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Beiträge von Mephitidas
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Rezensionen verfasst von
Mephitidas

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Wir kennen uns doch kaum
Wir kennen uns doch kaum
von Max Küng
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die besten Geschichten schreibt noch immer das echte Leben., 10. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Wir kennen uns doch kaum (Gebundene Ausgabe)
Wie das Leben manchmal so spielt war ich ob des Klappentextes ziemlich irritiert. Das Buch porträtiert quasi die letzten Jahre meines eigenen Lebens. Oder hätte es können. Empfohlen wurde sie von einem meiner liebsten Menschen. Sie wohnhaft in Wien, ich selber in Bern. Es hätte quasi "unsere Geschichte" werden können, die wir da lesen: Zwei Menschen, wohnhaft in unterschielichen Städten, verlieben sich unheivoll ineinander. Was dann?

Bemerkenswert: Als Vorwort schreibt Küng "Und wenn Du nun fragst, ob es eine wahre Geschichte ist, die ich da aufgeschrieben habe, dann kann ich Dir sagen: Ja, so ist es. Größtenteils wenigstens." Warum aber hatte ich dann bis zum Schluss hin das Gefühl, dass der Autor sich das alles aus den Fingern saugt und nie selber erlebt hat? So wenig emotionale Tiefe. So wenig Wortwitz. So wenig Dialoge und selbst Chat-Gespräche, Wortgefechte oder Smsen sind ne echte Rarität in "Wir kennen uns doch kaum." Dabei hätte doch genau dieses Hin-und-Her so charmant werden können. Vielmehr skizziert Küng bis über die Hälfte des Buches das Junggesellenleben von Moritz. Bars und Kneipen in Basel, langweilige Vernissagen, erzwungene Gespräche mit seinen besten Kumpels und Videospiele auf ausgehockten Sofas. Quasi im Schnelldurchlauf schwenkt Küng dann um, um auch Meta zu portraitieren. Als ob er es verpasst hätte. Und erst viel zu spät dann kommt das Aufeinandertreffen. Und wie wenn wir 300 Seiten übersprungen hätten stehen sich Moritz und Meta irgendwann gegenüber und wollen einen Neuanfang wagen. Was für ein Neuanfang denn? Wir haben ja noch gar nichts gelesen. Wir kennen Moritz, wir kennen Meta. Aber was war das zwischen den beiden? Die paar wenigen Chat-Logs und Schreiben waren schon alles? Irgendwie scheine ich da was überlesen zu haben.

Ich habe mir sagen lassen, dass Küngs Schreibstil auf Nicht-Schweizer ziemlich charmant wirken mag. Trottoir, Lavabo und Velo mögen dem geneigten Leser ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Ich (als Schweizer) muss sagen, dass ich es ziemlich anstrengend fand. Zu viele Kommata, zu viele Nebensätze, zu verschachtelt und zu kompliziert. Man hört einfach den Schweizer aus Küngs Worten sprechen. Ausserdem war es leider nicht ganz mein Humor. Teilweise ein wenig erzwungen und vorhersehbar, wie Küng die ein oder andere Pointe auflöst. Mich hat es irgendwie enttäuscht, denn die Idee hätte so viel Schönes gehabt! Vielleicht schreibe ich irgendwann einmal meine ganz eigene Geschichte auf. So wie sie es mein eigenes Leben geschrieben hat. Fairerweise muss ich sagen: Vielleicht mag der ein oder andere LeserIn das Buch ja trotzdem ganz gerne. Gut denkbar, wenn man es nie selber erlebt hat.


Gone Girl - Das perfekte Opfer: Roman (Hochkaräter)
Gone Girl - Das perfekte Opfer: Roman (Hochkaräter)
von Gillian Flynn
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Buch & Film, 14. Februar 2015
Ich möchte mich kurz fassen. Denn inhaltlich gibt es wenig zu sagen, ohne gleich alles zu verraten. Daher nur so viel:
Ich bin riesig froh, dass ich zuerst das Buch gelesen und erst dann den Film gesehen habe. Denn das Buch gibt - wie fast immer eigentlich - so viel mehr her als der Film. Hier ganz besonders. Schon beim Lesen des Buches, mit all seinen Querbezügen, Zeitsprüngen und Rückblenden habe ich mir gedacht: "Wie wollen sie das im Film nur darstellen?" Das betrifft z.B. auch die ganzen inneren Monologe, die Amy und Nick mit sich selbst führen und die Ehe so richtig in die Brüche gehen lassen. Auch versteht man durch sie erst, wie gegensätzlich die Meinungen teilweise sind und wie hämisch und scheinheilig sie miteinander umgehen. Ein (eigentlich) sehr wichtiger Bestandteil des Ganzen.
So kam es dann auch, dass ich vom Film ziemlich enttäuscht war. Es wirkt auf mich als hätte Fincher versucht, den geballten Lesestoff, die vielen Erkenntnisse, Indizien und Wendungen im Fall "Amy" in 140 Minuten "abzuspulen." Vor allen Dingen aber: Die Eigendynamik zwischen Amy und Nick bleibt im FIlm vollends auf der Strecke. Schade, denn sie ist es meiner Meinung, die die Handlung und den brillianten Schluss des Buches/Films ja erst verständlich und nachvollziehbar machen. Auch viele der anderen Schlüsselszenen, die man im Buch mit Hochspannung verfolgt, plätschern im Film so dahin; sind entweder übertrieben dargestellt oder werden gar ganz ausgelassen. Neil Patrick Harris als "Desi" ist für mich z.B. die totale Fehlbesetzung. Nicht nur, weil man ihn einfach als Barney Stinson in Erinnerung hat, sondern weil seine besitzergreifende und von Amy besessene Art im Film für mich total plakativ rüber kam. Auch das Selfie von Nick mit Shawna Kelly wirkt im Film hingewürgt und gekünstelt. Die Szene, wo Amy mit Jeff fischen geht, fehlt im Film gänzlich.

Zum Buch an sich: Brilliant ausgedachte Story! Sehr aussergewöhnlich. Der eigentliche Schauplatz war für mich nicht das mediale Spektakel und die Hetzjagt um Nick, sondern die Tatsache, was aus einer Ehe werden kann, wen einiges schief läuft. Und vor allen Dingen: Was zwei Menschen tun, die das Gefühl haben, "zueinander zu gehören", selbst wenn sie sich damit selbst zerstören. Grossartig! Zudem spannend und flüssig geschrieben. Ein Lob auch an die Übersetzung in's Deutsche. Es war mir ein riesen Lesevergnügen und es war seit Längerem eines der Bücher, welches ich trotz der knapp 600 Seiten in zwei, drei Tagen durch hatte.


Wir haben Raketen geangelt: Erzählungen
Wir haben Raketen geangelt: Erzählungen
von Köhler, Karen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

10 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ziemlich düster, aber durchaus lesenswert!, 10. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Wir streiten nur an unserer Streitmaschine, einer alten Olympia, und die Regeln gehen so: Immer nur eine Person zur selben Zeit an der Tastatur. Es darf nur geschrieben und nicht gesprochen werden. Immer nur ein Satz, dann ist wieder der andere dran. Die Streitprotokolle werden in Ordnern abgeheftet, die mit Jahreszahlen versehen sind." (S.131)

Karen Köhler "erzählt" oder "schreibt" keine Kurzgeschichten, nein, sie lässt sie einen erleben. In ihrer schroffen aber literarisch flüssigen und kecken Erzählform konfrontiert sie den Leser mit neun Alltagssituationen in je einer Kurzgeschichte, die zwar nicht alltäglich, aber zumindest vorstellbar sind. Sie beschreibt die einzelnen Situationen sehr detailiert und illustrativ, so dass man sich sehr gut in das jeweilige Geschehen hineinversetzen kann. Auch dann, wenn die Geschichte ohne Vorlauf inmitten einer Situation beginnt und man sich erst einmal orientieren muss, was hier jetzt Sache ist. Jede Geschichte ist so um die 30 bis 40 Seiten lang. Da wären z.B. eine Tochter, die ihren alkoholisierten Vater auf dem Sofa vorfindet und ihn aus seinem Erbrochenen auf den Rücken dreht. Eine Freundin, die ihrem sterbenden Freund die Hand hält. Oder ein Sohn, der seinen suppelöffelnden Eltern zu Weihnachten seine Homosexualität eröffnet. Das Buch handelt von Themen wie Verlust, Tod, Schicksalsschlägen oder persönlichem Versagen.

Alles in allem ziemlich schwerverdauliche Kost mit recht viel Tragik. Die Aufmachung verspricht da etwas völlig anderes. Was mich betrifft, so habe ich gegen Ende hin nur noch eine Kurzgeschichte auf's Mal lesen können. Hauptsächlich deshalb, weil ich diese "Das Leben ist Schei**e!"-Haltung irgendwann anstrengend fand. Insgesamt einfach ein Bißchen zu plakativ und oberflächlich. Bei jeder Kurzgeschichte habe ich gegen Ende hin bereits erahnen können, wo der Hund begraben liegt resp. damit rechnen müssen, dass alles Bach ab geht. Auch meine Freundin, der ich abends daraus vorgelesen hatte, fand es irgendwann nur noch deprimierend und wenig erhellend. Immerhin machen die kecke Sprache und die offenen Enden und Anfänge einiges wett - aber halt nur sprachlich und nicht inhaltlich. An dieser Stelle sei mir deshalb eine Kurzgeschichten-Empfehlung in ähnlicher Richtung erlaubt, die ich ziemlich toll fand: Meine 500 besten Freunde. Im Vergleich zu Köhler ebenfalls ziemlich tragisch, aber weitaus pointierter, tiefsinniger, facettenreicher und nicht so plump in der Sinnfindung. Ausserdem mit bestechender Beobachtungsgabe für gesellschaftliche Events und nicht so jugendlich-revolutionär gegen die Dinge des Lebens, wie ich es bei Köhler manchmal das Gefühl hatte.


Der Wolkenatlas
Der Wolkenatlas
von David Mitchell
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leeres Versprechen mit erheblichen Längen, 4. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Wolkenatlas (Taschenbuch)
Ich habe mir von einer lieben Kollegin den Filmtrailer zeigen lassen, der mich damals ziemlich angesprochen hat. Denn ich fand die (angebliche) Idee des Buches spannend: Es handelt von unterschiedlichen Menschen, deren unterschiedliche Geschichten in unterschiedlichen Zeitepochen spielen, die alle in ein und demselben Buch vereint werden. Dazu verbindet diese Menschen ein mysteriöses Muttermal und der Gedanke, dass sich diese Menschen (in einem früheren Leben?) schon einmal über den Weg gelaufen sind. Die Überlegung klang irgendwie faszinierend. Hinzu kam die mir damals noch unbekannte Bedeutung der "Wolkenatlas-Sonate", die diese Geschichten miteinander verbinden soll. Unbedingt wollte ich dieses Buch erst lesen, bevor ich mir den Film anschaue. Und wurde arg enttäuscht ...

Inhaltlich möchte ich nicht allzu viel zerpflücken. Daher gleich zur Kritik:
Grösster Kritikpunkt ist für mich eindeutig, dass ich lediglich zwei der sechs porträtierten Lebenswege gut fand - und zwar den Briefwechsel zwischen Frobisher und Sixsmith um 1931 sowie den Enthüllungskrimi der Journalistin Rey. Die anderen vier Plots fand ich wenig unterhaltsam bis mühsam. Hinzu kommt, dass Mitchell die Geschichten nicht nur typografisch, sondern auch sprachlich voneinander abheben wollte. Hervorzuheben wären hier z.B. "Sonmis Oratio", das als eine Art Interview aufgebaut ist, aus welchem man die Einzelheiten erfährt, sowie die Geschichte um "Sloosha's Crossin". Aus letzterer möchte ich eine kurze Kostprobe zum Besten geben, damit man sich vorstellen kann was ich meine:

"Mein Bruder Adam un Pa un ich kamn auf schlammichen Strassen vom Markt in Honokaa, plitschnass un mit ner kaputten Akse am Karrn. Wir schlugen unser Lager am Südufer von Sloosha's Crossin' auf, weil der Waipio war vom tagelangn schwern Regen und ner Springflut angeschwolln un reissnd. Sloosha war sumfich, aber freundliches Gebier. Im Waipio Tal tat keiner wohnen ausser ne Milljon Vögel." (Auszug von S. 321)

Was von der Idee her gut gemeint war, war mir als Leser leider sehr abträglich. Gerade in die schlampige Mundart aus "Sloosha's Crossin'" habe ich bis zum Schluss hin nicht rein gefunden und mir sogar überlegt, die ganze Geschichte zu überspringen. U.a. deswegen, weil ich sie auch inhaltlich ziemlich fad fand. Auch die Story um Sonmi fand ich aufgeblasen und wenig ergiebig. Der Krimi um Louisa Rey bot immerhin gute Unterhaltung, und bei Frobisher dem Komponisten mochte ich die Zeitepoche, die Flair der 30er Jahre aufkommen liess. Allerdings passen dort die zu modernen Dialoge und der wenig authentische Schreibstil wenig in jene Zeit. Da hätte man mehr draus machen können.
Was ich aber vor allem vermisst habe waren die Querbezüge zwischen den Geschichten. Da war doch was mit einem geheimnisvollen Muttermal auf dem Schlüsselbein der Protagonisten und der Wolkenatlas-Sonate? Wo sind diese Geheimnisse nur geblieben? Der einzige offensichtliche Bezug konnte ich zwischen Frobisher und Adam Ewing dem Seefahrer erkennen. Denn Frobisher findet in der Bibliothek seines Hausherren einen Teil aus Ewings Schifffahrtstagebuch, welches gleichzeitig die erste Geschichte aus "Wolkenatlas" darstellt. Ansonsten haben die Geschichten wenig bis gar nichts gemein. So stellt "Wolkenatlas" für mich eine Sammlung unterschiedlicher Geschichten in unterschiedlicher Sprache und in unterschiedlichen Zeiten dar, durch die ich mich teils gelesen, teils gequält habe. Ohne Kernbotschaft, ohne Metapher, ohne Finale und vor allem ohne Bezug zueinander. Da hätte ich mir nicht nur mehr erhofft, sondern da wäre auch weitaus mehr möglich gewesen. Schade um die gute Idee!

Drei Sterne.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 27, 2016 7:35 AM CET


Tschick
Tschick
von Wolfgang Herrndorf
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Man muss fair bleiben!, 5. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Tschick (Taschenbuch)
... ja, ich war selbst hin- und hergerissen: Ist es jetzt nun ein aussergewöhnlich gutes Jugendbuch, oder ist es bereits ein Buch für Erwachsene, dem aber das "gewisse Etwas" fehlt?
Nun, diese Frage kann und darf man sich berechtigterweise stellen. Denn die Story ist gut! Das ist sie wirklich.
Sie fesselt, und das gleich von der ersten Seite an. Doch was so fulminant und turblulent beginnt, driftet - zumindest für uns Erwachsene - irgendwann in's Unglaubwürdige ab. Zwei Jugenliche (oder auch "Kinder", wenn man so will) klauen im Alter von 14 Jahren einen alten Lada und erkunden auf eigene Faust ihre geliebte Heimat, den nahen Osten sowie Ortschaften, deren Namen sie nicht einmal entziffern können. Verfolgt von Polizei, den eigenen Schutzengeln und der grossen Frage, was sie in ihrem noch so jungen Leben eigentlich erreichen und entdecken wollen, lassen sich die beiden Jugendlichen durch die Felder treiben. Beflügelt von der eigenen Neugierde, der Flucht aus dem Alltag und der Schule, der Frage nach Freiheit, Eigenständigkeit und Unabhängigkeit sowie auf der Jagd nach neuen Entdeckungen, erkunden Tschick und Maik ihre Welt auf vier Rädern.

Doch was lernen wir eigentlich daraus?

Das war und ist die Frage, die ich mir auch nach Beeindigung des Buches gestellt habe. Was haben die beiden Jungs erreicht? Was ist aus ihrer Geschichte geworden? Und was will uns die Geschichte erzählen?
War es simple Action? War es Genugtuung? War es die Erkenntnis nach den Geheimissen des Lebens? Oder war es die Entdeckung der (wirklich) grossen Liebe? Viele der soeben genannten Themen machen Lust auf mehr ... Bleiben aber (leider) nur angeschnitten. Zu viele Themen vielleicht, um sie in ihrer gänzlichen Vielfalt zu erfassen. Und so bleibt zum Schluss des Abenteuers die leidige Enttäuschung darüber, dass die Geschichte um Tschick und Maik so viel mehr hätte sein können als ein schlichtes Abenteuer zweier Jungs. Eine Geschichte, in der auch wir Erwachsenen uns wiedererkannt hätten. Eine Geschichte, die keinesfalls nur ein "Jugendbuch" zu sein scheint. Wenn sie es denn hätte sein wollen.

Lebendig, philosophisch und abenteuerlich. Leider aber zu verspielt und ein wenig unglaubwürdig. In Anbetracht der Tatsache aber, dass "Tschick" in uns Erwachsenen das "Kind" zum Leben erweckt, müssen wir fair bleiben und uns eingestehen, dass wir es eben nicht mit einem Roman für Erwachsene, sondern mit einem Jugendroman zu tun haben. Und in Anbetracht dessen sollten wir uns wiederum eingestehen, dass wir vor Tschick und seinem Mut, das Leben zu akzeptieren, wie es ist, unseren (erwachsenen) Hut ziehen sollten. Insofern also doch ein Buch, das bewegt und zum Denken anregt. Vielleicht nicht auf den ersten Blick. Aber sicherlich danach.

Vier Sterne!


One Step More and You die
One Step More and You die
Preis: EUR 19,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Insgesamt zu wenig Konturen., 4. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: One Step More and You die (Audio CD)
Obwohl man fairerweise zugeben muss, dass wir mit Mono im Postrock oder auch in der Ambiente-Musik Zuhause sind, komme ich nicht drum rum zu betonen, dass mir die Scheibe insgesamt zu wenig Konturen aufweist. Insgesamt zieht sich ein recht undefinierbarer Klangteppich durch die Tracks, der einem (sofern man nicht bewusst hinhört) total abhanden geht. Hin und wieder tut sich für kurze Zeit ein Schlagzeug hervor, so dass man aufhorcht und zu hören beginnt. Leider aber sind solche Schauspiele nur von kurzer Dauer. Daher macht die Scheibe eben auch der Sparte "Noise" alle Ehre, in der sie neben dem Post-Rock Genre eben auch zuhause ist.

Wer z.B. Alternativen zu Mogwai sucht sollte hiervon die Finger lassen. Es empfiehlt sich ausgiebiges Reinhören, ob einem die Richtung zusagt.
Von mir gibt's drei Sterne.


Eine Handvoll Worte
Eine Handvoll Worte
von Jojo Moyes
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

399 von 433 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unser Leben im Spiegel betrachtet, 4. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Eine Handvoll Worte (Broschiert)
Während Jojo Moyes erster Bestseller Ein ganzes halbes Jahr die Leserschaft teilweise polarisiert hat (einige fühlten sich von der Geschichte kaum berührt, zu stark an Ziemlich beste Freunde erinnert oder waren "geschockt", weil sie etwas anderes erwartet haben), eröffnet uns die Autorin mit ihrem "Zweitlingswerk" Eine Handvoll Worte einen weitaus philosophischeren Horizont, der zweifelsohne von jeder Leserin und jedem Leser erblickt werden sollte!

Inhalt:
Das Buch handelt von zwei Geschichten: Ellie (in der Gegenwart) ist Journalistin und findet bei der Räumung des Archivs einen heimlichen Briefverkehr aus den 60er Jahren, der von der wohlhabenden Jenny mit einem liebevollen Unbekannten stammt. Jenny ist (so erfahren wir aus einem Zeitsprung in die Vergangenheit) bei einem Autounfall am Kopf schwer verletzt worden und beginnt sich nach und nach, wieder an ihre "Rolle" als vermögende Gattin und "perfekte Hausfrau" zu erinnern. Obwohl ihr alle Freundinnen versichern, dass sie vor dem Unfall "die glücklichste Ehefrau" und die "beste Gastgeberin" gewesen sei, fällt Jenny erstmals auf, wie oberflächlich ihr Leben in all dem Prunk doch eigentlich ist. Gekettet an die Seite eines besitzergreifenden Gatten und gefangen im goldenen Käfig der Ehe sehnt sich Jenny nach der Liebe zu einem Mann, der sie auf Händen trägt und sie so liebt, wie sie es verdient hat. Und findet irgendwann, in einem ihrer geheimen Verstecke, den Brief eines liebevollen Unbekannten, der zwar einst an sie adressiert war, an welchen sie sich aber nicht mehr erinnern kann ...
Da Ellie (die Journalistin) unter Zugzwang ihrer Chefin auf der Suche nach der "schnellen Story" ist, beschliesst sie kurzerhand, über diesen Briefverkehr zwischen Jenny und dem unbekannten Liebhaber zu recherchieren. Doch je tiefer Ellie gräbt, desto mehr wird sie ergriffen von der Intensität der romantischen Liebe, die diese zwei Menschen einst verband. Und so erkennt Ellie, dass ihre aussichtslose Affäre mit einem verheirateten Mann vielleicht doch nicht die wahre Liebe ist, an der sie in ihrem Leben festhalten soll. Obwohl sie das immer geglaubt hat.

Meine Gedanken dazu:
Das Buch wirft viele Fragen nach der Natur der Liebe, der Partnerschaft und der Freundschaft auf, die uns die Autorin mit viel Gefühl vor Augen führt. Wie lange kann man einen Menschen lieben? Wie verlässlich ist die Liebe? Und was tun wir, wenn wir jemanden plötzlich nicht mehr lieben? Wie lange lassen wir uns demütigen oder schlecht behandeln, ehe wir uns eingestehen, dass es keine Liebe sein kann? Und wie befreien wir uns davon? Gibt es wirklich Menschen, die ein Leben lang eine "romantische Liebe" leben, oder scheint das Gras auf der anderen Seite nur immer grüner? Was wiegt eine Freundschaft auf? Und was, wenn eine langjährige Beziehung für eine flüchtige Bekanntschaft auf's Spiel gesetzt wird? Fataler Fehler oder ein erster Schritt in die richtige Richtung? Als Zweites beleuchtet die Geschichte den Aspekt, dass wir die Suche nach unserer grossen Liebe selbst in der Hand haben und keiner von uns im Voraus weiss, ob sie es auch tatsächlich sein und bleiben wird.

Die bildgewaltige Sprache, die guten Dialoge und die vielen Gedankengänge zur Liebe und zur Partnerschaft machen das Buch zu einem einmaligen Leseerlebnis. Einfach wunderschön geschrieben, man kann es gar nicht in Worte fassen! Auch der verzwickte aber clever ausgedachte Aufbau hat mir sehr gut gefallen. Es unterhält den Leser und schafft Spannung, ohne aber kompliziert oder konstruiert zu wirken. Durch die unterschiedlichen Zeitbezüge und Zeitsprünge zwischen den beiden Geschichten schafft Jojo Moyes ein sehr metaphorisches Abbild unserer Handlungsmöglichkeiten: Wenn wir die Chance in der Gegenwart nicht ergreifen, werden wir in Zukunft auf unsere Vergangenheit zurück blicken und vielleicht bedauern, nichts daran geändert zu haben. Die verwobenen Erzählstränge der beiden Schicksale laden dazu ein, Überlegungen von der einen auf die andere Geschichte zu übertragen und verleihen dem Ganzen einen zeitlosen und überdauernden Charakter. Sehr schön ausgedacht!
Auch eine zweite Gegenüberstellung gelingt Jojo Moyes: Der tragische Gegensatz der beiden Geschichten nämlich. Auf der einen Seite haben wir Jenny (1960), gefangen im goldenen Käfig der Ehe. Auf der anderen Seite Ellie (in der Gegenwart), die noch alles vor sich hat. Und obwohl beide Frauen dasjenige haben, was sich die jeweils andere wünschen würde, scheinen dennoch beide unglücklich. Wie kann so etwas sein? Und was ist das Geheimnis einer erfüllten Liebe?

Fazit:
Gerade im Vergleich zu Jojo Moyes erstem Roman bietet Eine Handvoll Worte enorm viel Spielraum für eigene Lebensereignisse, Gedanken und Überlegungen, weshalb jeder von uns die Geschichte auf persönliche Art und Weise "erleben" und "mitschreiben" wird. Liebevoll, schmerzhaft und noch bewegender als der Vorgänger. Egal ob alleinstehend, geschieden, in Partnerschaft, verheiratet, frisch verliebt oder von der Liebe enttäuscht: Das Buch betrifft und berührt uns alle! Eine sehr inspirierende Erfahrung mit vielen schönen, aber auch vielen traurigen Momenten sowie einem großen Finale! Unbedingt lesen!

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Nachtrag vom 21.10.2013:
Ich möchte (angeregt durch den Leserkommentar von Lisa Stagen) ergänzend vielleicht noch erwähnen, dass ich im Unterschied zu vielen anderen Lesern und Leserinnen kein so grosser Fan von Ein ganzes halbes Jahr war und stand mit meiner Drei-Sterne-Rezension damals ziemlich im Regen. Macht ja aber nix, da steh' ich auch zu. Schlussendlich lag es aber wohl einfach an der Natur der Thematik: Entweder man mochte die Story oder eben nicht. Die Fans z.B. konnten kaum genug kriegen von Lou & Will, fanden die Liebesgeschichte eine der Besten seit Langem und lobten die Autorin für das Aufgreifen der totgeschwiegenen Themen "Sterbehilfe" und "Freier Wille." Die stirnrunzelnden Kritiker hingegen fanden die Story zu eindimensional, rügten Moyes dafür, sich absichtlich eines heiklen Themas bedient zu haben und warfen ihr weiter Anlehnungen an Ziemlich beste Freunde vor. Nun denn, über Geschmack lässt sich streiten und das ist auch ganz ok so.

Mich persönlich hat deshalb tierisch gefreut, dass Eine Handvoll Worte so viel "losgelöster" und "themenungebundener" daher kam als der Vorgänger. Die Geschichte polarisiert viel weniger und verleitet die Leserin oder den Leser viel mehr dazu, in sich selbst zu gehen und über sich selbst nachzudenken, anstatt sich über etwas eine Meinung bilden zu müssen. Das mochte ich ganz speziell. Selbstverständlich gibt es auch hier Protagonisten, die einem u.U. missfallen können oder die man nicht so gerne mag. Das macht aber weiter nichts aus, da es über die Handlung hinaus so viele weitere Überlegungen gibt, denen Protagonisten, Sprache, Übersetzung oder Handlungsaufbau recht wenig anhaben können. Man könnte jetzt zwar argumentieren, dass das auch bei Ein ganzes halbes Jahr so war. Im Unterschied dazu wird man dort aber stärker zu einer Stellungsnahme gedrängt: Entweder, man anerkennt und akzeptiert Wills Entscheidung oder eben nicht. Dementsprechend fielen halt auch die Meinungen über das Buch aus, was eigentlich sehr schade ist, da die Kritik am Buch dann irgendwie ungerechtfertigt und politisch wird.

Bei Eine Handvoll Worte gibt es in diesem Sinne also kein "richtig" oder "falsch", oder ein "find ich auch" oder "find ich nicht." Es gibt höchstens ein "Stimmt, das ist bei mir auch so!" oder ein "Wie wahr! Diese Erfahrung musste ich auch machen!" Die einzige Kritik, die man hier also anbringen kann, ist dann wohl die Kritik an seinem eigenen Leben, wenn einem etwas aus der Geschichte bekannt vorkommt oder man etwas anders gemacht hätte.

Ich persönlich mag das.
Kommentar Kommentare (13) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 3, 2014 11:21 PM CET


Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Das Schicksal ist ein mieser Verräter
von John Green
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Leser als Eindringling, 21. September 2013
Ich habe von John Green zuvor Eine wie Alaska und Margos Spuren in dieser Reihenfolge gelesen und wagte mich mit zusammengebissenen Zähnen an Greens "letzte Chance", ehe ich ihn als Autoren ganz abgeschrieben hätte. Denn von den beiden erstgenannten Werken war ich mehr gelangweilt denn unterhalten (siehe meine Rezensionen). Entsprechend der breiten Meinung der Leserschaft war Das Schicksal ist ein mieser Verräter dann jetzt auch in meinen Augen das bislang Beste. Trotzdem kann ich es nicht als den krönenden Abschluss meiner "Green-Reihe" bezeichnen.

Mit "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" traute sich Green wie momentan viele seiner Genossen an eine sensible Thematik ran: Zwei sterbenskranke, jugendliche Krebspatienten unternehmen ihren letzten gemeinsamen Ausflug. Das kann nur übel enden. Oder?

Eigene Meinung
****************
Zumindest literaturkritisch betrachtet endet das Buch nicht ganz so übel. Ich halte Green zugute, dass er die Story trotz aller Tragik mehrheitlich sachlich gestaltet und im Gros auf überflüssige Tränendrüsen-Momente verzichtet. Die Geschichte berührt, wahrt zugleich aber eine von mir als angenehm empfundene Distanz. So nimmt man als Leser zwar Teil an den hochphilosophischen, sensiblen und hoffnungslosen Leben zweier Menschen, bleibt dabei aber in sicherer Entfernung. Während dies andere Leser und Leserinnen enttäuschte, hat es meinen Nerv ziemlich gut getroffen. Denn für mich war die gemeinsame Leidensgeschichte um Hazel und Augustus so intim, persönlich und liebenswert, dass ich mich fehl am Platz gefühlt hätte, wenn ich stärker darin involviert worden wäre. So aber verfolgt man tief betroffen den Kampf zweier Menschen, deren Stärke ironischerweise darin liegt, den Kampf bereits aufgegeben zu haben, um noch einmal "so richtig zu leben." Und so ist es ihre ganz persönliche Geschichte, die sie zusammen zu schreiben beginnen. Nämlich die Geschichte der liebenswerten Hazel Graze und die Geschichte des rührenden Augustus. Und dies soll sie auch bleiben.

Wunderschön geschrieben, mit (offenbar) guten Hintergrundrecherchen sowie einer Reihe berührender Momente. Die Namen "Hazel Grace" und "Augustus Waters" haben in meinem Herzen einen Platz gefunden!
Dennoch für mich keines der ganz grossen Bücher. Und während sich viele der Leser grämen, ob dieser Thematik ein schlechtes Wort darüber zu verlieren, nehme ich mir die Freiheit heraus zu sagen, dass die Idee alleine eben noch kein gutes Buch ausmacht. Und sei die Idee noch so tragisch.


All I want for Christmas
All I want for Christmas
von Amy Silver
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Weihnachten für's ganze Jahr!, 21. August 2013
Rezension bezieht sich auf: All I want for Christmas (Taschenbuch)
Ich habe "All I Want For Christmas" bei 30 Grad im Sommer gelesen. Klappt wunderbar!

Warum? Weil die Geschichte weniger "Lebkuchenduft, Schneegestöber, Wolldecke und Kaminfeuer" denn vielmehr die Geschichte dreier Frauen ist, die sich eines Tages auf offener Strasse über den Weg laufen.

Bea führt das "Honey Pot Kaffee", dessen Name noch aus der früheren Beziehung zu Marc stammt. Zusammen mit ihrem kleinen Sohn ist das Kaffee die einzige Erinnerung an ein Leben, das früher einmal war: Glücklich, unbeschwert und voller Zukunftspläne. Heute drücken Bea vor allem die Sorgen "einer schlechter Mutter", die in stressigen Situationen zur Beruhigung Koch- und Kuchenrezepte laut vor sich hin sagt.

Chloe ist komplett anders. Sie ist die zielstrebige und attraktive Anwaltsgehilfin, die von ihrem Chef für geschäftliche Besprechungen jeweils in Restaurants und Bars, nie aber in den Konferenzraum B eingeladen wird. Doch auch Chloe hadert mit ihrem Leben. Denn je mehr sie bei Männern landet, desto mehr hintersinnt sie sich, warum sich nie jemand in die "echte" Chloe verguckt. Die "echte" Chloe nämlich, die exzessiv Sport betreibt, Kalorien zählt und bei jeder Mahlzeit einen Kampf mit sich selbst austrägt. Einzig Michael, ein verheirateter Familienvater, scheint "aufrichtiges Interesse" am "Spielzeug Chloe" zu haben.

Und schliesslich wäre da noch Olivia, die angesichts des jüngst erfolgten Heiratsantrages eigentlich die glücklichste Frau auf Erden sein sollte. Doch seit dem Antrag plagt Bea nur noch eine Sorge: Dass sie in der Zeit vor ihrer nahenden Heirat zu wenig Männer "vernascht" und eigentlich nie so "richtig" gelebt hat.

Fazit:
*******
"All I Want For Christmas" erzählt abwechselnd in kurzen Kapiteln die parallel verlaufenden Leben dreier Frauen. Die Perspektiven wechseln nicht nur zwischen den Wohnungen, sondern (als sich die Frauen kennenlernen) auch zwischen den Gesprächspartnern hin und her. Das ist ziemlich witzig, da der Leser somit z.B. nachvollziehen kann, was in den Köpfen der jeweils anwesenden Gesprächsteilnehmer vor sich geht.

Mit der eingeflochtenen Liebesgeschichte um Bea (die unverständlicherweise als Aufhänger des Buches fungiert) habe ich mich erst ein wenig schwer getan, da sie m.M.n. zu viel Zeit für sich in Anspruch nimmt und die Geschichten der zwei anderen Frauen ein wenig in den Hintergrund drängt. Zudem entwickelt sie sich einen Ticken zu schnell ("Was, war da jetzt wirklich schon ein Kuss?"). Amy Silver versteht es aber, die stürmische Liebe zu drosseln und auf Sparflamme kochen zu lassen. So umgarnt sie den eigentlichen Plot angenehm zurückhaltend und sorgt schlussendlich für die nötige Kaminfeuerwärme, die man sich von einer Weihnachtsgeschichte ja schliesslich auch erwartet.

Ein Buch das immer geht! Auch im Sommer.
Vier Sterne!


Lonely Planet Reiseführer Schottland
Lonely Planet Reiseführer Schottland
von Andy Symington
  Taschenbuch

21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das solide "Standardwerk", 9. August 2013
Der lonely-planet Reiseführer "Schottland" kommt auf den ersten Blick zwar ein wenig "altbacken" daher, gehört aber - wie man es sich von lonely-planet Ausgaben ansonsten nicht anders gewohnt ist - auch beim britannischen Inselteil zu den "Standardwerken" in Sachen Reiseführer. Da er jährlich überarbeitet wird, trifft das "altbacken" also höchstens auf die hin und wieder etwas blass wirkenden Fotografien zu.

Wir waren dieses Jahr mit dem Auto für zwei Wochen in Schottland unterwegs. Neben dem lonely-planet Reisefüher hatten wir noch den Loose dabei (Stefan Loose Reiseführer Schottland) sowie Schreibers "Jenseits von Europa" (Schottland. Die Geschichte eines Landes am Rande Europas..

Der lonely-planet Reisefüherer "Schottland" ist meiner Meinung nach ein guter Querschnitt durch Schottland. Ausserdem bietet er eine breite und relativ tiefe Beschreibung unterschiedlicher Reisevorhaben. Egal ob Städtetrip, Roadtrip, Wanderungen, Sightseeing, Essen & Kultur: In diesem Reiseführer finden Sie relativ ausführliche Beschreibungen zu sämtlichen Möglichkeiten, die sich in Schottland bieten. Verständlich aber, dass Sie sich - falls sie Ihren Schwerpunkt z.B. auf Wanderungen legen sollten - einen eigens dafür vorgesehenen Führer für Wanderungen durch Schottland zulegen sollten. Gleich verhält es sich, wenn sie vorwiegend essen und trinken wollen oder jede Menge über die Kultur Schottlands erfahren wollen. Dann stösst ein solcher Reiseführer natürlich schnell an seine Grenzen, zumal er hierfür rund 2'000 Seiten umfassen müsste.

Wir aber waren mit dieser Ausgabe sehr gut bedient! Wir sind in Edinburg gestartet, sind dort zwei Nächte lang geblieben und sind dann im Gegenuhrzeigersinn mit dem Auto durch die Insel gefahren. Der Reisefüher hat uns nicht nur von Naturspektakel zu Naturspektakel geführt, sondern uns vor Ort auch stets die besten Restaurants, die besten "Bleiben" und lohnenswertesten Sehenswürdigkeiten vorgeschlagen. Besonders Leuten, die auf B&Bs angewiesen sind und/oder spontan reisen wollen, könnte dieser Reiseführer behilflich sein.
Auch beim Essen waren wir stets gut beraten, wenngleich die Restaurants, die im Reiseführer empfohlen werden, auf den ersten Blick teilweise keinen so guten Eindruck machen mögen. Trotzdem merkt man: Die Autoren wissen, wovon sie schreiben!
So werden nicht nur (offensichtlich) gute Adressen, sondern gerne auch einmal lohnenswerte Takeaways empfohlen, an denen man ansonsten vorbei geschlendert wäre.

Der Reiseführer bietet ansonsten alles, was er bieten sollte:

- Willkommen in Schottland
- Übersichtskarten
- 14 Top Erlebnisse
- Gut zu wissen
- Das erste Mal
- Was gibt's Neues?
- Wie wär's mit ...
- Monat für Monat
- Reiserouten
- Wandern
- Golf
- Schottland im Überblick
- Schottland aktuell
- Geschichte
- Die Schottische Küche
- Schottische Kultur
- Naturparadies Schottland
- Verkehrsmittel & -Wege

... schlicht alles, was man in einem Reiseführer braucht.

Sehr gefallen hat mir der gute Mix aus allem. Als wir mit dem Auto unterwegs waren - oft abseits in der Pampa - haben wir durch die übersichtliche Gliederung des Reiseführers stets das passende Kapitel gefunden, in welchem uns beschrieben wurde:
- Was es über diese Region zu wissen gibt
- Es geschichtlich Interessantes zu wissen gibt
- Was wir sehen sollten
- Wo wir in der Nähe gut essen
- Wo wir in der Nähe übernachten können
- Wo wir am besten durch fahren, um schneller/gemütlicher/durch schönere Landschaften/an Sehenswertem vorbei zu kommen.

Da es über diesen Reiseführer noch so vieles zu erzählen gäbe, es den Rahmen einer Rezension aber bei Weitem sprengen würde: Stellen Sie doch in der Kommentarfunktion einfach Ihre Fragen, wenn sie welche haben sollten. Ich versuche sie dann zu beantworten. Von meiner Seite her insgesamt eine Kaufempfehlung! Mit diesem Reiseführer sind sie mehr als gut bedient.

Update vom 21.08.2013
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Zur kürzlich veröffentlichten Rezension des Kollegen "müller", der aufgrund "fehlender Detailprüfung" nur einen Stern für den Lonely Planet vergibt, möchte ich anmerken, dass wir komplett gegenteilige Erfahrungen gemacht haben.
Gerade in Sachen Gastronomie waren wir mit diesem Reiseführer sehr gut bedient. Egal wo: Wir haben immer gut gegessen! Teilweise mit sehr detailierten Angaben, etwa, in welchem Monat wir welchen Fisch bestellen sollen, wo es die besten Pizzen gibt, was die geheime Spezialität des Hauses ist oder dass man sich z.B. den Weinkeller zeigen lassen soll.


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