Fashion Sale Hier klicken Fußball Fan-Artikel calendarGirl Prime Photos Sony Learn More fissler Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16
Profil für Tenor > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Tenor
Top-Rezensenten Rang: 20.263
Hilfreiche Bewertungen: 1038

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Tenor

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7
pixel
Große Cellisten: Mit zwei Exkursen über große Bratschisten und 69 Abbildungen
Große Cellisten: Mit zwei Exkursen über große Bratschisten und 69 Abbildungen
von Harald Eggebrecht
  Gebundene Ausgabe

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Groß(artig)e Leistung ... ein fesselndes Buch!", 13. Oktober 2008
Was hat hier Harald Eggebrecht diesmal eigentlich geschrieben? Ein 'Fachbuch'? Etwa nur für Cellisten, Musiker, Cello-'Experten'? Nein, es ist vielmehr eine ganz wunderbare umfassende 'Liebesgeschichte des Cello-Spiels', für kundige Leser wie für Cello-Neulinge ein Gewinn, denke ich!

Ganz sicher ist dieses Buch viel mehr als nur ein 'Standard'-Werk (wie es der Klappentext zurückhaltend formuliert): Es ist eine höchst lesenswerte, brilliant verfasste großartige Chronologie, eine starke 407 Seiten umfassende, fesselnde Darstellung der Cello-Historie, mit vielen spannenden (Kurz)Biographien wirklich großer Cellisten, darunter allein 55 'ganz Große' - und mit vielen Portraits weiterer sehr bedeutender Interpreten; eine respektvolle Würdigung großer Cello-Meister, ebenso herausragende Bratschisten beschreibend - alles aufwendigst recherchiert, packend geschrieben, höchst spannend zu lesen!

Kurz: Ein Buch für alle Cello-Freunde, Liebhaber, Enthusiasten und solche, die es werden wollen.

Ich habe es schon mehrfach gelesen, auch 'diagonal', mal hier mal dort; so nehme ich es immer wieder gern zur Hand, oft einfach spontan als Nachschlagewerk - und ertappe mich dann stets dabei, dass ich immer wieder weiterlese, das nächste Kapitel und noch eines und so weiter, es fesselt halt ungemein, nicht zuletzt, weil darin mit großer Sachkunde herausragende Cello-Werke, alte und neuere Aufnahmen, LP- und CD-Einspielungen treffend beschrieben sind! Genial ist, solche Stücke aus dem Archiv zu holen (sofern man sie hat), sie zu hören, dann über die Interpreten zu lesen; das ist geradezu interaktiv! Dieses Buch hat einen höchsten Stellenwert in meiner Sammlung, als eine meiner zahlreichen Lieblings-Lektüren dieses Genres, sozusagen Cello-Musik 'literarisch hör-begleitend', wunderbar ...

Übrigens sehr zurecht schreibt Janos Starker im Vorwort: "Beim Lesen von Harald Eggebrechts Buch über große Cellisten ist mir wieder deutlich geworden, dass das Cellospiel kein Beruf ist. Es ist eine Liebesgeschichte ..." In der Tat! So spürt der Leser von der ersten Seite an die Liebe des Autors zur hohen Kunst des Cello-Spiels.


Paris Mecanique
Paris Mecanique
Preis: EUR 21,98

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Herrliche Zeitreise: Zurück lehnen, Augen schließen, genießen ...!", 11. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Paris Mecanique (Audio CD)
Und wenn ich das genauso mache, 'beamt' mich diese Musik auf eine herrliche Zeitreise, zurück in den Beginn des 20. Jahrhunderts, in die Zeit, die meine Großeltern durchlebten, das kreative 'Maschinenzeitalter', die Epoche der 'Mechanisierung', Erfindungen, technisch-innovative Experimentierlust ...:

Frühling in Paris. Ich sehe mich vor meinem geistigen Auge ganz früh am Morgen die 'Champs Elysée' entlang schlendern, die ersten Fahrzeuge rumpeln mit ihren Pneus noch sanft über das Pflaster, ich setze mich auf eine Bank, atme den Früh-Dunst der erwachenden Stadt, schließe die Augen, beginne zu träumen, köstliche Düfte röstfrischen Kaffees und süß-warm-knuspriger Croissants umschweben meine Sinne, Stimmen vom Boulevard dringen an mein Ohr, irgendwer öffnet irgendwo ein Scherengitter an einem Bistro, ein paar Angestellte rücken Tische und Stühle ins morgendlich fahle, einen warmen, sonnigen Tag kündende frühe Licht, erste Passanten überqueren die Champs, jetzt mehr Stimmen, jetzt weibliche Schritte, zierliche Pumps tänzeln graziös, rhytmisch, ja synkopisch, lassen wippende Röcke und elegante Beine erahnen, vom nahen Park erklingt melodiös Vogelgesang, sich in den Rhytmus des zum Leben erwachenden Pulses der Metropole einfügend - der Tag beginnt in Paris - 'mécanique' ...

Zugegeben, (m)eine sehr subjektive Schilderung, doch: So oder so ähnlich mag die Suggestion dieser wunderbaren Werke von Gabriel PIERNÉ, Jean FRANÇAIX, Francis POULENC, Darius MILHAUD, Erik SATIE, Leroy ANDERSON, Daniel GOYONE, Scott JOPLIN, Enrico MORRICONE und Michael RIESSLER auch auf andere 'Hör-Genießer' wirken, die sich gern in den Zeitgeist jener 'mechanisierten' Epoche vertiefen - gekonnt in Szene gesetzt durch diese vitalen Künstler:

Sabine MEYER, ihr Mann Reiner WEHLE, ihr Bruder Wolfgang MEYER - das TRIO DI CLARONE - verlebendigen hier gemeinsam mit dem Ausnahme-Klarinettisten und Komponisten Michael RIESSLER und dem wunderbaren Drehorgel-Virtuosen Pierre CHARIAL epochale Kunstwerke großer Komponisten, die (Musik)Geschichte geschrieben haben, eine Einspielung von unglaublicher Virtuosität, Spiel-Freude, Witz!

Wunderbare Impressionen erschließen sich dem 'träumenden Hörer' wie dem 'hörenden Träumer' - hier höchst charmant interpretiert, sehr empfehlenswert!

Mir geht's gut: Ich hatte das Glück, diese wundervollen, sympathischen Künstler am 7. Mai 2008 in der Laeiszhalle in Hamburg live zu erleben und danach mit ihnen zu 'parlieren'. (Weshalb habe ich diese Rezension nicht schon längst veröffentlicht!? Vielleicht war ich sehr und oft mit dem Hören beschäftigt ;-) Übrigens: Gutes, informatives Booklet!

PS: Die CD ist zu Ende gespielt, ich öffne meine Augen - und beschließe, endlich wieder mal nach Paris zu reisen, ich will's wissen, fühlen, schnuppern, riechen, schmecken, hören! (Bis dahin genieße ich diese CD immer wieder, lasse mich gern dorthin 'beamen' ...)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 18, 2009 8:43 AM MEST


Dmitri Schostakowitsch: Cellokonzert Nr. 2/Sonate für Cello & Klavier op.40
Dmitri Schostakowitsch: Cellokonzert Nr. 2/Sonate für Cello & Klavier op.40
Wird angeboten von buecheroase_muenchen
Preis: EUR 23,32

34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Für mich die seit langem beste Interpretation ...", 6. Oktober 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Lassen wir mal den Bonus der 'jungen, attraktiven Star-Cellistin der Gegenwart' beiseite (was mir zugegebenermaßen nicht leicht fällt!): Diese Einspielung "Schostakowitsch Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 G-Dur, op. 126" ist höchste Perfektion, absolut stimmige Harmonie zwischen Solistin und Orchester, so weiß ich nicht, wem ich zuerst größtes Lob aussprechen soll, Sol Gabatta, Marc Albrecht, den Münchner Philharmonikern ..., gäbe es 'Treppchen', so hätte ich gern alle miteinander auf dem obersten Sieger-Podest!

Also: Sol Gabetta beginnt leise, zärtlich, wehmutsvoll dezent, sanft, dann fragend melancholisch, sich (rein)steigernd, mit (an)klagendem und zugleich forderndem, ausholend bestimmendem Ton, Marc Albrecht bringt sein Orchester äußerst behutsam aus dem Raum komplementär mit ein, so dann spielen alle Musiker eindringlich, hellwach und höchst souverän, mit wunderschön weit ausgelebten Phrasen und spannenden Dialogen spielen sie immer wieder ganz wunderbare Kontraste aus, beleben Schostakowitsch's magische Gefühlswelten in faszinierender Weise, so dass man sich immer tiefer hinein versenken will, alle ziehen Zuhörer mitten ins Geschehen.
Das ist kein Schostakowitsch 'von der Stange', nein, hier wird mit höchster Präzision, aber auch mit allen Emotionen 'gespielt' (im mehrfachen Wortsinn): dunkel, warm, düster, drängend, fragend, humorvoll, ironisch, mitreissend vital, dann wieder äußerst sanft, kurz Schostakowitsch pur, als säße er lebendig mittendrin und 'glühte' mit ...

Für mich die seit langem beste Interpretation des wundervollen, großen Meister-Werkes! Edel!!!

Auch die "Schostakowitsch Sonate für Violoncello und Klavier d-moll, op. 40" hat ja nun viele Künstler gereizt, sie heraus zu bringen, oft erfolgreich; doch hier ist wieder die gefühlvolle Entsprechung zur vorgennannten großen Konzert-Einspielung, temperamantvoll, prononciert, farbig, Sol Gabetta lässt ihr Cello singen und Mihaela Ursuleasa geht am Klavier meisterhaft pointierend mit, viel mehr als nur Begleitung! (So dürfte über sie im Booklet bitte auch mehr als nur ihr Name stehen!). Fazit: Diese Einspielung wurde in ihrer vielgestaltigen Darbietung von beiden Interpretinnen ganz liebevoll ausgereizt!

Genug des Lobes, wer mit'glühen' will, muss diese CD kaufen, hören, hören und immer wieder hören, ruhig auch vergleichen mit den zahlreichen anderen großen Einspielungen bedeutender Interpreten - es lohnt sich jedoch, immer wieder mit dieser neuesten Aufnahme zu 'glühen' ...


Cantabile
Cantabile

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr als nur 'cantabile' (ital.: 'singbar') ..., 5. Oktober 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cantabile (Audio CD)
Kann - wie der geschätzte Rezensent vor mir schreibt ("Gabetta ist ganz oben und kann aufnehmen, was sie will, nicht was andere ihr vorgeben.") - wirklich aufnehmen, was 'sie' will - und vor allem 'wie' sie es will? Oder sprechen da doch noch 'höhere Mächte' (manchmal zu sehr) mit!?

Diese neue Produktion 'CANTABILE' erinnert stellenweise hinsichtlich des Repertoires z.B. auch an
"Sopranlieder und -Arien" von Ana Maria Martinez (Naxos 2005), ebenfalls mit den 'Prager Philharmonikern' (unter Steven Mercurio), u.a. mit diesen Stücken:

LEO DELIBES - Les filles de Cadix
CHARLES GOUNOD - Romeo et Juliette, Act I: Je veux vivre (Juliette)
FRANCIS LOPEZ - Violettes imperiales
JOSEPH CANTELOUBE - Chants d'Auvergne, Series I: II. Bailero

Als Beispiel möchte ich "Chants d'Auvergne" herausgreifen; gerade dieses Werk lebt m.E. zunächst erst mal von einer wundervoll ausgeprägten Sopran-Stimme (wie z.B. bei Ana Maria Martinez oder auch anderen Sopranistinnen); so kann diese hier vorgenommene rein instrumentale 'Bearbeitung' als 'Cello-Version' mit den ihr eigenen tieferen Lagen dem gesungenen 'Original' kaum Paroli bieten; und auch die im Original zur Sopran-Stimme hinführenden subtilen Flöten- und Oboen-Passagen des bekannten Stückes hätten vielleicht in einer anders aufgebauten 'Cello-Bearbeitung' auch ihre Entsprechung bekommen können, um dieses wundervolle 'Gesangs'-Werk hier mit dem Violoncello wirklich instrumental außergewöhnlich zu prononcieren, zu verlebendigen.

Diese meine Meinung zur 'Bearbeitung' spricht aber keineswegs gegen die dennoch ausdrucksstarke Interpretation von Sol Gabetta, denn sie bietet wie gewohnt hervorragenden Cello-'Gesang'; gleichwohl scheint mir hier eine großartige Chance nicht maximal ausgereizt zu sein. Hat hier evtl. doch das Marketing im Hintergrund vielleicht zu sehr mitgewirkt?! Und vielleicht auch die Bearbeitung von Manfred Grafe 'beeinflusst'?

Wenn dem so wäre, so möchte ich das Label- / Marketing-Management dazu ermuntern, Künstlern noch mehr Freiraum zu geben, insbesondere der wunderbaren Sol Gabetta mit ihrer so erfrischenden, eindrucksvollen Interpretationskraft ihren eigenen 'Spiel-Raum' jederzeit zu gönnen, ja vielmehr zu erweitern und nicht evtl. durch Vorgaben etwa zu beengen. Der Erfolg wird es erweisen! Denn Sol Gabetta kann ganz wunderbar mit ihrem Cello 'singen', wenn man sie nur lässt! Dann wäre das nicht einfach nur 'cantabile' (ital.: 'singbar'), sondern 'bel canto grandioso' ...

Die Prager Philharmoniker unter Charles Olivieri-Munroe mit ihrem ausgefeilten Klang bieten ihrerseits alle Voraussetzungen für mehr 'bel canto'. Die Informationen im Booklet hingegen fallen etwas spärlich aus. Fazit: 'Mehr' (in o.g. mehrfacher Hinsicht) davon sollte möglich sein! Also: Gern noch mehr 'cantabile' - aber dann gleich 'grandioso'.


Music for Cello & Guitar
Music for Cello & Guitar
Preis: EUR 15,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 'Traum-Duo' - mit Mut zu anderen Klängen ..., 6. August 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Music for Cello & Guitar (Audio CD)
Als 'Classical Duo' treten "Boris Andrianov" (Cello) und "Dimitri Illarianov" (Gitarre) auch life auf, so erlebten wir dies hervorragenden Künstler z.B. kürzlich beim Schleswig-Holstein Musik-Festival 2008: Das war das Beste, was wir seit längerer Zeit an sowohl virtuosem als auch unglaublich einfühlsamen Cello-Spiel hörten. Dazu die Gitarre solistisch wie begleitend perfekt! Zwei Interpreten, die Mut zu 'anderen Klängen' haben.

Wer keine Gelegenheit hat, eines ihrer (leider zu seltenen) Konzerte zu besuchen, der hat mit dieser CD 'Classical Duo - Music for Cello & Guitar' besten Hörgenuss parat:

"Boris Andrianov" lässt sein Cello in allen 'Lebens'-Lagen singen, lachen, weinen, schreien, klagen, toben, tanzen, jubeln! - es ist alles an Emotionen drin, was das (Musik)Leben so bereit hält, unglaublich, was dieser Cellist an feinfühliger, edler Intonation und 'schmelzigem' Klang bietet, ohne jemals in so oft gehörten Kitsch abzugleiten!

Das gilt absolut auch für das Gitarren-Spiel von "Dimitri Illarionov": Atemberaubende Technik, klarste Intonation, sauberste Griffe (kein Steg-/Saiten-'Geschrubbe' wie leider so oft zu hören), schnelle Läufe ebenso wie prononciert ausgespielte Melodiebögen - kurz: absolut fesselnd!

Ist jeder dieser feinfühligen Interpreten solistisch schon ein Hochgenuß - so sind beide Künstler auch im gemeinsamen Spiel in Bestform - für Cello und Gitarre m.E. ein Traum-Duo! Perfekt abgestimmt, tief empfundene, ausdrucksvolle, wunderschöne Dialoge, null SchnickSchnack, virtuos ganz ohne Allüren, beider 'Handwerk' ist einfach große Kunst, toll!

Hoffentlich gibt's bald weitere geimeinsame CD's von diesen beiden Ausnahme-Künstlern, Stoff genug haben sie ja, z.B. die Bach Suites für Violoncello solo - von den beiden für 'Cello und Gitarre' bearbeitet! Oder Strawinsky's 'Suite italienne', ebenfalls für Cello und Gitarre von beiden bearbeitet; nicht zu vergessen auch die Bearbeitungen dieses Duos von Piazolla's 'Invierno porteño' oder 'La muerte del ángel' uvm.


Gitarrenrecital
Gitarrenrecital
Preis: EUR 8,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich virtuos, zugleich facettenreich, farbig, humorvoll ..., 4. August 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gitarrenrecital (Audio CD)
Dimitri Illarionov (*1979 in Moskau) begann mit sieben Jahren Gitarre zu spielen und mit 13 begann seine Ausbildung am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium, die er mit Auszeichnung 1997 abschloss. Von da an ist sein Weg mit hohen und höchsten Auszeichnungen 'gepflastert', so gewann er 2002 zB den weltweit wohl bedeutendsten Gitarrenwettbewerb der GFA 'Guitar Foundation of America'. Als Teil des Preises absolvierte Dimitri Illarionov eine Konzerttournee durch Nordamerika und nahm die hier vorliegende CD bei NAXOS auf.

Welche hohe Kunst dieser junge Gitarrist solistisch beherrscht, demonstriert er eindrucksvoll schon mit Mauro Giuliani's (1781-1829) 'Grande Ouverture Op.61' (1814), einem einsätzigen Stück in der Form eines Sonaten-Allegros; Alexandre Tansman's (1897-1986) 'Cavatina' (1950) ist eine Folge von 4 Tänzen, die an die Musik vergangener Zeiten erinnert, doch ohne Zitate auskommt; der 5. Satz 'Danza pomposa' wurde später hinzu gefügt, um das Werk mit einem kraftvollen Schluss zu krönen; hier traditionell perfekt dargebracht.

Dimitri Illarionov ist ungemein vielseitig, so interpretiert er gern klassische wie zeitgenössische Komponisten, wie zB Roland Dyens (*1955) 'Valse en skaï', eine moderne Walzer-Parodie; oder Igor Rekhin (*1941, Kompositionsschüler von Aram Chatschaturjan) mit Auszügen aus dessen '24 Preludes and Fugues for guitar solo', in denen Klassik und Avantgarde gemischt sind; von Nikita Koshkin (*1956) spielt Dimitri Illarionov mit 'Marionette' ein 'Prüfungsstück für Fortgeschrittene', 1996 in Woronesch aufgeführt, die sprunghaften, holprigen Bewegungen einer Marionette nachempfindend.

Weiter auf dieser CD: Mario Castelnuovo-Tedesco's (1895-1968) 'Capriccio diabolico' (1935 entstanden, Hommage an Paganini), und schließlich hat hier Dimitri Illarionov Franciso Tárrega's (1852-1909) 'Variations on Carnival of Venice', (aus den 22 Paganini-Variationen des alten Gassenhauers 'Mein Hut ...') nochmal solistisch nicht nur mit großartiger Technik, sondern vor allem mit viel 'Farbenreichtum' und verschmitzten (eigenen!) Humor ausgespielt (in dieser Perfektion kannte ich das bisher nur aus einer [leider!] unveröffentlichten NDR-Studio-Einspielung von Salvatore Accardo auf seiner Stradivari Violine.).

Kurz: Wer klassische Gitarre liebt, sollte sich das große Vergnügen gönnen, diesen virtuos und zugleich unglaublich facettenreich aufspielenden Dimitri Illarionov auf dieser CD zu genießen. (Die schlicht-spärliche -Naxos-typische - Aufmachung dieser CD sollte Interessierte nicht irritieren, die knappen Booklet-Infos sind dennoch informativ!)


Chopin Recital
Chopin Recital
Preis: EUR 19,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "... ausgeprägtes ästhetisches Empfinden, Sinn fürs Schöne ...", 4. August 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Chopin Recital (Audio CD)
Was zeichnet heute einen jungen Pianisten aus? Außergewöhnliche Begabung, erstklassige Ausbildung, hervorragendes Können, ausgefeilte Technik und Brillianz zum Beispiel - das hat Oliver Schnyder (*1973) sowieso alles, wie andere Pianisten natürlich auch.

Aber: Da ist noch deutlich mehr! Bemerkenswerte musikalische 'Vertiefung', durch Studien von Stücken und Komponisten, erarbeitetes, weit reichendes Hintergrundwissen, die Fähigkeit tief empfundene Emotionalität spielend auszudrücken, zu verinnerlichen - und heraus zu lassen, das 'innere Ohr' nach draussen zu Gehör zu bringen ..., diese besondere Kreativität hat Oliver Schnyder hier einmal mehr bestens demonstriert.

Chopin braucht Zeit, viel Zeit, die habe er sich gegönnt, Jahre habe es gedauert, sagt Oliver Schnyder selbst, bis er sich 'damit an die Öffentlichkeit gewagt habe', nicht etwa der 'Technik, Brillianz usw.' wegen, sondern, weil diese 'ausgewählten Werke' in ihrer Vielgestaltigkeit an Gefühlen bewältigt werden mussten, alles das, was Chopin's Gefühlswelten vermitteln wollen, erlebt man sie musikalisch nicht nur als die großartigen, bekannten Werke, sondern taucht hier mit Schnyder's Chopin Aufnahme wieder einmal bewusst tief ein, hört intensiv zu, hört in sich hinein, hört immer wieder d i e s e Oliver Schnyder Interpretation, lässt sich aufwühlen, entspannen, mitreissen, genießt Freude ebenso wie Melancholie, Trauer wie ausgelassene Lebensfreude ...

Oliver Schnyder gibt hier aus 'seiner Chopin-Seele' einiges preis: "... ausgeprägtes ästhetisches Empfinden, Sinn fürs Schöne ...". Darum besticht diese Chopin-Einspielung (neben all den anderen Chopin Favoriten in meinem Archiv) durch die gekonnte, kontrastreiche Auswahl der Werke u n d durch die emotionale, tief empfundene Interpretation des Pianisten! Technisch brilliant ist diese Einspielung sowieso, doch der wunderschöne 'Spaziergang mit den Ohren' sinnlich sehr gelungen!

Der junge Schweizer Pianist Oliver Schnyder kann schon auf eine weit reichende Karriere blicken: Debut-Rezital im Kennedy Center of the Performing Arts in Washington D.C., Solo-Debut beim Tonhalle-Orchester Zürich unter David Zinman anlässlich der ORPHEUM Musikfesttage zur Förderung junger Solisten. Seither arbeitet Oliver Schnyder als Solist, Rezitalist und Kammermusiker in Europa, Nord- und Südamerika, Japan, China; er ist regelmässig in London (Wigmore Hall), New York (Carnegie Hall), Brüssel, Tokio, Osaka, München, Florenz, Salzburg, Zürich, Genf, Beijing, Hong Kong, Luzern, Basel, Sao Paolo, Lissabon, Oslo, Mailand und Moskau (Grosser Saal des Moskauer Konservatoriums) sowie bei internationalen Festivals zu Gast, als Solist mit international führenden Orchestern (Tonhalle-Orchester Zürich, Tschaikowski Sinfonieorchester Moskau, Sinfonieorchester Basel, den Kammerorchestern von Köln, Zürich, Oslo, Columbus, Hong Kong) gefragt.

Oliver Schnyder ist ein leidenschaftlicher Kammermusiker und als solcher Partner der Geigerin Julia Fischer, dem Geiger Stefan Tönz oder der Cellistin Sol Gabetta. Ebenso begeistert ihn die enge Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten. Zahlreiche Werke wurden durch ihn uraufgeführt, darunter das Piano Concerto des New Yorkers David Noon. Momentan verbindet Oliver Schnyder eine enge Zusammenarbeit mit David Philip Hefti.

Schnyders Klavierspiel wurde von Rundfunk und Fernsehen in Europa und in den USA dokumentiert, und seine CDs mit Klavierwerken von Brahms, Schubert, Mendelssohn, Fauré, Debussy, Mussorgsky (art unity) und Ringger (Musikszene Schweiz) wurden von der Fachpresse hoch gelobt, wie auch die kürzlich bei ClassicO (Dänemark) erschienene CD mit Klavierkonzerten von Saint-Saëns zusammen mit dem Aargauer Symphonie Orchester unter Douglas Bostock («Klassik Highlight» des Schweizer Radiomagazins im März 2005) sowie seine Chopin-Einspielung"Ausgewählte Klavierwerke" (telos 08/2007)

Oliver Schnyder studierte bei Homero Francesch in Zürich, bei Ruth Laredo in New York und bei Leon Fleisher in Baltimore. Zahlreiche Preise, Auszeichnungen und eine höchst interessante Diskographie ([...]) dokumentieren sein Können.


Venetian Treasures - Werke von Gabrieli, Caldara, Monteverdi, Cavalli
Venetian Treasures - Werke von Gabrieli, Caldara, Monteverdi, Cavalli
Preis: EUR 14,54

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Zurück lehnen, Augen schließen, genießen ...!", 26. März 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dass die Musik des 16. Jahrhunderts tief berührende, emotionale, ja fast magische Kraft besitzt, wissen nicht nur Fans und Kenner dieses Genres - hier ist die perfekte Inszenierung auf höchstem Klang-Niveau gelungen! Mit VENETIAN TREASURES haben THE SIXTEEN unter HARRY CHRISTOPHERS erneut ihre hohe Kunst kreativst bewiesen: Chor, Solisten und Barock-Instrumentalisten (ent)führen den Zuhörer mit Werken von Gabrieli, Caldara, Cavalli und Monteverdi ins 16. Jahrhundert, bieten nicht nur wunderbar vollkommenen Hörgenuss, sondern zaubern vor das "geistige Auge" ("Zurück lehnen, Augen schließen, genießen ...!") des aufmerksamen Zuhörers auch die besondere Atmosphäre von St. Markus in Venedig, Heimat dieser grandiosen Gottesdienst-Musik. Rund 70 Minuten feinste Chor-Präsenz, die fesselt, entspannt und hoch zufriedene Stimmung hinterlässt. Diese Produktion (schon 1991/92 in London aufgenommen) ist m.E. ein Muss für Freunde der hohen Kunst sakralen Chor-Gesangs; übrigens nicht nur an kirchlichen Feiertagen, sondern jederzeit hörenswert!


Il Progetto Vivaldi
Il Progetto Vivaldi
Preis: EUR 4,99

64 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Alles drin ...", 6. März 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Il Progetto Vivaldi (Audio CD)
Es ist wirklich "alles drin", was Vivaldis Barock-Musik so unverwechselbar macht: Vitale Lebensfreude, Besinnlichkeit, Melancholie, sakraler Charakter, Hoffnung, Wandel, Erlösung, Dankbarkeit, Fröhlichkeit - kurz alles, was dieser Musik und ihrer Epoche entspricht. Die ganz wunderbar aufspielenden SONATORI DE LA GIOIOSA MARCA (Violinen, Viola, Violoncello, Gambe, Laute und Cembalo - Original-Instrumente der Zeit) schenken SOL GABETTA einen würdigen Klang-Rahmen, die wunderbare Solistin bedankt sich mit ihrem frischen, fröhlichen, getragenen, sensiblen und klanglich reich illustrierten barocken Cello-Spiel auf dem Guadagnini-Cello von 1759, hier mit Darmsaiten bespannt, am idealen Spielort, der Kirche SAN VIGILIO / Col San Martino (Treviso). Sie haben sich gefunden, die seit 2 Jahrzehnten als Spezialisten für "Alte Musik" geschätzten Sonatori und die seit 2004 international erfolgreiche junge Cellistin. Was hat sie zusammengeführt? Die Art zu musizieren, da ist alles drin: Alte Instrumente, Darmsaiten, Barockbogen, Barock-Musiker von höchstem Rang, die bezaubernde, grandiose Cello-Virtuosin, die ewig junge, alte Musik des großen Vivaldi ... ist es dem Label SonyBMG zu verdenken, dass bei soviel Qualität auch excellentes Marketing und PR seine Beiträge zu aller Erfolg spendet?! Vergessen wir aber nicht: Es sind vor allem die Interpreten, die uns mit vitalem Spiel, mit ihrer Leidenschaft für diese historisch-romantische Aufführungspraxis faszinieren! Diese excellente CD-Produktion IL PROGETTO VIVALDI höre ich mir niemals über.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 27, 2011 11:13 AM MEST


Tschaikowsky / Saint-Saëns / Ginastera: Werke für Cello
Tschaikowsky / Saint-Saëns / Ginastera: Werke für Cello
Preis: EUR 7,99

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Glücksgefühle ...", 5. März 2008
Das Münchner Rundfunkorchester unter Ari Rasilainen und Sol Gabetta spielen gemeinsam, bestens aufeinander eingestimmt, mit ganz eigener, inniger Hingabe; das Orchester wird der Solistin sehr gerecht, Ari Rasilainen weiß den excellenten Klangkörper an den richtigen Stellen "zurückzunehmen", Sol Gabetta spielt mit unverkrampft jugendlicher und zugleich großer virtuoser Leidenschaft, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, denn sie ist eh auf ihre ganz natürliche Art präsent. Ich habe sie seit ihrem Debüt oft live erlebt. Nichts hat sie von ihrer erfrischenden Art zu musizieren verloren. So ist es mit etwas zeitlichem Abstand (seit dem Foyerkonzert vom 18.08.2006 beim NDR in HH) an der Zeit, ihr diese Rezension zu schreiben. Das ist stimmige Harmonie zwischen Orchester, Dirigent und Solistin. Ganz offensichtlich ist sie ein glücklicher Mensch. Beseelt von den Stücken, die sie vorträgt, glücklich mit ihrem Guadagnini Cello von 1759. Gefühle des Glücks. Wer davon etwas für sich "mitnehmen" möchte, kommt an dieser CD nicht vorbei.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7