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Zwischen den Zeilen

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Trixie Soft Snack Bony Mix 500g Eimer
Trixie Soft Snack Bony Mix 500g Eimer
Wird angeboten von familyzoo
Preis: EUR 3,99

1.0 von 5 Sternen Der Geruch war selbst dem Hund zu eklig, 28. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Trixie Soft Snack Bony Mix 500g Eimer (Misc.)
Kleine, zuckerfreie Leckerlis in verschiedenen Sorten - das klang ideal für unseren Hund. Aber weit gefehlt: Gleich beim Öffnen des Eimerchens schlägt einem absolut grauenhafter Gestank entgegen, der irgendwo zwischen Nagellackentferner und frisch verteiltem Asphalt lag. Meilenweit entfernt vom üblichen Hundeleckerchengeruch nach Getreide und Fleisch. Unser Hund hat einmal dran gerochen, die Nase gerümpft und geknurrt. Das Zeug wird sicher in verschließbaren Römern verkauft, weil sonst kein Hundebesitzer der Welt diese Leckerlis seinem Tier zumuten würde.

Am bedenklichsten allerdings finde ich, nach dem Lesen der anderen Produktrezension hier, dass sich an dem Produkt in den letzten drei Jahren rein gar nichts geändert hat. Das ist absolut unmöglich vom Hersteller, und ich rate allen, die das hier lesen, dringend vom Kauf dieses Produktes ab.


The Selection
The Selection
von Kiera Cass
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Unterhaltsame Geschichte über eine ungewöhliche Prinzessinnenanwärterin, 10. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: The Selection (Taschenbuch)
Normalerweise bin ich nicht der Typ für schnulzige Bücher und Prinzessinnen mit bauschigen Kleidern, doch dieses Buch hat mich in seinen Bann gezogen - gerade weil die Kleidung und der ganze Prunk und Pomp der Protagonistin und möglichen zukünftigen Prinzessin America überhaupt nichts bedeuten.

Nach dem 4. Weltkrieg ist aus den Trümmern Nordamerikas das Land Illéa hervorgegangen, dessen Bewohner in acht Kasten eingeteilt wurden. Die Kaste Eins ist der königlichen Familie vorbehalten, die Kaste Acht den Obdachlosen und Ärmsten der Gesellschaft. America Singers gehört in die Kaste Fünf, in der hauptsächlich Künstler, Musiker und andere Artisten angesiedelt sind. Sie müssen zwar nicht auf der Straße schlafen, aber leben alles andere als luxuriös. Regelmäßig wird am Essen und der Kleidung gespart oder der Strom kann nicht bezahlt werden.

Als America per Post die Anmeldeformulare für die Selection zugesendet bekommt, ist ihre Mutter völllig aus dem Häuschen. Sollte America gewinnen, würde sie die zukünftige Königin Illéas werden und ihre ganze Familie könnte ein behütetes Leben als Einsen führen. Doch America hat andere Pläne als Prinzessin zu werden: Sie träumt von einer Hochzeit mit Aspen, mit dem sie seit zwei Jahren zusammen ist, doch die beiden müssen ihre Beziehung geheimhalten, da Aspen nur eine Sechs ist - die Kaste, die hauptsächlich Servicekräfte und Diener stellt. Aspen zu heiraten würde America noch weiter Richtung Armut treiben, was Aspen nicht möchte. Also überredet er sie, sich für die Selection anzumelden - es wird ja eh nur ein Mädchen aus jeder der 35 Provinzen genommen, also sind die Chancen recht niedrig für jede einzelne.

Aber wie es der Zufall so will wird America tatsächlich erwählt und muss an der Selection teilnehmen. Der Gedanke, mit 34 Mädchen um einen Prinzen zu kämpfen, der, seit sie ihn im Fernsehen gesehen hat, für sie der Inbegriff von Langeweile und steifer Förmlichkeit ist, ist für America das Grauen schlechthin, aber so lange sie Teil der Selection ist bekommen ihre Eltern Geld vom Königshaus. Es dauert auch nicht lange, bis die den Prinzen das erste Mal persönlich trifft und ihm ordentlich die Meinung geigt.

Überhaupt nimmt America selten ein Blatt vor den Mund, sondern spricht stets das aus, was ihr gerade durch den Kopf geht. Das hat sie in meinen Augen zu einem unglaublich tollen und liebenswerten Charakter gemacht, der sich stark von den schauspielernden Schönheiten im Kampf um die Krone abhebt. Glücklicherweise ist das eine Tugend, die auch der Prinz zu schätzen weiss, und so verzeiht er ihr ihren Wutausbruch am ersten Abend. Schon bald merkt America, dass hinter der Fassade des steifen Prinzen ein toller, aber schüchterner Mensch steckt. Prinz Maxon hat einfach keine Ahnung von Frauen - und so macht America sich zur Aufgabe, dem armen Maxon durch die Selection zu helfen und ihm als Freundin zur Seite zu stehen. Mehr ist erst einmal nicht für den Thronfolger drin, denn Americas Herz hängt immer noch an Aspen, auch wenn dieser sich nach einem Streit von ihr getrennt hatte.

Prinz Maxon gefiel mir als Charakter ebenso gut wie America. Diplomatisch und politisch ist er sehr versiert, aber im freundschaftlichen und privaten Umgang mit Menschen ist er unsicher und schüchtern -er wurde ebenso zur Selection gezwungen wie die Mädchen. Es dauert eine Weile, bis er sich überhaupt traut, seine Förmlichkeit abzulegen und aus sich herauszukommen. Aber ab dann ist er ein sehr sympathischer, fürsorglicher und stets um das Wohlergehen der Mädchen besorgter junger Mann, den man als Leser einfach liebhaben muss. Und ein Wirbelwind wie America in seinem Leben tut ihm, meiner Meinung nach, richtig gut.

Gut dargestellt war auch der Zwiespalt, in dem die Mädchen sich befinden. Einerseits haben sie sich im Laufe der Selection alle sehr lieb gewonnen und wünschen den anderen alles erdenklich Gute, andererseits jedoch hofft jede irgendwie auf die Zuneigung des sympathischen Prinzen (oder zumindest auf den Adelstitel). Zickenkrieg ist natürlich vorprogrammiert, denn eine furchtbare Person findet immer ihren Weg in ein solches Medienspektakel. Erfreulicherweise jedoch überwiegen die Freundschaften, die meiner Meinung nach sehr realistisch dargestellt wurden und für die Kürze der Zeit (ich glaube knapp drei Wochen) nicht zu innig, aber trotzdem eng sind. Unter solch aussergewöhlichen Voraussetzungen braucht man aber auch einfach jemanden, mit dem man über seine Eindrücke sprechen kann.

The Selection ist ein wundervolles Buch, denn es vereint viele Genres in sich, ohne jemals unglaubwürdig zu werden. In erster Linie ist es natürlich ein romantisches Buch, doch auch das dystopische Setting blitzt immer wieder durch und gibt dem ganzen zusätzliche Spannung. Ein wichtiges Element bildet aber auch der Voyeurismus. Die Selection läuft nämlich nicht hinter geschlossenen Türen ab wie eine Papstwahl, sondern ist ein riesiges, aufwendiges und vor allem teures Medienspektakel á la Germany's Next Topmodel oder Der Bachelor.

Die Mädchen sind den Großteil des Tages umgeben von Kameras, Wachmännern oder Dienstmädchen. Jede Woche werden Interviews im Fernsehen gegeben, es gibt Fotostrecken in Zeitschriften und Wetten auf den Ausgang der Selection. Sie tragen teure Kleider und edlen Schmuck, den sich viele von ihnen in ihrem ganzen Leben nicht leisten könnten und bekommen mehr edle Speisen aufgetischt, als sie essen können. Jedes der Mädchen hofft auf ein privates Date mit oder einen Kuss vom Prinzen. Die anderen sowie die Fernsehzuschauer können dann heiss diskutieren, was es zu bedeuten hat, wer die meisten Dates hatte und wer wohl als nächstes fliegt. Selbst der Prinz steht unter dem Druck der Medien, denn seine endgültige Wahl fällt auf ihn als zukünftigen König zurück.

The Selection war eine interessante neue Mischung aus Reality-TV, Prinzessinnengeschichte und Dystopie. Die Hauptcharaktere Maxon und America sind sympathisch und authenthisch und die Geschichte hat noch einiges auf Lager, was mich schon sehnsüchtig auf The Elite warten lässt. Schaut euch das Buch an, ihr werdet nicht enttäuscht sein!

P.S. Am 15. Januar erscheint das Buch übrigens unter dem Titel "Selection" auch in Deutschland!


The Iron Queen (Iron Fey: Call of the Forgotten)
The Iron Queen (Iron Fey: Call of the Forgotten)
von Julie Kagawa
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,44

5.0 von 5 Sternen Band 3 der Iron Fey-Reihe, 19. Dezember 2012
Das Abenteuer ist noch lange nicht beendet. Auch im dritten Teil der Iron Fey-Reihe erwarten den Leser wieder vielschichtige Charaktere, unerwartete Wendungen und viel Spannung neben einer schönen Liebesgeschichte. Wer die ersten beiden Teile der Reihe mochte, der wird mit The Iron Queen vollauf zufrieden sein, denn er übertrifft The Iron King und The Iron Daughter in allen Aspekten!

Nachdem Ash und Meghan aus Faery verbannt wurden versuchen sie sich mit dem Gedanken einer zukünftigen Existenz in der Menschenwelt abzufinden, während in der Feenwelt der Krieg gegen den falschen König im vollen Gange ist. Doch dann erreicht die beiden vom Schlachtfeld ein Angebot von Oberon und Mab, dass Meghans Leben und das Schicksal der Feenwelt für immer verändern könnte, denn der falsche König trachtet nach der Macht, die Meghan einst von Machina erhalten hat...

Die Stimmung in The Iron Queen ist weitaus düsterer als in den Vorgängerbüchern, was vor allem an der wachsenden Bedrohung des Feenreiches durch das Eisenreich liegt. Allerdings wissen Meghan, Ash und Co. auch genauer, was in diesem Krieg für sie auf dem Spiel steht, wenn die Allianz aus Sommer und Winter verlieren sollte.

Meghan hat mir in diesem Band noch mehr gefallen als in den beiden Vorgängern, denn sie reift weiter und wächst immer wieder über sich selbst hinaus. Mutig versucht sie, all ihre Lieben zu beschützen, doch muss auch einsehen, dass sie an ihre Grenzen kommt. So schafft sie es zwar, ihren "menschlichen" Vater aus der Zwischenwelt zu befreien, aber muss erkennt, dass es nach 12 Jahren Abwesenheit und seinem Gedächtnisverlust schwer für ihn ist, sich in der Menschenwelt zurechtzufinden. Meghan aber kümmert sich rührend um ihn und will ihn um keinen Preis aufgeben.

Auch Ash hat sich weiterentwickelt. Endlich zeigt er seine wahren Gefühle für Meghan anstatt sich hinter seiner eisigen Winterprinzenfassade zu verstecken. Ritterlich setzt er sich für Meghan ein, aber lässt ihr genug Freiraum zur Entfaltung und um selbst zu kämpfen, wofür sie einsteht. Aber keine Sorge, es wird nicht zu kitschig mit den beiden, denn da sorgt Puck schon für ;)

In The Iron Queen lösen sich darüberhinaus viele der Rätsel und Geheimnisse auf, die beim Lesen der drei Bände aufgeworfen wurden. Man merkt, wie sorgfältig Julie Kagawa beim Schreiben die Story durchgeplant hat, sodass am Ende alle Handlungsstränge ein großes Ganzes ergeben. Das unerwartete Ende läutet außerdem schön den vierten Band ein.

Fazit:
Mit diesem Buch hat Julie Kagawa sich noch einmal selbst übertroffen und mit dem überraschenden Ende den Grundstein für ein episches Finale der Serie gelegt. Ich freue mich schon sehr darauf zu erfahren wie die Geschichte endet!


The Iron Knight (Iron Fey: Call of the Forgotten)
The Iron Knight (Iron Fey: Call of the Forgotten)
von Julie Kagawa
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,54

5.0 von 5 Sternen Krönender Abschluss der Iron Fey-Reihe, 19. Dezember 2012
Das große Finale der Plötzlich Fee-Reihe - was hatte ich für Erwartungen an dieses letzte Buch. Und ich muss euch gestehen, sie sind alle übertroffen worden.

Diesmal wird die Geschichte - anders als in den anderen drei Bänden - aus Ashs Sicht erzählt. Meiner Meinung nach ist dieser Schachzug sehr gut gelungen, denn wie viele andere Fans der Reihe wollte auch ich mehr über ihn wissen, denn er spricht ja zu Beginn der Story kaum, ist kalt und abweisend und lässt niemanden an sich heran. Meghan hat im Laufe der Zeit geschafft, in aufzutauen und zum Reden zu bringen, doch die Geschehnisse aus seiner Sicht mitzuerleben und von ihm kommentiert zu bekommen hat mir nochmals einen viel tieferen Einblick in seinen Charakter gegeben.

Auch die Handlung selbst liefert uns als Lesern einen Einblick in die Vergangenheit, in der Ash, Puck und Ariella noch unzertrennlich waren - einer Zeit lange bevor Meghan geboren wurde. All diese Ereignisse spielen eine Rolle für die Aufgabe, die es für Ash in Band 4 der Iron Fey- Reihe zu lösen gilt: Er muss ans Ende der Welt reisen, um eine Seele zu erlangen, denn nur so kann er zu Meghan ins eiserne Königreich zurückkehren, aus dem Meghan ihn zu seinem eigenen Schutz vor der Wirkung des Eisens verbannt hatte. Am Ende der Welt erwarten ihn mehrere Aufgaben, mit denen er nicht gerechnet hat und die ihn auf eine härtere Probe stellen als jeder Kampf, den er in seinem langen Feenleben je kämpfen musste. Aber er bekommt auch Hilfe von unerwarteter Seite, auf die ihr gespannt sein dürft!

Natürlich gibt es auch ein Wiedersehen mit den guten alten Bekannten: Puck, der nie den Mund halten kann wenn es gerade besser wäre aber im Ernstfall immer für seine Freunde da ist, Grimalkin, den gewitzten Kater mit dem unglaublichen Orientierungssinn. Meghan dagegen hat nur den ein oder anderen Gastauftritt. Als Hauptfigur der Serie sollte man eigentlich erwarten, dass sie häufiger auftaucht. Sie war mir als Protagonistin der Serie auch immer sympatisch, doch in diesem Band konnte ich ganz ehrlich relativ gut auf sie verzichten, weil die Story auch so unglaublich fesselnd war und Ash mir in diesem Band so ans Herz gewachsen ist.

Der Spannungsbogen dieses Buches war so straff und durchgehend hoch gespannt wie in keinem der drei Vorgänger; Ash und seine Mitstreiter stolpern und rennen von einem Abenteuer zur nächsten anstrengenden Aufgabe, stets das Ziel vor Augen. Atemlos habe ich mitverfolgt, wie Ash tapfer durchhält, egal was die Prüfung ihm auch abverlangen mag. Denn auch er hat nicht geahnt, wie schwer es ist, ein Mensch zu sein und was es bedeuten könnte, sein Leben als Winterprinz des Feenreiches hinter sich zu lassen.

Julie Kagawa hat in diesem Buch endlich auch die letzten ungeklärten Rätsel der Story gelüftet; alle Fäden sind verknüpft. Wer also noch Fragen hatte, findet hier sicherlich die Antworten darauf.

Sehr gut hat mir außerdem gefallen, dass wir Leser in diesem Band (englische Ausgabe!) noch ein paar tolle Extras zum Schluss bekommen: Einen Survivalguide für das Nimmernie sowie ein Interview mit Julie Kagawa, bei dem sich immer wieder Ash und Puck mit altklugen und sehr sarkastischen Kommentaren einmischen.

Sollte bei euch dann immer noch Bedarf an Geschichten rund um Meghan, Ash, Puck und Co. bestehen, dann schaut euch doch die Kurzgeschichtensammlung Iron Legends oder die Spin-Off-Reihe The Lost Prince über Meghans kleinen Bruder Ethan an! Ich habe es auf jeden Fall vor, denn ich habe noch lange nicht genug.


Graceling (Graceling Realm Books)
Graceling (Graceling Realm Books)
von Kristin Cashore
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,29

4.0 von 5 Sternen Toller Debütroman, der Lust auf mehr macht, 19. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem ich so viel Positives über dieses Buch gehört und gelesen hatte war für mich klar, dass ich es auch lesen möchte. Ich hatte also hohe Erwartungen an Kristin Cashores Debutroman. Als ich anfing zu lesen war ich zuerst ein wenig erstaunt, da ich dank des Klappentexts eine ganz andere Handlung erwartet hatte. Auch war der Schreibstil zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig und ich fragte mich, warum das Buch so hoch gelobt wurde, denn es kam mir keinesfall außergewöhnlich vor.

Doch je länger ich las, desto mehr begeisterte mich die Story, bis ich schliesslich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen und das letzte Drittel des Buches in einem Rutsch durchlas. Die Story mag also langsam und etwas schleppend begonnen haben, doch der Rest des Buches war dafür umso mitreissender. Auch der Schreibstil gefiel mir mit der Zeit immer besser, liess Berge, Täler und Königspaläste in meinem Kopf entstehen und entführte mich in eine fantastische Welt.

Die Geschichte spielt sich auf einem fiktiven Kontinent ab, der in sieben Königreiche unterteilt ist. In jedem dieser Reiche gibt es Menschen, die von Geburt an anders sind als die anderen, die so genannten Gracelings oder Begabten. Jede Gabe wirkt sich anders aus, sodass keine zwei Personen genau dieselbe Fähigkeit haben. Manche Gaben sind körperlicher Natur, z.B. Schwimmen oder Bogenschießen, andere, z.B. Gedanken lesen, sind mentaler Art. Jedes der Königreiche geht anders mit den Begabten um: manchmal werden sie vergöttert, anderswo sind sie gefürchtet und werden von der Gesellschaft gemieden.

Katsa, die Heldin der Geschichte, ist eine ganz besondere Persönlichkeit. Sie wirkt manchmal ein wenig kratzbürstig und eigenbrötlerisch, ist aber daran selber nicht schuld. Denn sie hat eine angeborene Gabe, die sie zu einer perfekten Killerin macht. In dem Königreich, in dem sie lebt ist sie als Begabte/Graceling per Gesetz im Besitz des Königs Randa, ihres Onkels, der ihre Gabe schamlos nutzt um sich eigene Vorteile zu verschaffen. Katsa ist deshalb im ganzen Reich gefürchtet, einem der Reiche, dass die Begabten ohnehin als Menschen zweiter Klasse sieht. Im Laufe des Buches jedoch lernt sie ihre Gabe schätzen und sogar stolz darauf zu sein, etwas zu können, dass nur ihr vergönnt ist und niemand besser kann.

Auch emotional entwickelt sie sich weiter. Anfangs ist sie ein Mensch mit vielen Vorurteilen, insbesondere den Menschen gegenüber, die sich als Begabte fürchten. Sie kann einer Welt nicht positiv gegenüberstehen die ihr nur negative Gefühle entgegenbringt. Einziger Lichtblick sind die Aufträge des Königs bei der ihr Prinz Raffin sowie die Kämpfer Oll und Giddon, mit denen sie sich gut versteht sowie die Zeit die sie mit der Hofdame Helda verbringen kann. Doch sie fühlt sich wie in einem Käfig, solange sie unter Randas Einfluss steht.

Durch Zufall lernt sie Po (in der deutschen Ausgabe verständlicherweise: Bo) kennen, einem Prinzen des Reiches Lienid, der ebenfalls eine Gabe hat. Durch ihn lernt Katsa, was es mit ihrer Gabe tatsächlich auf sich hat und dass sie diese nicht verachten sollte, und auch Po hat ein Geheimnis, dass im Verlauf der Geschichte gelüftet wird und Katsa ordentlich durcheinander bringt.

Überhaupt wächst Katsa durch Pos Gesellschaft weit über sich hinaus und entwickelt sich bis zum Ende des Buches von einer gefangenen jugendlichen Kampfmaschine in eine unabhängige, passionierte und selbstsichere junge Frau, die weiss was sie will und die mit ihrer Gabe im Reinen ist.

Po hat mir als Charakter sehr gut gefallen. Er weiss immer genau, was er wann zu sagen hat, er ist fleissig und ehrgeizig immer noch etwas neues dazuzulernen, ohne daraus persönliche Vorteile oder Macht ziehen zu wollen. Und obwohl er ein Prinz ist, hat man stets das Gefühl, dass er sich nichts aus seiner Position macht. Die Familie und das Wohlergehen seiner Lieben liegen ihm mehr am Herzen; aber er ist keineswegs verweichlicht, sondern ein sehr guter Kämpfer, der auch gerne mal eine unbequeme Wahrheit ausspricht. Von allen Personen in diesem Buch hat mir Po durch seine absolute Menschlichkeit am besten gefallen.

Auch die Liebesgeschichte, die sich zwischen Katsa und Po entwickelt, war in meinen Augen sehr gut beschreiben - es wirkt weder zu kitschig noch zu übereilt. Die beiden wissen anfangs selbst noch nicht so genau, was sie fühlen, und wachsen Schritt für Schritt in ihre Rolle als Partner hinein.

Kern der Handlung ist die Suche, auf die sich Katsa und Po begeben, um den Grund für die Entführung von Pos Großvater aufzuklären. Doch je weiter sie voran kommen, desto klarer wird ihnen, dass viel mehr als die Entführung eines alten Mannes im Spiel ist. Die Fäden im Hintergrund hält der einäugige König Leck, den seltsamerweise alle in den höchsten Tönen für sein Mitgefühl, seine Hilfsbereitschaft und seine Mildtätigkeit loben...obwohl seine Adoptiveltern, der alte König und seine Frau, nur kurze Zeit nach seiner Krönung auf wundersame Art verstorben sind.

Kristin Cashore gelingt es in ihrem Debutroman eine neue Welt zu erschaffen, die voller Geheimnisse steckt, die man ergründen möchte, während man mit den Charakteren mitfiebert, wie es ihnen wohl ergehen wird auf der Reise durch die sieben Königreiche.

Fazit:
Nach einem etwas holprigen Start entfaltet sich beim Lesen nach und nach eine wohl durchdachte, dreidimensionale Fantasywelt, die einen in ihren Bann zieht. Vielschichtige Charaktere, eine interessante und abwechslungsreiche Story sowie eine gute Portion Spannung machen dieses Buch aus. Ich vergebe solide 4 Sterne und freue mich schon darauf, die beiden Nachfolgebände zu lesen.


Der Wolkenatlas
Der Wolkenatlas
von David Mitchell
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk der modernen Literatur, 19. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Wolkenatlas (Taschenbuch)
Seid ihr Fan von Abenteuerromanen, Historien, Krimis und Zukunftsdystopien? David Mitchells Der Wolkenatlas vereint all diese Genres in sich und ist trotzdem so viel mehr als die Summe seiner Teile. Über sechs Zeitebenen hinweg schafft David Mitchell ein dichtes Netz von Geschichten, die auf den ersten Blick unabhängig erscheinen, jedoch alle miteinander verwoben sind zu einem unglaublichen Roman, den ich erst dann atemlos aus der Hand legen konnte, als er zuende war.

Ein wichtiger Aspekt des Romans ist die Idee, dass Menschen auch über den Tod hinaus immer wieder zueinander finden und ihre Wege sich unweigerlich kreuzen. Ist es Schicksal? Oder Zufall? Aber keine Sorge, hier geht es nicht um Leben und Sterben im Buddhistischen Sinne. Vielmehr verschachtelt der Autor all diese Geschichten ineinander, sodass eine Art Matrioschka-Puppe aus Handlungen entsteht. Anfangs war mir dieser geniale Schachzug noch gar nicht bewusst, also dachte ich "Warum hören all diese Geschichten mittendrin auf?" Aber weit gefehlt, denn es gibt mit jedem von ihnen noch ein Wiedersehen und der Sinn des Ganzen braucht eine Weile, um sich zu setzen und klar zu werden.

Auch der Kampf gegen die Unterdrückung, sei es durch das System, die Politik, Lobbyisten, die Wirtschaft, Ärzte, Geldeintreiber aber auch persönliche Vorbilder spielt eine wichtige Rolle im Buch. Jeder der Charaktere ist auf irgendeine Art von jemand anderem abhängig oder wird in seiner Entwicklung behindert und muss sich erst von diesen Problemen frei machen, um zu sich selbst zu finden. Es machte mich beim Lesen wirklich nachdenklich, auf wie viele Arten sowohl Unterdrückung als auch Befreiung möglich sind.

Jede Geschichte ist auf eine bestimmte, jedes Mal andere Art und Weise mit der vorherigen und der darauffolgenden verbunden, und der Leser muss selbst herausfinden wie. Jedesmal war ich wieder überrascht und begeistert von der Idee, die David Mitchell diesmal parat hatte. Wie eine Pyramide werden die einzelnen Kurzgeschichten von der Vergangenheit bis in die ferne Zukunft erzählt, bevor es wieder zurück bis ins Jahr 1850 zurückgeht und die letzten Fragen geklärt werden.Eine große Gemeinsamkeit der Storys ist außerdem ein kometenförmiges Muttermal, das immer wieder auftaucht und alles symbolisch verbindet.

Ein weiterer toller Aspekt war der vielseitige Schreibstil, der je nach Story und Charakter angepasst wurde, denn natürlich sollte ein Mensch 1850 anders schreiben als jemand im Jahre 2500. David Mitchell schafft es, jeder der sechs Geschichten einen komplett eigenen Erzählton zu geben, je nach Genre, Zeit, Alter und Bildungsstand des Protagonisten. So wurde es nie langweilig. Nicht jeder Autor schafft es, so viele Stile gleichtzeitig so gut zu beherrschen, das verdient meiner Meinung nach großen Respekt.

Gleichzeitig war mir jeder der Charaktere auf seine eigene Art unheimlich sympathisch. Bei jedem anderen Kurzgeschichtenband, den ich bisher gelesen habe, kam immer die eine oder andere Geschichte oder Person vor, mit der ich nicht gut klarkam - hier könnte ich noch nicht einmal sagen, welche der Geschichten mir am besten gefallen hat, weil alle unglaublich gut waren. Über den Inhalt der einzelnen Geschichten möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht mehr verraten als die oben genannten Aspekte, um nicht zu viel zu verraten.

Fazit:
Selten ist mir ein solch kreatives, berührendes und vielschichtiges Werk begegnet. David Mitchell hat sich hier etwas Großes vorgenommen und es grandios in die Tat umgesetzt. Dieses Buch würde ich absolut jedem empfehlen! Für mich war es ein absolutes Jahreshighlight und bekommt 5 Sterne.

P.S.: Der Kinofilm ist ebenso empfehlenswert wie das Buch!


Ensel und Krete: Ein Märchen aus Zamonien
Ensel und Krete: Ein Märchen aus Zamonien
von Walter Moers
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Märchenadaption auf Zamonisch, 19. Dezember 2012
Ensel und Krete ist, wie man am Titel sofort sieht, eine moderne Märchenadaption von "Hänsel und Gretel" aus der Feder von Walter Moers. Oder, wie man im Buch erfährt, eine Übersetzung Walter Moers' aus dem Zamonischen. Eigentlicher Autor ist angeblich der Lindwurm und Schriftsteller Hildegunst von Mythenmetz, der hypochondrische und meistgefeierte Autor der zamonischen Literaturgeschichte.

Die Handlung spielt sich ein paar hundert Jahre nach den Geschehnissen aus "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär ab, der, wie sich Zamonienfans sicher erinnern, auch schon seine liebe Mühe hatte, den Großen Wald lebend wieder zu verlassen.

Das Buch ist auf drei unterschiedlichen Ebenen angesiedelt - in erster Linie erzählt es die Geschichte der achtjährigen Fhernhachenzwillinge Ensel und Krete, denen der streng organisierte Familienurlaub im Großen Wald zu langweilig ist, und die gemeinsam beschliessen, ein Abenteuer im Wald zu erleben, dessen geordnete Pfade man unter keinen Umständen verlassen darf. Natürlich verlaufen sie sich prompt, und begegnen Kreaturen, die selbst für die besonderen Verhältnisse auf Walter Moers fiktivem Kontinent Zamonien ziemlich absonderlich, verrückt und vor allem gefährlich sind. Laubwölfe, Waldspinnenhexen, Sternenstauner und Stollentrolle sind nur ein paar dieser Lebewesen, denen man auch im Hellen nicht unbedingt begegnen möchte.

Die zweite Ebene der Handlung sind die so genannten "Mythenmetzschen Abschweifungen". Diese Technik hat der Autor des Märchens, Hildegunst von Mythenmetz, nach eigenen Angaben selbst erfunden, um mit den Lesern kommunizieren und auch um die zuvor beschriebenen Szenen selbst kommentieren zu können. Gefühlt jedes Mal, wenn das Märchen an einer besonders spannende Stelle gelangt, bricht die Erzählung ab und Mythenmetz gibt seinen Senf dazu. Allerdings schweift er auch, wie der Name schon sagt, gerne mal ab, um über seine neuesten eingebildeten Krankheiten, die Einrichtung seines Schreibzimmers, oder, sein Lieblingsthema, um über seinen Erzfeind, den Literaturkritiker Laptandidel Latuda, abzulästern.

Ihm ist die Macht über die Neugier des Lesers und die Wirkung seiner Abschweifungen durchaus bewusst - so schreibt er beispielsweise einmal über mehrere Seiten nur das Wort BRUMMLI, anstatt zu erzählen, wie es mit Ensel und Krete weitergeht - einfach nur, weil er es kann. Er ist ja der Autor, und der Leser sitzt am kürzeren Hebel. Auch Laptandidel Latuda hat unter Mythenmetz zu leiden, denn nach dessen Schimpftiraden in den Abschweifungen - okay, er hat es auch verdient - kriegt er im Literaturbetrieb nie wieder einen Fuß auf den Boden und muss fortan eine beklagenswerte Existenz am Rand der Gesellschaft führen.

Die dritte Ebene macht den letzten Teil des Buches aus. Ensel und Kretes Geschichte ist hier schon zuende erzählt, doch Mythenmetz lässt es sich nicht nehmen, hier einen Auszug aus seiner Biographie einzufügen, die er natürlich mit lauter Hinweisen auf dieses oder jenes Werk seiner eigenen Bibliographie hinzuweisen - gar nicht selbstverliebt, Herr Mythenmetz! ;)

Der Schreibstil ist so gut wie immer. Wer ein Buch von Moers mag, dem wird der Schreibstil immer gefallen. Auch über seine Kreativität brauche ich nicht wirklich etwas sagen. Nicht jeder schafft es, sich einen kompletten Kontinent auszudenken und diesen dann so dreidimensional und lesenswert mit Fantasiegestalten aller Art zu füllen, so dass die Leser einfach nicht genug bekommen können.

Einziger Streitpunkt des Buches sind für mich die Abschweifungen gewesen. Einerseits finde ich die Idee nicht schlecht, dass der Autor einfach mal so in den Text eingreift, andererseits waren manche Abschweifungen mir einfach, ja, zu weit abgeschweift und störten mich eher beim Lesen. Ich hätte Ensel und Kretes Abenteuer ebenso gut verstanden, wenn ich nicht gewusst hätte, wie der Gedanke an einen ganz bestimmten Literaturkritiker auf Mythenmetz' Gallenblase wirkt.

Ich denke allerdings, dass diese Abschweifungen von Moers strategisch ziemlich genau geplant sind, sodass man nicht nur erfährt, wie die Story um Ensel und Krete sich entwickelt, sondern auch was für ein Lindwurm Mythenmetz ist, denn durch seine Abschweifungen erfährt man eine Menge über dessen Charakter, seine Gewohnheiten, Stärken, Schwächen und Abneigungen, vor allem aber über seine "leichte" Überheblichkeit. Deshalb funktioniert dieses Buch einfach nicht ohne Abschweifungen.

Für Moersfans ist Ensel und Krete unbedingt empfehlenswert, für Neueinsteiger aber rate ich eher zu "Käpt'n Blaubär" oder "Die Stadt der träumenden Bücher", da diese weniger experimentell und exzentrisch im Erzählstil sind.

Fazit:
Eine interessante Neuerzählung des Hänsel und Gretel-Stoffes mit experimentellen Autoreneinwürfen und teilweise witzigen Kommentaren zum Text und zum Autorenberuf an sich. Man bekommt nicht nur die Abenteuer Ensel und Kretes zu lesen, sondern erfährt auch eine Menge über Hildegunst von Mythenmetz und Walter Moers' Kontinent Zamonien nach den "13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" - alles in der gewohnt guten Moers'schen Erzählkunst.


The Girl Who Was on Fire (Movie Edition): Your Favorite Authors on Suzanne Collins' Hunger Games Trilogy
The Girl Who Was on Fire (Movie Edition): Your Favorite Authors on Suzanne Collins' Hunger Games Trilogy
von Leah Wilson
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiger Lesestoff für alle Panem-Fans, 19. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich denke den meisten von euch werden, genau wir mir, die Tribute von Panem-Bücher noch eine ganze Weile nach dem Lesen im Gedächtnis geblieben sein. Doch was genau hat uns zum Nachdenken gebracht? Was hat Suzanne Collins Reihe, was andere Jugendbücher und andere Dystopien nicht haben?

In "The Girl Who Was On Fire" haben sich sechzehn amerikanische Jugendbuchautoren kritisch mit den verschiedensten Themen und Aspekten der Panem-Story auseinandergesetzt und ihre Gedanken in kurzen Essays niedergeschrieben.

Wir lernen zum Beispiel, was die Rebellion der Distrikte mit dem amerikanischen "Krieg gegen den Terror" gemeinsam hat. Weshalb die Dekadenz des Kapitol unweigerlich zu dessen Untergang führen musste. Wie Posttraumatisches Stresssyndrom die Überlebenden der Hungerspiele zu seelischen Wracks macht, die die Arena praktisch nie wieder richtig verlassen. Welche Rolle Mode für die Charaktere und das System spielt. Oder warum die Frage "Peeta oder Gale?" gar nicht so schwer zu klären war und vielleicht auch gar nicht so wichtig für die Reihe ist.

Die Autoren beschäftigen sich auch mit der Frage, wie sehr wir Zuschauer dafür verantwortlich sind, dass immer neue Realityshows den Markt überfluten. Ob unsere Welt genauso schreckliche genetisch veränderte Kreaturen hervorbringen kann. Wie stark einen die Liebe machen kann. Und weshalb das Kapitol selbst schuld ist, dass Katniss ihnen schliesslich zum Verhängnis wurde.

Der Schreibstil ist durchweg leicht verständlich und sehr flüssig geschrieben, so dass man auch den komplexeren Gedankengängen und fachlichen Erklärungen folgen kann. Gut gefallen hat mir außerdem, dass man beim Lesen sofort merkt, wie viel den Autoren an der Trilogie liegt und wie sehr sie hinter ihrer Argumentation stehen.

Jeder dieser Aufsätze gewährt neue Einblicke und Sichtweisen in die Philosophie, Politik und Gesellschaft von Panem und regt zum Nachdenken an. Ihr werdet Dinge erfahren, die euch beim Lesen der Bücher vielleicht bisher gar nicht aufgefallen sind. Ihr werdet vielleicht merken, dass es sogar viele Gemeinsamkeiten zwischen unserer Welt und Panem gibt.

Wenn ihr die Tribute von Panem-Trilogie mochtet, werdet ihr an diesem Buch und den Ideen, die hier vorgestellt werden großen Spaß finden. Ich habe das Buch in einem Tag verschlungen und bin immer noch begeistert. Es hat mir einige "Aha"- Momente beschert, die die Panem-Trilogie in meinen Augen noch lesenswerter gemacht haben. Zeit für einen Reread ;)

Fazit:
Ein toller Sammelband voller intelligenter und interessanter Aufsätze rund um Die Tribute von Panem. Jedes Essay beleuchtet eine andere Facette der Trilogie und der vielen politischen, literarischen und gesellschaftlichen Aspekte, die hinter der Geschichte um Katniss, Peeta und den Hungerspielen stehen und die fiktive Welt Panems für die Leser so erschreckend und gleichzeitig faszinierend real wirken lassen.

Solltet ihr euch also für die Hintergründe der Story interessieren und gut in Englisch sein, dann lohnt sich ein Blick in dieses Buch für euch auf jeden Fall, denn es ist eine wunderbare Ergänzung zur Trilogie, die euch vieles beim nächsten Lesen in neuem Licht betrachten lassen wird.


Divergent
Divergent
von Veronica Roth
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Wofür würdest du dich entscheiden?, 19. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Divergent (Taschenbuch)
Mit Divergent hat Veronica Roth eine spannende neue dystopische Welt erschaffen, in die es mir großen Spaß gemacht hat einzutauchen. Allerdings fällt es mir nicht leicht, all meine Eindrücke zu dem Buch in Worte zu fassen.

Vor dem Lesen wusste ich nicht viel über das Buch, aber die vielen positiven Rezensionen haben mich neugierig gemacht. Mir war lediglich bewusst, dass es sich um eine Dystopie handelt, in deren Welt alle Menschen in 5 Fraktionen aufgeteilt werden - und natürlich dass die Protagonistin anders ist als die anderen, nämlich divergent.

Falls ich nicht die letzte bin, die das Buch noch nicht gelesen hat, lasst euch gesagt sein dass die Hauptperson, Beatrice Prior, in einem dystopischen Chicago lebt. Zu Beginn des Buches gehört sie der Fraktion der Selbstlosen (Abnegation) an, die das Wohlergehen der anderen vor ihr eigenes setzen. Beatrice' Eltern und auch ihr Bruder Caleb scheinen damit zufrieden, doch Beatrice beobachtet immer wieder, dass sie doch einiges stört an dieser Lebensweise.

Unterschwellig merkt man schon zu Beginn der Geschichte, dass das System, in dem Beatrice lebt, nicht gerade stabil ist. Aber ich meine, wer von uns möchte sich auch wirklich endgültig entscheiden, nur ehrlich, nur intelligent, nur hilfsbereit, nur mutig oder nur selbstlos zu sein, und dass für den Rest seines Lebens? Eine Mischung aus allem wäre doch wohl das Beste für eine funktionierende Gesellschaft.

Doch wie alle 16-Jährigen müssen auch Beatrice und ihr Bruder sich laut den Gesetzen ihrer Welt für eine Fraktion entscheiden. Welche Fraktion auch immer dabei herauskommt - diese wird fortan wichtiger sein als die eigene Familie. Dafür werden sie getestet, doch bei Beatrice' Test läuft etwas schief. Sie ist divergent - sprich, sie gehört zu gleichen Teile in mehrere Fraktionen. Das Ergebnis muss unbedingt geheim bleiben, denn Divergente werden als potenzielle Gefahr für den Staat gesehen. Beatrice entscheidet sich daraufhin dafür, der Fraktion der Dauntless (der Furchtlosen) beizutreten. Über weite Teile des Buches hinweg verfolgen wir nun, wie Tris (wie Beatrice sich fortan nennt) sich in ihrem neuen Zuhause eingewöhnt.

Die Gewalt im Buch war ein wenig gewöhnungsbedürftig, denn während der Initiation in die neue Fraktion - die den Großteil des ersten Bandes ausmacht - werden die Neulinge nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst. In Faustkämpfen und Computersimulationen werden Tris und Co. sowohl körperlich als auch psychisch an ihre Grenzen getrieben und kriegen ihre schlimmsten Ängste vor Augen gefürhrt, damit sie lernen diese zu überwinden. An manchen Stellen habe sogar ich als Leser Phantomschmerzen gekriegt. Aber auch nach Ende der Initiationsrituale, als Tris schon ein vollwertiges Fraktions-Mitgleid ist, nimmt die Gewalt nicht ab, ganz im Gegenteil. Denn ihre Fraktion gerät in eine gefährliche Intrige...

Tris muss Dinge mitansehen, die sie (und auch mich beim Lesen) tief erschüttern. Sie ist Teil eines Planes geworden, der an kalter Berechnung und Brutalität kaum zu überbieten ist. Andererseits ist all das nötig, um Tris zu der Person zu machen, die sie ist, und trotz all der schlimmen und schmerzhaften Dinge, die ihr widerfahren, und all der Schwächen, die man als normaler Mensch nunmal hat, schafft sie es immer wieder, sich aufzurappeln und weiterzumachen. In meinen Augen war sie eine glaubwürdige Protagonistin, die auf dem Weg zu ihrem wahren Ich ist - mit 16 ist das vollkommen normal, aber das System macht es ihr auch nicht gerade leicht.

Auch eine Liebesgeschichte gibt es im Buch, denn Tris verliebt sich nach und nach in ihren Ausbilder Four - endlich mal eine glaubhafte Liebe und keine Romanze á la "Einmal gesehen und unsterblich verliebt". Neben all der Gewalt und den Entbehrungen habe ich Tris diese zarten Momente voller Frieden und Hoffnung doch sehr gegönnt, obwohl den beiden von Anfang an klar ist, das eine Beziehung aufrecht zu erhalten nicht einfach wird in ihrer Welt.

Was mich ein wenig gestört hat waren die Nebencharaktere. Sie sind zwar gut in die Handlung eingewoben, aber alles in allem wirken sie leider ziemlich scharz-weiß, denn es gibt praktisch nur 2 Gruppen. Auf der einen Seite die Gruppe um Christina, die Tris' beistehen und stets zu ihr halten, auf der anderen Seite Molly, Peter und Drew, die Tris wegen ihrer Abnegation-Eltern und ihrem Geschick in einigen der Initiationstests absolut hassen - wie ich finde sogar ein bisschen zu inbrünstig um noch glaubwürdig zu sein. Im ganzen Buch gibt es nur eine kurze Ausnahme aus dieser schematischen Einteilung in Gut und Böse, aber ich möchte hier nicht zu viel verraten. Meiner Meinung nach hätte sich Veronica Roth ein bisschen mehr Mühe mit den Nebencharakteren geben und sie etwas gehaltvoller gestalten können.

Als langatmig oder zu ausschweifend empfand ich das Buch dagegen nie. Die Story hatte einige unerwartete Wendungen. Insbesondere die Handlung im letzten Drittel des Buches ist wirklich rasant und fesselnd - ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Das Ende des Buches kommt dann abrupt. Es ist nicht wirklich ein schlimmer Cliffhanger, aber ich würde doch sehr gerne wissen, wie es weitergeht, da die Handlung doch stark an Fahrt aufgenommen hat.

Der Schreibstil der Autorin hat mir ganz gut gefallen. Sie schafft es trotz relativ kurzer Sätze und simple Worte eine ganze Welt vor dem geistigen Auge des Lesers entstehen zu lassen.

Allerdings hätte ich mir, wie oben schon erwähnt, gerne ein paar mehr Infos zu den Nebencharakteren gewünscht, damit diese weniger blass und prototypisch wirken. Auch über eine ausführlichere Beschreibung des dystopischen Chicago hätte ich mich gefreut, denn für jemanden wie mich, der noch nie in Chicago war, ist es doch teilweise schwer, sich die Stadt vorzustellen.

Fazit:
Divergent war eine tolle Leseerfahrung. Veronica Roth hat sich hier eine solide Dystopie ausgedacht, über die man unbedingt mehr erfahren möchte. Die Handlung war sehr spannend, aber stellenweise auch so brutal, dass ich das Buch nicht unbedingt den jüngeren Lesern empfehlen würde. Ein bisschen was muss man beim Lesen schon aushalten können.

Die Nebencharaktere wirkten teilweise ein wenig farblos, aber die Hauptcharaktere waren dagegen einfach menschlich und sympathisch. Ich freue mich schon darauf den zweiten Band zu lesen und vergebe vier Sterne für Divergent.


Nation
Nation
von Terry Pratchett
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,29

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pratchett + Robinsonade = Großartige Lektüre, 19. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Nation (Taschenbuch)
Nation ist mein erstes Buch von Terry Pratchett gewesen - ja, Schande über mein Haupt, als Fantasyfan sollte man ja doch mal was von ihm gelesen haben. Dafür hat mir Nation dann aber wirklich unglaublich gut gefallen.

Es ist eine Robinsonade der ganz anderen Art. Denn das Buch wird nicht nur aus der Perspektive der Gestrandeten, sondern auch aus der der Inselbewohner erzählt. Die Sichtweise der Eingeborenen auf die seltsam hellhäutigen "Trousermen" und die Kollision der westlichen Kultur mit der der Inselbewohner ist einfach nur göttlich. Dieser Kniff und der tolle Humor des Autors haben mich das Buch in nur 2 Tagen verschlingen lassen. Dabei habe ich mindestens alle drei Seiten herzhaft lachen müssen.

Die Geschichte beginnt an dem Tag, als Mau in seinem Kanu zur "Boy's Island" aufbricht, um dort ein Mann zu werden. Dort angelangt, zieht ein Sturm herauf, und ein Tsunami überrollt seine Heimatinsel. Als er in seinem Kanu dorthin zurückkehrt, sind alle tot, und das Dorf ist weggespült. Die Nation wurde ausgelöscht. Allerdings liegt ein riesiges Kanu zwischen den Palmen und eine geisterhafte Gestalt, die in flatternde Gewänder gehüllt ist, beobachtet ihn, während er die Toten zur letzten Ruhe bettet.

Ermintrudes erste Seereise artet in eine Katastrophe aus: das Schiff, auf dem sie gereist ist, gerät in einen Sturm, den nur sie und der Schimpfworte schreiende Papagei des Käptns überlebt haben. Sie landet auf einer einsamen Insel - zumindest schien sie dass, bis ein wilder im Lendenschurz anfängt, unter Tränen die Opfer der Flutwelle zu begraben. Sie hat Mitleid mit ihm, gibt ihm zu essen und lädt ihn mit einer goldgerahmten Einladungskarte ein, ihr am nächsten Tag bei Scones und Tee im Schiffswrack Gesellschaft zu leisten - Blöd nur, dass Mau nicht lesen kann.

Aus dieser Grundsituation entwickelt sich eine witzige Story darüber, wie Mau und Ermintrude, die viel lieber Daphne heißen würde, sich anfreunden, und wie sie nach dem Tsunami Maus Nation wieder aufbauen. Nach und nach treffen immer mehr Leute auf der Insel ein, die gehofft hatten, dass hier noch jemand lebt. So finden über die Zeit zum Beispiel ein Priester, zwei Schwangere, zwei Krieger, eine Gruppe Meuterer und schliesslich auch ein zweites Schiff voller Engländer den Weg zur Nation.

Daphne und Mau kommen sich im Laufe des Buches immer näher, lernen die Sprache und Gebräuche des jeweils anderen und erkunden die Geheimnisse der Insel. Daphne, die mal eine feine Lady werden sollte, aber deren größte Angst es ist, einmal wie ihre Großmutter zu werden, wächst auf der Insel über sich selbst hinaus, und lernt all die Dinge, die in England unschicklich gewesen wären: den richtigen Umgang mit dem Inselvolk, wie man Kinder entbindet, Bier brauen, mit den Geistern reden, kochen und noch vieles mehr. Nur den Papagei mit dem losen Mundwerk werden sie und Mau einfach nicht los.

Mir hat sehr gut gefallen, wie offen Daphne und Mau, die beide so um die 13 sind, zu Beginn des Buches aufeinander zugehen. Obwohl sie eine Menge Vorurteile von ihren Eltern und Bekannten gehört haben, sind sie bereit, dem Gegenüber eine Chance zu geben, die sich schliesslich auch auszahlt. Überhaupt hat Pratchett neben dem ganzen Humor einige wichtige und tiefgründige Passagen in den Text eingebaut. So finden sich hier diverse Anspielungen auf Religion, Wissenschaft, Philosophie, Geschichte und Politik, insbesondere auf die britische Angewohnheit, auf jedes Stück Land eine Flagge zu setzen und der Insel einen dämlichen Namen zu geben. Viele der gängigen Vorurteile der Kolonialzeit werden hier gekonnt und mit viel Sarkasmus durch den Kakao gezogen. Obwohl Nation vor über 200 Jahren spielen soll, sind die Themen immer noch aktuell. Vielleicht gerade wegen der zeitlichen Distanz können wir heute über die damalige Weltanschauung lachen.

Fazit:
Nation ist ein äußert lesenswertes und humorvolles Buch - nicht nur für eingefleischte Pratchettfans. Der Autor hat hier ein interessantes Setting mit einzigartigen Charakteren auf einer einsamen Insel geschaffen. Abenteuer, Tiefgründiges und Lustiges ergeben eine tolle Mischung, der ich gerne 5 Sterne gebe.


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