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Rezensionen verfasst von
Trashstore75 (Essen)

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Vanessa
Vanessa
DVD ~ Olivia Pascal
Wird angeboten von Studio 49 GmbH
Preis: EUR 12,68

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein deutscher Klassiker des Erotikfilms, 25. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Vanessa (DVD)
Nach dem Tod ihrer Eltern ist die junge Vanessa in einer Klosterschule aufgewachsen. Als sie erfährt, dass sie von einem in Hongkong verstorbenen Verwandten als Erbin eingesetzt wurde, verlässt sie das Kloster und macht sich auf den Weg nach Asien. Die Reise führt zum sexuellen Erwachen der unschuldigen Klosterschülerin. Von ersten sinnlichen Erlebnissen mit anderen Frauen bis hin zu leidenschaftlichen Fesselspielen und schwarzen Voodoo-Ritualen, erlebt das Mädchen vor exotischer Kulisse alle Spielarten der körperlichen Liebe.

Dieser lang gesuchte Sexploitation-Klassiker mit der bezaubernden Olivia Pascal in ihrer ersten Rolle wird erstmals in der ungeschnittenen Originalfassung und neu abgetastet auf DVD präsentiert. Dabei sorgt das Label Donau Film für die gewohnt anspruchs- und liebevolle Umsetzung des gesuchten Titels, der auch hier wieder in einem schönen Schuber mit ablösbarem FSK-Logo erscheint. Das dort abgebildete Motiv allerdings hat ein aufgedrucktes Freigabesiegel, bietet aber mit dem gezeichneten Artwork eines Kinoplakats eine gelungene Alternative. Eine "Behind The Scenes"-Featurette, ein englisch untertiteltes und sehr aufschlussreiches Interview mit Regisseur Hubert Frank und Kameramann Franz X. Lederle, der internationale Kinotrailer und eine Trailershow bilden das Bonusmaterial dieser gelungenen Veröffentlichung.

"Vanessa" - das ist die deutsche Antwort auf den ein Jahr zuvor, unter der Regie von Just Jaekin, inszenierten Erotikfilm "Emmanuelle" mit Sylvia Kristel in der Titelrolle. Auch wenn im interessanten Gespräch mit Regisseur Hubert Frank jegliche Verweise zu dem Klassiker abgestritten werden, liegen Ähnlichkeiten und Parallelen doch auf der Hand.
"Vanessa fängt an, wo Emmanuelle aufhörte" wirbt dann auch der Schuber mit der mandeläugigen Olivia Pascal, die gelernte Arzthelferin, die hier, 19-jährig, ihre erste Hauptrolle spielte und sich zum gefragten Filmsternchen der deutschen Sexfilm- und Erotikkomödien-Welle etablieren sollte.
Nach "Vanessa" folgten weitere Kassenschlager wie "Griechische Feigen", "Casanova - Hilfe, ich bin eine männliche Jungfrau" neben Tony Curtis, "Popcorn und Himbeereis" oder der hierzulande beschlagnahmte Slasher "Bloody Moon - Die Säge des Todes" von Jess Franco. Bis Mitte der 80er Jahre drehte sie noch weitere softerotische Komödien, schaffte aber den Imagewechsel und spielte in populären Fernsehserien wie "Die Schwarzwaldklinik" oder "SOKO 5113" mit.
Der Österreicher Hubert Frank war vor allem in den 70er Jahren auf Komödien und Sexfilme abonniert, unter seiner Regie entstanden u.a. der "Hochzeitsnacht-Report", "Die Insel der 1000 Freuden" oder "Das Teufelscamp der verlorenen Frauen". Vor allem bei "Vanessa" bewies er ausgesprochenes Improvisationstalent und machte das Beste aus dem "unausgegorenen Drehbuch" (Zitat: Frank). Mit einem versierten Kameramann wie Franz X. Lederle an seiner Seite (u.a. "Blutiger Freitag", "Der Arzt von St. Pauli", "Sylvia im Reich der Wollust") inszenierte er vor exotischer Postkartenidylle, angereichert mit etwas Folklore und Lokalkolorit, einen künstlerisch hochwertigen Erotikfilm mit wunderschönen Körpern in zahlreichen, ästhetisch arrangierten Sexszenen und mit einem abwechslungsreichen, atmosphärischen Soundtrack von Gerhard Heinz. Fernab zotiger und plumper Lederhosen- und Schulmädchen-Erotik entstand ein Klassiker des deutschen Sexfilms. Neben der Pascal, mit Anton Diffring ("Sieben Tote in den Augen der Katze") und Günter Clemens ("Magdalena - Vom Teufel besessen") namhaft besetzt, ausgezeichnet fotografiert und ausgeleuchtet, kommen Liebhaber voll auf ihre Kosten: Wollüstige Frauen, potente Männer, üppige Schambehaarung, der obligatorische Pornoschnauzer; Lesbenerotik und etwas SM-Flair - "Vanessa" bietet alles, was einen Sexfilm dieser Ära auszeichnet. Die sinnliche Handlung plätschert streckenweise geschwätzig vor sich hin, doch der Unterhaltungswert überwiegt.


Schamlos
Schamlos
DVD ~ Udo Kier
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schamlos inszenierter 60ies-Kiez-Krimi, der hält, was der Titel verspricht!, 25. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Schamlos (DVD)
Nach "Geißel des Fleisches" folgte drei Jahre später mit "Schamlos" Eddy Sallers zweiter Beitrag zum europäischen Exploitationfilm und setzt die Linie des Vorgängers fort. Die Inszenierung der, angeblich ebenfalls auf wahren Ereignissen beruhenden Kiezballade um Revierstreitigkeiten in Frankfurts Rotlicht- und Amüsierviertel, schöpft aus dem Vollen und liefert dem sensationslüsternen Publikum der damaligen Zeit eine blutige und vulgäre Mischung aus den genretypischen Sex & Crime-Zutaten. "Schamlos" - der Titel dieses reißerischen Halbwelt- und Milieukrimis bringt es auf den Punkt: Schamlos im Handeln der Protagonisten und schamlos hinsichtlich der spekulativen Darstellung von Nuditäten und Brutalitäten. Saller bleibt dem freizügigen Stil von "Geißel des Fleisches" nicht nur treu, sondern steigert sich sogar noch und liefert dem Zuschauer in rauen Bilder exakt das, was die Thematik hergibt: Blutige Machenschaften, sexuelle Ausschweifungen, Mord und Totschlag, unterwürfige Mädchen und knallharte Kerle - all das bietet "Schamlos" und verleiht dem Reißer noch eine sexistische und frauenverachtende Note. Sleaze at it's Best - Trash- und Exploitation-Freund, was willst Du mehr?

Alexander Pohlmann (Udo Kier "Hexen bis aufs Blut geschändet"), kaum 20-jährig, ist Boss einer Bande von Rowdies und Ganoven, die das Nachtgeschäft einer Großstadt kontrolliert. Schutzgelderpressung, Prostitution und Körperverletzung bis hin zum Auftragsmord. Pohlmann kennt keine Skrupel und kein Gewissen. Als ihm in einer Bar die attraktive Tänzerin Arabella auffällt, erzwingt er ihre Freigabe und gewinnt sie für seine Zwecke. Das passt nicht ins Konzept des Gangsterkönigs Kowalski (Rolf Eden "Schwarzer Markt der Liebe", "Drei Lederhosen in St. Tropez"). Auf einem ausgelassenen Künstlerfest, einem Happening der Otto-Mühl-Kommune, versuchen sich die beiden zu arrangieren. Doch die Rechnung geht nicht auf. Als kurz darauf Arabella ermordet wird, kommt es zur fatalen Auseinandersetzung zwischen den beiden Kontrahenten...

Neben Udo Kier und Rolf Eden agieren unter anderem noch Marina Paal in der sehr freizügigen Rolle der Arabella und Vladimir Medar als ihr Vater, der Zuschauern aus diversen Karl May-Verfilmungen und dem deutschen Gruselfilm "Die Schlangengrube und das Pendel" bekannt sein dürfte.
Udo Kier hat in seiner internationalen Karriere in über 160 Kinofilmen mitgespielt - "Schamlos" gehört zu seinen frühesten Rollen. Rolf Eden ist eher als Playboy, Geschäftsmann und ehemaliger Nachtclubbesitzer bekannt - er prägte in den 50er und 60er Jahren die Nachtclub-Szene in Berlin und blieb auch in den 70er und 80er Jahren in dem Metier erfolgreich tätig. Immer wieder arbeitete Eden auch als Schauspieler und wirkte bisher in etwa 30 Filmen mit - zumeist in der Rolle des Bösewichts, wie er auch hier eindrucksvoll unter Beweis stellt.

"Schamlos" ist routiniert in Szene gesetzt und ein kurzweiliges Vergnügen, das dem Zuschauer im Finale noch eine überraschende Wendung präsentiert. Darüber hinaus ist der Film relativ schlicht und einfach - er glänzt vor allem durch einen sehr groovigen Score von Gerhard Heinz, lässt aber ausgefeilte Kameraperspektiven vermissen. Der Unterhaltungswert steht im Vordergrund und Saller weiß, sein Publikum bei der Stange zu halten. Trotz kleinerer Längen im Mittelteil, gestaltet sich die Frage nach dem Mörder spannend und gipfelt in einer intelligenten Auflösung, mit der man nicht gerechnet hätte.
Insgesamt ein gelungener Beitrag im großen Fundus der Kiezkrimis und eine der wenigen Ausnahmeerscheinungen, die wirklich hält, was Titel und Genre versprechen. Kein Meisterwerk, aber filmhistorisch von großer Bedeutung, dem die gelungene Veröffentlichung von Donau Film voll und ganz gerecht wird. Auch dieser Titel wurde im Pappschuber mit aufgedrucktem FSK-Logo veröffentlicht, während das Wendecover mit alternativem Kinoplakat-Motiv frei von Beanstandungen ist. Das Bonusmaterial setzt sich auch hier wieder aus Interviews mit Regisseur, Produzent und Darstellern und einem Trailer zusammen.

6/10


Moving Target - Uncut & HD-Remastered (Platinum Cult Edition)
Moving Target - Uncut & HD-Remastered (Platinum Cult Edition)
DVD ~ Michael Dudikoff

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine erstklassiger Ausstattung - besser geht's nicht! Hier werden Fans und Sammler bestens bedient!, 24. Juli 2014
Die PLATINUM CULT EDITION - das ist das neue Prestige-Projekt von Oliver Krekel, dem Gründers des Kult-Labels Astro und ehemaliger Chef von Marketing Film.

Fans von B-Movies der 70ies bis hin zu Ende der 90ies dürfen sich diese Collection nicht entgehen lassen! Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei - das Programm ist reichhaltig mit verschiedensten Genres abgedeckt. Und das zu einem kleinem Preis, bei einer erstklassigen Ausstattung und liebevoll gestalteten Verpackung, die jedes Sammlerherz höher schlagen lässt!

Und so finden sich dort Titel wieder, die bislang nicht oder zumindest nur geschnitten veröffentlicht wurden, wobei sich vor allem Fans von MICHAEL DUDIKOFF vor Freude die Hände reiben werden, denn vor allem von dem blonden AMERICAN FIGHTER sind unzählige Titel wie das BOUNTY HUNTERS-Tripple, EXECUTIVE COMMAND - IN TÖDLICHER MISSION, CASH DIVE und viele weitere Titel vorhanden.
Der Actionfilm MOVING TARGET aus dem Jahr 1996 von Damien Lee ("Die Stunde der Ratte") stellt dabei die Nummer 01 in der exklusiven Edition dar und ist ausgerechnet, was den Unterhaltungswert und die Inszenierung des Film angeht, der schwächste Beitrag der Reihe - obwohl die technische Umsetzung des Films und die Ausstattung über jeden Zweifel erhaben sind.

Die Story ist sehr schnell erzählt und bietet auch keinerlei nennenswerte Überraschungen:
Michael Dudikoff spielt den Draufgänger Sonny McClean, der seinen Lebensunterhalt als Kopfgeldjäger verdient und Kautionsflüchtlinge wieder einfängt. Als seine Frau schwanger wird, will er den gefährlichen Job endgültig an den Nagel hängen. Sein letzter Auftrag entwickelt sich jedoch zum härtesten Fall seiner Laufbahn. Als er sich von den Eltern eines entflohenen Russen dazu überreden lässt, ihren Sohn ohne offiziellen Auftrag zu suchen, läuft alles schief: Der junge Mann wird ermordet und Sonny schwer verletzt. Zu allem Überfluss hatte der Tote Verbindungen zur russischen Mafia. Bei seinen Ermittlungen im Milieu gerät er plötzlich unter Mordverdacht und findet sich auf der Abschussliste der Mafia und der Polizei wieder. Mit letzter Kraft muss Sonny seine Unschuld beweisen und seine Familie retten.

11 Jahre nach "American Fighter" wirkt Dudikoff nicht mehr ganz so frisch wie in den Zeiten, als er noch als Joe Armstrong gegen diverse Schurken antreten musste. Der Versuch, in "Moving Target" leisere Töne anklingen zu lassen und einen nicht ganz so harten Gang einzuschalten, geht dabei allerdings gründlich in die Hose und Lees Film, der es als Regisseur einschlägig bekannter Action- und Horror-B-Movies eindeutig besser kann, strotzt nur so vor purer Langeweile und träge inszenierter Actionszenen. Autoverfolgungsjagden, Fights und Schießereien - alles ist sehr steif in Szene gesetzt. Es mangelt an Witz, an Tempo und an einem guten Soundtrack. Die Story ist an den Haaren herbeigezogen und bietet keinerlei Spannungsmomente. Lediglich ein paar überdurchschnittliche große Titten, die in Stripteaseclubs vor die Linse der Kamera gehalten werden, halten den Zuschauer bei der Stange - ansonsten hat "Moving Target" nicht sehr viel zu bieten und ist als No. 1 einer solchen Collection eine Niete.
Die Ausstattung der Veröffentlichung macht das Manko, dass der Film an sich ein ziemlich übler Stinker ist, allerdings mehr als wett und stellt eindrucksvoll unter Beweis, mit wie viel Ehrgeiz und Herzblut diese B-Movie-Collection ins Leben gerufen wurde - da fällt so ein dröger Flop wie "Moving Target" weit weniger ins Gewicht - es hätte halt nur nicht die No. 1 sein dürfen...

Jede Edition gibt es entweder auf DVD oder BR - HD-remasterd, in sehr guter bis perfekter Bild- und Tonqualität und UNCUT!
Jeder Titel erscheint in einem Pappschuber. Diese sind hochwertig und edel gestaltet: Auf der Vorderseite am oberen Rand prangt in silberner Prägeschrift PLATINUM CULT EDITION - ebenso der Zusatz am unteren Rand UNCUT & HD REMASTERED. Der Titel der Collection befindet sich ebenfalls geprägt auf der Rückseite des Schubers.
Der Schuber ist ohne FSK-Logo, eventuelle Freigabe-Siegel befinden sich auf der Folie aufgeklebt und lassen sich leicht entfernen - somit gibt es auch keine Klebereste auf dem Schuber! Der Titel des jeweiligen Films prangt zudem in silberner Schrift im Metallic-Look vom Schuber! Die jeweiligen Artworks passen zum Film und auch die Rückseite ist reichhaltig bebildert und perfekt arrangiert!
Am Spine prangt groß und gut sichtbar der Filmtitel - ebenfalls in Metallic-Schrift, desweiteren befindet sich am unteren Rand noch eine Nummerierung und das Kürzel des Labels: PCE.
Rein äußerlich erinnert das Design etwas an die BULLETPROOF COLLECTION von Universal - was aber zu den actionlastigen Titeln hier wie die Faust aufs Auge passt!
Zusätzlich handelt es sich bei dem Artwork um ein WENDECOVER mit Alternativmotiv - und ebenfalls ohne störendes FSK-Logo! Ein mehrseitiges Booklet und ein Sammelcoupon machen zumindest den äußeren Schein dieser hochkarätigen Edition perfekt: wer zehn verschiedene Sammelkarten einsendet, bekommt einen Wunschtitel nach eigener Wahl aus der Collection als Prämie geschenkt!

Das Bonusmaterial variiert von Titel zu Titel - die weibliche TERMINATOR-Variante THE DEMOLITIONIST beispielsweise hat so viel Zusatzmaterial zu bieten, dass eine zweite Scheibe mit knapp 4-stündigem Bonus inkl. Making Of nötig war!
Zur Ausstattung jeden Titels gehören Audiokommentare, Interviews, Trailer etc.!
"Moving Target" dagegen ist mit einem Making Of "Vom Negativ zum Master" ausgestattet. Darüber hinaus gibt es den ersten Teil eines Interviews mit MICHAEL DUDIKOFF, einen Schnittvergleich, eine Artwork-Galerie sowie einen Trailer.

Das Tonformat ist bei allen Titeln mit deutsch und englisch angegeben mit optional deutschen Untertiteln.

Jedem, der B-Movies, Trash und Klassiker jenseits des Mainstream mag, ist mit dieser wunderbaren Collection sehr gut bedient. Es bleibt zu hoffen, dass uns das neue Label noch viele weitere Perlen spendieren wird!

Fazit: Veröffentlichungen mit viel Herzblut, besonders Fan-orientiert! Besser geht es nicht - absolute Kaufempfehlung!


Geißel des Fleisches
Geißel des Fleisches
DVD ~ Herbert Fux
Preis: EUR 17,99

4.0 von 5 Sternen Sex & Crime wie es sein muss - Der Titel ist Programm, der Film Kult und Zeitgeschichte - absolut empfehlenswert, 23. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Geißel des Fleisches (DVD)
Mit "Geißel des Fleisches" (1965) und "Schamlos" (1968) schuf Eddy Saller als Regisseur und Drehbuchautor, neben den beiden, der Sexfilmwelle zugehörigen Erotikfilme "Liebe durch die Autotür" (1972) und "Monique, mein heißer Schoß" (1978), zwei Exploitationfilme, die von der zeitgenössischen Kritik verrissen und in den 90er Jahren als Ausnahmeerscheinungen des österreichischen Nachkriegskinos wiederentdeckt wurden und in Fankreisen heutzutage Kultstatus genießen.

Das Nischen-Label Donau Film hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese vier Perlen des sleazigen Bahnhofskinos sowohl als Einzelveröffentlichungen, als auch in einer Box dem Liebhaber solcher Filme zugänglich zu machen, und überzeugt dabei vor allem durch eine liebevolle Ausstattung.

Vor allem die Einzelveröffentlichung von "Geißel des Fleisches" passt sich dem hohen Niveau früherer und noch folgender Veröffentlichungen des Labels an und präsentiert Filmsammlern das Werk in einem Pappschuber sowie mit zwei Cover-Varianten - inklusive des Original-Kinoplakatmotivs! Das FSK-Logo auf dem Schuber ist zwar aufgedruckt, fällt aber nicht weiter ins Gewicht, da dieses Motiv auch für das Wendecover verwendet wurde und beide Artworks ohne FSK-Logo versehen sind. Das Master wurde, so gut wie möglich, digital bearbeitet - dennoch weist der Film Verschmutzungen auf, die aber zur Schwarz-Weiß-Inszenierung passen und dem Werk einen ganz besonderen Flair verleihen. Das Bonusmaterial gestaltet sich interessant und besteht aus Interviews mit Regisseur, Produzent und Darstellern, sowie dem Trailer zum Film.

"Geißel des Fleisches" - Ein brutaler Frauenmörder steht vor Gericht - der vielseitige, stets auf die Rolle des Bösewichts abonnierte Herbert Fux, in seiner ersten Hauptrolle: in einem Film, der auf realen Ereignissen basiert und zurecht das Siegel "Sex & Crime" verdient.

Als Schauspieler bediente Fux völlig unterschiedliche Genres. Zu sehen war er in Arbeiten wesentlicher Vertreter des europäischen Films, etwa Michael Anderson ("Das Quiller-Memorandum"), Christian-Jaque ("Geheimnisse in goldenen Nylons"), Wolfgang Staudte ("Die Herren mit der weißen Weste"), Volker Schlöndorff ("Die verlorene Ehre der Katharina Blum") oder Ingmar Bergman ("Das Schlangenei"). Fux war oft Protagonist in Filmen von Jess Franco ("Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu", an der Seite von Christopher Lee, "Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne") und traf dabei auch mit Klaus Kinski zusammen ("Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London"). An der Seite von Vincent Price spielte er in "Das Haus der 1000 Puppen". Seine internationale Reputation als Trashfilm-Darsteller wurde auch durch seine Rolle als Folterknecht in "Hexen bis aufs Blut gequält" geprägt.

"Geißel des Fleisches" - Nachdem er von einer verdeckt arbeitenden Polizistin als Frauenmörder entlarvt wurde, landet der gescheiterte Künstler Alexander Jablonsky vor Gericht. Im Rahmen der Verhandlung entfaltet sich sein Leben, von seiner Kindheit ohne Liebe über den ausbleibenden Erfolg bei gleichaltrigen Mädchen in der Pubertät, bis zu seinem Hass auf Frauen, die sich zur Schau stellen, ihn aber zurückweisen. Schließlich entlädt sich sein Hass in der Ermordung einer Ballettschülerin, einer Anhalterin und weiterer Frauen.

Der spekulative Titel ist Programm und hält in den 77 Minuten Laufzeit, was er verspricht. Was für die 70er Jahre der Hitchcock-Thriller "Frenzy" war, war für die 60er Jahre und den europäischen Markt Sallers düstereres Psychogramm eines mordenden Triebtäters, der von Herbert Fux wortkarg, aber eindrucksvoll gespielt wird. Im Rahmen der Gerichtsverhandlung lässt Saller die explizit dargestellten Taten Jablonskys, in Rückblenden Revue passieren: die Morde an aufreizenden Barmädchen, frühreifen Teenagern und Prostituierten - ungeschönt und dem reißerischen Titel angemessen, den man auch für die Schlagzeile einer BILD-Zeitung halten könnte. Heraus kam ein, die Sensationslust des Zuschauers befriedigender, sehr sleaziger Beitrag, der unter dem Deckmantel der Entrüstung über unsere unmoralische Zeit und den zur Schau gestellten weiblichen Reizen, eben diese auch zum Hauptaugenmerk seiner Inszenierung macht und so auf die Triebe des Mitte der sechziger Jahre noch nicht übersättigten Publikums abzielt. Während ähnlich reißerisch betitelte Klassiker wie "Schwarzer Markt der Liebe" oder "Heißes Pflaster Köln" noch relativ züchtig und sittsam das schmierige Milieu inszenieren, schöpft Saller aus dem Vollen und verweilt in den anrüchigen Etablissements und setzt verstärkt auf nacktes Fleisch. Im Gegensatz zur schlüpfrigen Zurschaustellung und den brutalen Mordsequenzen entwickeln die Gerichtsszenen einen anspruchsvollen Charakter, so dass "Geißel des Fleisches", trotz seines spekulativen und sleazigen Hintergrunds, in vielerlei Hinsicht punktet und zurecht zu den Perlen des europäischen Exploitationfilms gezählt werden darf und Anerkennung verdient - in Form dieser überdurchschnittlichen und absolut empfehlenswerten Veröffentlichung!

7/10


Mosquito (Creature Terror Collection)
Mosquito (Creature Terror Collection)
DVD ~ Gunnar Hansen
Preis: EUR 8,72

4.0 von 5 Sternen MOSQUITO in erfrischend guter Neuauflage - empfehlenswert!, 12. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Mosquito (Creature Terror Collection) (DVD)
MOSQUITO (Regie: Gary Jones, von dem auch das NU IMAGE-Movie SPIDERS stammt)

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Bildqualität im Vergleich zur RED EDITION-Auflage besser ist. Die Farben minimal kräftiger und vor allem in den Nachtszenen nicht so grobkörnig. Also ein deutlicher Fortschritt zur Erstauflage!

Der Film ist UNGESCHNITTEN - ich denke nicht, dass etwas fehlt. Es sind keine Schnitte erkennbar: Augen platzen aus dem Schädel oder werden mit einem Fühler ausgestochen, es gibt Shoot Outs und jede Menge Matsch und Gekröse.

Die Neuauflage hat ein Wendecover ohne FSK-Logo - das Alternativcover entspricht der früheren VHS-Auflage.

Das Bonusmaterial dagegen ist äußerst dürftig: lediglich der Trailer ist vorhanden, der Film selbst liegt auf deutsch und englisch vor.

Insgesamt aber eine sehr gute VÖ und absolut zu empfehlen!


SM Richter
SM Richter
DVD ~ Gène Bervoets
Preis: EUR 9,99

19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt gespieltes und inszeniertes Drama nach wahren Begebenheiten - sehr empfehlenswert!, 25. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: SM Richter (DVD)
Im Belgien der 90er Jahre macht sich Richter Koen mit unkonventioneller Verhandlungsführung nicht nur Freunde, genießt allgemein aber einen hohen Ruf. Privat droht sich Ehefrau Magda nach 15 Jahren Ehe dem Gatten zunehmend zu entfremden. Nach einem heftigen Nervenzusammenbruch und einer diagnostizierten, schweren Depression, offenbart sie ihrem Mann ihre sexuellen Fantasien und dem Wunsch nach Unterwerfung. Das Paar besucht ein SM-Studio und beginnt eine sexuelle Entdeckungsreise, die Magdas Schmerzempfinden bis an die Grenzen auslotet und die alte Liebe zwischen beiden wieder aufblühen lässt. Als im Zusammenhang mit polizeilichen Ermittlungen gegen einen Zuhälter das Privatleben des Ehepaares an die Öffentlichkeit gelangt, ermittelt der Staatsanwalt auch gegen den Richter. Die Familie gerät nicht nur in den Mittelpunkt einer öffentlichen Debatte über Privatsphäre und Justiz, der Richter wird darüber hinaus wegen Zuhälterei und Misshandlung gegen seine Frau angeklagt und verurteilt.

Das vielfach preisgekrönte Drama basiert auf dem wahren Fall des belgischen Richters Koen A., der 1997 auf Grund der Veröffentlichung eines privaten Videos wegen Körperverletzung und Zuhälterei verurteilt wurde, obwohl seine Frau bezeugte, dass die sadomasochistischen Praktiken auf ihren Wunsch hin stattfanden.

Autor und Regisseur Erik Lamens skizziert die Ereignisse über einen mehrere Jahre spielenden Zeitraum und entwirft mit einem hervorragenden Ensemble einen vielschichtigen Film, der den unerfahrenen Richter, genauso wie den Zuschauer, behutsam in die Welt des BDSM einführt. Nicht ohne Humor, der dabei aber nicht plakativ wirkt, und mit viel Einfühlungsvermögen widmet sich der Film der umstrittenen Thematik, verweilt in den szenetypischen SM-Clubs und gibt, gemessen an heutigen Mainstream-Maßstäben, tiefe und explizite Einblicke in eine Szene, ihre Mitglieder und sexuellen Rituale.
Koen entwickelt sich aus Liebe zu seiner Frau und um seine Ehe zu retten, unter der strengen Aufsicht eines Doms zu einem routinierten Meister, der gekonnt seine geliebte Frau an die Grenzen der schmerzhaften Lust führt - ein Verlangen, dass sie 30 Jahre lang unterdrücken musste. Für Magda ist es ein Lebensgefühl, sich von ihrem Mann unterwerfen zu lassen und den Schmerz zu genießen - vor allem, weil es Teil ihrer eigenen Identität ist, die sie jahrelang verborgen hatte - aus Angst, ihren Mann zu verlieren.
Ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben oder die gewagten SM-Sessions reißerisch oder spekulativ in Szene zu setzen, schafft es Lamers, einfühlsam in eine Welt der Erotik einzutauchen, die nicht jedermanns Empfindungen widerspiegelt. Dabei bringt er gekonnt zum Ausdruck, dass es keine pervertierten Freaks sind, die diese Form der Erotik ausleben, sondern ganz normale Menschen wie Du und Ich. Und so ist "SM-Richter" nicht nur ein fesselndes Familien- und Erotikdrama, sondern ebenso ein Plädoyer für mehr Toleranz. Toleranz für eine Spielart der Liebe, die für viele Menschen befreiend ist und die unter dem Druck, diese nicht ausleben zu können, zu zerbrechen drohen.

"SM-Richter" ist intensiv gespielt, ausgezeichnet geschrieben und inszeniert. Der Film nimmt sich Zeit für eine ausführliche Ausarbeitung der wichtigsten Charaktere. Die Inszenierung einzelner SM-Sessions oder der Sexszenen erscheinen niemals selbstzweckhaft, sondern sind stimmig in den Kontext der Handlung eingebaut. Insgesamt ein anspruchsvoller Film und gleichzeitig die intensive Aufarbeitung eines wahren Falls, bei dem nicht die sexuellen Bedürfnisse des Ehepaares den eigentlichen Skandal darstellen, sondern vielmehr die von Vorurteilen, Unwissenheit und Unverständnis geprägte Hexenjagd im 20. Jahrhundert einer aufgeklärten Gesellschaft.

8/10


The Night Before Halloween (Uncut)
The Night Before Halloween (Uncut)
DVD ~ Erica Leerhsen
Preis: EUR 5,99

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Home Invasion in bester Slasher-Tradition!, 16. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: The Night Before Halloween (Uncut) (DVD)
Das Halloween-Fest (in Deutschland vor allem durch John Carpenters gleichnamigen Slasher ein Begriff) benennt die Volksbräuche am Abend und vor der Nacht vor Allerheiligen. Der bekannteste Brauch besteht darin, dass Kinder von Haus zu Haus ziehen und mit „Süßes, sonst gibt’s Saures“ (englisch: "Trick Or Treat" – „Streich oder Leckerbissen“) die Bewohner auffordern, ihnen Süßigkeiten zu geben, weil sie ihnen sonst Streiche spielen. Dabei sind Verkleidungen sehr beliebt. Kinder wie auch Erwachsene verkleiden sich als Feen, Fledermäuse, Geister, Hexen, Kürbisse, Skelette, Zombies oder Vampire. Die zeitweiligen Übergriffe bis zum vermehrten Vorkommen von Brandstiftungen, Sachbeschädigungen, Vandalismus durch Häuserschmierereien oder Eierwürfe, die zu vermehrten Einsätzen der Polizei führen, geben in den USA der "Mischief Night" zum 1. November einen ähnlichen "Unruhnachtcharakter" wie im mitteleuropäischen Brauchtum die Walpurgisnacht.

In "The Night Before Halloween" (Originaltitel: "Mischief Night") wird die Thematik aufgegriffen und dient als Ausgangspunkt für einen nervenaufreibenden Old School-Thriller, der in den Grundzügen Ähnlichkeiten mit dem 1967er-Klassiker "Warte, bis es dunkel wird" aufweist:
Für Emily Watson (Noell Coet) ist nach einem tragischen Autounfall nichts mehr so, wie es einmal war. Ihre Mutter ist dabei ums Leben gekommen und Emily durch den Schock erblindet und traumatisiert. Unter Schuldgefühlen und Erinnerungslücken leidend, lebt der Teenager nun bei seinem Vater David (Daniel Hugh Kelly). In der Nacht vor Halloween geht ihr Vater aus. Für das erste Date seit geraumer Zeit lässt er seine Tochter, trotz aller Zweifel, allein zurück. Mit fatalen Folgen: Ein maskierter Killer im gelben Regenmantel, schleicht sich ins Haus und terrorisiert Emily. Er verfolgt sein Opfer auf Schritt und Tritt durch das riesige Anwesen. Doch Emily versucht trotz ihres Handicaps dem bewaffneten Eindringling zu entkommen und die Nacht zu überleben...

Bereits im Prolog von Richard Schenkmans Schocker wird mehr als deutlich, dass der mysteriöse Fremde im gelben Regenmantel die Bedeutung von "Halloween" fehlinterpretiert, und die Streiche gnadenlos auf die Spitze treibt. In bester Slasher-Tradition wird gleich in den ersten Minuten ein unheimliches Szenario entworfen und zum Ausdruck gebracht, dass der maskierte Killer mit seinen Opfern ein perfides Katz- und Mausspiel treibt, dass sie mit dem Leben bezahlen.
Und mit Tempo treibt Schenkman auch den weiteren Handlungsverlauf von "The Night Before Halloween" voran. Lediglich zehn Minuten wurden investiert, um die wichtigsten Charaktere und die Beziehungen zueinander zu vertiefen - und schon steht einem spannenden und dramatischen Home Invasion-Thriller nichts mehr im Wege, der es jederzeit mit "The Strangers" oder "The Collector" aufnehmen kann.

Schenkman, der zuvor für "The Asylum" den Mockbuster "Abraham Lincoln vs. Zombies" zu verantworten hatte, beherrscht die Klaviatur des Schreckens perfekt und versteht es, das weiträumige Anwesen zu nutzen. Die unheimliche Atmosphäre ist intensiv in Szene gesetzt, der Soundtrack harmoniert hervorragend mit dem Sounddesign und unterstreicht das Terror-Feeling perfekt. Die Schocks- und Stalking-Momente sind clever gesetzt und wohldosiert über den Film verteilt - in diesen Momenten erinnert der Thriller auch an das große Vorbild Carpenters. Aber "The Night Before Halloween" ist, auch wenn der deutsche Verleihtitel es suggeriert, kein plumpes Plagiat eines unerreichten Klassikers - im Gegenteil: der Film hat eine eigene Klasse, ist dabei spannend und nervenaufreibend wie lange kein Film mehr zuvor. Während ähnliche Produktionen mit derben Effekten protzen, punktet Schenkman vielmehr durch subtilen Nervenkitzel und Schocks, die den Zuschauer ins Mark treffen.
Der Film ist ein idealer Anwärter für das Mitternachtskino und funktioniert am besten, in einer ruhigen und dunklen Nacht. Dann sitzt jeder Schock und bereits das Klopfen an einer Tür bringt den Puls zum Rasen.

"The Night Before Halloween" ist intensives, nervenaufreibendes Hochspannungskino, das den Zuschauer gnadenlos in den Sessel drückt. Noell Coet meistert ihre Rolle als Emily hervorragend und auch die deutsche Synchronisation weiß zu gefallen.
Der Film ist neben "Ben & Mickey vs. The Dead" und Tinto Brass kontroversem Naziploitation-Klassiker "Salon Kitty" eine der ersten Veröffentlichungen des relativ frischen Labels METEOR FILM.
Die Veröffentlichung von "The Night Before Halloween" überzeugt dabei in vielerlei Hinsicht: METEOR FILM überzeugt nicht nur durch eine lupenreine Bild- und Tonqualität, die auch in den Nachtszenen überzeugen kann, sondern spendiert dem Fan perfekt gestaltete Artworks und Wendecover ohne FSK-Logo. Die Erstauflage der BR-Veröffentlichung kommt zudem als limitierte Schuber-Edition daher, auf der das FSK-Logo lediglich aufgeklebt und leicht entfernbar ist.
Die FSK-Freigabe "ab 18" ist durchaus gerechtfertigt: auch wenn der Film überwiegend auf Suspense und Thrill setzt, überrascht "The NIght Before Halloween" mit zwei, drei saftigen Kills, bei denen mitunter auch die Kettensäge zu Einsatz kommt.

Ganz klare Empfehlung!

8/10
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 9, 2014 3:59 PM CET


Homefront
Homefront
DVD ~ Jason Statham
Preis: EUR 7,99

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Jason Statham im Kampf gegen Rednecks, Rocker und White Trash-Bitches, 12. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Homefront (DVD)
Die Produktionsschmiede MILLENIUM FILMS stellt in der Filmbranche schon etwas ganz Besonderes dar: ihre Anfänge machte sie mit preisgünstig inszenierten Trashfilmen und B-Movies im (Tier-)Horror- und Actionbereich, um mit dem erwirtschafteten Reingewinn das nötige Kapital zu haben, um in die A-Liga aufzusteigen.
16 BLOCKS mit Bruce Willis war eine der ersten Großproduktionen von MILLENIUM FILMS, die sowohl vor, als auch hinter der Kamera, mit namhaften Stars punkten konnte. Im Laufe der Zeit wurde mit JOHN RAMBO, KURZER PROZESS, THE EXPENDABLES 1 - 3, OLYMPUS HAS FALLEN und weiteren Titeln fleißig nachgelegt.
Bekannte Stars wie Sylvester Stallone, Gerard Butler, Arnold Schwarzenegger, Morgan Freeman, Jason Statham, Al Pacino und Robert de Niro gaben sich dabei die Klinke in die Hand und verliehen den Filmen Glanz.
Versierte Filmemacher wie Richard Donner, Joe Avnet, Stuart Baird oder Antoine Fuqua nahmen dabei auf dem Regiestuhl Platz und MILLENIUM FILMS etablierte sich zu dem, was CANNON FILMS in den 80er und 90er Jahren einmal war: ein Hauptlieferant von (hauptsächlich) Actionfilmen, die im Vergleich (gemessen an heutigen Produktionskosten) schnell und preiswert inszeniert und mit zugkräftigen Stars besetzt sind, die die Massen in die Kinos locken.
Und zugegeben: würden die genannten Stars nicht mit von der Partie sein, wäre so mancher Titel als Direct-To-DVD/BR-Release in den Untiefen der Videotheken verschwunden. Ein Schicksal, das übrigens auch den Thriller "88 Minutes" mit Al Pacino ereilt hatte.

Kommen wir nun auf "Homefront" zu sprechen, der nach der gängigen MILLENIUM-Rezeptur zubereitet wurde:
Vor der Kamera agiert ein ausgewogener Cast aus bekannten Serien- und noch bekannteren Kinostars, die von Jason Statham und James Franco angeführt werden. "Altstar" Clancy Brown (bekannt unter anderem aus "Highlander", Walter Hills "Ausgelöscht" oder "Friedhof der Kuscheltiere 2") sowie Kate Bosworth und Winona Ryder machen die Besetzung perfekt, während in Nebenrollen Frank Grillo (bekannt aus der ersten Staffel "Prison Break" und dem Remake von "Muttertag") und Omar Miller (aus den beiden letzten Staffeln von "CSI: Miami" bekannt) den Cast ergänzen.
Hinter den Kulissen sorgte Regisseur Gary Fleder, eher auf Thriller wie "...denn zum Küssen sind sie da", "Sag kein Wort!" oder die John Grisham-Verfilmung "Das Urteil" spezialisiert, für eine saubere Inszenierung der Handlung, die von Sylvester Stallone geschrieben wurde. Mark Isham sorgte für die musikalische Untermalung, während Theo van de Sande die Kamera führte.

Old School-Actionheld Stallone schrieb dabei seinem "The Expendables"-Spezi Statham eine Rolle auf den Leib, die für einen Actionfilm gewohnt eindimensional gezeichnet ist. Die Handlung erinnert ein wenig an gängige Titel wie "The Walking Tall", wobei die Storyelemente und die Figuren entsprechend beliebig austauschbar sind.
Stallones Story ist dabei einerseits dünn, andererseits aber auch überkonstruiert. Anstatt es auf ein genretypisches Duell von Protagonist und Antagonist (James Franco als rücksichtsloser Crystal Meth-Dealer) hinauslaufen zu lassen, wird die Storyline um eine Biker-Gang erweitert, deren Anführer vom ehemaligen Undercover-Agent Broker (Jason Statham) einst ins Gefängnis gebracht wurde.
Während das Potential einer Auseinandersetzung zwischen Statham und Franco leider nicht genutzt wird, werden die Pläne des Dealers um die simplen Rachepläne der Biker erweitert und das Chaos um Rednecks, Rocker und einen zwielichtigen Kleinstadt-Sherrif ist perfekt. Mittendrin können allerdings Bosworth und Ryder in ihren Rollen als White Trash-Bitches voll und ganz überzeugen.

Zu viele Verwicklungen und Entwicklungen sorgen auch dafür, dass "Homeland" nach einem actionreichen Start viel zu lange braucht, um in die Gänge zu kommen. Streckenweise plätschert die Story geschwätzig vor sich hin und wird gelegentlich von einigen Fights aufgelockert, bis es zu einem explosiven Finale kommt. Die Actionszenen sind routiniert inszeniert, die Fights perfekt choreographiert, die Shoot Outs blutig und die Explosionen über jeden Zweifel erhaben. Hier wurde ein pyrotechnisches Action-Bombardement entfacht, wie man es heutzutage selten zu sehen bekommt.
Auch an der Kameraarbeit gibt es nichts auszusetzen und der Schnitt verzichtet auf das neuzeitliche Stakkato-Inferno, bei dem es dem Zuschauer schwindelig wird. Die Inszenierung kann, vor allem im Finale, mit einigen Spannungsmomenten punkten, während der Film an sich die genretypischen Oneliner vermissen lässt. Lediglich der Score von Mark Isham kann kaum Akzente setzen und passt sich der trägen Redneck-Atmosphäre an.

Unter dem Strich bleibt ein routinierter Actionfilm mit deutlichen Längen, der aber durchaus zu unterhalten weiß. Kein Highlight des Genre und sicherlich auch nicht Stathams bester Film - dafür aber hervorragend besetzt und mit überzeugenden Actionszenen, die über die Schwächen hinwegsehen lassen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 16, 2014 7:53 AM MEST


Goal of the Dead - 11 Zombies müsst ihr sein (Uncut)
Goal of the Dead - 11 Zombies müsst ihr sein (Uncut)
DVD ~ Alban Lenoir
Preis: EUR 7,99

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Pünktlich zur WM - eine Nationalelf voller Zombies..., 9. Juni 2014
Pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft steuern die Franzosen zwar keinen WM-Song bei, aber erweitern das Subgenre des Zombiefilms mit "Goal Of The Dead". Wie jede andere Zombie-Comedy, so wird auch dieser Film in einem Atemzug mit "Shaun Of The Dead" genannt. Dabei liegt es nun an den Spielkommentatoren zu entscheiden, ob "Goal Of The Dead" A-Liga-Potential hat, oder ob hier ein Abstiegskampf ausgefochten wird. Mit einer Spielzeit von 114 Minuten geht Benjamin Roches Fun-Splatter deutlich in die Verlängerung. Ob dessen Spielführung, der bereits "Die Horde" auf Trab gebracht hatte, letzten Endes zum Einzug ins Finale führt, wird die folgende Spielanalyse zeigen.

Kurz nach Anpfiff versucht die Mannschaft von Trainer Roche das Spiel an sich zu reißen und setzt auf Tempo, doch nach zehn Minuten scheint dem Team bereits die Luft auszugehen. Bis zur ersten Halbzeit zieht sich das Spiel sehr zäh hin, kann kaum für Akzente oder spielerische Finessen sorgen. Ein erstes blutiges Foul in der 45. Minute sowie zwei, drei Sturmangriffe aufs gegnerische Tor, die im Strafraum abgewehrt werden - mit dieser niederschmetternden Bilanz geht es in die Halbzeitpause.
Der Trainer muss die Taktik und die Aufstellung der Mannschaft überdenken - "Goal Of The Dead" muss unbedingt in die Offensive gehen, die Spielkämpfe für sich entscheiden und den ersten Treffer erzielen, um die Moral der Mannschaft und das Selbstbewusstsein zu stärken.
In der ersten Hälfte ist das Spiel noch weit davon entfernt, den Zuschauern Spaß und gute Laune zu bereiten. Das Potential ist vorhanden, ein paar gute Momente waren durchaus gegeben - insgesamt aber noch zu wenig um die Vereinsfahne zu schwenken oder die La-Ola-Welle zu machen. Zumindest kann die musikalische Untermalung im Stadion die Fans für sich gewinnen und es bleibt abzuwarten, ob Roches Mannschaft das Spiel in der zweiten Hälfte für sich entscheiden kann.
Und in der Tat: der Trainer hat die Halbzeit genutzt, um seine Mannschaft moralisch aufzubauen und für die zweite Spielhälfte zu stärken. Mit einer neuen Taktik und viel Elan kommen die Spieler aus den Katakomben zurück aufs Spielfeld und können in den ersten 15 Minuten mit einem schnelleren Spieltempo überzeugen. Das Spiel ist flüssiger - die Pässe jedoch vorhersehbar, weisen aber eine zunehmend höhere Trefferquote auf. "Goal Of The Dead" überzeugt nun viel mehr durch positive Aktionen im Mittelfeld - insgesamt ist das Spiel aber immer noch zu defensiv! Auch im weiteren Spielverlauf bleiben die Mittelfeldaktionen wechselhaft. Es mangelt einigen Spielern an Selbstdisziplin, die Zweikämpfe für sich zu entscheiden und den Ball konsequent in den gegnerischen Strafraum zu dirigieren. Zu viele Fehlpässe bremsen den Spielfluss aus. Auch in Sachen "Foulspiel" bleibt "Goal Of The Dead" im einstelligen Bereich und erstaunlich politisch korrekt: es gibt ein paar Blutgrätschen, einige Spieler verlieren auch den Kopf oder brechen sich die Knochen - insgesamt bleibt aber hier Fußball ein Sport für (fast) die ganze Familie.
Technisch gesehen sind die Aktionen routiniert und einwandfrei - was den Spielern fehlt ist ein Tritt in den Arsch, der sie auf Vordermann bringt. Nach 90 Minuten steht es noch immer Unentschieden und es geht in die Verlängerung. Die Kräfte der Spieler lassen immer mehr nach und Trainer Roche hat keine Möglichkeit mehr auszuwechseln. Ein letztes Aufbäumen in der 106. Spielminute: der Gegner wird gekonnt umspielt und ein fulminanter Doppelpass führt zum alles entscheidenden Golden Goal. Keine große Kunst - aber was letzten Endes zählt, ist der Heimsieg!

Zugegeben: die Mannschaft um Trainer Roche beweist Kampfgeist, doch ist die Umsetzung der Spielzüge nicht immer gelungen. Hier und da mangelt es der Partie an Witz, Verve und Einfallsreichtum. Um in der Champions League mithalten zu können, bedarf es mehr als routinierte Standardsituationen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 12, 2014 12:44 PM MEST


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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Raze - Fight Or Die! - Ein knallharter Actionfilm mit toller Besetzung und blutigen Catfights - Grindhouse und Exploitation pur!, 2. Juni 2014
Mit dem knallharten Actionfilm "Raze - Fight Or Die" etabliert sich das Newcomer-Label Pierrot Le Fou nicht nur mit kleinen Schritten zu einer festen Größe auf dem hart umkämpften Home Entertainment-Sektor, sondern beweist mit seiner Titelauswahl auch Vielseitigkeit. Ob knallhartes Revenge-Movie wie "Daddy's Little Girl", subtiler Horrorschocker wie "Here Comes The Devil" oder zukünftige Titel wie die Tierhorror-Trashgranate "Piranha Sharks" oder das Slasher-Remake zu "Silent Night - Deadly Night" - Pierrot Le Fou bedient jeden Geschmack und man darf gespannt sein, was uns das Label in Zukunft präsentieren wird!

Was das Label vor allem auszeichnet, ist eine kundenorientierte Strategie, die sich vor allem für den Filmfreund auszeichnet. Pierrot Le Fou spendiert dem Klientel nicht nur Wendecover ohne FSK-Plaketten - sondern peitscht notfalls Titel, wie den hier vorliegenden "Raze", bei der Juristenkommission durch, um ihn mit dem SPIO/JK-Siegel ungeschnitten auf den Markt zu bringen. Das freut den Fan und das Label darf sich der Sympathien seiner Käufer sicher sein.

"Raze" ist ein Actionfilm der harten Sorte, der sich am besten in das Subgenre des Martial Art-Films einordnen lässt. Er erfindet das Schnittbrot zwar nicht neu, ist aber vor allem für Genre-Fans und Freunde des gepflegten Exploitation-Kinos absolut empfehlenswert und eine gute Wahl:
50 Frauen werden entführt und wachen in einer Kampfarena auf, in der sie gegeneinander in einem Kampf auf Leben und Tod antreten müssen. Weigern sie sich, werden unmittelbare Angehörige getötet. Wer den Kampf gewinnt, sichert auch das Überleben seiner Angehörigen.
Soweit die Ausgangslage und die Storyline von "Raze", dem Regiedebut von Josh C. Waller. Und zugegeben: die Story von Gladiatorenkämpfen auf Leben und Tod ist wirklich mehr als ausgelutscht! Die einzige Neuerung ist, dass hier Frauen anstatt Männer um ihr Leben kämpfen. Sieht man darüber jedoch hinweg, bekommt der Zuschauer einen streckenweise sehr rauen, blutigen und brutalen Streifen geboten - sicherlich kein Film für Zimperliesen!

"In Ya Face, Bitch!" - so und nicht anders geht es in "Raze" zur Sache: knüppelhart, aber auch wenig abwechslungsreich. Und dennoch bietet der Film das, was man von einem Kampffilm erwartet: Blutige Kämpfe und jede Menge Gewalt mit wenig Tiefgang. Während die Fights perfekt in Szene gesetzt sind, bleiben die darstellerischen Leistungen allenfalls auf gesundem Mittelmaß - obwohl der Film mit einer durchaus namhaften B-Movie-Prominenz punkten kann: Stuntfrau Zoe Bell (bekannt aus Tarantinos "Death Proof"), Sherilyn Fenn ("Twin Peaks"), Rachel Nichols und Rosario Dawson prügeln sich, um ihre Familien zu schützen, dermaßen die Seele aus dem Leib, bis teilweise das, was früher einmal ein Gesicht war, als solches nicht mehr zu erkennen ist.
An der dargestellten Härte und dem Unterhaltungswert des Films scheiden sich jedoch eindeutig die Geister: während für die einen die SPIO/JK-Freigabe absolut in Ordnung geht, finden andere wiederum die dargestellten Brutalitäten bei weitem nicht so heftig und verweisen auf noch brutalere Titel wie "Arena".
Bejubeln die einen die blutigen Kämpfe - bemängeln die anderen die Einfallslosigkeit der Fights vor unveränderter Kulisse. Für die einen ist er spannend, für die anderen weniger.

Unterm Strich bleibt ein unterhaltsamer Exploitation-Flick mit einem Hauch von Grindhouse, dessen Zynismus oft wie ein Tritt in die Magengrube wirkt. Hart, dreckig und blutig - nichts anderes erwartet der Fan und nichts anderes wird ihm hier geboten!

Eine saubere Veröffentlichung, die Lust auf die weiteren Titel des Labels macht!


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