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Rezensionen verfasst von
Jule

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Masterminds: Im Auge der Macht
Masterminds: Im Auge der Macht
von Gordon Korman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

4.0 von 5 Sternen Solider Auftakt einer neuen, spannenden Reihe, 27. April 2016
Ein kleines leichtes Buch für zwischendurch - nichts weltbewegendes, wird sich bestimmt im Mainstream-Bereich ansammeln, was die Ideen angeht... dachte ich alles. Aber falsch gedacht. Zumindest bei den meisten Dingen. Masterminds ist zwar ein Buch für Jugendliche und Leser aus der jüngeren Generation, aber hinter den Buchdeckeln versteckt sich eine Idee, die sicherlich jeden Leser, egal aus welcher Altersgruppe, interessiert.

Passend zum Genre ist der Schreibstil des Autors sehr einfach, nicht zu komplex, aber trotzdem anschaulich, informativ und vor allem sehr bildhaft. Es ist zwar kein Schreibstil, der besonders hervorsticht, trotzdem weiß Korman wie man mit ganz normalen Wörtern eine spannende Atmosphäre schafft, in die man sich richtig hineinversetzen kann, mithilfe derer man hautnah im Geschehen steckt.

Gemäß der fünf Hauptpersonen wird die Geschichte abwechselnd aus jeweils deren Ich-Perspektive geschildert. Man erfährt also einmal mehr über die Figuren an sich und gleichzeitig aber auch, wie (unterschiedlich) sie die Geschehnisse beurteilen und mit ihnen umgehen. Trotz der vielen verschiedenen Wechsel der Erzähler kann man alle Protagonisten relativ gut auseinander halten, da jeder für sich einzigartig ist.

Die Charaktere sind sehr vielfältig. Neugierig, misstrauisch, angeberisch, ängstlich, mutig, besonnen... Man könnte wahrscheinlich noch mehr Adjektive aufzählen, was allerdings nichts bringen würde. Genauso wenig wie jede einzelne Figur für sich zu charakterisieren. Die Geschichte lebt von jedem Einzelnen. Zusammen bilden sie ein sehr symphatisches Team, mit dem man sich identifizieren und mit denen man mitfiebern kann. Trotz ihrer Unterschiede harmonieren sie miteinander.

Trotzdem erschienen mir die Personen teilweise viel zu naiv. Wenn man schon so etwas großes plant wie sie es tun, muss man klüger vorgehen. Und kluge Köpfe sind durchaus unter ihnen. Ihr Handeln hat manchmal einfach nicht in das Bild gepasst, das der Autor von Ihnen gezeichnet hat. Auch die Erwachsenen wirken teilweise unüberlegt, obwohl sie diejenigen sind, die am meisten aufpassen müssen, wie sie sich verhalten. Teilweise wirkte das Ganze auch ein wenig unrealistisch, deshalb konnte ich mich immer noch nicht entscheiden, ob ich dieses Buch eher zu Fantasy oder zu den normalen Thrillern ordnen soll.

Am Anfang verläuft die Geschichte eher ruhig und klar strukturiert, im Laufe des Buches häufen sich aber die Ereignisse und es wird immer spannender. Natürlich hat man dann auch das Gefühl, dass alles viel schneller vorangeht als zuvor. Man hat zwischendurch auch kaum Ahnung, auf welches Desaster die ganze Story lang hinarbeitet und ist am Ende überrascht, wie ausgeklügelt das Ganze dann plötzlich wirkt.

FAZIT

Mit einem wunderbar bildhaften Schreibstil und unglaublich symphatisch, einzigartigen Charakteren schafft Gordon Korman eine spannende Geschichte für Jung und Alt. Trotz einzelner Schwächen ist "Masterminds - Im Auge der Nacht" ein gelungener Auftakt einer neuen Reihe, der definitiv Lust auf mehr macht.


The Shepherd's Crown (Discworld Novels, Band 41)
The Shepherd's Crown (Discworld Novels, Band 41)
von Terry Pratchett
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,95

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschung, 15. Dezember 2015
Viele Buchkritiker und -liebhaber trauern um ihn: Terry Pratchett - der erst kürzlich verstorben ist. Er wird als großer Meister der Fantasyliteratur gehandelt. Nur logisch, dass ich mir auch eines seiner Werke zu Gemüte führen musste. Dieses Buch wird nun leider sein letztes Werk bleiben, das aus seiner Feder stammt. Aber hat es mich nun überzeugt? Kann ich mich den Lobreden der anderen anschließen?

Vom Inhalt her war ich leider nicht so begeistert von der Geschichte. Ich schätze diese Art von Fantasy ist überhaupt nicht mein Fall. Ich hatte das Gefühl die Handlung plätschert immer nur so vor sich hin. So einen richtigen Spannungsaufbau bekam ich daher nie richtig zu spüren. Manchmal hatte ich sogar das dringende Bedürfnis, das Buch einfach abzubrechen. Wahrscheinlich liegt das ganze aber auch daran, dass Pratchett bis zum Ende hin sehr krank war.

Zum Schreibstil könnte ich wahrscheinlich mehr sagen, wenn ich das Buch auf deutsch gelesen hätte. Da ich es mir aber in Originalsprache vorgenommen habe, war es teilweise ein regelrechter Kampf, überhaupt etwas zu verstehen. Ausgewählte Wesen in der Geschichte sprechen nämlich höchst eigenartiges Englisch (ich weiß nicht, ob man es Akzent oder Dialekt nennen kann), was sehr sehr schwer bis gar nicht zu entziffern war. Vielleicht hätte ich das Buch anders (besser) verstanden, wenn ich es in meiner Muttersprache gelesen hätte.

Figuren spielten so einige im Buch mit. Allen voran Tiffany - die Protagonistin. Eine junge Hexe, der gleich schwierige Aufgaben übertragen werden. Doch sie ist fleißig, gerecht und freundlich und schafft es so, auch diese zu meistern. Die junge Hexe war mir sehr symphatisch und ich konnte ihr Handeln nachvollziehen, hätte wahrscheinlich einiges selbst auch genauso ausgeführt.
Die anderen Charaktere waren zwar einzigartig, blieben aber ehrlich gesagt bis auf ein paar Ausnahmen ziemlich blass. Da ich aber mitten bzw. am Ende erst in die lange Reihe der Scheibenwelt-Bücher eingetaucht bin, kann ich dem Autor in diesem Punkt keinen Vorwurf machen. Das Vorwissen aus den anderen Romanen hat einfach gefehlt.

Ich hatte auch den Eindruck, dass Pratchett sehr aktuelle Themen in seinen Sätzen versteckt hat, um uns darauf hinzuweisen und vielleicht eine kleine Anleitung zu geben, wie man es besser machen könnte. Krieg und Frieden, Gleichberechtigung oder Geschlechterrollen. Alles hat einen Platz gefunden.

Leider hat mir auch die Atmosphäre, in die der Autor seine Figuren hineinversetzt hat, nicht wirklich zugesagt. Die Umgebung hat mir nicht gefallen und auch der ständige Wechsel von düsterer zu fröhlicher Atmosphäre war nicht nach meinem Geschmack. Das hat ein klein wenig Unruhe in das Ganze gebracht.

FAZIT
Viele werden mich wahrscheinlich dafür rügen, aber: The Shepherd's Crown" hat bei mir keinen guten Eindruck und keine gute Sicht auf Pratchetts Schreibkünste hinterlassen. Das liegt aber größtenteils auch daran, dass ich in Zukunft von Hexenromanen lieber die Finger lassen sollte, denn ich habe gemerkt, dass das überhaupt nicht mein Thema ist. Obwohl ich vorerst von dieser Art von Geschichte geheilt bin, möchte ich dem Autor irgendwann einmal trotzdem noch eine Chance geben - "The Long Earth" steht ja schon länger auf meiner Wunschliste.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 10, 2016 8:59 PM CET


Vier Beutel Asche: Roman
Vier Beutel Asche: Roman
von Boris Koch
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

2.0 von 5 Sternen Viel mehr erwartet, 23. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Vier Beutel Asche: Roman (Taschenbuch)
Wenn man dieses Buch zur Hand nimmt, wird man es sich sicherlich deshalb näher anschauen, weil man davon etwas in der Schule gehört hat oder weiß, dass es von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur als Jugendbuch des Monats ausgezeichnet worden ist. Allein vom Klappentext her habe ich mir dieses Buch nämlich nicht zu Gemüte geführt, da mich dieser nicht wirklich überzeugt hat. Jedoch musste an dem Roman doch etwas Besonderes sein, wenn er schon ausgezeichnet wurde - dachte ich.

Als erstes ist mir natürlich der außergewöhnliche und wirklich gewöhnungsbedürftige Schreibstil aufgefallen. Einerseits benutzt der Autor die Jugendsprache und ein paar Kraftausdrücke - was man bei einem Jugendbuch durchaus verstehen kann. Aber dann mischt er diese mit gelegentlichen philosophischen Ergüssen seiner selbst und mit Metaphern, die man durch diesen Misch-Masch nicht mehr ernst nehmen kann. Es scheint so, als hätte Koch versucht, für jeden etwas zu kreieren. Daran ist er aber meiner Meinung nach kläglich gescheitert.

Spannung - etwas, was man in jedem guten Buch erwartet - war kaum vorhanden. Man hat gemerkt, dass Boris Koch gelegentlich versuchte, den Leser ans Buch zu fesseln, hat aber dabei leider genau das Gegenteil bewirkt: seine Spannungsaufbau-Versuche führten eher zu noch langweiligeren Längen in der Handlung und brachten mich fast dazu, den Roman an einigen Stellen abzubrechen.

Während der Geschichte erfolgten immer wieder Rückblicke zurück in die Zeit, in der Christoph noch gelebt hatte. Beispielsweise Erzählungen, wie die vier "Freunde" mit ihm in Kontakt gekommen waren und in welcher Beziehung sie zu ihm standen. Das hat ein wenig geholfen, die Gedanken und Gefühle der Figuren und ihren Umgang untereinander besser zu verstehen.

Alles in allem waren die Charaktere relativ gut herausgearbeitet, hatten alle einen Hintergrund und verschiedene Gründe für die Reise. Aber deshalb waren sie noch lange nicht symphatisch - im Gegenteil. Jan, der Protagonist, war schon von Anfang an unausstehlich. Mit seiner arroganten, egoistischen, unentschiedenen Art machte er das Lesen keinesfalls zum Vergnügen. Schon das erste Kennenlernen mit ihm zeichnete kein gutes Bild der Figur: voller Hass, Wut und Rache. Auch wenn diese extremen Eigenschaften im Laufe der Handlung etwas nachließen, überwogen keinesfalls die Guten, von denen ich sowieso nicht so viel mitbekommen habe.

Auch der Rest der Charaktere war einfach nur anstrengend. Ob es an der Sprache oder am Verhalten lag spielt da keine Rolle. Das Gesamtbild, das Boris Koch von seinen Figuren erschaffen hat, war alles andere als positiv, was sich bei mir durch gelegentliches Augenrollen und Seufzen äußerte.

Das große und schwierige Thema "Tod", das über dem ganzen Roman steht, muss man beherrschen, um daraus eine mehr oder weniger ernste Geschichte zu schreiben. Es floss zwar an vielen Stellen in die Handlung hinein und spielte natürlich auch eine sehr große Rolle - war aber nicht ernstzunehmen. Wenn es schon an manchen Stellen bedeutungsvoll wurde, ist der Moment durch die plumpen Charaktere und ihre Ausdrucksweise zerstört worden.

FAZIT
Ein Jugendbuch von dem ich mir mehr erhofft hatte, gerade weil es so stark angepriesen worden ist. Keine Spannung in der Handlung und plumpe, unsymphatische Charaktere führen dazu, dass ich dieses Buch niemandem weiterempfehlen werde, der auf der Suche nach einer ernsten Geschichte über den Tod ist. Denn auch dieses Thema verliert im Laufe des Buches seine entscheidende Bedeutung.


Der Marsianer: Roman
Der Marsianer: Roman
von Andy Weir
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselnder Roman über die Raumfahrt und den Zusammenhalt der Menschheit, 3. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Der Marsianer: Roman (Broschiert)
Dieser Roman wird als "Meilenstein in der Science Fiction Literatur" gefeiert und alles was mit dem Weltall, Sternen, Galaxien oder Planeten zu tun hat ist bei mir in den besten Händen - oder auch nicht, denn es wird direkt verschlungen. Wie auch Andy Weirs Debütroman "Der Marsianer".

Die Geschichte wird aus der Sicht des auf dem Mars irrtümlich zurückgelassenen Astronauten Mark Watney in Form von Logbucheinträgen erzählt - man wird also (größtenteils) direkt von ihm durch die Handlung geführt. Manchmal wechselt aber auch der Ort und man erfährt, wie die Menschen bei der NASA auf der Erde an seiner Rettung arbeiten. Mithilfe dieser zwei Perspektiven konnte Weir das ganze Szenario sehr detailreich und interessant gestalten.

Es gibt selten Bücher, die von Anfang bis Ende spannend sind. "Der Marsianer" gehört jedoch dazu. Anhand der sehr bildhaften Sprache konnte man sich die ganze Umgebung auf dem Mars sehr gut vorstellen. Oft war der sonst leichte, flüssige Schreibstil des Autors jedoch mit biologischen, chemischen, physikalischen und astronomischen Fremdwörtern gespickt. Diese Begriffe häufen sich an manchen Stellen stark und die technischen Ausführungen (z.B. die Gewinnung von Elementen aus der Atmosphäre usw.) waren ab und an doch ein wenig zu genau beschrieben, weshalb man als Laie auf dem Gebiet der Raumfahrt zum Teil nicht immer folgen konnte.

Trotzdem wirkte die ganze Sache alles in allem nachvollziehbar. Technisches und Naturwissenschaftliches schienen sehr genau und fundiert erklärt. Der Autor hat es geschafft, alles wahnsinnig realistisch erscheinen zu lassen (ob es das auch ist, werden uns wahrscheinlich nur Fachmänner beantworten können) und man kann sich kaum vorstellen, wie viel Recherche Andy Weir zur Vorbereitung auf diesen Roman betrieben haben muss, zumal er sich nur in seiner Freizeit mit Astrophysik beschäftigt und in diesem Fachgebiet eigentlich nicht tätig ist.

Desweiteren hat er auch noch einen wunderbaren Protagonisten erschaffen, der mir auf Anhieb symphatisch war. Mark Watney wird mit einer Situation konfrontiert, an der die Mehrheit der Menschen gescheitert wäre, wenn sie selbst in seiner Haut stecken würden. Er ist Optimist und legt eine Entschlossenheit an den Tag, die mich sehr fasziniert hat. Bereit jedes Problem zu lösen, das sich ihm in den Weg stellt und keine Angst vor Gefahren - so stelle ich mir einen Überlebenskämpfer vor. Doch das Wichtigste: er hat nie seinen (wenn auch teilweise trockenen) Humor verloren. Spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem er seinen ersten kleinen Witz macht, muss man ihn einfach mögen.

Ein wenig versteckt spricht der Autor ein weiteres Thema an: Zusammenhalt. Durch die wechselnden Perspektiven erkennt man, dass die Menschen auf der Erde keine Kosten und Mühen scheuen, ein einziges Leben zu retten. Natürlich wollen sie im Nachhinein auch von den Informationen profitieren, die ihnen Watney dann liefern kann - trotzdem finde ich es beeindruckend, was die NASA alles in Bewegung setzt. Gerade dieser Punkt sollte ein Vorbild für unsere heutige Gesellschaft in der Realität sein.

Zum Ende hin schraubte sich die sowieso schon hohe Spannung noch ein wenig weiter aufwärts. Das ist zwar bei den meisten Büchern der Fall, aber Andy Weir hat es geschafft, dass ich das letzte Drittel durchgängig gelesen habe, ohne das Buch ein einziges Mal wegzulegen. Zufriedenstellend war auch, dass am Ende für mich keine Fragen mehr offen blieben. Alles war geklärt.

FAZIT
Wer von diesem Roman ein Überlebensdrama erwartet, ist hier an der falschen Adresse. Überleben ja - Drama eher Nein. Mit viel Sarkasmus und Witz, ständig hoher Spannung und einem Charakter, der das Beste aus seiner Situation macht hat Andy Weir einen fesselnden Roman über die Raumfahrt und den Zusammenhalt der Menschen erschaffen. Absolute Leseempfehlung!


The Girl on the Train
The Girl on the Train
von Paula Hawkins
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,95

3.0 von 5 Sternen Psychologisch ansprechend - Spannung kam aber leider zu kurz, 25. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: The Girl on the Train (Gebundene Ausgabe)
Paula Hawkins macht mit ihrem Debütroman einen Rundgang durch die Abgründe der menschlichen Seele. Dieses Buch ist eine perfekte Vorstellung davon, was aus Menschen werden kann, wozu sie fähig sind; wofür sie lügen und vor allem: dass die Unwahrheiten selbst in der Liebe weiterleben.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln und manchmal aus der Vergangenheit, dann aber wieder aus der Gegenwart erzählt. Ab und an war das wirklich verwirrend, da schon der Einstieg beim Ende anfängt und nach wenigen Kapiteln die Handlung erst von vorn erklärt wird. Die Kapitel sind aus verschiedenen Sichten und tagebuchartig geschrieben. Sie sind in "morgens" und "abends" untergliedert.

Den englischen Schreibstil empfand ich als einfach. Die Autorin benutzt einen einfachen, schlichten und normalen Satzbau, mit dem sie trotzdem viel ausdrücken kann. Es gab kaum unbekannte Wörter, die ich aus dem Kontext nicht erschließen konnte. Größtenteils war das Lesen flüssig und es waren kaum Stellen vorhanden, an denen ich lange überlegen musste.

Leider bin ich bei diesem Buch etwas zwiegespalten, was die Spannung angeht. Es gab Stellen, da konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, weil ich immer wissen wollte, was als nächstes passiert und die Autorin so geschickt geschrieben hat, dass ich immer wieder aufs Neue verwirrt wurde. Wiederum gab es aber auch Passagen, die sich unglaublich in die Länge gezogen haben und ich mit dem Lesen nur schleppend voran kam. Ganz am Anfang hatte ich auch das Gefühl, dass die Handlung nicht so richtig in Schwung kommt. Ungefähr ein Viertel des Buches tritt man nur auf der Stelle und es scheint gefühlt einfach nicht weiterzugehen.

Doch im Laufe des Buches entwickelte sich die Geschichte sehr ernst und psychologisch ansprechend. Die Bilder, die Hawkins von den Charakteren zeichnet, wirken so authentisch, dass man das Gefühl haben könnte, auch in den eigenen Nachbarn könnte so jemand stecken. Auch waren die Handlungen der Personen kaum vorhersehbar. Oft wurde ich überrascht und bekam ein neues Bild von den Figuren.

Die Protagonistin, Rachel war für mich eine neue Art von Charakter. Einerseits faszinierend, andererseits aber auch abstoßend. Sie trinkt und meistens enden ihre Erinnerungen in schwarzen Löchern, da sie nicht mehr weiß, was passiert ist. So musste ich als Leser immer selbst raten und wurde am Ende in einigen Fällen überrascht, wenn ich richtig lag oder sich die Sache in eine völlig neue Richtung entwickelt hat. Durch die Einblicke in ihre Gedankenwelt lernt man sie sehr gut kennen und merkt schon bald, dass diese Person sehr psychisch krank sein muss, obwohl es an keiner Stelle explizit erwähnt wird. Trotzdem ist mir Rachel im Laufe des ganzen Buches nie symphatisch geworden, da ich manche ihrer Handlungen einfach nicht nachvollziehen konnte.

Paula Hawkins ist eine Meisterin darin, den Verdacht auf einzelne Charaktere zu lenken und die Geschichte dann jedoch wieder so zu drehen, dass erneut jemand anderes im Mittelpunkt steht. Dadurch konnte sie die Spannung (die mir an manchen Stellen leider gefehlt hat) besser aufrechterhalten.
Das Ende wirkte auf mich unglücklicherweise zu normal und zu einfach aufgeklärt. Von der Autorin hätte ich nach der ganzen psychologisch ausgeklügelten Handlung ehrlich gesagt mehr erwartet.

FAZIT
Ein eher ruhiger Thriller, der teilweise lange vor sich hin plätschert, ab und an aber auch richtig an Fahrt aufnehmen kann. Das Buch lebt von seinen unterschiedlichen Charakteren, die allesamt wahnsinnig realistisch wirken; symphatisch oder nicht sei dahingestellt. Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der sich nicht von der fehlenden Spannung und der einfachen englischen Sprache abschrecken lässt.


Zurück nach Hollyhill: Roman
Zurück nach Hollyhill: Roman
von Alexandra Pilz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Zauberhafte, geheimnisvolle Geschichte, 23. Juli 2015
In die Geschichte wird man ungefähr so schnell hineingedrückt wie wenn man sich auf einmal in einer völlig anderen Zeit wiederfinden würde. Alexandra Pilz legt mit ihrem Zeitreiseroman für Kinder und Jugendliche einen rasanten Start hin. Keine große Vorgeschichte, keine großen Rückblicke. Man befindet sich sofort mitten in der Handlung und folgt dem roten Faden.

Der Schreibstil der Autorin ist einfach, leicht, kurz und prägnant. Ohne große Worte schafft sie es, die Sache auf den Punkt zu bringen und kreiert stellenweise sogar eine zauberhafte und geheimnisvolle Atmosphäre. Trotz ihrer schlichten Ausdrucksweise wählt sie ihre Worte so, dass sich die Natur- oder Ortsbeschreibungen wie ein kleines Bild im Kopf des Lesers aufbauen und die ganze Handlung noch mehr veranschaulichen und verschönern.

Die Idee hat mir gefallen. Schon alleine da dies mein erster Zeitreiseroman war, habe ich mich sehr für das Thema interessiert. Manchmal wurde richtige Spannung aufgebaut, die dann zum Ende hin immer höher wurde. Trotzdem war es schade, dass Alexandra Pilz teilweise mit ihren Gedankengängen zu oberflächlich war. Es gab viele Stellen, an denen man noch tiefer in die Materie hätte eindringen und somit das Thema noch interessanter gestalten hätte können.

Die vielen Zufälle sind ein weiterer kleiner Kritikpunkt. Oft wirkte es so, als bräuchte die Autorin eine auf die weiteren Geschehnisse hinleitende Handlung. Dazu benutzte sie dann oft Fügungen, die für mich teilweise ein wenig an den Haaren herbeigezogen waren.

Emily, die Protagonistin, war mir sehr symphatisch. Mit ihrer Neugierde, Intelligenz, Schlagfertigkeit und ihrem Mut konnte sie die Schwierigkeiten, die sich ihr in den Weg stellten (manchmal schien es ein wenig zu leicht) meistern. Natürlich war sie ab und an naiv, aber größtenteils hat sie ihren Verstand eingesetzt und nicht immer einen starken Mann gebraucht, der sie aus dem Schlamassel ziehen konnte, wenn es brenzlig wurde. Mit ihrer sarkastischen Art hat sie bei mir auch viele Pluspunkte gesammelt.

Die anderen Charaktere (die meisten waren Bewohner von Hollyhill) können unterschiedlicher nicht sein. Alle sind so sonderbar, in mancher Hinsicht sogar schrullig, aber gleichzeitig jeder auf seine eigene Art unglaublich liebenswert und symphatisch. Schade war, dass auf sie nicht noch näher eingegangen worden ist, sondern manche nur eine Nebenrolle gespielt haben. Denn zum Teil fand ich ihre Lebensgeschichte interessanter als die eigentliche Handlung rund um die Protagonisten.

Natürlich durfte auch in diesem Buch eine kleine Liebesgeschichte nicht fehlen. Doch diese empfand ich diesmal nicht als störend und fehl am Platz. Alles begann mit einer Art Hassliebe, was manchmal wirklich amüsant zu lesen war. Die Entwicklung danach war wirklich schön und auf keinen Fall zu kitschig. Ich mochte es zu lesen, wie sich auf beiden Seiten die Gefühle immer mehr aufgebaut haben, sie aber anfangs noch versteckt gehalten wurden.

Leider hat die Autorin es nicht vermieden, einige Fragen offen zu lassen, die sich am Ende und schon während des Lesens stellen. Das Ende kam für meinen Geschmack auch ein wenig zu abrupt. Da es aber noch Folgebände geben wird, habe ich Hoffnung, dass die Rätsel in ihnen aufgelöst werden.

FAZIT
Ein zauberhafter, lockerleichter und geheimnisvoller Zeitreiseroman für Kinder und Jugendliche mit anschaulichem und kurz (aber prägnantem) Schreibstil, liebenswerten, einzigartigen Charakteren, einer Handlung, die kaum Logiklücken besitzt und einer Spannung, die dauerhaft hochgehalten wird. In der Idee steckt sehr viel Potenzial, welches auch ziemlich weit ausgeschöpft wurde. Bis auf kleine Ausnahmen ist das Romandebüt von Alexandra Pilz gelungen und für den Leser sehr unterhaltsam.


Spiel der Angst
Spiel der Angst
von Veit Etzold
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nervenkitzel und Spannung garantiert, 12. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Spiel der Angst (Broschiert)
Es gibt Bücher, bei denen spricht mich das Cover an, dann gibt es wiederum welche, deren Klappentext mich in ihren Bann ziehen. Bei "Spiel der Angst" (und auch schon seinem Vorgänger) war wohl beides der Fall. Die Idee war zwar eher schlicht und nicht wirklich besonders, aber sie verspricht schon im Vornherein sehr viel Spannung und Nervenkitzel.

Im Vergleich zum vorigen Band gibt es allerdings keine großen Veränderungen. Das Muster ist immer noch das Gleiche. Die Handlung besteht wieder aus Rätseln und einem Wettlauf gegen die Zeit und den Psychopathen - die einzigen Unterschiede bestehen im Handlungsort und in den Rätselaufgaben, die natürlich neu und auf ein anderes Thema zugeschnitten sind. Wie schon im ersten Band ("Spiel des Lebens") sind sie sehr interessant und vor allem informativ ausgewählt. Wäre ich an Emilys Stelle gewesen, hätte ich wahrscheinlich die wenigsten gelöst. Veit Etzold schafft es genau mit diesen Aufgaben und den dazugehörigen wahnsinnig kurzen Zeitlimits die Spannung hochzuhalten.

Die Kapitel sind im Großen und Ganzen sehr kurz gewählt, weshalb man das Gefühl hat, noch schneller zu lesen. Somit wird das Tempo der Geschichte nochmal zusätzlich erhöht, wodurch man als Leser dauerhaft mitgezogen wird. Etzolds flüssiger und einfacher Schreibstil machen das Lesevergnügen komplett. Durch die bildhaften Beschreibungen kann man sich die Umgebung noch besser vorstellen.

Die Protagonistin hat sich im zweiten Teil nicht wirklich verändert. Sie ist die naive, sensible Studentin geblieben, die sie auch im ersten Teil schon war. Obwohl ich Charaktere mit einem ausgeprägten Selbstbewusstsein und einer gewissen Härte eher bevorzuge und es mit Emily manchmal wirklich nervenaufreibend war, ist sie mir trotzdem symphatisch gewesen.
So einem Mädchen musste der Autor natürlich jemanden gegenüberstellen, bei dem man sich sicher fühlen konnte. Ryan - Emilys Freund - ist ihr Fels in der Brandung. Wenn er dabei war, hatte selbst ich das Gefühl, dass den beiden nichts passieren würde, egal wie gefährlich die Handlung wurde.

Die Liebesbeziehung der zwei Protagonisten kommt auch nicht zu kurz, steht jedoch nicht im Mittelpunkt. Beide brauchen jemanden, der ihnen Halt gibt und jemanden, der weiter weiß, wenn der andere gerade in Schwierigkeiten steckt. Emily und Ryan ergänzen sich perfekt.

Auch das Ende passt sich wieder dem Vorgängerband an. Anfangs verwirrt es einen und dann ist es wieder offen. Veit Etzold lässt erneut gewaltig Spielraum für einen dritten Band, der hoffentlich bald erscheint. Nach diesem Ende ist es jedenfalls anzunehmen, dass eine Fortsetzung folgen wird.

FAZIT
Ein lesenswerter, spannender Thriller, der Nervenkitzel verspricht und sogar ein wenig Grips erfordert. Mit Charakteren, die nicht aufgeben und versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Leider ähnelt das Muster der Handlung sehr dem des ersten Bands und man hatte beim Lesen schon gewisse Vorahnungen. Trotzdem konnte mich der leichte Schreibstil wahnsinnig schnell durch das Buch tragen. Gute Unterhaltung garantiert!


Das Haus / House of Leaves
Das Haus / House of Leaves
von Mark Z. Danielewski
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Literarisches Kunstwerk mit Überlänge, 8. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Das Haus / House of Leaves (Taschenbuch)
Das letzte Mal, dass ich so einen dicken Schinken in den Händen gehalten habe, ist schon etwas her. Und ehrlich gesagt musste ich auch erstmal meinen inneren Schweinehund dazu überwinden, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen und anzufangen. Ich war gespannt auf die Story und nach dem ersten Durchblättern wollte ich auch unbedingt wissen, was es mit dem doch sehr speziellen Layout auf sich hat.

Der Roman besteht aus ganz normalen Kapiteln, doch der Textfluss ist nicht wie bei jedem anderen Buch auch (regelmäßig) sondern durcheinander. Das heißt, dass Worte teilweise z.B. spiegelverkehrt in Kästchen, auf dem Kopf oder von oben nach unten stehen. Auf manchen Seiten passen sich die Worte auch der Spannung oder dem Inhalt an. Diese Idee fand ich sehr originell und sie hat alles auch ein wenig anschaulicher gestaltet. Zwischendurch findet man ab und an auch Seiten, auf denen nur ein Wort oder sogar nur ein Buchstabe steht.

Ein wesentlicher Bestandteil, der noch dazu gehört sind die unzähligen Fußnoten. Manche sind in kurzen Zeilen am Seitenende zusammengefasst, andere erstrecken sich aber auch über mehrere Seiten hin. Meistens handelt es sich aber bloß um Namen oder Quellenangaben, bei denen sicherlich sehr viele fiktiv sind. Kurz: Uninteressant für denjenigen, der das Buch einfach nur lesen und nicht analysieren will.

So gut mir die Gestaltung auch gefällt, muss ich leider zugeben, dass sie mich hin und wieder von der eigentlichen Story abgelenkt hat. Die Spannung, die leider an nur wenigen Stellen wirklich hoch war, wurde durch lange Anmerkungen etc. unterbrochen. Wenn dann wirklich etwas aufregendes passiert ist, brachte der Autor im folgenden Kapitel sofort wieder ellenlange Ausschweifungen und Studien von Personen ins Spiel, die die Geschehnisse im Haus analysiert haben.

Danielewski hat seinen Roman in vier verschiedenen Erzählebenen aufgebaut. Die erste wäre die von Will Navidson, dem Schriftsteller der einen Film ("Navidson-Record") über das Haus dreht. Danach wiederum widmet sich ein blinder Mann mit dem Namen Zampano dem Skript und lässt alles nochmal neu aufschreiben. Als Zampano dann aber aus unerklärlichen Gründen stirbt, findet ein gewisser Jonny Truant die Unterlagen und entziffert Wort für Wort die Aufzeichnungen des Blinden. Truant ist also derjenige, der die Geschichte am Ende für den Leser wirklich (nach)erzählt. Die vierte Ebene wäre die der Herausgeber der Aufzeichnungen von Jonny Truant, die aber nur ab und an einige Ergänzungen hinzugefügt haben.
Das alles wirkte sehr verwirrend auf mich, doch glaube ich, dass es der Autor extra darauf abgezielt hat: Den Leser zu irritieren und zum Nachdenken anzuregen.

Alles in allem denke ich, dass der Autor mit ein bisschen weniger Text vielleicht genauso viel, wenn nicht noch mehr hätte erreichen können (was er mit dem Roman überhaupt erreichen will, habe ich noch nicht begriffen und ich bin mir auch sicher, dass ich nie dahintersteigen werde). Fußnoten, in denen der junge Junkie Truant aus seinem Leben erzählt, hätte er für meinen Geschmack auch einfach drastig kürzen können, da man durch sie immer wieder vom eigentlichen Handlungsstrang abgelenkt wird.

FAZIT
"Das Haus" ist schon gar kein Buch mehr. Man kann es eher als literarisches Kunstwerk betrachten. Deshalb muss ich auch jeden enttäuschen, der sich eine spannende Story erhofft, denn es wird euch keine liefern. Es ist wie eine Horrorgeschichte, die etwas versteckt die Abgründe der menschlichen Seele aufzeigt und den Leser endlos darüber nachgrübeln lässt, was er da eigentlich gerade gelesen hat.


Dark Village - Band 1: Das Böse vergisst nie
Dark Village - Band 1: Das Böse vergisst nie
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Teeniesoap - Mord inkl., 1. Juni 2015
Dass man als Leser gleich zu Anfang schon mit einem Mord konfrontiert wird - kommt ja nicht selten vor, doch Kjetil Johnsen hat es mit den Geschehnissen davor so verknüpft, dass er eine beklemmende und düstere Atmosphäre aufbauen konnte, in der ich mich richtig unbehaglich gefühlt habe. Natürlich wollte ich dann sofort wissen, was es mit dieser Leiche auf sich hat und wie es zu diesem Mord gekommen ist.

Mit Johnsens sonderbarem Schreibstil wusste ich zu Beginn noch nicht wirklich etwas anzufangen. Es hat sich angefühlt wie das reinste Chaos. Abgehackte, kurze Sätze und Dialoge, die irgendwie aufgrund ihrer Kürze auch wieder realistisch erscheinen. Mit sehr jugendlicher Ausdrucksweise und einfachem Satzbau versuchte der Autor mich für sich zu gewinnen, was ihm aber nur teilweise gelang. Das Buch schien teilweise wie ein Manuskript für einen Film aufgebaut - viele Gespräche, wenig Beschreibungen - aber alles immer auf den Punkt gebracht.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass Kjetil Johnsen alltägliche Probleme, aber trotzdem auch solche von Jugendlichen aufgegriffen hat, mit denen sich vielleicht nicht jeder identifizieren kann, die uns aber alle früher oder später einmal hätten treffen können. Teilweise war es aber auch zu viel Teeniedrama. Dadurch, dass die eigentlich ernsten Themen in solche knappen Sätze gepackt wurden, ging für mich die Ernsthaftigkeit dieser Sache ein wenig verloren. Was schade ist, da man auf der Grundlage dieser Themen einen Krimi hätte aufbauen können, der weitaus realistischer gewesen wäre als andere heute.

Bei der Wahl der Charaktere hat Johnsen auf krasse Unterschiede gesetzt. Vier Freundinnen, die andersartiger nicht sein können. Die eine das schüchterne Normalo-Mädchen, die andere die aufgetakelte Tussi, dann wieder eine, die mit Mädchenkram nicht viel am Hut hat sondern lieber Fußball spielt und zu guter letzt eine, die sich in keine richtige Gruppe einordnen lässt. Alle vier besitzen ihre Eigenarten und alle vier haben einen großen Anteil an dem Verlauf der Geschichte. Wenn eine von ihnen fehlen würde, würde wahrscheinlich auch ein wichtiger Hinweis für die Aufklärung des Mordes fehlen. Denn jede von ihnen könnte die Leiche sein - sowie jede von ihnen auch die Mörderin sein könnte.

Es scheint so, als ob der Mord, dem man gleich am Anfang gegenübergestellt wird, im Laufe der Handlung etwas in Vergessenheit gerät. Die Spannung und die Neugier werden dem Leser etwas genommen, der dann am Ende auch am ausgestreckten Arm verhungert. Natürlich soll der Cliffhanger die Menschen dazu bewegen, sich die anderen Teile zu besorgen, aber wenn man den ersten Band gelesen hat, kann man irgendwie schon erahnen, dass es im zweiten und dritten sicherlich nicht zur Aufklärung des Mordes kommen wird. Darum ist es wirklich schade, dass das eigentliche Thema während des ganzen Dramas und den Problemen der Mädchen und ihrem Umfeld untergeht.

FAZIT
Ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch eins von denen ist, bei denen die Geschmäcker aus- einandergehen. Zwar hat mir die packende und teilweise beklemmende Atmosphäre und die Auswahl der Charaktere sehr gefallen, jedoch bin ich absolut kein Fan von dem Schreibstil des Autors. Ich finde, dass er die Themen, die im Buch angesprochen werden, viel zu anspruchslos verpackt und umgesetzt hat.


Renegade: Tiefenrausch
Renegade: Tiefenrausch
von J. A. Souders
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Faszinierende Unterwasswelt, 11. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Renegade: Tiefenrausch (Gebundene Ausgabe)
Geschichten, in denen die Menschen fortschrittlich werden und sich an den undenkbarsten Orten ein neues Leben errichten, sind für mich besonders interessant und deshalb hatte ich mit dem Buch "Renegade" auch große Freude. Die Autorin beschreibt eindrucksvoll eine riesige Stadt unter Wasser, die wirklich ausgeklügelt scheint. Welche Ressourcen die Menschen anzapfen um tief im Ozean ein Leben zu ermöglichen und wie die Stadt eingeteilt ist, hat Souders sehr logisch und nachvollziehbar erklärt, sodass es wirklich einmal in der fernen Zukunft möglich sein könnte, den Meerraum genau so zu besiedeln.

Das Buch ist durch den einfachen, sehr bildhaften und leichten Schreibstil sehr schnell zu lesen. Was mir mit am meisten gefallen hat, waren die Beschreibungen der Umgebung, der verschiedenen Blöcke innerhalb der Stadt, etc. Beim Lesen konnte ich mir in meinem Kopf selbst ein klares Bild der Welt machen, die die Autorin in ihrem Roman erschaffen hat.

Durch die Ich-Perspektive (natürlich aus der Sicht der Protagonistin), die J.A. Souders benutzt, ist man mittendrin im Geschehen, ist mit den Figuren auf der Flucht und kann sogar ihre Gefühle nachvollziehen. Ein anderer Grund, warum mich das Buch so fesseln konnte, war nicht nur die Anschaulichkeit, sondern auch die Spannung. Sie wurde eigentlich fast immer durchgängig hochgehalten und wenn an manchen Stellen irgendwelche Wendungen eintrafen, wuchs sie sogar manchmal noch weiter an.

Es war ebenfalls faszinierend für mich zu lesen, wie die Fassade einer anfangs so perfekt dargestellten Stadt mit einer so scheinbar tadellosen Herrscherin nach und nach anfing zu bröckeln. Ich konnte als Leserin regelrecht spüren, wie der Mut in den Protagonisten wuchs, sich bei der Bevölkerung langsam Unzufriedenheit und Angst breit machten und wie die Gelassenheit von "Mutter" verschwand und sie allmählich die Kontrolle verlor.

Genauso wie die ganze Stadt macht auch der Hauptcharakter, Evelyn - genannt Evie - die "Tochter des Volkes", eine bemerkenswerte Entwicklung durch. Wo sie doch am Anfang noch die manipulierbare, naive rechte Hand der "Mutter" war, wurde sie im Laufe der Geschichte immer eigenständiger, rücksichtsloser, mutiger und sogar etwas brutal (was auf ein besonderes Ereignis in ihrer Vergangenheit zurückzuführen ist). Eingangs wirkte sie immer ein wenig weggetreten, wie als wäre sie high. Als sich der Nebel in ihrem Kopf dann allmählich verflüchtigt, steigt man als Leser gemeinsam mit Evelyn dahinter, warum sie sich manchmal so komisch benommen hat und es ab und an auch noch tut.

Das Einzige, was ich wirklich zu kritisieren habe ist der Aufbau und der Verlauf der "Liebesbeziehung" zwischen Gavin und Evelyn. Für meinen Geschmack ist die Tochter des Volkes teilweise sehr grob mit ihm umgegangen und er war dann wiederum zu anspruchslos - hat sich alles gefallen lassen. Ich mag zwar weibliche Charaktere, die auch mal durchgreifen können, aber dass sich Männer dann vollständig von ihnen einspinnen lassen, passt für mich nicht wirklich zusammen. Schön wäre es gewesen, wenn sich Evie und Gavin irgendwo auf Augenhöhe getroffen und er nicht nur zu allem "Ja" und "Amen" gesagt hätte.

FAZIT
Ein Roman, der alle Elemente einer Dystopie vereint und doch ganz anders ist als alle anderen Bücher dieses Genres. Mit einer ausgeklügelten Welt und wandelbaren Charakteren konnte Souders alles sehr zufriedenstellend gestalten. Die Seiten sind aufgrund der durchgängig hohen Spannung sehr schnell durchgelesen und wen es nicht stört, dass sich das Jugendbuch größtenteils nicht mit dem Thema "Liebesbeziehungen" beschäftigt, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen. Meiner Meinung nach verdient es viel mehr Aufmerksamkeit!

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