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Rezensionen verfasst von
Rock Tullie (Bedburg-Hau, NRW)

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Runnin' Wild
Runnin' Wild
Preis: EUR 5,00

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ähnlichkeiten nicht zufällig und beabsichtigt, 14. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Runnin' Wild (Audio CD)
Hier bei dieser wunderschönen Scheibe kann man sich mal darauf beschränken, seine Stimmung wieder zu geben. Die Australier lassen keinen Zweifel aufkommen, dass sie absolute Fans einer berühmten anderen australischen Band sind. Es ist aber keine AC/DC-Coverband, da sie eigene Songs geschrieben haben. Jetzt jeden einzelnen dieser 11 Songs daraufhin zu untersuchen, wo dieses oder jenes Riff bei AC/DC vorkommt, ist absolut müßig, da eine abendfüllende Aufgabe. Grundsätzlich würde das bei mir zum inneren Verriss einer Scheibe führen, weil zu geklaut. Aber hier, völlig unglaublich, wirkt bei mir die Musik so anregend, ich kann nicht anders, alle Songs werden mitgerockt, es wird rumgezappelt, einfach geil. Die Musik kommt so richtig frisch rüber, weiß der Himmel, wie sie das gemacht haben, so dass ich ihnen die gar so offensichtliche Anleihe überhaupt nicht übel nehme. Der Rythmus ist vielleicht durchgängig etwas flotter als AC/DC, vielleicht macht das die Wirkung aus. Der Sänger hat sehr viel von Brian Johnson und ein bisschen was von Bon Scott - elektrisierend. Er bringt vielleicht ein wenig mehr Melodie in die Songs, als es ein Brian Johnson tut und es wirkt, als müsse er sich nicht so strecken, um seinen Gesang hin zu bekommen. Auch fällt auf, dass ein Gitarrengenius wie Angus Young natürlich hier unerreicht bleibt, aber die Gitarrenarbeit ist feinstes Rifffeuerwerk. Egal, hört's Euch an und lasst Euch darauf ein, dass hier nun gar nix originelles Neues geschaffen wird. Ist trotzdem scharfe Mucke und lässt garantiert manche Party rocken.


Nostradamus
Nostradamus
Preis: EUR 12,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckendes Metical, 7. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Nostradamus (Audio CD)
Ich habe zu Nostradamus jetzt schon manche Rezension gelesen, sowohl positive wie auch negative. Bis auf wenige nichtssagende Rezensionen finde ich mich in allen irgendwie wieder. Das hatte mich dazu veranlasst, diesen neuesten Output von Judas Priest ein bisschen länger zu hören. Vielleicht hat sich in dieser Zeit meine Herangehensweise an das Album verändert, denn inzwischen finde ich es schweinegeil. Wenig hilfreich ist es, eines der älteren Referenzscheiben von Judas Priest heranzuziehen, dann läuft man unweigerlich Gefahr, eine Enttäuschung zu erleben. Andererseits ist dieses Dingen aber trotzdem ganz klar Priest und letztlich auch mit hohem Wiedererkennungswert. Dadurch ist es natürlich schwer, sich nur über die Musik dem Album zu nähern. Wie auch immer, sie haben uns vordergründig ein Konzeptalbum vorgelegt. Auch da gibt es Referenzalben auch außerhalb des Metal wie z.B. The Wall oder Thick as a Brick. Aber auch damit bin ich an Grenzen gestoßen. Die genannten Alben sind Meisterwerke, jetzt könnte man Nostradamus daraufhin abklopfen, ob es ein solches geworden ist. Konzeptalben haben immer so ein bisschen den Flair des Meisterlichen oder aber sie sind an diesem Anspruch großartig gescheitert. Zu diesen Gescheiterten fällt mir allerdings gerade kein Beispiel ein. Nostradamus ist für mich keineswegs ein solches gescheitertes Werk, aber irgendwie auch wieder nicht mit den bekannten Konzepten vergleichbar. Ja watt denn nu, könnte man hier zu Recht bemerken. Ich empfehle hier einfach, die bekannten Referenzen auszublenden und sich dem Album mal völlig unbefangen nähern. Keine leichte Aufgabe, da - wie eingangs erwähnt - Judas Priest nun mal eine außergewöhnliche Historie vorweisen können. Bei den ersten Durchläufen wird man beruhigt feststellen, dass da schon ein paar absolute Knaller komponiert worden sind. Aber auch stellt man fest, dass sehr viel klassische Musik Einzug gehalten hat. Beweis ist der Dank an Don Airey und der Einsatz von Gitarrensynths. Das erste harte und getragene Stück Prophecy wird von dem Intrumental Dawn of Creation eingeleitet. Das kommt live bestimmt sehr gut und wenn dann die harten Gitarren einsetzen, bekommt das Publikum zunächst ein erstes Mal die Locken geglättet. Hier fällt auch auf, dass Rob Halford sich mehr auf den Gesang konzentriert und da er außerhalb der spitzen Schreie über sehr viel Charisma in seiner Stimme verfügt, muss ich sagen, dass sich der Auftakt sehr gut anlässt. Das akustisch eingesungene Awakening leitet das ebenfalls getragen gespielte Revelations ein. Die Qualität dieses Songs bleibt im Vergleich zum Auftakt ebenso hoch. Bei dem dann kommenden Pärchen four Horsemen/War gibt es dann doch eine Stilveränderung. Die Atmosphäre ist sehr dicht und das Ganze kommt sehr bombastisch rüber. An einem Punkt von War fühlte ich mich in einen der Blockbuster wie Fluch der Karibik versetzt. Im dann folgenden vierten Pärchen ist für mich mit Pestilence and Plague ein kompositorischer Höhepunkt gelungen. Ein hymnenhafter Refrain auf italienisch gesungen - schon toll, ohne Zweifel. Danach spielt dann plötzlich Tony Iommi mit, oder zumindestens hätte ich mich in jüngerer Vergangenheit gefreut, wenn er sowas mal hinbekommen hätte. Death ist Doom pur, Black Sabbath in den besten Tagen lassen grüßen. Seite 1 wird mit Conquest, Lost love und Persecution abgeschlossen. Insbesondere Persecution ist wieder herausragend in Komposition, Gesang und Melodie. Lost Love ist für sich betrachtet vielleicht eine etwas schwächere Ballade, passt aber sehr gut in dem Gesamtkontext. Seite 2 wird wieder intrumental eröffnet und mündet in eine hymnenhafte, harte Ballade vom Feinsten - Exiled. Im Stück Alone wird getragener Metal mit akustischen Elementen verwoben, Melodie des Refrains wieder ganz große Klasse. Die mittleren Songs von Seite 2 bieten wieder das bekannte Muster Akustik bzw. Klassisches leitet Metal ein, ohne allerdings bereits bekannte Melodien oder Riffs zu wiederholen. Sie haben aber nur die Aufgabe, auf den Schluss hinzuarbeiten. Das Titelstück Nostradamus wäre auf jedem alten Referenzalbum von Priest eine Perle gewesen. Hier zeigt vor allen Dingen Rob Halford, dass er seine Fähigkeiten hinsichtlich seiner spitzen Schreie nicht verlernt hat. Trotzdem fällt bei ihm auf, dass er sich wie schon auf dem letzten Album mehr auf das Singen konzentriert. Vielleicht ist das ja seinem Alter geschuldet, aber er wirkt nicht so, als müsse er sich einschränken. Aber sei's drum, der Abschluss des Albums Future of Mankind, stramme 8 Minuten lang ist wieder alles zusammen, getragener Metal, Doom, Hymne und geiles Gitarrensolo. Mit Soli sind sie auf dem übrigen Album etwas sparsamer umgegangen. Von der Dramaturgie her haben uns Priest eine Art Musical unter den Metallern vorgelegt. Ich habe es für mich mal ein Metical genannt. Alles in allem finde ich das Werk sehr gelungen, ob es ein Meisterwerk ist, wird die Zeit bringen. Ich denke, es eignet sich auch sehr für eine opulente Livedarbietung, möglicherweise eine Aufführung wie bei einem Musical, wer weiß. Für dieses Werk sind allemal 5 Sterne zu vergeben. Ein Vorezensent schrieb überambitioniert. Das ist durchaus möglich, aber ich find's klasse.


The Outsider
The Outsider
Preis: EUR 12,98

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solide ohne Höhepunkte, 9. August 2008
Rezension bezieht sich auf: The Outsider (Audio CD)
Walter's neues Album gefällt mir, keine Frage. Unterschied zu seinen anderen Werken ist hier, dass die CD keine großen Höhepunkte hat. Auf seinen übrigen Studioalben waren immer Songs, bei denen er sich kompositorisch selbst übertroffen hat. Das neue Album wirkt spielerisch nach wie vor meisterlich, die Kompositionen wirken aber nicht mehr als solide. Schade eigentlich, denn es wäre schöner gewesen, drei oder vier Songs etwas abwechslungsreicher zu gestalten und sie mit den klassischen Bluessongs zusammen zu präsentieren, dann wäre es wieder ein geiles Album geworden. So fällt auf, dass sämtliche Songs vom Rythmus her sehr klassisch bluesig geblieben sind. Nicht, dass ich das nicht hören will, ich liebe Blues, aber Walter war schon mal vielfältiger. Aber sei's drum, schlecht ist der neue Output nun auch nicht, da sind schon noch genug gute Songs. Das autobiografische Welcome to the Human Race hat eine schöne Melodielinie. Empfohlen sei auch Don't wanna fall. Dieser Song weicht vielleicht doch ein bisschen ab, da der Refrain harter Rock ist. Alles in allem bleiben die geschilderten Schwächen, aber auch, dass kein anderer die Fender so schön bearbeiten kann wie Walter. Erwähnt sei noch, dass Rick Knapp, sonst auf den Touren dabei und Jimmys Nachfolger, auf der neuen Scheibe kaum Spielzeiten hat. Von Joey Pafumi hat sich Walter leider getrennt, jetzt spielt Kenny Aronoff an den Drums. An den Tasten ist weiterhin Sammi Avilar. Eine Kaufempfehlung gibt es trotzdem, es war halt mal keine Steigerung wie sonst.


Radio Pandora (Plugged)
Radio Pandora (Plugged)
Preis: EUR 20,58

9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dritter Frühling, 8. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Radio Pandora (Plugged) (Audio CD)
Jetzt habe mir doch ausreichend Zeit gelassen, das Album wirken zu lassen. Ich höre Bap seit Für Usszeschnigge und laufe wie viele hier Gefahr, an neue Alben mit einer höchst kritischen Grundhaltung heranzugehen. Dabei ertappt man sich gerne mit dem Spruch, dass das neue Album nicht an die Alben X oder Y herankommt. Wie auch immer, ich halte das für gefährlich, man neigt sowieso schon dazu, im musikalischen Bereich ziemlich gestrig zu sein, weil man immer noch den alten Helden zujubelt und selbst bei den alten Helden war dann "irgendwie früher alles besser". Vielleicht hat das auch alles was mit unserer sich langsam verlierenden Jugend zu tun und wir wollen das noch nicht so wahr haben, wer weiß das schon. Auch unser Vorzeigeprotestler Niedecken von einst ist den 60 inzwischen doch recht nah gekommen. George Orwell's Jahr 1984 hat nächstes Jahr silberne Vergangenheit. Ne schöne Jrooß wurde glaube ich 4 Jahre davor geschrieben und aufgenommen und die Strophe, die sich darauf bezieht, wird live gar nicht mehr gespielt. Daher sollte man neue Veröffentlichungen vielleicht nicht von vornherein mit der Vergangenheit vergleichen, zumindestens nicht mit dieser Strenge. Oder gehen wir ehrlich mit den vergangenen Alben um, Salzjebäck war musikalisch für mich ein Meisterwerk mit hohem Risko, Vin drinne noh drusse war die Platte, die den Fan nach der Kommerzialisierung bediente, ohne Überrschungen. Wenn ich z.B. auf dieser Scheibe die Übersongs Kristallnaach und Do kann's zaubere wegnehme, bleibt auch eher durchschnittliche Kost über. Um in etwa den Bogen zum neuen Album zu schlagen, die Band hatte sich im Laufe der Jahre immer irgendwie weiterentwickelt, mit Höhen und Tiefen. Ahl Männer war ein absoluter Tiefpunkt. Amerika und Pik Sibbe späte Höhepunkte. Der Ausstieg vom Major war ein großer Verlust, insbesondere, weil er für den Großteil der Musik verantwortlich war. Unter diesem Zeichen habe ich auch die ersten beiden Studiowerke ohne Major gesehen. Nicht schlecht, aber man merkte das Fehlen des Songwriters. Und das ist für mich auf der Radio Pandora nicht so. Helmut Kruminga ist endlich angekommen. Live ist er ohnehin ein Guter, aber jetzt stimmt auch die Musik. Und das lässt sich jetzt nach vielen Durchläufen mit Fug und Recht sagen. Die Plugged ist durchweg gelungen. Fast nur gute Songs und ein paar echte Höhepunkte.

1. Die guten Songs:
a)Et ess, wie et ess: Hier müssen sich Bap den Vorwurf gefallen lassen, doch arg Stoneslastig komponiert zu haben. Geht aber trotzdem flott ins Ohr.
b)Musik, die nit ... Flotter Song, radiotauglich. Hier besteht das Risiko, dass man diesen Song vielleicht wörtlich nehmen könnte.
c)Prädestiniert: Schöner Auftakt akustisch eröffnet. Die Songstruktur erinnert leicht an Nix wie bessher
d)Höhr zu ... Flotter Rocker mit schöner Gitarrenarbeit.
e) Wa'ss los ... Sehr schönes, langsames, jazziges Ding, auf der unplugged übrigens in genialer, verrauchter Stimmung
f)Frankie ... Eine von Niedeckens Geschichten eines Mannes, der an seine Jugend und einen alten Kumpel zurückdenkt, leicht balladesk arangiert

2. Die Höhepunkte, alles Songs, die sich auf manch altem Album ebenfalls gut gemacht hätten
a)Diego Paz ... Die Geschichte aus dem Falklandkrieg. Wenn man diese Geschichte stellvertretend für alle Kriege nimmt, ist dieser Song hochaktuell. Der Refrain ist harter Rock und hätte auch von Deep Purple sein können. Ganz starker Song.
b)Morje früh ... Die erste Single, sehr schönes flottes Stück, einprägsame Melodie. Das Thema gab es natürlich schon in mehreren anderen Songs.
c) Wat für e Booch: Ganz toller Song, etwas länger und härter als Morje früh. Auch die Atmosphäre dieses Songs ist noch dichter. Diesen Song könnte ich mir auch als Single und neuen Hit vorstellen.
d)Kron oder Turban besticht mit seinem Text, der zu Toleranz garadzu aufruft.
e)Wolf un Skorpion ist mein persönlicher Rockfavorit, bluesiges Riff am Anfang und Ende mit Sprechgesang.
f)Zwei Balladen der besonderen Klasse fehlen noch, Noh Gulu und Songs sind Dräume

Bleibt nur noch zu sagen, dass Bap sich im was weiß ich wievielten Frühling befinden. Das neue Album ist das Beste der Ära ohne Major und zählt auch insgesamt zu den besten Alben. Auch das oligatorische Dylancover fehlt mit Für immer jung nicht. Ich persönlich bevorzuge übrigens die Plugged-Version.


Good to Be Bad
Good to Be Bad
Preis: EUR 10,26

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die weiße Schlange 2008, 3. Mai 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Good to Be Bad (Audio CD)
David Coverdale hat mal gesagt, dass die besten Rocksongs schon alle geschrieben wurden. Jetzt könnte man den neuen Output unter genau diesen Gesichtspunkten mit der Zielsetzung untersuchen, ob Coverdale sich nun selbst widerlegt oder nicht. Grundsätzlich kann man eine Aussage vorwegnehmen - neue Übersongs à la Here I go again oder Still of the Night sind ihm nicht gelungen. Aber ich habe von Whitesnake noch nie eine Scheibe gehört, die mich durchgängig so überzeugt. In der Vergangenheit war es doch immer so, dass neben den absoluten Highlights immer zwei bis drei eher schwächere Songs zu finden waren, manchmal auch mehr. Nehmen wir beispielhaft das von vielen als Jahrhundertwerk betrachtete 1987. Damals habe ich Herrn Coverdale sehr übel genommen, dass man dort mit aller Macht Here I go again und Crying in the Rain ein zweites Mal verewigt hatte. Sicher weiß ich dass das für den amerikanischen Markt geschah, weil Saints and Sinners in Amiland nicht veröffentlicht wurden. Für den geneigten Fan hierzulande waren das aber alte Songs, die in meinen Augen damals nicht an die viel gefühlvolleren Originalversionen heranreichten. Entfernt doch gedanklich mal diese beiden Songs, da bleibt doch nur der Jahrhundertsong Still of the Night und der Rest ist gut, manchmal durchschnittlich. Auf dem neuen Album hatte ich insgeheim irgendwie was ähnliches befürchtet, z.B. Don't break my Heart again in dieser schlimmen Liveversion. Aber mit Good to be bad wurde ich dann doch sehr angenehm überrascht. Wirkliche 11 neue Songs, die allesamt auf einem sehr hohen Niveau daherkommen. Sicher, wie eingangs erwähnt, ein absoluter Übersong ist ihnen nicht gelungen, aber einige wenige, die doch stark in die Nähe eines solchen kommen. Best Years ist der Opener, im Gesamtgefüge der Platte eher durchschnittlich, ein stampfender Rocker mit typischem Whitesnakeriff. Der Folgesong Can you hear the Wind blow ist Hardrock in bester Whitesnaketradition. Schönes Riff, schöner Refrain, dieser Song hat so alles, was guten Hardrock ausmacht. Slide it in ist ein ähnlich konzipierter Song, allerdings ohne ihn zu zitieren. In anderen Songs findet man Selbstzitate von David Coverdale genug, aber niemals eine Songkopie. Call on me ist ein weitere Rocker, deutlich härter und schneller als Can you hear the Wind blow. All I want all I need ist die erste Ballade des Albums. Ich bin ja jemand, der Here I go again nicht für eine Ballade hält, aber das ist ja Geschmackssache. Coverdales Stimm ist in dieser neuen Ballade sehr rauh, was offenichtlich auch viele sehr schön finden. Ich hätte mir in ein bis zwei Passagen gewünscht, dass er auch seine sehr sonore klare Stimme mehr zum Ausdruck bringt. Aber sei's drum, der Song hat Hitpotential mit einem sehr einprägsamen Refrain, erfüllt aber nicht das Fankriterium des Übersongs. Dafür folgt darauf der Titelsong, typischer Whitesnakerythmus, der zugegebenermaßen aber auch von Led Zep hätte stammen können, mit Spitzengesang und einem fast hymnenhaften Refrain. Für mich einer der stärksten Songs auf dem Album. Da ich ja auch von Selbstzitaten sprach, die Grundidee könnte ganz entfernt Ready and Willing sein. All for Love erinnert mich schon deutlicher an Gimme all your Love, ist aber trotzdem ein guter Song. Mit Summer Rain folgt eine weitere Ballade, für mich deutlich stärker All I want all I need. Summer Rain hat durchaus das Potential für einen Spitzensong, der sich aber erst nach mehrmaligem Hören weiter erschließt. Ich könnte mir vorstellen, dass er sich live sehr zum Mitsingen eignet. Aber auch hier betont Coverdale den rauhen Gesang eine Spur zu stark. Nach dieser zweiten Ballade wird die Scheibe hörbar bluesiger. Die Nähe zum Blues kann man auch den übrigen Songs nicht absprechen, aber ab Lay down your Love wird's deutlicher. Auch in diesem Song wird mal wieder nicht mit Selbstzitaten gespart, die Grundstruktur des Songs ist Still of the Night. Aber es ist keine billige Kopie des Jahrhundertwerks. Lay down your Love ist weitaus bluesiger gespielt und kommt ein wenig gefühlvoller, nicht so brachial daher. A Fool in Love vereinigt so alles, was man von guten Whitesnakesongs in der Vor-1987-Ära so kennt, mit Ausnahme des Keyboards. Der Bluesrythmus dieses Songs nimmt Anleihe bei Crying in the Rain. Man könnte auch auf Fool for your Loving kommen, stimmt aber nur für den Groove. Trotzdem bleibt Fool in Love ein toller neuer Song. Got what you need ist nur vordergründig ein schneller Rocker, ist aber hart und schnell gespielter Blues. Wird live gut rüber kommen. Mit viel Phantasie und nur wenn man es weiß, findet man dezent ein Riff aus AC/DC - Let there be Rock. Aber es ist wirklich dezent, so dass man wohl keine Tantiemen zahlen muss. Den Abschlusssong halten viele für eine Ballade, das greift aber zu kurz. Ich würde es als einen schönen Akustikblues bezeichnen wollen, denn Mainstreampotential hat er so gar nicht für mich. Hier findet sich auch mal wieder ein bisschen Kashmir, da aber nur gehaucht akustisch, finde ich es in Ordnung. Judgement Day viel früher fand ich viel geklauter. Über die Jahre habe ich es immer als enttäuschend empfunden, dass die Keyboards nicht mehr den Stellenwert hatten wie zu Zeiten Jon Lords. Trauriger Höhepunkt war Don't break my Heart again in der Liveversion. Auch da macht das neue Album leider keine Ausnahme. Trotzdem stellt es eine Verbindung dar zwischen den Alben vor und nach 1987. 1987 war eine Explosion, brachial und gewaltig, aber ein Schock für alte Fans. Good to be Bad hat nicht diese Härte, der Sound kommt vielleicht Coverdale Page am nächsten, aber ohne, dass das Spiel der Gitarristen zu vergleichen wäre. Übrigens hat auf dieser Scheibe Coverdale schon mal so rauh gesungen. Die Limited Edition ist nicht so viel teurer als die normale Edition. Der Unterschied ist schon mehrfach beschrieben, ich erspare ein weiteres. Angemerkt sei nur, dass ich die Akustikversion von Summer Rain ganz toll finde, auch weil die Stimme leicht klarer kommt. Alles in allem eine äußerst gelungene Platte, mit der Coverdale sich aber nicht widerlegt hat. Und ich vermisse die Hammond von Jon Lord.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 10, 2008 9:54 PM MEST


13th Star
13th Star
Preis: EUR 27,00

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musikalisch meisterlich, 1. April 2008
Rezension bezieht sich auf: 13th Star (Audio CD)
Musikalisch ist das durchaus Meisterklasse, was Fish uns hier vorsetzt. Ich habe auch sehr lange mit mir gerungen, ob ich ihm jetzt für dieses Album 2 oder 3 Sterne abziehe. In mir tobt halt immer noch ein Zwiespalt. Fish mutet seiner Stimme wirklich nur noch das zu, was sie sie wohl so gerade noch bewältigen kann. Und das ist ehrlich gesagt nicht so viel. Wenn man seine alten Gesangsleistungen kennt, stehen einem doch die Tränen in den Augen. Selbst Ian Anderson, dessen Stimme ebenfalls den langen Konzertjahren Tribut zollen musste, hat bei weitem nicht den Verlust der Stimme in einem solchen Umfang. Da fragt man sich, wie kommt's? Ich vermute stark den Lebenswandel des Meisters als Ursache. Veränderung der Stimme mit dem Alter gut und schön, aber David Coverdale z.B. singt noch heute wie ein junger Gott. Aber wahrscheinlich treibt Fish ein wenig Raubbau mit sich, man hört, er spräche auch dem Alkohol sehr gerne zu. Von hier aus könnten wir auch zum Thema der neuen Scheibe überleiten. Möglicherweise haben ja seine privaten Probleme dazu geführt, dass er sich noch mehr als sonst den geistigen Getränken gewidmet hat, wer weiß. Aber was da musikalisch raus gekommen ist, ... Hut ab. Die ersten beiden Songs des Albums sind sehr hart, teilweise an der Grenze zur Disharmonie und wirken dadurch ein bisschen verstörend. Der Opener Circle Line endet nach guten 5 Minuten und man hat den Eindruck, dass der Song noch gar nicht zu Ende sein dürfte, so erweckt der Übergang zu Square Go, ein schwergewichtiger Basslauf, das Gefühl, der Song Nummer 1 geht weiter. Am Ende dieser beiden Songs fühle ich mich immer ein bisschen nach dem Motto: "Wow, was war das denn?!" Mit den folgenden drei Stücken lässt Fish den Hörer etwas Atem holen, diese Songs sind deutlich ruhiger und melodischer gestrickt. Insbesondere Arc of the Curve gefällt mit persönlich sehr gut mit einem einprägsamen und starken Refrain. Song Nummer 6 ist ein Höhepunkt des Albums. Manchmal ist harter Rock und ein bisschen Progressive zugleich, vom Rhythmus her sehr flott gespielt und wie gesagt, ziemlich hart, aber nur in den ersten drei Minuten. In den letzten zwei Minuten klingt er nach bester Progressivmanier mit leichten Gitarren und Keyboard aus. Das Stück lebt von dem Wort Manchmal, welches Fish vom Klang her so liebt. Da unser Meister ja kein Meister der Beziehungen zu sein scheint, wissen wir, dass er recht gut Deutsch spricht, da er ja mal mit einer Berlinerin (?) verheiratet war. Open Water ist als Song leicht umgekehrt arrangiert, er klingt mit einem harten Gitarrenriff aus. Dann kommt Dark Star, und was soll ich sagen, der Name des Songs ist Programm, ein ganz düsteres Stück Musik, keine Chance auf etwas Lichtes. Für mich sind diese 6 Minuten der Höhepunkt der Scheibe. Trotzdem folgen noch zwei ganz tolle Songs, wieder etwas ruhiger angelegt mit Liebe zur Melodie. Insbesondere Where in the World ist sehr schön geworden. Ich habe mit der Rezension extra etwas gewartet, denn es gab Tage, da hätte ich dem Teil nur 2 Sterne geben wollen, so enttäuscht war ich von der Stimme. Aber diese Platte nur auf den Gesang zu reduzieren, wäre sehr ungerecht, man würde die Musik vollkommen ausblenden. Und die Musik ist es, die mich immer wieder in ihren Bann zieht. Und wenn man sich ein wenig darauf einlässt, bemerkt man, dass Fish durchaus immer noch ein einzigartiges Flair in seiner Stimme hat, da kommt noch immer Charisma rüber. Ich wage mir trotzdem lieber nicht vorzustellen, was das für eine Scheibe bei nur mittelmäßiger Gesangsleistung hätte werden können. Insofern stimmt mich das schon traurig, wie Fish offensichtlich mit seinem Kapital umgeht.


Brave New World
Brave New World
Preis: EUR 11,46

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bruce is back, 23. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Brave New World (Audio CD)
Das Comeback von Bruce Dickinson zeichnete sich Ende 1999 ab, war aber trotzdem eine Sensation. Zuvor hatte Steve Harris noch auf zwei Alben mit anderem Sänger versucht, die Maiden Fahnen hoch zu halten. Zumindestens The X-Factor war ein bärenstarkes Album, aber erst Rock in Rio zeigt, dass die Songs insgeheim wohl doch auf Bruce Dickinson zugeschnitten waren. Nicht wenige prophezeiten das nahe Ende von Iron Maiden. Und dann dieses Comeback mit Brave New World. Dieses Album ist ein Iron Maiden Meilenstein, ja vielleicht sogar ein Metalmeilenstein überhaupt. Es steht für mich auf einer Höhe mit The Number of the Beast und Piece of Mind. Einen solchen frischen Sound mit knochentrockenen Gitarren hatten nur wenige erwartet. Und hier stimmen auch die kürzeren schnelleren Songs, die sich auf den Folgealben als kleine Schwäche entpuppen sollten. The Wickerman ist ein klasse Opener, und um einen anderen Meilenstein aufzurufen, für mich deutlich besser als Invaders. Treibendes Riff und gute Melodie zeichnen diesen Song aus. Und das Niveau bleibt mit den beiden folgenden Stück entsprechend hoch. Bloodbrothers ist ein erster absoluter Höhepunkt. Auch wenn es bestimmt einige Kritiker gibt, die den ruhigeren Mittelteil mit Keyboard nicht so dolle finden, das sind die Songs, die ich immer wieder auf einer Maidenplatte haben will, Steve Harris sei Dank. The Mercenary ist wieder etwas kürzer geraten und wartet mit einer Ohrwurmmelodie auf. Nächster Höhepunkt ist das 9minütige Dream of Mirrors, wieder sehr vertrackt, totzdem eingängig komponiert und vorgetragen, ganz großes Kino. The Fallen Angel ist als kürzerer Song auch wieder sehr gut mit schöner Melodie, ist aber quasi eine Art Opener für den folgenden Höhepunkt The Nomad. Wieder große Überlänge, ganz geile Melodielinien und wirklich harte Gitarren, die den geneigten Hörer auch körperlich immer in Bewegung halten - super. Die folgenden beiden Songs sind ein gutes Outro, wobei mit dem Stück The thin Line Iron Maidens Vielseitigkeit deutlich unterstrichen wird, einen Weg den sie danach konsequent weiter verfolgt haben. Alles in allem überwiegt die absolute Freude über die Rückkehr von Bruce. Ich glaube nicht, dass es ohne ihn für drei weitere Alben gelangt hätte. Und wir sind ja hoffentlich noch nicht am Ende des Weges von Iron Maiden.


Dance of Death
Dance of Death
Preis: EUR 17,55

4.0 von 5 Sternen Eine Handvoll Songs sind bärenstark, 21. Januar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dance of Death (Audio CD)
Dance of Death war das zweite Studioalbum nach der Rückkehr von Bruce. Nun gibt es den ein oder anderen, der dieses Album hier dann gleich als Totalausfall betrachtet, eine Sichtweise, die ich nun gar nicht teilen mag. Das Manko dieser Scheibe ist wohl eher, dass sie in ihrer Gesamtheit gegenüber Brave New World abfiel und auch, da die weitere Historie ja nun bekannt ist, A Matter of Life and Death wieder eine deutliche Steigerung war. Diese Schwächen lassen sich vielleicht an dem ein oder anderen Song festmachen. Wildest Dreams ist einer der belanglosesten Songs von Iron Maiden überhaupt und taugt hier nicht als Opener, man ist nach dem ersten Lied eigentlich eher enttäuscht. Darauf folgt Rainmaker, und da man beim Einstieg ja schon enttäuscht war, geht es hier vermeintlich gleich schlecht weiter. Dies ist aber irgendwie schon zu Unrecht, da Rainmaker eine schöne Melodie hat und eigentlich recht hörenswert daherkommt. Rainmaker wäre eigentlich ein schöner Einsieg gewesen, eine Art Appetithappen. Der Song bleibt zwar Durchschnitt, ist aber deutlich besser als Wildest Dreams. Aber aufgrund der Reihenfolge hat man vermeintlich schon zwei schwächere Songs gehört und ist möglicherweise gar nicht mehr so milde gestimmt. Hier vergessen wir mal diesen Gedankengang und lassen uns ganz auf das folgende Stück ein. No more Lies ist mindestens ebenso gut wie Bloodbrothers, ein ganz überragend starker Song, was wunderts, stammt er doch schließlich ganz aus der Feder von Steve Harris. Danach gibt es dann mit Montsegur einen nicht schlechten, aber eher wieder durchschnittlichen kürzeren Song. Und hier sind wir dann wieder beim ursprünglichen Gedankengang. 4 Songs, zweimal Durchschnitt und einmal belanglos, da fällt das überragende No more Lies womöglich nicht so auf, wie es der Song verdient hätte. Überhaupt fällt gerade bei dieser Platte auf, dass es den Mannen um Steve und Bruce offensichtlich schwerer fällt, eingängigere, kürzere Songs zu komponieren, denn überragend sind die längeren, vertrackteren Stücke. Das Titelstück ist wieder vom Feinsten, natürlich wieder im knappen 9 Minutenbereich. Und ob ihr es glaubt oder nicht, dieser Song wird noch getoppt. Für mich ist Paschendale sowohl von der Musik als auch vom Text her mit das Beste, was Iron Maiden in den letzten Jahren veröffentlicht haben, und oh Wunder, wieder ein Song, der auf die 10Minutenmarke schielt. Aber auch hier erscheint mir wieder das Problem, dass ein paar der übrigen Songs dann leider das Niveau nicht so hochhalten. Gates of Tomorrow, New Frontier und Age of Innocence sind alle nicht schlecht, aber auch nichts Superdolles. Bei Face in the Sand gefällt mir wiederum die Melodielinie sehr gut. Aber ein großes "Aber" gibt es noch, ein Ahaeffekt hinsichtlich der Vielseitigkeit von Iron Maiden. Das Stück Journeyman ist ganz großes Tennis. Eine Art Unplugged, aber keine Ballade, akustisch kraftvoll gespielt, mit einem Wort klasse. Mit der Folgescheibe haben sich Iron Maiden mehr auf die Stärken konzentriert und das mit den kürzeren Songs mehr oder weniger gelassen. Hier auf Dance of Death zwei oder drei Stücke weniger hätten einen deutlich besseren Gesamteindruck hinterlassen und wären mir dann auch 5 Sterne wert gewesen.


Dance of Death
Dance of Death
Wird angeboten von MIETES ONLINE SHOP
Preis: EUR 13,97

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Handvoll Songs sind bärenstark, 21. Januar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dance of Death (Audio CD)
Dance of Death war das zweite Studioalbum nach der Rückkehr von Bruce. Nun gibt es den ein oder anderen, der dieses Album hier dann gleich als Totalausfall betrachtet, eine Sichtweise, die ich nun gar nicht teilen mag. Das Manko dieser Scheibe ist wohl eher, dass sie in ihrer Gesamtheit gegenüber Brave New World abfiel und auch, da die weitere Historie ja nun bekannt ist, A Matter of Life and Death wieder eine deutliche Steigerung war. Diese Schwächen lassen sich vielleicht an dem ein oder anderen Song festmachen. Wildest Dreams ist einer der belanglosesten Songs von Iron Maiden überhaupt und taugt hier nicht als Opener, man ist nach dem ersten Lied eigentlich eher enttäuscht. Darauf folgt Rainmaker, und da man beim Einstieg ja schon enttäuscht war, geht es hier vermeintlich gleich schlecht weiter. Dies ist aber irgendwie schon zu Unrecht, da Rainmaker eine schöne Melodie hat und eigentlich recht hörenswert daherkommt. Rainmaker wäre eigentlich ein schöner Einsieg gewesen, eine Art Appetithappen. Der Song bleibt zwar Durchschnitt, ist aber deutlich besser als Wildest Dreams. Aber aufgrund der Reihenfolge hat man vermeintlich schon zwei schwächere Songs gehört und ist möglicherweise gar nicht mehr so milde gestimmt. Hier vergessen wir mal diesen Gedankengang und lassen uns ganz auf das folgende Stück ein. No more Lies ist mindestens ebenso gut wie Bloodbrothers, ein ganz überragend starker Song, was wunderts, stammt er doch schließlich ganz aus der Feder von Steve Harris. Danach gibt es dann mit Montsegur einen nicht schlechten, aber eher wieder durchschnittlichen kürzeren Song. Und hier sind wir dann wieder beim ursprünglichen Gedankengang. 4 Songs, zweimal Durchschnitt und einmal belanglos, da fällt das überragende No more Lies womöglich nicht so auf, wie es der Song verdient hätte. Überhaupt fällt gerade bei dieser Platte auf, dass es den Mannen um Steve und Bruce offensichtlich schwerer fällt, eingängigere, kürzere Songs zu komponieren, denn überragend sind die längeren, vertrackteren Stücke. Das Titelstück ist wieder vom Feinsten, natürlich wieder im knappen 9 Minutenbereich. Und ob ihr es glaubt oder nicht, dieser Song wird noch getoppt. Für mich ist Paschendale sowohl von der Musik als auch vom Text her mit das Beste, was Iron Maiden in den letzten Jahren veröffentlicht haben, und oh Wunder, wieder ein Song, der auf die 10Minutenmarke schielt. Aber auch hier erscheint mir wieder das Problem, dass ein paar der übrigen Songs dann leider das Niveau nicht so hochhalten. Gates of Tomorrow, New Frontier und Age of Innocence sind alle nicht schlecht, aber auch nichts Superdolles. Bei Face in the Sand gefällt mir wiederum die Melodielinie sehr gut. Aber ein großes "Aber" gibt es noch, ein Ahaeffekt hinsichtlich der Vielseitigkeit von Iron Maiden. Das Stück Journeyman ist ganz großes Tennis. Eine Art Unplugged, aber keine Ballade, akustisch kraftvoll gespielt, mit einem Wort klasse. Mit der Folgescheibe haben sich Iron Maiden mehr auf die Stärken konzentriert und das mit den kürzeren Songs mehr oder weniger gelassen. Hier auf Dance of Death zwei oder drei Stücke weniger hätten einen deutlich besseren Gesamteindruck hinterlassen und wären mir dann auch 5 Sterne wert gewesen.


A Matter of Life and Death
A Matter of Life and Death
Preis: EUR 7,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Neuerfindung des Rads, aber ..., 21. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: A Matter of Life and Death (Audio CD)
Iron Maiden erfinden sich auf ihrem letzten Studiooutput nicht neu, wenn man mal ihre leicht progressive Entwicklung hier außer Acht lässt. Auffällig ist für mich hier auch an dieser Scheibe, dass es der Band wohl immer schwerer fällt, kürzere, knackige Stücke zu schreiben. Für jemanden wie mich sicher kein Problem, ich stehe auf gute lange Songs, die es ja in der Tradition von Iron Maiden immer gab. Was mit Hallowed be thy Name begann, findet sein vorläufiges Ende in The Legacy, Fortsetzung wohl nicht ausgeschlossen. Ersterer Song kam noch mit etwas weniger als 8 Minuten aus, das ist heute dann schon Standardlänge eines Maidensongs. Der einzige wirklich kürzere Song ist der Opener Different World, für mich aber ein allenfalls durchschnittlicher Song. Auch etwas schwächer ist die Ballade Out of the Shadows, die von der Songstruktur stark an Revelations erinnert, aber wie gesagt beileibe nicht so gut ausfällt. Das war's aber auch schon mit negativer Kritik, der Rest ist wirklich gut bis spitzenklasse. The Legacy ist eine außergewöhnliche Komposition, da sie starke Anleihen aus dem Progressiverock nimmt. Bei den ersten zwei, drei Minuten hatte ich den Eindruck, Genesis haben sich mit Steve Hacket und Peter Gabriel wieder getroffen und was neues gezaubert. Wen es mal interessiert, die alten Genesisstücke Musicalbox oder Cinemashow haben einen, wen auch nur leicht, ähnlichen Anfang. Das meine ich hier aber durchaus als Kompliment für Iron Maiden, die im Rest des Stückes dann aber wieder zeigen, wie die Haare im Wind stehen. Ein weiteres meiner Favoriten ist These Colours don't run, mit etwas über 6 Minuten ein "kürzerer" Track, toller treibender Rythmus und gewohnt tolle Melodielinie. Mit Brighter than a thousand Suns übertreffen sich Iron Maiden mal wieder selber. Überhaupt zeigt sich für mich, dass Adrian Smith als Composer unverzichtbar ist, auch wenn sie mit Steve Harris einen weiteren überragenden Songschreiber haben. Alle Platten, auf denen Steve Harris die Hauptlast des Schreibens hatte, waren mir zu einseitig, auch wenn es da immer wieder absolute Übersongs gab. Insbesondere nach The Seventh Son ... merkte man das Fehlen von Adrian Smith. Um aber Steve Harris die Ehre zu erweisen, For the greater Good of God ist wirklich gelungen. Der vielleicht überraschendste Song ist für mich The Reincarnation of Benjamin Breeg, und zwar deshalb, weil Dave Murray sich bisher eigentlich nicht so wirklich als der Riesensongschreiber hervorgetan hatte. Aber hier, tolles Riff, feine Melodie ... wirklich gut. Und ich erinnere mich nicht an einen weiteren Fall, dass eine Band einen 7minütigen Track als Single veröffentlicht hätte. The Pilgrim ist mit guten 5 Minuten ein wahrer "Kurztrack" und im Vergleich zum Opener wesentlich stärker. Alles in allem ist es eine sehr gelungene Platte, die Gitarren kommen richtig knackig und trocken, Steve Harris ist eh einer der besten Bassisten auf der Erde und über Bruce braucht es keine langen Worte. Seine Rückkehr ist der Garant, dass wir Maiden noch ein paar Jährchen genießen dürfen. Up the Irons.


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