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Rezensionen verfasst von
Sebastian Haff

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Dark Side of the Moon
Dark Side of the Moon
Wird angeboten von DVD Overstocks
Preis: EUR 15,22

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eins der besten Alben der Rockgeschichte, 4. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Dark Side of the Moon (Audio CD)
Mit 38 Millionen verkauften Exemplaren (das Album war über 15 Jahre in den amerikanischen Top 100) Pink Floyds erfolgreichste Platte und eine der erfolgreichsten überhaupt (auf Platz drei der meistverkauften Platten aller Zeiten). Jetzt kann man sich fragen, warum ausgerechnet diese Platte die erfolgreichste von Pink Floyd ist, schließlich haben sie noch einige andere, nicht minder großartige Platten gemacht. Ich denke, es liegt daran, dass diese Platte verhältnismäßig eingägig ist. Die Songs bewegen sich in der Länge zwischen 2:06 Minuten ("Eclipse") und 7:48 Minuten ("Us And Them"). Episch lange Ausflüge wie die beiden, je fast 13 minütigen Teile von "Shine On You Crazy Diamond" (auf "Wish You Were Here") oder das über 17 minütige "Dogs" (auf "Animals") fehlen hier. Und auch die Gesamtlänge von knapp 45 Minuten fordert den Hörer nicht so sehr wie das Doppelalbum "The Wall".
Das soll jedoch nicht heißen, dass diese Platte schlecht ist, ganz im Gegenteil. Sie ist ein absolutes Meisterwerk und hat ihren Status und ihren Erfolg mehr als verdient. Die Songs sind großartig, haben wundervolle Melodien zu bieten und sind dennoch alles andere als kommerziell. Pink Floyd bedienen sich in allen Bereichen der Musik und lassen verschiedenste Elemente in ihren Sound einfließen, was zu einem abwechslungsreichen, spannenden und dennoch sehr homogenen Sound führt. Von sehr getragenen Stücken bis hin zu fast funkigen Songs ist alles zu finden und die Songs funktionieren jeder für sich großartig. Dennoch entfaltet die Platte ihre wahre Schönheit erst, wenn man sie am Stück hört. Mit was für einem Geschick die Songs miteinander verwoben sind ist wirklich faszinierend, genauso wie die großartige Nutzung der damals ja noch nicht so perfekten Studiotechnik: Das Intro von "Money", bei dem das Klirren von Münzen und das Rattern einer Kasse perfekt in den Rythmus eingewoben sind, ist brilliant.
Alles in allem eine perfekte Platte und sehr gut geeignet für Einsteiger, die Pink Floyd erst kennenlernen wollen. Ich selbst bin auch ein noch relativ neuer Fan und dies war die erste Platte, die ich mir gekauft habe. Ich kann sie nur jedem anspruchsvollen Musikfan empfehlen.


The Wall
The Wall
Wird angeboten von champus-11
Preis: EUR 19,96

12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sicher ein großartiges Album, aber nicht DAS Meisterwerk!, 4. April 2003
Rezension bezieht sich auf: The Wall (Audio CD)
The Wall ist nicht das erste Konzeptalbum, das Pink Floyd gemacht haben. Dark Side Of The Moon und Wish You Were Here hatten ebenso ein Konzept und auch die meisten Alben davor, nur war dieses Konzept einfach loser, freier. Selbst Animals, das ein schon deutlicheres Konzept aufwies, war noch völlig anders. The Wall ist, wie Tommy von The Who, eine Rockoper. Es wird eine Geschichte erzählt und diese durchgehende Handlung ist letztendlich dafür verantwortlich, dass die Songs so kurz sind. Denn in jedem Song werden verschiedene Themen behandelt und man hätte keine endlos langen Stücke wie früher machen können, da man dann nicht genug hätte erzählen können.
Mit der Länge der Songs ging auch die Experimentierfreudigkeit und die Atmosphäre der früheren Alben größtenteils verloren. The Wall ist besteht aus meist recht einfachem, bodenständigem Rock, wie man ihn von Pink Floyd eigentlich nicht kannte. Diese Entwicklung hatte sich zwar auf Animals schon angedeutet, doch The Wall geriet noch eingängiger und, in gewisser Weise auch, kommerzieller. Wirklich kommerziell ist dieses Album trotzdem nicht, auch wenn die Songs insgesamt einfacher und rockiger gestaltet sind und dadurch gut mit den Texten harmonieren. Denn verträumte Songs a là Shine On You Crazy Diamond hätten kaum so den Texten von The Wall gepasst. Zudem sind die Songs auch auf brilliante Weise miteinander verknüpft, so dass man oft kaum merkt, wann ein Song endet und der nächte beginnt.
Die Texte sind für viele ein weiterer Kritikpunkt. Sie lassen angeblich nicht genug Platz für Interpretationen sondern diktieren dem Hörer, was er zu Denken und zu Fühlen hat. Nun, das stimmt so nicht ganz. Schließlich wird das Gefühl in erster Linie durch die Musik vermittelt und schließlich muss man auch hier wieder sagen: Es handelt sich um eine Geschichte! Diese Geschichte muss einen gewissen Fluss haben, sonst funktioniert sie nicht. Und letztendlich gibt es immer noch genug zu interpretieren.
Ein oft gemachter Vorwurf ist auch, dass Roger Waters hier endgültig die Band dominierte und die anderen zu Statisten degradierte. Das ist sicher richtig, aber das schadet dem Album in keiner Weise. Für den Fortbestand der Band war es sicher kein gutes Zeichen, doch ein Album wie dieses ist wahrscheinlich nur möglich, wenn eine Person die kreative Dominanz inne hat. Tommy wurde schließlich auch fast ausschließlich von Pete Townshend geschrieben. Im Grunde muss man sich vor Waters verneigen, dass er ein so großartiges Album fast im Alleingang kreiert hat.
The Wall ist ein großartiges Stück Musik, wenn auch nicht unbedingt das, was man von Pink Floyd hören will. Wenn man aber ein bisschen offen ist, kann man durchaus Gefallen daran finden. Es gibt schächere Songs wie The Show Must Go On oder Goodbye Cruel World, und The Trial ist auch etwas übertrieben und sogar ein wenig albern, aber insgesamt bleibt ein sehr guter Eindruck nach dem Hören zurück. Als bestes Album von Pink Floyd würde ich es jedoch auch nicht bezeichnen, sondern eher Wish You Were Here oder Animals. Aber das ist sicher auch Ansichtssache.


Animals
Animals

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sträflich unterbewertet!, 3. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Animals (Audio CD)
Viele "echte" Pink Floyd-Fans bezeichnen dieses Album als Ausverkauf oder noch schlimmer als "nicht Pink Floyd".
Nun, beides ist falsch. Zwar wurden Pink Floyd auf diesem Album rockiger und direkter, aber keinesfalls zugänglicher. Die Songs sind hier um einiges länger als beispielsweise auf "Dark Side Of The Moon" (wenn man mal vom kurzen In- bzw. Outro "Pigs On The Wing" absieht) und gerade dadurch, dass die Band hier von ihrem typischen Stil abwich, riskierte sie einen kommerziellen Misserfolg.
Auch wird oft kritisiert, dass Roger Waters bei diesem Album die Vorherrschaft in der Band übernommen habe, was sicherlich auch stimmt. Eine Entwicklung, die sich auf den folgenden Alben "The Wall" und speziell "The Final Cut" fortsetzen sollte. Mit, zugegebenermaßen, schlimmen Folgen für die Band. Doch davon war hier noch wenig zu erkennen.
Das Album ist sowohl musikalisch als auch textlich großartig, der ungewohnte sozialkritische Aspekt steht der Band gut zu Gesicht und wird von den ungewohnt kräftigen und rockigen Klängen perfekt untermalt. Besonders David Gilmours Gitarrenarbeit sticht hervor. Auf keinem anderen Album hat er so prägnant gespielt. Aber auch Richard Wrights Keyboard, das oft als unpassend und überflüssig bezeichnet wird, passt optimal in den Sound.
Wer Pink Floyd mag oder wenigstens interessant findet und Veränderungen nicht scheut, sollte sich dieses Album wenigstens einmal anhören.


Clockwork Orange - Collector's Box
Clockwork Orange - Collector's Box
DVD ~ Malcolm McDowell
Wird angeboten von maximus2014
Preis: EUR 45,99

49 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein verstörender Film, 19. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Clockwork Orange - Collector's Box (DVD)
Bereits der Beginn des Films ist bemerkenswert. Das Gesicht Alex', brutal und diabolisch, wird als Nahaufnahme gezeigt. Dann fährt die Kamera zurück und zeigt und mehr von der Korova-Milkbar. Sie ist gefüllt mit Skulpturen von nackten Frauen und mitten zwischen diesen Skulpturen sitzen Alex und seine Droogs. Im Verlauf des Films werden wir sehen, wie sie sich mit anderen Gangs prügeln, Frauen vergewaltigen und hilflose Menschen zusammenschlagen.
Klingt nicht unbedingt nach einem Film, dem man einen gemütlichen Fernsehabend widmen möchte. So ein Film ist es auch nicht. Allerdings ist es auch nicht, wie man vielleicht meinen könnte, eine sinnlose Gewaltorgie. Der Film zeigt Gewalt, sehr drastisch, in gewisser Weise auch sehr komisch, aber er verherrlicht sie nicht. Er zeigt uns stattdessen ein sehr differenziertes Bild von Alex, dem Anführer einer Jugendbande, der schließlich von seinen Droogs verraten wird und ins Gefängnis kommt. Dort unterzieht er sich, um früher frei zu kommen, freiwillig einer Resozialisierung, die für ihn jedoch schlimme Folgen hat.
Diese Geschichte, die an sich schon sehr interessant ist, wird von Stanley Kubrick optisch genial umgesetzt. Die Sets wirken futuristisch, aber es ist kein optimistisches Bild der Zukunft. Auch die schauspielerischen Leistungen sind genial, allen voran natürlich Malcom McDowell als Alex. Seine Darstellung ist nicht bloß eine alberne Karikatur sondern tatsächlich glaubwürdig.
Wer noch zweifelt, ob sich das Geld für diese Special Edition lohnt, dem sei eins gesagt: Ja! Das Booklet, das mitgeliefert wird, bietet viele Informationen über die Entstehung des Films und der Soundtrack ist auch sehr gut. Also, kaufen!


A Clockwork Orange (Norton Paperback Fiction)
A Clockwork Orange (Norton Paperback Fiction)
von Anthony Burgess
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,14

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein sehr gutes Buch in einer sehr interessanten Ausgabe, 9. Januar 2003
Die Filmversion von Stanley Kubrick wird wahrscheinlich den meisten, die sich für das Buch interessieren, bereits bekannt sein. Deshalb werde ich hier auch nichts mehr zum Inhalt schreiben. Aber auch für die, die den Film schon kennen, lohnt es sich durchaus, das Buch zu lesen. Denn die konsequente Verwendung des Nadsat-Slangs, den Burgess für dieses Buch erfand, macht es sehr interessant zu lesen. Zwar muss man sich zunächst erst an gewisse Vokabeln gewöhnen, aber nachdem man sich etwas eingelesen hat, gibt es keine Verständnisprobleme mehr.
Was diese Ausgabe des Romans so interessant macht ist weniger das 21. Kapitel, denn das ist auch in jeder der Ausgaben aus England enthalten, es ist die Einleitung von Burgess. Hier schreibt er, 24 Jahre nach Erscheinen des Buches darüber, warum das 21. Kapitel damals aus dem Buch entfernt wurde und auch über den Film, in dem das Kapitel ebenfalls fehlt. Zudem gibt er eine kurze Erläuterung zur Bedeutung des Titels, die ebenfalls durchaus interessant ist.
Das Buch ist eine sehr interessante Auseinandersetzung mit Gewalt und Moral und könnte als wahres Meisterwerk bezeichnet werden, wäre da nicht das letzte Kapitel. Ich denke, sowohl der amerikanische Verlag als auch Kubrick taten gut daran, es nicht zu verwenden, denn es zerstört den gesamten Eindruck des Buches. Die wirklich interessante und komplexe Geschichte, die scheinbar nicht vernünftig zu lösen ist, löst sich plötzlich ganz von selbst. Der Protagonist wird erwachsen und ihm wird klar, dass Gewalt keinen Sinn macht und dass es viel schöner ist, zu heiraten und ein ruhiges Leben zu führen. Dieses Ende ist viel zu simpel und zudem noch sehr aufdringlich erzählt, sie wird dem großartigen Rest des Buches in keiner Weise gerecht. Burgess schreibt in seiner Einleitung, dass eine Geschichte, die keinen Wandel eines Menschen darstellen könne, immer ein Märchen bleibe. Das Ende dieses Romans erinnert allerdings mehr als alles andere an ein Märchen.


Crazy: Roman
Crazy: Roman
von Benjamin Lebert
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 8. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Crazy: Roman (Taschenbuch)
Elke Heidenreich bezeichnete Benjamin Leberts ersten Roman als "zärtliches, uneitles, [...] ganz und gar erstaunliches und wunderbares Buch von einem hochtalentierten, sehr jungen Autor." Dem kann ich leider in keiner Weise zustimmen.
Die Charaktere wirken unecht, die philosophischen Diskussionen lächerlich und aufgesetzt. Das Buch wirkte auf mich wie ein typischer Jugendroman, was nicht nur seinen Inhalt betrifft (der ja scheinbar nicht erfunden ist), sondern auch den Schreibstil. Es ist auf Dauer einfach unerträglich, immer wieder zu hören, dass alles "crazy" ist. Ich konnte mich mit keinem der Charaktere identifizieren und habe mich auch selbst nicht wiedererkannt. Vielleicht ist letzteres auch ein zu hoher Anspruch, aber schließlich beschreibt Lebert seine Zeit als 16-jähriger und das liegt bei mir auch erst zwei Jahre zurück.
Das alles wäre ja vielleicht nicht so schlimm, wäre das Buch wenigstens unterhaltsam. Aber mich hat es einfach nur gelangweilt. Zudem werden auch viele Sachen einfach ausgelassen, die vielleicht sogar interessant gewesen wären. So wird am Ende das Mädchen, in das nicht nur Benjamin, sondern auch sein bester Freund verliebt sind überhaupt nicht mehr erwähnt, sie scheint vergessen. Auch wird nicht aufgeklärt, was nach dem Ausflug der Freunde nach München passiert, das Buch endet plötzlich damit, dass Benjamin das Internat verlässt.
Ich war wirklich völlig enttäuscht von diesem Buch.


Unterwelt: Roman
Unterwelt: Roman
von Don DeLillo
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 25,00

16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessant, aber auch anstrengend, 8. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Unterwelt: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich kaufte mir dieses Buch, weil ich viel gutes darüber gehört hatte und ich außerdem schon seit längerem etwas von Don DeLillo lesen wollte. Jetzt, nachdem ich es gelesen habe, weiß ich nicht, ob ich der positiven Kritik wirklich zustimmen soll und noch weniger weiß ich, ob ich noch weitere Bücher von DeLillo lesen werde.
Gleich der Prolog war für mich extrem schwierig, da hier ein Baseballspiel beschrieben wird und ich leider absolut nichts von Baseball verstehe. Deshalb waren die ersten knapp 70 Seiten eher eine Qual als ein Vergnügen.
Was darauf folgte, war bereits um einiges besser. Unterwelt stellt ein Panorama der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar, doch DeLillo beginnt, entgegen der normalen Vorgehensweise, mit dem Ende, den Neunzigern und bewegt sich von dort rückwärts. So werden viele Zusammenhänge und Beziehungen erst nach und nach enthüllt und man versteht vieles, was man bereits gelesen hat erst einige Zeit später. Allein dieser Erzählstil macht das Buch sehr interessant.
Außerdem versteht es DeLillo das einfache Leben, das das Thema seines Buches darstellt, wirklich interessant zu beschreiben und auch einen Zusammenhang mit den politischen Geschehnissen der Zeit herzustellen. Dabei taucht er oft kurz in das Leben verschiedener Personen ein (u.a. auch J. Edgar Hoover) und benutzt diese Geschichten, um die Zeit, in der sie leben, zu charakterisieren. Nur wenige Personen tauchen in allen fünf Teilen des Buches immer wieder auf.
Dennoch schafft es DeLillo nicht, das Interesse des Lesers die ganze Zeit aufrecht zu erhalten. Einige Passagen sind doch etwas zu lang geraten und nur mäßig interessant. Den größten Fehler begeht er jedoch am Ende, das viel zu sentimental und pathetisch geraten ist.
Ein weiteres Problem des Buches ist, jedenfalls für mich, dass es sich natürlich nur mit der amerikanischen Geschichte und Kultur auseinandersetzt, was einem zwar interessante Einblicke gewährt, allerdings auch ein Wiedererkennen unmöglich macht, was vielleicht einige Passagen interessanter gemacht hätte. So sind gewisse Teile wirklich anstrengend zu lesen.
Uneingeschränkt empfehlen würde ich das Buch nicht und ich werde es wahrscheinlich kein zweites Mal lesen. Interessant ist es dennoch.


Atlantis
Atlantis
von Stephen King
  Gebundene Ausgabe

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Durchaus interessant zu lesen, 8. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Atlantis (Gebundene Ausgabe)
Ich habe noch nicht viel von Stephen King gelesen und war von seinen Horror-Büchern auch eher weniger begeistert. So ging ich auch an dieses Buch mit nicht sehr hohen Erwartungen heran, wurde aber positiv überrascht. Denn in diesem Buch erzählt King keine (richtige) Horrorgeschichte, sondern stattdessen mehrere Geschichten, die alle miteinander verknüpft sind und die Zeit von 1960 bis 1999 umfasst.
Dabei nimmt sich King viel Zeit, seine Charaktere und die Welt, in der sie leben, zu beschreiben und beweist hier, dass er durchaus ein guter Autor ist. Er beschreibt die Welt eines kleinen Jungen genauso sensibel und intelligent wie die Studentenzeit zur Zeit des Vietnamkrieges. Ob seine Beschreibungen der Wahrheit entsprechen, kann ich nicht beurteilen, aber sie waren für mich nachvollziehbar.
Kings größter Fehler ist das Ende seiner ersten Geschichte. Er nimmt dabei, wie ich in der Rezension von Amazon.de gelesen habe, Bezug auf seine "Der schwarze Turm"-Reihe, doch dieses Ende passt absolut nicht zur Geschichte. Er versetzt den Leser in die Welt eines kleinen Jungen, dem gesagt wird, dass die Männer in den gelben Mänteln, die seinen Freund verfolgen, gar keine Männer sind und die Autos in denen sie fahren, gar keine Autos. Und der Leser glaubt es, weil der Junge es glaubt. Damit baut King Spannung auf und lässt die Geschichte geheimnisvoll wirken. Dennoch bleibt immer noch die Möglichkeit, dass dies alles nicht stimmt, dass es nur in der Phantasie des Jungen existiert. Diese ganze Spannung zerstört King am Ende und reißt den Leser aus der Welt des Jungen heraus, in dem er eine Auflösung präsentiert, die auch noch lächerlich zu lesen ist. Sie wirkt kein bisschen gruselig, sondern nur albern.
Dieses "Horror-Ende" reißt die erste Geschichte leider auch aus dem Kontext der anderen Geschichten heraus, sie passt nicht so recht zum Rest, in dem es nur um Menschen und ihre Erlebnisse geht. Diese Geschichten sind jedoch sehr gut geschrieben und man sollte sich durch das Ende der ersten Geschichte nicht entmutigen lassen, es lohnt sich weiterzulesen.


Living Targets
Living Targets
Preis: EUR 6,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Punkrock-Album des Jahres, 1. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Living Targets (Audio CD)
Hier muss jedoch die zweite Silbe betont werden, der Rock. Denn auch wenn die Beatsteaks nach wie vor unverkennbar eine Punkband sind, ist diese Platte kein reiner Punk. Es lassen sich auch Einflüsse von AC/DC oder Black Sabbath erkennen, auch wenn diese natürlich nicht tonangebend sind.
Die rohe und gänzlich unpolierte Produktion tut ein übriges, um klarzumachen, dass sich die Beatsteaks von allen anderen Punkbands abheben. Sie spielen keinen Pop-Punk mit netten Melodien, was allerdings nicht heißen soll, dass sie keinen Sinn für Melodien hätten. "Let Me In" hat z.B. eine Melodie, die sich sofort im Ohr festsetzt und dort lange hängen bleibt. Aber ihre Songs sind eben nicht Pop im Gitarrengewand, sondern echte Gitarrensongs. Laut, dreckig und hart.
Dabei haben die Beatsteaks ein besonderes Gespür für Rythmen und Breaks, was sich vor allem im bereits erwähnten "Let Me In" und auch bei "A-Way" zeigt.
Der beste Song des Albums ist jedoch "To Be Strong", ein straighter (Punk-)Rocker mit toller Melodie, kurz und prägnant. Abgeschlossen (oder auch nicht) wird das Album von "Summer", dem Stück, das wahrscheinlich am deutlichsten vom Hardrock beeinflusst wurde. Und es ist ein mehr als gelungener Abschluss: Eine tolle Melodie, ein Refrain, den man fast schon mitsingen (bzw. gröhlen) muss und vor allem harte Gitarren.
Selbst wenn man kein Fan von Punkrock ist, sollte man sich dieses Album anhören. Es lohnt sich!


Nebraska
Nebraska
Preis: EUR 21,07

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht das, was man sonst von Springsteen kennt, 30. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Nebraska (Audio CD)
Ich gebe zu, ich bin kein Fan von Bruce Springsteen. Der Großteil seiner Songs ist mir zu einfach, schlichte Rockhymnen, die zu austauschbar sind, um wirklich Eindruck zu hinterlassen.
Um so überraschter war ich, als ich das erste Mal dieses Album hörte. Man findet hier keine Rocksongs zum Mitsingen bzw. -grölen, sondern schlichte, sehr reduzierte Songs, nur von Akustikgitarre, Mundharmonika und, natürlich, der (das muss man ihm lassen) großartigen Stimme von Springsteen getragen.
Der Gesang und vor allem natürlich die Mundharmonika erinnern zwar etwas an Bob Dylan, aber dieses Album trotzdem ganz anders. Die Geschichten, die der "Boss" hier erzählt, sind düster und traurig, und seine Instrumentierung spiegelt diese Stimmung perfekt wider. Karg und depressiv. Trotzdem hat dieses Album eine Energie, die wenige Produktionen erreichen, egal, wie ausgefeilt sie auch sein mögen. Springsteen hat dieses Album alleine mit einem Vier-Spur-Rekorder in seinem Schlafzimmer aufgenommen und vielleicht ist es gerade diese minimalistische Arbeitsweise, die dem Album seine besondere Atmosphäre verleiht.
Auf jeden Fall schafft dieses Album etwas, was die meisten anderen, teuer produzierten Alben von Springsteen nicht mal annähernd erreichen: Es bewegt. Vielleicht nicht die Beine, aber das Herz.


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