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Rezensionen verfasst von
Rock Tullie (Bedburg-Hau, NRW)

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Halv Su Wild
Halv Su Wild
Preis: EUR 17,99

29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wolfgang Niedecken ist altersmilde geworden ..., 4. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Halv Su Wild (Audio CD)
Vor kurzem ist Wolfgang Niedecken 60 Jahre alt geworden. Damit befindet er sich in bester Gesellschaft alternder Rockstars und Helden einer ganzen Generation. Nun ist es oft so, dass viele dieser Altstars heute maximal noch ein peinliches Abziehbild einstigen Ruhms sind, der immer und immer wieder hochgewürgt wird. Ganz anders jedoch BAP und Wolfgang Niedecken. Die Band und er sind gemeinsam älter geworden, und es wirkt auf mich, dass sie dazu auch stehen und keine krampfhaften Versuche unternehmen, uns hier noch irgendeinen Jugendwahn zu präsentieren. Wolfgang als das verbliebende Gründungsmitglied verkörpert in der Band wie kein anderer diesen Prozess des Älterwerdens, was sich insbesondere in seinen Texten niederschlägt. Früher war er auch gerne mal bissig bis beißend, aber daher auch einseitig in mancher Sichtweise zur jeweiligen aktuellen Tagespolitik, während er heute offensichtlich weitaus weltoffener, entspannter, oft zurückschauend die Dinge des Lebens betrachtet, jedoch ohne dass er verleugnet, wo er her kommt.

Gerade diese Rückschau ist auf dem neuen Album sehr deutlich vertreten. Aber das Schöne ist, er hadert nicht, alles ist mit Augenzwinkern und der Fähigkeit zur Selbstreflexion dargestellt. Diese Fähigkeit, so mein Eindruck, kam früher nicht immer zum Vorschein. Man könnte meinen, er sieht heute alles "halv su wild", aber ich glaube, so sollte man ihn nicht verstehen wollen. Einer, der in seinem Leben immer so deutlich Stellung bezogen hat wie Wolfgang Niedecken, wird dieses auch weiterhin tun. Das Thema Atomkraft war immer aktuell und wird es auch künftig bleiben. Das Album war vor Japan fertig und blieb ohne diesen Einfuss. Aber Wolfgang Niedecken wäre nicht er selbst, wenn er darin nicht seine unerschütterliche Haltung in diesem Thema bestätigt sehen würde, obwohl er dazu eines solchen Beispiels nicht bedarf und es lieber ungeschehen sähe.

Musikalisch ist aus meiner Sicht das Album ebenso entspannt, aber nicht im Sinne langweiliger Musik für alte Männer, sondern mit viel Rock, der mächtig Dampf hat. Das Schöne ist auch hier, dass das alles nicht verkrampft daher kommt, sondern schön locker ohne irgendwelche Versuche, einen der alten Tophits zu wiederholen. Die Platte klingt so, als hätten die Musiker alle nur gemacht, woaruf sie gerade Bock hatten. Dazu passt dann direkt der Titeltrack als Opener, der einem indirekt sagt, nimmŽs mit Humor und nicht so Ernst und höre das Album genau unter diesem Motto, dann wirdŽs Dir gefallen. Somit nimmt man auch den x-ten Aufguss der Autobahn gelassen, der musikalisch flott daherkommt und inhaltlich auch eine Menge Rückschau beinhaltet, quasi, wie sich für die Band BAP das Autobahnnetz immer weiter ausgedehnt hat.

Keine Droppe mieh ist dann einer meiner ersten persönlichen Favoriten. Knackiges Riff und ein Song der etwas härteren Gangart. Die eine oder andere Hommage an seine Heimatstadt findet sich auch auf dem Album. Chlodwigplatz ist eine Reggaenummer, die vielleicht nicht jedermanns Sache ist, aber für eine schöne Abwechslung sorgt. Witziger finde ich natürlich Verjess Babylon. Ähnlich im Stile von Ruut-Wieß-Blau wird hier biblische Geschichte umgeschrieben oder besser vielleicht auf kölsch richtig gestellt. Insgesamt thematisch eine verschlungene Nummer über sprachliche Vielfalt, aber dann mit der Erkenntnis, dass die göttliche Sprache kölsch ist. Der Major mochte diese Art von vertonten Geschichten musikalisch nicht, weswegen es vielleicht nach dem Müsliman etwas Vergleichbares nicht mehr gab. Ich muss da jetzt auch keine ganze Platte von haben, aber als Farbtupfer in einem Gesamtkontext gerne.

Mein persönlicher Libelingssong des neuen Albums ist neben Keine Droppe mieh der Song Noh all dänne Johre. Dieser Song ist ebenfalls eine Art Rückschau, in der der Protagonist feststellt, dass ihn die Zeit und Erfahrung gelassener haben werden lassen. Das passt gut zu den Eingangsfeststellungen. Ebenfalls eine Art Rückblick sind all die Aurenblicke und der kurze Rockstampfer Karl-Heinz.

Im Gesamtbild konnten die beiden Stücke Immerhin und Niemohls irgendwie ins Hintertreffen geraten, was sehr zu Unrecht wäre. Beide sind musikalisch zwei Perlen geworden. Waat ens jraad ist ein sehr persönlicher Moment auf dem Album, vollkommen kitschfrei.

Bleibt mir nur noch zwei weitere meiner Favoriten zu beschreiben. Un donoh iss der Karneval vorbei ist ein kleines aber deutliches Pladoyer für mehr Toleranz uund Aufmerksamkeit. Waröm dunn ... ist zwar irgendwie für FC-Fans, aus meiner Sicht aber für alle Fußballfans und ich als kommender Zweitligist fühle mich da sehr angesprochen.

Ich habe beim Hören des Albums nicht den Eindruck, dass BAP so schnell aufhören, es ist eine Weiterentwicklung zum letzten Album, welches ich persönlich auch schon sehr gut fand durch ein paar Spitzensongs wie Noh Gulu z.B. Solange sie das ganz unverkrampft machen und sie dabei authentisch rüberkommen, können sie solange dabei bleiben, wie sie eben Bock haben.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 26, 2011 7:55 PM MEST


Schiffsverkehr
Schiffsverkehr
Preis: EUR 7,99

7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwer zugänglicher Stoff, 29. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schiffsverkehr (Audio CD)
Es ist seit einiger Zeit so, dass ich mich mit Neuveröffentlichungen von Herbie nicht leicht tue, wenn man mal die Songs zur WM und zur Ruhr mal ausnimmt. Das mag sicher auch daran liegen, dass mir die musikalische Intelligenz an manchen Stellen einfach abgeht, so wie mir manches Jazzalbum den Weg von meinen Ohren in die Hirnwindungen nicht finden will. Nun, ganz so schlimm ist Schiffsverkehr jetzt nun nicht, aber ich finde bis jetzt nicht den rechten Zugang zum Album.

Herbert präsentiert uns hier jetzt keinen leichten Mainstream, was an sich durchaus ein Qualitätsmerkmal sein kann. Also habe ich mir viele Durchläufe dieses Albums gegönnt, weil sich im allgemeinen die Qualität nach mehrmaligem Hören entfaltet. Und irgendwie tut das Album das auch, aber irgendwie auch nicht. Ich weiß nicht wie ich es besser ausdrücken soll, vielleicht hilft auch die Feststellung, dass immer dann, wenn man den Eindruck erhält, jetzt nimmt die Platte Fahrt auf, auf die Bremse getreten wird. Damit meine ich nicht die Platzierung von Balladen, sondern eher eine Art einsamer Melancholie des Interpreten, der ich nicht so ganz folgen kann.

Beispiel wäre Fernweh, der trotz seiner absurden Textpassagen locker leicht daherkommt mit seinem flotten Refrain. Direkt danach kommt Unfassbarer Grund, ein Song, der in seiner Grundstimmung der Musik äußerst schwermütig ist, obwohl textlich die Ausrichtung wohl sehr positiv gemeint sein scheint. Der darauf folgende Song Deine Zeit, den Herbert für seine Mutter geschrieben hat, ist textlich sicher einer der Höhepunkte der Platte, musikalisch bleibt er in einer stark melancholischen Stimmung, der mir den Zugang schwer macht. Erzähl mir von morgen fängt musikalisch erneut mit einem schweren Klavierintro an, bei dem ich mich beim ersten Hören fragte, wo will er hin?? Dieser Song steigert sich jedoch, ohne allerdings schneller und leichter zu werden.

Erst auf dem Feld geht mit der Stimmung wieder einen Schritt vorwärts und ist ein sehr schöner Antikriegssong. Und hier meinte ich wieder, erwarten zu müssen, dass das Album Fahrt aufnimmt, statt dessen wieder ein Klavierintro. Ok, auch dieser Song steigert sich sehr schnell und die versprochenen Gitarren sind hier sehr deutlich. Aber auch dieser Song ist sehr melancholisch. Paradoxerweise finde ich die dann anschließende Ballade Wäre ich einfach nur feige dann wieder sehr grandios.

Der unbeschwerteste Song ist dann irgendwie der letzte (laut Albumcover ;-) ). So wie ich scheint mit einem Augenzwinkern und viel Selbstironie aufgenommen worden zu sein. Auch musikalisch kommt er sehr beschwingt und leicht daher. Über die Unsitte des Hidden Tracks wurde bereits ein Menge gesagt. Es gibt da Freeware die weiterhilft, die 10 Minuten Leerlauf rauszuschneiden. Der 12. Track zählt aus meiner Sicht zu den besseren des Albums, er ist schön gitarrenlastig und gar nicht so melancholisch, obwohl er November heißt.

Gut finde ich auch die Songs Lass es uns nicht regnen, der irgendwie schön nach vorne geht sowie den Titelsong, der sich tatsächlich mit mehrmaligem Hören entwickelt.

Wenn man Herbert Grönemeyer mit sich selbst vergleicht, stelle ich leider fest, dass er schon weitaus bessere Alben hingelegt hat. Das neue begeistert mich bisher nicht. Ich kann aber verstehen, dass andere das anders sehen und die Schwermütigkeit genauso mögen.


Forevermore (Ltd.Digipak+Dvd)
Forevermore (Ltd.Digipak+Dvd)
Preis: EUR 11,99

24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen David Coverdale hat sich widerlegt ..., 27. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Forevermore (Ltd.Digipak+Dvd) (Audio CD)
Ich hatte in der Rezension zu Good to be Bad die Frage aufgeworfen, ob David Coverdale sich selbst widerlegt hatte, als er in einem Intwerview mal sagte, die besten Songs seien alle schon geschrieben. 2008 hatte er sich nicht widerlegt, und 2011 eigentlich auch nicht, wenn da nicht der Titeltrack wäre. Aber dazu später mehr.

Zuvor ein Wort zu Coverdales Stimme. Ich las in der ein oder anderen Rezension, dass sie sehr angeschlagen und krächzig sein soll. Dies habe ich eigentlich auf dem neuen Album nicht so wahrgenommen. 2008 kritisierte ich seine Stimme dafür, dass er auf die klare sonore Stimme bei ruhigen Passagen verzichtete. Insbesondere die drei Balladen auf Good to be bad hatten nur diese sehr rauhe Stimmlage. Auf Forevermore hat David Coverdale sich wieder seiner klaren Stimme besonnen. Gefühlt würde ich drei Songs als Ballade bezeichnen und jede davon ist schon für sich gesehen besser als die vergleichbaren Songs auf Good to be bad, vielleicht til the end of time mal ausgenommen. Aber die neuen ruhigen Stücke wie Easier said than done, one of these days und Fare the well wirken unverkrampft und haben ein schönes leichtes Flair. Hier singt Coverdale fast so wie früher, wenn man einfach mal berücksichtigt, dass er inzwischen fast 60 Jahre alt ist und man mit einer gewissen Altersfärbung leben muss. Da ich von drei balladesken Stücken sprach, werden viele denken, dass ich nicht richtig gezählt habe. Ich habe aber Forevermore aus diesem Reigen herausgenommen, da dieser etwas Besonderes ist.

Der Titelsong hat eine Laufzeit von etwas mehr als 7 Minuten. Dieser Umstand dürfte leider verhindern, dass er einer von Whitesnakes Superhits wird, obwohl das bei Guns'n'Roses mit November Rain ja mal funktioniert hatte. Der Song wird rein akustisch mit Gitarre und Gesang mit leichter Keyboarduntermalung eingeleitet. Der Gesang Coverdales ist klar wie z.B. bei Blindman. Die Melodielinie ist brilliant, so wie wir es von Whitesanke lange nicht haben hören dürfen. Nach dieser Einleitung setzt dann das geniale und sehr getragene Gitarrenspiel von Doug und Reb ein, jeder Ton passt und rundet den Song zu etwas ganz Besonderem ab. Die Rythmussektion tut ihr Übriges. Für mich und meinen bescheidenen Geschmack widerlegt sich David Coverdale, es wurde ein weiteres kleines Meisterwerk mit dem Titelsong geschaffen.

Gerockt wird auf dem neuen Album selbstverständlich auch. Dabei gibt es durchaus Highlights, die auf manch altem Album zu den guten Songs gehört hätten. Jeder mag sich dabei vorstellen, wie diese Lieder in der jeweils anderen Besetzung geklungen hätten. Als Anspieltipps mögen hier der grandiose Opener Steal your Heart away, All out of Luck, Tell me how und Love & traet me right dienen.

Es fällt im übrigen auf, dass das gesamte Album den Eindruck macht, als sei es mehr aus einem Guss. Es wirkt runder als Good to be bad. Es werden nicht alle Geschmäcker bedient, was mir jetzt im Vergleich den Vorgänger etwas verkrampfter erscheinen lässt. Es fehlt z.B. eine erneute Komposition, die das bekannte Black Dog-Thema hat. Auch eine direkte Entlehnung von Kashmir findet nicht statt. Auch wenn der Sound natürlich an Good to be bad anknüpft, macht das Album insgesamt doch den Eindruck, dass die Songs eine bluesigere Seele haben. Damit es dann auch mal deutlich der Blues ist, gibt es dafür mit Whipping Boy Blues einen wahren Bluesstampfer.

Das Ltd. Digipack bietet zu den 13 regulären Titeln 3 Bonustracks, es sind andere Mixes von Love will set you free und dem Hardrockkracher My Evil Ways sowie eine Akustikversion von Forevermore. Diese ist wegen der Melodie sehr schön anzuhören, aber kein Vergleich zum eigentlichen Titeltrack. Die DVD ist sehr nett, bietet aber nun nicht die bahnbrechenden Inhalte. Aber für den geringen Mehrpreis ist das aber ok.

Da ich Good to be bad 5 Sterne gegeben hatte, was ich jetzt im Vergleich zur neuen Scheibe nicht mehr tun würde, bleiben für Forevermore nur klare 5 Sterne und eine Kaufempfehlung auch für die, die nicht Fan von Whitesnake sind. Für einen 60jährigen singt Coverdale immer noch großartig. Es fallen mir nicht viele Sangesbrüder seines Alters ein, die ein derartiges Niveau haben halten können. Nur Dio ragt da heraus (R.I.P) ...


Avantasia - Flying Opera - Around The World In 20 Days (Ltd. Edition Digi Box Set) [2 DVDs + 2CDs]  [Limited Edition]
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DVD ~ Tobias Sammet
Preis: EUR 29,90

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Livedokument, eigentlich gar nicht aufführbar ..., 20. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses wunderbare Projekt Avantasia, welches ursprünglich mal nur als einmaliges Projekt Metal Opera gedacht war, hat es zur Bühnenreife gebracht, dessen Dokument wir mit dieser DVD in den Händen halten dürfen. Eigentlich ist das nicht wirklich fassbar, aber es ist Wirklichkeit geworden.

Studiomäßig haben wir mittlerweile 5 Runden mit der Metal Opera 1 und 2 und der Scarecrowtriologie. Das war ursprünglich auch nicht absehbar und inzwischen lässt sich konstatieren, dass es mit diesen 5 Runden noch nicht zu Ende sein muss. Aber dazu später einen kleinen von mir vermuteten Ausblick. Dieses Projekt allerdings auf die Bühne zu bringen und eine, wenn auch kleine, Welttour daraus zu machen, das ist die eigentliche Leistung dabei. Die Schwierigkeit ist es, die so verschiedenen Musiker und Sänger dafür unter einen Hut zu bringen. Und richtig, alle konnte Tobias Sammet wohl auch nicht kriegen. Ein Alice Cooper, Russel Allen und 2010 Klaus Meine, Jon Oliva, Tim "Ripper" Owens und auch Eric Singer waren nicht dabei. Michael Kiske fühlte sich erst wieder 2010 innerlich bereit zu einem Bühnencomeback, so dass er auf dieser hier vorliegenden DVD leider nicht dabei ist. Wer auf der 2010er Tour dabei war, wird mir zustimmen, dass das vielleicht der Wermutstropfen in einer ansonsten vollkommen gelungenen Aufnahme ist.

Die Doppel-DVD und Doppel-CD ist wirklich ansprechend aufgemacht in zwei schönen Booklets, die in einem Pappschuber untergebracht sind.
DVD 1 umfasst die Liveshow, die aus zwei Auftritten zusammengeschnitten wurden und zwar einmal dar in Wacken sowie der vom Masters of Rock Festival in der Tschechischen Republik. Natürlich bemerkt man die Unterschiede sehr gut, wann welcher Auftritt ins Bild gesetzt wurde, aber es so gut zusammengeschnitten, dass zumindestens der Eindruck erweckt wird, als wäre das ein Auftritt aus einem Guss. Somit wird der Genuss überhaupt nicht geschmälert. Man bemerkt den Unterschied dann an den berühmten Kleinigkeiten wie Bühnenkleidung der Protagonisten, die von Geisterhand von Song zu Song wechselt oder an den Songansagen von Toby, die mal auf Deutsch in Wacken oder auf Englisch beim Masters of Rock gehalten werden. Aber das wäre eine leichte Mäkelei auf verdammt hohem Niveau, weil entscheident sind die Songs, und die haben es in sich.

Natürlich fehlt das Material von The Wicked Symphonie und Angel of Babylon, aber das tut der Show überhaupt keinen Abbruch. Den Auftakt machen drei Songs von The Scarecrow, nämlich Twisted Mind, das grandiose Titelstück und Another Angel down. Hier zeigt sich, dass diese Stücke in der Liveperformance noch stärker daher kommen und mit leicht veränderter Sängerreihenfolge aufwarten. Überragend neben Tobias ist vor allen Dingen Jorn Lande, den ich immer mehr als Sänger schätze. Danach gibt es dann Highlights aus der Metal Opera mit Prelude/Reach out for the Light als Auftakt. Inside wird als Ballade zu fast 50 % vom Publikum getragen. Insbesondere hier und auch später gegen Ende zeigt sich Tobias Sammet sehr ergriffen darüber, dass er vor einem solchen Publikum headlinen darf. Sehr schön auch das Bild der wogenden Hände in Wacken. Auf the Toy Master macht uns Kai Hansen den Alice Cooper. Auf der neueren Tour kam ja noch das grandiose Death is just a feeling hinzu, was im Studio von Jon Oliva gesungen wird. Für derartige Songs scheint Kai Hansen ein würdiger Vertreter zu sein. Was ich manchmal schade finde, ist, dass die Backgroundmädels Amanda Somerville nur wenig und Cloudy Yang keinen Leadgesang beizutragen haben. Zumindestens auf Farewell macht das Amanda sehr schön. Auf dem Schlussmedley stellt Tobias sehr humorvoll die Bühnenband vor, schon eine sehr illustre Runde. Bob Catley, gesanglich der Altmeister, scheint sichtlich seine Freude an diesem Projekt zu haben. Manchmal meine ich, dass er den geistigen Getränken sehr zugesprochen haben könnte, gesanglich merkt man das aber nicht. Jorn Lande singt wie bereits gesagt überragend, auch Andre Matos und einige Passagen von Oliver Hartmann, einer der beiden Gitarristen.

Das ist insgesamt ein wirklich tolles Konzert gewesen, auf keinen Fall schlechter als die Neuauflage 2010, welches mit 3 Stunden eine längere Dauer hatte. Dieses Jahr in Wacken treten sie noch Mal auf und wer weiß, vielleicht wird es noch mal aufgezeichnet mit den neuen Stücken und mit Michael Kiske, der bei dem Auftritt, dem ich beiwohnen durfte, ebenfalls grandios sang.

Avantasia ist jetzt nun wahrlich ein sehr erfolgreiches Projekt und ich kann mir nicht vorstellen, dass da niemals mehr etwas kommt. Die nächsten Jahre wird es sicher ruhiger werden, die vielleicht mal unterbrochen werden mit den Aufnahmen aus 2010/11. Aber irgendwann wird es Toby jucken, alles zumindestens im Studio noch mal zu toppen. Ich gebe diese Hoffnung auf jeden Fall nicht auf.

DVD 2 ist der Tourfilm. Er ist sehr interessant und bietet viel wissenswertes rund um Avantasia und die Tour. Aber da bin ich noch nicht so richtig durch, das muss ich mir noch etwas genauer zu Gemüte führen.

Die beiden CD's bieten die Show extrahiert auf zwei Rohlinge. Schöne Beigabe, dann brauche ich mir die Tonspur nicht selber zu ziehen. Alles in allem, ein sehr schönes und lohnenswertes Dokument, an dem man sehr lange Freude haben wird. Es ist ihr Geld absolut wert.


Rocket Ride
Rocket Ride
Preis: EUR 18,18

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Platte macht Spaß, 10. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Rocket Ride (Audio CD)
Spätesten mit Rocket Ride begann insbesondere bei den älteren Fans die Kritik lauter zu werden, da eine Entfernung vom ursprünglichen Powermetal nicht mehr zu übersehen war. Ein Stückweit kann ich das sogar verstehen, da man mit jeder Neuerscheinung total gespannt auf das Ergebnis ist und ja auch eine gewisse Erwartungshaltung hat. Mir ist das mal mit Jethro Tull so gegangen, als sie in den 80ern die elektronischen Sounds entdeckten und 1984 mit Under Wraps in einen aus meiner Sicht Irrweg geraten waren. Hier bei Edguys Rocket Ride sehe ich aber keinen Irrweg. Im Sinne der Musik schon gar nicht, da das hier immer noch Hard Rock/Metal ist. Die Entscheidung, einen bestimmten Stil nicht immer wieder gebetsmühlenartig zu wiederholen sorgt dafür, dass man sich nicht in einer Endlosschleife wiederfindet und seine Kreativität voll entfalten kann. Peter Gabriel hat 1975 Genesis nach der Tour zu The Lamb lies down on Broadway genau deswegen verlassen. Er sah den Progressive Rock mit dieser Platte komplett ausgereizt. Für seine neuen Ideen verließ er damals die Band. Wenn man jetzt die Rocket Ride sich genauer betrachtet, sieht man, dass der Power Metal nicht zur Gänze verschwunden ist, das Repertoire ist nur abwechslungsreicher geworden, sogar Spaßsongs wie Trinidad halten Einzug, obwohl ich das von Edguy nicht so oft hören möchte.

Stücke wie Rocket Ride und Return to the Tribe sind aus meiner Sicht ganz in der Tradition des Powermetal gehalten. Beim Titelstück fällt mir auf, dass Toby ganz leichte Anleihen bei Dio (R.I.P.) genommen hat. Vergleicht mal die Bridge mit der des Stückes Rainbow in the Dark. Wirklich nur leicht, aber hörbar. Dass Toby auch Fan von Dio ist, beweist er mit dem Stück Soul Asylum. Die Struktur ist ganz im Stile Dios. Bestes Beispiel ist dafür The Last in Line.

Aber es ist nicht nur Powermetal und Dio. Auch eine Art Progressivemetal ist möglich. Das längste Stück auf dem Album heißt Sacrifice und hat alle Elemente des Progressive, verschnörkelt mit überraschenden Wendungen.

Auch einfacher und druckvoller Metal ist mit Out of the Vogue möglich. Catch of the Century könnte man anfangs auch in diese Richtung einordnen, wenn da nicht das absurde Ende wäre. Manchmal scheint der Humor etwas merkwürdig zu sein.

Das ist auch, was man dem ganzen Album bescheinigen muss, es kommt sehr leicht rüber, obwohl das für ein Metalalbum paradox klingt und macht unglaublichen Spaß mit seiner Abwechslung, auch wenn die unvermeidliche Ballade mit Save me nicht fehlt. Ich finde dieses Album stärker als den Nachfolger, da dieses nicht ganz so vielfältig daher kam.

In diesem Sinne freue ich mich im Sommer auf die neue Edguy. Auch wenn ich bei allen anderen Alben keine Erwartungshaltung hatte, weil ich sie mir nacheinander in sehr kurzer Zeit als Späteinsteiger erschlossen hatte, jetzt aber habe ich eine.


Tinnitus Sanctus
Tinnitus Sanctus
Wird angeboten von right now!
Preis: EUR 12,30

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut, aber nicht das stärkste Album, 9. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Tinnitus Sanctus (Audio CD)
Ich bin in Sachen Edguy ein Späteinsteiger. Aufgrund meines fortgeschritten Alters von mittlerweile 46 Jahren macht sich musikalisch oft auch eine gewisse Sturheit breit, was das Entdecken neuer Musik betrifft. Auch ich bin manchmal einer, der Gefahr läuft, sich im Gestrigen zu verlieren und immer noch den alten Helden zujubelt, an die ja sowieso keiner und schon gar niemand aus der jungen Generation heranreicht. Zumindestens ertappe ich mich dabei manchmal. Die Entdeckung von Edguy für mich verdanke ich meinem Sohn und nicht eigener Entdeckungslust. Seit dieser Erfahrung bin ich allerdings wieder aufgeschlossener Neuem gegenüber.

Jetzt habe ich Edguy erstmalig kennen gelernt mit diesem Album hier. Ich habe mir deren Backkatalog danach dann quasi rückwärts erschlossen. Das war übrigens eine gute Erfahrung, nicht Fan der ersten Stunde zu sein, weil ich nie Erwartungen an ein Album gelegt hatte. Edguy haben sich in der Zeit stetig entwickelt, so viel steht fest. Das jeweils neue Album war nicht immer zwingend besser als das vorangegangene, aber zumindestens immer irgendwie anders. Dadurch macht man sich nicht zum Gefangenen eines Stils, man wirkt immer frisch und zeigt sein kreatives Potential. Tobias Sammet ist eh ein ziemlich begnadeter Songwriter. Meine persönlichen Favoriten sind Hellfire Club und Mandrake. Aber das ist wie immer Geschmacksache.

Tinnitus Sanctus war keine Steigerung zum Vorgängeralbum, einfach weil ich da die Songs für komplexer gehalten habe. Und Tinnitus Sanctus war eine weitere Entwicklung hin mehr zu Classic Hard Rock. Dadurch bedingt gewinnt man den Eindruck, dass viele Songs insgesamt auf diesem Album mehr einfacher komponiert wurden. Viele komplizierte Verschnörkelungen, die ich z.B. an the Pharao und The Piper ... so liebe, finden hier nicht statt. Trotzdem bleibt das Songwritung immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Speedhoven und Dragonfly erfüllen im Ansatz doch noch den Anspruch, komplexere Songs zu sein. Herausragend ist für mich der Opener Ministry of Saints. Die übrigen Stücke haben alle wunderbare Melodien, tolle Riffs, keine Frage. Alle Songs sind sehr gut produziert, haben den bekannten schönen fetten Gitarrensound. Tobis Gesang ist hier etwas rauher geworden im Vergleich zu früheren Alben, was ich als sehr positiv und erwachsener empfinde. Den einen Stern ziehe ich ab, weil ich Edguy mit sich selber vergleiche, sie haben die Messlatte in Sachen Songstruktur und Kompositionen ziemlich hoch gelegt. Diese haben sie dann mit Tinnitus Sanctus nicht übersprungen. Aber gut, es ist aber trotzdem ein gutes Album, von dem ich die meisten Songs oft gerne höre.


Love Will Set You Free
Love Will Set You Free
Preis: EUR 1,29

4.0 von 5 Sternen Appetithappen, 23. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Love Will Set You Free (MP3-Download)
Love will set you free heißt der Appetithappen von Whitesnake, der uns 1 Monat vor dem Veröffentlichungstermin des neuen Albums zur Verfügung gestellt wird. Der Song ist ein flotter Rocker, nichts bahnbrechendes eben, aber er geht leicht ins Ohr. Soundmäßig ist er an die ähnlich gelagerten Stücke des Good to be Bad Albums wie z.B. Call on me oder Can you hear the Wind blow angelehnt. Rückschlüsse auf das kommende Album lässt dieser Song aber nur insoweit zu, als dass wir uns vom Sound her wohl darauf einstellen dürfen, was bereits auf Good to be Bad für Gesprächsstoff sorgte. Also weniger gefühlvoller Blues, mehr Hardrock. Da aber auch auf Good to be Bad nicht gänzlich auf bluesiges verzichtet wurde, darf mein beim neuen Album durchaus hoffen. Ich habe es selbstverständlich im Ltd. Digi Pack + DVD hier vorbestellt.


Love Will Set You Free
Love Will Set You Free
Preis: EUR 1,29

4.0 von 5 Sternen Appetithappen, 22. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Love Will Set You Free (MP3-Download)
Love will set you free heißt der Appetithappen von Whitesnake, der uns 1 Monat vor dem Veröffentlichungstermin des neuen Albums zur Verfügung gestellt wird. Der Song ist ein flotter Rocker, nichts bahnbrechendes eben, aber er geht leicht ins Ohr. Soundmäßig ist er an die ähnlich gelagerten Stücke des Good to be Bad Albums wie z.B. Call on me oder Can you hear the Wind blow angelehnt. Rückschlüsse auf das kommende Album lässt dieser Song aber nur insoweit zu, als dass wir uns vom Sound her wohl darauf einstellen dürfen, was bereits auf Good to be Bad für Gesprächsstoff sorgte. Also weniger gefühlvoller Blues, mehr Hardrock. Da aber auch auf Good to be Bad nicht gänzlich auf bluesiges verzichtet wurde, darf mein beim neuen Album durchaus hoffen. Ich habe es selbstverständlich im Ltd. Digi Pack + DVD hier vorbestellt.


Time to Be King (Ltd.Digi)
Time to Be King (Ltd.Digi)
Preis: EUR 16,57

4.0 von 5 Sternen Nicht so stark wie die Vorgänger, 6. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Time to Be King (Ltd.Digi) (Audio CD)
Time to be King ist eigentlich das Album von Masterplan, welches ich zuerst intensiv gehört hatte. Auf der Suche nach Musik, auf denen Jorn Lande zu hören ist, stieß ich zwangsläufig auf Masterplan und dort eben auf dieses Album. Wenn ich dann sofort eine Rezension geschrieben hätte, wäre ich wahrscheinlich bei 5 Sternen gelandet. Aber wie das dann so ist, man vergleicht eine Band mit sich selbst und wird überrascht. Jetzt Time to be King schlecht zu reden, wäre schlichtweg Unsinn. Aber gegenüber den beiden ersten Werken fällt es doch so zurück, dass man aus meiner Sicht einen Stern abziehen kann.

Vor allen Dingen fällt auf, dass Time to be King deutlich leichter zu erschließen ist, die Songs sind eingängiger komponiert, mehr auf Nummer sicher sozusagen. Vielleicht liegt es auch daran, dass mit dem Gitarristen Kusch das besondere Moment fehlt. Müßig, dass weiter zu ergründen, möglicherweise wollten Masterplan das Album genauso veröffentlichen. Das muss man dann auch respektieren.

Aber bei aller Kritik über Eingängigkeit von Songs, da sind aber doch zwei tolle Höhepunkte auf dem Album drauf, die ich gerne hervorheben möchte. Zum einen wäre da das Titelstück, welches einen mittelalterlichen Glockenschlag zum Auftakt hat. Dann folgen wieder Melodien zum Zungeschnalzen und ein ganz starker Refrain. Noch besser als das Titelstück wäre the dark Road. Wer ab und an meine Rezensionen gelesen hat, kann sich denken, dass es ein etwas längeres Stück ist, welches in einem eindringlichen und getragenen Rythmus gespielt wird. Großes Kino.

Die übrigen Songs sind jetzt alle nicht schlecht. Sie wären aber an der Grenze zum Durchschnitt, wenn sie nicht Jorn Lande singen würde. Er macht diese Songs doch noch zu etwas Besonderem.

Einzig das Bonusstück hätten sie sich klemmen können. Kisses from you klingt wie Queen und im Zweifel bevorzuge ich das Original. Aber wegen der zwei richtigen Höhepunkte und Jorn Landes Gesang ist mir das Album noch 4 Sterne wert.


Aeronautics
Aeronautics
Preis: EUR 11,99

5.0 von 5 Sternen Der zweite Streich, 6. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Aeronautics (Audio CD)
Diese Werk hier ist der Nachfolger von Masterplan, dem überaus starken Debut um Sänger Jorn Lande. Ganz leicht lässt sich hier feststellen, dass die meisten Songs etwas eingängiger geraten sind als auf ihrem Erstling. Es ist sicherlich noch nicht in dem Rahmen zu verzeichnen, dass es bereits Abzüge nötig hätte, aber trotzdem, ganz erreicht wird das Niveau des Erstlings nicht. Aber wie heißt es so schön, es ist eine Kritik auf sehr hohem Niveau.

Crimson Rider ist auch hier wieder ein sehr starker Opener, aber leichter zu erschließen als auf dem Vorgängeralbum. Hier bestechen für mich die fetten Gitarren, die nicht mehr aus den Gehörgängen weichen wollen.

Gar ebenso stark oder vielleicht noch eine Spur besser ist Back for my Life, auch hier wieder bestechend in der Gitarrenarbeit. Weiterer Anspieltipp aus meiner Sicht, welcher ebenso in diese Richtung geht, wäre Im not afraid.

Der eindeutige Höhepunkt dieses Albums wäre das 9minütige Black in the Burn. Hier werden alle Register gezogen, tolle Melodien, manchmal disharmonische Gitarren und Soli. Er vereinigt alle Elemente, die man sich in diesem Genre wünscht, dabei ist er dann auch nur teilweise getragen gespielt, der Song nimmt auch ganz schön Fahrt auf.

Über allem trohnt natürlich Jorns geniale Stimme. Er ist für mich ein wichtiger Garant, dass es nach den alten Größen des Metal auch weiterhin große Stimmen geben wird.

Insgesamt hätte ich das vorliegende Album im Vergleich zum Debut etwas schwächer eingeschätzt, ich ziehe aber noch keinen Stern ab, es ist trotzdem ein starkes Stück Musik in seiner Zunft.


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