Profil für Marco Weischi > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Marco Weischi
Top-Rezensenten Rang: 29.725
Hilfreiche Bewertungen: 28

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Marco Weischi

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4
pixel
Frozen Rain
Frozen Rain
Preis: EUR 11,64

4.0 von 5 Sternen Schöner AOR Stoff aus Belgien!, 12. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Frozen Rain (Audio CD)
Es gibt mal wieder hochklassigen Stoff für AOR - und Melodicfreaks. FROZEN RAIN ist das musikalische Baby eines gewissen Kurt Vereecke. Der Belgier, der neben den Keyboards und der Gitarre auf dem Album auch noch für große Teile des Songwritings verantwortlich ist, hat sich für sein im Jahr 2001 gegründetes Projekt ausserdem eine illustre Schar an Gastmusikern zusammengesucht. So geben sich auf dem Longplayer z.B. Szenegrößen wie Tommy Denander (Radioactive, Toto), Steve Newman und Ollie Oldenburg (Ex-Zinatra) die Klinke in die Hand.

Musikalisch erwartet den Hörer eine Mischung aus gefühlvollen Gesang (Johan Waem macht hier mit seiner warmen Stimme wirklich eine sehr gute Figur), vielen Keyboards und Ohrwürmern en Masse. Ein Song wie die "Kuschelballade "My Heart Believes It’s True" hätte es in den 80iger Jahren sicher in die MTV Heavy Rotation geschafft, aber auch beschwingtere Songs a'la "On The Run" (Cheap Trick und Survivor lassen grüßen!) oder "Little Angel" lassen das Herz eines jeden Melodicfan höher schlagen.

Am Sound des Albums gibt es ebenfalls nichts auszusetzen, alles in allem eine runde Sache und zum Ende des Jahres nochmal eine gute CD-Investition!


Drive
Drive
Preis: EUR 17,84

4.0 von 5 Sternen Feiner AOR aus deutschen Landen, 20. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Drive (Audio CD)
High Road Easy sind eine Zwei Mann Band aus Karlsruhe die mit „Drive“ dieser Tage ihren bereits zweiten Longplayer veröffentlichen. Sänger Jan Knopf und Sven Horlemann, Gitarrist, Bassist und Keyboarder in Personalunion und ausserdem zuständig für die Songarrangements und Teilen des Songwritings haben innerhalb eines 15-monatigen Aufnahmeprozesses ein richtig starkes Stück Melodic Rock produziert. Hilfe bekamen sie in dieser Zeit unter anderem vom Musicalkomponisten Stefan Wurz am Klavier.

Soundtechnisch braucht sich ihre selbstfinanzierte Eigenproduktion keineswegs zu verstecken. Alle Instrumente auf „Drive“ klingen kraftvoll, sehr differenziert und zu wirklich keiner Sekunde in irgendeiner Art und Weise „billig“. Ich habe ihr 2009er Debüt „Hotter Than A Thousand Suns“ leider verpasst, aber wenn die Mucke auf „Drive“ ein Qualitätsindikator ist, sollte ich das wohl dringendst nachholen.

Geboten bekommt man einen Mix aus rockigem Melodic Rock, hochmelodiösen AOR und saulässiger Westcoast – Mucke.

Der Albumeinstieg „Fire In The Hole“ erinnert direkt an große musikalische Vorbilder wie Journey und kann gegen Ende ausserdem noch mit einer spontanen, sehr rockigen Gitarreneinlage überraschen.

„Loving You“ erzeugt durch sein durchgängiges Grundriff Southern Rock Stimmung, während in der Ballade „Emily“ Toto meets Marillion Feeling aufkommt.

„Fly From Here“ ist eine leicht melancholische Nummer, die vor allem durch ihren extrem eingängigen Chorus punkten kann. Zu Songs wie „Love Lies Bleeding“ und „Setting Our Sights“ möchte man im Sommer bei strahlendem Sonnenschein am liebsten mit heruntergekurbelten Fenstern durch die Gegend cruisen und auf „Mysterious“ schwingen die Jungs nochmal die Journey – und Foreigner Keule.

Bisher war ich von deutschem Melodic Rock nie sonderlich begeistert, aber High Road Easy haben mit „Drive“ auf der ganzen Linie hochklassige Überzeugungsarbeit geleistet!


Zerstörer
Zerstörer
Preis: EUR 16,22

3.0 von 5 Sternen Metal aus Kasachstan!, 20. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Zerstörer (Audio CD)
Ab und zu wird man auch nach über zwanzig Jahren, in der man diese Musik nun schon hört, doch noch überrascht. Wer würde z.B. die Republik Kasachstan mit Heavy Metal in Verbindung bringen? Im Falle der Holy Dragons sprechen wir hier allerdings von einer Band die es bereits seit über zwanzig Jahren gibt.

Nach diversen eigenproduzierten EP’s und Alben und einigen Umbesetzungen – Frontmann Ian Breeg ist bereits der sechste Sänger in der Band – nahm sich nun in diesem Jahr das kleine zypriotische Heavy Metal Label Pitch Black Records der Band an.

Musikalisch orientiert sich das Songmaterial auf „Zerstörer“ schwer an den Achtziger Jahren. Stellt euch eine Mischung aus Omen, Judas Priest und teutonischen Stahl wie Grave Digger vor, und schon habt ihr den Sound der Jungs ungefähr im Kopf.

Instrumental ist die Mucke sehr sauber gespielt, Ian Breeg’s Gesang ist als extrem hoch zu bezeichnen und wird auch sicherlich nicht jedermanns Geschmacknerv treffen. Leider schafft es die Band nicht über die volle Spieldauer , immerhin 70 Minuten, die Spannung aufrecht zu erhalten. Vieles klingt auf die Dauer zu austauschbar und obwohl es hier an guten Riffs nicht mangelt, vermiss ich einfach ein wenig an Abwechslung. Auch die Tatsache das die Songs im Schnitt alle zwei bis drei Minuten zu lang sind, macht es für mich nicht leichter.

Immerhin ist produktionstechnisch alles im grünen Bereich und Fans von undergroundigen True Metal könnten hier vielleicht doch das ein oder andere Ohr riskieren.


Snakecharmer
Snakecharmer
Preis: EUR 20,99

4.0 von 5 Sternen All-Star-Projekt made in the U.K, 20. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Snakecharmer (Audio CD)
Da haben sich Frontiers Records ja direkt zum Jahresbeginn einen ganz dicken Fisch geangelt. Bei SNAKECHARMER handelt es sich nämlich in der Tat um ein ausgesprochenes All-Star-Projekt made in the U.K.

Da hätten wir zum einen mit Mick Moody und Neil Murray gleich zwei ehemalige WHITESNAKE Recken, die mit ihrem Spiel bereits die perfekte Rhymthusgruppe für Albenklassiker der Marke „Saints And Sinners“ und „Ready An‘ Willing“ abgegeben haben und besonders im Falle von Moody auch songwriting-technisch einiges auf dem Kasten haben. Der gute Mann hat an Krachern wie „Here I Go Again“, „Fool For Your Loving“, und „Ain’t No Love In The Heart Of the City“ mitgeschrieben...die Liste lässt sich beliebig fortführen...

Hinzu kommen noch so illustre Namen wie Lauri Wisefield (Gitarrist bei WISHBONE ASH), Tastenzauberer Adam Wakeman, der unter anderem für den ‚Prince Of Darkness‘ himself OZZY OSBOURNE tätig gewesen ist, Harry James (am Schlagzeug für THUNDER und MAGNUM) und last, but not least Chris Ousey, der den Genrekennern unter euch besonders als Leadsänger der fantastischen AOR Institution HEARTLAND ein Begriff sein sollte.

Musikalisch serviert uns die „Supergroup“ (ja, die Bezeichnung ist inzwischen abgedroschen ohne Ende und tausendmale benutzt, aber sie passt hier einfach wie die Faust aufs Auge) bodenständigen, bluesigen Hardrock, wie er überwiegend in den 70er und 80er Jahren gespielt wurde. Man hört zum Beispiel in vielen Songs auf Anhieb die Paralellen zu Combos wie BAD COMPANY („A Little Rock & Roll“), frühen WHITESNAKE („Nothing To Lose“ und „My Angel“) oder FREE heraus.

Mit „Falling Leaves“ gibt es ausserdem noch eine sehr gefühlvolle Ballade, wie sie heute eigentlich kaum noch geschrieben wird. Zentimeterdicke Atmosphäre inklusive Gänsehaut garantiert.

Auch instrumental ist das Album eine reine Freude. Chris Ousey singt über die komplette knappe Stunde wie ein junger Gott, Moody und Wisefield setzen starke Akzente mit ihrem rockigen, aber immer sehr stillvollen Gitarrenspiel und Wakeman erfreut mit seinem feinen Einlagen an der Hammond Orgel.

Für Freunde der „alten Schule“ ein mehr als zu empfehlendes Album! Und das beste ist, dass Snakecharmer ab Februar auch noch auf eine kleine Welttourne gehen wollen. Hoffen wir mal das da auch ein paar Gigs in Good Old Germany bei rumkommen werden!


Symphonic
Symphonic
Preis: EUR 20,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alter guter Wein in neuen Schläuchen !, 20. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Symphonic (Audio CD)
Nicht schon wieder ein Best Of Album! Ein Gedankengang der einem beim inzwischen dritten Greatest Hits Album von Jorn nur allzuleicht über die Lippen gleiten kann.

Allerdings belässt es unser aller Sangesgott dieses Mal nicht bei einer stinknormalen Compilation seiner bekanntesten Songs. Mit Hilfe von Lasse Jensen, seines Zeichens zuständig für ein komplettes Orchester, erstrahlen 14 ganz persönliche Favoriten des Herrn Lande im vollkommen neuen symphonischen Glanz.

Auffallend dabei ist, daß es gleich ganze sechs Songs vom letzten Studioalbum „Bring Heavy Rock To The Land“ auf „Symphonic“ geschafft haben.

Allen voran „I Came To Rock“, welches mit einem majestätischen Orchesterintro der Marke „Lingua Mortis“ (dem Classic meets Metal – Projekt der Ruhrpottmetaller RAGE) ins Album startet. Die Instrumentierung des Songs ist auf orchestraler Ebene dabei zum Glück nicht zu dick aufgetragen. Viel mehr hat man das Gefühl, dass der Song durch die neuen Arrangements im Vergleich zum Original eher an Dramatik dazu gewonnen hat und auch die Gitarren braten dieses Mal einen Tacken härter und druckvoller durch die Boxen.

Den gleichen Eindruck erhält man, wenn man sich „Burn Your Flame“, „The World I See“ und „Man Of The Dark anhört. Der Sound passt einfach wie Arsch auf Eimer, als ob es die Stücke niemals in anderen Variationen als diese gegeben hätte.

Etwas überraschend hat es auch eine Neuinterpretation „Time To Be King“ auf den Longplayer geschafft. Im Original immerhin von MASTERPLAN

Als kleines „Goodie“ und Huldigung an einem der größten Metalsänger aller Zeiten, gibt es darüber hinaus noch zwei Cover von “Rock And Roll Children” und Black Sabbath‘s „The Mob Rules“. Ich bin mir sicher, wenn Dio diese Versionen seiner Klassiker noch hören könnte, er wäre verdammt stolz auf unserem norwegischen Stimmwunder.

Schon klar, auf „Symphonic“ gibt es keine neuen Songs zu hören, aber wer ein offenes Ohr für orchestrale Momente im Metal hat und Jorn Lande sowieso klasse findet (der Rezensent dieser Zeilen würde sich sogar „Jorn Lande sings the Telephone Book“ kaufen...), macht hier nicht viel verkehrt.


The Mystery of Time
The Mystery of Time
Preis: EUR 7,07

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sahnestück!, 23. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: The Mystery of Time (Audio CD)
Seit dem letzten EDGUY Output sind gerade mal zwei Jahre ins Land gezogen und schon meldet sich „Mister-Hansdampf-in-allen-Gassen“ – Tobias Sammet musikalisch bereits wieder zurück – dieses Mal allerdings mit seinem zweiten Lieblingskind, dem Rock – und Metal Oper Projekt AVANTASIA.

Auch dieses Mal hat der 35jährige Hesse nichts dem Zufall überlassen. Auf „The Mystery Of Time“ wird geklotzt und nicht gekleckert! Die Gästeliste liest sich erneut wie ein Who-Is-Who der internationalen Rockszene. Erstklassige Sänger und Musiker, darunter Michael Kiske (UNISONIC, PLACE VENDOME), Joe Lynn Turner (Ex-DEEP PURPLE, Ex-RAINBOW), Bob Catley (MAGNUM), Biff Byford (SAXON), Eric Martin (MR.BIG), Ronnie Atkins (PRETTY MAIDS), Arjen Anthony Lucassen (AYREON) und Bruce Kulick (Ex-KISS) geben sich auf den insgesamt zehn Songs ein musikalisches Stelldichein.

Auch der zusätzliche Produktionsaufwand ist absolute Champions League. Produzent Sascha Paeth, in der Vergangenheit bereits für andere AVANTASIA – Werke wie „The Scarecrow“ verantwortlich, sitzt ein erneutes Mal an den Reglern und das rund 60köpfige Deutsche Symphonieorchester Babelsberg soll für die angemessene Portion Bombast sorgen.

Es stellt sich nun die Frage, ob sich all der Aufwand tatsächlich gelohnt hat. Kann Sammet mit „The Mystery Of Time“ erneut groß auftrumpfen und an alte Großtaten der Marke „Metal Opera Part I & 2“ anknüpfen oder ist das Ding nur ein Sturm im Wasserglas? Die Antwort darauf? Stay tuned!

Der Opener „Spectres“, gesungen von Sammet und Joey Lynn Turner - startet schon mal sehr verheissungsvoll. Majestätische Orchesterklänge, unterstützt von düsteren Keyboardsounds, bilden das Intro zu einem hochmelodiösem Gassenhauer, der über die komplette sechsminütige Spielzeit überzeugen kann. Die hohe Kunst des Melodic Metal in perfekter Symbiose mit den orchestralen Elementen des Babelsberger Symphonieorchester.

„The Watchmakers Dream“ scheint voll und ganz auf seinen Gastsänger Joe Lynn Turner zugeschnitten worden zu sein. Durch die im Song geschickt eingebetteten Hammond Orgeln und einer generellen Seventies Schlagseite, atmet und verströmt der Track den Geist alter Deep Purple Nummern. Ferdy Doernberg (AXEL RUDI PELL) und Arjen Lucassen liefern sich darüber hinaus ein paar herrliche Gitarrenduelle.

Auf „Black Orchid“ wird Sammet gesanglich zum ersten Mal von Biff Byford unterstützt. Nach einem etwas verhalteneren Beginn entwickelt sich das Stück zu einer kraftvollen, überaus typischen AVANTASIA Hymne, die vor allem durch den perfekten Wechselgesang seiner beiden Protagonisten punkten kann. Ex-KISS Gitarrist Bruce Kulick überzeugt hier ebenfalls, vor allem das kurze zeppelin-eske „Kashmir“ Zwischenspiel in der Mitte des Songs ist einfach nur als verdammt cool zu bezeichnen.

„The Clock Hands Freeze“ ,mit der Beteiligung von Gesangsgott Michael Kiske, ist eine klassische , sehr eingängige Melodic Metal Nummer, die in der Form ohne weiteres sicher auch auf einem Frühwerk von EDGUY oder einem der HELLOWEEN’schen „Keeper“ – Alben seinen Platz gefunden hätte.Instrumentale Unterstützung an den Gitarren gibt es hier übrigens von Produzent Sascha Paeth und Oliver Hartmann (Ex-AT VANCE)

Ein bisschen aus der Reihe tanzt die erste Singleauskopplung „Sleepwalking“. Das Duett mit der Sängerin Cloudy Yang ist eine sehr ruhige und überaus poppig gehaltene Ballade. Wer schon vor ein paar Jahren mit dem kitschigen „Lost In Space“ nicht zurecht gekommen ist, wird auch in diesem Song nicht seine Erfüllung finden.Prädikat: kann man hören, ist aber nichts besonderes.

„Savior In The Clock Work“ ist der meiner Meinung nach absolute „The Mystery Of Time“ – Höhepunkt. Gleich vier Sänger – Byford, Kiske, Sammet und Turner – begeben sich auf eine 10 Minuten lange Metal-Odysee, die an Abwechslung und Epik kaum zu überbieten ist. Das Ding hat einfach alles zu bieten: spannungsgeladene ruhige Passagen, orchestralen Bombast vom Feinsten und einem absoluten Killerchorus.

„Invoke The Machine“, stimmtechnisch erstklassig veredelt von PRETTY MAIDS very own Ronnie Atkins, ist ein hart drauflos rockender Nackenbrecher und ohne Zweifel der härteste Track des Albums. Vor allem im zweiten Teil des Songs wird gerifft und gefrickelt bis der Arzt kommt.

Als nächstes folgt mit „What’s Left For Me“ eine weitere Ballade, die meines Erachtens auch die wesentlich bessere Wahl für die erste Single gewesen wäre. Sänger Eric Martin (MR. BIG) verleiht dem Stück mit seiner rauchigen Stimme eine angenehme AOR Atmosphäre und Alles in Allem klingt das Ding wesentlich „unegaler“ als „Sleepwalking“.

Kurz vor Schluss gibt es mit „Dweller In A Dream“ noch einen weiteren launigen Uptempo Track mit Michael Kiske am Mic und auch hier wurde wieder alles richtig gemacht. Flott, eingängig, geil.

„The Great Mystery“ bildet zum Abschluss innerhalb seiner zehn Minuten Spielzeit noch einmal so etwas wie eine Zusammenfassung des Albums. Alle vorher vorhandenen Merkmale – Epik, Bombast und absolute Melodiösität – vereint in einem einzigen Song, der sich darüber hinaus musikalisch an einer Mixtur aus Queen und Meat Loaf orientiert.

Um zu meiner am Anfang gestellten Frage zurück zu kommen: ist „The Mystery Of Time“ wirklich das ganz große Ding und ein kommender Klassiker?

Darauf ein dickes „Verdammt nochmal, ja!“ Sammet hat den Stil von AVANTASIA nahezu perfektioniert. Es stimmt einfach alles. Die Auswahl der Sänger, jedes einzelne noch so kleine Instrument, die Art und Weise wie gesungen und gespielt wird – besser gehts nicht!


United World Rebellion Part 1
United World Rebellion Part 1
Preis: EUR 14,13

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein neuer Anfang..., 23. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: United World Rebellion Part 1 (Audio CD)
Die Karriere von SKID ROW, Ende der Achtziger – und Anfang der Neunziger DAS Synonym für sleazigen Kickassrock der allerfeinsten Sorte, geriet spätestens seit dem Ausstieg von Gesangsgott Sebastian Bach im Jahr 1996 zu einer schier endlos anmutenden Abwärtsspirale.

Mit ihrem 1989 erschienenen selbstbetitelten Debüt und dem Nachfolger „Slave To The Grind“ (1991) eroberten die Jungs die Welt des Rock im Sturm. Mehrere Singlehits, ein Nummer 1 Album in den US-amerkanischen Billboard Charts und diverse Gold – und Platinauszeichnungen prasselten auf die Band ein; SKID ROW befanden sich sowohl künstlerisch, als auch kommerziell auf dem absoluten Zenit ihres Schaffens.

Als sie 1995 ihren dritten Longplayer „Subhuman Race“ veröffentlichten, befand sich die Rock – und Metalszene gerade auf dem Höhepunkt der damaligen allseits gehypten Grungewelle. Radiostationen, MTV und Plattenfirmen setzten komplett auf alternative Sounds und abermals beliebte und erfolgreiche Rockbands der Achtziger Jahre galten plötzlich quasi über Nacht als musikalische Auslaufmodelle.

Es kam wie es kommen musste – aus Angst davor nicht mehr relevant zu sein, integrierte die – inzwischen bereits zerstrittene - Combo fortan Elemente des Alternative Rock in ihrem Gesamtsound; inklusive heruntergestimmte Gitarren und depressiven, erzbeschissenen Rumgejaule, Trendreiterei Deluxe. Erfolgreich? Nope. Das Ding floppte weltweit grandios und nur ein Jahr später strich Frontmann Bach wegen unüberbrückbarer Differenzen entgültig die Segel und verließ die Band.

Vier Jahre später meldeten sich SKID ROW zurück, inklusive neuem Sänger. Zusammen mit Johnny Solinger spielten sie die Alben „Thickskin“ (2003) und „Revolutions Per Minute“ (2006) ein, die allerdings auf noch weniger Gegenliebe bei den alten Fans stießen sollten, als die letzte Langrille in Originalbesetzung. Vom Mittneunziger Alternative Sound blieb zwar auf den beiden Werken nicht mehr viel übrig, stattdessen aber setzte die Band vermehrt auf einen punkigeren Sound, der nicht selten in die für diese Zeit archetypischen Pop Punk – Muster verfiel.

Seit dem letzten Album sind inzwischen sieben lange Jahre ins Land gezogen und es gibt nicht wenige, die mit einem baldigen Ableben der einstigen Rockgiganten aus New Jersey gerechnet hätten. Umso überraschender, dass es jetzt mit „United World Rebellion - Chapter One“ ein neues musikalisches Lebenszeichen von SKID ROW gibt. Der 5-Tracker ist der Auftakt einer Reihe von EP’s , die in den nächsten 1 bis 1 ' Jahren in ihrer Heimat unter ihrem neuen Label Megaforce veröffentlicht werden sollen.

Im Vorfeld wurde bereits darüber berichtet das der „neue“ Sound der Jungs wieder wesentlich Richtung „back to the Roots“ gehen soll und diese Behauptung ist jetzt auch mal gar nicht so verkehrt. Zum Auftakt hätten wir da beispielsweise „King Of The Demolition“, einen lupenreinen Rocker der in der Form vielleicht auch auf „Slave To The Grind“ seinen Platz gefunden hätte – oder zumindestens als recht gute B-Seite durch gegangen wäre – hat ein bisschen was von einer „Riot Act“ – Light Version. Auch der Gesang von Johnny Solinger orientiert sich überraschend stark an seinen Vorgänger Sebastian Bach, die Punkattitüde in der Stimme hat er hier komplett abgelegt.

Die nächste Nummer„Let’s Go“ reiht sich nahtlos in das „Zurück zu den Wurzeln“ - Konzept ein. Erneut wird hier schnell, agressiv und schnörkellos drauflos gerockt. Eines muss ich Ihnen lassen – das klingt tatsächlich mehr nach SKID ROW als alles was nach 1992 kam.

Zusätzlich gibt es mit „This Is Killing Me“ noch eine recht nette Ballade, die aber auf Dauer auch einen sehr belanglosen Eindruck hinterlässt. Kein Vergleich zu Überhits der Marke „Wasted Time“ oder „18 And Life“.

Zum Abschluss dann noch zwei weitere schnelle Tracks, aber weder „Get Up“ noch „Stitches“ hauen mich jetzt wirklich aus den Socken. Zumal mir die runtergestimmten Gitarren im erstgenannten Song dezent auf dem Sack gehen und mir die Arrangements sowie die Art des Gesangs ein bisschen zu gewollt „modern“ klingen.

Man darf gespannt sein, wie sich die nächsten EP’s der Band entwickeln werden. Vielleicht geschehen ja doch noch Zeichen und Wunder und sie nehmen nochmal einen Longplayer auf, der zumindestens das Prädikat „Gut“ verdient hat.


Harlequins of Light
Harlequins of Light
Preis: EUR 20,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eins der besten AOR & Melodic Rock Alben des Jahres 2013!, 23. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Harlequins of Light (Audio CD)
Vor genau 30 Jahren erschien das selbstbetitelte Debüt von ARC ANGEL. Mastermind Jeff Cannata braute darauf einen gefälligen Mix aus leichtfüßigem AOR, einer Messerspitze Pomp Rock und einer Prise Progressive Rock. Seit damals sind viele Jahre ins Land gezogen, aber trotzdem genießt eben jenes Werk in der Szene seit eh und je einen nicht zu unterschätzenden Kultstatus.

Nachdem sich Jeff zwischenzeitlich mit anderen Bands, wie die nach ihm benannten CANNATA, einen großen Namen unter AOR Jüngern machen konnte (den Genreklassiker „Images Of Forever“ sollte jeder AOR Fan kennen), bekam er von Frontiers Records im Jahr 2012 einen Anruf mit dem Angebot ob er nicht ein weiteres ARC ANGEL Werk einspielen möchte.

Glücklicherweise erklärte Cannata sich einverstanden und so habe ich heute, ein Jahr später, „Harlequins Of Light“ auf meinem Schreibtisch zur Rezension liegen.

Geändert hat sich seit damals – zum Glück! – nichts. Die Songs von ARC ANGEL sind weiterhin tief in den „Early 80s“ verwurzelt. Dem geneigten Hörer springen beim Goutieren der zwölf Songs unweigerlich Bands wie Asia („As Far As The Eyes Can See“), Toto („War (Battle Wounds Of Life) ) oder Journey („Through The Night“) ins Gedächtnis.

Das beschwingte „California Daze” klingt wie Night Ranger auf dem Westcoast Trip und zum Schluss gibt es mit „Legend Of The Mary Celeste" noch einen recht progressiven Rausschmeisser der Marke Kansas.

Auch die Instrumentalarbeit auf „Harlequins of Light” ist durch die Bank weg als absolut erstklassig zu bezeichnen. Geschmackvoll eingesetzte Gitarrenklänge wechseln sich ab mit einem dezent pointierten Piano, typischen 80er Jahre Keyboardsounds und organisch gespielten Drums.

Cannata’s Produktion ist ebenfalls top und ich kann allen Genrefans den Erwerb dieses Albums nur wärmstens ans Herz legen.Hier kommen ganz besonders AOR und Pomp Rock Liebhaber der frühen Achtiger auf ihre Kosten. Tolles Album und hoffentlich dauert es jetzt nicht noch einmal 30 Jahre bis zum nächsten Longplayer!


Any Given Moment
Any Given Moment
Preis: EUR 20,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen AOR Leckerbissen!, 23. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Any Given Moment (Audio CD)
Dennis “Fergie” Frederiksen, ist noch vielen Melodic Rock und AOR Freunden als einer der ehemaligen Sänger von TOTO (u.a. „Isolation“, 1984) bekannt. Auch darüber hinaus gilt der inzwischen 62-jährige in der Rockszene als „Hansdampf –in-allen-Gassen“. So arbeitete der gebürtige Amerikaner aus Grand Rapids, Michigan unter anderem früh in seiner Karriere als Backgroundsänger für SURVIVOR („Eye Of The Tiger, 1982), verdingte sich als Vokalist auf LE ROUX’s 1983er Klassiker „So Fired Up“ und sang, als besonderes Sahnehäubchen, das 2002er Debütalbum von MECCA mit ein (im Übrigen meiner Meinung nach eines der besten AOR Werke des jungen neuen Jahrtausends).
Trotz einer belastenden Leberkrebsdiagnose im Jahre 2010 ließ sich Fergie nicht unterkriegen und veröffentlichte vor zwei Jahren mit „Happiness Is The Road“ ein vielbeachtetes Melodic Rock Album , auf dem ihm kein geringerer als Pink Cream 69 Tausendsassa Dennis Ward sowohl künstlerisch als auch produktionstechnisch unter die Arme griff.
Dennis Ward ist auf „Any Given Moment“ zwar nicht mehr mit von der Partie, allerdings hat Fergie für mehr als adequaten Ersatz gesorgt. Diesmal kam eine Zusammenarbeit mit dem italienischen Produzenten Alessandro Del Vecchio zustande (letzterer arbeitete schon für Koriphäen wie Glenn Hughes und Jeff Scott Soto).
Auch auf dem inzwischen dritten Soloalbum von FERGIE FREDERIKSEN regiert wieder einmal die pure Melodie. Elf ausdrucksstarke Melodic Rock Nummern, tief verwurzelt im Sound der guten alten Achtziger, schmiegen und schmeicheln sich in des Hörers Ohr und bleiben dort ohne weitere Umwege auch stecken.
Besonders erwähnenswert wären noch zum einen „Not Alone“, ein Duett mit der norwegischen AOR Beautyqueen ISSA und die Neuaufnahme des TOTO Klassikers „Angel Don’t Cry“ (von Frederiksen ursprünglich höchstpersönlich auf deren 1984er Werk „Isolation“ eingesungen).

AOR Fans im speziellen und FERGIE FREDERIKSEN Fans im besonderen können hier wieder mal bedenkenlos zugreifen!


Straight Jacket Vacation
Straight Jacket Vacation
Preis: EUR 20,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nur die besten sterben jung..., 23. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Straight Jacket Vacation (Audio CD)
Am Montag, den 8.Juli 2013 verstarb BRETT WALKER mit gerade einmal 51 Jahren im Schlaf. Vollkommen unerwartet und viel zu früh wurde da ein Mann aus dem Leben gerissen, der die AOR – und Melodic Rock Szene in den letzten 25 Jahren unnachahmlich bereichert hat. Egal ob als Songwriter oder Sänger, die Liste seiner Meriten ist lang und beeindruckend.

Brett Walkers Karriere im Musikbusiness begann früh. Im Alter von 21 Jahren zog er 1983 von Oklahoma nach Los Angeles, um sich dort in der damals boomenden Rockszene einen Namen zu machen. In der Folgezeit kollaborierte er unter anderem mit Genregrößen wie Jim Peterik (SURVIVOR), Jonathan Cain von JOURNEY und der Band ALIAS, für die er 1991 an dem Song „Waiting For Love“ mitschrieb, einer weltweiten Top 10 Hitsingle. Darüber hinaus war Walker noch ein gerne genommener Musik-Komponist für TV Serien (u.a. Baywatch, Malcom in the Middle und One Tree Hill.)

Als wenn das nicht schon zuviel der Ehre wäre, zeichnete sich Mister Walker aber auch und vor allem als exzellenter Solokünstler aus. Sein Solodebüt „Nevertheless“ aus dem Jahre 1994 hat bis zum heutigen Tage unter AOR Fans einen Ruf wie Donnerhall und ist vielleicht eines der besten Genrewerken der Neunziger Jahre.

Am 30.08. erscheint mit „Straight Jacket Vacation“ über das Label AOR Heaven posthum der musikalische Nachruf dieses überaus talentierten Mannes. Zehn Songs, stillistisch allesamt irgendwo zwischen BRYAN ADAMS, RICK SPRINGFIELD und STAN BUSH, aber trotzdem immer zu 100 % BRETT WALKER. Einzelne Lieder hervorzuheben ist hier meiner Meinung nach komplett unnötig. Der geneigte Melodic-Fan bekommt bodenständigen, tief in den 80er Jahren verwurzelten Rock serviert – mal schneller, mal etwas langsamer, aber zu jeder Zeit absolut homogen und stimmig.

Fans werden hier sowieso zugreifen, an alle anderen die sich bisher wenig bis gar nicht mit BRETT WALKER beschäftigt haben: Leute, tut euch einen Gefallen und hört zumindestens mal rein und erweist damit dieser viel zu früh verstorbenen AOR Ikone euren Respekt.

Rest in Peace Brett, you will be very missed...

WERTUNG:


Seite: 1 | 2 | 3 | 4