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Rezensionen verfasst von
Amazon Kundenrezensionen "w.th.h." (Stuttgart)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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TePe - Micro Badständer - für Interdentalbürsten - 4 Bürsten oder Miniflosser
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Wird angeboten von Decresent
Preis: EUR 3,81

4.0 von 5 Sternen Absolut praktisch, 9. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das kleine Utensil ist absolut praktisch. Endlich sind die entsprechenden Interdentalbürsten sicher und trocken aufbewahrt. Schlicht und einfach, aber hochfunktional.


Level One KVM-0221 2-Port USB KVM-Switch mit Audio
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Preis: EUR 35,99

5.0 von 5 Sternen Gut zu gebrauchen, einfach zu installieren, 8. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Selbst als ziemlicher Laie in Sachen Computer, der zwar nicht ganz unbedarft ist, aber doch kein Fachmann, gelang es mir auf Anhieb, zwei PCs an einen Monitor und eine Tastatur und ein Lautsprechersystem zu hängen. Und es funktionierte sofort bestens. Einfach so. Und das erwarte ich von dieser Art Produkt auch - als Laie. Die technischen Details mögen andere mit mehr Sachverstand besser beurteilen.

Ich bin als Nutzer auf jeden Fall zufrieden.


Sigel VZ171 Visitenkarten-Mappe für bis zu 120 Karten (max. 90x58 mm), mit 20 Sichthüllen, Kunststoff, Lederoptik, schwarz, matt
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Preis: EUR 8,68

5.0 von 5 Sternen Stabil, solide und funktional, 8. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Produkt ist seinen Preis wirklich wert. Stabil gefertigt, solide in der Anwendung und es erfüllt alle Anforderungen für eine mittelgroße Mappe für Visitenkarten. Die Maße stimmen auch, so dass Karten einfach eingesteckt werden können, ohne Verrenkungen. Außerdem ist das Kartenbehältnis in die Hülle eingesteckt, so dass der Gebrauch flexibel bleibt. Sehr okay.


C'era Una Volta Il West
C'era Una Volta Il West
Preis: EUR 15,70

5.0 von 5 Sternen Geniale Musik in einer überaus vollständigen Ausgabe, 7. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: C'era Una Volta Il West (Audio CD)
Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen: die Musik ist genial, die Ausgabe ist überaus vollständig - und damit ist die Import-CD der deutschen Version mit ihrer beschränkten Auswahl deutlich überlegen. Mit der CD (oder dem Download) holt man sich dann einen Western-Mythos ins Haus. Große Oper in langen Staubmänteln aus dem mysteriösen Monument Valley mit seinen roten Tafelbergen ... Schade nur, dass die quälenden Geräusche fehlen, die den Film so eindringlich machen. Aber die sind halt nicht Musik.

Wem der Film Spiel mir das Lied vom Tod [Blu-ray] gefällt, bei dem die Musik ja eine tragende Rolle spielt, kommt um diese großartige Filmmusik nicht herum.


Spiel mir das Lied vom Tod [Blu-ray]
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DVD ~ Henry Fonda
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vollendete Western-Oper. Ein Mythos, 7. Oktober 2014
Diese Musik! Ja, diese Musik - und zugleich: wo die Musik schweigt und Geräusche zur Musik werden! Das ist von Anfang ein ein grandioser Genuss. Einstellung um Einstellung, Bild um Bild, Ton um Ton - und die kargen Sätze in karger Landschaft, oft im Monument Valley, dessen rote Tafelberge wir aus vielen großen Western, besonders John Fords, kennen.

Über allem liegt, ja, fast sakrales Mysterium, getragen vom namenlos bleibenden Mundharmonikaspieler. Schon diese Namenslosigkeit des Schweigsamen verdichtet den ganzen Film auf sein brutales Geheimnis.

Und wer den Film NICHT kennt - der sollte ab hier NICHT weiterlesen, um nicht der einen oder anderen überraschenden Wendung beraubt zu werden.
Alle anderen dürfen sich erinnern (wobei ich den wirklichen Schluss selbstverständlich nicht verraten werde).

In die quälende Stille unter knarzenden Geräuschen des Wasserrads geschieht lange nichts - und auch das genial, der Anfang mit dem Wasserrad! Wasser in der Wüste. Wasser für die Eisenbahn, die endlich verspätet eintrifft, befüllt wird - und den Namenlosen zurücklässt, wie von Geisterhand entladen.

Und dann die bittere Mundharmonika-Melodie und die drei Killer in langen Staubmänteln und die Schüsse, die in die Stille fetzen ... Wo ist und wer ist Frank?

Er ermordet gerade McBain und seine Kinder.

Und McBains junge, neue Frau, Jill, steigt aus dem Zug eines Bahnhofs in einer im Bau befindlichen Stadt, die "Spiel mir das Lied vom Tod"-Melodie erhebt sich, Jill's Theme, gesungen von Edda Dell'Orso (z.B., ohne Jill's Theme, The Crystal Voice: Best of Edda Dell'Orso).

Keiner holt Jill ab.

Ihre kurzfristig angemietete Kutsche kreuzt die Gleise der im Bau befindlichen Eisenbahn. Die Eisenbahn, allgegenwärtig.

Der Bandit Cheyenne befreit sich, Begegnung mit dem Namenlosen. Cheyenne ist nicht der Mörder. Er zählt zu den Guten. Wichtig: er wird schützen und retten. Und sterben.

Auf der Ranch der McBains erfährt Jill vom Mord an ihrer neuen Familie. Ihre Melodie ertönt abermals.

Der ebenso reiche wie todkranke Mr. Morton, Eigner und Erbauer der Eisenbahnlinie, lebt im Stützkorsett und auf Krücken. Allein in seinen luxuriösen Salonwagen. Vernarrt in die Idee, seine Eisenbahn bis zum Pazifik fertigzustellen, so lange er noch lebt. Dafür geht er über Leichen. Über viele Leichen.

Jill ist in Lebensgefahr, Killer von Frank bedrohen sie, Mr. Morton zahlt gut. Der namenlose Fremde rettet sie. Cheyenne beschützt sie. Wo ist Frank? Quälende Ungewissheit.

Die Spannung steigt und steigt. Bis kurz vor Schluss der Satz noch einmal fällt „Spiel mir das Lied vom Tod." Auflösung. Erlösung. Und der Tod treibt sein Spiel bis zum Ende, staubig, kalt, brutal.

"Irgendeiner wartet immer."

Ein Meisterwerk.
Eine vollendete Western-Oper.
Western-Mythos in der Einheit von Bild, Musik, Ton, Handlung.

Das wird bleiben.

Im Übrigen gibt es sehr gutes Bonusmaterial.

Und wer die Musik möchte, die in ihrer Leitmotivik nicht vielfältig ist, schon gar nicht übertrieben bombastisch und symphonisch, aber eindringlich: die beste Ausgabe ist die italienische, weil am vollständigsten: C'era Una Volta Il West, so der Originaltitel.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 12, 2014 9:52 PM MEST


Buntschatten und Fledermäuse: Mein Leben in einer anderen Welt
Buntschatten und Fledermäuse: Mein Leben in einer anderen Welt
von Axel Brauns
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

5.0 von 5 Sternen Von außerirdischem Schrot und Korn, 2. August 2014
Erfrischend, wie Axel Brauns die deutsche Sprache kreativ aufmischt. Und wie er das Format "autobiographischer Roman" völlig neu entwirft. Und dieses Unterfangen hat seinen Grund in seiner besonderen Persönlichkeit. Er ist anders als die meisten Kinder, Jugendlichen, Erwachsenen, anders als seine gleichaltrigen Mitschüler, anders als die Welt um ihn herum. Daraus hat er seinen biografischen Roman entwickelt in einer anderen, seiner besonderen Sprache.

Faszinierend ist es Axel Brauns dabei gelungen, dieses Anderssein bei den Andern zu verorten, nicht bei sich selbst. Etwa wenn er schreibt: "Theoretisch hatte ich es bereits in Betracht gezogen, dass Buntschatten [so nennt und erlebt Axel Brauns die Menschen um sich herum, wenn sie positive Gefühle auslösen, ansonsten sind es Fledermäuse] eigene Gefühle und Gedanken besäßen. Für die Praxis brachte dieses Gedankenspiel mir bisher keinerlei Vorteil. Für mich lebten weiterhin alle Buntschatten auf dem Mond und ihr Tun und Trachten war von außerirdischem Schrot und Korn." Er selbst empfindet sich als völlig normal - die andern sind eben seltsam. Und rätselhaft. Und völlig unverständlich im Reden und Tun. Eben Außerirdische vom Mond.

Dieser geniale Schachzug wirft ein völlig neues Licht auf die Welt und auf das Zusammenleben der Menschen, wie die meisten es kennen. Auf Rituale, Formen, Muster, Kommunikation. Das hat mich am meisten fasziniert, wie plötzlich meine alltägliche Welt um mich herum völlig anders erscheint, aufgebrochen, hinterfragt, fremd und bizarr.

Eigentlich passiert im Roman kaum etwas. Axel ist ein kleines Kind und wächst zum Erwachsenen heran (der Roman endet kurz vor dem 20. Geburtstag Axels, im Anhang sind die Kapitel dem jeweiligen Lebensalter zugeordnet - auch beim Lesen ganz hilfreich). Er sandelt gern als Kleinkind, geht in den Kindergarten, hat Eltern, geht zur Schule, macht sein Abitur und beginnt ein Studium. Mehr nicht.

Und doch wird diese Lebensgeschichte eine Tour durch fremde, spannende, bewegende Welten. Auch, weil Axel Brauns eine Sprache spricht, die wunderbar anders klingt. Da er von seiner Persönlichkeit her alles wortwörtlich versteht, stellen ihn Redewendungen oder bildhafte Sprache auf die Probe. Köstlich die Missverständnisse oder die Suche nach dem Sinn eines Bildes! Etwa wenn das Mädchen Carolin am Strand, das in ihn verliebt ist, ihr Verliebtsein so umschreibt: "In meinem Bauch glitzert es wie auf dem Meer." Axel Brauns: "Was meinte sie damit? Ich linste kurz auf ihren Bauch, um dort eine Antwort zu finden. Es brachte nichts ein ... Ich seufzte innerlich ... Ich versuchte, mir Carolins Worte bildlich vorzustellen. Da tauchte die nächste Frage auf: Was hatte die Nordsee hinter Carolins Bauchnabel zu suchen?"

Außerdem, weil er Dinge wahrnimmt oder tut, die andere nicht wahrnehmen oder tun, muss er unzählige neue schöne Wörter erfinden wie "lichteln" oder "wischeln". Genial!

Manches finde ich voll Weisheit, wie zum Beispiel Dinge zu tun, die "ihre Belohnung in sich selbst finden". Das hat etwas. Das kann der Axel des Romans sehr gut - können es die ihm so fremden Buntschatten auch? Er nimmt es nicht wahr. Es täte ihnen sicher gut.

Vieles ist witzig, vieles ist ziemlich traurig. Alles wirkt ingesamt sehr fremdartig und eigen. Wie die Fremdheit des eigenen Körpers oder die Unempfindlichkeit gegen Schmerz. Wie das Vergnügen bei der Beerdigung des Großvaters oder beim Arztbesuch, wenn Axel eben vergnügt antwortet, dass das Jod auf der tiefen Wunde "brennt" (was er nicht wirklich versteht, aber er spürt ja nicht das, was der Arzt denkt, dass er spürt). Wie das Gefühl, nicht schlau zu sein, ein beschränktes Kind, ein "Dummbart", wie andere ihn nennen.

Das Lesen des exotischen Romans fand für mich also seine Belohnung in sich selbst, sprachlich und inhaltlich. Zudem lernte ich nebenbei, autistische Menschen viel besser zu verstehen. Aber was heißt schon Autismus? Was hilft schon ein Begriff und eine Diagnose, die einem so bezaubernden Menschen wie Axel ein Etikett aufklebt, das keine Belohnung in sich selbst findet? Sondern abstempelt als krank oder behindert oder gestört oder abnormal? Dieses Recht auf das eigene Anderssein, auf die eigene Persönlichkeit erzählt Axel Brauns mit einer eindrücklichen Szene:

Als Sabine, eine gute Freundin, die Axel wie wenig andere versteht, kennt und ihn so akzeptiert, wie er ist, als Sabine ihm gezielt und mit Absicht eine Kurzgeschichte über einen Autisten gibt, versteht Axel überhaupt nicht, warum. Er schreibt:

"Was ist autistisch? In der Kurzgeschichte, die mir Sabine zugesteckt hatte, fand ich das Wort. Obwohl ich all meine Wörterbücher konsultierte, versperrte sich mir der tiefere Sinn des Wortes. Autismus leitet sich her vom griechischen Wort autos für selbst. Was bedeutet es, wenn ein Buntschatten selbst- und ichbezogen ist? Warum ist er dann auch kontaktunfähig? Das klang so, als wäre Schnee sonnenhungrig. Die dackelig wackelige Erklärung ließ mich kalt."

Recht so!


Keyboard Abdeckhaube Größe K 98x43x6cm
Keyboard Abdeckhaube Größe K 98x43x6cm
Wird angeboten von The Musicoy Shop
Preis: EUR 6,90

5.0 von 5 Sternen Passt und schützt, 21. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Keyboard Abdeckhaube Größe K 98x43x6cm
Gut verarbeitete, praktische Abdeckhaube. So geschnitten, dass sie wirklich über die allermeisten Keyboards ihrer Größe passen dürfte und diese schützen. Vorher halt abmessen, dass die Maße auch stimmen ...


OLYMPIA Laminiergerät A330 für A3 inkl. 40 Folien
OLYMPIA Laminiergerät A330 für A3 inkl. 40 Folien
Wird angeboten von addtronic
Preis: EUR 22,22

5.0 von 5 Sternen Funktioniert einwandfrei, 17. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das wertige Gerät funktioniert einwandfrei und einfach. Auspacken, einstecken, anschalten, laminieren. Weil hier die Geruchsbelästigung diskutiert wurde: ich empfinde sie subjektiv vollkommen im Rahmen, wenn man Kunststoff erhitzt. Natürlich geht das nicht völlig geruchsfrei, gestört hat mich aber nichts.


Autismus: Adlerblick und Tunnelsicht.: Tipps für Kids
Autismus: Adlerblick und Tunnelsicht.: Tipps für Kids
von Melanie Matzies
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebevoller, hilfreicher Leitfaden für das repektvolle Miteinander, 7. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das kleine Büchlein ist durch und durch hilfreich. Klug angelegt und mit System beantwortet es so ziemlich alle Fragen, die mit Kindern und Jugendlichen im Autismus-Spektrum zusammenhängen. Wobei ich zuerst das letzte Kapitel gelesen habe, das mir sehr gefallen hat: "Stärken von Menschen mit Autismus". Stärken sind ein gutes Vorzeichen für die Schwierigkeiten, die einfach da sind oder entstehen können. Denn der "Umgang mit Autisten ist oft nicht leicht, aber wenn wir wissen, was sie bewegt, warum sie bestimmte Sachen machen und andere unterlassen, dann wird das Miteinander entspannter und kann sogar interessant und anregend werden" (S. 3).

Und so folgen in den ersten Kapiteln mit Hintergrundinformationen praktische Tipps anhand von Beispielen, wie das Miteinander liebevoll und respektvoll gelingen kann.

Die Hintergrundinformationen sind konzentriert und elementar gefasst und sie werden im Buch immer wieder aufgegriffen. Zunächst wird die gar nicht so einfache Frage "Was ist Autismus?" behandelt. Mir gefällt ausdrücklich, dass die Autorin dazu neigt, nicht von Defekt, Syndrom, Behinderung oder Störung zu reden, sondern dass sie von "Menschen im Autismus-Spektrum" spricht. Das ist wertfrei und brandmarkt die autistischen Menschen nicht als gestört. Wobei sie die Terminologie leider nicht ganz konsequent durchhält, vor allem in der Abkürzung ASS - Autismus-Spektrum-Störung.

"Was kennzeichnet den Autismus?" ist ein ungemein erhellendes, Verständnis schaffendes Kapitel. Geordnet ist das Kapitel nach den drei Systemen, wie Menschen üblicherweise ihre Welt ordnen und sich sozial orientieren: 1. Das System, Denken, Fühlen und Wahrnehmen anderer Menschen zu erkennen. 2. Das System, Handlungen und/oder Gedanken zu ordnen und Dinge zu planen und auf Veränderungen zu reagieren. 3. Das System, Zusammenhänge herzustellen und Einzelwahrnehmungen sinnvoll zu ordnen. Jeweils wird gezeigt, wie die Mehrheitsgesellschaft diese Systeme entwickelt und benutzt, und wie anders Menschen im Autismus-Spektrum hier ticken. Weil die Kinder eben Reize im Gehirn anders verarbeiten als die Meisten.

Nach den Hintergrundinformationen wird es praktisch, lebensnah und ungemein nützlich. 14 Alltagsfragen bespricht die Autorin. Immer beginnt es mit einem prägnanten Beispiel, danach eine Erklärung, was genau abläuft, und schließlich sehr konkrete, anschauliche und praktikable Tipps zum Verhalten, teilweise mit präzisen oder sogar eindringlichen Merksätzen. Immer wieder wird auf die Hintergrundinformationen zurückgegriffen, so dass mit der Zeit ein richtig anschauliches Bild einer autistischen Persönlichkeit entsteht - und das mit Respekt und ohne jede Abwertung!

Die Alltagsfragen lauten:
"Gefühlsausbrüche und mangelndes Gefahrenbewusstsein."
"Frech, provozierend, ungezogen."
"Diebstahl."
"Andere nachmachen."
"Zwänge, Tics und Ängste (Panik)."
"Angst vor Veränderungen."
"Reizüberflutung und Gedankenchaos."
"Wenn sich alles um das autistische Kind dreht (Benachteiligung der andern Kinder)."
"Gemeinschaftliche Regeln und Verhalten untereinander (Sozialverhalten)."
"Spielen und Spielregeln."
"Einfühlungsvermögen."
"Sprachschwierigkeiten (z.B. Metaphern oder Bilder wörtlich nehmen)."
"Nur das eine Thema reiten und das mit allen Details."
"Warum Autisten nicht mit der Mode gehen."

Eine zweckdienliche Zusammenfassung mit elf Merksätzen schließt sich an, bevor das Kapitel mit den Stärken der Autisten das ganze Buch schließt.

Ich habe das Buch mit Gewinn gelesen, als Erwachsener und pädagogisch Tätiger. Ich finde es geradezu genial für Eltern, Erzieher, Lehrer usw. Auch, um mit Kindern Schritt für Schritt den Umgang mit Autisten einzuüben, für sie Verständnis zu schaffen und sogar Interesse für die andere Lebenswelt zu wecken.

Größere Kinder und Jugendliche können das Buch selbst zur Hand nehmen, allerdings ist das Niveau hoch angesiedelt, so dass es auch für reifere Jugendliche stellenweise schwierig sein könnte. Aber mein Tipp wäre sowieso, das Buch nicht allein zu lesen, sondern als Basis fürs Gespräch zu nutzen.

Vielleicht müsste noch ein Buch für Grundschulkinder geschrieben werden, vielleicht mit Comics oder zumindest mit Geschichten, die auch für dieses Alter erhellend sein könnten. Aber in der Grundschule ist der Weg des Buches über die Vermittlung durch Lehrerinnen und Lehrer zu den Kindern sowieso der beste.

Was für mich kein Mangel dieses rundum guten Buches ist, sondern eher eine grundsätzliche Problemanzeige: das Buch ist wie die meisten Ratgeber stark von männlichen Kindern und Jugendlichen im Autismus-Spektrum geprägt. Mädchen sind aber spezifisch anders, oft wird bei ihnen Autismus gar nicht oder viel zu spät diagnostiziert, weil sie sozial sehr geschickt und lernfähig sind (siehe die Untersuchungen der Ärztin Christine Preißmann, die selber Autistin ist, z.B. Überraschend anders: Mädchen & Frauen mit Asperger). Ich finde es teilweise traurig, wie die unauffälligen autistischen Mädchen weniger Chancen als Jungs haben, angemessene Unterstützung und angemessenes Verständnis zu finden.

Ich bin gerade dabei, das Buch Kollegen und andern interessierten Menschen zu schenken oder auszuleihen. Das hat seinen guten Grund in der außergewöhnlich konzentrierten, verständlichen Art und Weise, wie es profund informiert und zum Handeln anleitet.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 14, 2014 9:18 PM MEST


Warum ich euch nicht in die Augen schauen kann: Ein autistischer Junge erklärt seine Welt
Warum ich euch nicht in die Augen schauen kann: Ein autistischer Junge erklärt seine Welt
von Naoki Higashida
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sie gehen so gern spazieren, Wasser ist ihr Lebenselement, sie sind nachts wach, reden kaum und schauen dir nicht in die Augen, 18. Juni 2014
In meinem Fall habe ich beruflich zur Zeit mit zwei völlig verschiedenen autistischen Jugendlichen zu tun. Erstmals. Daher hatte ich das Bedürfnis, die Innensicht derer kennen zu lernen, mit denen ich jetzt zu kommunizieren habe. Dazu hat mir Naoki Higashida sehr, sehr geholfen. Denn es ist ja nicht einfach mit autistischen Menschen. Und das, so Naoki Higashida, wissen die autistischen Menschen selber ziemlich gut.

Eine kurze Einleitung setzt den Rahmen: "Als ich ein kleines Kind war, wusste ich nicht, dass ich ein behindertes kleines Kind war. Und wie fand ich es heraus? Durch andere Menschen, die mir erklärten, ich sei anders als alle anderen und das sei ein Problem. Was auch stimmt." - "Aber eigentlich wünschen wir uns nichts weiter als eine bessere Zukunft." - "Man kann einen Menschen nicht nach seinem Äußeren beurteilen. Sobald man aber einen Blick in sein Inneres tut, ist man einander nicht mehr so fremd. Von eurem Blickwinkel aus muss euch die Welt eines Autisten vollkommen rätselhaft erscheinen. Also nehmt euch bitte ein wenig Zeit und hört, was ich zu sagen habe."

Sich diese Zeit zu nehmen, lohnt. Und zwar nicht nur für Menschen, die mit Autismus zu tun haben. Finde ich inzwischen. Es tut grundsätzlich gut, die eigene Welt durch den Blickwinkel eines Naoki Higashida wahrzunehmen. Plötzlich werden uns oft so selbstverständliche Dinge neu deutlich, sie werden wertvoll oder aber auch im Gegenteil. Wir lernen, sie zu hinterfragen.

Das Buch fährt fort in Antworten auf 58 Fragen ab Autisten. Einige Beispiele sind:
- "Warum stellt ihr immer wieder dieselben Fragen?"
- "Warum brauchst du ewig, um eine Frage zu beantworten?"
- "Wieso kannst du dich nicht ordentlich unterhalten?"
- "Warum schaust du uns nicht in die Augen, wenn du mit uns sprichst?"
- "Bist du lieber allein?"
- "Warum ist euer Gesicht oft so regungslos?"
- "Stimmt es, dass du dich nicht gern berühren lässt?"
- "Warum schreibst du Buchstaben in die Luft?"
- "Hast du ein anderes Körperempfinden?"
- "Fällt es dir schwer, dich passend anzuziehen?"
- "Warum ist euer Schlafrhythmus so chaotisch?"
- "Warum bist du so gerne im Wasser?"
- "Warum gefällt dir die Fernsehwerbung?"
- "Warum gehst du so gerne spazieren?"
- "Warum machst du bestimmte Dinge immer und immer wieder?"
- "Warum tust du bestimmte Dinge so zwanghaft?"
- "Warum gerätst du in Panik?"

Zwischen die Fragen und zum Abschluss sind wunderbar poetische Texte eingestreut, insbesondere die Schlussgeschichte "Ich bin doch da" hat mich bewegt, schöner kann man die Fremdheit und die Schwierigkeit, zu kommunizieren, kaum erzählen. Und die Hoffnung auf Erlösung, die nicht einfach bis unmöglich ist.

Naoki Higashida räumt für mich manches Vorurteil aus dem Weg. Wie das der Gefühllosigkeit oder Beziehungslosigkeit. Er schreibt direkt, schnörkellos und klar. Seine Ehrlichkeit ist bestechend. Seine Antworten schaffen Verständnis für eine fremde Welt.

Davon erzählt auch das bedenkenswerte Vorwort von David Mitchell, Vater eines autistischen Kindes. Er grenzt das Buch ab gegen die Vielzahl von Ratgebern, medizinischen Büchern oder Betroffenenberichten Erwachsener. "Es ist das Buch, das mir am meisten geholfen hat. Was ich las, half mir, als Vater aufgeklärter, hilfreicher, stolzer und glücklicher zu sein." Und ich ergänze als Außenstehender: Ich habe gelernt, mit hohem Respekt vor der Leistung der autistischen Kinder und Jugendlichen und Erwachsenen zu stehen, die so viel zu kämpfen haben und die so wunderbare Menschen sind. Aber eben fremd und anders und besonders in dieser lauten und schrillen, oft oberflächlichen Mehrheitsgesellschaft.


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