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Highlightzone
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Das Geschlecht derer von Porphyre: Band 1: Soizik
Das Geschlecht derer von Porphyre: Band 1: Soizik
von Balac
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

5.0 von 5 Sternen Abenteuerlich, 18. April 2014
Ein Dorf in der Bretagne lebt im 18. Jahrhundert nicht schlecht vom Strandgut. Dabei wird sich jedoch nicht darauf beschränkt, geduldig darauf zu warten bis das Meer interessantes Treibgut preisgibt, sondern es wird auch kräftig nachgeholfen. Schiffe, die sich in stürmischer See befinden, werden durch falsche Lichtsignale zum Kentern gebracht. Besatzung und Passagiere werden danach nicht gerettet, sondern ausgeplündert und ermordet.

Das Geschlecht derer von Porphyre hat es auf diese rücksichtslose Weise zu beträchtlichem Reichtum gebracht. Doch die Strafe dafür ist nicht minder brutal. Die Obrigkeit zwängte nicht nur den alten Porphyre in ein Stahlkorsett und knüpfte ihn darin auf, sondern kerkerte auch noch den erst siebenjährigen Sohn Konan ein. Als dieser etliche Jahre später in sein Heimatdorf zurückkehrt, reißen etliche alte (aber auch neue) Wunden auf. Außerdem begehren sowohl Konan wie auch sein jüngerer Bruder Gwémon die ebenso attraktive wie eigensinnige Soizik.

Joël Parnottes ebenso klare wie detailfeudige Zeichnungen und vor allem seine kräftig leuchtende Kolorierung erwecken Erinnerungen an die Mutter aller opulent gestalten Historien-Comics: Francois Bourgeons “Reisende im Wind“. Doch zum Glück beschränken sich die Gemeinsamkeiten nicht nur auf die Optik. Der erfahrene Autor Yann le Pennetier, der bereits “Lucky Luke“- und “Marsupilami“-Alben textete, schrieb unter dem Pseudonym Balac (das er auch bei "Sambre" benutzte) eine saft- und kraftvolle Geschichte, die dank ebenso glaubhafter wie geheimnisvoller Hauptfiguren auch dann nicht albern wirkt, wenn in einer mit Schätzen gefüllten Grotte ein bedrohlicher Riesenkrake haust. Auch nach zwei Alben ist aus der Sache noch lange nicht die Luft raus und das “Geschlecht derer von Porphyre“ wird so schnell nicht aussterben.


LEGO Batman - Der Film: Vereinigung der DC Superhelden
LEGO Batman - Der Film: Vereinigung der DC Superhelden
DVD ~ Jon Burton
Preis: EUR 5,97

5.0 von 5 Sternen “Sogar Lex Luthors Vorzimmer-Dame ist böse“, 12. April 2014
Dass sich LEGO weltweit immer noch so gut in den Kinderzimmern behauptet, liegt sicher auch daran, dass Spiel-Sets und vor allem Minifiguren zu beliebten kulturellen Phänomenen wie “Star Wars“, “Der Herr der Ringe“, “Harry Potter“, “Indiana Jones“, “Marvel Superhelden“ oder den “Simpsons“ produziert werden. Doch damit nicht genug, mit computeranimierten Minifiguren werden auch Videogames produziert und das Spiel “Lego Batman 2: DC Super Heroes“ wurde 2013 zu einem auf DVD veröffentlichten “Spielfilm“ weiterverwertet.

Ein lustiger Zufall ist dabei, dass der Regisseur den Namen Jon Burton trägt, aber nicht mit Tim verwandt ist. Lustigerweise beginnt der Lego-Film mit einer Baustein-Variante des erinnerungswürdigen Vorspann von Tim Burtons “Batman“ (1989), untermalt von Danny Elfmans wuchtigem Original-Soundtrack. Auch John Williams “Superman“-Theme ist zu hören und eine Unmenge von Superhelden und Schurken aus dem Hause DC treten als LEGO-Minifiguren in Erscheinung.

Die Geschichte um Rivalitäten zwischen Lex Luthor und Bruce Wayne aber auch zwischen Batman und Superman wird turbulent, tricktechnisch beeindruckend aber auch kindgerecht harmlos erzählt. Erwachsene Superhelden-Fans dürften dennoch ihren Spaß haben, denn gerade die Szenen zwischen dem freundlich-optimistischen Superman und dem auf düster machenden Batman sind äußerst komisch und durchaus werkgetreu. Wenn etwa das Superhelden-Duo einen Termin bei Lex Luthor hat und von dessen unfreundlicher Vorzimmer-Dame scheinbar nicht erkannt wird und nach dem Vor- oder Nachnamen gefragt wird, lautet deren Antwort “Nur Superman und Batman genau wie Madonna“ und deren Schlussfolgerung “Selbst Lex Luthors Vorzimmer-Dame ist böse“.

Extras der der DVD:

"Wie Batman entsteht" (14:19 min), ein kindgerechter Bericht über Stop Motion, Lego und Batman, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln
Zwei 22-minütige Episoden aus der Zeichentrickserie "Batman: The Brave and the Bold" ("Triumvirate of Terror" + "Scorn of the Star Sapphire") und eine aus "Teen Titans" ("Overdrive")
Die fünf Gewinner des "Lego DC Universe Super Heroes Video Contest" (jeweils 3 min)
"Batman jumps into Action" ein sehr kurzer aber auch sehr lustiger "Lego Batman stop-motion short" (0:36 min)


Lex Barker - Unsterblicher Old Shatterhand: Bilder seines Lebens
Lex Barker - Unsterblicher Old Shatterhand: Bilder seines Lebens
von Michael Petzel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

5.0 von 5 Sternen Shatterhand forever, 11. April 2014
Der Franzose Pierre Brice war einst ein beeindruckender Apachen-Häuptling der in hauptsächlich mit westdeutschen Geldern produzierten Euro-Western über die jugoslawische Prärie galoppierte. Später dann hat er einiges seiner Winnetou-Würde eingebüßt, etwa als er 1998 im albernen ZDF-Zweiteiler "Winnetous Rückkehr" Karl Mays legendären Indianer unsynchronisiert mit französischer Zunge sprechen ließ. Heute ist er in erster Linie dafür bekannt, zu den wenigen Menschen zu gehören, die nicht über Bullys “Der Schuh des Manitu“ lachen konnten.

Lex Barker hingegen wird für immer Old Shatterhand bleiben, auch wenn er zuvor bereits Tarzan war oder in Fellinis “La Dolce Vita“ auftrat. Der US-Amerikaner kam durch die westdeutschen Karl-May-Filme zu jenem Ruhm und den damit verbundenen Gagen von denen er in Hollywood nur träumen konnte. Nachdem die Karl-May-Reihe 1968 mit “Winnetou und Shatterhand im Tal des Todes“ beendet war, stagnierte auch die Karriere von Lex Barker.

Als dieser dann kurz nach seinem 54. Geburtstag am 11. Mai 1973 mitten in New York an einem Herzinfarkt starb, war dies für Michael Petzel ein ähnlicher Moment wie etwa die Ermordung Kennedys, also ein Ereignis bei dem man sich sein Leben lang noch genau daran erinnert, wo man war als es sich zutrug. Petzel hat schon einige beachtliche nicht nur für absolute Fans interessante Sachbücher über die Karl-May-Filme geschrieben, wie etwa “Karl-May-Stars“, “ Das große Karl-May-Lexikon“ oder "50 Jahre Winnetou-Film".

Sein “Lex Barker – Unsterblicher Old Shatterhand“ orientiert sich von der Aufmachung her an jenen breitformatigen textarmen Film-Bildbücher, die es den Fans lange vor der Erfindung des Video-Recorders erlaubte daheim in den farbprächtigen Welten der Winnetou-Filme zu schwelgen. Der Karl May Verlag hatte bereits einige seinerzeit nicht erschienene Film-Bildbücher etwa zu “Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ oder zu “Old Shatterhand“ aber auch zu "Der Schatz im Silbersee" nachgelegt. In diese Reihe lässt sich auch Petzels prägnant geschriebener, sinnvoll gegliederter und mit viel exklusiven Fotos versehene Bildband zu Lex Barker eingliedern.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 13, 2014 7:28 PM MEST


Die Ducks in den Alpen
Die Ducks in den Alpen
von Jan Gulbransson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hoch hinaus!, 9. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Ducks in den Alpen (Gebundene Ausgabe)
Die in der am 24. August 2012 erschienenen Ausgabe der Micky Maus gestartete 8-teilige Serie “Die Ducks in Deutschland“ entwickelte sich zu einem kapitalen Erfolg. Die Auflage des Traditionsmagazins stieg an, die Preise der bei ebay angebotenen Micky Maus Hefte mit den “Die Ducks in Deutschland“-Episoden hoben ab und der 2013 erschienene Sammelband mit der kompletten exklusiv für die deutschsprachige Micky Maus produzierten Geschichte sowie interessanten Bonusmaterial verkaufte sich ebenfalls sehr gut.

Jetzt folgt der zweite Streich. Obwohl bei “Die Ducks in den Alpen“ mit der Schweiz und Österreich gleich zwei Länder bereist werden, ist die Serie diesmal nur vierteilig und erscheint 2013 in den Micky Maus Heften 45 bis 48. Im April 2014 folgt dann der Sammelband. Der Aufhänger der Geschichte ist ein Elefant, der direkt aus jenem Geschlecht stammt, das einst mit Hannibal die Alpen überquerte und auf beiden Seiten ein sternförmiges Muttermal trägt. Aufgrund einer komplizierten sich dem Leser nicht wirklich erschließenden Rechtslage entscheidet der Besitz eines der Nachfahren dieses Dickhäuters darüber, wem das Vermögen von Dagobert Duck gehört. Dieser und Klaas Klever sind beide Nachfahren von Hannibal bzw. von dessen Halbbruder Hasdrubal und wer zuerst einen sternförmig gemusterten Elefanten findet, dem gehört der Inhalt von Dagoberts Geldspeicher.

Diese etwas arg konstruierte Vorgeschichte ist dann der Vorwand um Dagobert, Donald und die Neffen durch die Alpenregion zu jagen. Dabei treffen sie in Städten wie Basel, Zürich, Genf, Bern, Innsbruck, Graz, Salzburg oder Wien auf Promis wie Emil Steinberger, Bruno Ganz, Nicki Lauda, DJ Ötzi, Senta Berger, "Mörtel" Lugner aber auch auf Sissi. Eine Menge Holz für eine 44-seitige Geschichte, was sich in teilweise ganz schön überladenen Comicseiten niederschlägt. Doch dem Münchner Zeichner Jan Gulbransson und dem spanischen Inker Ferran Rodriguez gelangen Bilder im allerbesten am legendären Carl Barks orientierten Disney-Stil, die durch die akkurat abgebildeten europäischen Schauplätze zusätzlich an Reiz gewinnen. Es ist zu hoffen, dass die Micky Maus auch weiterhin selbst produzierte Geschichten wagt.


Umpah-Pah Gesamtausgabe
Umpah-Pah Gesamtausgabe
von Albert Uderzo
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 25,00

5.0 von 5 Sternen Die indianischen Wurzeln von Asterix, 9. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Umpah-Pah Gesamtausgabe (Gebundene Ausgabe)
Acht Jahre bevor sie ihre Erfolgserie “Asterix“ starteten, erzählten René Goscinny und Albert Uderzo von einem anderen unbeugsamen Helden. “Oompah Pah – The Indian“ erlebte seine ersten Abenteuer in Strip-Form. Die Geschichte spielte in den damaligen Vereinigten Staaten und sollte auch dort erscheinen.

Goscinny gelang es durch seine guten Comic-Kontakte zur New Yorker “Mad“-Redaktion die englisch übersetzten Texte vom Letterer von Milton Caniff (“Terry and the Pirates“) in Uderzos Zeichnungen platzieren zu lassen (Diese Version ist auch in diesem Sammelband enthalten). Doch leider wollte niemand die Serie veröffentlichen. Erst als Goscinny und Uderzo die weiteren Abenteuer von Umpah-Pah (wie er in Deutschland genannt wurde) ins späte 18. Jahrhundert verlegten und der muskelbepackten Rothaut den dürren und tollpatschigen Hubert de la Pâte Feuilletée (auf deutsch: Hubert von Täne oder auch Hubert von Kremfresch) zur Seite stellten, kamen schließlich ab 1958 fünf albenlange Geschichten im Comicmagazin Tintin zum Abdruck.

Doch nachdem Asterix zu einem gewaltigen Erfolg wurde, verloren Goscinny und Uderzo das Interesse an der zwar mit einem ähnlichen Humor gesegneten aber längst nicht so populären Serie. Bei uns erschient Umpah-Pah zunächst in Zack, danach als Umpah-Pah und Doppelskalp in Rolf Kaukas Lupo und seine Freunde, dann bei Comicplus+ und schließlich bei Ehapa, der verlegerischen Heimat von Asterix. Dort gab es zunächst eine Gesamtausgabe in drei Bänden. Hierfür schuf Uderzo neue Titelbilder. Diese und auch die ursprünglichen Cover fehlen jetzt leider in dieser Gesamtausgabe, die in einer zweiten noch um einige Seiten mit interessanten Hintergrundinformationen ergänzten Auflage vorliegt.

Wer “Umpah-Pah“ in den Siebziger oder Achtziger Jahren gelesen hat, wird mit der neueren Übersetzung, die erstmals bei der Gesamtausgabe von Comicplus+ zum Einsatz kam, etwas fremdeln, doch ansonsten ist diese Edition äußerst gelungen.


Zweite Generation: Was ich meinem Vater nie gesagt habe
Zweite Generation: Was ich meinem Vater nie gesagt habe
von Michel Kichka
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anrührend erzählt, 9. April 2014
Ein Comic über einen Sohn dessen Jugend davon überschattet wurde, dass sein Vater ein Holocaust-Überlebender ist, steht zweifelsohne im Schatten von Art Spiegelmans Meisterwerk “Maus“. Doch Michael Kichka geht die Sache offensiv an. Er lässt Spiegelmans mit dem Pulitzerpreis prämierten Comic gleich zweimal innerhalb seiner autobiographischen Geschichte auftauchen und benennt das Werk auch eindeutig als Inspiration.

Zudem setzt Kichka andere Akzente als Spiegelman. “Zweite Generation“ ist kein Comic über den Holocaust, was auch daran liegt, dass Kichkas Vater Henri so gut wie nie mit seinen Kindern über seine Zeit in Auschwitz und Buchenwald gesprochen hat. Kichka erzählt wie das Thema Holocaust dennoch die Kindheit von ihm und seinen drei Geschwistern überschattet hat. Dies führte schließlich dazu, dass Kichkas jüngerer Bruder Charly Selbstmord beging. Die wohl ergreifendste Szene ist, wenn Michael Kichka beschreibt, wie er nach dem völlig unerwarteten Tode von Charly zunächst völlig ratlos ist, dann jedoch mit einer Verspätung von einem Monat doch noch einen Abschiedsbrief erhält. Charly schreibt darin, dass er sich unfähig fühlte seine geliebten Kinder im Leben anzuleiten, denn “das Vorbild des Lebens von Papa und Mama hat letztlich nicht ausgereicht“.

Kichka schildert wie er sich danach weiterhin davor drückt seinen Vater, der mittlerweile ein prominenter und viel beschäftigter Zeitzeuge geworden ist, auf eine seiner zahlreichen Bildungsreisen nach Auschwitz zu begleiten und auch wie es im Laufe der Zeit dennoch gelingt etwas Normalität ins Familienleben zu bringen. Kichkas schwarzweißer Zeichenstil irgendwo zwischen Robert Crumb und André Franquin passt durchaus zum sperrigen Thema, das er mit großer Offenheit und menschlich sehr anrührend erzählt hat. Gut dazu passt auch der Epilog, in dem Kichka schildert, dass es ihm nicht eben leicht fiel mit der Arbeit an “Zweite Generation“ zu beginnen, doch nachdem er einmal damit angefangen hatte, spürte er “in dem Masse in dem die Seiten Gestalt annahmen“ das Leben in ihm aufsteigen.


Blue Jasmine  (inkl. Digital Ultraviolet) [Blu-ray]
Blue Jasmine (inkl. Digital Ultraviolet) [Blu-ray]
DVD ~ Alec Baldwin
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Tragik und Komik, 2. April 2014
In seiner 44. (abendfüllenden) Regiearbeit vermischt Woody Allen Tragik und Komik mit einem beeindruckenden Resultat. Dabei zeigt er ungewöhnlich viel Mitgefühl mit seiner Hauptfigur, der ehemaligen Society-Lady Jasmine. Obwohl sie – wie in Rückblenden gezeigt wird - nicht ganz unschuldig an ihrem sozialen Absturz ist und recht rücksichtslos mit ihrer mitfühlenden Halbschwester Ginger umspringt, gönnt der Zuschauer ihr doch den Ausstieg aus dem stinknormalen Leben, das sie plötzlich gezwungen ist zu führen. Diese Jasmine ist nicht wirklich von unserer Welt. Sie gehört in einen Elfenbein-Turm in Manhattan aber nicht als Vorzimmerdame in eine Arztpraxis in San Francisco oder gar in Nervenheilanstalt.

Möglicherweise war Jasmine in Woody Allens Drehbuch auch nur als “kalter Fisch“ und eher lächerlich-komische Figur angelegt, doch die beachtliche (völlig zu Recht mit dem Oscar prämierte) Schauspielkunst von Cate Blanchett macht “Blue Jasmine“ zum möglicherweise menschlich anrührendtsten Film in Woody Allens beachtlichen Oeuvre.

Bonusmaterial:
Interviews mit den Darstellern Cate Blanchett, Peter Sarsgaard und Andrew Dice Clay (5:54 min), wahlweise mit deutschen Untertiteln
Pressekonferenz in Los Angeles mit Cate Blanchett, Peter Sarsgaard und Andrew Dice Clay (25:00 min), wahlweise mit deutschen Untertiteln


Doctor Who - Die komplette Staffel 6 [6 DVDs]
Doctor Who - Die komplette Staffel 6 [6 DVDs]
DVD ~ Matt Smith
Preis: EUR 39,99

5.0 von 5 Sternen Wilder Ritt durch Raum und Zeit, 2. April 2014
Bei jemanden der “nur“ mit in chaotisch Sendestrukturen ausgestrahlten “Star Trek“-Episoden groß geworden ist, kommen fast schon ein wenig Neidgefühle auf gegenüber britischen Science-Fiction-Freunden, die von der BBC seit 1963 relativ regelmäßig mit neuen Geschichten und Inkarnationen von “Doctor Who“ versorgt werden. Doch zum Glück erscheint jetzt zumindest der ab 2005 (nach einer 16-jährigen Pausen) erfolgte Neustart der Traditionsserie in gut auf gemachten DVD- und gelegentlich auch Blu-ray-Editionen.

2009 übernahm Christopher Eccleston für eine der zumeist aus 13 Episoden bestehenden Season als neunter Doktor-Darsteller die Titelrolle. Es folgte David Tennant, der drei Seasons durchhielt, bevor er von Matt Smith abgelöst wurde. In der sechsten Season wurde er wieder von Karen Gillan und Arthur Darvill als seine mittlerweile verheirateten “companions“ Amy Pond und Rory Williams begleitet. Die Koordination des durchgehenden Spannungsbogen der Staffel übernahm der Autor Steven Moffat, der kurz zuvor mit seiner beeindruckenden Modernisierung von Sherlock Holmes auch dank der Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch, und Martin Freeman viel Aufsehen errregt hatte.

Season 6 beginnt mit einem – auch das hat Tradition – einstündigen “Christmas Special“. “Fest der Liebe“ basiert auf der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens (der später auch noch kurz in der letzten Folge auftaucht) und präsentiert den zweiten “Dumbledore“ Michael Gambon in der Hauptrolle. Der eigentliche Auftakt der Staffel ist eine Doppel-Episode, die als Novum innerhalb der britischen Serie, erstmals teilweise in den USA gedreht wurde und allerlei Geheimnisse präsentiert, die nach und nach mehr oder weniger aufgeklärt werden.

Die dann folgenden Episoden sind - garniert mit allerlei neuen Ideen - ein wilder Ritt durch Raum, Zeit und die Traditionen der Serie, denn natürlich tauchen auch wieder die Daleks auf, aber auch Winston Chruchill und die Cybernaut. Eine besonders chaotische Episode stammt vom Comic-Autor Neil Gaiman ("Sandman"), mal spukt es auf einem Piratenschiff, dann geht es nach Berlin um Hitler zu töten und Amy Pont ist mal schwanger und gleich danach dann doch wieder nicht. Dieses von ungezügelter Phantasie gesteuerte Gesamtkunstwerk würde den Zuschauer wahrscheinlich eher kalt lasen, wenn es nicht auch noch heftig zwischen dem sympathischen Hauptdarsteller-Trio menscheln würde. Es ist großartig, dass wir auch endlich in den Genuss dieses faszinierenden Serien-Universums kommen.

Bonus-Material:
Über 5 Stunden Bonusmaterial (2 Comic Relief Specials, Making-of, Outtakes, Entfallene Szenen, Confidentials, Monster-Akten, The Night and the Doctor. Trailer uvm.), wahlweise mit deutschen Untertiteln
8-seitiges Booklet mit Infos
Der FSK 12 Aufkleber ist problemlos vom Pappschuber zu entfernen


Bruce J. Hawker: Integral 2
Bruce J. Hawker: Integral 2
von André-Paul Duchâteau
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,80

5.0 von 5 Sternen Auf sehr hoher See, 30. März 2014
Die im zweiten und letzten Band von Splitters “Bruce J. Hawker Gesamtausgabe“ veröffentlichten vier albumlangen Geschichten hat der begnadete belgische Zeichner Vance (“Bruno Brazil“, “XIII“) nicht mehr im Alleingang gestaltet. Er holte sich den Szenaristen André-Paul Duchâteau an Bord, der ihm bereits beim dritten Bruce J. Hawker Album “Press Gang“ unterstützend zur Seite stand und Vance anonym auch bei Comics der Serie “Ringo“ und “Ramiro“ aushalf.

Duchâteau dürfte am bekanntesten sein, für die verzwickten Kriminalfälle, die er sich für die langlebige Serie “Rick Master“ ausdachte. Seine Geschichten für Bruce J. Hawker sind leider ähnlich kompliziert ausgefallen, ignorieren liebgewonnene Figuren wie die schöne Zigeunerin Rawena und schlimmer noch, sie geben Vance nur sehr wenig Möglichkeiten, das zu zeichnen was er wie wohl kein Zweiter beherrscht. Duchâteau macht aus Hawker, dem Leutnant der Royal Navy, eine Landratte und gibt Vance dadurch viel zu selten – wie im atemberaubenden Auftakt des Albums “Das Puzzle“ – die Möglichkeit Schiffe auf sehr hoher See und Menschen kurz vor dem Ertrinken unglaublich mitreißend in Szene zu setzten.

Doch abgesehen davon, dass die sich auch an ein erwachsene Leser wendenden Geschichten eher kompliziert als spannend ausgefallen sind, kann auch dieser schön aufgemachte Hardcover-Band gefallen, denn neben vier albumlangen Geschichten, enthält er noch Berichte, Skizzen, Titelbilder sowie einige interessante Short Stories. Am schönsten ist wohl der letzte Zweiseiter “Top Secret“, der enthüllt wer die Chronik von Bruce J. Hawker in (Comic-) Wirklichkeit gezeichnet hat.


Bis in den Himmel
Bis in den Himmel
von Jiro Taniguchi
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

5.0 von 5 Sternen Das Leben vor dem Tode, 28. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Bis in den Himmel (Broschiert)
Auf den nächtlichen Straßen Tokios kommt es zu einem schweren Verkehrunfall. Der 17-jährige Motorradfahrer Takuya stößt mit dem PKW des überarbeiteten 42-jährigen Familienvaters Kazuhiro zusammen. Drei Wochen später erwacht Kazuhiro aus dem Koma und stellt fest, dass er sich im Körper des jungen Mannes befindet, während er bzw. (sein Körper) an den Folgen des Unfalls gestorben ist. Zwei Seelen wohnen nun in Kazuhiros Kopf...

Im Gegensatz zum sich daheim immer muffelig gebenden Takuya ist Kazuhiro völlig begeistert von dessen Vater, Mutter und Schwester. Zugleich wird ihm bewusst wie stark er seine eigene kleine Familie zugunsten des Arbeitgebers vernachlässigt hat. Hier schimmert etwas sanfte Kritik an der japanischen Leistungsgesellschaft durch. Doch sehr viel stärker interessiert ist Taniguchi an der sensiblen und in detailreichen Bildern dargebotenen Schilderung von Alltäglichkeiten, die aus einem neuen Blickwinkel plötzlich ganz anders wirken.

Wie schon in “Vertraute Fremde“ setzt Jiro Taniguchi auch in “Bis in den Himmel“ einen Fantasy-Aufhänger ein. Doch ansonsten zeigt er sich sehr viel stärker an der Realität als an Phantastik oder dem Reflektieren über die Möglichkeit eines Lebens nach dem Tode interessiert. Sehr viel wichtiger ist für Taniguchi das Leben vor dem Tode.


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