ihn öfter um Vorschuss, widmete ihm das 'Hoffmeister-Quartett' KV 499, und Haydn, für den er Kammermusik verlegte, durfte sich in einem Brief einen 'geizigen Character' nennen lassen.
Hoffmeister war ausgesprochen rührig, komponierte er doch neben seiner Arbeit als Verleger neun Opern, u.a. 'Der Königssohn von Ithaka' (Text von Emanuel Schikaneder), weiter etwa 70 Sinfonien, 42 Streichquartette, jede Menge Serenaden, Instrumentalkonzerte, Kammermusiken in allen möglichen und für jene Zeit auch ungewöhnlichen Besetzungen, schließlich etliche weltliche und geistliche Vokalwerke. Hoffmeisters 'Konzert für Viola und Orchester in D-Dur' gilt noch heute als Pflichtstück für Bratscher beim Bewerbungsspiel um Engagements in Berufsorchestern, seine Werke zählen zum Standardrepertoire für Flötisten, Klarinettisten, aber auch für Hornisten, Kontrabassisten und diverse kammermusikalische Besetzungen.
Hoffmeister fand beim Publikum stets größte Anerkennung als einer der profiliertesten Komponisten künstlerisch hoch stehender Unterhaltungsmusik seiner Zeit, dem Stil der 'galanten, empfindsamen' Rokoko-Epoche entsprechend.

Ludwig August Lebrun
(* 2. Mai 1752 in Mannheim; † 16. Dezember 1790 in Berlin)
Schon sein Vater war Oboist, stammte mutmaßlich aus Belgien, kam 1747 an den Mannheimer Hof des Kurfürsten Karl Theodor. Ludwig August lag die Musik im Blut, sein Oboen-Spiel war ihm in die Wiege gelegt, schon in frühester Jugend virtuos, "bezauberte mit seiner göttlichen Oboe" (Zitat eines Zeitgenossen), wirkte 1764 gerade mal 12-jährig als gefeierter Oboist, trat mit dem Hoforchester auf, wurde 1767 als 15-Jähriger bereits vollwertiges Orchester-Mitglied. Ludwig August Lebrun war Zeitgenosse von Carl Stamitz und Anton Stamitz, die der 'Mannheimer Schule' angehörten.
Ludwig August Lebrun heiratete im Sommer 1778 Franziska Dorothea Danzi, die Schwester von Franz Danzi, eine der besten Sängerinnen ihrer Zeit; beide tourten nach Mailand, Paris, London, Wien, Prag, Neapel, München, Berlin. Einzigartig: Die perfekt aufeinander abgestimmte instrumental-vokale Virtuosität des Paares, der viele Komponisten durch Arien mit obligater Oboe Tribut zollten, wie etwa Ignaz Holzbauer in 'Günther von Schwarzburg' (1777), Antonio Salieri in 'L'Europa riconosciuta' (1778) oder Georg Joseph Vogler in 'Castore e Polluce' (1787).
Lebrun komponierte sechs Konzerte für Oboe und Orchester: Nr. 1 d-Moll, Nr. 2 g-Moll, Nr. 3 C-Dur, Nr. 4 B-Dur, Nr. 5 C-Dur, Nr. 6 F-Dur (alle sechs 2002 von Heinz Holliger eingespielt, doch derzeit als CD m.W. kaum ungebraucht erhältlich), ein Konzert für Klarinette und Orchester B-Dur, sowie Duos für Violine und Viola, Duette und Trios für Flöte, sowie u.a. die Ballette 'Armida' und 'Adèle de Ponthieu'.

Joseph Fiala
(* 3. Februar 1748 in Lochovice, Böhmen; † 31. Juli 1816 in Donaueschingen)
Er erhielt eine frühe Ausbildung als Oboist und Cellist, wurde nach seiner Flucht (aus einer Leibeigenschaft) aus Böhmen 1774 Oboist in der Kapelle des Fürsten Ernst von Oettingen-Wallerstein. 1777 kam er zur Münchener Hofkapelle. Dort freundete er sich mit Wolfgang Amadeus Mozart an, eine lebenslange Freundschaft. Mozart über Stücke von Fiala: „Ich muß sagen daß sie recht hübsch sind; er hat gute gedancken.“ 1778 wurde Fiala Mitglied der Kapelle des Erzbischofs Hieronymus von Colloredo-Mannsfeld, musste aufgrund eines Lungenleidens das Oboenspiel beenden und widmete sich dann mehr dem Cellospiel, war 1784 Solocellist der ersten Salzburger Aufführung der 'Entführung aus dem Serail'. 1785 folgte Fiala Mozart nach Wien, war danach auch in St. Petersburg engagiert, bevor er schließlich 1792 Violoncello-Virtuose beim Fürsten Benedikt zu Fürstenberg in Donaueschingen wurde.
Zu seinen Kompositionen zählen acht Symphonien, eine Messe, div. Solokonzerte für verschiedene Instrumente sowie Kammermusiken in unterschiedlichen Besetzungen.

Jan Evangelista Antonín Tomáš Koželuh
(getauft 14. Dezember 1738 in Welwarn; † 3. Februar 1814 in Prag)
Er studierte am Jesuitenkolleg von Brenitz und bei Josef Seger in Prag, sodann in Wien bei Christoph Willibald Gluck und Florian Leopold Gassmann, wahrscheinlich auch bei Antonio Salieri. Schließlich führte er in Prag an der Kreuzherrenkirche, ab 1784 an St. Veit ein eher zurückgezogenes Leben als Domkapellmeister, wo er u.a. 16 Messen, ein Requiem, ein Oratorium zwei Opern sowie ein Oboen- und ein Fagott-Konzert verfasste.
Zeit seines Lebens stand er im Schatten seines Cousins Leopold Antonín Koželuh, der eigentlich auch Jan Antonín hieß, sich aber gegen Verwechslungen von 1773 an Leopold nannte, den er (Jan Evangelista Antonín Tomáš Koželuh) zeitweilig unterrichtet hatte - und mit dem er heute noch oft in Fachwerken und Werkverzeichnissen verwechselt wird.


Volodos plays Mompou
Volodos plays Mompou
Preis: EUR 20,76

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Magische Momente von größter Feinheit ..., 21. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Volodos plays Mompou (Audio CD)
Katalanische Klavier-Miniaturen, französische Klavier-Vorbilder, russische Star-Interpretation - was will ich mehr?!

Nun sind Solo-Stücke für Klavier von Federico Mompou ja höchst eigenwillige Miniaturen, doch von außergewöhnlicher Schönheit, die sich dem aufmerksamen Zuhörer am besten in völliger Ruhe und Losgelassenheit erschließen. Sowohl fein ziselierte, magische Momente als auch bewusst 'notierte Improvisationen', deren elegante Klang- und Rhythmus-Strukturen sich immer wieder neu offenbaren, also nichts zum eben mal 'anhören und ablegen', sondern vielmehr zum sehr bewussten 'hören und genießen'! Minimalistische Musik, die nicht mit vordergründiger Virtuosität glänzt, sondern durch ihre Feinheit und Elegance bezaubert. Soweit die Kurz-Charakteristik zu Mompous Werken.

Wer könnte diesen eher introvertierten als auch außergewöhnlich feinsinnigen Musiker-Genius Federico Mompou besser interpretieren als Arcadi Volodos? Ich kann / möchte mir momentan keinen anderen Interpreten hierfür vorstellen und wünschen!

Hingabe an die 'Kreativität des Augenblicks' - Volodos Spiel ist punktgenau, stimmig, unmittelbar am musikalischen Geist des Katalanen, da holt der russische Star-Pianist ja nicht nur einen nahezu vergessenen Komponisten aus der Versenkung, Volodos lässt vielmehr Mompous schönste Stücke so fein, elegant, subtil erklingen, dass man sich gern in diese magische Welt des katalanischen Klavier-Miniaturen-Meisters mit dem Hintergrund französischer Klavier-Kunst 'versenken' mag; da ist kein 'russisches Klang-Gewitter', sondern viel, viel zarte, geheimnisvolle, tief bewegende Klang-Schönheit zu genießen. Gern volle Punktzahl, absolute Empfehlung!

(Zitat „Süddeutsche Zeitung“:) Volodos’ „tiefe Sensibilität für beseelte Nuancenkunst“.

Wohl wahr!

- - -

Zusatz-Info für Interessierte:

Der katalanische Komponist und Pianist Federico Mompou (*16.4.1893, †30.6.1987, Barcelona) und seine Musik, die hauptsächlich Solo-Stücke für Klavier umfasst, sind eher wenig bekannt, selten gespielt und gehört. Dabei sind sie von großer Feinheit und Elegance, oft mit vielgestaltigen, leicht dissonierenden Klängen, u.a. sehr beeinflusst von Eric Satie, den Mompou als ein großes Vorbild sah. Viele Stücke / Miniaturen schrieb Mompou im Stil der 'notierten Improvisation'. Er verbrachte viele Jahre in Frankreich und war u.a. mit Heitor Villa-Lobos, Francis Poulenc, Darius Milhaud, Paul Valéry und Arthur Rubinstein befreundet.

Mompous Vater war Katalane, betrieb eine Glockengießerei, die Mutter war Französin. Frederico bekam ersten Klavierunterricht von einer Tante, 15jährig gab er sein erstes öffentliches Klavierkonzert und beschloss 1909, inspiriert durch ein Konzert von Gabriel Fauré, Komponist zu werden. Er studierte zuerst am 'Conservatorio del Liceo' in Barcelona, ging dann 1911 (Empfehlung von Enrique Granados an Gabriel Fauré) nach Paris ans Konservatorium zu Ferdinand Motte-Lacroix. Dort komponierte er den ersten Teil seiner Suite für Klavier. Mompou war stark beeinflusst von Debussy und Satie. Seine ausgeprägte Schüchternheit veranlasste ihn aber, die zunächst angestrebte Pianistenkarriere aufzugeben; so komponierte er dann nur noch, spielte lediglich noch im Freundeskreis Klavier. Am Beginn des Ersten Weltkriegs kehrte er nach Barcelona zurück, schrieb dort wichtige Kompositionen wie 'Impresiones intimas, Cants Màgics und Escenas de niños'. 1920 zog es Mompou wieder nach Paris, er betrieb dann 1924 eine Confiserie (!), die aber rasch pleite ging. Durch eine Nervenerkrankung komponierte er dann lange Zeit nicht mehr, sein Bruder erkrankte 1937 an Tuberkulose, der Vater starb, die Mutter heiratete 1938 wieder. Federico blieb bis 1941 in Paris, floh dann vor den deutschen Besatzern nach Barcelona, lernte die Pianistin Carmen Bravo kennen, beide heirateten 1957, seine zweite Kompositionsphase begann. Federico Mompou gehörte der 'Real Academia de San Jorge Barcelona' an, lebte sehr zurückgezogen, starb 1987 im Alter von 94 Jahren.

Die französischen Impressionisten beeinflussten erkennbar Mompous Werke, primär für Klavier solo komponiert. Die Glockenklänge seiner Kindheit finden sich wieder, Töne verklingen oft glockengleich. Der feinfühlige, eher introvertierte Komponist schrieb fast ausschließlich Klavier-Miniaturen von scheinbar schmuckloser Art, mit wenigen Tönen, ohne große Virtuosität; doch gerade darin liegt ihr minimalistisch-musikalischer Reiz, die Konzentration auf das 'Wesentliche', die Hingabe an die 'Kreativität des Augenblicks', vergleichbar mit Werken von Satie - 'keine Note zu viel, keine zu wenig'; viele seiner Kompositionen wurden im Verlauf mehrerer Jahrzehnte geschrieben. Zum berühmten 'Prix de Rome' meinte Mompou einmal, dass deren Jury eher 'eine mittelmäßige Sinfonie küre, aber keinen Blick für eine einzige Seite guter Musik habe' ...


Dvorak Violinkonzert,Bruch Violinkonzert
Dvorak Violinkonzert,Bruch Violinkonzert
Preis: EUR 22,98

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herz und Seele - hinreissend elegant ..., 16. März 2013
Tja, Dvořák und Bruch, weiß Gott nicht gerade selten gespielt *), doch mit Julia Fischer und den Zürichern kommen 'Herz und Seele elegant' zu Gehör!

Julia Fischers wunderbar gereifter, feiner Geigenton singt, schwebt, lebt, ganz ohne die sonst bei anderen Interpretationen gelegentlich allzu dramatisch-druckvollen 'Verfärbungen', ihr Spiel ist vor dem gewohnt souverän aufspielenden, wundervoll klangsinnlichen Tonhalle-Orchester eher schlank, schwerelos, besinnlich eindringlich, bei feinst dosiertem Vibrato; elegant edle Romantik, die auch Bruchs rührenden Gefühls-Klassiker hinreissend fließen lässt.

*) Nach zeitweiliger Abstinenz hinsichtlich dieser beiden großen Violin-Konzerte, mag ich diese jetzt wieder sehr gern hören, wirken sie doch vom zeitweilig allzu 'verklärten', ja gelegentlich verkitschten Spiel einiger Interpreten, höchst erfreulich bereinigt ...

Julia Fischer und die Züricher - perfekte Synergie, große Harmonie, eleganter Hör-Genuss!

Am Rande:
Dvořáks Verleger Fritz Simrock gab die Anregung: „Wollen Sie mir ein Violinkonzert schreiben? Recht originell, kantilenenreich und für gute Geiger?" 1879 begann Dvořák sein einziges Violin-Konzert und widmetes es Joseph Joachim, der sogleich technische Änderungen empfahl, so dass bald eine überarbeitete Fassung vorlag, auf die J.J. jedoch erst 1882 reagierte und nach Kürzungen und weiteren Änderungen an der Berliner Musikhochschule 'intern' aufführte; erst am 14.10.1883 kam die erste öffentliche Uraufführung am Prager Nationaltheater, es spielte Dvořáks Freund František Ondříček ...
Auch Max Bruch widmete sein Violinkonzert Nr. 1 g-moll J.J.; es entstand zwischen 1866 und 1868; J.J. war auch Solist der Uraufführung; er nahm auf die Gestaltung des Soloparts Einfluss.; eine erste Fassung wurde zum Niederrheinischen Musikfest 1866 fertig, die überarbeitete Fassung beendete Bruch 1868.


Tchaikovsky / Mendelssohn: Violin Concertos
Tchaikovsky / Mendelssohn: Violin Concertos
Preis: EUR 9,98

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Akribie der brillanten Art ..., 25. Januar 2012
Tschaikowsky op. 35, Mendelssohn op. 64 ... Wie viele Einspielungen gibt es wohl? Und wie viele sehr, sehr gute, gute und ...? Ehrlich, diese Fragen seriös zu beantworten, ist (mir) nicht möglich. Doch:

Ray Chen besticht auch hier nach seiner Debüt-CD 'Virtuoso' (Tartini, Bach, Wienawski, Franck) erneut durch seinen brillant reinen Geigenton, von sanft bis satt, zart oder voluminös, kraftvoll rund, dann wieder schlank, elegant - stets kontrolliert!

Besonders beeindruckend: Sein makelloses Spiel, die extrem gute Abstimmung mit Daniel Harding und dem 'Swedish Radio Symphony Orchestra', Dirigent, Orchester, Solist - in jeder Phase fast schon beängstigend perfekt! Vielleicht zu perfekt? Ohne Zögern: Nein, es passt einfach zu diesem brillanten jungen Geiger, dessen Credo (derzeit) der kontrolliert lupenreine Klang zu sein scheint; ich höre ihn sehr gern, bewusst und aufmerksam, sein Spiel, sein Klang ist jetzt schon extrem 'merkfähig'. Wer weiß welche Entwicklung sich da noch in einigen Jahren zeigt, eines scheint sicher: Ray Chen ist bestimmt kein mal eben kurz aufblitzernder Jung-Star, wohl ein ernstzunehmender hervorragender junger Geiger, dem man gerne eine brillante Zukunft avisiert.

Alternativen? Natürlich: Ebenso gern - und das ist für mich kein Widerspruch - genieße ich auch (alternativ) andere Interpreten, deren Prämisse es wiederum ist, die Stücke vielleicht etwas weniger akribisch, dafür sehr, sehr leidenschaftlich auszuleben! Das macht ja den Reiz aus, Vielgestaltigkeit, Nuancen, andere Interpretationen auszukosten. Und musikalische Empfindungen (der Interpreten wie der Hörer) hängen ja doch auch von Lust und Laune, momentaner Verfassung und Tagesform ab. Wie schön! Deshalb freue ich mich immer über (gute und sehr, sehr gute) Alternativen; welcome, Ray Chen! Musik in meinen Ohren.


Schilflieder
Schilflieder
Preis: EUR 21,57

51 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klughardts 'Schilflieder' (und mehr) klug interpretiert, auf höchstem Niveau ..., 22. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Schilflieder (Audio CD)
Wer sich auf die Suche nach Aufnahmen von Klughardts 'Schilfliedern' machte, hatte es einigermaßen schwer, diese leider kaum noch gespielten Werke der 'Romantik' (nach Gedichten von Nikolaus Lenau) aufzuspüren. Doch jetzt werden Freunde dieses zu Unrecht vergessenen Repertoires erneut fündig. Hatte ich bislang die 'Schilflieder' mit de Vries, Guittart, Janssen genossen, darf ich jetzt mit neuem und großen Hör-Vergnügen diese im mehrfachen Wortsinn taufrische (!!!) Einspielung vom derzeit wohl besten 'Schilfrohrsänger' ;-) Albrecht Mayer (Oboe), der wundervollen Tabea Zimmermann (Bratsche) und dem genialen Markus Becker (Klavier) präferieren; was hier an sensiblem Ausdruck, prononciertem Farbenreichtum und wunderschönen, feinsinnigen musikalischen Dialogen zu hören ist, läßt Freunde intelligent interpretierter, klug präsentierter romantischer Klang-Juwelen jubeln, souverän!

Eigentlich verwunderlich, dass Klughardts / Lenaus 'Schilflieder' nahezu in Vergessenheit geraten konnten; vielleicht bringt Albrecht Mayers neuestes Konzept-Album auch diese natürliche Romantik (romantische Natur), bei Licht besehen ja wahrlich zeitlos, wieder mehr ins Bewußtsein.

August Klughardt
Schilflieder - für Oboe, Viola, Klavier
Fünf Fantasiestücke nach Gedichten von Nikolaus Lenau
01. Langsam, träumerisch 03:35
02. Leidenschaftlich erregt 02:59
03. Zart, in ruhiger Bewegung 05:36
04. Feurig 02:45
05. Sehr ruhig 04:06

Explizit für Oboe geschriebenes Repertoire ist einigermaßen knapp, doch sind Schumanns '3 Romanzen für Hoboe (ad libitum Violine) und Begleitung des Pianoforte', Herzogenbergs 'Trio für Oboe, Horn (Marie-Luise Neunecker) und Klavier' sowie weitere romantische Impressionen (Steinmetz, Becker, Weismann) ganz sicher nicht einfach 'Füller', etwa um auf eine satte Stunde Oboen-Romantik zu kommen, sondern unbedingt sehr bereichernde Ergänzungen des originären Oboen-Repertoires, zumal auch Klughardts 'Schilflieder'-Vertonung eher Schumann'scher Romantik nahe steht, das passt!

Robert Schumann
Romanzen op. 94 für Oboe & Klavier
06. No.1 Nicht schnell 04:06
07. No.2 Einfach, innig 04:40
08. No.3 Nicht schnell 04:49

Heinrich von Herzogenberg
Trio für Oboe, Horn, Klavier, Op.61
09. 1. Allegretto 07:43
10. 2. Presto 03:50
11. 3. Andante con moto 05:54
12. 4. Allegro 04:57

Steinmetz
13. "Liebesruf eines Fauns"
für Englischhorn & Klavier 05:56

Becker
14. Prelude 01:17

Weismann
Variation für Oboe & Klavier, Op.39
15. 4. Lento, molto tranquilo 01:56

Es sollte erwähnt sein, dass die vergleichsweise magere Oboen-Literatur auch Ausdruck der seinerzeitigen unzureichenden Instrumenten- und Spiel-Techniken war, weshalb früher Komponisten Klarinetten den Vorzug gaben. Doch: Wie schön, dass heute ausgereifte Instrumenten-Technik, genial feinfühligstes Spiel, wie das aus großem Herzen kommende künstlerische Engagement gerade die Oboe in ihrer einzigartigen Charakteristik, Schönheit und Vielfalt begeisternd demonstrieren! So ist m.E. diese neue CD ein Muss für Liebhaber dieses Genres und eh für Fans von Albrecht Mayer, Markus Becker, Tabea Zimmermann und Marie-Luise Neunecker. 'Chapeau!', nicht zuletzt auch für die excellente 'Ausgrabungs'-Arbeit ...

Am Rande:

Nikolaus Lenau (Nikolaus Franz Niembsch Edler von Strehlenau, 1802-1850) hat als 'romantischer' Dichter etliche Komponisten inspiriert (Schumann, Hensel, Mendelssohn, Liszt, Wolf, Strauss, Schoeck u.a.), so auch Klughardt. Für Lenau waren stimmungsvolle Naturbilder, die 'an den Schilfgestaden' gesungenen Lieder, romantisch-lyrische Aspekte wichtig. Im Geigenspiel suchte er Trost: 'Die Geige wird täglich einige Stunden gespielt. Es geht ziemlich vorwärts. Mein Ton wird immer fester, sicherer, klarer und voller. Doppelgriffe, Staccato, Triller u.s.w. gelingen zuweilen schon trefflich. Meine Guarneriusgeige ist herrlich, ich küsse sie manchmal vor Entzücken. Sie ist über 100 Jahre alt ..." Und: 'Weil keine Arznei gegen meine bedenkliche Nervenkrankheit helfen wollte, nahm ich endlich meinen göttlichen Josephus Guarnerius hervor, spielte mir einen recht frischen steyerischen Landler und tanzte ..." 1850 starb Lenau in Oberdöbling / Österreich.

Mag August Friedrich Martin Klughardt die Oboe als das ('Schilf)Rohrmundstück-Instrument gesehen haben, liegt der doppelte Wortsinn zu seiner Vertonung von Lenaus 'Schilfliedern' schon nahe. Klughardt (1847 in Köthen geboren, 1902 in Roßlau gestorben) wirkte als Pianist, Komponist, Dirigent; Begegnungen mit Liszt in Weimar, Dirigat von Wagners Ring 1892/93 als Dessauer Hofkapellmeister. Als Komponist hat Klughardt u.a. 6 Symphonien, 8 Orchesterwerke (z.B. Konzertstück für Oboe und Orchester F-Dur op.18), 4 Opern, 3 größere Vokalwerke, 8 Kammermusikstücke (darunter das Bläserquintett C-Dur op.79) sowie eben die 'Schilflieder' nach Lenaus Gedichten hinterlassen.


Plays Mozart
Plays Mozart
Preis: EUR 24,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lobeshymne für diese Harfe!, 19. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Plays Mozart (Audio CD)
Mozarts Klavier-Sonaten - wenn von Meistern des Klaviers mit Élégance und Souveränität gespielt - klingen zeitlos schön, und erinnern passagenweise an subtile, feinste Harfen-Klänge ... 'Warum dann nicht gleich Harfe?' mag sich mancher Mozart Sonaten-Fan gefragt haben. (Zu Mozarts Zeiten klang Harfen-Spiel 'gar abscheulich' in den Ohren.) Doch heute:

Also, hier ist wieder eine ganz wundervolle, neue 'Klang-Vision' entstanden, dank der von Marie-Pierre Langlamet (Solo-Harfenistin der Berliner Philharmoniker) hinreissend gespielten modernen Harfe!!!, so traumhaft 'jugendlich frisch' klingen die Sonaten und die Fantasie D-moll KV 397 - perfekt, zeitlos schön!

Sonate in C-Dur KV 330
01 Allegretto moderato / 09:19
02 Andante cantabile / 05:25
03 Allegretto / 06:34

Sonate in F-Dur KV 332
04 Allegro / 09:54
05 Adagio / 04:12
06 Allegro assai / 08:10

Sonate in B-Dur KV 333
07 Allegro / 11:43
08 Andante cantabile / 08:55
09 Allegretto grazioso / 07:05

10 Fantasie KV 397 / 05:52

Wer weiß, vielleicht hätte Mozart seine Klavier-Sonaten mitunter sehr viel lieber 'auf der Harfe gespielt' gehört - hätte es damals schon so unglaublich reintönige Harfen wie die heutigen modernen Instrumente gegeben, und hätte er zu seiner Zeit so eine wundervolle Harfenistin wie Marie-Pierre Langlamet gekannt!!! Ganz großes Lob zu dieser Bearbeitung für Harfe und diese grandiose Interpretation.


Piano Works
Piano Works
Preis: EUR 8,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liszt's 'Schweizer-Reise' - Leidenschaft pur ..., 19. Dezember 2011
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Rezension bezieht sich auf: Piano Works (Audio CD)
Liszt lebt! Und wie. Mitten unter uns. Genauer, in der Schweiz: Oliver Schnyder (38, Schweizer Pianist), 'sein' Liszt lässt wahre Klavier-Leidenschaft spüren!

Diese Einspielung verlebendigt höchst expressiv, geradezu 'voluptueux', Liszt's '1. Schweizer-Reise' (1835). So tief innig gab's Liszt selten, aber jetzt: Ungestüm, sanft, gewaltig, melancholisch, überschäumend, lebendig, liebevoll, zärtlich, glücklich, tief traurig, zweifelnd, zerrissen, vergeistigt, fragend, suchend, schwebend ... ein wahrlich starkes Klang-Bild vom jungen Liszt!

Oliver Schnyder's Liszt ist hörbar anders:

ANNÉES DE PÈLERINAGES
01. Chapelle de Guillaume Tell 06:16
02. Au lac de Wallenstadt 02:52
03. Pastorale 01:30
04. Au bord d'une source 03:43
05. Orage 04:25
06. Valée d'Obermann 13:37
07. Églogue 02:55
08. Le mal du pays 05:56
09. Les cloches de Genève: Nocturne 06:00

LÉGENDES
10. St François d'Assise: La prédication aux oiseaux 10:26
11. St François de Paule marchant dur lets flos 08:28

(Bonus-CD)
MALÉDICTION
01. Malédiction for Piano and String Orchestra, S. 121 14:14

Nahezu unfassbar, wie Oliver Schnyder in Liszt's 'Années de Pèlerinage', in die 'Légendes' und in das hoch dramatische Werk für Klavier und Streicher 'Malédiction' (hier mit Streichern des Tonhalle-Orchesters, Zürich) eingetaucht ist. Wohl selten hat sich jemand so identifizierend aufgemacht, die Gefühlswelt der 'Musik zwischen zwei Leben' (Album-Zitat) des damals gerade 24-jährigen Liszt am Klavier zu interpretieren. Liszt lebt.

Übrigens auch im ganz außerordentlichen, 64 Seiten starken 'Booklet'; dort ist zu lesen, was Oliver Schnyder (im Sommer 2011) selbst sehr treffend analysiert und nieder geschrieben hat; allein 'Die Schweiz-Reise von Franz Liszt und Marie d'Agoult im Jahr 1835' ist auf 25 Seiten ist mit zahlreichen Bild-Dokumenten akribisch dargestellt. Typisch: Kein Cover-Foto von Oliver Schnyder auf dem Album, 'Star-Kult' liegt dem sympathischen Schweizer eh nicht, für ihn steht allein die Musik im Vordergrund. Eben 'Leidenschaft pur ...'


The Music In My Heart
The Music In My Heart
Preis: EUR 24,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Klangvisionen - aus vollstem Herzen und tiefster Seele ..., 12. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Music In My Heart (Audio CD)
Mit dieser neuen Einspielung vom neuen Label 'Klangvision' (des Berliner Produzenten Uwe Buschkötter) gibt Guy Braunstein den Blick frei in sein musikalisches Herz: Eine sehr persönliche Auswahl virtuoser Stücke mit denen er von frühester Jugend an aufwuchs; Werke, die Seele offenbaren, keine beliebigen Zugaben, eher ganz eigenständige Charakter-Stücke, mit viel Tiefgang.

Einfühlsamst begleitet von Ohad Ben-Ari (Pianist, Dirigent, Arrangeur, Komponist; die beiden musizieren schon seit Teenager-Zeiten miteinander) bringt Guy Braunstein neben eigenen Arrangements für Violine und Klavier solche u.a. von Joseph Joachim, Fritz Kreisler, Jascha Heifetz zu Gehör, auch als Referenz an seine Vorbilder Mischa Elman, Nathan Milstein, David Oistrach u.a.; ebenso als Zeichen der Verehrung seines wichtigsten Lehrers und Mentors Chaim Taub, ehemals Konzertmeister des Israel Philharmonic Orchestra. Braunstein: "Die meisten der hier eingespielten Stücke habe ich mit ihm erarbeitet."

Braunstein spielt traumhaft Violine, solistisch wie im Team, außerordentlich vielseitig, ausdrucksstark, feinsinnig, von zart 'besaitet' bis impulsiv-expressiv. Virtuosität ist für ihn nie 'Schau'-Spiel, wohl 'Hör'-Spiel, Interpretation pur, selbst schwierigste Doppelgriff-Passsagen geraten bei ihm zum scheinbar vielstimmigen Streicher-Sound, mal elegant, mal opulent, stets mit unbändiger Lust, Musik gefühlvoll aus sich heraus in der Zuhörer Bewußtsein zu transferieren. Und ob ihm das gelingt! So kennt man ihn vom Konzertsaal, so hört man ihn auf dieser sehr schönen CD. Wunderbar und tief berührend!

01. Nigun (Ernst Bloch)
02. Hungarian Dance No. 17 (Johannes Brahms)
03. Hungarian Dance No. 2 (Johannes Brahms)
04. Slavonian Dance (Anton Dvorák)
05. La Folia (Arcangelo Corelli)
06. Lensky's Aria From Evegeny Onegin (Peter Tchaikovsky)
07. Melody in E-flat (Peter Tchaikovsky)
08. Hebrew Melody (Josef Achron)
09. Poeme (Ernest Chausson)
10. Introduction and Rondo Capriccioso (Camille Saint-Saens)
11. Humoresque (Anton Dvorák)

PS:

Man sollte Guy Braunstein und sein vielgestaltiges, tief berührendes Violin-Spiel einfach mal unmittelbar erleben *), im kleinen Konzertsaal, bei einem Recital, im großen Ambiente, z.B. mit den Hamburger Symphonikern, als Geiger, als Dirigent, oder als 1. Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, mit Kammermusik-Freunden, bei seinem Festival (Rolandseck) oder in der Stiftskirche (Olsberg CH) beim S'OLsberg-Festival mit Sol Gabetta - egal wo Guy Braunstein musiziert, stets spielt er aus vollstem Herzen und mit tiefster Seele, ein unglaublich vielseitiger und angenehm bescheidener, sympathischer Vollblut-Musiker, dessen Natürlichkeit Zuhörer sogleich gern in ihr Herz schließen.

*) ... oder eben diese CD genießen!


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