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Rezensionen verfasst von
Robert Wentz
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Camus: Das Ideal der Einfachheit. Eine Biographie
Camus: Das Ideal der Einfachheit. Eine Biographie
von Iris Radisch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

5.0 von 5 Sternen Sehr gute Einführung in das Denken Camus', 28. März 2015
Die von Iris Radisch vorgelegte Biographie ist nicht nur gründlich recherchiert, sondern sie bietet auch einen vorzüglichen Zugang, um Camus' Denken zu verstehen. Zu Recht betont die Autorin, dass sich Leben und Denken bei Camus nicht trennen lassen. Gerade der biographische Hintergrund macht erst vieles von dem, was Camus gedacht bzw. geschrieben hat, wirklich verständlich.


Transformationsdesign: Wege in eine zukunftsfähige Moderne
Transformationsdesign: Wege in eine zukunftsfähige Moderne
von Harald Welzer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überzeugendes Plädoyer für einen bewussteren und verantwortungsvolleren Lebensstil, 10. Januar 2015
Nach Ansicht der Autoren basieren herkömmliche Konsumangebote darauf, ein immer neues, gleichsam ungefragtes Universum an Antworten zur Verfügung zu stellen, sodass leicht vergessen wird, was eigentlich die dazugehörige Frage war. Denn traditionelles Design liefert ständig neue Antworten auf Fragen, die nicht mehr eigens gestellt werden. Das Ergebnis ist auf jeden Fall ein neues Produkt – hier besteht die Frage lediglich darin, wie dieses Produkt gestaltet werden soll.

Dagegen geht es beim Transformationsdesign darum, die ursprünglichen Fragen neu stellen zu lernen. Welche Ziele möchte man eigentlich erreichen? Erst in einem zweiten Schritt werden die dazu benötigten Mittel überlegt. Das Transformationsdesign setzt also bei der Lösung einer Frage an. Um dieses Ziel zu erreichen, wird in der Regel eine Handlung mit dem kleinstmöglichen Aufwand angestrebt. Dies kann unter Umständen auch dazu führen, ein Ziel zu überdenken und auf eine bestimmte Handlung zu verzichten.

In Anlehnung an Norbert Elias' Untersuchungen zur Interdependenz von Sozio- und Psychogenese betonen die Autoren, dass ein Verlassen unseres heutigen Konsumstils nur in Verbindung mit der Etablierung neuer Sozialstrukturen gelingen kann. Denn unser Handeln ist großteils geprägt durch unbewusste Praktiken, Routinen und Gewohnheiten; dies zu ändern kann nicht allein auf kognitiver Ebene gelingen, sondern muss vor allem praktisch vorgenommen werden.


Das Kapital im 21. Jahrhundert
Das Kapital im 21. Jahrhundert
von Thomas Piketty
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend in der Analyse, beunruhigend in den aufgezeigten möglichen Konsequenzen, 5. Januar 2015
Thomas Piketty legt mit seiner umfangreichen Studie nicht bloß ein eminent wichtiges ökonomisches Buch vor. Er betont darin auch den unaufhebbaren Zusammenhang mit der politischen, ethischen und kulturell-geschichtlichen Dimension, welche die Beschäftigung mit dem Kapital mit sich bringt. Diese geistige interdisziplinäre Breite, mit der Piketty an das für manche vielleicht eher spröde klingende Thema "Kapital" herangeht, macht den besonderen Reiz bei der Lektüre aus. Das Buch ist eben nicht nur für Wirtschaftswissenschafter_innen geschrieben und nur für diese verständlich, sondern man kann die Argumentationen auch ohne spezifische Fachkenntnisse über weite Strecken gut nachvollziehen. Gerade wenn Piketty z.B. darlegt, wie Vermögen im Laufe der Zeit entstehen und sich vermehren, oder wenn erörtert wird, welche Aufgaben ein Staat zu bewältigen hat und wer welchen Beitrag dazu in welcher Form (z.B. Steuern) leisten soll, dann wird deutlich, dass es hier auch um zentrale politische und moralische Fragen geht.

Dem Buch verdanke ich viele neue Einsichten in bisher nur unzureichend verknüpfte Zusammenhänge. Es ist spannend in der Analyse bisheriger Entwicklungen und streckenweise mit einer Prise sarkastischem Humor versehen - z.B. wenn beschrieben wird, wie sich die Gehälter von Spitzenmanagern entwickelt haben - aber auch beunruhigend in den möglichen Konsequenzen, sollte es nicht gelingen, die Vermögenskonzentrationen auf demokratische Weise einzuhegen.


Reading Dewey: Interpretations for a Postmodern Generation
Reading Dewey: Interpretations for a Postmodern Generation
von Larry A. Hickman
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,10

5.0 von 5 Sternen Sehr gute Hinführung zu Kernthemen von John Deweys' Philosophie, 15. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch vereinigt Beiträge namhafter Autor_innen zu unterschiedlichen Bereichen, in denen John Dewey gearbeitet hat.
Es ist eine hervorragende Hilfe, sich dem philosophischen Ansatz Deweys anzunähern.


Die Gemeinwohl-Ökonomie: Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe
Die Gemeinwohl-Ökonomie: Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe
von Christian Felber
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut gemeint, aber schießt über das Ziel hinaus, 25. September 2014
Felber vertritt in seinem Buch zur Gemeinwohlökonomie die These, dass grundlegende menschliche Werte - wie etwa Solidarität, Kooperation und Teilen -, die wir im normalen Umgang miteinander und in der Gesellschaft insgesamt wertschätzen, auch im Bereich der Wirtschaft gelten sollten.

So wichtig dieses Anliegen ist, so hätte man sich doch einige Präzisierungen gewünscht, ganz zu schweigen von der schwierigen, um nicht zu sagen aussichtslosen Umsetzung seiner Ideen. Was die Präzisierungen betrifft: Man ist doch einigermaßen überrascht, dass für Felber "Wirtschaft" per se als Konkurrenzunternehmen angesehen wird, in der es nur darum geht, sich gegenseitig gleichsam "fertig zu machen". Gilt dies auch für jeden Handwerker, jeden Ortsbäcker, jeden Landwirt? "Wirtschaft" gerät in Felbers Buch zur Chiffre für ein rein egoistisches Gewinnstreben - eine differenziertere Sichtweise wäre hier sicher von Vorteil gewesen.

Eine weitere Schwierigkeit, die im Buch aber kaum thematisiert wird, ist die Frage der konkreten Umsetzung im Rahmen einer globalisierten Ökonomie. Der Vorschlag, Schutzzölle für jene Gebiete einzurichten, in denen bereits nach der Gemeinwohlökonomie gewirtschaftet wird, mutet jedenfalls ziemlich anachronistisch an.

Obwohl manche Ideen im Buch durchaus überlegenswert erscheinen, ist der z.T. radikale Duktus mancher Formulierungen wenig geeignet, bestehende Gräben zu überwinden bzw. um Verständnis für die eigene Position zu werben.


Soziologie des Wohlfahrtsstaates: Eine Einführung (Campus »Studium«)
Soziologie des Wohlfahrtsstaates: Eine Einführung (Campus »Studium«)
von Carsten G. Ullrich
  Broschiert
Preis: EUR 17,90

5.0 von 5 Sternen Sachlich und gut verständlich, 20. Juni 2014
Der Autor legt in seinem Buch eine wohltuend sachliche und gut verständliche Einführung in verschiedene Aspekte des Wohlfahrtsstaates vor wie z.B. soziale Sicherheit, Armut und soziale Ungleichheit. Obwohl die Studie sich vor allem auf deutsche Verhältnisse bezieht, wird in der Regel auch der internationale Vergleich herangezogen, um Unterschiede in den einzelnen Wohlfahrtsstaatstypen zu untersuchen.
Besonders erwähnenswert sind Verständnisfragen und kommentierte Literaturangaben am Ende jeden Kapitels sowie ein Begriffsglossar am Ende des Buches.


Commons: Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat (2. Auflage)
Commons: Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat (2. Auflage)
von Silke Helfrich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgezeichnete Grundlegung der Commons-Theorie mit vielen Praxisbeispielen, 1. Juni 2014
Das Buch präsentiert im ersten Abschnitt "Paradigmenwechsel" eine theoretische Grundlegung der Commons-Idee, wobei hier m.E. die Beiträge von Stefan Meretz (Ubuntu-Philosophie. Die strukturelle Gemeinschaftlichkeit der Commons: 58-65) und Ugo Mattei (Eine kurze Phänomenologie der Commons: 70-78) besondere Erwähnung verdienen. Einen raschen Überblick gewinnt man, wenn man sich den anschaulichen Vergleich zwischen der herkömmlichen kapitalistischen Gewinn-Logik und der Commons-Logik im Beitrag von Silke Helfrich ansieht (Das "Betriebssystem" der Commons: 66-69).

Das Buch bietet weiters eine Fülle von Praxisbeispielen, sodass einem beim Lesen immer mehr die Augen dafür geöffnet werden, was alles möglich sein könnte.
Das Buch kann übrigens - wie könnte es bei Commons anders sein - auf der Website der Heinrich-Böll-Stiftung kostenlos heruntergeladen werden.


Wem gehört die Welt? Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter
Wem gehört die Welt? Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter
von Silke Helfrich
  Broschiert
Preis: EUR 24,90

5.0 von 5 Sternen Sehr gute Einführung in die Welt der "Commons", 25. Mai 2014
Das Buch bietet eine Sammlung von Beiträgen zu Gemeingütern, die eine breite Palette aufzeigt, wo überall Gemeingüter bzw. Commons im wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Bereich eine Rolle spielen (sollten). Dabei helfen die unterschiedlichen Beiträge, für die vielfältigen Facetten dieses Themas zu sensibilisieren. Insbesondere der Beitrag von Ulrich Brand ("Das Zusammenwirken von Bewegungen. Commons als kritisch-emanzipatorische Weltsicht und strategische Perspektive") war für mich sehr aufschlussreich.


Postdemokratie (edition suhrkamp)
Postdemokratie (edition suhrkamp)
von Colin Crouch
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

5.0 von 5 Sternen Weckruf gegen die Ökonomisierung sämtlicher Lebensbereiche, 22. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Autor versteht unter "Postdemokratie" nicht einfach eine Zeit "nach" der Demokratie, wie man vielleicht meinen könnte. Ähnlich wie wir z.B. in der postindustriellen Gesellschaft nach wie vor von Industrieprodukten umgeben sind, aber die Industrie in einer Dienstleistungsgesellschaft nicht mehr länger den Hauptantriebsfaktor bildet, so sind auch in der Postdemokratie zwar viele formale Bedingungen für Demokratie (Parteien, Wahlen, abwählbare Regierungen, etc.) noch vorhanden, aber wirtschaftliche Lobbygruppen und ökonomische Prinzipien werden immer mehr zu den eigentlich bestimmenden Faktoren im politischen und gesellschaftlichen Geschehen.

Besonders bedenklich ist diese Entwicklung, wenn sie in Bereichen Platz greift, die auf Solidarität und Chancengleichheit ausgerichtet sind und nicht einfach ohne Qualitätsverlust kommerzialisiert werden können, wie z.B. im Gesundheitswesen oder in der Bildung. Die einseitig auf Effizienz und Quantität orientierte betriebswirtschaftliche Herangehensweise in Bereichen, in denen es vor allem um Qualität geht, stellt eine "Kolonialisierung" kommunikativ strukturierter Lebenswelten durch ökonomische Prinzipien dar (vgl. Habermas).

Leider wird man dem Autor in dem Befund Recht geben müssen, dass die traditionelle Parteienpolitik inzwischen personell und ideell zu sehr mit der Wirtschaft verflochten ist, als dass sie ihr gegenüber noch ausreichend selbstbewusst auftreten könnte. Einen möglichen Ausweg sieht Crouch in der Aktivierung zivilgesellschaftlicher Gruppen, die entsprechenden Druck bzw. Einfluss auf etablierte Parteien ausüben könnten.


Wege aus der Wachstumsgesellschaft
Wege aus der Wachstumsgesellschaft
von Harald Welzer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Eindringliche Aufforderung, seinen Lebensstil zu überdenken, 18. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Beiträge in diesem Buch lassen an der Grundthese keinen Zweifel: Eine absolute Entkoppelung zwischen Wirtschaftswachstum einerseits und Ressourcenverbrauch bzw. damit verbundenen ökologischen Belastungen andererseits ist aus heutiger Sicht nicht vorstellbar. Insofern werden auch Konzepte des "grünen Wachstums" o.ä. skeptisch betrachtet, wenn damit gemeint sein soll, dass man ansonsten weitermachen könne wie bisher - nur eben etwas "grüner" oder effizienter ... So wichtig diese Techniken auch sind, sie werden alleine nicht ausreichen, einen wirklich nachhaltigen Weg zu beschreiten.

Besonders positiv ist hervorzuheben, dass in den Beiträgen nicht nur ökonomische und technische Aspekte der Nachhaltigkeitsdebatte erörtert werden, sondern auch sozio-kulturelle Überlegungen mit einfließen wie z.B. in den Beiträgen von Wolfgang Ullrich (Konsum als Erziehung zur Nachhaltigkeit) und Uwe Schneidewind (Wandel verstehen - Auf dem Weg zu einer 'Transformative Literacy').


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