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Beiträge von Oliver Klein
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Hilfreiche Bewertungen: 658

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Rezensionen verfasst von
Oliver Klein "piero_ciampi"
(REAL NAME)   

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Umhängetasche Gusti Leder Laptoptasche Ledertasche Vintage Überschlagtasche Umhängetasche Unitasche Collegetasche Messengerbag Aktentasche Arbeitstasche Ledertasche Leitz Ordner Braun U3
Umhängetasche Gusti Leder Laptoptasche Ledertasche Vintage Überschlagtasche Umhängetasche Unitasche Collegetasche Messengerbag Aktentasche Arbeitstasche Ledertasche Leitz Ordner Braun U3
Wird angeboten von Gusti Leder
Preis: EUR 98,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine stinkige und klebrige Schönheit, 6. Juni 2013
Die Tasche wird hier überwiegend positiv bewertet, leider kann ich mich dem nicht anschließen.

Zwar sieht sie wirklich äußerst schön aus und überzeugt zunächst auch durch ihren günstigen Preis, dieser verrät jedoch (zumindest in meinem Fall), dass er mit Qualitätseinbußen einhergeht.

Diesbezüglich stören mich zwei Dinge:

1.
Die Tasche riecht sehr streng. Sicherlich muss man bei Leder mit starkem Geruch rechnen. Aber in meinem Fall scheint dies etwas zu extrem - hat man doch auch noch nach Monaten einen intensiven Stallgeruch in der Nase, wenn man sich in der Nähe der Tasche befindet. Lasse ich die Tasche eine Nacht in meinem Auto liegen, riecht es am Morgen danach im ganzen Auto nach Tier.

2.
Die Tasche wirkt in Bezug auf den verwandten Kleber nur mangelhaft verarbeitet. So klebt sie an etlichen Stellen sowohl von außen als auch von innen. Es handelt sich hierbei scheinbar um nicht entfernte Rückstände, eines Klebstoffes, der meines Erachtens in viel geringerem Umfang von Nöten gewesen wäre, da die Tasche eigentlich sehr gut genäht wirkt.
Leider hat man diese dunklen Kleberrückstände ständig an den Fingern, wenn man etwas aus der Tasche herauszieht. Und nicht selten kleben auch die in ihr transportierten Gegenstände, wie Zeitungen, Handy, Headset o.ä.

Mein Fazit:
Die Tasche ist wirklich ein absoluter Blickfänger, eine Schönheit. Allerdings sorgen Gestank und Klebrigkeit bei mir bisweilen für einen gewissen Ekelfaktor. Nach anfänglicher Begeisterung und einer äußerst wohlwollenden und geduldigen Zuversicht, die störenden Punkte in den Griff zu bekommen, muss ich nach einem halben Jahr konstatieren, dass die Gusti-Ledertasche zumindest für meine Ansprüche nicht alltagstauglich ist.
Eine Kollegin hat sich übrigens etwa zur gleichen Zeit wie ich ebenfalls eine Gusti-Tasche gekauft: Sie berichtet davon, dass ihre Tasche streng riecht und äußerst klebrig ist.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 12, 2013 11:47 AM MEST


Betreuungsrecht in der Praxis: Geschichte, Grundlagen und Planung Rechtlicher Betreuung (German Edition)
Betreuungsrecht in der Praxis: Geschichte, Grundlagen und Planung Rechtlicher Betreuung (German Edition)
von Holger Ließfeld
  Taschenbuch
Preis: EUR 42,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus Sicht der Sozialen Arbeit betrachtet, 23. August 2012
Endlich mal ein Buch, dass das Betreuungsrecht aus der Perspektive der Sozialen Arbeit betrachtet. Neben der vielfältigen juristischen Literatur gibt es bislang noch wenige Schriften, die sich mit der Rolle der Sozialen Arbeit im Betreuungsrecht beschäftigt. Die Beteiligung der Sozialen Arbeit im Betreuungsrecht hebt der Autor praxisnah als Notwendigkeit heraus und begründet dies nachvollziehbar.
Das Buch lässt sich in drei Bereiche einteilen. Zunächst erfolgt eine sehr interessante Darstellung der Entwicklung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts beginnend im römischen Reich der Antike über mittelalterliche Rechtsbücher wie den "Sachsenspiegel" bis hin zu den detailliert beschriebenen Betreuungsrechtsänderungsgesetzen. In einem zweiten Teil werden die Grundlagen des Betreuungsrechts vorgestellt, die einem Leitfaden gleichkommen. Der daran anschließende Hauptteil beschäftigt sich kritisch mit der Frage von Planung und Durchführung der Tätigkeiten in der Betreuung. Der Autor lässt hier Praktiker aus Betreuungsvereinen zu Wort kommen. Dies fand ich sehr spannend, weil tiefe Einsichten in die Betreuungswirklichkeit offenbar werden.
Insgesamt ist das Buch gut lesbar und sehr informativ. Der Fokus liegt auf der Beschreibung der betreuungsrechtlichen Praxis.


Hexenkind
Hexenkind
von Sabine Thiesler
  Audio CD

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nichts für Freunde von sprachlicher Genauigkeit, 24. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Hexenkind (Audio CD)
Ich mache mich hier nun sehr angreifbar, denn man sollte nicht zu hart mit einem Hörbuch ins Gericht gehen, wenn man es nicht zu Ende hört. Aber leider bin ich, mittlerweile beim zehnten Kapitel angekommen, nicht mehr länger in der Lage, mich weiter mit Sabine Thieslers "Hexenkind" zu beschäftigen.

Bevor ich dazu komme, dies näher zu erläutern möchte ich zwei Dinge ansprechen, die mich gestört, aber nicht dazu gebracht haben, das Hörerlebnis abzubrechen:

Erstens fehlt es mir zumindest in der mir vorliegenden Hörbuchversion eindeutig an Lokalkolorit (jedenfalls bis Kapitel 10). Es gibt kaum Hinweise darauf, wo sich Thieslers Geschichte abspielt. Zwar fallen ein paar Ortsnamen, so dass man natürlich weiß, dass wir uns in der Gegend zwischen Siena und Montevarchi befinden; dabei bleibt die Lokalität aber seltsam arm an Atmosphäre, ja, nahezu blutleer. Kaum eine konkrete Beschreibung von Land und Leuten könnte hier verraten, dass sich die Autorin tatsächlich jemals länger als für einen zweiwöchigen Sommerurlaub in der Gegend des Arnotals oder im Chianti aufgehalten hätte. Durch diesen Umstand wirkt die Verortung der Geschichte ein wenig beliebig, und vielleicht hätte man sie auch irgendwo anders in Italien spielen lassen können - möglicherweise hätte sie sogar überhaupt nicht in Italien spielen müssen. Als Gegenbeispiel möchte ich hier an Andrea Camilleris Montalbano-Figur erinnern, die überhaupt nur so glaubwürdig ist, weil sie und ihr gesamtes Auftreten zutiefst mit der sizilianischen Gesellschaft verbunden ist.

Zweitens nervt mich die stereotype Darstellung des behinderten Jugendlichen, der so ist, wie man sich einen Menschen mit geistiger Behinderung landläufig vorstellt: dick, untätig, eigentümlich, einzelgängerisch, verhaltensauffällig, verhaltensgestört, vergesslich, unangepasst, gewalttätig und nutzlos. Er hat nichts Liebenswertes, nichts Sympathisches, ist einfach nur dick und dumm. Kurz vor meinem Entschluss, abzubrechen musste ich mich dann auch noch über die Formulierung ärgern, Edi habe ein ein "kleines Gehirn". Wenn ich daran denke, dass es seine Figur ist, die am Ende den Tod zu bringen scheint, rundet dies mein Bild ab.

Nun aber zum Grund meines Abbruches: Jeder macht mal Fehler, und einer in Berlin geborenen Frau (Thiesler) kann nicht abverlangt werden, dass sie perfekt Italienisch spricht. Ich denke aber, dass die insgesamt doch professionelle Produktion des Hörbuches eine kurze Überprüfung der von der Autorin gesprochenen, italienischen Wörter und vor allem Namen hätte erlauben müssen. Ich kann es nach zehn Kapiteln einfach nicht mehr hören, wie Frau Thiesler den Namen einer ihrer Hauptfiguren (Romano) konsequent falsch ausspricht. Durch solche kleinen Schnitzer oder Ungenauigkeiten habe zumindest ich den Eindruck, dass sich insgesamt zu wenig und zu undifferenziert mit den Inhalten des Romans beschäftigt wurde. Ich glaube auch, dass ich als Sprecher den Anspruch hätte, Begriffe und Namen richtig auszusprechen - schon allein, um dem Hörer ein Gefühl von Authentizität zu geben. Dies bleibt aber aus, und so wird aus RoMAno (mit Betonung auf der vorletzen Silbe) ROmano (also mit Betonung auf der ersten Silbe - hört sich irgendwie an, wie die Bezeichnung für einen Salat...). Das hat mich so genervt, dass ich es einfach nicht hören konnte/wollte. Und da die Geschichte bislang auch keine weiteren Höhepunkte zu bieten hatte, konnte sie mich nicht mehr vom Gegenteil überzeugen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 23, 2013 2:44 PM CET


FIFA 10
FIFA 10
Wird angeboten von Ihr-Heimkino-
Preis: EUR 14,95

2.0 von 5 Sternen Jetzt reagiert er auf den Platzverweis, 1. April 2010
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: FIFA 10 (Videospiel)
Bastian Schweisteiger und Wayne Rooney haben einen triumphierenden Gesichtsausdruck. Das Cover des neuen "Fifa 10" zeigt, wie schön Fußball sein kann, wenn Tore fallen. Eine gelungene Werbung für den Fußball. Und sicher auch für "Fifa 10"... Mit der Realität des Spiels hat das Cover jedoch herzlich wenig zu tun.

Ich habe jetzt über ein Jahr "Fifa 09" gespielt. Regelmäßig, immer dann, wenn es die Zeit erlaubte, setzte ich mich vor meine Playstation 2 und zockte. Mit der Zeit wurde ich besser, und irgendwann kam der Tag, an dem mich der Playstation-Computer nicht mehr schlagen konnte - egal mit welcher Mannschaft, egal auf welcher Spielstufe.
Nachdem ich mir nun vor einigen Tagen "Fifa 10" gekauft habe, muss ich wieder kleinere Brötchen backen. Irgendwie ist das neue Fifa schwerer. Eine echte Herausforderung demnach. Ob das gefällt, ist sicherlich Geschmackssache. Ich persönlich finde es eigentlich ganz gut, dass ich mich ein wenig umstellen muss, dass Siege keine Selbstverständlichkeit mehr sind. Nur mal so zur Veranschaulichung: Während ich bei "Fifa 09" meine Spiele auf der Spielstufe "weltklasse" auch gegen schwere Gegner oft deutlich gewann, erziele ich bei "Fifa 10" nach den ersten ca. 20 Spielen auf der Stufe "Amateur" gerade einmal halbwegs passable Ergebnisse. Mit dem AS Rom, meiner Lieblingsmannschaft, verliere ich auf der Stufe "weltklasse" gegen jeden Drittliga-Verein.

Diese neue Herausforderung finde ich, wie gesagt, gar nicht uninteressant. Dennoch schneidet "Fifa 10" in einem ersten Zwischenresümee bei mir nicht gut ab. Zu den Einzelheiten:

Was die Aufmachung betrifft, so hat sich nicht viel geändert. Klar, es sieht alles ein bisschen anders aus. Trotzdem hat sich die Optik nur oberflächlich gewandelt. Insgesamt ist die Menüführung im gewohnt übersichtlichen Stile - so wie man es von den Fifa-Spielen seit Jahr und Tag gewohnt ist. Keine Kritik, also.

Einige der Rezensenten schreiben hier von einer verbesserten Grafik. Die kann ich leider nicht erkennen. Köpfe (vor allem haarlose) werden, wie schon bei "Fifa 09" leicht eckig dargestellt. Auch sonst hat sich meiner Meinung nach nahezu nichts verändert. Die Spieler ärgern sich auf die gleiche Weise, wenn sie einen sicher im Netz geglaubten Ball verschießen, und sie jubeln auch exakt so, wie man es bereits von "Fifa 09" kennt. Zudem hat man ihr Aussehen nicht weiter entwickelt. Auch wenn man als PS2-Nutzer scheinbar keine Ansprüche mehr stellen darf, möchte ich hier zumindest ein wenig Kritik anmelden.

Zum Gameplay: Wie schon angedeutet, ist das neue "Fifa 10" deutlich schwerer, oder wenigstens anders als sein Vorgänger. Habe ich schon bei "Fifa 09" eine gewisse Schwerfälligkeit und Hüftsteifheit der Spieler bemerkt, so lässt sich ruhigen Gewissens sagen, dass diese Eigenschaft nun noch ausgeprägter ist. Klar, das Spiel soll eine realistische Simulation eines echten Profi-Fußballspiels sein, und da will keiner fußballspielende Übermenschen, die nie Fehler machen. Aber derartig ungelenk, langsam und ungeschickt wie in "Fifa 10" geht es in Wirklichkeit wohl doch nicht zu. Ständig verspringen Bälle, die Spieler verlieren den Ball vom Fuß, und wenn sie sich um ihre eigene Achse drehen müssen, hat man das Gefühl, dass man eher eine Truck-Simulation spielt. Nach der Hälfte eines Spiels sind manche Spieler so erschöpft, dass sie sich nur noch joggend in Richtung Tor bewegen können. Auch das finde ich extrem unrealistisch.
Und die groß angekündigte Verbesserung des Kollisionssystems kann ich nicht erkennen. Angeblich stehen Mitspieler nun nicht mehr so oft im Weg, wie noch bei den Vorgängerversionen. Mit Verlaub: Ich kann keinen Unterschied erkennen.
Auch die Intelligenz der Mitspieler, die sich ebenfalls verbessert haben soll, lässt manches Mal zu wünschen übrig. Einen schnellen Konter zu spielen, ist, auch wenn man die entsprechende Taktikanweisung vorgibt, immer noch sehr umständlich. Zu oft stehen die entsprechenden Stürmer, die sich nach einem plötzlichen Ballgewinn nach vorne bewegen müssten, lediglich herum, sodass man mit Querpässen arbeiten muss, die ja nicht gerade das adäquate Mittel Nr. 1 in Sachen "Konter" sind.
Während hier ein Rezensent schreibt, dass das hier mehrfach thematisierte Ruckeln "dramatisiert" werde und Amazon.de zugleich dazu auffordert, doch dringend die Rezensionen zu zensieren, kann ich nur bestätigen, dass dieses Ruckeln tatsächlich vorhanden ist. Und ich finde es äußerst gut, dass Amazon.de die hier geäußerten Erfahrungen zulässt! Man kann dieses Ruckeln nämlich überhaupt nicht genug "dramatisieren" Es ist nicht nur störend, sondern könnte unter Umständen den Spaß am gesamten Spiel verderben. Wobei mir noch nicht klar ist, ob es von den Machern bewusst herbeigeführt wurde, oder ob es sich um einen gravierenden Fehler handelt.
Der nach wie vor nicht vorhandene Schiedsrichter gibt sich in jedem Spiel äußerst streng und verteilt unrealistisch viele Karten. Da wundert es nicht, dass die beiden Kommentatoren automatisiert bei Auswechslungen davon sprechen, dass der Trainer nun auf den Platzverweis reagiert - auch wenn dies gar nicht der Fall ist.
Tore fallen deutlich weniger. Das mag aber eine Frage der entsprechenden Spielerfahrung und Einstellungen sein.
Die Einstellung der Spieltaktik empfinde ich unübersichtlich und umständlich. Leider kann man Taktiken nicht mehr im laufenden Spiel ändern. Dies geht nur noch im Pausenmenü, wo dann viele Knöpfchen gedrückt werden müssen. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich ohnehin nie wirklich das Gefühl hatte, dass die Mannschaft durch die Taktikänderungen den Spielstil wechselt.

Ansonsten finde ich, dass die Energie für die wenigen Neuerungen besser in die Entwicklung bereits vorhandener Missstände hätte gesteckt werden können. Die, ach so tollen Scoutberichte vor den jeweiligen Spielen hätte ich nicht gebraucht. Ebenso wenig einen neuen Spielmodus, der die realistische Simulation einer Saison verspricht. Mir wäre eine Beschleunigung des Spiels und der Menüführung auf der langsamen Playstation 2 lieber gewesen. Eine etwas stärkere Bearbeitung der Grafik und der Spielerdarstellung, weniger unsinnige Kommentare und die tatsächliche Anwesenheit eines Schiedsrichters hätte ich auch begrüßt. Dafür hätte ich dann gerne auf die etwas veredelte Menüoptik verzichtet. Natürlich kann man nicht zuviel erwarten. Schließlich handelt es sich bei der PS2 tatsächlich um eine veraltete Technik. Aber irgendwie habe ich in den letzten Tagen doch immer mal wieder an mein gutes, altes "Pro Evolution Soccer" denken müssen. Vieles, was ich hier zu beanstanden habe, ist dort besser...

Ach, übrigens, liebe EA-Spielemacher: "Sebastian Hellmann hat prognostiziert, dass diese beiden Mannschaften aufeinander treffen." Kann man bitte diesen blöden Spruch abstellen?


Calcio: Die Italiener und ihr Fußball
Calcio: Die Italiener und ihr Fußball
von Birgit Schönau
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Manchmal zu sehr Abgesang - dennoch lesenswert, 21. November 2007
Birgit Schönau beschreibt in ihrem Buch mit großem Sachverstand die italienschen Verhältnisse rund um den Fußball. Ihre mit Anekdoten gespickten Schilderungen sind recht lesenswert und kurzweilig. Schonungslos und alles andere als beschönigend sind dabei ihre Erläuterungen zur Verstrickung von Politik und Wirtschaft in den italienischen Fußball. Auch zur zunehmenden Verbreitung von Rechtsradikalismus und Gewaltbereitschaft bei gleichzeitig wachsendem Einfluss von Ultrà-Fan-Bewegungen weiß Schönau eine Menge Wissenswertes zu berichten. Es gelingt ihr, deutlich zu machen, dass die Uhren in Sachen Fußball in Italien vollkommen anders gehen als in Deutschland. Wer kann sich schon eine hitzige Debatte im Bundestag vorstellen, die sich allein mit der Frage beschäftigt, ob ein Bundesligaspiel aufgrund eines nicht geahndeten Fouls wiederholt werden soll? In Italien ist so etwas denkbar.

Manche Kleinigkeiten stimmen inzwischen nicht mehr, da das Buch ja schon vor zwei Jahren erschienen ist. So wirkt Schönaus Äußerung, ein Italiener würde sich niemals weigern, für die Nationalmannschaft zu spielen, durch aktuelle Entwicklungen (Francesco Totti) inzwischen ein wenig fraglich. Überhaupt sind manche Äußerungen zur Nationalmannschaft nach dem Sieg der Weltmeisterschaft 2006 überholt. Das alles ist jedoch zu verzeihen, da die Autorin nun mal keine Hellseherin ist. Und außerdem muss man ihr andererseits bescheinigen, dass sie den im vergangenen Jahr bekannt gewordenen Fußballskandal fast schon vorhersieht.

Der italienische Fußball befindet sich zur Zeit in einer sehr uneinheitlichen und merkwürdigen Phase. Einerseits hat man im vergangenen Jahr bzw. in der verganenen Saison sowohl auf Vereins- als auch auf nationaler Ebene große, ja größte Erfolge gefeiert. Andererseits erlebt die Serie A immer wieder Rückschläge in Form von Wett- und Bestechungsskandalen und gewaltbereiten Hooligans, die den italienischen Fußball mehr und mehr im Griff zu haben scheinen. Das liegt sicherlich nicht daran, dass es in Italien mehr Gewalt als in anderen Ländern gibt, sondern am Verschlafen wichtiger Entwicklungen (Fanprojekte, vernetzte Polizeiarbeit), die in anderen Ländern schon vor 15 Jahren stattgefunden haben.

Insgesamt zeichnet Birgit Schönau ein eher düsteres Bild und blickt besorgt in die Zukunft des italienischen Fußballs. Mir persönlich sind ihre Ausführungen manchmal etwas zu besorgt, und ich habe mir gelegentlich beim Lesen etwas mehr südländische Leggerezza gewünscht. Aber Schönau ist nun mal keine Italienerin, und als Deutsche tut sie genau das, was wir Deutschen am besten können: sie analysiert. Die genaue Schilderung für die unglaublich große, manchmal schon irrationale Fußballbegeisterung "normaler" italienischer Fußballfans bleibt sie dabei aber ein wenig schuldig, und sie zeigt auch keine nennenswerten Auswege aus dem derzeitigen Dilemma auf, sondern belässt es bei der bloßen Beschreibung des Status quo. Ihr Schreibstil und die Anhäufung wirklich kurzweiliger und interessanter Geschichten und Geschichtchen machen das Buch aber für jeden Italien-Begeisterten und Fußballfan höchst lesenswert.


PES 2008 - Pro Evolution Soccer
PES 2008 - Pro Evolution Soccer
Wird angeboten von Blitzlieferung (alle Preise inkl. MwSt.) - Impressum, Widerrufsbelehrung & AGBs finden Sie unter Verkäuferhilfe
Preis: EUR 19,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die beste Fußballsimulation sorgt diesmal für Ernüchterung, 20. November 2007
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: PES 2008 - Pro Evolution Soccer (Videospiel)
Zunächst einmal ist eines klar: Pro Evolution Soccer ist und bleibt für mich das beste Fußballspiel für Spielkonsolen, das es gibt. Nichts desto trotz muss sich beim Playstation2-Besitzer eine gewisse Enttäuschung breit machen. Denn es ist eine Tatsache, dass sich nicht viel geändert hat. Abgesehen von der deutlich anders aussehenden Menü-Optik, dem World-Tour-Modus und einigen neuen Kommentaren der beiden Dauer-Nervensägen Hansi Küpper und Wolf Fuß gibt es nichts, aber auch rein gar nichts, was den Kauf von PES 2008 rechtfertigen würde, wenn man bereits PES 6 besitzt.

Besonders schade finde ich, dass die meisten Gesichter der Spieler kaum weiterentwickelt wurden. Sie sehen genauso aus, wie bei der Vorgängerversion. In einigen wenigen Fällen scheint man jedoch so lange herum gefeilt zu haben, dass die PES-Spieler ihren realen Vorbildern überhaupt nicht mehr ähnlich sehen (so z.B. bei Daniele De Rossi vom AS Rom, den man kaum mehr erkennt - ganz anders als noch bei PES 6). Seltsamerweise wirken auffallend viele Spieler in der neuen Version unnatürlich breitschultrig.

Das Spielgefühl hat auch keine nennenswerten Änderungen erfahren. Das ist zwar nicht durchweg negativ zu bewerten, denn gerade aufgrund des tollen Spielgefühls schwärmen ja so viele Fans für Pro Evolution Soccer, aber irgendwie wünscht man sich ja doch ein neues Erlebnis beim Spielen. Allerdings habe ich nach zwei Tagen Beschäftigung das Gefühl, als habe man sich bei Konami zu sehr in der Begeisterung für verspringende Bälle verloren. Die Bälle sind teilweise so schlecht kontrollierbar, dass ich nach einer gewissen Zeit erste kleine Frustrationserlebnisse hatte und ziemlich genervt wurde.

Besondere Features, wie z.B. der PES-Shop, den ich schon bei der Vorgängerversion etwas überflüssig fand (wer will seine Spieler schon mit Hundeköpfen versehen?), sind scheinbar ohne weitere Überarbeitung übernommen worden.

Schade ist auch, dass es tendenziell noch weniger Lizenzen zu geben scheint. Als großer Serie-A-Fan bin ich da noch gut bedient. Beim inzwischen uralten PES 5 gab es aber immerhin noch die deutschen Bundesligavereine mit verfälschten Namen, was ich als eine absolute Bereicherung empfunden habe (zumal man dank Editier-Modus die Dinge ziemlich schnell ins "rechte Licht" rücken konnte).

Die neue farbliche Gestaltung (beispielsweise bei den Taktikeinstellungen) finde ich störend. So lassen sich die die Tagesform der Spieler anzeigenden Pfeile nicht mehr gut erkennen. Man muss regelrecht nah an den Bildschirm rücken, um sie klar zu sehen.

Fazit: Pro Evolution Soccer 2008 ist gewohnt gut. Allerdings sollte man keine Offenbarung erwarten - vor allem dann nicht, wenn man bereits mit dem Vorgänger PES 6 vertraut ist. Eben dieses Vorgängerspiel habe ich übrigens monatelang bis zum Exzess gespielt, ohne dass es mir langweilig wurde. Das neue PES 2008 ödet mich hingegen schon am zweiten Tag so sehr an, dass ich einfach keine Lust mehr habe, es weiter zu spielen. Vielleicht ist der Fehler, einfach zu hohe Erwartungen zu haben. Im vorliegenden Fall scheint mir dies das Todesurteil für das Spiel zu sein. Auch wenn man als Playstation2-Spieler ja inzwischen (außer beim Preis) "kleine Brötchen" backen muss, ein bisschen mehr hätte es schon sein dürfen. Daher nur drei Sterne für ein insgesamt natürlich gutes Spiel.


The Very Best Of
The Very Best Of
Preis: EUR 15,40

12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Selten ernst genommen - aber wirklich gut, 27. August 2003
Rezension bezieht sich auf: The Very Best Of (Audio CD)
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis stoße ich in der Regel auf mildes aber verstörtes Lächeln, wenn ich den Namen Chris Rea erwähne. So ganz ernst scheint man ihn nicht zu nehmen. Zugegeben: In der Vergangenheit hatte Mr. Rea oftmals ein besonderes Talent, recht belanglose Liedchen zu komponieren, deren Beschaffenheit spürbar auf Hitparaden-Kompatibilität zurechtgemacht war. Ich denke da nur beispielsweise an "Julia" oder "Driving Home For Christmas".
Zugeben muss man aber auch, dass Rea ein ausgezeichneter Gitarrist ist, der es aufgrund seiner Fähigkeiten eigentlich gar nicht nötig gehabt hätte, sich an irgendwelche Charts anzubiedern. Dies hat er beispielsweise mit Songs wie "Nothing To Fear", "Saudade" aber auch mit dem, aus meiner Sicht, fälschlicherweise verpönten "The Road To Hell" eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Erfreulicherweise hörte man in letzter Zeit mehrfach, dass Rea die alten Hitparadenzeiten hinter sich gebracht hat, um sich auf ein ernsthafteres und unabhängiges Musizieren konzentrieren zu können.
Auf der "the very best of" muss es zwangsläufig Lieder aus der einen und der anderen Zeit geben. Schließlich handelt es sich hierbei um ein Greatest-Hits-Album. Dies hat zur Folge, dass der Hörer dieser CD auf ein buntes Allerlei aus dem musikalischen Werk des Briten stößt. Hier wird er gelangweilt, dort fasziniert sein. Wer den Hitparaden-Rea mag, kommt hier ohnehin voll aus seine Kosten. Aber auch den ernsteren, weniger oberflächlichen Stücken wird auf dieser CD ein gewisser Platz eingeräumt. Man muss kein Prophet sein, um behaupten zu können, dass die CD für jeden ein kleines Schmankerl bereithält.
Insofern ist sie einerseits selbstverständlich unbedingt zu empfehlen. Andererseits muss ich aber sagen, dass ich persönlich ebenso mit dem Kauf einer anderen Rea-CD gut bedient gewesen wäre, die mir nicht nur Songs wie "Let's Dance", "Driving Home For Christmas" oder "Julia", sondern auch den deftigen Preis erspart hätte.
Die drei Sterne sind übrigens eher als 3,5 zu verstehen. Zu vier Sternen konnte ich mich irgendwie leider nicht durchringen, weil ich doch insgesamt ein wenig das Gefühl habe, dass es bessere CDs von Chris Rea gibt.
Übrigens, ich muss noch einmal auf ein besonderes Stück dieses Albums zurückkommen: "Saudade". Wenn Ihr Euch die CD kauft, hört es Euch unbedingt ganz genau an. Hier haben wir es nämlich, meiner bescheidenen Meinung nach, mit einem wirklichen Meisterwerk zu tun. Und wie so oft, wenn ein Popmusiker solch ein Lied schreibt, bemerkt es noch nicht einmal jemand. Wer etwas so Vielschichtiges zu komponieren in der Lage ist, muss ohne Zweifel zu den ganz Großen gehören!


Die Geschichte Europas
Die Geschichte Europas
von Dietrich Schwanitz
  Taschenbuch

92 von 119 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Auch Durchschnittsbürger können denken!, 12. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte Europas (Taschenbuch)
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mir nicht darüber im Klaren war, wer Dietrich Schwanitz ist, als ich mir das Buch "Die Geschichte Europas" kaufte. Inzwischen weiß ich natürlich, dass er für viele Menschen eine Art Lichtgestalt zu sein scheint, von der man sich erhofft, den "dumm gewordenen Durchschnittsbürger" wieder für den Bereich Allgemeinwissen fit zu machen.
Nun, ich bin wahrscheinlich ein solcher Durchschnittsbürger: Ich bin kein Intellektueller, ich bin aber auch nicht vollkommen auf den Kopf gefallen. Ich habe in der Schule in der Regel aufgepasst, hin und wieder aber auch nicht. Insofern zähle ich wohl zu genau der Zielgruppe, die der Autor mit seinem Werk anzusprechen wünscht. Deshalb glaube ich auch, mit Fug und Recht sagen zu dürfen: "Ein bisschen mehr hätten Sie uns Durchschnittsbürgern schon zutrauen dürfen, Herr Schwanitz."
Man merkt mir wohl an, dass ich von diesem Buch nicht 100%ig begeistert bin. Ich bin zwar kein Historiker, kann mir also über Schwanitz' Erkenntnisse, zu denen er gelangt, kein abschließendes Urteil bilden, aber mir hätte eigentlich direkt klar sein müssen, dass man die ausgedehnte Geschichte Europas nicht auf 288 Seiten pressen kann, ohne dass wichtige Aspekte verloren gehen. Wenn man aber schon ein so zusammengefasstes Büchlein über Europa schreiben möchte, sollte man von lustigen Anekdoten über schwuchtelhafte Preußenkönige und ähnlichen Phänomenen absehen, da sie den ohnehin begrenzten Platz für Wichtiges wegnehmen. So etwas führt dann dazu, dass die römische Geschichte (eine der wenigen Epochen, mit denen ich mich von Haus aus ein bisschen auskenne) auf gerade neun von knapp 300 Seiten Platz findet. Das ist ziemlich wenig, muss ich sagen. Ich denke, damit vermittelt man schon etwas den Eindruck, das Alte Rom sei eben nicht ganz so wichtig für die Geschichte Europas gewesen. Na ja...
Ähnlich sieht es am Ende des Buches aus: Hitler, das Dritte Reich und die Entwicklungen in Europa in dieser Zeit auf 18 Seiten. Andere haben allein über eines dieser Themen ganze Bücher geschrieben. Nun gut, man muss sich immer das Ziel des Autors vor Augen halten. Aber ich bleibe dabei: Der "Durchschnittsbürger" verträgt viel mehr als manch einer denkt. Und ich weiß nicht, ob die Devise "Weniger ist mehr" immer richtig ist.
Insgesamt werden nicht nur wichtige Themen und Epochen zu knapp und schludrig behandelt - mir ist auch die Sprache etwas zu flapsig. Da heißt es an einer Stelle über die Entstehung der zehn Gebote: "Am Fuß des Berges Sinai deutet Gott durch vulkanische Aktivitäten an, daß er sich diesmal als Berg zu offenbaren wünscht." Diese und ähnliche saloppe Formulierungen sind zwar schön lustig, zeigen aber, dass sich der Autor vielleicht ein wenig bei denen anbiedern möchte, die er insgeheim für nicht ganz durchgekocht in der Birne hält. Das mag eine philiströse Haltung meinerseits verraten - dennoch enttäuscht mich der fehlende Mut, ein ernsthaftes Buch für Nicht-Akademiker schreiben zu wollen.
Wen das Thema Europa nicht sonderlich interessiert, und wer sich nur einmal schnell und schludrig ein gewisses Halbwissen aneignen möchte, dem kann ich dieses Buch allerdings wärmstens ans Herz legen.
Insgesamt war ich aber alles andere als zufrieden mit dieser Lektüre, und ich weiß, dass "Die Geschichte Europas" wohl nie zur Geschichte des großartigen, alten Europas werden wird.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 20, 2012 1:49 PM CET


Die Legende Einer Sängerin
Die Legende Einer Sängerin
Wird angeboten von jazzfred1975
Preis: EUR 39,99

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine ausgezeichnete Musikerin, 13. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Legende Einer Sängerin (Audio CD)
Doris Nefedov, das war der bürgerliche Name einer Frau, die vielen Menschen in Deutschland besser bekannt ist unter dem Pseudonym „Alexandra". Ihre ausdrucksstarke Stimme, ihre oftmals melancholischen Lieder, ihre besondere Ausstrahlung, ihre Schönheit und ihr viel zu früher Tod (und dessen merkwürdige Begleitumstände) vor mehr als 30 Jahren üben bis heute eine große Faszination auf viele Musikfreunde aus. Zum Anlass ihres dreißigsten Todestages wurde 1999 eine interessante biographische Dokumentation gedreht und gleichzeitig diese Doppel-CD veröffentlicht, die man wohl als ihr musikalisches Vermächtnis bezeichnen könnte. Denn sie enthält nahezu alle bedeutenden Lieder (auf CD Nr. 1) und gibt darüber hinaus durch die Veröffentlichung des ersten Konzertes, einiger Probeaufnahmen und eines für Alexandra wichtigen Auftrittes bei Gilbert Bécaud (auf CD Nr. 2) noch einen interessanten Einblick in die Anfänge der talentierten Sängerin, der zeigt, dass sie kein unbedeutendes Schlagerpüppchen, sondern eine ausgezeichnete Musikerin war.
Aufgrund der selten gehörten Aufnahmen auf der zweiten CD ist diese Veröffentlichung von besonderem Wert. Denn sie ist natürlich einerseits ein Leckerbissen für große Alexandra-Fans. Andererseits muss man aber kein eingefleischter Fan sein, um diese Tonaufnahmen interessant zu finden. Ein Musikliebhaber wird die anschauliche Darstellung des musikalischen Wirkens dieser interessanten Frau allemal mögen.
Ein bitterer Beigeschmack ist bei mir allerdings entstanden, als ich zum ersten Mal die Remix-Version des Liedes „Der Traum vom Fliegen" hörte. Hier versuchte man sich wohl mit aller Gewalt bei einem jüngeren Klientel anzubiedern, indem man dieses Lied mit einem penetranten Technobeat unterlegte. Für solch eine schlechte Idee muss ich leider einen Stern abziehen.
Ansonsten kann ich allen Interessierten den Kauf dieser CD aufrichtig und vorbehaltlos empfehlen.


Ok Computer
Ok Computer
Preis: EUR 8,88

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerke der Musikgeschichte - heute: OK Computer, 13. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Ok Computer (Audio CD)
1997 war ein großartiges Jahr! Für mich persönlich weniger, aber das tut hier ja glücklicherweise nichts zur Sache. Für die Musikwelt allerdings war das Jahr 1997 allein wegen des Erscheinens der CD „OK Computer" vielleicht das beste der gesamten 90er. Nachdem Radiohead mit ihren ersten beiden Alben „Pablo Honey" und „The Bends" (und außerdem noch einer kleinen Scheibe namens „My Iron Lung") Akzente gesetzt hatten, warfen sie nun ihr drittes reguläres Album auf den Markt. Und hiermit gelang es ihnen, mich restlos zu vereinnahmen. Es fällt mir schwer, die nun folgende Aussage zu treffen, weil ich glaube, damit vielen anderen Musikern, die mich beeindruckt, begeistert und beeinflusst haben, Unrecht zu tun, aber ich glaube, „OK Computer" ist die beste CD die ich besitze. Jedes der 12 Lieder ist ein Höhepunkt für sich. Es gibt nur wenige Gruppen, die sich auf einem Album so vielseitig präsentieren wie Radiohead auf „OK Computer". Und selbst die Tatsache, dass sich die Briten manchmal offensichtlich ein wenig zu ernst nehmen (vor allem Thom Yorke), tritt angesichts solch großartiger Ideen und Umsetzung in den Hintergrund. Die CD hat keine Hänger, es gibt keine Passagen, durch die man sich durchkämpfen muss, etwa weil sie langweilig oder farblos sind. Nein, sie steckt voller Überraschungen. Ein Knüller jagt den nächsten. Daher ist es auch kaum möglich, den ein oder anderen Song besonders herauszuheben. Sie sind allesamt gleich gut. Sie strahlen eine ganz besondere Atmosphäre aus, die beruhigt und aufwühlt, die fröhlich und traurig macht und nie wirklich ganz zu fassen ist.
Ich glaube, Alben wie dieses werden nur sehr selten veröffentlicht.
„OK Computer" ist ein Album, das dafür sorgt, dass einem die Worte fehlen. Ein Album, das Maßstäbe setzt - für den Einzelnen und möglicherweise auch für ein ganzes Musikgenre. Daher ist es wohl ein Meisterwerk der Musikgeschichte, das mehr als fünf Sterne verdient hat, weil sich Musik dieser Art nicht mehr in Wertungsraster zwängen lässt.


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