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Rock Tullie (Bedburg-Hau, NRW)

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Homo Erraticus
Homo Erraticus
Preis: EUR 9,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "A piece of Cake", 29. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Homo Erraticus (Audio CD)
Als Ian Anfang der 80er anfing, ab und an mal ein Soloalbum zu veröffentlichen, geschah dies aus dem Kalkül heraus, was anderes zu veröffentlichen als Jethro Tull. Zumindestens bis Rupi's Dance war das so. Mit der Veröffentlichung von TAAB 2 wich er von dieser Linie ab, für mich war das ein neues Jethro Tull Album und es wurde so langsam klar, dass er sich zunehmend von Jethro Tull verabschieden wollte. Welche Gründe das auch immer hatte. In manchen Interviews war zu hören, dass er es offensichtlich als suboptimal empfand, dass er seine Mitmusiker aus Amerika einfliegen müsste. Vordergründig meinte er Doane Perry und in zweiter Linie Martin Barre, der sich ebenfalls weitgehend aus England zurückgezogen hatte. Irgendwie war er mit beiden nicht mehr zufrieden. Die übrigen Mitglieder Tulls John O'Hara und David Goodier sind ja heute Bestandteil seiner aktuellen Band. Trotzdem war TAAB 2 für mich eine Sensation, quasi das Tullalbum, auf das ich mehr als 13 Jahre gewartet hatte. Vom Sound her so eindeutig Jethro Tull, dass allenfalls Kenner Martin Barre vermissten.

Das neue Album Homo Erraticus setzt diese Tradition konsequent fort. Hier verzichtet Ian auch auf die verschrobene Wortschöpfung Jethro Tull's Ian Anderson. Vom Sound her ist das Album weiterhin konsequent weiterentwickelt und könnte in der fortlaufenden Reihe von Tullalben stehen. Ian Anderson zementiert damit weiter das Begräbnis des Namens Jethro Tull für aktuelle Veröffentlichungen und Auftritte, obwohl er ihn sonst, ganz Geschäftsmann, natürlich behutsam pflegt.

Bei Homo Erraticus vermisse ich aber die Verspieltheit und den Abwechslungsreichtum von TAAB 2. Ich werde mit dem neuen Werk bei weitem nicht so warm, auch wenn ich mir viel Zeit gelassen habe. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass dieses Mal Steven Wilson nicht an den Reglern saß. Die Aufnahme ist grds. in Ordnung und hebt sich wohltuend von der Unsitte des Loudness Wars ab. Es gibt sicher ein paar Highlights auf der neuen Scheibe, die mich begeistern. Insgesamt aber haut mich der neue Output nicht so wirklich um. Der Opener Doggerland ist klasse. In der Mitte mit einem Jon Lord Gedächtnissolo, schöne eingängige Melodie - ein wirklich gelungener Auftakt. Aber leider geht es auf diesem Niveau nicht weiter - Enter the Uninvited ist ein wenig eintönig geraten. Dazwischen gibt es einen durchaus schönen und kurzen Akustikleckerbissen, den man aber irgendwie von TAAB 2 zu kennen scheint. Auch hier greift Ian Anderson zu dem Stilmittel, dass er das Thema aus Heavy Metals ein weiteres Mal bei dem 30sekünder In for a Pound verwendet. Außerdem zeigt sich an diesem Beispiel eine weitere Schwäche des Albums. Man kennt diese Akustiksequenz. Bei A Browning for a Green wird es noch deutlicher. Melodielinie und Rythmus sind von Kismet in Suburbia in das neue Album transportiert. Auf Taab 2 fand ich den Song wirklich klasse. Aber noch mal neu aufgewärmt finde ich es ein wenig fad, vor allen Dingen, weil es nicht nur bei Browning of the Green, sondern auch im Turnpike Inn so íst.

Trotz dieser Kritik, komponieren kann Ian Anderson immer noch. Puer Ferox Adventus, After these Wars (Höhepunkt), Trupidum ad Bellum, und Cold Dead Reckoning sind eigentlich wieder außergewöhnlich gut und lohnen des Kauf des Albums. Fans von Ian Anderson und Jethro Tull müssen es ohnehin haben. Aber als Gesamtwerk ist es nicht meisterlich geworden, allenfalls die paar einzelnen Songs. Mir gefällt auch, dass er die Flöte nicht so dominieren lässt und dass er im Studio seinen Gesang noch recht passabel hinbekommt. Unter diesen Umständen bleiben glücklicherweise die Einsätze des Gastsängers Ryan O'Donnell ziemlich sparsam.

Ich habe mir sein Album in der Deluxe Edition direkt auf der Insel bestellt und eine der ersten Versionen mit Autogrammkarte von Ian Anderson ergattern können. Das Artwork dieser Version ist schon sehr edel geraten. Insgesamt daher wohlmeinende aber doch schwache 4 Sterne.
Obwohl ich nicht damit rechne, aber ein abschließendes Tullalbum mit Martin Barre würde mich noch mal richtig umhauen, quasi ein letztes "A Piece of Cake."
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 2, 2014 12:01 PM MEST


The Road of Bones (Incl.Bonus-CD)
The Road of Bones (Incl.Bonus-CD)
Preis: EUR 19,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sensationelles Progalbum, 24. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Road of Bones (Incl.Bonus-CD) (Audio CD)
Ich habe mir jetzt mal so richtig Zeit gelassen mit einer Bewertung, wobei ich das Wort Bewertung hier schon fast unangebracht empfinde. Eigentlich ist das, was mir bei der neuen IQ einfällt, eher eine Huldigung für ein musikalisches Werk, was in der heutigen Zeit wirklich Seltenheitswert hat. Ich habe mir the Road of Bones als Special Edition besorgt und mich von Anfang an mit der Frage beschäftigt, warum IQ das gesamte Werk nicht grundsätzlich als Doppelalbum herausgegeben hat. Ansich kann man darüber nur spekulieren, jedoch lassen sich, wie von anderen schon vielfach beschrieben, deutliche Unterschiede zwischen CD 1 und CD 2 feststellen. Dabei sind es deutliche musikalische Unterschiede und keine Qualitätsunterschiede. Die Songs auf CD 2 wirken manchmal etwas roher und weniger ausgefeilt und man fragt sich ob das Instrumental 1312 Overture ein ursprünglich geplanter Album- bzw. Songauftakt gewesen ist.
Sei es drum, insgesamt wirkt CD 1 etwas runder und mehr wie aus einem Guss, andererseits aber auch weniger experimentell. Trotzdem ist es auch so, dass mich der 19minüter Without Walls wieder richtig überzeugt, so dicht ist die Atmosphäre und der Spannungsbogen dieses Songs. Ich bin da mittlerweile oft skeptisch bei den Longtracks, weil man oft glaubt, alles schon einmal gehört zu haben. Auf Frequency und Dark Matter war das der Fall, obwohl ich beide Alben sehr schätze. Das lag daran, dass man Supper's Ready Elemente gerne verwandte, was den Songs dann eine gewisse Eigenständigkeit nahm. Ganz anders auf the Road of Bones, obwohl auch an dieser Stelle gesagt werden muss, dass es musikalische Zitate in ausreichender Menge gibt. Aber hier auf dem vorliegenden Werk sind es nicht nur Zitate von den großen Proghelden, sondern weit gestreut aus der Rockmusik allgemein, wie z.B.Deep Purple in Until the End.

Deep Purple ist ein weiterer Fingerzeig, insgesamt herrscht eine etwas härtere Gangart in den Songs vor, ohne aber jetzt dem Metal Konkurrenz machen zu wollen. Daher verbieten sich Vergleiche mit Dream Theater zumindestens bis zu einem gewissen Maß. Aber diese etwas härtere Gangart wie auch sehr deutlich erkennbar im Albumauftakt From the Outside in zeigen dann auch wieder die weitere Fortentwicklung bei IQ, obwohl sie bis auf den Keyboarder wieder in ihrer Urbesetzung spielen. Der neue Keyboarder Neil Durant schafft es, in den Klangteppichen die stärkere Aggression weiter zu transportieren und bietet damit einen Kontrast zum langjährigen IQ-Mitglied Martin Orford, der den Sound der Band entscheident geprägt hatte, aber nun auch seit zwei Alben nicht mehr dabei ist.

Auf der CD 2 wirkt die Band etwas experimenteller durch leicht schrägere Sounds wie die Einleitungen von Knucklehead und Constellations zeigen oder aber auch die Elemente aus der Klassik in 1312 Overture. Selbst ein eingängiger Rockstampfer wie Ten Million Demons passt dann perfekt ins Bild. Das instrumentale Ende von Hardcore ist dann ein abschließender Höhepunkt.

Es ist immer noch ein Graus, dass IQ von ihrer Musik nicht leben können. Alle Musiker haben neben der Musik noch zusätzliche Berufe. Angesichts der musikalischen Qualität ist das vollkommen unverdient. Sicher es ist kein Pop, Mainstream, Schlager oder womit man in der Musik sonst noch reich werden kann, aber es ist große Musik und Kunst und sie hätten es wirklich verdient, damit wenigstens ein Auskommen erzielen zu können. Das mit den zusätzlichen Berufen weiß ich aus einem Interview mit Peter Nichollls, welches aber einige Jahre zurückliegt. Ob sich da bis heute was verbessert hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn man jedoch den Gründen Glauben schenkt, wonach Martin Orford sich aus der Musikszene weitgehend verabschiedete, weil der Respekt für die Musiker und ihre Werke durch die Internetpiraterie auf dem Tiefpunkt angekommen war, mag ich nicht an eine Verbesserung glauben.

Ich gehe davon aus, dass IQ sich gegen ein Doppelalbum entschieden haben, weil es in sich nicht ganz geschlossen scheint, so wie das bei Subterrania gewesen ist. The Road of Bones ist aber in der Special Edition neben Subterrania und Ever aus meiner Sicht ihr drittes Meisterwerk geworden. Angesichts des gesamten Backkatalogs von gerade einmal einer zweistelligen Anzahl von Studioalben eine beachtliche Leistung.


The Blues Came Callin' (Special Edition)
The Blues Came Callin' (Special Edition)
Preis: EUR 18,98

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen I wanna do that again, 6. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was war ich geschockt, als ich vor einigen Wochen Bilder von Walter gesehen habe, die ihn zeigten, wie sehr ihn seine Lebererkrankung bereits gezeichnet hatte. Wer Walter vorher kannte, hatte immer diesen schwergewichtigen blonden Kerl mit dem Zopf vor Augen. Und nun war selbst seine Haarpracht inzwischen extremst ausgedünnt, seine Augen lagen tief in den Höhlen und er war so stark abgemagert, dass er dem Tode näher schien als dem Leben. Insgesamt 50 kg hatte er unfreiwillig verloren, viel davon auch Muskelmasse, was eine Folge seiner Lebererkrankung darstellt. Seine Lebererkrankung ist übrigens eine Spätfolge seines lang zurückliegenden Alkoholismus, wenn man in dieser Frage seiner Homepage folgt.

Aber Walter kämpfte, ist trotz seiner fortschreitenden Krankheit weiter aufgetreten und ins Studio gegangen, weil er sein 25jähriges Jubiläum als Solokünstler feiern wollte. Herausgekommen ist the Blues came callin'. Wenn man den Titel so liest, schaudert's mich ein wenig. Der Titel klingt schon fast ein wenig wie ein Nachruf, dazu sein Zustand und die Ungewissheit, ob er das überlebt, da die Prognose der Ärzte war, dass ihm nur noch eine Transplantation eines Spenderorgans helfen kann. Aber musilkalisch hört man nichts von einer melancholischen Stimmung, Walter rockt den Blues auf seiner Fender wie immer, seine Finger flitzen über das Griffbrett, dass es eine wahre Freude ist. Insgesamt merkt man dem Album an, wie sehr Walter sich da noch mal reingehängt hat, ja möglicherweise auch noch mal richtig verausgabt hat. Gesangsmäßig trifft er alle Töne, man erkennt auch seine Stimme noch sehr gut. Ich vermisse natürlich seine Kraft und Power von seinen übrigen Alben. Aber bitte, ihn deswegen in seinem Zustand zu kritisieren, geht mir zu weit. Es macht wenig Sinn, nach Anspieltipps zu suchen, auch das neue Album hat alle Trademarks, die man von Walter kennt. Walter hat garantiert auch schon bessere Kompositionen oder auch ganze Alben abgeliefert, mir gefällt aber auf der neuen Scheibe, mit welcher Intensität Walter immer noch agiert. Man spürt förmlich sein Herzblut bei der Sache.

Während seines Krankenhausaufenthaltes hatte sich seine Frau mit ihm den einen oder anderen Auftritt von ihm auf Video angesehen. Walter deutete darauf mit den Worten: "I wanna do that again." Seit einigen Tagen arbeitet sein Spenderorgan ausgezeichnet und er macht riesige Fortschritte. Eines der wesentlichen Dinge ist die Wiederherstellung seiner körperlichen Leistungsfähigkeit. Aber er hat schon wieder Pläne für seine Blueszukunft, er will in rund einem Jahr wieder auf der Bühne stehen. Dann wird er uns sein neues Album, welches fast sein letztes geworden wäre, wiedererstarkt aufführen. Und jetzt kann man schon sagen: "Yeah, he will do that again."


a feast of consequences
a feast of consequences

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überwältigend, 29. April 2014
Rezension bezieht sich auf: a feast of consequences (Audio CD)
Kurz gesagt, ich bin überwältigt. In der heutigen Zeit des schnellen Konsums ist sehr mutig, ein solch ambitioniertes Werk zu veröffentlichen. Fish hat uns hier ein hochkomplexes und vielschichtiges Stück Musik vorgesetzt.

A Feast of Consequences ist eine Scheibe, für die man sich Zeit nehmen muss, so viel steht für mich fest. Manche der Ideen kommen ziemlich sperrig daher, es findet ein nicht für möglich gehaltener Rückgriff auf die Elemente des Prog statt, ohne aber gestrig zu wirken bzw. schwülstige Klangteppiche zu weben. Instrumente bleiben sehr klar, Gitarren stehen im Vordergrund ohne zu dominant zu sein.

Und Fish singt wieder mehr. Die Stimmband-OP scheint die größten Probleme beim Singen behoben zu haben. Ich weiß nicht, wann das war, aber klanglich/gesanglich muss das nach dem letzten Album 13th star gewesen sein. Seine Stimme wirkt irgendwie "recycled".
Das erste Hörerlebnis ist wirklich klasse und das habe ich in seiner Komplexität so seit Raingods with Zippos bei einem Fishalbum nicht mehr erlebt.

Neben einiger persönlicher Themen hat er wieder viel zu erzählen in seiner sprachlich gehobenen poetischen Weise. Zentrales Thema sind die menschlichen Verfehlungen sinnloser Kriege, Umweltzerstörungen und vieles mehr. Höhepunkt ist dann die High Wood Suite in der Mitte des Albums, welches textlich und musikalisch zusammenhängend in 5 Songs in einer Gesamtlänge von ca. 30 Minuten die gefallenen und vermissten Soldaten des 1. Weltkrieges zum Thema hat. Jeder dieser Songs kann aber auch für sich stehen, man hat sie als einzelne Songs stehen lassen. Diese 5 Songs wühlen mich beim Hören immer wieder sehr stark auf und sind an manchen Stellen sehr düster.

Da ich mir die Deluxe-Edition habe schicken lassen, weiß ich aus der Einleitung in dem großartig aufgemachten Buch, dass die Großväter von Derek William Dick ebensolche Soldaten im Weltkrieg 14-18 waren.

Aber auch die anderen Songs, welche thematisch nicht in Weltkrieg 1 gebettet sind bieten großartige Musik. Der Opener Perfume River beginnt langsam mit Sackpfeifen und kommt zunächst ein wenig sperrig daher. Der 10minüter nimmt ab Minute 7 dann noch richtig Fahrt auf. Direkt als Auftakt schon große Musik. Das lockere/poppige All loved up handelt von der Likerei und den millionenfachen Freundschaften im Internet wie z.B. in Facebook. Zwei herausragende Balladen finden sich ebenfalls auf dem Album, das düstere Blind to the beautyful handelt von seinen verflossenen Beziehungen und das von der Stimmung her positivere Other Side of me steigert sich in ein wunderschönes Gitarrensolo hinein. Dazu kommen noch das Titelstück, dass sich mit seiner Scheidung auseinandersetzt und der progige Abschluss The great Unravelling.

Die Deluxe-Edition ist auf 5000 Exemplare limitiertund sehr empfehelnswert, allein wegen des bestens verarbeiteten 100seitigen Buches. Ob diese Edition im Rahmen der Konzerte verkauft wird, würde ich gefühlsmäßig bezweifeln. Von mir eine uneingeschränkte Empfehlung, sich diese Edition, solange sie noch erhältlich ist, direkt bei Fish zu beziehen. Bisher ist das Werk leider nicht auf den üblichen Vertriebswegen zu haben.

Wirklich überwältigend ...


Space Police - Defenders of the Crown
Space Police - Defenders of the Crown
Preis: EUR 17,49

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bisschen back to the roots, 26. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe dem Album jetzt auch einige Durchläufe gegönnt. Mir gefällt's sehr. Aber das muss ja nichts heißen, mir gefiel auch Age of the Joker. Damit man das auch richtig einordnen kann, sei angemerkt, dass ich mit Vain Glory Opera und Kingdom of Madness nicht gar so viel anfangen kann. Ich bin jemand der Edguy erst mit einer Best of und Tinnitus Sanctus kennengelernt hatte und sich dann den Backkatalog rückwärts erschlossen hat, also bei weitem nicht das, was man Fan der ersten Stunden nennen würde. Zugegeben, Fan wäre dann auch etwas zu viel des Guten ...

Ich bin an Space Police rangegangen mit der Erwartungshaltung, dass Edguy immer verschiedene Geschmacksrichtungen bedienen, um ihre Käuferschar auf eine breitere Basis stellen zu können. Aus dieser Sicht findet man auf den letzten Edguyalben in der Regel 1 Ballade, 1 poppiger Song, 1 Spaßsong und 1 episches Werk. Man könnte jetzt kritisieren, dass die Verteilung aller Songs auf Space Police vielleicht ein wenig unglücklich gewählt ist, weil wie man von vielen schon mehrfach hören konnte der Eindruck entsteht, dass das Album nach der ersten Hälfte abfällt.

Trotzdem ich ab und zu ein Freund zuckersüßer Balladen bin, gefällt mir Alone in myself allenfalls durchschnittlich. Mir persönlich hat die Ballade zu wenig Intensität. Das Falcocover finde ich zwar ganz nett, aber wirklich gebraucht hätte ich es nicht. Das poppige Do me like a Caveman gefällt mir ganz gut, hat aber nicht den Druck und Intensität von z.B. den beiden Titeltracks. Alle diese beschriebenen Songs sind in der zweiten Hälfte des Albums, so dass man den Eindruck erhalten muss, dass nach den ersten 5 keine Fahrt mehr aufgenommen wird. Aber da sind ja noch Shadow Eaters und the Eternal Wayfarer. Der epische Longtrack ist sehr gut, wenn auch kein Meisterwerk, und der einzige Song, der mir ein wenig nah an Avantasia scheint. Shadow Eaters gefällt mir sehr wegen des grandiosen Mittelteils trotz des gewöhnungsbedürftigen Refrains.

Die erste Hälfte des Albums ist wahrlich grandios. Die Gitarren sind wieder viel knackiger/härter geraten. Der Auftakt Sabre & Torch zählt mit zu den härtesten Songs der letzten Jahre. Mit dem Riff haben sie sich aber bei Avantasias Invoke the Machine bedient, der für mich der beste Song des letzten Avantasiaalbums war. Damit beweist Tobias einmal mehr, dass er regelmäßig zu Zitaten aus eigenem aber auch fremdem Fundus neigt. Aber solange nicht ganze Songs übenommen werden, soll es mir egal sein.

Mit Space Police beweist Tobias, dass er ein Händchen für Melodien hat. Ich finde die Melodie in den Strophen und in den Refrains einfach großartig. Dazu wird dem Song ein leicht spaciger Touch in der Instrumentierung verschafft. Genauso grandios gefällt mir Defenders of the Crown. Da ich Manowar nicht kenne, kann ich diesen Einfluss beim Refrain nicht bestätigen. Die Spaßsongs von Edguy waren noch nie meine persönlichen Lieblinge, es geht mir mit Love Tyger nicht anders. Mit Realms of Baba Yaga wird es wieder deutlich härter und schneller. Dabach folgt dann die beschriebene zweite Hälfte des Albums.

Mit diesem neuen Album grenzen sich Edguy wieder etwas deutlicher von Avantasia ab, was sie auf dem letzten Album Age of the Joker nicht gemacht hatten, so dass dieses für Edguyverhältnisse vielleicht zu "soft" geraten war. Aber eine Rückkehr zum alten Powermetal ist es nicht geworden, aber das Niveau von Rocket Ride hat Space Police allemal. Die überragende erste Hälfte des Albums stellt auch Teile von Rocket Ride in den Schatten. Wie gesagt, mir gefällt's. Normalerweise würde ich gute 4 Sterne vergeben wollen. Weil ich aber die zahlreichen Einsterner auch objektiv nicht für gerechtfertigt halte, alleine wegen eines hochklassig produzierten Albums, runde ich als Ausgleich einen auf.


Black Dog Barking
Black Dog Barking
Preis: EUR 4,99

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen It's only Rock'n Roll ..., 20. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Black Dog Barking (Audio CD)
Sonst schreibe ich bei einem Album gerne etwas mehr, um Eindrücke zur Musik näher bringen zu können. Das ist bei Airbourne wahrlich nicht nötig. Sie haben keinerlei Riesenanspruch, sie verkörpern alle die schönen Dinge rund um die Musik: Rock'n Roll, gutes Bier und schöne Frauen.

Jetzt lässt sich trefflich darüber streiten, welches Album der Band nun das stärkste ist. Bei Running Wild sind wir uns glaube ich alle einig, No Guts no Glory war trotz vieler rotziger Ideen stellenweise für mich etwas langweilig, aber Black Dog Barking bellt nicht nur, sondern beißt wieder richtig zu. Druckvolle, kurze knackige Songs, die voll auf die 12 gehen, von denen zwei oder drei auch auf Running Wild eine gute Figur abgegeben hätten. Firepower, Live it up, Hungry, Cradle to the grave und das Titelstück sind in dieser Kategorie.

Eine andere Diskussion ist für mich müßig, der ewige AC/DC Vergleich. Ich liebe AC/DC, sie sind heute aber auch nicht mehr die jüngsten. Denen dann die jungen Rotzlöffel entgegen zu halten, ist aus meiner Sicht nicht richtig. Wenn man sie aber mit ihnen zur gleichen Zeit vergleicht, dann verlieren sie ganz klar. Bon Scott R.i.P.

Für mich beschreibt man das neue Album am besten mit einem Zitat der Stones: "It's only Rock'n Roll ... but I like it."


Now What?! (Limited Edition)
Now What?! (Limited Edition)
Preis: EUR 5,99

15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deep Purples Verneigung vor Jon Lord, 3. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Now What?! (Limited Edition) (Audio CD)
Ich neige auch schon mal dazu, meine erste Begeisterung nieder zu schreiben. Iach laufe aber regelmäßig Gefahr, dass das erste Urteil nicht richtig sein könnte. Zuegegeben, oft bestätigt sich der erste Eindruck, aber manchmal ist das auch anders. Was ich so überhaupt nicht leiden kann, ist die Beurteilung von Musik, die man nur im Netz oder auf dem PC als Schnellkonsum genossen hat. Das wird Musik, die ja immerhin noch eine der schönsten Kunstformen unserer Zeit ist, einfach nicht gerecht. Ich bin jetzt weit davon entfernt, Leuten zu unterstellen, dass der PC ungeeignet ist, um sich Musik zu erschließen. Der PC hat aber das Manko, zum schnellen Konsum zu animieren. Selbst, wenn man das gar nicht will, passiert so etwas, der Song geht zu ruhig los, es juckt einen in den Fingern und schwupp, springt man im Song nach vorne. Die Neigung, nicht die Geduld aufzubringen, wird absolut begünstigt. Bitte glaubt nicht, dass ich das als Vorwurf an irgendjemanden formuliert sehen möchte, denn mir ist das selbst schon passiert. Vorbei sind die seligen Zeiten einer LP. Wenn der Tonarm mal auf der Rille war, musste man auch erst mal zuhören, weil das Erheben aus dem Sessel zu lästig war. Genau das habe ich bei Now what?! gemacht. Mich in den Sessel gesetzt und nicht mehr aufgestanden. Natürlich ist es heute die CD und nicht die LP, aber Geduld sollte sich hier ebenfalls auszahlen. Und das Album verdient die Geduld. Für mich hat sich seit langem mal wieder die Frage gestellt, ob hier was Großes gelungen sein könnte. Die Frage kann ich jetzt noch nicht beantworten, aber möglich wäre das.

Now what?! ist alles andere als eingängig, aber von der ersten Sekunde an sehr spannend und wird nie langweilig. Deep Purple erlauben es sich, das Album sehr ruhig, einfach und reduziert zu beginnen. Man muss schon sehr selbstbewusst und vom Album sehr überzeugt sein, um so etwas zu machen, vom üblichen Prozedere abzuweichen, einen schnellen Kracher oder eine opulente Instrumentaleinleitung zu wählen. Was dann auch von Anfang an auffällt, ist eine großartige Produktion. Im Vorfeld war ja bereits klar, dass sie es dieses Mal nicht selbst machen würden, sondern niemand Geringeren als Bob Ezrin dafür gewinnen konnten. Diese Entscheidung war ein absoluter Gewinn. Manche Band sollte sich von Zeit zu Zeit hinterfragen, ob sie durch einen solchen Schachzug nicht gewinnen. Bob Ezrin schafft es, Deep Purple so in 2013 zu hieven, dass nichts aufgesetzt wirkt und die Songs keine Abziehbilder irgendeinen Zeitalters. Würde Ian Gillan nicht dieses Jahr schon 68 Jahre alt, könnte man tatsächlich von einer erwachsenen Leistung sprechen. Aber so spräche dieser Satz dem Tatsächlichen natürlich Hohn.

Was hat das Album aus den 70ern? Nach meinem Dafürhalten ist es diese Liveatmosphäre, die es so noch nicht auf einem Studioalbum von Deep Purple gab. Es wirkt, als habe man alles hintereinander weg gespielt, so rund klingt alles. In Rock, Fireball und Machine Head sind absolut einzigartig, so etwas kann und will man auch nicht wiederholen, warum auch? Diese Alben gibt es und haben einen besonderen Platz in der Bandhistorie. Dafür haben sich Deep Purple auf Now what?! quasi neu erfunden. Was man von ihren Livekonzerten kennt, wenn die einzelnen Musiker zusammen jammen und zeigen, was sie auf ihren Instrumenten können, hat man erstmalig in so einer Form in Studiosongs verewigt. Cooles Beispiel wäre da Hell to Pay, einen Song, den man ebenfalls im Vorfeld kannte, der aber in der radioeditierten Version fast schon enteiert wirkt. Insofern lässt sich schon sagen, dass man etwas aus der Made in Japan in die Jetztzeit transportiert hat. Es entsteht jedoch immer wieder der Eindruck, warum hören die Songs eigentlich jetzt auf? Das wäre der Unterschied, denn es ufert nicht aus. Aber wir haben hier keine 3minüter auf diesem Album versammelt. Zwischen 4 und 7 Minuten ist alles vertreten.

Ein Trademark Deep Purples ist hier jedoch besonders hervor zu heben. Don Aireys Spiel ist die uneingeschränkte Verneigung vor Jon Lord, der uns viel zu früh verlassen hat. Nichts wirkt berechnend, jeder Durchlauf hat andere Fascetten des Orgelspiels für uns parat, man entdeckt immer wieder Neues. Mal fetzig improvisiert und mal ganz sanft und ein anderes Mal durchaus jazzig auf einem alten Klavier. Jons Geist ist in jeder Note des Albums spürbar. Er wird da, wo er jetzt ist, seine helle Freude haben. Diesem Spiel entsprechend angepasst ist auch die Gitarre von Steve, es ist alles absolut stimmig, sein Stil ist vollkommen anders als von Ritchie Blackmore, trotzdem passt es zu Deep Purple der 70er mehr als der spätere Ritchie Blackmore, dessen letzte Produktionen mit Deep Purple immer mehr nach Rainbow klangen. Aber beide haben ihren Platz und Ritchie hat noch größere Verdienste um Deep Purple. Erst mit diesem neuen Album hat Steve Morse, der bis dahin schon wirklich gut war, eine außergewöhnliche Leistung gezeigt. Die Gitarre wirkt etwas entzerrt, ist aber im Zusammenspiel mit Don Airey präsenter denn je. Selbst die schon immer überragende Rythmusabteilung Glover und Paice hat die Messlatte noch mal hoch gelegt.

Meine Schlussworte gelten Ian Gillan, der seine musikalische Entwicklung auf erhabene Weise auf ein neues Niveau hebt. Versuchte er auch nur im Ansatz seine Schreie immer wieder zu reproduzieren, wäre er sein eigenes Abziehbild, nur schlechter und wenn er Pech hat, peinlicher. So konzentriert er sich auf seinen Gesang und zeigt sich mit einer würdigen Vorstellung, die niemals peinlich wirkt. Aber seinen Schrei gibt es dann einmal doch am Schluss von Vincent Price, der Song über den Horrorschauspieler einer anderen Zeit, dessen Originalstimme wir alle von Michael Jackson's Thriller kennen.

So sehr ich mir immer neues Material von Deep Purple wünschen würde, wäre Now what?! das letzte Album, es wäre ein würdiges Finale …

Und so lege ich mich doch fest, auch wenn ich dieses Mal ohne Anspieltipps auskomme, Deep Purple haben etwas Großes geschaffen!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 31, 2013 12:12 PM CET


The Mystery of Time (Limited Digibook)
The Mystery of Time (Limited Digibook)
Preis: EUR 14,99

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf dem Weg zur Perfektion ..., 14. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mir dieses Mal ziemlich viel Zeit genommen mit dem Album und bin jetzt natürlich ziemlich spät dran mit einer Rezension. Aber auf der anderen Seite wollte ich dieses Mal sehen, ob meine Begeisterung sich halten würde. Viele Alben der jüngeren Vergangenheit gehen sofort in die Gehörgänge, werden aber auch schnell langweilig. Der Musikkonsument im allgemeinen scheint etwas verwöhnter zu sein und der schnelle Konsum durch das Netz ist auch nicht immer hilfreich. Sei's drum, the Mystery of Time ist nach Thick as a Brick 2 seit langem mal wieder ein Album, welches seit seinem Eintreffen bei mir den CD-Player nicht mehr verlässt. Es hat mich vom ersten Tag an in seinen Bann geschlagen, obwohl ich bei den ersten drei bis vier Durchläufen nicht bei allen Songs sofort den echten Zugang hatte. Dies mag auch daran liegen, dass es zwei Songs auf dem Album gibt, die mir anfangs ein wenig sperrig daherkamen, da ist direkt dann auch der Opener Spectres vertreten. Die Brüche in Tempo und Rythmus sind zunächst gar nicht so eingängig gewesen. Ich brauchte da ein paar Durchläufe, in denen sich der Song erst spät entfaltete.

Aber wie nähert man sich einem solchem Album mit dem Namen Avantasia, ein Projekt mit einem solchen Backkatalog, bei dem sich trefflich streiten lässt, was ist jetzt das beste Album. Sicher ist die Metalopera ein Werk, welches über allem zu thronen scheint, aber alle Nachfolgewerke wollten gar nicht in dieser Tradition betrachtet werden, stehen alle für sich und sind auf verdammt hohem Niveau. Bei allen Werken steht in vorderster Linie die Frage, welche Sänger welche Sangesrolle übernahmen. Man könnte es über diese Schiene für das neue Album versuchen. Jorn Lande ist nicht dabei, ein Umstand, den viele als Mangel vorab sehen wollten. Ich zählte mich zunächst auch dazu, bin aber inzwischen anderer Meinung. Jorn Landes Präsenz auf den letzten drei Alben war schon ziemlich übermächtig und neue Sänger verleihen the Mystery of Time eine neue Frische und Entwicklung, welches gemeinsam mit dem Orchester die Veränderung spüren lässt und auf der anderen Seite das Besondere der Wicked Triologie erhält. Inzwischen sehe ich diesen Schachzug als ausgesprochen postiv an. Als Konstante bleibt Michael Kiske und Bob Catley, deren Sangeseinsatz in der Vergangenheit auf den Alben aber deutlich punktueller war als der Jorn Landes. Gerade Michael Kiske liefert mit Where Clockhands freeze und Dweller in a Dream zwei Glanzstücke des Powermetal ab. Ein weiterer Einsatz auf Savior in the Clockwork ist eher eine Art Background und bleibt deutlich mehr im Hintergrund.

Bob Catley ist auf dem neuen Album nur auf The great Mystery vertreten, dort aber gewaltig. Seine Stimme trägt diesen Song schon auf eine majestätisch anmutende Weise. Dieser ist der andere sperrige Song, welcher mehrfach überraschend Tempo und Rythmus wechselt und immer wieder überraschende Wendungen hat. Hier treten auch die vielen kleinen Zitate zu Tage, denen sich Tobias Sammet kompositorisch so gerne bedient. Meistens bedient er sich des eigenen Fundus, aber zusätzlich wähnt man sich mal in einem Meat Loaf Song und dann in der Mitte plötzlich bei John Miles Music. Aber Tobias verbindet diesen großartigen Longtrack zu etwas eigenständigem, dessen Anleihen aber durchaus hörbar bleiben. Die einzige echte härtere Rocksequenz in diesem Song wird von Joe Lynn Turner gesungen.

Joe Lynn Turner war mir in den 80ern und 90ern eigentlich ein eher ungeliebter Sänger. Rainbow habe ich seit jeher nur mit Ronnie James Dio verbunden und Deep Purple mit Ian Gillan, so dass die Akzeptanz von Joe alles andere als groß war. Mit dem Abstand der Jahre bleibt aber, dass er trotzdem einen großen Job erledigt hatte. Dieses macht er hier auch, trotzdem man merkt, dass seine Stimme deutlich gealtert ist. Er bewältigt noch große Gesangsleistungen, aber nicht mehr alles. Sein Einsatz auf Spectres ist noch sehr spärlich, dafür ist dann the Watchmakers Dream grandios. Dazu singt er auf beiden Longtracks, neben dem beschriebenen The Great Mystery auf dem über 10minütigen Savior in the Clockwork. Für mich ist das mein Übersong auf dem Album, weil er mehr dem Hardrock huldigt und etwas weniger dem Epischen und Bombastischen, obwohl das Orchester hier auch seinen wesentlichen Anteil hat. Ich finde diesen Song sehr intelligent komponiert und bietet einem weiteren Sänger namens Byff Byford ebenso eine Plattform.

Byff Byford kennen wir alle von Saxon, auch wenn ich einräumen muss, mich mit Saxon nicht allzu sehr beschäftigt zu haben. Aber er erledigt hier einen ausgezeichneten Job und sorgt mit dafür, dass Black Orchid ein weiterer Höhepunkt auf der Platte wurde. Ein getragenes Stück über fast 7 Minuten mit düsteren Momenten, in denen Tobi einerseits seinen Sinn für Melodien beweist, aber auch für ein weiteres Zitat aus der Rockgeschichte, Deep Purples Perfect Strangers.

Das bereits im Vorfeld bekannte Invoke the Machine ist in seiner Albumversion in meine Top 10 der Avantasiasongs gelangt. Ronnie Atkins, dessen Werk bei Pretty Maids ich aus den Augen verlor, hat eine im Alter tolle Stimmfärbung und beherrscht das extrem rauhe ebenso wie die sonore Stimmfärbung. Aus meiner Sicht der härteste Song des Albums.

Natürlich dürfen auf einem Avantasiaalbum die ruhigen Momente nicht fehlen, sie dienen zum Luftholen. Der von Eric Martin gesungene Titel What's left of me gefällt mir persönlich wegen seiner größeren Intensität besser als der von Tobi selbst bezeichnete Popsong Sleepwalking mit der bezaubernden Cloudy Yang. Auf welches Publikum er auch immer dabei schielt oder ob er es überhaupt tut, soll mir egal sein. Das Album ist so, wie es ist, absolut ausgewogen.

Tobi selsbt singt wie gewohnt, wenn man berücksichtigt, dass er keines dieser Naturwunder der Stimme ist. Er macht seinen Job ausgezeichnet und ihm verdanken wir schließlich dieses wunderbare Projekt. Tobi zeigt aber mit seinem eigens auf der Limited Edition verewigten Vergleich mit Jon Oliva, wo seine eigenen Grenzen sind, aber das wird er sicherlich selber wissen.

Offensichtlich ist dieses neue Kapitel Avantasia nicht zu Ende erzählt und wir dürfen auf eine Fortsetzung hoffen. Im Booklet steht zum Schluss: END OF CHAPTER One

Mögen noch viele kommen ...
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 24, 2013 9:47 PM MEST


5 Album Set (Aqualung / A Passion Play / Minstrel In The Gallery / Too Old To Rock N Roll / Songs From The Wood)
5 Album Set (Aqualung / A Passion Play / Minstrel In The Gallery / Too Old To Rock N Roll / Songs From The Wood)
Wird angeboten von 1973citroen
Preis: EUR 44,90

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ziemlich günstige Box ..., 20. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zu den einzelnen Alben werde ich jetzt nichts sagen. Wer sich dafür interessiert, siehe bitte in den Rezensionen zu den Einzelwerken nach.

An sich ist die Box sehr sparsam aufbereitet. Wer jetzt zu den einzelnen Alben nach Informationen sucht, ist hier sicher nicht gut aufgehoben. Das jeweilige Album steckt in einer einfachen Papphülle, welches außer Cover mit Rückseite nichts weiter zu bieten hat. Alle 5 Alben stecken dann in der wie oben dargestellten Pappschachtel.

Bei den Alben, welche hier zusammengefasst werden, handelt es sich um

1. Aqualung
2. A Passion Play
3. Minstrel in the Gallery
4. Too old to Rock'n Roll too young to die
5. Songs from the Wood

Bis auf Aqualung sind alle Alben in der Remastered Version enthalten. Dieser Umstand machte es für mich günstig, diese Box zu erstehen weil ich bis auf Aqualung die anderen Scheiben nur in der allerersten CD-Pressung mein eigen nennen konnte. Insbesondere Too old to Rock'n Roll ... war da in einer grauenhaften Qualität.

Aqualung wäre dann auch mein Kritikpunkt. Insbesondere vor dem Hintergrund des Steven Wilson Remix hätte man auf die Originalfassung in recht zweifelhafter Tonqualität verzichten und statt dessen Heavy Horses in der Remastered Version hinzufügen sollen. Schließlich verzichtet man in dieser Box auch auf Thick as a Brick, dessen Veröffentlichung als Remix von Steven Wilson jetzt im November ebenfalls ansteht.

Da ich die anderen 4 Alben remastered nicht hatte, bin ich dennoch gut bedient. 1 Stern Abzug gibt es für Aqualung in der schlecht klingenden Urfassung ...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 14, 2013 11:28 AM CET


The Very Beast of Dio, Vol.2
The Very Beast of Dio, Vol.2
Preis: EUR 12,98

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dio's Vermächtnis, 6. Oktober 2012
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Rezension bezieht sich auf: The Very Beast of Dio, Vol.2 (Audio CD)
Diese Zusammenstellung beweist einmal mehr, welch großartiger Sänger uns verlassen hat. Ich werde jetzt nicht auf die Songs eingehen, die bereits jeder kennt. Auch ließe sich trefflich streiten, ob man gute Songs vergessen hat oder andere nicht hätte auf die Compilation packen sollen. Irgendein Favorit fehlt immer. Aus dem Vorwort in dem Booklet erfährt man, dass Magica auf 3 Alben konzipiert war. Ich zähle mich zu denen, die Magica sehr mögen. In diesem Zusammenhang wusste ich von einem Interview mit Wendy Dio, dass 5 Songs für Magica II bereits aufgenommen waren. Hier präsentiert man uns Electra. Es ist einfach traumhaft, ich weiß nicht recht, wie ich sonst diese guten 6 Minuten beschreiben soll. Dio at his best ...

Aus dem Booklet ergibt sich, dass der Bonustrack Prisoners of Paradise von Master of the Moon stammt. Jedoch war er auf der europäischen Fassung nicht enthalten, sondern lediglich in Japan. Von den drei mir unbekannten Stücken ist er der Schwächste, wenn auch trotzdem ein guter Song ...

Das eigentliche Vermächtnis ist aber Metal will never die. Ein ausgesprochen hartes, sehr getragenes Stück, welches auf sehr klare Weise deutlich macht, Helden sterben, aber der Metal nie.

R.i.P.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 20, 2012 1:23 PM MEST


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