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Beiträge von Rock Tullie
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Rezensionen verfasst von Rock Tullie (Bedburg-Hau, NRW)
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Deep Purples Verneigung vor Jon Lord, 3. Mai 2013
Ich neige auch schon mal dazu, meine erste Begeisterung nieder zu schreiben. Iach laufe aber regelmäßig Gefahr, dass das erste Urteil nicht richtig sein könnte. Zuegegeben, oft bestätigt sich der erste Eindruck, aber manchmal ist das auch anders. Was ich so überhaupt nicht leiden kann, ist die Beurteilung von Musik, die man nur im Netz oder auf dem PC als Schnellkonsum genossen hat. Das wird Musik, die ja immerhin noch eine der schönsten Kunstformen unserer Zeit ist, einfach nicht gerecht. Ich bin jetzt weit davon entfernt, Leuten zu unterstellen, dass der PC ungeeignet ist, um sich Musik zu erschließen. Der PC hat aber das Manko, zum schnellen Konsum zu animieren. Selbst, wenn man das gar nicht will, passiert so etwas, der Song geht zu ruhig los, es juckt einen in den Fingern und schwupp, springt man im Song nach vorne. Die Neigung, nicht die Geduld aufzubringen, wird absolut begünstigt. Bitte glaubt nicht, dass ich das als Vorwurf an irgendjemanden formuliert sehen möchte, denn mir ist das selbst schon passiert. Vorbei sind die seligen Zeiten einer LP. Wenn der Tonarm mal auf der Rille war, musste man auch erst mal zuhören, weil das Erheben aus dem Sessel zu lästig war. Genau das habe ich bei Now what?! gemacht. Mich in den Sessel gesetzt und nicht mehr aufgestanden. Natürlich ist es heute die CD und nicht die LP, aber Geduld sollte sich hier ebenfalls auszahlen. Und das Album verdient die Geduld. Für mich hat sich seit langem mal wieder die Frage gestellt, ob hier was Großes gelungen sein könnte. Die Frage kann ich jetzt noch nicht beantworten, aber möglich wäre das. Now what?! ist alles andere als eingängig, aber von der ersten Sekunde an sehr spannend und wird nie langweilig. Deep Purple erlauben es sich, das Album sehr ruhig, einfach und reduziert zu beginnen. Man muss schon sehr selbstbewusst und vom Album sehr überzeugt sein, um so etwas zu machen, vom üblichen Prozedere abzuweichen, einen schnellen Kracher oder eine opulente Instrumentaleinleitung zu wählen. Was dann auch von Anfang an auffällt, ist eine großartige Produktion. Im Vorfeld war ja bereits klar, dass sie es dieses Mal nicht selbst machen würden, sondern niemand Geringeren als Bob Ezrin dafür gewinnen konnten. Diese Entscheidung war ein absoluter Gewinn. Manche Band sollte sich von Zeit zu Zeit hinterfragen, ob sie durch einen solchen Schachzug nicht gewinnen. Bob Ezrin schafft es, Deep Purple so in 2013 zu hieven, dass nichts aufgesetzt wirkt und die Songs keine Abziehbilder irgendeinen Zeitalters. Würde Ian Gillan nicht dieses Jahr schon 68 Jahre alt, könnte man tatsächlich von einer erwachsenen Leistung sprechen. Aber so spräche dieser Satz dem Tatsächlichen natürlich Hohn. Was hat das Album aus den 70ern? Nach meinem Dafürhalten ist es diese Liveatmosphäre, die es so noch nicht auf einem Studioalbum von Deep Purple gab. Es wirkt, als habe man alles hintereinander weg gespielt, so rund klingt alles. In Rock, Fireball und Machine Head sind absolut einzigartig, so etwas kann und will man auch nicht wiederholen, warum auch? Diese Alben gibt es und haben einen besonderen Platz in der Bandhistorie. Dafür haben sich Deep Purple auf Now what?! quasi neu erfunden. Was man von ihren Livekonzerten kennt, wenn die einzelnen Musiker zusammen jammen und zeigen, was sie auf ihren Instrumenten können, hat man erstmalig in so einer Form in Studiosongs verewigt. Cooles Beispiel wäre da Hell to Pay, einen Song, den man ebenfalls im Vorfeld kannte, der aber in der radioeditierten Version fast schon enteiert wirkt. Insofern lässt sich schon sagen, dass man etwas aus der Made in Japan in die Jetztzeit transportiert hat. Es entsteht jedoch immer wieder der Eindruck, warum hören die Songs eigentlich jetzt auf? Das wäre der Unterschied, denn es ufert nicht aus. Aber wir haben hier keine 3minüter auf diesem Album versammelt. Zwischen 4 und 7 Minuten ist alles vertreten. Ein Trademark Deep Purples ist hier jedoch besonders hervor zu heben. Don Aireys Spiel ist die uneingeschränkte Verneigung vor Jon Lord, der uns viel zu früh verlassen hat. Nichts wirkt berechnend, jeder Durchlauf hat andere Fascetten des Orgelspiels für uns parat, man entdeckt immer wieder Neues. Mal fetzig improvisiert und mal ganz sanft und ein anderes Mal durchaus jazzig auf einem alten Klavier. Jons Geist ist in jeder Note des Albums spürbar. Er wird da, wo er jetzt ist, seine helle Freude haben. Diesem Spiel entsprechend angepasst ist auch die Gitarre von Steve, es ist alles absolut stimmig, sein Stil ist vollkommen anders als von Ritchie Blackmore, trotzdem passt es zu Deep Purple der 70er mehr als der spätere Ritchie Blackmore, dessen letzte Produktionen mit Deep Purple immer mehr nach Rainbow klangen. Aber beide haben ihren Platz und Ritchie hat noch größere Verdienste um Deep Purple. Erst mit diesem neuen Album hat Steve Morse, der bis dahin schon wirklich gut war, eine außergewöhnliche Leistung gezeigt. Die Gitarre wirkt etwas entzerrt, ist aber im Zusammenspiel mit Don Airey präsenter denn je. Selbst die schon immer überragende Rythmusabteilung Glover und Paice hat die Messlatte noch mal hoch gelegt. Meine Schlussworte gelten Ian Gillan, der seine musikalische Entwicklung auf erhabene Weise auf ein neues Niveau hebt. Versuchte er auch nur im Ansatz seine Schreie immer wieder zu reproduzieren, wäre er sein eigenes Abziehbild, nur schlechter und wenn er Pech hat, peinlicher. So konzentriert er sich auf seinen Gesang und zeigt sich mit einer würdigen Vorstellung, die niemals peinlich wirkt. Aber seinen Schrei gibt es dann einmal doch am Schluss von Vincent Price, der Song über den Horrorschauspieler einer anderen Zeit, dessen Originalstimme wir alle von Michael Jackson's Thriller kennen. So sehr ich mir immer neues Material von Deep Purple wünschen würde, wäre Now what?! das letzte Album, es wäre ein würdiges Finale … Und so lege ich mich doch fest, auch wenn ich dieses Mal ohne Anspieltipps auskomme, Deep Purple haben etwas Großes geschaffen!
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Auf dem Weg zur Perfektion ..., 14. April 2013
Ich habe mir dieses Mal ziemlich viel Zeit genommen mit dem Album und bin jetzt natürlich ziemlich spät dran mit einer Rezension. Aber auf der anderen Seite wollte ich dieses Mal sehen, ob meine Begeisterung sich halten würde. Viele Alben der jüngeren Vergangenheit gehen sofort in die Gehörgänge, werden aber auch schnell langweilig. Der Musikkonsument im allgemeinen scheint etwas verwöhnter zu sein und der schnelle Konsum durch das Netz ist auch nicht immer hilfreich. Sei's drum, the Mystery of Time ist nach Thick as a Brick 2 seit langem mal wieder ein Album, welches seit seinem Eintreffen bei mir den CD-Player nicht mehr verlässt. Es hat mich vom ersten Tag an in seinen Bann geschlagen, obwohl ich bei den ersten drei bis vier Durchläufen nicht bei allen Songs sofort den echten Zugang hatte. Dies mag auch daran liegen, dass es zwei Songs auf dem Album gibt, die mir anfangs ein wenig sperrig daherkamen, da ist direkt dann auch der Opener Spectres vertreten. Die Brüche in Tempo und Rythmus sind zunächst gar nicht so eingängig gewesen. Ich brauchte da ein paar Durchläufe, in denen sich der Song erst spät entfaltete. Aber wie nähert man sich einem solchem Album mit dem Namen Avantasia, ein Projekt mit einem solchen Backkatalog, bei dem sich trefflich streiten lässt, was ist jetzt das beste Album. Sicher ist die Metalopera ein Werk, welches über allem zu thronen scheint, aber alle Nachfolgewerke wollten gar nicht in dieser Tradition betrachtet werden, stehen alle für sich und sind auf verdammt hohem Niveau. Bei allen Werken steht in vorderster Linie die Frage, welche Sänger welche Sangesrolle übernahmen. Man könnte es über diese Schiene für das neue Album versuchen. Jorn Lande ist nicht dabei, ein Umstand, den viele als Mangel vorab sehen wollten. Ich zählte mich zunächst auch dazu, bin aber inzwischen anderer Meinung. Jorn Landes Präsenz auf den letzten drei Alben war schon ziemlich übermächtig und neue Sänger verleihen the Mystery of Time eine neue Frische und Entwicklung, welches gemeinsam mit dem Orchester die Veränderung spüren lässt und auf der anderen Seite das Besondere der Wicked Triologie erhält. Inzwischen sehe ich diesen Schachzug als ausgesprochen postiv an. Als Konstante bleibt Michael Kiske und Bob Catley, deren Sangeseinsatz in der Vergangenheit auf den Alben aber deutlich punktueller war als der Jorn Landes. Gerade Michael Kiske liefert mit Where Clockhands freeze und Dweller in a Dream zwei Glanzstücke des Powermetal ab. Ein weiterer Einsatz auf Savior in the Clockwork ist eher eine Art Background und bleibt deutlich mehr im Hintergrund. Bob Catley ist auf dem neuen Album nur auf The great Mystery vertreten, dort aber gewaltig. Seine Stimme trägt diesen Song schon auf eine majestätisch anmutende Weise. Dieser ist der andere sperrige Song, welcher mehrfach überraschend Tempo und Rythmus wechselt und immer wieder überraschende Wendungen hat. Hier treten auch die vielen kleinen Zitate zu Tage, denen sich Tobias Sammet kompositorisch so gerne bedient. Meistens bedient er sich des eigenen Fundus, aber zusätzlich wähnt man sich mal in einem Meat Loaf Song und dann in der Mitte plötzlich bei John Miles Music. Aber Tobias verbindet diesen großartigen Longtrack zu etwas eigenständigem, dessen Anleihen aber durchaus hörbar bleiben. Die einzige echte härtere Rocksequenz in diesem Song wird von Joe Lynn Turner gesungen. Joe Lynn Turner war mir in den 80ern und 90ern eigentlich ein eher ungeliebter Sänger. Rainbow habe ich seit jeher nur mit Ronnie James Dio verbunden und Deep Purple mit Ian Gillan, so dass die Akzeptanz von Joe alles andere als groß war. Mit dem Abstand der Jahre bleibt aber, dass er trotzdem einen großen Job erledigt hatte. Dieses macht er hier auch, trotzdem man merkt, dass seine Stimme deutlich gealtert ist. Er bewältigt noch große Gesangsleistungen, aber nicht mehr alles. Sein Einsatz auf Spectres ist noch sehr spärlich, dafür ist dann the Watchmakers Dream grandios. Dazu singt er auf beiden Longtracks, neben dem beschriebenen The Great Mystery auf dem über 10minütigen Savior in the Clockwork. Für mich ist das mein Übersong auf dem Album, weil er mehr dem Hardrock huldigt und etwas weniger dem Epischen und Bombastischen, obwohl das Orchester hier auch seinen wesentlichen Anteil hat. Ich finde diesen Song sehr intelligent komponiert und bietet einem weiteren Sänger namens Byff Byford ebenso eine Plattform. Byff Byford kennen wir alle von Saxon, auch wenn ich einräumen muss, mich mit Saxon nicht allzu sehr beschäftigt zu haben. Aber er erledigt hier einen ausgezeichneten Job und sorgt mit dafür, dass Black Orchid ein weiterer Höhepunkt auf der Platte wurde. Ein getragenes Stück über fast 7 Minuten mit düsteren Momenten, in denen Tobi einerseits seinen Sinn für Melodien beweist, aber auch für ein weiteres Zitat aus der Rockgeschichte, Deep Purples Perfect Strangers. Das bereits im Vorfeld bekannte Invoke the Machine ist in seiner Albumversion in meine Top 10 der Avantasiasongs gelangt. Ronnie Atkins, dessen Werk bei Pretty Maids ich aus den Augen verlor, hat eine im Alter tolle Stimmfärbung und beherrscht das extrem rauhe ebenso wie die sonore Stimmfärbung. Aus meiner Sicht der härteste Song des Albums. Natürlich dürfen auf einem Avantasiaalbum die ruhigen Momente nicht fehlen, sie dienen zum Luftholen. Der von Eric Martin gesungene Titel What's left of me gefällt mir persönlich wegen seiner größeren Intensität besser als der von Tobi selbst bezeichnete Popsong Sleepwalking mit der bezaubernden Cloudy Yang. Auf welches Publikum er auch immer dabei schielt oder ob er es überhaupt tut, soll mir egal sein. Das Album ist so, wie es ist, absolut ausgewogen. Tobi selsbt singt wie gewohnt, wenn man berücksichtigt, dass er keines dieser Naturwunder der Stimme ist. Er macht seinen Job ausgezeichnet und ihm verdanken wir schließlich dieses wunderbare Projekt. Tobi zeigt aber mit seinem eigens auf der Limited Edition verewigten Vergleich mit Jon Oliva, wo seine eigenen Grenzen sind, aber das wird er sicherlich selber wissen. Offensichtlich ist dieses neue Kapitel Avantasia nicht zu Ende erzählt und wir dürfen auf eine Fortsetzung hoffen. Im Booklet steht zum Schluss: END OF CHAPTER One Mögen noch viele kommen ...
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Ziemlich günstige Box ..., 20. Oktober 2012
Zu den einzelnen Alben werde ich jetzt nichts sagen. Wer sich dafür interessiert, siehe bitte in den Rezensionen zu den Einzelwerken nach. An sich ist die Box sehr sparsam aufbereitet. Wer jetzt zu den einzelnen Alben nach Informationen sucht, ist hier sicher nicht gut aufgehoben. Das jeweilige Album steckt in einer einfachen Papphülle, welches außer Cover mit Rückseite nichts weiter zu bieten hat. Alle 5 Alben stecken dann in der wie oben dargestellten Pappschachtel. Bei den Alben, welche hier zusammengefasst werden, handelt es sich um 1. Aqualung 2. A Passion Play 3. Minstrel in the Gallery 4. Too old to Rock'n Roll too young to die 5. Songs from the Wood Bis auf Aqualung sind alle Alben in der Remastered Version enthalten. Dieser Umstand machte es für mich günstig, diese Box zu erstehen weil ich bis auf Aqualung die anderen Scheiben nur in der allerersten CD-Pressung mein eigen nennen konnte. Insbesondere Too old to Rock'n Roll ... war da in einer grauenhaften Qualität. Aqualung wäre dann auch mein Kritikpunkt. Insbesondere vor dem Hintergrund des Steven Wilson Remix hätte man auf die Originalfassung in recht zweifelhafter Tonqualität verzichten und statt dessen Heavy Horses in der Remastered Version hinzufügen sollen. Schließlich verzichtet man in dieser Box auch auf Thick as a Brick, dessen Veröffentlichung als Remix von Steven Wilson jetzt im November ebenfalls ansteht. Da ich die anderen 4 Alben remastered nicht hatte, bin ich dennoch gut bedient. 1 Stern Abzug gibt es für Aqualung in der schlecht klingenden Urfassung ...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Dio's Vermächtnis, 6. Oktober 2012
Diese Zusammenstellung beweist einmal mehr, welch großartiger Sänger uns verlassen hat. Ich werde jetzt nicht auf die Songs eingehen, die bereits jeder kennt. Auch ließe sich trefflich streiten, ob man gute Songs vergessen hat oder andere nicht hätte auf die Compilation packen sollen. Irgendein Favorit fehlt immer. Aus dem Vorwort in dem Booklet erfährt man, dass Magica auf 3 Alben konzipiert war. Ich zähle mich zu denen, die Magica sehr mögen. In diesem Zusammenhang wusste ich von einem Interview mit Wendy Dio, dass 5 Songs für Magica II bereits aufgenommen waren. Hier präsentiert man uns Electra. Es ist einfach traumhaft, ich weiß nicht recht, wie ich sonst diese guten 6 Minuten beschreiben soll. Dio at his best ... Aus dem Booklet ergibt sich, dass der Bonustrack Prisoners of Paradise von Master of the Moon stammt. Jedoch war er auf der europäischen Fassung nicht enthalten, sondern lediglich in Japan. Von den drei mir unbekannten Stücken ist er der Schwächste, wenn auch trotzdem ein guter Song ... Das eigentliche Vermächtnis ist aber Metal will never die. Ein ausgesprochen hartes, sehr getragenes Stück, welches auf sehr klare Weise deutlich macht, Helden sterben, aber der Metal nie. R.i.P.
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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein Knaller des Rockblues, 21. April 2012
Manchmal weiß ich gar nicht so recht, wo Walter Trout alle seine Ideen her hat. Von allen Studioalben, die er bisher solo veröffentlicht hat, fällt nur The Outsider ein wenig ab, weil sie ohne große Höhepunkte ein wenig langweilig war. Dieses Manko hatte er mit Common Ground aber direkt wieder behoben und jetzt setzt er mit diesem neuen Output wieder eins drauf. Für mich ist Blues for the modern Daze eines der stärksten Alben im Soloschaffen von Walter. Das Album ist wieder sehr abwechslungsreich geraten und sprüht vor unglaublicher Intensität. Die Aufnahmen haben ordentlich Dampf unter dem Kessel. So rockig war Walter lange nicht, vielleicht letztmalig davor auf Go the Distance von 2001. Natürlich verzichtet Walter nicht auf langsamere Stücke, aber keines der balladeskeren Stücke ist süß geraten, sondern haben für sich ebensolche Intensität wie die knackigen Rocksongs. Dazu kommt vom Gesamteindruck her, dass nur wenige Kompositionen im ganz klassischen Bluesstil gehalten sind. Vielleicht kommt diese Intensität daher, dass erstmalig hauptsächlich Walters Tourband Sammi Avila, Rick Knapp und Michael Leisure das Album eingespielt haben. Auf einzelnen Stücken wirkt der ein oder andere Gast mit. Aber es entsteht ein gewisser Livecharakter. Wer einmal einem seiner Konzerte beiwohnen durfte, weiß, was ich meine. Insgesamt finden sich auf dem Album natürlich alle Trademarks eines guten Walter Trout Albums, er erfindet sich sicher nicht neu. Trotzdem schafft Walter es auf dem einen oder anderen Song, seiner Fender Strat völlig überraschende Töne zu entlocken. Bestes Beispiel ist Money Rules the World, wo er sein Instrument so richtig schön quält, sie herzzerreißend jaulen lässt, ein stampfender knackiger Rocker. Wie auf den meisten seiner Alben hat Walter immer Kompositionen drauf, die zum Feinsten des Bluesrock gehören. Dazu zählen die Anspieltipps You can't go home again, Never knew you well, Brother's keeper und das Titelstück. Aber wichtig ist, es gibt keinen Ausfall auf dem Album und mit Blues for my Baby ist auch ein sehr getragenes klassisches Bluesstück drauf. Die Ltd. Edition hat ein umfangreiches Booklet u.a. mit der Biographie von Walter. Sie ist wie ein kleines Buch mit Papprücken sehr schön aufgemacht. Es wird auf der Homepage garantiert, dass diese Edition nur einmal aufgelegt wird. Viel Spaß mit der 'Old Guitar', Jimmy Trapp wird im Himmel begeistert sein ...
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47 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein nicht für möglich gehaltener Traum, 30. März 2012
Thick as a Brick ist das große Meisterwerk von Jethro Tull von 1972, für mich persönlich noch deutlich vor Aqualung und Songs from the Wood. Die Idee, davon einen zweiten Teil zu machen, schwirrte schon mal in Ian Andersons Kopf, wenn man einem früheren Interview glauben mag. Erst eine Anfrage von Derek Shulman von Gentle Giant soll diesen Gedanken bei Ian entschlussfähig gemacht haben. Jetzt wissen wir alle, dass Ian 1972 es allen Kritikern mal so richtig gegeben hat, die Aqualung noch als ein Konzeptalbum bezeichneten. Er entwarf die Geschichte um Gerald Bostock, der einen Kinderautorenwettbewerb gewann, dessen Eltern aber mit seinem Alter gelogen hatten ( 10 anstatt 8), so dass er disqualifiziert wurde. Dessen disqualifizierte eingereichte Geschichte wurde dann von Jethro Tull verwertet, was dann den Co-Autor Gerald Bostock auf das neue Jethro Tull brachte. Viele hatten damals nicht geglaubt oder gewusst, dass das ein fiktiver Charakter war und alles von Ian Anderson erdacht wurde. Ian schwebte bei seinem zweiten Teil jedoch nicht vor, noch mal so eine humorvolle und surreale Geschichte zu schreiben, so wie man es oft bei Filmfortsetzungen bekommt. Seine Idee war, das Leben Gerald Bostocks nach 2012 zu bringen, der jetzt inzwischen 50 Jahre alt ist, und dabei die Frage aufzuwerfen, wie es ihm in seinem Leben widerfahren sein möge. Genauso, wie sich mancher fragt, an welcher Stelle seines Lebens hätte es für ihn anders laufen können und wäre nicht das geworden, was er jetzt ist, sondern Banker, Politiker, Penner etc. Thematisch war Ian Anderson also raus aus der Nummer, irgendwie noch mal das Gleiche wie vor 40 Jahren zu machen. Das Wichtigste ist jedoch die Frage nach der Musik. Da hatte ich ehrlich gesagt die größte Sorge, ob es überhaupt noch funktioniert. Und wenn man Ians letzte 10 bis 15 Jahre kennt, durfte man durchaus Zweifel haben. Mein für mich letztes wirklich sehr gutes Album war Roots to Branches von 1995 (!) Auch wenn ich die späteren Projekte Secret Language of Birds und Rupis Dance sehr schätze, auch das Christmas Album hat wunderschöne Momente, aber viel kam da nicht mehr im Tull-Katalog. Jethro Tull??? Ja, für mich ist das hier ein Jethro Tull Album, obwohl Martin Barre nicht mitwirkt. So sehr mich das schmerzt, dass der langjährige Weggefährte nicht auf dem Album mitwirkt, so sehr muss man doch konstatieren, dass kaum ein Album der letzten 25 Jahre mehr nach Jethro Tull klingt wie TAAB 2. Das wird u.a. auch daran liegen, dass die Aufnahmen mit den klassischen Tullinstrumenten vollzogen wurden, Akustische Gitarre, Flöte, elektrische Gitarre, Drums und die wunderbare Hammondorgel. Ich empfehle sehr, sich dieses neue Meisterwerk in einem Guss zu hören und verzichte daher auf Anspieltipps, obwohl es mit Banker Bets, Banker wins, Adrift and Dumfounded und mit A Change of Horses durchaus Höhepunkte gibt. Musikalische Zitate aus Thick as a Brick gibt es, aber es sind eher wenige und mit einem Augenzwinkern. Der Auftakt von TAAB 2 geht mit dem Wind von Seite 2 vom Originalalbum los, der Old School Song hat einen Lauf der Hammondorgel, welcher stark an "I come down from the upper Class" erinnert. Manche musikalische Themen werden nicht nur in einem Part verwendet, insbesondere der Gitarrenlauf von Adrift and Dumfounded. Ich habe jetzt den dritten Durchlauf der CD und kann nicht genug bekommen. Andersons Stimme, die man in den letzten Jahren auch durchaus kritisieren durfte, ist ziemlich geschmeidig, sein Flötenspiel hat alle die Merkmale, die man an ihm so schätzt und die er in den letzten Jahren auch eher sparsam eingesetzt hatte. Ich bin jetzt schon restlos begeistert und wer erwartet, dass TAAB 2 ein Abklatsch vom Originalalbum ist, der hat weit gefehlt. Es ist ein komplettes Stück Musik mit sehr eigenständigen Kompositionen. Es empfiehlt sich, dass alles in einem Guss zu hören, von MP3 rate ich ab, es sei denn man bekommt das hin, dass man die Unterbrechungen nicht hört. Da werde ich mir für meinen Player noch was einfallen lassen müssen, weil ich das auch in meinem Urlaub in einem Guss hören möchte. Das Album hat auch ordentlich Dampf und wer meint, Shunt and Shuffle hat was von Locomotive Breath, wird da nicht falsch liegen. Ich empfehle auch aus preislicher Sicht die Special Edition. Den 5.1 Sound habe ich mir noch nicht gegeben, weil meine alte Stereoanlage klanglich weit vor meinem Dolby Surround System steht. Der Jethro Tull Fan kann blind zugreifen, allen anderen sei gesagt, dass auch sie eigentlich nichts falsch machen können, sie bekommen dann mal was wirklich Neues und darüber hinaus schöne komplexe Musik mit sehr intelligenten Texten.
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Steven Wilson sei Dank, 11. November 2011
Aqualung ist wieder da. Ich habe die Scheibe mindestens 2 Jahre nicht mehr gehört. Anfänglich, weil es so auskam und ich Herrn Andersons Weg in den letzten Jahren auch nicht so recht folgen wollte (Ich entsage schon etwas länger seinen Konzerten), später bewusst, nachdem dieser Remix angekündigt wurde. Jetzt habe ich bei Remix oft das Erlebnis gehabt, dass der ursprüngliche Charakter der Musik verfälscht wurde, insbesondere dann, wenn in der Neuveröffentlichung plötzlich eine Dynamik und Klarheit in den Aufnahmen vorherrscht, welche die Aufnahmetechniken in den 70ern noch gar nicht hergaben. Das hat Steven Wilson hier jedoch nicht getan. Jethro Tull's wichtigtes Album bleibt in seiner Ausstrahlung und seinem Charakter vollständig erhalten. Steven Wilson hat alles in seine Einzelteile zerlegt und irgendwie vollständig entstaubt. Mit Grausen erinnere ich mich an meine allererste Vinylaufnahme mit all dem Hintergrundrauschen und nur wenig transparentem Klang. Steven Wilson hat nur die ursprünglichen Masterbänder verwendet, nichts heutiges hinzugefügt, alles komplett neu aufeinander abgestimmt. Herausgekommen ist eines der besten Alben der Rockgeschichte, das so transparent in einem Stereomix noch nie war. Ohne dass man an der Dynamik an sich gearbeitet hätte, hat diese doch deutlich gewonnen. Es wurden Dinge herausgearbeitet, die in dieser Klarheit bisher untergingen. Man höre sich nur das Intro zu Locomotive Breath an mit Martins klarer Gitarre. Natürlich gibt es Schwächen, die Pianos fallen gegenüber der übrigen Instrumentierung etwas ab, aber das ist negative Kritik auf hohem Niveau. Trotz aller Klarheit dieses neu entwickelten Klangs von Aqualung behält man immer den Eindruck, eine Aufnahme von 1971 vor sich zu haben. Steven Wilson --- Danke schön dafür. Die CD 2 hat ein paar Perlen drauf, diverse Early Versions, Songs von Living in the Past etc. Am besten finde ich die Langversion von Wondr'ing Aloud Again. Viel Spaß bei der Neuentdeckung eines alten Meisterwerks.
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5.0 von 5 Sternen
Anfänglich gewöhnungsbedürftig, 27. September 2011
Beim ersten Hören war ich wenig verschreckt, das muss ich ehrlich zugeben. Das liegt vor allen Dingen daran, dass man die Musiker kennt und sie in anderen Gefilden wähnt. Insbesondere über Joe Bonamassa und Glenn Hughes muss man nicht viele Worte machen. Joe kommt bekanntlich vollständig aus der Bluesecke und ist in den letzten Jahren, was Veröffentlichungen betrifft, sehr umtriebig gewesen. sicherlich muss er aufpassen, den Markt nicht zu überspielen. Glenn Hughes kennt der geneigte Fan schon etwas länger, u.a. bei seinen Arbeiten mit Deep Purple und Black Sabbath. Zu diesen beiden illustren Herren gesellen sich dann noch Jason Bonham und Derek Sherinian, der mir persönlich von allen vieren noch der Unbekannteste war. Herausgekommen ist Rock der Extraklasse, sehr roh gehalten, wodurch das Gesamtwerk sehr "old fashioned" klingt, im Vergleich zu den glattpolierten Standards der heutigen Zeit wenig eingängig. Das macht mehrere Durchläufe notwendig, um Zugang zu den Songs zu erhalten. Aber man erhält pure Spielfreude aller 4 Musiker, vielleicht hätte die Hammond für meinen Geschmack etwas deutlicher sein können. An manchen Stellen wirken die Songs sogar improvisiert, so als hätten sie sich ins Studio begeben und für die gesamte Platte nur einen Durchlauf und fertig. Das Album hat seine stärksten Momente bei ruhigen und längeren Passagen wie Song of Yesterday, der am stärksten Richtung Blues geht und Too late for the Sun mit einem langen Mittelteil, der wie bei einem Livekonzert improviesiert ausgedehnt ist. Viel Spaß bei direkter, roher und im besten Sinne unmoderner Musik.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Diese Band macht Musik!, 16. September 2011
Es ist immer schwierig, wenn man an eine Band eine gewisse Erwartungshaltung hat, insbesondere dann, wenn man von Anfang an dabei war. Oft ist es auch so, dass gerade die Fans der ersten Stunde leicht zu enttäuschen sind, da sie am Anfang die Band gepusht und zu Erfolg verholfen haben. Stellt sich der Erfolg dann ein und verändert sich der Stil, fühlt sich der Fan der ersten Stunde ein wenig verraten und verweist darauf, dass es nicht mehr dem entspricht, was eine Band groß gemacht hat, eine Größe, zu denen ihnen nicht zuletzt diese Fans mit verholfen haben. Eine der krassesten Entwicklungen in der Musikgeschichte ist für mein Dafürhalten Genesis mit einem meiner Lieblingsalben "The Lamb lies down on Broadway". Der spätere Megaseller "We can't dance" im Vergleich dazu ist grauenhaft, obwohl es für sich ein gutes Album ist. Ich akzeptierte diesen Weg, so weh es im Vergleich halt tut. Edguys Weg ist in etwa vergleichbar, wenn auch bei weitem nicht so krass. Wir unterhalten uns immer noch über Hardrock/Metal. Und so ganz verleugnen sie ihre Vergangenheit nun auch nicht, da sollte man schon fair bleiben. Vielleicht hilft mir tatsächlich mein später Quereinstieg und dass ich mir ihren Backkatalog rückwärts erschlossen habe. Wegen meines nicht mehr ganz taufrischen Alters bin ich mit der Zeit auch etwas sturer geworden, was neue Bands betrifft und wahrscheinlich wäre ich ohne meinen Sohn nicht auf Edguy gestoßen. Inzwischen kenne ich alles, was man offiziell erwerben kann und ich habe meine Lieblingsalben. Age of the Joker ist in meiner Top 3 von Edguy, übertrifft aber selbstverständlich meinen Favoriten "Hellfire Club" nicht. Dieses Album ist Edguys bisheriges Meisterwerk, keine Frage. Künstlerisch ist auch Mandrake bei mir sehr weit vorne. In Sachen Abwechslung ist die Neue aber bisher unerreicht. Nicht vergleichbar mit der Härte von Hellfire Club oder der Vertrackheit von Mandrake. Aber Age of the Joker wartet für Edguy mit der Verwendung ganz neuer Stilelemente auf. Ein bisschen Folk im Mittelteil von Rock of Cashel. Das ist jetzt nichts bahnbrechend Neues, das haben andere auch schon gemacht, sogar die Höhner. Es passt aber sehr schön in diesen Song, der eine wunderschöne Melodie im Refrain hat. Da ist Tobias kompositorisch schon von der Muse geküsst worden, die Ideen gehen ihm nicht aus. Auch die Verwendung von Blues/Country fällt in diesen Reigen und sie machen das sehr schön in Pandoras Box. Auch hier wieder ein begnadeter Refrain. Jetzt ist der Blues nicht in der Qualität eines Joe Bonamassa oder Walter Trout, aber es wird hier mit viel Spielfreude vorgetragen. Auf Tinnitus Sanctus hatte ich für mich noch bemängelt, dass auf richtige Longtracks verzichtet wurde. Das ist hier mit dem Opener Robin Hood und Behind the Gates of Midnight World wieder vollkommen anders. Beide sind für sich gesehen sehr gute bis geniale Songs. In Robin Hood taucht erstmalig die Hammond auf, Jon Lord lässt grüßen. Für mich klingt Robin Hood trotzdem ziemlich typisch für Edguy in den letzten Jahren. Im Mittelteil greifen sie zum Stilelement Iron Maidens. Ich hätte es allerdings besser gefunden, wenn den Sprecherpart jemand gemacht hätte, der das wirklich kann, eine interessante sonore Stimme hätte man doch finden können. Von Tobi klingt es ein bisschen albern, ein kleiner Wermutstropfen in dem Song, der deswegen die Genialität verfehlt. Ganz anders jedoch das düstere Behind the Gates of Midnight World. Das war der einzige Song, der sich mir nicht beim ersten Hören erschloss, weil er am Anfang sehr düster mit schwergewichtigen Riffs ist und die Melodie nicht sofort den Weg durch die Gehörgänge findet. Auch ist der Song sehr getragen und eher langsam, bevor er im zweiten Teil noch ein klein wenig Fahrt aufnimmt. Er verträgt mehrmaliges Anhören. Für die, die den Powermetal vermissen sollten, es ist schon noch was auf der Scheibe, was gefallen dürfte, auch wenn es nicht mehr ganz klassisch sein dürfte. Nobodys Hero ist schon ziemlich knackig, vom Riffing und Tempo her gesehen. In diesem Song geht es ziemlich metalmäßig zur Sache ohne ruhige Passage. Auch Breathe passt da rein, vielleicht ist er sogar ein wenig typischer für Edguy. Ich finde jedoch im Gegensatz zu vielen anderen the Arcane Child sehr gelungen, was daran liegen mag, dass ich als Deep Purple Fan gerne auch mal aus deren Richtung einen entsprechend flotten Song hören möchte. Der Sound ist schon Purple oder Heep-mäßig. Ein Höhepunkt auf der Scheibe ist auch Fire in the Downline mit seinem akustischen Anfang. In der Tradition von Dio, aber trotzdem ein vollkommener Edguysong. Auch Faces in the Darkness ist ausgezeichnet, jedoch wiederum sehr düster und getragen, ein schöner Kontrast zu Two out of Seven, den ich mehr als Spaßsong empfinde, der für mich aber ein eher schwächerer Moment auf der Platte ist. Über die obligatorische Ballade will ich mal keine Worte machen. Alle Songs haben gemein, dass sie im Sinne der Musik ausgezeichnet produziert sind mit knackigen und fetten Gitarren, die sicher nicht die Härtegrade von Hellfire Club erreichen, aber hey, es ist immer noch Hardrock/Metal und so, wie sie es uns präsentieren mit all der Abwechslung, es ist ein weiterer Schritt Richtung Metal als ernst zu nehmender Musikstil. Dieser Weg dürfte noch lange nicht zu Ende sein. Wer sich darauf einlässt, wird seine Freude haben, wer diesen Weg nicht mehr mitmachen will und die Rückkehr zu den Anfängen erwartet, muss enttäuscht sein.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Neues Gewand für Aqualung, 4. August 2011
Sicher, Aqualung ist wegen des Titelstücks und Locomotive Breath Jethro Tull's wichtigstes Album --- auch weil dieses ihnen den Schritt zu einem internationalen Topact ermöglichte. Ian Anderson war aber mit Soundqualität und Aufnahmebedingungen immer unzufrieden, woran auch spätere digitale Remasters nichts änderten. Vor diesem Hintergrund entwickelte das Angebot der XMRadio Studios seinen eigenen Charme. Und hier ist das geniale Ergebnis, was offenbart, welche Spitzenkompositionen Ian Anderson 1970/71 hingelegt hatte. Er war seiner Zeit damals wahrlich voraus. Ich betrachte beide Werke trotzdem für sich, ich sehe auch die alten Aufnahmen mit ganz anderen Augen. Einfach nur nachspielen der alten Songs kam für Jethro Tull nicht in Frage, sie präsentieren sich alle in anderen Arrangements. Jedoch tritt das nirgendwo so deutlich zu Tage wie bei Mother Goose und Hymn43. Letzterer genannte Song wird sogar richtig gut. Bei Mother Goose kommt einem der eingefügte Mittelteil nicht ganz unbekannt vor, da Stücke wie Fat Man oder Water Career für den akustischen Teil auf Konzerten ähnlich aufgefrischt wurden. Aqualung ist eines der Meisterwerke von Jethro Tull, vielleicht das Beste nach Thick as a Brick. Die Neuaufnahme hat es mir wieder bewusst gemacht und ist ein wirklich lohnender Kauf --- nicht nur für den Fan. Außerdem noch drauf sind ein paar Interviewschnipsel, in denen insbesondere Ian uns seine Weisheiten präsentiert. Viele kennt der geneigte Fan, manches ist doch eine neue Info gewesen. Alles ist in gewohnt humorvoller Weise vorgetragen. Witzig, braucht man aber nicht wirklich.
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