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Tenor

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Rhapsody (Cellosonaten)
Rhapsody (Cellosonaten)
Preis: EUR 8,97

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der 'Gesang der Seele' ..., 22. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Rhapsody (Cellosonaten) (Audio CD)
Vielleicht sollte es einfach mal wieder ein Geheimnis bleiben, weshalb gerade während, in, um, nach persönlichen Krisen große Komponisten häufig so ungemein beeindruckende Werke schufen; vielleicht macht es ja auch gar keinen Sinn, immer zu (ver)suchen, hintergründig zu erforschen, warum, weshalb, wie und was ... Nehmen wir einfach mal wieder die Kunst als Ganzes, geben wir uns den Werken mal wieder vorbehaltlos hin, lauschen den qualvollen wie den befreienden Emotionen, lassen wir den 'Gesang der Seele' auf uns wirken. Dann nämlich geben wir uns selbst die Chance, aufmerksam zuhörend viel zu entdecken, zB auch wie die INTERPRETEN fühlen, was sie reproduzierend aus den Werken schöpfen, wir lernen deren Emotionen kennen, in uns aufzunehmen und durch ihr Spiel uns so auch wieder den Komponisten zu nähern, ein wunderbarer, nicht enden wollender emotionaler Kreislauf!

Diese Gedanken empfand ich spontan beim gestrigen Konzert in der Hamburger Laeiszhalle und jetzt wieder beim Nachhören dieser 'seelenvollen' CD, die treffend den Titel 'Rhapsody' trägt (... musikalische Themen, lose miteinander verbunden, können flüchtige, unzusammenhängende Motive sein, die nicht unbedingt aufeinander aufbauen oder verschränkt sind ...), die den Emotionen wirklich freien Lauf lässt: Rachmaninov's (g-moll Op. 19) wie Prokofiev's (C-dur Op. 43) Sonaten für Cello und Klavier höchst temperamentvoll wie feinsinnigst interpretiert! Gautier Capuçon beeindruckt in fantastisch romantischen Farben ebenso wie mit unerwartet plötzlichen Ausbrüchen, großartig verlebendigte Kunst! Gabriela Montero elektrisiert mal mit hartnäckigen Staccati des Klaviers, mal mit ungemein subtilen, feinsten, ja geradezu 'getupften' meditativen Klängen, sanft das Cello exponierend begleitend. Beide führen gekonnt klug durch diese aufrührenden Werke; da haben sich zwei außergewöhnliche Interpreten gefunden, die alles auskosten, was den 'Gesang der Seele' ausmachen kann.

Quasi als Zugabe: Rachmaninov's 'Vocalise' (Op. 34 No. 14), das letzte der '14 Lieder', ursprünglich der Sopranistin Antonia Nechdanowa gewidmet, eine Transkription von Capuçon und Montero, ein Traum für Cello und Klavier, warm, fließend, sehnsuchtsvoll! (Rachmaninov begleitete übrigens selbst gern damit Grigori Piatigorsky.) Und dann zeigen die beiden Interpreten Capuçon und Montero sich noch von ganz anderer Seite: Mit ihrer Transkription von Rachmaninov's 'Variation No. 18' (Rhapsodie über ein Thema von Paganini), ein Wiegenlied, lyrisch, sehr emotional.

Mein Fazit: Unbedingt hörenswert!!!


Sämtliche Flötensonaten (Ga)
Sämtliche Flötensonaten (Ga)
Preis: EUR 13,94

19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Höchst anspruchsvoll, Genießern gewidmet ...", 24. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Flötensonaten (Ga) (Audio CD)
Sämtliche Flöten-Sonaten von Johann Sebastian Bach - hauptsächlich entstanden um das erste Drittel des 18. Jahrhunderts - verlangen höchst versierte Interpreten! Keine Geringeren als der großartige schweizerisch-französische Flötist Emmanuel Pahud und der weltweit gefeierte Cembalist Trevor Pinnock haben mit dieser Einspielung die eleganten, galanten, schönsten und faszinierendsten Einfälle Bachs meisterhaft interpretiert, bravourös begleitet durch den Cellisten Jonathan Manson sowie die Flötistin Silvia Careddu.

Die Bach'schen Flöten-Sonaten bieten wunderbare Einblicke in die modischen Entwicklungen jener Zeit und wie Bach als Musiker und Komponist höchst anspruchsvoll darauf zu antworten wusste:

Sonaten für Flöte und Continuo
Sonate I C-Dur BWV 1033
Sonate II e-Moll BWV 1034
Sonate III E-Dur, BWV 1035

Sonaten für Flöte und obligates Cembalo
Sonate I h-Moll BWV 1030
Sonate II Es-Dur BWV 1031
Sonate III A-Dur BWV 1032

Weitere Kammermusikwerke mit Flöte
Sonate g-Moll für Flöte und obligates Cembalo BWV 1020
Sonate G-Dur für zwei Querflöten und Continuo BWV 1039

Zu genießen auf 2 CDs in dieser excellenten Einspielung.

Ausreichend informatives Booklet hinsichtlich der Bach'schen Flöten-Sonaten; leider keine Infos zu den Interpreten; die soll sich der Interessierte offenbar selbst besorgen (EMI, Wiki u.a.).


Bach: Concertos
Bach: Concertos
Preis: EUR 14,21

19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Makellos, perfekt, trendy ..., 15. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Bach: Concertos (Audio CD)
Ich denke, es ist nicht schlecht, 'makellos' zu musizieren. Jedenfalls ist diese neue Produktion der Bach' schen Violinkonzerte (Bwv 1043, 1041, 1042, 1060) perfekt gelungen, in jeder Hinsicht. Julia Fischer glänzt m.E. sowohl als teamorientierte wie als solistisch großartige Interpretin. Diese Auffassung ist für den heute überwiegenden Hörer-Geschmack nicht nur 'makellos', sondern perfekt. Und genau dies bringt diese Konzerte auch einem jüngeren Publikum nahe. (Nicht nur unsere 11- und 13-jährigen Kids sind jedenfalls sehr begeistert, hören ganz selbständig und ohne jegliche 'Anmoderation' diese CD - und freuen sich auf J.F. am 21.3. in HH zu erleben.)

Merke (geschätzter Mit-Rezensent M.G.): "Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler!" Wer sich 'durch-geschmeckt' - will hier sagen 'durch-gehört' hat, der kommt sicher auch mal wieder auf andere und ältere Interpretationen zurück, das ist ja legitim, wie bei einem gut gereiften Wein ;-)

Es ist doch schön, mal diese, mal jene Interpretation zu hören, zu verinnerlichen, zu vergleichen - und so schließlich eigene, individuelle Präferenzen zu entwickeln. Deshalb erlaube ich mir, diese CD ausdrücklich zu empfehlen!


Mozart: Klavierkonzerte 12,13,26+Works in Minor
Mozart: Klavierkonzerte 12,13,26+Works in Minor
Wird angeboten von clubsoundlounge
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekter 'Wohlklang' - und noch viel mehr ...!, 9. Januar 2009
Also das muss vorweg gesagt werden: E n d l i c h mal wieder ohne 'Pauken und Trompeten! Genau s o hätte Mozart seine 'Konzerte für Klavier und Orchester' vermutlich am liebsten gehört, notierte er doch um 1788 bei Entstehen seines 'D-Dur-Konzert KV 537' selbst: "Brillant angenehm in die Ohren - Natürlich, ohne in das leere zu fallen." Als er das Stück erst ein Jahr später am Hof von Dresden vortragen konnte, war ihm vermutlich nicht bewußt, dass als er es wiederum ein Jahr später in Frankfurt im Rahmen der Feierlichkeiten zur Krönung Leopolds II erneut aufführte, was dem Werk den Beinamen 'Krönungskonzert' beitrug, von da an und in späterer Zeit erst sein Publikum gewann.

Mozart überließ es aus Gründen der 'Zugewandtheit zum Publikum' den Interpreten bzw. Orchesterleitern, die Bläser weg zu lassen und statt dessen das 'Solo-Klavier' nur mit Streichern zu begleiten, wie in der Aufnahme hier.

Spätestens jetzt mögen die geneigten Leser / Zuhörer ermessen, welcher tatsächlich perfekte 'Wohlklang' diesem Werk innewohnt - und wie ungemein sauber Oliver Schnyder diesem Anspruch gerecht wird! Erstes Fazit hierzu: Statt 'Pauken und Trompeten' gibt es hier feinsinnigstes, elegantes Spiel, das die eigentlich wirkliche Qualität des Werkes endlich mal wieder höchst genussvoll hervorzaubert.

Und weiter: Dieses Album 'krönt' Oliver Schnyders wunderschön einfühlsames Solo-Klavier mit u.a. 'Fantasie für Klavier d-Moll KV 397', dito 'c-Moll KV 475', dann die beiden 'Sonaten für Klavier a-Moll KV 310' und 'c-Moll KV 457' sowie das 'Rondo für Klavier a-Moll KV 511' und das 'Adagio für Klavier h-Moll KV 540', ganz sicher mit gleich großer Leidenschaft und Hingabe vom Solisten gespielt wie mit Bedacht ausgewählt. Zweites Fazit: Rundum sehr gelungen!

So klingt Mozart wirklich pur - abseits zahlreicher üblicher Einspielungen - sehr klug und weise von Oliver Schnyder und der 'Camerata Bern' unter deren Konzertmeister Erich Höbarth (Violine) perfekt präsentiert.

Mozart in 'Dur' oder in Moll' - das ist hier nicht die primäre Frage, auf gleich 2 CDs (für diesen Preis ein wahres Schnäppchen) gibt es Mozart 'pur und perfekt', brillanter für die Ohren geht nicht. Bravo!!! Jederzeit hätte ich gerne mehr von solch puristischem Wohlklang, von diesen klugen Interpreten.


Violinkon.Op.35/Serenade/+
Violinkon.Op.35/Serenade/+
Preis: EUR 18,98

17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolute Referenz!!! Mehr geht nicht ..., 9. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Violinkon.Op.35/Serenade/+ (Audio CD)
Nach diesem a u s f ü h r l i c h e n 'Schwelgen' des geschätzten Mit-Rezensenten 'martin-the-artist' und allem was dort zutreffend geschrieben steht, bleibt mir nur noch dies: Absolute Referenz!!! Mehr geht wirklich nicht! Ich habe diese wunderbare Aufnahme nicht nur zigmal immer wieder gern gehört, sondern diese auch klang-technisch absolut stimmige CD schon x-mal verschenkt; ergo kurz und bündig: Wer sie noch nicht haben sollte (kaum zu glauben ;-) oder ein tolles Präsent braucht: Kaufen und genießen!!!
PS: Freue mich schon auf J.F. und ihr Konzert in HH am 21.3.2009 ...


Große Dirigenten: Mit einem Vorwort von Sir Peter Jonas
Große Dirigenten: Mit einem Vorwort von Sir Peter Jonas
von Wolfgang Schreiber
  Taschenbuch

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Niemals trocken, nie langatmig, eher wie ein spannender Roman und äußerst vergnüglich zu lesen ... ", 14. Oktober 2008
Sir Peter Jonas schreibt in seinem Vorwort: "Dirigenten werden Dirigenten durch das Weiterentwickeln und Feinschleifen komplexer Fähigkeiten." Und der unbeugsame Sergiu Celibidache sagte angesichts der unbestreitbaren Tatsache, dass 'aus der Spitze eines Taktstockes noch nie ein Ton heraus gekommen ist' zum Vergnügen seiner Zuhörer: Der Dirigent sei "jemand, der Ordnung schafft im Orchester". Jetzt sind wir schon mittendrin, im wunderbar zu lesenden Buch von Wolfgang Schreiber.

Wer vermutet, dieses Buch über 'Große Dirigenten' (ich rezensiere hier die aktualisierte Neuausgabe vom November 2007) sei so etwas wie ein trockener Stoff, der soll hier gleich getrost wissen, es ist äußerst unterhaltsam, bildend, informativ, spannend zu lesen von der ersten bis zur letzten der 537 Seiten!

Wer (klassische) Musik liebt, lernt hier auf grandiose Weise ungemein viel hinzu, freut sich über ganz sicher höchst aufwendig recherchierte und fesselnd geschriebene Biographien über 90 wirklich 'Große', Lichtgestalten der Dirigier-Kunst, ebenso über Kurz-Portraits zu mehr als 30 weiteren bedeutenden Dirigenten, erfährt viele bekannte und unbekannte Details über die Persönlichkleiten, die Szene, über Orchester, Musiker, Komponisten, Werke, Konzerthäuser etc., alles wohl eingebettet in den jeweiligen historischen Kontext.

Zudem ist dieses Buch jederzeit ein hervorragendes Nachschlagewerk. Dieses spannende Buch nehme ich gern immer wieder zu Hand, lese häufig, während ich dazu ausgewählte Stücke höre. Sehr gelungen finde ich auch die 'charakterisierende Zuordnung' der Maestros am Pult anhand treffend formulierter 'Rubrik-Headlines'.

Fazit: Eine umfassende (kultur)politische Musik-Zeitgeschichte, die dank brilliant geschriebener Texte niemals trocken, nie langatmig, eher wie ein spannender Roman und äußerst vergnüglich zu lesen ist.


Große Cellisten: Mit zwei Exkursen über große Bratschisten und 69 Abbildungen
Große Cellisten: Mit zwei Exkursen über große Bratschisten und 69 Abbildungen
von Harald Eggebrecht
  Gebundene Ausgabe

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Groß(artig)e Leistung ... ein fesselndes Buch!", 13. Oktober 2008
Was hat hier Harald Eggebrecht diesmal eigentlich geschrieben? Ein 'Fachbuch'? Etwa nur für Cellisten, Musiker, Cello-'Experten'? Nein, es ist vielmehr eine ganz wunderbare umfassende 'Liebesgeschichte des Cello-Spiels', für kundige Leser wie für Cello-Neulinge ein Gewinn, denke ich!

Ganz sicher ist dieses Buch viel mehr als nur ein 'Standard'-Werk (wie es der Klappentext zurückhaltend formuliert): Es ist eine höchst lesenswerte, brilliant verfasste großartige Chronologie, eine starke 407 Seiten umfassende, fesselnde Darstellung der Cello-Historie, mit vielen spannenden (Kurz)Biographien wirklich großer Cellisten, darunter allein 55 'ganz Große' - und mit vielen Portraits weiterer sehr bedeutender Interpreten; eine respektvolle Würdigung großer Cello-Meister, ebenso herausragende Bratschisten beschreibend - alles aufwendigst recherchiert, packend geschrieben, höchst spannend zu lesen!

Kurz: Ein Buch für alle Cello-Freunde, Liebhaber, Enthusiasten und solche, die es werden wollen.

Ich habe es schon mehrfach gelesen, auch 'diagonal', mal hier mal dort; so nehme ich es immer wieder gern zur Hand, oft einfach spontan als Nachschlagewerk - und ertappe mich dann stets dabei, dass ich immer wieder weiterlese, das nächste Kapitel und noch eines und so weiter, es fesselt halt ungemein, nicht zuletzt, weil darin mit großer Sachkunde herausragende Cello-Werke, alte und neuere Aufnahmen, LP- und CD-Einspielungen treffend beschrieben sind! Genial ist, solche Stücke aus dem Archiv zu holen (sofern man sie hat), sie zu hören, dann über die Interpreten zu lesen; das ist geradezu interaktiv! Dieses Buch hat einen höchsten Stellenwert in meiner Sammlung, als eine meiner zahlreichen Lieblings-Lektüren dieses Genres, sozusagen Cello-Musik 'literarisch hör-begleitend', wunderbar ...

Übrigens sehr zurecht schreibt Janos Starker im Vorwort: "Beim Lesen von Harald Eggebrechts Buch über große Cellisten ist mir wieder deutlich geworden, dass das Cellospiel kein Beruf ist. Es ist eine Liebesgeschichte ..." In der Tat! So spürt der Leser von der ersten Seite an die Liebe des Autors zur hohen Kunst des Cello-Spiels.


Paris Mecanique
Paris Mecanique
Preis: EUR 17,97

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Herrliche Zeitreise: Zurück lehnen, Augen schließen, genießen ...!", 11. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Paris Mecanique (Audio CD)
Und wenn ich das genauso mache, 'beamt' mich diese Musik auf eine herrliche Zeitreise, zurück in den Beginn des 20. Jahrhunderts, in die Zeit, die meine Großeltern durchlebten, das kreative 'Maschinenzeitalter', die Epoche der 'Mechanisierung', Erfindungen, technisch-innovative Experimentierlust ...:

Frühling in Paris. Ich sehe mich vor meinem geistigen Auge ganz früh am Morgen die 'Champs Elysée' entlang schlendern, die ersten Fahrzeuge rumpeln mit ihren Pneus noch sanft über das Pflaster, ich setze mich auf eine Bank, atme den Früh-Dunst der erwachenden Stadt, schließe die Augen, beginne zu träumen, köstliche Düfte röstfrischen Kaffees und süß-warm-knuspriger Croissants umschweben meine Sinne, Stimmen vom Boulevard dringen an mein Ohr, irgendwer öffnet irgendwo ein Scherengitter an einem Bistro, ein paar Angestellte rücken Tische und Stühle ins morgendlich fahle, einen warmen, sonnigen Tag kündende frühe Licht, erste Passanten überqueren die Champs, jetzt mehr Stimmen, jetzt weibliche Schritte, zierliche Pumps tänzeln graziös, rhytmisch, ja synkopisch, lassen wippende Röcke und elegante Beine erahnen, vom nahen Park erklingt melodiös Vogelgesang, sich in den Rhytmus des zum Leben erwachenden Pulses der Metropole einfügend - der Tag beginnt in Paris - 'mécanique' ...

Zugegeben, (m)eine sehr subjektive Schilderung, doch: So oder so ähnlich mag die Suggestion dieser wunderbaren Werke von Gabriel PIERNÉ, Jean FRANÇAIX, Francis POULENC, Darius MILHAUD, Erik SATIE, Leroy ANDERSON, Daniel GOYONE, Scott JOPLIN, Enrico MORRICONE und Michael RIESSLER auch auf andere 'Hör-Genießer' wirken, die sich gern in den Zeitgeist jener 'mechanisierten' Epoche vertiefen - gekonnt in Szene gesetzt durch diese vitalen Künstler:

Sabine MEYER, ihr Mann Reiner WEHLE, ihr Bruder Wolfgang MEYER - das TRIO DI CLARONE - verlebendigen hier gemeinsam mit dem Ausnahme-Klarinettisten und Komponisten Michael RIESSLER und dem wunderbaren Drehorgel-Virtuosen Pierre CHARIAL epochale Kunstwerke großer Komponisten, die (Musik)Geschichte geschrieben haben, eine Einspielung von unglaublicher Virtuosität, Spiel-Freude, Witz!

Wunderbare Impressionen erschließen sich dem 'träumenden Hörer' wie dem 'hörenden Träumer' - hier höchst charmant interpretiert, sehr empfehlenswert!

Mir geht's gut: Ich hatte das Glück, diese wundervollen, sympathischen Künstler am 7. Mai 2008 in der Laeiszhalle in Hamburg live zu erleben und danach mit ihnen zu 'parlieren'. (Weshalb habe ich diese Rezension nicht schon längst veröffentlicht!? Vielleicht war ich sehr und oft mit dem Hören beschäftigt ;-) Übrigens: Gutes, informatives Booklet!

PS: Die CD ist zu Ende gespielt, ich öffne meine Augen - und beschließe, endlich wieder mal nach Paris zu reisen, ich will's wissen, fühlen, schnuppern, riechen, schmecken, hören! (Bis dahin genieße ich diese CD immer wieder, lasse mich gern dorthin 'beamen' ...)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 18, 2009 8:43 AM MEST


Dmitri Schostakowitsch: Cellokonzert Nr. 2/Sonate für Cello & Klavier op.40
Dmitri Schostakowitsch: Cellokonzert Nr. 2/Sonate für Cello & Klavier op.40
Preis: EUR 25,39

34 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Für mich die seit langem beste Interpretation ...", 6. Oktober 2008
Lassen wir mal den Bonus der 'jungen, attraktiven Star-Cellistin der Gegenwart' beiseite (was mir zugegebenermaßen nicht leicht fällt!): Diese Einspielung "Schostakowitsch Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 G-Dur, op. 126" ist höchste Perfektion, absolut stimmige Harmonie zwischen Solistin und Orchester, so weiß ich nicht, wem ich zuerst größtes Lob aussprechen soll, Sol Gabatta, Marc Albrecht, den Münchner Philharmonikern ..., gäbe es 'Treppchen', so hätte ich gern alle miteinander auf dem obersten Sieger-Podest!

Also: Sol Gabetta beginnt leise, zärtlich, wehmutsvoll dezent, sanft, dann fragend melancholisch, sich (rein)steigernd, mit (an)klagendem und zugleich forderndem, ausholend bestimmendem Ton, Marc Albrecht bringt sein Orchester äußerst behutsam aus dem Raum komplementär mit ein, so dann spielen alle Musiker eindringlich, hellwach und höchst souverän, mit wunderschön weit ausgelebten Phrasen und spannenden Dialogen spielen sie immer wieder ganz wunderbare Kontraste aus, beleben Schostakowitsch's magische Gefühlswelten in faszinierender Weise, so dass man sich immer tiefer hinein versenken will, alle ziehen Zuhörer mitten ins Geschehen.
Das ist kein Schostakowitsch 'von der Stange', nein, hier wird mit höchster Präzision, aber auch mit allen Emotionen 'gespielt' (im mehrfachen Wortsinn): dunkel, warm, düster, drängend, fragend, humorvoll, ironisch, mitreissend vital, dann wieder äußerst sanft, kurz Schostakowitsch pur, als säße er lebendig mittendrin und 'glühte' mit ...

Für mich die seit langem beste Interpretation des wundervollen, großen Meister-Werkes! Edel!!!

Auch die "Schostakowitsch Sonate für Violoncello und Klavier d-moll, op. 40" hat ja nun viele Künstler gereizt, sie heraus zu bringen, oft erfolgreich; doch hier ist wieder die gefühlvolle Entsprechung zur vorgennannten großen Konzert-Einspielung, temperamantvoll, prononciert, farbig, Sol Gabetta lässt ihr Cello singen und Mihaela Ursuleasa geht am Klavier meisterhaft pointierend mit, viel mehr als nur Begleitung! (So dürfte über sie im Booklet bitte auch mehr als nur ihr Name stehen!). Fazit: Diese Einspielung wurde in ihrer vielgestaltigen Darbietung von beiden Interpretinnen ganz liebevoll ausgereizt!

Genug des Lobes, wer mit'glühen' will, muss diese CD kaufen, hören, hören und immer wieder hören, ruhig auch vergleichen mit den zahlreichen anderen großen Einspielungen bedeutender Interpreten - es lohnt sich jedoch, immer wieder mit dieser neuesten Aufnahme zu 'glühen' ...


Cantabile
Cantabile
Preis: EUR 6,90

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr als nur 'cantabile' (ital.: 'singbar') ..., 5. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Cantabile (Audio CD)
Kann - wie der geschätzte Rezensent vor mir schreibt ("Gabetta ist ganz oben und kann aufnehmen, was sie will, nicht was andere ihr vorgeben.") - wirklich aufnehmen, was 'sie' will - und vor allem 'wie' sie es will? Oder sprechen da doch noch 'höhere Mächte' (manchmal zu sehr) mit!?

Diese neue Produktion 'CANTABILE' erinnert stellenweise hinsichtlich des Repertoires z.B. auch an
"Sopranlieder und -Arien" von Ana Maria Martinez (Naxos 2005), ebenfalls mit den 'Prager Philharmonikern' (unter Steven Mercurio), u.a. mit diesen Stücken:

LEO DELIBES - Les filles de Cadix
CHARLES GOUNOD - Romeo et Juliette, Act I: Je veux vivre (Juliette)
FRANCIS LOPEZ - Violettes imperiales
JOSEPH CANTELOUBE - Chants d'Auvergne, Series I: II. Bailero

Als Beispiel möchte ich "Chants d'Auvergne" herausgreifen; gerade dieses Werk lebt m.E. zunächst erst mal von einer wundervoll ausgeprägten Sopran-Stimme (wie z.B. bei Ana Maria Martinez oder auch anderen Sopranistinnen); so kann diese hier vorgenommene rein instrumentale 'Bearbeitung' als 'Cello-Version' mit den ihr eigenen tieferen Lagen dem gesungenen 'Original' kaum Paroli bieten; und auch die im Original zur Sopran-Stimme hinführenden subtilen Flöten- und Oboen-Passagen des bekannten Stückes hätten vielleicht in einer anders aufgebauten 'Cello-Bearbeitung' auch ihre Entsprechung bekommen können, um dieses wundervolle 'Gesangs'-Werk hier mit dem Violoncello wirklich instrumental außergewöhnlich zu prononcieren, zu verlebendigen.

Diese meine Meinung zur 'Bearbeitung' spricht aber keineswegs gegen die dennoch ausdrucksstarke Interpretation von Sol Gabetta, denn sie bietet wie gewohnt hervorragenden Cello-'Gesang'; gleichwohl scheint mir hier eine großartige Chance nicht maximal ausgereizt zu sein. Hat hier evtl. doch das Marketing im Hintergrund vielleicht zu sehr mitgewirkt?! Und vielleicht auch die Bearbeitung von Manfred Grafe 'beeinflusst'?

Wenn dem so wäre, so möchte ich das Label- / Marketing-Management dazu ermuntern, Künstlern noch mehr Freiraum zu geben, insbesondere der wunderbaren Sol Gabetta mit ihrer so erfrischenden, eindrucksvollen Interpretationskraft ihren eigenen 'Spiel-Raum' jederzeit zu gönnen, ja vielmehr zu erweitern und nicht evtl. durch Vorgaben etwa zu beengen. Der Erfolg wird es erweisen! Denn Sol Gabetta kann ganz wunderbar mit ihrem Cello 'singen', wenn man sie nur lässt! Dann wäre das nicht einfach nur 'cantabile' (ital.: 'singbar'), sondern 'bel canto grandioso' ...

Die Prager Philharmoniker unter Charles Olivieri-Munroe mit ihrem ausgefeilten Klang bieten ihrerseits alle Voraussetzungen für mehr 'bel canto'. Die Informationen im Booklet hingegen fallen etwas spärlich aus. Fazit: 'Mehr' (in o.g. mehrfacher Hinsicht) davon sollte möglich sein! Also: Gern noch mehr 'cantabile' - aber dann gleich 'grandioso'.


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