Profil für Mapambulo > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Mapambulo
Top-Rezensenten Rang: 250
Hilfreiche Bewertungen: 6838

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Mapambulo "Mapambulo" (München)
(TOP 500 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Salome
Salome
Preis: EUR 17,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Selige Zeiten, 13. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Salome (Audio CD)
Möglicherweise liegt man mit der Vermutung nicht ganz falsch, dass der geografischen auch eine musikalische Verwandtschaft folgt. Schließlich kommen die Marriages aus dem kalifornischen Los Angeles, dem sonnengebleichten Moloch also, der auch Warpaint beheimatet. Eine Band also, deren Sound ähnlich klare Bezüge zum düsteren Alternativrock der 90er aufweist – wo das Frauenquartett allerdings psychedelische Präferenzen setzt, schlagen Emma Ruth Rundle, Greg Burns und Andrew Clinco deutlich wavigere Töne an. Verhallter, leidenschaftlicher Sirenengesang, widerborstige Gitarrenwände, auch Esben And The Witch fallen einem da als Klang-Paten ein. Stücke wie die fabelhaften „Skin“ und „Binge“ mischen verzerrten Pedalnoise mit dumpf pochenden Drums, es schmirgelt und jault in aller epischen Breite, Musik also, für die man Jahrzehnte früher vor dem Bildschirm kniete, um bei „MTV 120 Minutes“ nur ja keinen Ton zu verpassen. Selige Zeiten, fürwahr – funktioniert aber heute auch noch ganz passabel. Kein Wunder auch, dass die Marriages in Europa u.a. mit David Eugene Edwards‘ Wovenhand unterwegs sind, einem Mann, der zu Dunkelheit und Mystik ein ähnlich vertrautes Verhältnis pflegt wie andere Menschen zu ihrem Frühstücksmüsli. Kann also nicht schaden, da mal vorbeizuschauen … mapambulo:blog
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 18, 2015 5:12 PM MEST


White Men Are Black Men Too
White Men Are Black Men Too
Preis: EUR 14,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deadbeats aus der Rumpelkammer, 6. April 2015
Rezension bezieht sich auf: White Men Are Black Men Too (Audio CD)
Natürlich geht es hier in erster Linie darum, das grandiose zweite Album der schottischen Crossover-Formation Young Fathers zu loben und zu preisen. Weil es fast noch besser geworden ist als ihr erstes. Und weil sie damit jedweden Zweifel aus der Welt geschafft haben, die Verleihung des Mercury-Prizes im vergangenen Jahr für ebenjenes Debüt könnte zu früh gekommen sein. Es geht hier aber auch um die notwendige Ehrenrettung für einen Begriff, der hierzulande über Jahrzehnte ein beschauliches und unbescholtenes Dasein führen durfte, bis ihn das (wenn auch nicht persönliche) Wirken eines gewissen Rudi V. in schändlichen Misskredit brachte: Das Rumpeln. Keine Ahnung, woher der schlechte Leumund kommt, schließlich gab es dafür in grauer Vorzeit sogar spezielle Kammern (Hashtag: Willi Schwabe), in denen nach Herzenslust dem ungeordneten Chaos fröhnen konnte, wer keine Lust auf Geradlinigkeit, Klarheit und Perfektion hatte. Und dabei Erstaunliches zu Tage fördern konnte.

Die Young Fathers haben es mit „White Men Are Black Men Too“ zur wahren Meisterschaft im Rumpeln gebracht, die zwölf Stücke sind so vielgestaltig, roh und ungestühm, wie es von einem Zweitling kaum zu erwarten war – eine Nummer Sicher jedenfalls klingt entschieden anders. Jeder der Songs ein tiefdunkles Wummern von ganz weit unten her, spannungsgeladene Deadbeats, mal als schiefes Electrospiritual („Feasting“), mal als fiebrig klackernder Sound mit halblaut genuschelten Lyrics („Rain Or Shine“) – wild, archaisch, bedrohlich. Da, wo TV On The Radio die Rhythmuskomponente im Laufe der Zeit für den großen Pop etwas vernachlässigt haben, hauen die drei Kerle aus Edinburgh mächtig auf die Felle. Bei „Shame“ hämmern die Loops zu garstigen Gitarren, in „27“ hüpfen überdrehte Afrobeats in der Runde, als gäbe es keine Sperrstunde.

„Old Rock’n Roll“ kommt wie ein altes, knarzendes Dampfschiff daher, auf dem man sich zu einem beschwörenden Totentanz getroffen hat und an passenden Stimulanzien kein Mangel war. Was ja irgendwie auch hinhaut, denn hier wird er ja auch gerade beerdigt, der gute, der brave schwarze Mann: „I’m tired of playing the good black, I said I’m tired of playing the good black, I’m tired of having to hold back … Some white men are black men too, ni***h to them, a gentleman to you.” Das ganze herrliche Geschrei, Georgel und Gezerre ist nicht weit weg von einem David Lynch und seinem albtraumhaften, surrealen Bilderkosmos, in welchem die abgedrehtesten Gestalten zugleich immer auch die faszinierendsten sind. Die Art und Weise, wie die Young Fathers Bezüge aus Soul, Big Beat, Traditional, Blues und HipHop miteinander vermengen, ist somit nicht weniger als ein hochenergetisches und unterhaltsames Lehrstück in Sachen Musikgeschichte. mapambulo:blog


Deine Freunde - Live von der Reeperbahn
Deine Freunde - Live von der Reeperbahn
DVD ~ Florian Sump
Preis: EUR 15,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auskenner der Herzen, 4. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Deine Freunde - Live von der Reeperbahn (DVD)
Also gut, ein letztes Mal von ganz vorn – auch wenn man eigentlich annehmen dürfte, dass mittlerweile ein/e jede/r Bescheid weiß, wer Deine Freunde sind und was sie machen (und was – genauso wichtig – eben gerade nicht). Ein paar Sätze also für die Newbees unter den Eltern, die nicht vertraut sind mit Schlüsselworten wie „Mudder“, „Schokolade“, „Ferdinand“, „Rakede“ oder „Eierloch“ (denn alle anderen haben das Ding hier ohnehin schon ohne großes Überlegen im Warenkorb platziert). In aller Kürze: Lukas, Pauli und Flo kommen aus Hamburg und machen seit drei Jahren Rapmusik für Kinder und zwar – und das ist noch immer ihr unbedingtes Alleinstellungsmerkmal – von der ganz und gar unpeinlichen Sorte. Gerade weil sie ihr junges Publikum auf kindliche (und nicht kindische) Weise versuchen ernst zu nehmen, ist es auch so verdammt einfach für Erwachsene, mit ihnen klarzukommen.

Denn – hallo!? – wann kam es denn bis dahin vor, dass der oder die Erziehungsberechtigte selbst (!) und unbemault (!!) einen Tonträger für die Autofahrt auswählen durfte? Oder umgekehrt: Wann endete der laut proklamierte Ruf der Kids im Fond der Familienkutsche vorher nicht in Zank und Streit (und insgeheim im dringenden Wunsch seitens der Eltern, die Verniedlichungsfantasien der Kinderbespaßungs-Industrie kommentarlos und umgehend durchs geöffnete Wagenfenster zu pfeffern)!? Beide CDs, die Deine Freunde bislang eingespielt haben, lassen sich daheim, bei Besuchen oder unterwegs bedenkenlos und ohne nennenswerte Abnutzungserscheinungen abspielen – besser noch, sie machen aus quälenden Überlandpartien (und unvermeidbaren Stauphasen) gutgelaunte Musikhappenings und versöhnen (wenigstens auf eine Spieldauer) die junge resp. unverspannte und die gestresste resp. auf ewig uncoole Generation miteinander.

Und das klappt so auch auf den Konzerten der drei: Wer das unkontrollierte, selige Gehüpfe der eigenen Kids zur Ansprache der Jungs selbst schon gesehen hat, wer bemerkt, wie der anfangs obligatorische Sicherheitsrückblick zum in der letzten Reihe postierten, verstohlen mitwippenden Begleitschutz immer seltener wird, wie Deine Freunde sich gekonnt mal mit dem jungen, mal mit dem gealterten Publikum verschwören und den Kindern das unbedingte Gefühl vermitteln, jetzt und hier sei Zügellosigkeit und Ausgelassenheit genau die richtige Wahl – der kann nicht anders, als sie dafür und ein für allemal ins Herz zu schließen. Sie lassen den Nachwuchs erleben, dass trockene, satte Beats und gescheite Texte ohne jedes Herangewanze in gleichgesinnter Gemeinschaft jede Menge körperliche Glücksgefühle hervorrufen können. Genau die eben, die man selbst von eigenen Konzertbesuchen kennt und von denen man sich immer wünscht, der Nachwuchs möge es ähnlich empfinden.

Was man noch erfährt? Nun, dass Hamburg die schönste Stadt der Welt ist – naja, da können wir ja noch mal drüber reden. Dass Florian Sump HSV-Fan ist (okay, die Chancen standen 50/50, dass er zu den Guten gehört, aber vielleicht braucht jeder, auch ein Kindergärtner, eine dunkle Seite…). Dieses Katzending ist ein wenig gruselig, es treibt vermeintlich erwachsene Männer zu verstörenden Geräuschen und Bewegungen, über deren Herkunft man Näheres wohl nicht wissen mag. Die Schoko-Oma ist dabei, der begnadigte Rolf Z., ohne den es – dickes sorry! – die Band als solche gar nicht gäbe, Crowdsurfing, ein paar ganz und gar nervige Flötentöne und Videos satt natürlich. In einem besinnlichen Moment wird einem bewusst, dass die eigenen Kinder auch dieser Mucke wieder entwachsen werden (was danach kommt, liegt im furchtbar Ungewissen) und man fragt sich, wer einen dann wohl mitnehmen mag, wenn Deine Freunde wieder mal in der Stadt zu Gast sind. Besser, man hat dann die DVD zur Hand… mapambulo:blog


EP
EP
Preis: EUR 2,97

4.0 von 5 Sternen Für den zweiten Blick, 3. April 2015
Rezension bezieht sich auf: EP (MP3-Download)
Vielleicht ist es ja ganz gut, wenn man ab und an mal seine Vorbehalte in der Ecke abstellt: Diese nämlich könnten besagen, dass eine junge Dame mit derart markant aufgestyltem Haupthaar den Großteil der Arbeit vor dem Spiegel und nicht im Tonstudio verrichtet, für den Rest wird sich schon ein halbwegs talentierter Produzent finden lassen. In diesem Falle: Kokolores. Denn wer ein Blick ins Netz riskiert, der wird schnell feststellen können, dass Jeanne Added ihren Kopf ganz sicher nicht in erster Linie zum Frisieren benutzt. Sondern ganz im Gegenteil schon eine ganz Reihe Meriten vorzuweisen hat. Abgesehen von ihrer Ausbildung zum klassischen Gesang, zu Cello und Jazz in Paris hat die junge Französin neben Festivalgastspielen auch mit Marielle Chatain (Musikerin bei The Dø) zahlreiche Auftritte absolviert - ein Grund, warum Dany Levy auch die vorliegenden EP betreut hat. Minimaler, abgedunkelter Elektropop, der seine Zeit braucht, intensiv nicht vordergründig durch Lautstärke oder BPM, sondern eher unterschwellig, mithilfe klarer Strukturen und eindringlichen Gesangs. Alle drei Stücke lassen sich im Übrigen nicht nur auf Konserve, sondern auch im Rahmen der äußerst gelungenen Deezer-Live-Sessions hören und sehen. mapambulo:blog


Girl in a Band
Girl in a Band
von Kim Gordon
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom Suchen und Finden seiner selbst, 2. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Girl in a Band (Gebundene Ausgabe)
“Was ist erschreckender als ein Paar, dass – nach 30 Jahren in einer eigenen Band, nach 27 Jahren Ehe, nachdem sie 17 Jahre gemeinsam ein Kind großgezogen haben – beschließt, die Nase voll zu haben? Während sie Erfolg hatten, waren auch wir erfolgreich.“

Was macht das mit einem, wenn man solche Zeilen über sich lesen muss? Zeilen, geschrieben von einer Online-Journalistin, die implizieren, nun, da man sich getrennt habe, sei man ebenso Schuld am Misserfolg aller anderen? Wie geht man damit um, gefangen in einem Mythos, von dem man nur zu gut weiß, dass er nicht funktioniert hat? Es ist ein altbekanntes Phänomen, dass nicht wenige zu Ikonen stilisierte Menschen, Künstler zumeist, bereitwillig ihren eigenen Ruf auf’s Spiel setzten, um Erwartungen und falsche Bilder zu brechen. Kim Gordon, Mitbegründerin und Bassistin der amerikanischen Noiseband Sonic Youth, mithin gern aufgerufenes und verehrtes Role-Modell für so vieles, Kim Gordon also schreibt ein Buch. Ein Buch, wie es widersprüchlicher nicht sein könnte, so dissonant wie ihre Musik, so umstritten, so ambivalent. Ein Buch, das mit dem Ende beginnt – ohne die Trennung von Thurston Moore, Vater ihrer gemeinsamen Tochter und kreativer Partner, ohne das darauf folgende Ende von Sonic Youth hätte es wohl kein Buch gegeben. Und das mit dem Beginn endet, ihrem Neuanfang, ihrem Re-Start, ihrem Versuch, sich neu zu orientieren nach dem Zerfall so vieler Sicherheiten.

Das Eingangszitat stammt aus dem ersten Kapitel, eines von später folgenden, die schwer zu ertragen sind, wenn man Kim Gordon nicht wirklich näher kennt, sondern ihre Person aus Videos, von Plattencovern und Interviews imaginiert und sie so zum kühlen, in sich gekehrten Rockgirl stilisiert, die alles fest im Griff hat, die nichts erschüttern kann. Über weite Strecken des Textes macht sie einen zum Voyeur wider Willen, zum Mitwisser, dann, wenn sie detailgetreu und mit viel Bitternis die Geschichte ihrer Trennung schildert. Intimste Szenen einer Ehe, die man so genau gar nicht lesen wollte, die ein erschrecken lassen ob der Bereitschaft, all dies dem Boulevard, der gefräßigen Presse auf dem berühmten Silbertablett zu servieren. Die Breite des verlassenen häuslichen Bettes, die verräterischen Mails und Textnachrichten, alle Kümmernisse und Verletzungen werden haarklein beschrieben und so der medialen Nachnutzung anempfohlen – schon suchen Scharen von Paparazzi nach der geheimnisvollen Person, die beider Beziehung zerstört hat. Sie braucht ihren Groll und ihre Enttäuschung ganz gewiss nicht hinterfragen, aber musste sie es aller Welt zu lesen geben?

Und doch: Viele andere Kapitel zeichnen einen beeindruckenden Bogen vom unfertigen, verunsicherten Mädchen, gestartet in der totenbleichen und lähmenden Sonne Kaliforniens, über die inspirierenden Auslandsaufenthalte mit den Eltern, die Hassliebe zum Moloch New York mit seiner schier unfassbaren Kunst- und Musikszene bis hin zur Familienkommune in Northhampton. Ein Bogen, der vor dem Bildschirm des heimischen Fernsehapparates endet und ein Konzert der eigenen Tochter zeigt, wie diese mit sparsamer, selbstbewusster Gestik ihre Mutter rührt. Wie an einer Perlenkette aufgereiht trifft man die Mitspieler dieser Sinnsuche, Dan Graham, Cindy Sherman, Tony Oursler, Greil Marcus, Lydia Lunch, Henry Rollins und Kurt Kobain. Menschen, die ihr neue Anstöße gaben, die sie die Anonymität New Yorks ertragen ließen oder einfach nur für ein Dach über dem Kopf sorgten. Man erfährt allerlei Erstaunliches über liebgewonnene Alben und Songs, begleitet die Entstehungsgeschichte bahnbrechender Werke wie „Daydream Nation“ oder „Goo“ von der Aufnahme bis zum Coverentwurf.

Auch, dass ihr die Widersprüchlichkeit quasi in die Wiege gelegt wurde, erfährt man. Zärtliche Zeilen über den Professorenvater, dem sie so vieles recht machen wollte und bei dessen Tod sie nicht zugegen sein konnte. Distanziertes über ihre Mutter, die schroff und wenig vertraulich geschildert wird und zu der Gordon erst ganz spät eine tröstende Nähe entwickeln kann. Schmerzvoll und prägend das Verhältnis zum schizophrenen Bruder Keller, den die Familie in den Focus der Aufmerksamkeit stellt, woran die Schwester Zeit ihres gemeinsamen Lebens leidet. Und letztendlich ein unentschiedenes, selten klares Bild ihres Mannes Thurston Moore, liebevoll als Vater, unendlicher Egomane, genial in seinem Tun und doch mit seiner steten Ruhelosigkeit nicht fähig, sich auf die Familie, auf die neue Umgebung fern ab vom quirligen New York einzulassen. So sehr diese Schilderungen versöhnen, so sehr verstören einen später die hinrichtungsartigen Ausfälle gegen Lana Del Rey und Billy Corgan. Eigentlich sollte sie, die sie den täglichen Beschuss der Senstationspresse kennt, die Folge solcher Äußerungen besser kennen.

Vielleicht beherzigt sie aber auch nur den Rat ihrer Eltern, die ihr für den Streit mit dem herausfordernden Bruder empfahlen: „Ach, schlag einfach zurück!“ Zurückschlagen, laut werden, auch mal gemein, das vertrug sich bislang nicht mit dieser Frau, der ein halblautes „F***!“ auf einem Benefizkonzert von Freund Neil Young schon unendlich peinlich war, einer Frau, die sich in der direkten Linie der Frauen ihrer Familie aufwachsen sah – „stoisch, duldsam, keine Fragen, keine Klagen.“ Und so bleibt am Schluss das Bild der zeitlebens Suchenden, nach ihrer Rolle als Tochter, Schwester, Frau, Mutter, Bandgirl und Künstlerin. Und die Vermutung, dass Kim Gordon genau dort, auf der Bühne, den Bass in der Hand, den gesenkten, rhythmisch wiegenden Kopf inmitten eines Orkans an Verzerrungen und Wortfetzen der selbstbestimmten Identität, die sie so dringend zu finden wünscht, am Nächsten kommt. Und das ist dann doch, Gottlob, irgendwie wieder Rock’n Roll.

„Wenn ich auf der Bühne absolut konzentriert bin, empfinde ich mich als eine Art Raum mit einem Rand drum herum, einem Schimmer selbstbewusster, freudiger Sinnlichkeit. … Ich wollte nie etwas anderes sein als das, was ich war.“ mapambulo:blog
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 5, 2015 1:09 PM MEST


The Day Is My Enemy
The Day Is My Enemy
Preis: EUR 14,99

10 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weiche Birne, 27. März 2015
Rezension bezieht sich auf: The Day Is My Enemy (Audio CD)
Zunächst einmal die gute Nachricht: Nach ungefähr dreißig Minuten ist die Birne weich. Was anderen Bands eher zum Nachteil gereicht, gilt bei Keith Flint, Liam Howlett und Maxim Reality seit Jahren als unabdingbarer Arbeitsnachweis. Soll heißen: Ihr Handwerk beherrschen die drei auf Album Nummer sechs, ganze fünfundzwanzig Jahre nach ihrer Gründung, noch immer. Man hätte sich allerdings, und da sind wir schon bei den kritischen Anmerkungen, von dem Trio etwas mehr Mut, etwas mehr Risiko gewünscht. Dass sich Brachialdrums, dreckige Gitarrenloops, verzerrte Technobeats und ein paar böse Slogans zu einer hypernervösen und äußerst tanzbaren Mischung verquirlen lassen, haben sie auf den vorangegangenen Alben oft genug bewiesen und wenigstens mit “Music For The Jilted Generation” und “The Fat Of The Land” waren sie so etwas wie die ungeschlagenen Pioniere des soundgewordenen Cyberpunks. Auf einer Spiellänge von knapp sechzig Minuten ist das gewaltige Gewummer (ohne die Zuhilfenahme verbotener Substanzen) aber nur dann erträglich, wenn man ein paar Spannungspunkte zu setzen vermag, derartige Tempoverschleppungen und Stilvariationen waren ihnen auf früheren Alben geläufig, auf “The Day Is My Enemy” fehlen sie leider komplett. Allerspätestens nach “Destroy” ist die Luft raus und die Geduld aufgebraucht, daran kann leider auch der kürzeste und überraschendste Track – die lang erwartete Kollaboration mit den Sleaford Mods (“Ibiza”) – nichts ändern. Allzu ideenlos, allzu gleichförmig gerät der Rest. Die orientalischen Einschübe von “Medicine” werden nach verheißungsvollem Beginn leichtfertig zugeballert, “Beyond The Deathray” und “Invisible Sun” brechen aus der Stampede zwar aus, können aber trotzdem kaum überzeugen. Fazit: Für eine Nacht, für ein Konzert vielleicht ausreichend, an frühere, stilprägende Großtaten reicht das Album aber lange nicht heran. mapambulo:blog
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 27, 2015 11:26 AM CET


Kintsugi
Kintsugi
Preis: EUR 16,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebenslänglich, 27. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Kintsugi (Audio CD)
Wenn Worte wie „Schock“ oder „Aderlaß“ im Pop die Runde machen, ist Vorsicht geboten. Begleiten sie doch auf meist übertriebene Art und Weise die arbeitsrechtliche Trennung von Band und Mitgliedern oder im traurigsten Falle die Auflösung derselben. Schon Stepi Stepanovic wusste darauf die einzig gültige Antwort: „Lebbe geht weider“ – und das tut es ja dann auch. Nun ist Death Cab For Cutie nicht irgendeine Jahrmarktskombo und Chris Walla beileibe kein unbeschriebenes Blatt, aber nach siebzehn Jahren gemeinsamen Musizierens ist der Wunsch nach Veränderung kein unverständlicher, gerade wenn mit ihm und Ben Gibbard gleich zwei geniale Alphamännchen die Geschicke einer Formation zu lenken versuchen. Im Sommer vergangenen Jahres also sein Ausstieg und natürlich die bange Frage: Wie weiter? Nun, die vorliegende Platte wird eine befriedigende Antwort nicht geben können, ist sie doch komplett unter Wallas Mithilfe entstanden.

Und wenn man alle Grübeleien und Bedenken mal beiseite schiebt, dann muss man anerkennen, dass zumindest für den Zuhörer bis zum Abschluss der Produktion alles in bester Ordnung gewesen sein muss, denn „Kintsugi“ kann sich sehr wohl mit seinen hochgelobten Vorgängern messen. Death Cab For Cutie zählten ja seit jeher zu den wenigen Bands, die (durch welche Umstände auch immer) an die begehrte Geheimformel für perfekte Popsongs geraten sind, Platte um Platte präsentierten sie verteufelt eingängige und gefühlige Stücke, die einem den Atem nehmen konnten, ohne in Kitsch und hohlem Pathos zu ersaufen. Und daran mangelt es auch der neuen Scheibe nicht: Ob das dunkel schimmernde „Black Sun“, ein zartes Liebeslied wie „Hold No Guns“, die betörende Ode an die kindlich-weibliche Unschuld „Ingenue“ oder das Sehnsuchtsbekenntnis von „Little Wanderer“ – man könnte problemlos „alle“ sagen und träfe keinen falschen.

Wie genau sie das schaffen, läßt sich nur vermuten, Wallas Gitarrenspiel wird seinen Teil ebenso dazu beitragen wie Gibbards weiches Timbre und ganz allgemein die ausgefuchsten Kompositionen. Elektronik wird wie bei den letzten Alben eher spärlich eingesetzt, das Pendel schlägt zu gleichen Teilen in Richtung Indiepop und –rock und so richtig hart wird letzterer nur ganz selten. Vielleicht treffen sie mit ihrer Art des Songwritings dauerhaft einen Nerv, ein Bedürfnis nach Sanftheit, Bedachtsamkeit und ein bisschen Romantik. Gibbard selbst sieht das etwas skeptisch: „One of the things about our band that is interesting is that, if you make a record that has a certain kind of impact at a certain time in a person’s life, it becomes almost impossible to create that kind of moment again with the same listener (Stereogum).” Bis jetzt jedenfalls ist ihnen das, seiner Meinung zum Trotz, ein jedes Mal gelungen – warum sollte es mit dieser Platte anders sein ... mapambulo:blog
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 28, 2015 1:40 PM CET


Sometimes I Sit and Think,and Sometimes I Just Sit (Digi)
Sometimes I Sit and Think,and Sometimes I Just Sit (Digi)
Preis: EUR 14,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Electric Ladyland, 25. März 2015
Wem das Folgende zu banal und/oder zu persönlich ist, der sollte jetzt besser ein paar Zeilen überspringen. Denn es wird Zeit für ein Bekenntnis: Heimlich wünscht sich wohl mancher Vater einer heranwachsenden Tochter, aus ihr würde mal eine ähnlich selbstbewusste und selbstbestimmte junge Frau werden wie Courtney Barnett. Das liegt natürlich zu einem nicht geringen Teil daran, dass Barnett ziemlich laut und ziemlich gut Gitarre spielt - warum sich gerade dieser Sachverhalt so faszinierend auf Männer auswirkt (Hashtags: Kim Gordon, Kim Deal, PJ Harvey, Kate Nash, … you name it), muss ein jeder selbst mit seinem Frauenbild oder Therapeuten ausmachen. Hinzu kommt, dass Barnett auf eine sehr erfrischende und hemdsärmelige Art mit ihren Lebensumständen umgeht – es ist anzunehmen, dass auch im stockkonservativen Australien gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht gerade mit lautem Jubel begrüßt werden.

Barnetts Debütalbum klingt trotzdem angenehm unbekümmert, sie spielt ihr Instrument mit ordentlichem Drive und gibt ihm eine wunderbar raue Klangfarbe, an der auch Neil Young, einer der letzten Säulenheiligen in Sachen Feedback und Verzerrung, Gefallen finden dürfte. Gerade die beiden längsten Stücke des Albums, „Small Poppies“ und „Kim‘s Caravan“, sind eher bedächtig bis schwerfällig angelegt und schwurbeln trotzdem gar herrlich. Im Gegenzug stampft das Eröffnungsduo „Elevator Operator“/“Pedestrian At Best“ munter und kraftvoll drauflos, an Stillsitzen ist da wohl nicht zu denken. Auch Barnetts Humor kann eine schnell für sie einnehmen – in einem Interview verriet sie kürzlich, dass viele Textideen in feuchtfröhlichen Jamsessions mit ihrer Band entstünden, auch der Satz „Gimme all your money and i’ll make them origami, honey!“ stammt wohl aus solch einer Sitzung.

Meistenteils sind es sehr persönliche Betrachtungen, die sie zu Lyrics formt, nicht immer aktuell, öfters autobiografisch, stets echt. Kleinstadtdepressionen („Depreston“), Selbstbild trifft Erwartungshaltung („Don't ask me what I really mean, I am just a reflection of what you really wanna see, so take you want from me …”, Kim’s Caravan), es sind die vielen winzigen Allerweltsmomente, die sie sammelt und zusammenfügt: “I'm growing older every time I blink my eyes, boring, neurotic, everything that I despise. We had some lows, we had some mids, we had some highs, sell me all your golden rules and I'll see if that's the kind of person that I wanna be.” Die Erwartungen, die Courtney Barnett mit ihren beiden EPs vor zwei Jahren geweckt hat, hat sie mit dem Album mehr als erfüllt – nun bleibt noch die Hoffnung, dass sich endlich auch die eigene Tochter mal von Taylor Swift, Meghan Trainor und Miley Cyrus emanzipiert – der Papa würd’s ihr danken. mapambulo:blog


To Pimp A Butterfly
To Pimp A Butterfly
Preis: EUR 9,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bittersweet Symphony, 24. März 2015
Rezension bezieht sich auf: To Pimp A Butterfly (Audio CD)
Das wäre doch tatsächlich eine gelungene Pointe. Wenn denn der vor einigen Jahren noch arg ins Hintertreffen geratene HipHop gerade jetzt und gerade so wieder aus dem Tief herausfände. Wenn also alle drei Strömungen, wie wir sie zur Zeit beobachten können, dafür sorgen würden, dass der bräsige und arrivierte Muscle-Bling-Bling-Gangsta-Unfug endgültig einen Tritt in den Hintern bekäme und endlich abdankte. Da haben sich also, während die Musikkonzerne noch über einen einheitlichen, weltweiten Veröffentlichungstermin für Alben streiten, eine Reihe von alternativen Verkaufsstrategien entwickelt, die eine Loslösung von den gängigen Marktmechanismen propagieren und praktizieren. Zeitgleich verschwimmen die genrespezifischen Grenzen, halten Soul, R’n’B und vor allem der Jazz Einzug ins einst so brettharte und testosteronverseuchte Business. Und sorgen unglückliche Begleitumstände wie die Rassenübergriffe in Ferguson dafür, dass HipHop plötzlich und endlich wieder das ist, wofür er ganz zu Beginn stand: Politisch.

Kendrick Lamar gehört neben Drake, Chance The Rapper, Tyler The Creator und Earl Sweatshirt zum überaus hoffnungsvollen Nachwuchs und seine bislang dritte Platte nimmt in allen drei angeführten Umsturzkategorien einen Spitzenplatz ein. Im Netz war sie schon Tage vor dem offiziellen Releasetermin zu haben, ein Umstand, der sich mittlerweile zu einer Art sportlichem Wettstreit entwickelt zu haben scheint und dem der aktuelle Albumtitel “If You’re Reading This It’s too Late” von Drake das passende Motto liefert. Musikalisch ist “To Pimp A Butterfly” ein schier überbordender Geniestreich, ein Gesamtkunstwerk aus stilistischer Vielfalt, mutiger Experimentierfreude und traditionellem Punch – wobei der Punch dem Jazz hier eindeutig den Vortritt läßt. Ganze zwei Stücke von sechszehn funktionieren nach herkömmlichem Muster (und zwar wiederum erstklassig) – nur “King Kunta” und “The Blacker The Berry” kommen demnach als satt pumpende Tunes daher.

Den nicht minder interessanten Rest teilen sich Dronesynths, Jazzarrangements, klassischer Blaxploitation-Soul, Oldschool-Scratches und funkige Gitarrenriffs. Was Lamar da ohne jeden Durchhänger in achtzig Minuten packt, ist schon außergewöhnlich – zusammen mit George Clinton, Flying Lotus und Snoop Dog wird hier kunstvolle Schichtarbeit bis zur Perfektion betrieben. Die Tracks sind unglaublich dicht, der Song im Song im Song ist zum bewährten Mittel geworden, der Break im Stück fast schon ein Muss und selbst die Interludes funktionieren schon als vollwertige Titel. Zu Lamars markant hellen und rauchigen Rhymes mischen sich Latinoraps (“U”), zackige Outkast-Funkadelics (“Momma”) und immer wieder Einschübe des beliebtesten Allzeitwiedergängers Saxophon.

Mehr als alles andere ist dieses Album aber ein politisch aufgeladenes. Schon die Collage des französischen Fotografen Denis Rouvre darf als deutliches Statement gelten und erinnert noch dazu an das Cover des kürzlich erschienenen Comebacks „Black Messiah“ von D’Angelo. Lamars Lyrics setzen dann die dazugehörigen Spannungspunkte: Ob mit dem klaren Bezug auf die Geschichte der amerikanischen Sklaverei und deren Symbolfigur Kunta Kinte („King Kunta“), den harten Ansagen bei „Institutionalized“ („S*** don't change a day, get up and wash you’re a**, n****!“) oder dem so zweideutigen wie unmissverständlichen Chorus “the blacker the berry, the sweater the juice”, wo noch dazu vom “Stolz des Affen” die Rede ist – alles redet hier der Wut, der Enttäuschung und dem Kampf um Gleichstellung der schwarzen Bevölkerung das Wort. Ganz zum Schluß noch die zwölfminütige Parabel von Raupe und Schmetterling (“Mortal Man”) – ein Album mithin, das so viele Klangfacetten und Denkansätze bereithält, wie es nur ein Meisterwerk kann. mapambulo:blog


Short Movie
Short Movie
Preis: EUR 14,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Früh gereift, 20. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Short Movie (Audio CD)
An Künstlern wie Laura Marling läßt sich gut prüfen, ob man bereit ist, sich heutzutage noch verblüffen, noch beeindrucken zu lassen. Fünfundzwanzig ist sie erst, mehr Mädchen als Frau. Und doch ist das schon ihr fünftes Album – mit sechszehn hat sie ihren ersten Plattenvertrag unterschrieben, mit achtzehn landete sie das erste Mal auf der Shortlist zum Mercury Prize und dass sie mit Charlie Fink von Noah And The Whale und Marcus Mumford liiert war, ist zwar per se keine Leistung, läßt aber vermuten, dass sie im glamour- und skandalverliebten Popbusiness einige Höhen und Tiefen miterleben durfte. Eine „angry young woman“ ist deshalb aus ihr noch nicht geworden, auch jetzt bevorzugt Marling mehrheitlich die zart gezupften Folkakkorde. Doch weil dieser Platte eine Reihe einschneidender Erfahrungen vorausgingen, weil „Short Movie“ mithin ein Werk geworden ist, um das sie nach eigener Aussage erstmals ringen musste, sind manche Stücke darauf tatsächlich rauher, widerspenstiger geworden und erweitern so ihr Spektrum .

Lieder wie „False Hope“ und „Don’t Let Me Bring You Down“ besitzen diese neue Schärfe, klingen reifer und ungehaltener als in früheren Tagen. Auch der Titelsong gerät nach verhaltenem Beginn ungewohnt drängend und leidenschaftlich – angeblich stammen die namensgebenden Worte von einem Schamanen, den Marling bei ihrem Trip durch den amerikanischen Westen kennenlernte und der ihr klarzumachen versuchte, dass eines jeden Leben wie ein Film ablaufe, in dem man zwar die Hauptrolle spielen würde, dessen Fortgang aber von einem selbst nicht beeinflusst werden könne. Eine Meinung, die Marling im Übrigen nicht bereit war zu teilen… Sie hat sich in dieser Zeit, auch davon bekommt man einiges zu hören, viel mit Esoterik, Okkultismus und alternativen Lebensentwürfen beschäftigt, nicht nur das wunderbar lebendige „Gurdjieff’s Daughter“ kann ein Lied von diesen Gedanken singen.

Das dunkel dräuende „Warrior“ gefällt mit dem namenlosen Streitross, auf der Suche nach der wahren Erfüllung: „I can't be your horse anymore, you're not the warrior I would die for … I'm just a horse with no name, where are my other beasts who think the same? I'm just a horse on the moor, where is the warrior I've been looking for?“ – martialische Sprachbilder, auch das. Viel Abwechslung also für ihre Verhältnisse, Versponnenes, Abseitiges, Anrührendes. Neben den Gitarren auch Streicher, die mal sanft und mal wild begleiten. Mittendrin klingt „Short Movie“ mal wie die „Texas Campfire Tapes“ von Michelle Shocked („Strange“), später fügt sie dem Ganzen mit „Howl“ noch eine psychedelische Note hinzu. Sie sollte vor den vielen Jahren, die mutmaßlich noch vor ihr liegen, wirklich keine Angst haben, solange sie die guten wie die schlechten Erfahrungen auf so bewundernswerte Weise verarbeiten kann. mapambulo:blog
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 20, 2015 7:48 PM CET


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20