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Rezensionen verfasst von
A. LOOS "Watcher" (Mainz)
(REAL NAME)   

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Frontiersmen: Höllenflug nach Heaven's Gate: Roman (Science Fiction. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Frontiersmen: Höllenflug nach Heaven's Gate: Roman (Science Fiction. Bastei Lübbe Taschenbücher)
von Wes Andrews
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr gelungener Spacewestern, 2. November 2015
'Frontiersmen' ist ein Space Western. Statt mit der Postkutsche oder dem Planwagen reist man mit dem Raumschiff, die Indianer haben grüne Haut und auch ansonsten werden alle typischen Westernelemente und Klischees ins All transportiert '

John Donovan bezeichnet sich selbst als Frontiersman, einer der Pioniere, die entlegene Kolonien der Menschen am Rand der Zivilisation besiedeln. In seinem Fall bedeutet das, dass er mit seinem in die Jahre gekommen Schiff die Planeten und Stützpunkte mit Waren versorgt und als Freihändler und Schmuggler tätig ist. Donovan erinnert direkt an Han Solo aus 'Star Wars' oder Malcolm Reynolds, den Captain der Serenity aus 'Firefly'. Auch die übrige eingeschworene Besatzung des Schiffes, das über eine mysteriöse Künstliche Intelligenz namens Mary-Jane verfügt, folgt den üblichen Klischees. Der alte Mechaniker, der schon ewig mit dem Schiff unterwegs ist, der junge Computercrack, die junge Abenteuerin, die als Pilotin und Mädchen für alles fungiert. Diese Positionen sind echte Klassiker.

Dass Donovan als Gauner mit dem Herzen aus Gold chronisch klamm ist, gehört irgendwie auch dazu. Ein Gangsterboss, der eine alte Schuld notfalls mit Gewalt bei ihm eintreiben will, ist Grund genug, um sich auf eine riskante Reise zur entlegenen Koloniewelt Heaven's Gate zu begeben, um dort ein paar Passagiere abzuliefern. Leider macht ein außerirdischer Kriegsherr vom Volk der Peko den Sektor unsicher. Die Peko sind für ihre Grausamkeit bekannt, aber das schreckt Donovan nicht ab, denn die gut zahlenden Passagiere sorgen dafür, dass sich seine Probleme durch diesen Flug in Wohlgefallen auflösen könnten. Jedoch hat auch der ein oder andere Passagier, der an Bord kommt, ein Geheimnis im Gepäck, das die Reise verkomplizieren könnte.

Der Autor hat sich nach eigenen Angaben von dem alten Filmwestern 'Stagecoach' von John Ford inspirieren lassen. Wer den Film kennt, wird einige Personen beziehungsweise deren Typus wieder erkennen. Was dem vorliegenden Werk im Vergleich zum Film und dessen vorangegangenen Vorlagen in Romanform zu einem großen Teil abgeht, ist die große Dosis Moralin, da auf die Rolle der Prostituierten verzichtet wurde. Auch in 'Frontiersmen' werden natürlich von einigen der Protagonisten bornierte Ansichten gepflegt. Gerade diese Personen erweisen sich aber oft den Gefahren und Strapazen der Reise nicht gewachsen. Im Mittelpunkt stehen jedoch ganz klar der Captain und seine Mannschaft.

Ansonsten wird der Wilde Westen einfach in den Weltraum versetzt. Die Raumkavallerie bewacht die Raumrouten, große Konzerne beuten in rücksichtsloser Kapitalistenmanier Minenarbeiter bis auf Blut aus. Geschossen wird mit futuristischen Revolvern und Repetiergewehren. Raumstationen sind nicht mehr als einsame Wegposten, die von der Außenwelt abgeschnitten sind, da es keine überlichtschnelle Kommunikation gibt. Der technologische Hintergrund, den der Autor präsentiert, ist richtig gut durchdacht, und hat mir sehr gut gefallen. Es ist natürlich keine harte SF, aber das sollte auch keiner erwarten.

Besonders gut haben mir die hier auftretenden 'Indianer' gefallen. Diese sind recht ambivalent angelegt. Auf der einen Seite verdanken die Menschen den Peko die Geheimnisse der interstellaren Raumfahrt, auf der anderen Seite schlägt diese von den Menschen an den Rand der Vernichtung gedrängte Rasse erbarmungslos zurück.

Der Autor schreibt diesen Roman unter dem Pseudonym Wes Andrews. Tatsächlich verbirgt sich dahinter ein routinierter Schriftsteller, der bereits auf eine erfolgreiche Kariere als Übersetzer und Autor fantastischer Romane zurückblicken kann. Der Bastei-Lübbe-Verlag und der Autor waren jedoch der Ansicht, dass die Kunden bei einem Urheber mit englisch klingenden Namen eher zugreifen würden. Das weit verbreitete Vorurteil, dass gute Science Fiction beziehungsweise gute Western nur jenseits des großen Teichs produziert werden, zeigt hier einmal mehr sein hässliches Gesicht. Man möge bedenken, dass vor allem Karl May in Deutschland den Western erst salonfähig gemacht. Meine persönliche Erkenntnis in diesem Bereich ist übrigens die, dass auch jenseits des Atlantiks zwischen echten Perlen, die man getrost als Meilensteine des Genres bezeichnen kann, viel bestenfalls durchschnittliche Kost zu finden ist.

Fazit: Der Titel ist schon die prägnanteste Inhaltsangabe für diesen Weltraumwestern. Bei dieser Reise zur Kolonie Heaven's Gate geht alles schief, was nur schief gehen kann. Geschickt werden gängige Westernklischees, seien es die Protagonisten oder auch typische Elemente der Handlung, zu einer gelungenen Geschichte zusammengesetzt. Die einzelnen Elemente dürften dem versierten Leser alle bekannt sein. Nur selten gelingt es dem Autor, eine wirklich überraschende Wendung einzubauen. Das sehe ich jetzt aber nicht unbedingt als negativen Kritikpunkt. Der Schreibstil ist abwechslungsreich und regt das Kopfkino gut an. Es wird Zeit, den Colt umzuschnallen und das Raumschiff zu den Grenzen des bekannten Weltraums zu besteigen.

Diese Rezension habe ich zuerst auf dem Ringboten veröffentlicht


Star Trek: Frohe klingonische Weihnacht
Star Trek: Frohe klingonische Weihnacht
von Paul Ruditis
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weihnachten für eingefleischt Star Trek Fans, 15. Dezember 2014
Es gibt schon seltsame Blüten, die ein Franchise treiben kann. Zum Fest der Liebe kann man auch die Geeks in seinem Umfeld mit allerlei Geschenken bedenken. Die obligatorischen Franchiseartikel, wie etwa Tassen mit Logo und Sprüchen, sind da ja schon fast langweilig. Aber für den eingefleischten Fan gibt es noch andere Schmankerl, an denen er sich erfreuen kann. Das vorliegende Buch ist eines dieser Schmankerl. Pünktlich zum Fest können sich nun „Star-Trek“-Fans auf die klingonische Weihnacht freuen.

Dieses lediglich 40 Seiten umfassende Hardcoverbuch mit Schutzumschlag macht optisch etwas her und das ist die Hauptintension. Textlich fällt das Ganze dann auch etwas mager aus. Auf jeder Doppelseite stehen Illustrationen aus der Hand von Patrick Faricy, inspiriert von dem idealisierenden Stil eines Norman Rockwell, im Mittelpunkt. Der Aufbau der Seiten ist immer gleich. Auf der Linken Seite steht der Text, auf der rechten Seite findet sich eine passende vollfarbige Zeichnung.

Der Text beschränkt sich auf ein paar Zeilen in Reimform. Dabei werden übliche (oft amerikanische) Weihnachtsgebräuche klingonisch eingefärbt. Die artigen Kinder bekommen echte Klingenwaffen zum Fest und der Urvater aller Klingonen, Kahless, wird als Jesuskind präsentiert, während ehrlose und böse Kinder mit einem grässlichen Tribble bestraft werden. Es finden sich etliche Anleihen an die klingonische Kultur, die durchaus lustig sind. Gewürzter Blutwein, ein von Bird of Preys gezogener Schlitten und verhedderte Lichterketten sind nur einige der Elemente, die hier aufgenommen wurden. Man krümmt sich zwar nicht vor Lachen, aber ich konnte beim ersten Lesen auf jeder Seite schmunzeln.

Die Reime sind erwartungsgemäß keine großartige epische Lyrik. Da ich nur die deutsche Übersetzung vorliegen hatte, kann ich leider nicht beurteilen, ob die originalen englischsprachigen Verse qualitativ besser sind. Im Zweifel würde ich jedoch eine ähnliche Qualität vermuten.

Fazit: „Frohe klingonische WeiHnach’t“ ist etwas für eingefleischte „Star Trek“-Fans. Es ist gewiss keine abendfüllende Lektüre, aber es ist kurzweilig und lädt den Fan zum Schmunzeln ein. Die liebevoll gezeichneten Illustrationen zu sehen, machte mir großen Spaß. Die Verse sind keine große Lyrik, aber durchaus witzig. Auch wenn manchmal die Maxime „Reim dich oder ich fress’ dich“ zu sehr eingesetzt wurde. Am Ende ist das Buch nach einem „echten“ Bathlet wohl das zweitbeste Geschenk, das sich ein echter Klingonenfan für unter dem Weihnachtsbaum wünschen kann. Der Preis von 14,80 Euro ist für die solide und meiner Meinung nach gelungene Verarbeitung gerechtfertigt


Doctor Who: Wunderschönes Chaos
Doctor Who: Wunderschönes Chaos
von Gary Russel
  Broschiert

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Des Doctors zweiter Streich bei CrossCult, 27. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Doctor Who: Wunderschönes Chaos (Broschiert)
Der zehnte Doktor besucht mit seiner Begleiterin Donna Noble deren Familie in London. Und wie könnte es anders sein, auch dort und zu diesem Zeitpunkt gibt es ein paar Rätsel zu lösen und die Welt zu retten ...

von Andreas Loos

Nach dem Cross Cult mit dem Hardcover „Rad aus Eis“ dem Doktor einen sehr schönen Auftakt beschert hat, liegt mit „Wunderschönes Chaos“ der zweite Band vor. Diesmal im Taschenbuchformat mit einem etwas festeren Einband. Im direkten Vergleich bietet das ungleiche Paar in meinem Bücherregal einen weniger schönen Anblick. Was der Roman an der Aufmachung spart, macht er mit seinen Inhalten mehr als wett. Der Roman breitet seine Handlung auf etwas mehr als 240 Seiten aus.

Darum geht es: Der Doktor und Donna machen einen Familienbesuch, der alles andere als harmonisch verläuft. Neben Donnas Mutter, die dem Doktor mit Feindseligkeit begegnet und ihrer Tochter ständig Vorhaltungen macht, lernt der Leser auch Donnas Großvater, Wilfred Mott, näher kennen. Der gutherzige Mann hat einen Stern entdeckt, der nach ihm benannt wurde. Ihm zu Ehren wird ein Bankett gegeben, zu welchem auch Donna und der Doktor eingeladen werden. Aber verschiedene Ereignisse wecken das Misstrauen des Doktors.

Und tatsächlich regt sich eine uralte Macht und bereitet sich darauf vor, die Erde heimzusuchen. Die fremde Gefahr aus den Tiefen von Raum und Zeit ist aber nur ein Aspekt der Geschichte. Eine fast genauso große Rolle spielen die Beziehungen der Personen untereinander, zumal Donnas Familie eine schwere Zeit durchgemacht hat. Besonders Donnas verwitwete Mutter schleppt enormen emotionalen Ballast mit sich herum. Als ob das nicht genug wäre, hat sich Wilfred Mott mit einer netten alten Dame angefreundet, die an Alzheimer erkrankt ist und die Situation durch ihre Krankheit zusätzlich verkompliziert.

Die linear gehaltene Handlung zeigt, dass Gary Russel sein Handwerk versteht. Es wird an keiner Stelle langweilig und inspiriert das Kopfkino. Und so fällt es nicht schwer sich die Handlung vorzustellen. Die verschieden Handlungsstränge bringen nicht nur den Doktor und seine Begleiter auf die Bühne, sondern auch die Antagonisten werden ebenfalls in Szene gesetzt. Der Leser erhält dadurch natürlich einen gewissen Wissensvorsprung. Dieser relativiert sich jedoch, denn das gesamte Ausmaß offenbart sich erst am Ende der Geschichte. Auf besondere Erzählmethoden wird weitestgehend verzichtet. Der Autor schreibt mit Liebe zum Detail, ohne den Fluss der Geschichte zu unterbrechen. Auch absolute Nebenpersonen werden mit einigen Charakteristika versehen, die aus ihnen mehr machen, als bloße eindimensionale Staffage. Für die Insider noch ein kleiner Spoiler: Der vierte Doktor bekam es mit dem Antagonisten ebenfalls schon zu tun. Das Buch baut auf der Episode von 1976 auf.

Am Ende befindet sich noch ein Interview mit dem Autor Gary Russel.

Fazit: „Wunderschönes Chaos“ setzt den zehnten Doktor und seine Begleiterin Donna gut in Szene. Die Handlung wird nie langweilig und verzettelt sich auch trotz des recht großen Ensembles an Akteuren und Handlungssträngen nicht. Tatsächlich ist alles mehr oder minder gradlinig und am Ende verbleibt es beim obligatorischen Showdown. Die optische und qualitative Aufmachung des vorliegenden Taschenbuches hat im Vergleich zum opulenten Hardcover des ersten Buches die schlechteren Karten. Dadurch wäre das Buch aber ungefähr zehn Euro teurer geworden. Inhaltlich war ich mit dem Buch sehr zufrieden. Die Charaktere sind schön und glaubwürdig beschrieben. Dass der Autor das Thema Alzheimer in die Geschichte eingebaut hat, fand ich richtig gut.


James Bond: Octopussy
James Bond: Octopussy
von Ian Fleming
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

4.0 von 5 Sternen Eine schöne 007-Anthologie mit ein paar echten Perlen, 14. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: James Bond: Octopussy (Broschiert)
James Bond hat in dem vorliegenden Band gleich vier „Missionen“ zu meistern. In diesem Band sind die letzten Geschichten aus Ian Flemings Feder gesammelt. Darunter befinden sich ein paar echte Perlen

Wie schon in dem Band „In tödlicher Mission“ sind in dieser Sammlung ein paar Kurzgeschichten Flemings enthalten, in denen der berühmteste fiktive Agent des Secret Service eine Rolle spielt. Auch hier gilt dass die Geschichten von sehr unterschiedlicher Qualität präsentiert werden.

Die erste Geschichte trägt den Titel Octopussy. Bond findet sich einmal mehr in der Rolle des Gentleman Agenten, der dem pensionierten Agenten Major Smythe in Flemings Wahlheimat Jamaika einen Besuch abstattet. Durch Bonds auftauchen wird dieser daran erinnert, dass die Schatten der Vergangenheit einen immer einholen können. Bonds Rolle ist hier verhältnismäßig klein und er kommt hier nicht recht zum Zuge. Hauptperson sind hier der Major und seine unrühmliche Rolle während des zweiten Weltkriegs. Einmal mehr ist es eine Detail verliebte Charakterstudie, die dem Leser den Major und seine Gedankenwelt ergründen lassen. Daneben erfährt der Leser auch einiges über die Karibische Unterwasserwelt, für die der Major ein Faible hat. Die Geschichte hat nur den Titel mit dem gleichnamigen Film gemein.

Auch bei der Geschichte „Der Besitz einer Dame“ kommt James Bond nur eine wenig aktive Zuschauerrolle zu. Detailliert beschreibt Flemming einen Clou des Geheimdienstes, der eine feindliche Agentin zu seinem Vorteil ausnutzt. Als die Agentin unverhofft in den Besitz eines einzigartigen Kunstwerk des Juweliers Fabergé kommt und dieses versteigern lässt, wittert der Secret Service die Chance mehr über Ihre Hintermänner zu erfahren. Bond besucht die Versteigerung und sieht sich dabei um. Das ist, grob gesagt alles, mehr passiert eigentlich nicht. Es ist trotzdem eine gut geschriebene Geschichte, die zeigt, dass man auch ohne Gewalt und Action Spannung aufbauen kann.

In der dritten Kurzgeschichte wird Bond von M nach West-Berlin entsandt, um einen Agenten die Flucht über die Grenze zu ermöglichen. Dazu gehört ein Duell mit einem Scharfschützen des KGB, der die Flucht verhindern soll. Bond sieht hier seine Rolle als „Werkzeug des Todes“ hier viel kritischer, als noch in den Geschichten zuvor. Selbst seine Position als Doppelnull-Agent stellt er in Frage. Es ist gerade zu eine Antithese zu den Geschichten, wie zum Beispiel „In tödlicher Mission“, in denen Bond keine moralischen Bedenken gegen die Ziele seine Angriffe hegt. Aus meiner Sicht ist es die beste Geschichte der Sammlung. Sie ist packend geschrieben und hat sehr dicht erzählt. Die Geschichte trägt übrigens den Titel „Der Hauch des Todes“ und hat nichts mit dem gleichnamigen Film zu tun.

Die letzte Geschichte trägt den Titel „007 in New York“. Bond soll hier eine alte Mitarbeiterin des Geheimdienstes warnen. Im Verlauf dieser recht einfach erscheinenden Mission verbringt Bond die meiste Zeit damit darüber zu sinnieren wie er seinen Aufenthalt in New York so gut wie möglich nutzen kann. Es ist ein weiterer Blick in Bonds Innenleben, der auch hier ein paar schöne Informationen über sein Leben preisgibt. Zum Abschluss gibt es noch ein typisch britisches Rezept für ein Rührei al la „James Bond“. Das Rezept ist so einfach gehalten, dass es sogar absolute Anfänger ohne Probleme nachkochen können.

Fazit: „Octopussy“ versammelt vier mehr oder minder gute Geschichten unterschiedlicher Länge, die einmal mehr in die nostalgische Welt des Kalten Krieges Ende der Fünfziger und Anfang der Sechziger des 20. Jahrhunderts führen. Nicht immer gibt es viel Action, aber dafür ein paar sehr gute Charakterstudien. Mein Persönlicher Favorit ist die dicht erzählte Geschichte „Der Hauch des Todes“, die in Westberlin spielt und James Bond in ein Duell mit einem Scharfschützen des KGB verwickelt. Die anderen Geschichten fielen dagegen etwas ab. Insgesamt wirken die Geschichten ein wenig wie Fingerübungen mit denen Flemming experimentierte. Wer jetzt das Buch zum gleichlautenden Film erwartet wird allerdings hier enttäuscht. Die Namensgebende Kurzgeschichte hat damit rein gar nichts gemein.


James Bond: Der Mann mit dem goldenen Colt
James Bond: Der Mann mit dem goldenen Colt
von Ian Fleming
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Flemings letzter abgeschlossener Bond Roman, 14. Oktober 2014
James Bond ist zurück! Nachdem der Topagent auf einer Mission in Japan spurlos verschwand, taucht er in London wieder auf und bedroht das Leben seine alten Chefs M. Dieser gibt Ihm aber die Chance sich zu rehabilitieren…

“Der Mann mit dem Goldenen Colt“ ist Flemmings letzter Roman und knüpft sich inhaltlich an die Ereignisse in dem Vorgängerroman „Man lebt nur Zweimal“ an. James Bond erscheint im Hauptquartier und verübt einen Anschlag auf seinen alten Freund und Vorgesetzten M, dem dieser nur knapp entkommen kann. James Bond wurde von den Sowjets einer Gehirnwäsche unterzogen. Statt sich seines ehemaligen besten Mannes zu entledigen, gibt M. Bond noch eine Chance. Nach einer Therapie, welche die Gehirnwäsche rückgängig machen soll, wird Bond auf einen extrem gefährlichen Auftragskiller angesetzt: Paco „Pistols“ Scaramanga. Bond macht sich auf nach Jamaika und versucht dort die Organisation des Schurken ausfindig zu machen und zu infiltrieren.
Wieder einmal führt die Handlung den berühmten Agenten nach Jamaika, die Wahlheimat von Ian Fleming, der seine Bücher in seinem Haus „Goldeneye“ zu schreiben pflegte. Es ist also im Prinzip eine Art „Heimatkrimi“. In der für Flemming eigenen Art wird dem Leser eine Menge Lokalkolorit geboten. Das Postkoloniale Jamaika wird einem genauso näher gebracht, wie die damaligen Probleme mit den Rastafari oder die schlimmen Dentalen Zustände bei der einheimischen Bevölkerung. Der Roman presst die Jagd auf den Schurken Scaramanga auf nur gut 230 Seiten. Der ausladende Schreibstil Flemings lässt nur einen rasch voranschreitenden Plot zu, der auf die obligatorische Konfrontation mit dem Killer zusteuert. Der „Mann mit dem goldenen Colt“ ist noch recht detailliert beschrieben, so lässt Fleming den Leser quasi mit M’s Augen das entsprechende Dossier lesen, welches der Geheimdienst über diesen angefertigt hat. Seine Organisation und die Kumpane sind dagegen nur blasse generische Schurken, die sich noch nicht einmal ansatzweise die Mühe machen, die zugrundeliegenden Klischees mit entsprechendem Leben zu füllen. Bonds moralischer Kodex verbietet es scheinbar die naheliegende Lösung der Mission zu suchen, nämlich den Schurken aufspüren und diesen im richtigen Moment aus sicherer Entfernung auszuschalten. Stattdessen dient sich Bond Scaramanga als Handlanger an und gewinnt so Zugang zu dessen Leben. Die Spannung kommt nicht zu kurz, obwohl die Vertrauensseligkeit des angeblich so gefährlichen Killers etwas arg unglaubwürdig war. Entgegen dem zuvor präsentierten Dossier werden hier zu viele unnötige Risiken in Kauf genommen. Die Handlung ist gradlinig und erinnert stellenweise an Situationen in anderen Bond Romanen. Der Leser erhält hier, was er erwartet. Variationen eines bereits bekannten Themas. Ähnliches konnte man schon bei „Goldfinger“ oder „Feuerball“ lesen.

Fazit: James Bond is Back und macht sich auf die Jagd nach einem gefährlichen Killer. Der opulente Schreibstil Flemings paart sich mit einem gradlinigen Plot, der nur wenige Wendungen bietet. Der Leser bekommt zum Jamaikanischen Lokalkolorit eine Kollage üblicher Szenen, die man schon aus anderen Bond Romanen kennt. Der Roman gewinnt deshalb leider keine zusätzlichen Lorbeeren. Es ist ohne Frage handwerklich gut gemacht, birgt jedoch Schlussendlich keine wirklich originellen Elemente, die ihn von den anderen Romanen besonders abheben würden. Einzig Bonds Versuch seinen Vorgesetzten zu töten birgt den Reiz der Novität, der sich jedoch schnell verliert. Gemessen an anderen Romanen, wie zum Beispiel „Der Spion der mich liebte“, den ich aufgrund der besonderen Erzählweise zu meinem Lieblings Bond Roman zähle, kann der Mann mit dem goldenen Colt trotz einiger guter Ansätze leider nicht mithalten.


James Bond: Man lebt nur zweimal
James Bond: Man lebt nur zweimal
von Ian Fleming
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein klassischer Bondroman vor fernöstlicher Kulisse, 14. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: James Bond: Man lebt nur zweimal (Broschiert)
James Bond muss in einer ungewohnten Umgebung eine seiner schwersten Missionen - vielleicht sogar die schwerste Aufgabe überhaupt meistern...

James Bond ist nach dem Mord an seiner Frau durch Blofeld ein gebrochener Mann. Fleming lässt den besten Mann des MI6 zusehends verkommen und Fehler machen, die seine Position im Geheimdienst gefährden. M, Bonds Vorgesetzter, ist jedoch nicht gewillt ihn so einfach ziehen zu lassen. Deshalb betraut er seinen angeschlagenen Agenten mit einer Mission im fernen Japan, die von Ihm etwas abverlangt, was bei seinen bisherigen Missionen nur selten eine Rolle gespielt hat: Anpassung an fremde Sitten und Gebräuche und diplomatisches Geschick. Er soll die Verbindungen zum Japanischen Geheimdienst ausbauen und den Japanern einen Deal vorschlagen. Einmal mehr serviert uns Fleming durch Bonds Augen einen exotischen Schauplatz. Dieser ist zumindest nach meinem Verständnis auch sehr schön in Szene gesetzt. Besonders die Mentalität der Japaner hat es Ihm angetan. Die Einstellung der Japaner zueinander, ihre für Bond befremdlichen Vorstellungen von Moral und Ehre machen den Reiz der Geschichte aus. Japan, ist das Land mit der höchsten Selbstmordrate und seine Einwohner haben einen Hang zum Bizarren. Bond steckt in seinen Verhandlungen schon bald in einer Sackgasse. Tiger Tanaka sein Verhandlungspartner schlägt Bond einen Handel vor. Auf einer abgelegenen Insel hat sich ein Mysteriöser Fremder niedergelassen, der Botanische Studien betreibt. In seinem Schloss sammelt der Mann tödliche Pflanzen und der Ort hat sich zum Mekka für Selbstmörder entwickelt, die Ihre letzte Reise im Garten des Botanikers antreten.

Bond soll diesen Fremden ausschalten und den Selbstmördern Japans dessen Garten verperren. Bei seinen Nachforschungen stellt 007 fest, dass sich hinter dem Fremden ein alter Feind des Agenten verbirgt, mit dem er eine große Rechnung offen hat. Der Showdown ist vorprogrammiert und während die erste Hälfte des Buches dazu dient, dem Leser und Bond den exotischen Schauplatz nahe zu bringen, widmet sich die andere Hälfte der Vorbereitung und der Konfrontation mit dem Schurken. Es ist einmal mehr dem genialen opulenten Schreibstil von Flemming zu verdanken, dass dieser ein Leckerbissen ist. Die Action hält sich zwar in Grenzen, aber man bekommt einmal mehr einen tiefen Einblick in die manchmal verstörende Welt der Geheimagenten. Am Ende gibt es eine große Überraschung, die indirekt einige Ereignisse für den Nachfolgeband Der Mann mit dem Goldenen Colt" in Gang setzt. Darüber Hinaus, bekommt der Leser genau das, was er erwartet, eine Agentengeschichte vor exotischer Kulisse. Mit der Verfilmung unter dem gleichen Titel hat der Roman nur das Grundthema und einige Versatzstücke gemein.

Fazit: James Bond läuft nach anfänglicher Depression mit der Möglichkeit einen alten Feind zu vernichten zu Höchstform auf. Bond, der sich in Japan zu integrieren versucht bekommt für seine Mission alles, was als Gute Zutat für eine Bondgeschichte gilt. Ein böser Schurke mit einem perfiden Plan, ein paar mysteriöse Verbündete und natürlich eine Schönheit mit einer markanten Vergangenheit, die genau in Bonds Beuteschema" passt. Man lebt nur zweimal" ist ein weiterer gelungener Roman aus Ian Flemings Feder, der zwar nicht an meine persönlichen Lieblinge Feuerball" , Der Spion der mich liebte" und Goldfinger heranreicht, aber dennoch einen gewissen Eindruck hinterlässt.


Star Trek - Typhon Pact 4: Zwietracht
Star Trek - Typhon Pact 4: Zwietracht
von Dayton Ward
  Broschiert
Preis: EUR 14,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gelungener Politthriller im Star Trek Universum, 15. November 2013
Die Romane der „Typhon Pact“-Reihe gehen in die vierte Runde. Diesmal werden Captain Picard und die Besatzung der Enterprise-E mit den Intrigen des Paktes auf einer Welt der Föderation konfrontiert.

Im vierten Band der „Typhon Pact“-Reihe steht diesmal die Besatzung der U.S.S. Enterprise-E im Mittelpunkt. Ihre Mission führt sie diesmal nach Andor, einem Gründungsmitglied der Föderation. Auch dort haben die Borg während ihres Vernichtungsfeldzugs in der „Destiny“-Trilogie gewütet. Schwerer noch als die Wunden, die die Borg geschlagen haben, wiegt ein seit langem bestehendes Fortpflanzungsproblem der Andorianer. Nun erreicht die Situation besorgniserregende Ausmaße und die Bevölkerung reagiert teilweise hysterisch. Die langjährigen Bemühungen der Föderation, die Situation zu lösen, haben nicht gefruchtet, und eine wachsende Anzahl von Andorianer macht die Föderation für ihre Misere verantwortlich. Dass die Föderation einen kontroversen Lösungsansatz unterstützt, den viele Einheimische vehement ablehnen, ist auch nicht sonderlich hilfreich. Die Enterprise-E wird auf eine diplomatische Reise gesandt, um im Rahmen eines Kongresses die Wogen zu glätten. Die radikalen Kräfte in der Bevölkerung sehen dagegen die Zeit gekommen, um ihre eigenen Pläne in Bewegung zu setzen. Picard und seine Crew sehen sich mit einer stetig eskalierenden diplomatischen Krise konfrontiert, in die womöglich auch der Typhon-Pakt verwickelt ist.

Die Handlung baut auf den Ereignissen und Hintergründen auf, die in dem Roman „Star Trek – Die Welten von Deep Space Nine 02: Andor – Paradigma“ zuerst aufgeworfen wurden. Für sich betrachtet wird dort gewissermaßen ein übergeordneter Handlungsstrang in die Wege geleitet, der sich nicht nur über mehrere Romane, sondern auch über verschiedene Buchreihen fortsetzt. Ich hoffe, dass Cross Cult auch den Roman „Star Trek: The Fall: A Ceremony of Losses“ relativ zeitnah übersetzten lässt, der die Andor-Problematik nochmals in den Fokus rückt. Da der Roman bei Pocket Books aber erst Ende Oktober 2013 auf Englisch erschienen ist, wird man sich wohl noch ein wenig gedulden oder den Roman von David Mack im Original lesen müssen.

Eigentlich hatte ich erwartet, dass auch diesmal wieder mit gebührender Tiefe ein Volk des Typhon-Pakts in Szene gesetzt wird. Stattdessen bekommt der Leser die Fragilität des Kartenhauses vorgeführt, zu der die Föderation in der Zeit nach den Krisen der letzten Jahre geworden ist. Die Vision von Gene Roddenberry, von einer gemeinsamen, friedlichen Erforschung des Weltraums, die in der Originalserie Grundtenor war, hat jetzt mehr als nur ein paar hässliche Risse bekommen. Die Andorianer verhalten sich hier ziemlich menschlich. Okay, die Aliens sind auch „nur Menschen“ und Fanatiker mit hanebüchenen Weltsichten gab es auch bei „Star Trek“ schon zu Hauf. Dass der Fokus auf Andor ruht und sich die Intrigen des Paktes nur auf einige wenige manipulative Eingriffe beschränken, sorgt dafür, dass der Bezug zu dem neuen Bündnis nur mittelbar hergestellt werden kann. Wer hier ausführliche Ausflüge in die Kultur des Volkes hinter diesen Intrigen erwartet, wird enttäuscht werden. Andererseits kann ich hier die „Vanguard“-Reihe empfehlen. Dort werden die Aliens und ihre Motivationen näher beschrieben.

Die blauhäutigen Humanoiden mit den Antennen auf den Köpfen hatten dagegen bisher auf dem Fernsehschirm in der Prequel-Serie „Enterprise“ die meisten Auftritte. Die in sich gespaltene Gesellschaft wird hier noch deutlicher in Szene gesetzt. Das hat mir gefallen. Aufgelockert wurde das Ganze durch persönliche Beziehungsgeschichten. Neben Picard, dessen ungefähr einjähriger Sohn das private Leben des Captains und dessen Ansichten einschneidend verändert, haben auch die anderen führenden Besatzungsmitglieder mehr oder weniger Glück in ihren Beziehungen. Besonders gefreut hat mich ein Wiedersehen mit der Halbvulkanierin T’Ryssa Chen, deren vorlaute und schnodderige Art bereits in dem Roman „Mehr als die Summe“ auffiel. Dayton Ward wird bei aller Charakterentwicklung für meinen Geschmack manchmal etwas zu langatmig. Vielleicht ist es auch einfach zu viel, neben einem bodenständigen Politthriller auch noch mehreren Subplots zu folgen, die sich um wachsende Beziehungen an Bord der Enterprise drehen.

Fazit: Seit Nemesis haben Picard und Co. keinen leichten Stand gehabt. Nun ist die Föderation nach etlichen Krisen zu einem fragilen Kartenhaus geworden, das in sich zusammenzufallen droht. Der Typhon-Pakt spielt nur eine Nebenrolle, ist sozusagen der Katalysator für eine schon länger vor sich hin kochenden innenpolitische Krise, der die Besatzung der U.S.S. Enterprise-E ziemlich hilflos gegenübersteht. Der Roman ist im Prinzip ein Politthriller im „Star Trek“-Gewand, der durch persönliche Geschichten der Crew aufgelockert wird. Leider wies der Roman wegen der Beziehungsgeschichten ein paar Längen auf.

Diese Rezension habe ich zuerst auf Ringbote-Online veröffentlicht


James Bond: Der Spion, der mich liebte
James Bond: Der Spion, der mich liebte
von Ian Fleming
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine sehr gelungene Mischung aus Charakterstudie und klassischem Märchen, 15. November 2013
Im zehnten James Bond Roman wandelt Ian Flemming auf etwas ungewohnten Pfaden und entfernt sich diesmal weiter vom typischen Spionagegenre. Es ist auch vor allem keine Geheimdienstgeschichte, sondern vielmehr eine Charakterstudie. Die Handlung ist dann auch sehr gradlinig und liest sich in der Kurzform wie ein klassisches Märchen. Der Leser erfährt viel über den Charakter von 007 aus einem ungewohnten Blickwinkel.
Die gesamte Handlung wird aus der Sicht von Vivienne Michel, einer Frankokanadierin, erzählt. Aufgeteilt ist die Geschichte in drei Teile. Die Unterteilung hält sich an das klassische Dreiaktmodel, auch wenn die Teile ineinander übergehen zu scheinen. An den Wendepunkten der Geschichte beginnt jeweils ein neuer Teil der Handlung. Der erste Teil, mit „Ich“ betitelt beinhaltet nur wenig Handlung, und ist ausschließlich Vivienne Michel und ihrer Geschichte gewidmet. Sehr detailliert blickt die Junge Frau auf ihre bisherige Vergangenheit zurück. Das schließt neben ihrer eigentlichen Vita vor allem ihre weniger erfolgreichen Beziehungen zu Männern ein. Auch der Ort der Handlung, ein einsames Motel im Nordosten der USA wird dem Leser näher gebracht. Mit klassischen Mitteln verstärkt Flemming die Isolation des Settings. Schließlich leitet er mit der Ankunft von Sol 'Horror' Horowitz und „Sluggsy“ Morant, zwei „Bilderbuchverbrechern“, die so ziemlich jedes Gangsterklischee erfüllen, den zweiten Teil mit der Überschrift „Sie“ ein. Von nun an schwebt die Erzählerin in tödlicher Gefahr, denn die beiden lassen nichts Gutes erahnen. Schließlich erscheint natürlich der Held - James Bond - auf der Bühne und damit beginnt der dritte Teil. Dass Bond sich der Schurken auf seine Weise entledigt, versteht sich von selbst. Der Kampf gegen die Stereotypen Gangster ist auch der Katalysator für die Liebesgeschichte zwischen Bond und Vivienne Michel. In der Form wie sich Bond gegen über ihr verhält im Verhältnis zu den anderen Männern in ihrem bisherigen Leben, sagt viel über Bond aus. Bond ist hier der einsame Wolf, dessen Charakter und Berufung eine klassische Beziehung, wie sie in den frühen Sechzigern Gang und Gebe war, nicht zulässt. Das Bond Vivienne aufrichtig liebt zeigt er im Verlauf der Handlung immer wieder, bis hin zu dem Versuch, für sie zumindest indirekt in eine klassische Versorgerrolle zu schlüpfen. Diesen Zug hat man schon öfter bei Bond beobachten können, so zum Beispiel auch bei „Goldfinger“. Er setzt sich damit auch in Kontrast zu den anderen Beziehungen die die junge Frau bisher hatte. Das Bond die Beziehung, die er mit animalischem Verlangen auslebt, in eine einzige Nacht packt, passt zu dem Genussmenschen, der angesichts seines Berufes vor allem die schönen Seiten zu schätzen weis. Daneben muss sich Bond auch den Vergleich mit den beiden Killern gefallen lassen. Diesem Helden klebt Blut am den Händen. Und das Töten bereitet ihm genauso wenige Probleme, wie den beiden Antagonisten. Bond ist in dieser Beziehung kalt, effizient und vorausdenkend.
Fazit: „Der Spion der mich liebte“ ist eine gelungene Mischung aus klassischem Märchen und Charakterstudie. Es gibt knisternde Erotik und das Gefühl von haarstäubender Spannung. Alles ist Meisterhaft erzählt und Flemming stellt einmal mehr unter Beweis, dass es bei einem guten James Bond Roman nicht auf Superschurken und coole Agentenausrüstung ankommt.


James Bond: Feuerball
James Bond: Feuerball
von Ian Fleming
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich einer der besten Bondromane, 4. November 2013
Rezension bezieht sich auf: James Bond: Feuerball (Broschiert)
Im neunten Band der vom Cross Cult neu übersetzten James Bond Romane , komplett mit einem neuen Cover für die deutsche Ausgabe, verschlägt es den besten Agenten Ende der Fünziger Jahre auf die Bahamas. Dort, so hoffen er und sein Vorgesetzter M, befinden sich zwei Atombomben, die von der Verbrecherorganisation S.P.E.C.T.R.E. mitsamt einem neuen Langstreckenflugzeug gestohlen wurden. Als reicher Tourist getarnt, mischt sich Bond unter die Leute. Bei der Suche nach Verdächtigen trifft er auf einen sehr zwielichtigen und schmierigen Typen, Emilio Largo, der angeblich eine Schatzsuche organisiert. Der Lebemann Bond, dem sein Vorgesetzter zu Beginn des Romans eine radikale Gesundheitskur verpasst hatte, ist in seinem Element. Neben Tabak und Alkoholika darf er mit Domino, der Gespielin von Largo anbandeln. Der Roman ist gradlinig und nur spärlich ausgeschmückt. Es gibt nur wenig, das von der Haupthandlung ablenken könnte. Trotzdem weis Fleming die Handlung gekonnt in Szene zu setzten. Mir erschloss sich die knisternde, erotische Atmosphäre, wenn sich Bond mit Domino einlässt, genauso gut, wie die atemlose Spannung, wenn Bond in einer nächtlichen Tauchaktion Largos Yacht einen Besuch abstattet. Daneben gibt es sogar noch - für einen Bond Roman eher weniger zu erwarten - ein paar Lektionen zum Tauchen und zu gesunder Ernährung oder der Qualität von Hotelessen.
Zum ersten Mal begegnet der Leser einem von Bonds gefährlichsten Gegner. Das kriminelle Mastermind Ernst Stavros Blofeld ist der Kopf hinter S.P.E.C.T.R.E., der die Aktion im Hintergrund kontrolliert. Der Leser erfährt - anders als Bond - schon zu Anfang alles über Blofeld, seine Organisation und seinen bisher größten Coup, eben jenen Diebstahl der Atombomen. Ein klein wenig gestört hat mich die Vermittlung dieses Wissens. Es wird dem Leser weitgehend losgelöst von der Handlung dargeboten. Es ist reines Infodumping, wenn Blofelds Vita detailliert ausgebreitet wird. Bond dagegen weis von Blofeld am Ende nur ein paar wenige Einzelheiten, die über seinen Namen hinausgehen. Für den Leser gibt es nur wenige Geheimnisse. Trotzdem gelingt es Flemming immer wieder Überraschungen aus dem Hut zu zaubern. Die Action ist wohl dosiert. In erster Linie versucht Bond mit klassischen Detektivmethoden die Tarnung von Largo aufzudecken. Die technischen Spielereien halten sich im bodenständigen Rahmen. Getarnte Geigerzähler und leistungsfähige Funkgeräte sind hier das Maß der Dinge. Der Reiz des Romans lag bei mir vor allem darin, dass Flemming, der selbst während des Krieges mit Spionage beschäftigt war, dem Leser einen kleinen Einblick in die Welt der Geheimagenten vermittelt.

Fazit: Feuerball ist für mich der klassische Spionagethriller schlechthin. Man verfolgt James Bond dabei, wie er ein Katz und Mausspiel mit dem Schurken Emilio Largo spielt. Zum einen darauf bedacht Largos Tarnung von der Schatzsuche zu sprengen, auf der anderen Seite dagegen bemüht seine eigenen Absichten zu verschleiern. Der Roman ist sehr gut gemacht und hat mir viel Freude bereitet.


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4.0 von 5 Sternen Schön bedruckter Stundenplan, 31. Oktober 2013
Ein Vorredner bezeichnete den Stundenplan für den Preis als überteuert. Gemessen an dem Materialwert darf man dem wohl zustimmen. Aber dafür kauft man halt auch für die Kleinen Lilifee und andere abwischbare Stundenpläne sind preislich ungefähr vergleichbar. Also für mich kein Grund hier Punkte abzuziehen. Für kleine Kinder nur bedingt geeignet, da der Stundenplan sehr leicht verwischt. Ich habe den Plan zu Beginn mehrmals beschriften müssen, bis unsere Tochter gelernt hatte, dass der Plan nur zum Ansehen aber nicht zum Anfassen ist. Den Stift sollte man unter Umständen nicht in der Halterung lassen. Unsere Tochter hat den Stift umgehend zum Malen verwenden wollen. Da solche Faserstifte einzeln auch nicht ganz billig sind besser außer Reichweite bringen.


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