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Rezensionen verfasst von
Franziska Steinbach-Schlüter (Aix-en-Provence)

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Image + Stil = Erfolg: Maßgeschneiderte Tipps für den perfekten Business-Auftritt
Image + Stil = Erfolg: Maßgeschneiderte Tipps für den perfekten Business-Auftritt
von Anke Schmidt-Hildebrand
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,99

5.0 von 5 Sternen Dresscode und Imageberater – vom Kleidungsstück zur richtigen Haltung und Ausstrahlung, 8. März 2014
An diesem Ratgeber gefällt mir, dass er über die reinen "Regeln" zum richtigen Dresscode für Männer und Frauen hinausgeht. Er geht auch auf die Innere Haltung und die Körpersprache von Männern und Frauen ein. Dass dabei auf rund 200 Seiten nicht alle psychologischen Feinheiten und wissenschaftlichen Hintergründe beleuchtet werden können, ist klar. Nichtsdestotrotz hält man ein "Gesamtpaket" in Händen, durch das man den eigenen Stil vervollkommnen kann.

Gerade auch die Wechselwirkung von innerer Einstellung und "äußerer Hülle" fand ich sehr eindrücklich beschrieben. Der Autor und die Autorin zeigen sehr gut, dass Stil etwas zutiefst Individuelles ist und jeder seinen eigenen, authentischen Stil auf Grundlagen gewisser Regeln aber letztlich aus sich selbst heraus entwickeln muss. Gleichzeitig helfen einige Grundregeln, einen unnötigen Stilfauxpas zu verhindern und eine Basis für den guten Geschmack zu legen. Dabei geht es um viel mehr als nur um die Wahl und das Aussehen des richtigen (Hosen-)Anzugs oder Rocks. Die Autoren gehen auf Farben genauso ein wie auf Schnitte, Längen, Material, Schuhe, Strümpfe oder Socken, Gürtel und Schals. Dass auch Accessoires wie Uhren und Schmuck, Brille oder gar Schreibgerät besprochen werden zeigt, wie weit der Blick aufgefächert wird.
Gerade auch Frauen nehmen in Sachen Dresscode einiges mit. Fragen wie "Rock oder Hose?" oder auch zur richtigen Wahl von Hosenanzug oder Bluse werden genauso kompetent und gut nachvollziehbar beantwortet wie die zum richtigen Anzug, Hemd und Krawatte für Männer.

Auch Anfänger im Geschäftsleben profitieren meiner Meinung nach von der Lektüre von "Image + Stil = Erfolg". Die wichtigsten Grundregeln werden sehr übersichtlich auf den Punkt gebracht. Da die wichtigsten Punkte der einzelnen Kapitel jeweils in kurze Tipps zusammengefasst werden, bekommt man schnell einen Überblick. Ich denke, dass Frauen und Männer mit diesem Ratgeber recht schnell ein Stilgefühl entwickeln können und verstehen, was sie authentisch und nicht nur adrett erscheinen lässt. Besonders hilfreich ist für Berufsanfänger sicher das Kapitel zum Bewerbungsoutfit (ab S. 142). Sehr übersichtlich wird auf gerade mal 3 Seiten alles so auf den Punkt gebracht, dass sich jede/r Bewerber/in sehr schnell das passende Bewerbungsoutfit zusammenstellen kann. Damit fällt die optimale Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch auch in optischer Hinsicht sicher viel leichter. Diesen kleinen "Leitfaden" halte ich für (junge) Berufsanfänger/innen für sehr wertvoll.

Quintessenz: Dieser Stilratgeber eignet sich für Männer und Frauen, die im Geschäftsleben stehen und auf gepflegtes Aussehen Wert legen, gleichermaßen. In übersichtlichen Kapiteln dringt der Leser sehr schnell zum Wesentlichen vor. Ich halte diese "maßgeschneiderten Tipps für den perfekten Business-Auftritt" für sehr hilfreich. Wer im Geschäftsleben einen guten Eindruck machen oder seine Stilsicherheit perfektionieren möchte, ist bei diesem Imageratgeber gut aufgehoben. Auf rund 200 Seiten erfahren Frauen und Männer sehr viel zum Thema "Kleidung, Schuhe und Accessoires", aber auch einige Grundregeln zum Thema Ausstrahlung und Körpersprache. Professionelles Auftreten und ein authentischer Stil lassen sich mit diesem Buch meiner Meinung nach sehr gut schulen. Ich empfehle dieses Buch für Anfänger in der Geschäftswelt und für Menschen, die ihre Präsenz und ihren Stil weiter verfeinern möchten.


"Nein, Torben-Jasper, du hast keinen Telefonjoker.": Referendare erzählen vom täglichen Klassen-Kampf
"Nein, Torben-Jasper, du hast keinen Telefonjoker.": Referendare erzählen vom täglichen Klassen-Kampf
von Thorsten Wiese
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Geschichten vom Klassen-Kampf im "Ref" in Schulen quer durch die Republik, 23. November 2013
Obwohl ich selbst keine Lehrerin bin, habe ich doch viele Berührungspunkte mit der Schule und zum Lehrerberuf. Dies habe ich der Bekanntschaft mit ehemaligen Studienkollegen und -kolleginnen zu verdanken, die mir gerade in ihrer Zeit des Referendariats vom Ach und Weh des Lehrer- und Referendarenalltags erzählt haben. Und natürlich unterhalte ich mich auch mit den jetzt schon fast gestandenen Lehrern immer mal wieder über die Irrungen und Wirrungen in der Klasse, auf Klassenfahrten und im Lehrerzimmer.

Die einzelnen Geschichten werden aus der Sicht von Referendaren sehr lebendig erzählt. Ohne mich durch Weitschweifigkeiten kämpfen zu müssen, bin ich ganz légère durch die einzelnen Kapitel gerutscht. Dabei habe ich mich gut amüsiert und unterhalten gefühlt. Die versammelten Geschichten zeigen, dass der Lehrerberuf gerade auch in seinen Anfangszeiten seine absoluten Höhepunkte, aber auch Tiefen haben kann. Auch sieht man, wie es an allen Ecken und Enden in der Schule "menschelt" (bei Lehrern, Schülern und deren Eltern). Ich habe gelernt: Im Reich der Schule geht es für Referendare natürlich darum, ihre Schüler zu benoten und darum den Lernstoff in der richtigen Art an die Schüler/innen zu bringen und diese Fähigkeit immer wieder auch in den Unterrichtsbesuchen/Lehrproben zu beweisen; aber es geht auch darum, mit Emotionen umgehen zu lernen, sich Ängsten zu stellen, innere wie äußere Konflikte zu bewältigen … und darum, dieses Chaos aus Emotion, Überforderung, Leistungsstress, Angst und Hoffnung zu überstehen.

Ich habe durch die Geschichten einen sehr authentischen Einblick in die Köpfe und Seelen von Referendarinnen und Referendaren bekommen. Themen sind: Nonsensediskussionen im Lehrerzimmer, Nahkampfsituationen im Umgang mit unmöglichen Schüler/innen und Klassen, Elterngespräche der besonderen Art, verpatzte Lehrproben, im wahrsten Wortsinne irre Kolleginnen und Kollegen … Dem Leser begegnen intime Geschichten über die Realitäten von Ausbildungsseminar, Klassenzimmer oder auch Klassenfahrt. Die jungen Lehrer und Lehrerinnen sortieren dabei ihre Ausbilder nach bestimmten Typen oder erzählen von ihren spektakulärsten Erlebnissen während des Unterrichts, andere wieder von ihren Erfahrungen mit psychisch lädierten Kindern oder Schülern, deren Entschuldigungen für ihr Zuspätkommen einem die Haare zu Berge stehen lassen. Die Rede ist immer wieder von schrulligen Kollegen und Ausbildern, von tränenreichen oder anstrengenden Besprechungen mit dem Seminarleiter, Fachleiter, Betreuungslehrer oder Mentor, von tyrannischen Rektor/innen und bemitleidenswerten oder unangenehmen Kollegen.

Doch wer jetzt denkt, hier werde nur mit Heulen und Zähneklappern vorgetragen, wie schrecklich alles im Ref ist, der irrt. Bei alledem ist auch eine gute Portion augenzwinkernder Humor dabei. Schließlich hat man es doch überlebt – und aus der Rückschau wird auch aus dem schrecklichsten Tyrannosaurus Rektor letztlich eine bemitleidenswerte Unke. Abgeschlossen wird das alles mit einem ABC des Referendariats. Dort lernen auch Nicht-Lehrer, was eigentlich ABB, BDU oder LAA bedeutet.

Fazit: Hier wird aus der Perspektive von Referendaren der ganz normale Wahnsinn in den Schulen dieser Republik – von der Grundschule über Hauptschule und Realschule bis hin ins Gymnasium und die Gesamtschule – mit ganz persönlicher Blickrichtung geschildert. Dieses Buch über die Schule ist sicher nicht nur für Referendare/innen und Lehrer/innen interessant, sondern für alle, die sich für die Schule interessieren, selbst einmal in der Schule waren oder es (noch) sind. Hier lernt man auch als Außenstehender viel über das Leben in Klassen- und Lehrerzimmern. Wer lustige, weniger lustige, erschreckende und auch Szenen aus dem Schulalltag erfahren will, kann dies sicher beim gemeinsamen Mittagessen mit dem schulpflichtigen Nachwuchs tun … oder bei der Lektüre dieses erfreulich gut geschriebenen Buchs.


Speed Reading: Schneller lesen - mehr verstehen - besser behalten
Speed Reading: Schneller lesen - mehr verstehen - besser behalten
von Tony Buzan
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel Lesepensum? Kein Problem. Eine kleine Offenbarung, 27. Oktober 2013
Offenbar gibt es Schnellleser, die eine Seite fast nur mit den Augen "abfotografieren" müssen, um alles darauf so ins Gehirn zu transportieren, dass es dort gespeichert wird. Was manchen Supertalenten wohl angeboren ist, können sich Normalmenschen (zumindest teilweise) durch das entsprechende Wissen und offensives Üben auch aneignen. Das ist eine gute Botschaft und mit ihr als Grundlage habe ich mich aufgemacht, meine eigenen Schnelllesefähigkeiten weiter auszubauen, ohne dabei das Textverständnis zu beschädigen; ganz im Gegenteil: Oft gelingt es, durch das Schnelllesen auch noch mehr Informationen in viel kürzerer Zeit dauerhaft zu speichern – vorausgesetzt, man ist auch hoch konzentriert bei der Sache.

Der Autor Tony Buzan hat es sich nicht zum Ziel gemacht, den Leser und die Leserin darin zu schulen, wie er/sie schnell ein großes Lesepensum bewältigen kann. Ihm geht es darum, neben den verschiedenen Schnelllesetechniken auch zu zeigen, wie man das schneller erworbene Wissen behält und langfristig abrufen kann. Der Trick: Neben der passenden Leseumgebung, dem richtigen Abstand zum Text und einer Lesehilfe sind es vor allem auch verschiedene Augenbewegungstechniken, die das Schnelllesen ermöglichen. Da Tony Buzan hier sehr viele verschiedene Techniken vorstellt, ist sicher für jeden etwas dabei. Die unterschiedlichen Übungen helfen nach meiner Erfahrung auch hier schnell, zu überprüfen, was von dem theoretischen Rüstzeug für die eigene Anwendung wirklich passt oder nicht. Zusammen mit den Kapiteln zum Thema "Konzentration" und "Textverständnis" bekommt man als Leser einen sehr fundierten Grundstock in die Grundlagen des Schnelllesens.

Sehr hilfreich fand ich dann auch Kapitel 4, das sich auf das "Schnelllesen für Fortgeschrittene" konzentriert. Darin lernt man zum Beispiel, wie man sich einen größeren Wortschatz erarbeiten kann, aber auch, wie man literarische Werke oder Print und Onlinemedien schneller lesen und ihren Inhalt aufnehmen kann. Damit habe ich zusätzlich einiges an Medienkompetenz gewinnen können. Zwar meinte ich, schon rein intuitiv meinen Umgang mit Onlinemedien über die letzten Jahre geschult zu haben. Doch: Nichts ist so gut, dass es nicht (um einiges!) besser werden kann. Gerade die Blitzreading-Techniken für den Computerbildschirm haben mir im Arbeitsalltag einige wertvolle Minuten mehr "geschenkt".

Ich darf mich als Vielleserin bezeichnen, die sowohl privat wie beruflich viel mit Texten zu tun hat. Daher bin ich (laut Übungen zur Selbsteinschätzung) bei einem überdurchschnittlichen Lesetemponiveau eingestiegen. Beim Durcharbeiten der Kapitel habe ich meine Fähigkeiten zunächst leicht verbessert, bin dann sogar etwas schlechter geworden, habe dann aber innerhalb kurzer Zeit mein Tempo und auch das Textverständnis enorm verbessern können. Die Anwendung der hier gezeigten Lesestrategien mit Lesehilfe (Stift) und verschiedene Augenbewegungstechniken hat also viel bewirkt.

Ich denke, dass man mit diesem Speed-Reading-Fachbuch den Zielen des Untertitels sehr gut entgegengehen kann: Schneller lesen, mehr verstehen, besser behalten. Für mich ist das ein unglaublich wertvolles Buch. Ob man es mit diesem Buch allein zum Gedächtnisweltmeister bringt, wage ich zu bezweifeln. Dafür sind sicher noch viel mehr Wissen und vor allem extrem viel Übung nötig. Ganz sicher aber habe ich einen soliden Wissensgrundstock bekommen, den ich schnell anwenden konnte. Mit ihm kommen sicher auch andere schnell auf einen grünen Zweig. Ich habe mich jedenfalls schnell verbessert und konnte das Wissen auch gleich beruflich und für den privaten Lesegebrauch sehr hilfreich nutzen. Dieses Speed-Reading-Buch kann ich daher nur empfehlen.

Quintessenz: Für mich war diese Schnellleseschule eine kleine Offenbarung. In den Kapiteln sind die theoretischen Teile genauso gut wie die praktischen Übungen. Der Vorteil von alledem ist, dass ich das neu erworbene Wissen sehr schnell anwenden konnte und mir rasche Erfolge (mit einem kleinen Erfolgseinbruch) einen weiteren Motivationsschub lieferten. Dieses Buch kann ich Leuten, die viel lesen (müssen) und/oder einfach ihre Lesegeschwindigkeit und ihr Textverständnis verbessern wollen, nach meinen positiven Erfahrungen empfehlen.


TOP 100: Fortschritt-Macher: Die innovativsten Unternehmen im Mittelstand
TOP 100: Fortschritt-Macher: Die innovativsten Unternehmen im Mittelstand
von Ranga Yogeshwar
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Innovationskultur "made in Germany", 17. August 2013
Dieses Buch bietet viele interessante Informationen zur Innovationskultur des Mittelstands in Deutschland. Ich habe viele Erkenntnisse daraus gezogen und mich gerne davon inspirieren lassen.

Mit Ranga Yogeshwar zeichnet sich ein Herausgeber für diesen Band verantwortlich, den man als kompetenten und eloquenten Wissenschaftsjournalisten kennt. Er präsentiert in diesem Buch Top-Firmen, die sich als so genannte "Top-100-Bewerber" in einer Top-100-Studie (einem "Gütesiegel-Projekt" unter wissenschaftlicher Leitung) dahin gehend prüfen ließen, ob sie den Titel Top-100-Champion verdient haben. (Eines muss dem erwartungsvollen Leser allerdings klar sein: Yogeshwar selbst schreibt nur ein Vorwort. Der Rest sind Unternehmensporträts und Interviews mit Unternehmern und Innovationsexperten.)

Die tatsächlich von einer hochkarätigen Jury-Gruppe aus Politik und Wirtschaft ausgewählten Unternehmen, die hier vorgestellt werden, dürfen sich jetzt "Innovator des Jahres" nennen. Manche mögen solche Gütesiegelprojekte als Außenwirkungs- und Prestigebrimborium verunglimpfen. Für mich stellt sich dieses Projekt vor allem als zweierlei dar: 1. Als goldene Visitenkarte für ein Land, das auf seinen Mittelstand offensichtlich stolz sein darf und 2. Als eine Hilfe für die Unternehmen selbst, das eigene Handeln zu reflektieren und sich noch weiter zu verbessern und durch ihre Innovationen für die Kunden und für sich selbst Mehrwerte zu schaffen.
In den einzelnen Unternehmensporträts werden zentrale Elemente der unternehmensspezifischen Innovationsmotoren von Firmen unterschiedlicher Größenklassen vorgestellt. Auf den Spuren der Unternehmenskultur verschiedenster Betriebe wurde mir sehr deutlich, wie vielfältig die Unternehmenslandschaft hierzulande ist und wie breit ihre Produktpalette. Deutschland, das zeigt der Band, ist eine riesengroße Ideenküche, in der es an allen Ecken und Enden dampft und geschäftig klappert. In den verschiedensten Branchen – vom Hightech- bis hin zum Service-Unternehmen – wird an den unterschiedlichsten Schrauben gedreht, um Prozesse und Produkte zu verbessern, um Ideen zu handfesten Erzeugnissen reifen zu lassen und damit mit Leidenschaft Neues zu schaffen. Für mich wurde durch die Beispiele der Unternehmen sehr gut nachvollziehbar, wie das Innovationsklima in einem Unternehmen aussehen muss, um durch qualitativ hochwertige Produkte erfolgreich neue Märkte zu erschließen.

Neben den Unternehmensporträts geben interessante Interviews mit Firmenlenkern und Innovationsdenkern und die Fachbeiträge von Innovationsexperten Aufschluss darüber, wie die Innovationskultur funktioniert und weiter ausgebaut werden kann. In meinen Augen ist eine bunte Sammlung von Erfolgsrezepten herausgekommen, aus denen sich sicher auch Innovationsregeln destillieren lassen. Doch auch sie können und dürfen nicht starr sein. Gerade die Bewegung in den Köpfen und Herzen von Unternehmern und Mitarbeitern bringt nachhaltig Erfolg. Auch wurde mit deutlich: Durch Strukturen, die es ermöglichen, Projektideen zu entwickeln und aussichtsreiche, oft unkonventionelle Ideen konsequent weiterzuentwickeln, wird es möglich, aus Visionen Produkte werden zu lassen. Dabei stehen Innovation und Tradition in einem fruchtbaren Wechselspiel – wenn es Menschen gibt, die es verstehen, auf bereits erreichtem aufzubauen und die bei Bedarf auch den Mut dazu haben, alte Zöpfe abzuschneiden und durch moderne Frisuren zu ersetzen.

Dies ist also eine Gedankenreise und gleichzeitig auch ein Ausflug in die gelebte Innovationspraxis des deutschen Mittelstands. Dass dieser unglaublich starke Wachstumsmotor die Wirtschaft antreibt und weltweit Impulse gibt, wird sehr deutlich. Es zeigt sich dabei auch, dass zum Innovationsmanagement ein gesunder Umgang mit dem Risiko gehört – und viele Vordenker, Visionisten und kreative Praktiker, die über den Tellerrand der Mittelmäßigkeit hinauszudenken bereit sind. Dass in diesen vorgestellten Unternehmen weiteres gigantisches Potenzial für Innovationserfolge in der Zukunft liegt, steht für mich außer Frage. Nach der Lektüre habe ich mir jedenfalls gewünscht, Teil dieser Innovationskultur zu sein.

Ich kann insgesamt sagen: Das ist ein interessanter Einblick in die Innovationskultur in unserer schönen Mittelstandslandschaft. Es macht große Freude, zu lesen, wie kreativ, diszipliniert, risikobereit und vorwärtsgewandt viele mittelständische Unternehmen ihre Entwicklung vorantreiben. Die Innovationskultur der Unternehmen, die in diesem Band vorgestellt werden, macht deutlich, welche Schätze Deutschland birgt.


Marketing: Grundlagen für Studium und Praxis
Marketing: Grundlagen für Studium und Praxis
von Manfred Bruhn
  Broschiert
Preis: EUR 26,95

4.0 von 5 Sternen Warum? Weil: leicht verständlich, kompakt, gut strukturiert. Darum!, 24. Juni 2013
In einer sehr guten Einleitung fühlt man sich durch den Autor dieses Marketing-Buchs unmittelbar gut ins Thema eingeführt. In allen Kapiteln gibt Manfred Bruhn einen fachlich sehr fundierten und gut strukturierten Überblick über die Materie.

Das Wort "übersichtlich" und "gut strukturiert" hat man schnell gesagt oder in einer Rezension geschrieben. In diesem Fall steckt hinter diesen floskelhaften Wendungen wirklich Substanz. Der Aufbau des Fachbuchs ist bemerkenswert gut. Der Leser wird an die Hand genommen. Schritt für Schritt habe ich meine Kenntnisse vertieft. Man merkt dem Fachbuch an, dass ein didaktisch geschulter Autor mit Lehrerfahrung und schreiberischem Können daran gearbeitet hat. Der systematische Aufbau erleichtert die Wissensaneignung jedenfalls ungemein. Den einzelnen Themen nähert sich der Autor stets durch einen breiten Überblick über den Gesamtprozess, um dann langsam in die Details zu gehen und den Überblick in kleinere Einheiten zu zerlegen. Auf diese Weise werden die Marketing-Instrumente von der Pike auf gelehrt. (Die einzelnen Themen sind in der sehr guten Amazon-Rezension von Dr. Werner Fuchs vom September 2011 ja bereits aufgelistet!)

Der Hinweis auf die angestrebten Lernziele am Anfang der Kapitel macht deutlich, wer die Zielgruppe dieses Buchs vor allem ist: Studenten und Prüflinge. Doch darüber hinaus ist das Buch meiner Meinung nach für diejenigen interessant, die nicht nur ein Marketing-Buch lesen, weil "man es halt sollte", sondern die es lesen, weil sie etwas lernen wollen. Es nur für die Prüfungsvorbereitung an Studenten zu empfehlen hielte ich für falsch. Es wird seinem Titel wirklich gerecht, insofern es tatsächlich ein "Grundlagenbuch" ist, das Theorie immer mit dem Blick auf die Praxis lehrt. Marketing-Planung, -Organisation, -Controlling wird auf der Höhe des neuen Forschungsstands gezeigt. Gute Texte, Schaubilder, Tabellen und ein anwenderfreundliches Register machen dieses Fachbuch nicht nur für Betriebswirtschaftler zu einem hochwertigen Wissensvermittler und Nachschlagewerk.

Neben den vielen Stärken hat das Buch meiner Meinung nach eine nicht unerhebliche Schwäche, die es nach meiner bisherigen Erfahrung leider mit vielen Anderen zu diesem Thema teilt – auch in anderen Bewertungen wurde darauf schon hingewiesen: Das Thema Marketing über das Internet wird nur gestreift. Es ist für mich unverständlich, warum dieses ansonsten so gute Buch, diesen wichtigen Punkt so stiefmütterlich behandelt. Es ist eine Binsenweisheit, dass die digitale Revolution nicht nur diktatorische Regime stürzen hilft. Längst sind Werbung und Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen über das Internet ein enorm wichtiger Faktor unserer Wirtschaft.
Für mich war dies ein prima Wegweiser durch die weitverzweigte Marketing-Landschaft!

Quintessenz: Über Marketing-Planung und -Realisierung lernt man durch dieses Standardbuch eine Menge. Diesen kompakten Grundlagenüberblick über das Marketing empfehle ich nicht nur warm, sondern ziemlich heiß. Warum? Weil: leicht verständlich, kompakt, gut strukturiert. Darum!


Lukrative Rohstoffmärkte: Ein Blick hinter die Kulissen
Lukrative Rohstoffmärkte: Ein Blick hinter die Kulissen
von Torsten Dennin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

4.0 von 5 Sternen Gutes historisches Hintergrundwissen für Rohstoffinvestoren – aber kein Investitionsratgeber, 28. Mai 2013
Der Blick zurück in die Geschichte der Rohstoffmärkte ist eine interessante Sache. 30 Ereignisse und Entwicklungsketten der Vergangenheit werden (chronologisch geordnet) – angefangen mit dem holländischen Tulpencrash vom Anfang des 17. Jahrhunderts und beendet mit der Preisexplosion für Zucker im Jahr 2010 – vom Autor sehr informationsreich und doch jeweils komprimiert in der Form einer kurzen Reportage dargestellt. Spektakuläre Ereignisse rund um Agrarrohstoffe gehören genauso zum Repertoire an Geschichten wie die Affären und kuriose Erfolgsgeschichten, Boom-Stories und Skandale,die sich um den Handel mit (Edel)Metallen, Diamanten und Bodenschätzen wie Öl ranken.
Informativ leitet Torsten Dennin durch das Thema und richtet dabei den Fokus auch auf das interessante 20 Jahrhundert – nach meinem Geschmack genau im richtigen Verhältnis von Anspruch und Unterhaltungswert.

"Lukrative Rohstoffmärkte" ist weniger ein Rohstoffanlagebuch, das an der Investitionspraxis orientiert ist. Es ist eher ein intensiver Blick in die Geschichte der Rohstoffmärkte. Die Intensität dieser historischen Perspektive mag aber bei der Einordnung heutiger Geschehnisse helfen.
In Rohstoffe, auf welche Weise auch immer (in Zertifikaten, Aktien, Aktienfonds etc.), zu investieren, wird dann zur bewussten Entscheidung, wenn man Zusammenhänge – wie die im Buch ausführlich beschriebenen – aus den Entwicklungen der Welt ablesen kann. Naturkatastrophen, die Aktionen großer Spekulanten, Staatskrisen, Spekulationsblasen und Kriege, das alles bestimmt, was auf und mit dem Rohstoffmarkt geschieht. Und solche Zusammenhänge auch in der Gegenwart richtig einordnen zu können, ist ein gutes Mittel für den Erfolg. Allerdings lässt das Buch dabei oft vergessen, dass manche (leider die meisten?) der hier vorgestellten intelligenten Analysen eben erst im Rückblick möglich sind. Manchmal gibt es scheinbar wichtige weltpolitische Entwicklungen oder Katastrophen, die sich auf dem Rohstoffmarkt überhaupt nicht oder nur wenig auswirken, dann wieder führt eine scheinbar nur kleine Veränderung im Weltgeschehen zu großen Verwerfungen. Dies vorausschauend einzuschätzen zu wollen gleicht manchmal dem Blick in die Glaskugel. Diesen Blick versucht der Autor jedoch glücklicherweise gar nicht erst, sondern eher den Blick auf die spektakulären Dinge der Vergangenheit. Ob vom Schicksal gemacht oder von der Gier und dem Manipulationsstreben wildgewordener Spekulanten, stets heißt es nach großen Aufschwüngen auch: Abwärts geht die Fahrt ins Land der Bären. Besser, wenn man diese Fahrt von außen betrachten kann, als wenn man sie am eigenen Leib erfahren muss.

Fazit: Ein Volkswirtschaftler von Format liefert mit "Lukrative Rohstoffmärkte" ein Grundlagenbuch der Rohstoffgeschichte ab, das im Schrank derjenigen stehen sollte, die in Rohstoffe investieren. Unterhaltung trifft auf viel Hintergrundwissen, sodass Börsenbuchlesefreudige und Informationshungrige meiner Meinung nach gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Wer allerdings ein Buch für die Investitionspraxis sucht, sollte eher zu anderem greifen.


Mehr Geld verdienen mit Rohstoffen - simplified: So profitieren Sie von Gold, Silber, Kaffee, Zucker, Mais, Indium und Palladium
Mehr Geld verdienen mit Rohstoffen - simplified: So profitieren Sie von Gold, Silber, Kaffee, Zucker, Mais, Indium und Palladium
von Michael Vaupel
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klein, aber fein, 10. Mai 2013
Längst machen sich auch bescheidene Mittel-Kleinanleger wie ich Gedanken darüber, wie man in der heutigen Zeit sein Geld vermehren kann, statt es auf dem Konto verhungern zu lassen. Gerade auch in Zeiten von Griechenland-Zypern-Slowenien-usw.-Krise sollte man sich nach meinem Eindruck schon kundig machen, wie man sein sauer Erspartes und Verdientes einigermaßen sicher anlegen könnte. Da ich vor Längerem auch schon mit dem Buch "geschlossene Fonds" aus der simplified-Reihe gute Erfahrungen gemacht habe, habe ich ohne zu zögern zugegriffen.

Bevor ich zu den Vorzügen des Buchs komme, möchte ich gleich eine kritische Bemerkung voranschicken: Gerade das hemmungslose Spekulieren mit Rohstoffen wird in der Öffentlichkeit zurecht immer wieder unter dem Stichwort "verantwortungsloser, tödlicher Raubtierkapitalismus" diskutiert. Und ganz sicher gibt es Auswüchse, gerade in der Spekulation mit Lebensmitteln, die man auf gesetzlichem Wege ganz klar verbieten sollte – oder an denen man sich ganz klar nicht beteiligen sollte.
Gerade weil die Investition in Aktien etwas anderes ist, als das Spekulieren mit Nahrungsmitteln, muss man die Thematik also auch differenziert angehen, will man sich nicht mitschuldig machen am Hungerproblem in der Welt. Ich meine, dass der Autor Michael Vaupel dieses Problem bei dieser Einführung in die Rohstoff-Investition manchmal etwas zu wenig im Blick hat (auch wenn er es am Rande thematisiert), wenn es um Nahrungsmittel geht. Doch selbst wer sich aus ethischen Gründen ganz von der Investition in Nahrungsmittelanlageprodukten (in diesem Buch v. a. Mais, Zucker, Ethanol, Kaffee und Kakao) fernhalten will, findet gerade bezüglich Informationen zu Edelmetall-Rohstoffen mit diesem Buch noch genug Möglichkeiten, sich neue Anlageklassen zu erschließen (Stichwort: Edelmetallzertifikate; mit Konzentration auf Gold, Silber, Palladium und Indium). Allerdings finde ich, dass der Autor sehr gut zeigt, wann und warum auch das Handeln mit Rohstofffutures volkswirtschaftlich und auch ethisch absolut sinnvoll sein kann.

Das Buch zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es sich auf zentrale Informationen konzentriert, die Neulingen die Materie sehr einfach nahebringen. Während man einerseits kurze grundlegende Einführungen bekommt, werden sie andererseits durch Informationen zum konkreten Handeln ergänzt. Grundsätzlich wird gefragt: Welche Rohstoff-Anlageformen gibt es überhaupt, wie funktionieren sie, wie kann ich mit ihnen handeln, wo kaufe ich sie überhaupt …? Die einzelnen Instrumente werden sehr präzise erklärt. Der Umgang mit der Anlageform in der Praxis steht aber stets gleichrangig neben der nötigen theoretischen Basisinformation. Wer also rein finanztechnisches theoretisches Spezialwissen sucht, wird wohl eher zu einem anderen Wirtschaftsfachbuch greifen.

Gesamturteil: Klein, aber fein. Gerne habe ich diesen schmalen aber sehr informativen Rohstoff-Anlage-Band gerne gelesen und empfehle seine Lektüre weiter. Dieses schmale Bändchen bringt im prägnanten Ton wichtige Informationen zu den Themen Rohstoffzertifikate und Rohstoffaktien in all ihren Varianten auf den Punkt und zeigt, dass das Handeln mit diesen Instrumenten einfacher ist, als man auf den ersten Blick annimmt.


Jenseits des Protokolls
Jenseits des Protokolls
von Bettina Wulff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

46 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein gigantischer Shitstorm fegt über dieses Land ..., 13. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Jenseits des Protokolls (Gebundene Ausgabe)
Sie dachten wie ich, die Zeiten, in denen Menschen am Pranger standen, sei im 21. Jahrhundert vorbei? ... Dann haben Sie sich wohl geirrt! Denn auch in der neuen Zeit lieben wir es, inzwischen offensichtlich nahezu wehrlose Menschen mit Fehlern über das Internet mit schimmligen Salatköpfen und faulen Eiern zu bewerfen. Im Mittelalter mag es die körperliche Züchtigung gewesen sein, die Menschen für ihre Fehler bestraft hat. Heute werden Internet und die Medien als seelische Foltermaschine genutzt. Ist das ein Fortschritt? In meinen Augen nicht. Wohl eher die Fortsetzung unzivilisierten und rohen Verhaltens mit anderen Mitteln. Doch kommen wir zum Stein des Anstoßes:

Worum geht es eigentlich? Nun, um Bettina Wulffs neu herausgekommenes Buch, dessen Lektüre ich heute beendet habe. Es treibt das Land um. Was aber am Inhalt des Buchs ein "Aufreger" sein soll, erschließt sich mir nicht. Ist es bereits eine Provokation, dass sie sich äußert? Frau Wulff erzählt von ihrer Zeit im Schloss Bellevue sowie davor und danach. Zutiefst persönlich geht es dabei zu. Mehr noch: Nicht Frau und Familie eines AMTSTRÄGERS werden hier beschrieben, sondern Menschen, die Gefühle haben, die sicher Fehler gemacht haben, die es aber meiner Meinung nach trotzdem verdient haben, anständig behandelt zu werden. Bettina Wulffs Vorleben zeigt sich mir dabei als letztlich ganz normal. Sie war einmal jung, sie mochte Jungs, sie hatte (wer hätte das gedacht?!) Spaß an Festen und sie liebte ältere Männer und (hört, hört!) Beziehungen scheiterten. Zusammen mit den Erzählungen über die Zeit mit dem (Ex-)Bundespräsidenten in Privatleben, Freundschaft und Beruf ist eine bunte Mischung mit tiefen Blicken hinter die Kulissen des Lebens mit einem Spitzenpolitiker entstanden. Die Lebensgeschichte ist interessant, aber keineswegs negativ spektakulär. Sie zeigt die menschliche Seite einer Affäre, die keine sein müsste. Sie ist extrem offen und legt ihr Herz ganz frei.
Der derzeitige Aufschrei der Empörung wirkt auf mich lächerlich. Man darf diese zur Schau gestellte Entrüstung wohl eher als die Nachwehen der so genannten "Causa Wulff" verstehen – und als Ergebnis einer unreflektierten Gesellschaft, die mehr sein sollte als ein wütender, mobbender Mob. (Spannenderweise entrüsten sich ja auch Menschen zum Buch, ohne es überhaupt gelesen zu haben! Ist das fair?)

Klar wurde mir: 1. In Saus und Braus haben Christian und Bettina Wulff nicht gelebt. 2. Schon das Leben der gesamten Familie im Schatten des Amtes war schwer genug. Vor dem Hintergrund der öffentlichen Medienschlacht nach ihrem Fehlverhalten ist es nahezu unerträglich (auch und vor allem für die Kinder, die in der öffentlichen Diskussion völlig ausgeblendet werden! Ich hoffe sehr, dass sie von ihren Eltern gut geschützt werden können) 3. Fehler haben die Wulffs ganz sicher gemacht (und auch ein gutes Stück Naivität oder Fehleinschätzung des eigenen Tuns war daran beteiligt). 4. Bettina und Christian Wulff haben unglaubliche Aufgaben vor sich, wenn sie ihr Leben jetzt bewältigen wollen. Sie haben meiner Meinung nach das Recht darauf, fair behandelt zu werden.
Es grenzt an Wahnsinn (eigentlich ist er schon überschritten!), wenn man liest, was in manchen Rezensionen und Zeitungsartikeln steht. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Buch lese ich dabei selten. Wie man sieht, fällt es auch mir schwer, mich bei dieser medial getriebenen Hysterie rund um die Person Bettina und Christian Wulff bei der Bewertung des Buchs selbst stehen zu bleiben. Ein gigantischer Shitstorm fegt über unser Land. Zusammen mit einer gigantischen Medienkampagne wurde hier eine menschenunwürdige Lawine losgetreten. Getragen von viel Hass und gnadenloser Vorurteilswut wird hier abgerechnet. Aber mit wem eigentlich? Was lässt in unserer Gesellschaft überhaupt soviel Wut über einen tadeligen Guttenberg und einen fehlhandelnden Wulff zu? Können wir nicht verzeihen? Die Wulffs mögen einiges falsch gemacht haben, doch diese Art der Diffamierung von letztlich fremden Menschen und die Tritte unter die Gürtellinie hat kein Mensch verdient.

Für mich sind gerade die diffamierenden Äußerungen die beste Werbung für dieses Buch. Jetzt wird und sollte doch erst recht jeder dieses Buch lesen und sich eine eigene Meinung bilden! Für mich jedenfalls ist 'Jenseits des Protokolls' selbst das beste Korrektiv für die Hysterie, die das Buch selbst und die Causa Wulff veranlasst haben.

Quintessenz: Mir gefällt der Mut von Frau Bettina Wulff, die in diesem Buch ihre Sicht der Dinge erzählt. Sie erzählt offen, persönlich und sehr interessant. Mehr Einsicht in die eigenen Fehler mag man sich wünschen. Ich denke, dies wird noch kommen. In diesem Buch wäre Raum dafür gewesen. Ich denke, sie werden daran arbeiten! Ansonsten gilt für mich in dieser Diskussion ein Satz, den bekanntlich ein sehr bedeutender Mann einmal gesagt haben soll: "Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein." Ich meine: Wir alle sollten unsere faulen Eier und Salatköpfe stecken lassen und den eigenen Kopf einschalten, anstatt andere Menschen so zu faulen, dass wir uns irgendwann selbst nicht mehr ins Gesicht sehen können! Ich hoffe sehr, dass die Beziehung der Beiden diese Katastrophenzeit übersteht. Ich hoffe auch, dass sie daran wachsen können und uns beweisen, dass der moderne Pranger von Internet und Medien nicht in der Lage ist, Menschen in den Abgrund zu stürzen.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 1, 2013 2:00 AM CET


MBA: Das Wichtigste auf die Schnelle - für Studenten, Absolventen und Berufstätige
MBA: Das Wichtigste auf die Schnelle - für Studenten, Absolventen und Berufstätige
von Jo Owen
  Taschenbuch

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen hochwertige und umfassende Informationen rund um den MBA-Wissensschatz der Gegenwart, 14. August 2012
In Jo Owens Buch versammeln sich allgemeine Informationen bis hin zum MBA-Spezialwissen. Der Untertitelzusatz "alles, was Sie wissen müssen" mag für ein Buch mit 250 Seiten etwas hoch gegriffen klingen. Bei genauer Betrachtung halte ich ihn für gerechtfertigt. Dem Sachbuch geht es weniger um die Darstellung technischer Fähigkeiten, die das MBA-Studium vermittelt, sondern mehr darum, darzulegen, welche Bedeutung soziale Fähigkeiten, politisches Geschick und der richtige Einsatz der erlernten Managementtechnik für die Karrieregestaltung haben. Statt endlos ausführlicher MBA-Theorie stellt Jo Owen also die Anwendungsmöglichkeiten von MBA-Schlüsselkonzepten in der Praxis vor.

Einen eindeutigen Vorteil bietet Owen meiner Ansicht nach dadurch, dass er MBA-Themen in einzelne Themenkomplexe zerlegt und damit mundgerecht präsentiert. Dem Autor gelingt es, die Prinzipien des "guten" Managements gut sortiert darzustellen. Damit ermöglicht er dem Leser ein gut strukturiertes Lern- und Lesevergnügen mit Aha-Effekt. Indem die Denkschulen des Managements, ihre wichtigsten Konzepte und Strategien fundiert dargestellt werden, gelingt ein Überblick über die gängigen MBA-Themen. Unter Stichworten wie den folgenden wird die Basis für die erfolgreiche Geschäfts- und Karriereentwicklung verhandelt: "Marketing", "Finanzen und Buchhaltung", "Personalstrategie und Organisationskultur", "Projektplanung", "Teamführung und Verhandeln", "Krisenmanagement", "Selbstmanagement". Allen Kapiteln merkt man die Fachkompetenz und Erfahrung des Autors an. Mit Humor, überzeugenden Argumenten und anschaulichen Beispielen zeigt Owen, welches Denken und Handeln den Management-Profi vom Dilettanten und Durchschnittsmenschen in Sachen Management unterscheidet.

Bereits beim ersten Blättern hat mich überzeugt, dass jedes der einzelnen Kapitel für sich alleine verständlich ist. Ich kann mich also ohne großen Aufwand zu einem Thema informieren, ohne mich mühsam durch mir bereits Bekanntes durchwühlen zu müssen. Das erleichtert den Umgang mit dem Buch sehr und ermöglicht auch die kurze "Zwischendurch-Lektüre" in ein paar ruhigen Minuten.

Quintessenz: (Angehende) Führungskräfte, die überlegen, sich den Master of Business Administration zu erarbeiten oder bereits mitten im MBA-Studium stecken oder ihn bereits in der Tasche haben, dürfen getrost auf dieses Buch zurückgreifen. Es bietet hochwertige und umfassende Informationen rund um den MBA-Wissensschatz der Gegenwart. Es eignet sich als Ideen- und Ratgeber für das spannende Management-Tagesgeschäft.


Fault Lines - Verwerfungen: Warum sie noch immer die Weltwirtschaft bedrohen und was jetzt zu tun ist
Fault Lines - Verwerfungen: Warum sie noch immer die Weltwirtschaft bedrohen und was jetzt zu tun ist
von Raghuram G. Rajan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Finanzmarkt-Verwerfungen heute: Ursachen gestern und Lösungen für die Zukunft, 18. Juli 2012
Aus der Finanz- und Währungskrise ist längst eine globale Wirtschaftskrise geworden. Nicht nur der Euro wankt. Auch der Weltmarkt steht in einem rauen Wind.

Eine der Kernthesen dieses Buchs ist, dass die Ungleichgewichte der Wirtschaft die Finanzwelt ins Wanken brachten und weiter bringen. In den USA wurde es deutlich: Um die Ungleichheit der Wirtschaftskraft der Menschen zu verschleiern, sann man dort nach neuen, bei den Bürgern populären Mitteln. Und man fand sie in der Propagierung und dann massenweisen Vergabe von Krediten für ALLE. Eine Geldflut entstand, billige Kredite für den Kauf von Häusern wurden auch an Menschen vergeben, die sich diese eigentlich nicht hätten leisten können. Und tatsächlich: Irgendwann konnten im großen Rahmen Kredite nicht mehr bedient werden; die Kreditblase platzte, und mit ihr nicht nur die Träume vieler Menschen, sondern auch der übermäßig aufgeblähte Ballon auf den Finanzmärkten. (Wie dies alles mit dem Platzen der sogenannten Dotcom-Blase Ende der 1990er-jahre zusammenhängt, lässt sich wunderbar auf S. 15f. der "Fault Lines" nachlesen.) Zu dem allem kamen düstere Entwicklung auf dem Bankensektor. Hochkomplexe, strukturierte Finanzinstrumente gaukelten den Bankkunden große Gewinnaussichten bei minimalen Risiken vor. Selbst erschaffene Kredit-Pseudosicherheiten für Papiere, die schließlich notleidend wurden und die Brüchigkeit des faulen Geflechts sichtbar machten, ließen das System endgültig aus den Fugen geraten. Die Banken trauten sich gegenseitig nicht mehr, weil sie ahnten, welcher Müll in den Giftschränken der Mitbewerber lagerte. Wer wollte da noch Geld an jemanden verleihen, dessen Rückzahlungskraft man stark anzweifeln musste? Das Unglück nahm seinen Lauf. Welche Verwerfungen im Schatten dieser Entwicklungen weiter entstanden sind, dürfen wir heute täglich im Wirtschaftsteil der Zeitungen lesen ' und ihre sozialen Auswirkungen dann am Beispiel Griechenland 'bewundern' --.

Raghuram G. Rajans Analysen und sein Plädoyer für mehr regulatorische Kontrolle der Finanzmärkte zur Wiederbelegung der Disziplin der Märkte ist viel mehr als nur eine Stimme im Chor der Finanzmarktregulierungsfreunde. Rajan möchte das Steuerrad in eine neue Richtung stellen. Deswegen stellt er auch die Fragen, wie sich die Zukunft gestalten lässt und welche Reformen dazu nötig sind.
Das Vertrauen in die Aussagekraft und den Realitätssinn der Ökonomen-Zunft ist sicher teilweise erschüttert. Und da hilft zunächst auch Rajans Titel eines Professors für Wirtschaft an der Universität von Chicago wenig, um seinen Analysen Vertrauen zu schenken. In diesem Fall überzeugte mich der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds Raghuram Rajan allerdings zunächst mit der klaren Benennung des Marktversagens und seiner Gründe. Dass bei der Benennung von Personen und Institutionen auch und gerade die politischen Aspekte des internationalen Finanzgeschehens fokussiert werden, verleiht dem Buch darüber hinaus besondere Brisanz und gleichzeitig Argumentationskraft. Als weitere besondere Stärke sehe ich den Mut zu Visionen. Dazu gehört die Idee von den Möglichkeiten einer "Demokratisierung der Finanzen" (S. 283) und einer Reformierung der gesamten USA auf dem Gebiet des Bildungs- und Gesundheitssektors sowie einer gut durchdachten gesamtwirtschaftlichen Steuerung. Gerade diese Kapitel mit seinen Ideen zu den Reformen des Finanzsektors von Seite 242 bis zum Ende des Buchs bieten Rezepte, die die Finanzwelt vielleicht nachkochen sollte --.

Mein Gesamteindruck: Die weit ausdifferenzierte Analyse des Krisengeschehens und seiner Gründe zusammen mit ihrem kritischen Blick auf das Versagen der Politik und mit klaren Ansagen darüber, wie die Zukunft gestaltet werden könnte, lässt ein überzeugende Ganzes entstehen. Allen Unkenrufen zum Trotz, die Rajan in der Vergangenheit zur hysterischen Kassandra machen wollten, hat sich hier ganz offensichtlich ein Ökonom mit Freigeisthaltung ans Werk gemacht, den Finger in die Wunde zu legen. Ganz sicher ist es kein Schaden, damit auch für ein Umdenken in der Finanzwelt zu kämpfen. Auch ich bin überzeugt: Nur durch die Zähmung der Finanzmärkte und besonnenes politisches Handeln und das der Akteure an den Finanzmärkten kommt das Vertrauen in unser System zurück.


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