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amazonmuc "amazonmuc" (Munich)

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Der neue Tugendterror: Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland
Der neue Tugendterror: Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland
Preis: EUR 18,99

59 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die 14 Axiome des Meinungsterrors, 22. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sarrazin analysiert den herrschenden Meinungskonformismus und benennt vierzehn vorherrschenden Axiome einer neuen Religion unserer Zeit als Mittel der Unterdrückung. Ich habe die Papierausgabe gerade auf meinen Tisch bekommen, aber da ich schon vor zwei Wochen ein Verriss in einer Wirtschaftszeitung las(ohne das der Journalist das Buch gelesen hatte) erlaube ich mir eine Rezension auf den ersten Blick. Das neue Buch Werk mit dem Titel "Der neue Tugendterror" des Ex-Berliner Finanzsenators und Ex-Bundesbankvorstandes Thilo Sarrazinist ist eindeutig lesenswert.
Ich habe mit Kapitel 3 angefangen, welches den Meinungsbildungsprozess beschreibt. Der Mechanismus der Sprache als Mittel zur Unterdrückung wird im nächsten Kapitel beschrieben. Dekadenz des Denkens führt zur Dekadenz der Sprache - und umgekehrt. Kapitel 5 gibt die Wirkung des Tugendterrors aus historischer Perspektive und Kapitel 6 beschreibt die von ihm verursachten Wahrnehmungsstörungen in der heutigen Gesellschaft. Leitline sind die 14 Axiome des Tugendwahns. Axiome sind nach Sarrazin nicht hinterfragbare Werurteile, welche als Ersatzreligion ein in sich geschlossenes Weltbild konstruieren. Dieses führt Thilo Sarrazin geradezu genüsslich vor. Kein Meinungsbuch sondern ein flüssig geschriebener und nachdenklicher Abriss der konstruierten Wirklichkeit einer Neuen Weltordnung. Einer der letzten Saetze scheint mir ein Resume zu sein und lohnenswert weiterzudenken: "Der moralische Impuls des Guten muss sich auf die Bekämpfung des Bösen richten, und weniger darauf die Menschen beim Gutsein zu bevormunden" . Was würde der Satz im Konjunktiv bedeuten, dass das Gute im Tugendterror, eigentlich das Böse ist? Das Buch verbindet soziologische Breite mit philosphischer und historischer Tiefe und gibt nützliche Hinweise auf Konterstrategien gegen die Skandalisierung und Unterdrückung von nicht erwünschten Fakten und Meinungen durch gerade herrschende ideologische Konzepte.
Do it again, Thilo! Und wenn Du es nicht machst, wer sonst?


Super Duper Remote für VLC LITE
Super Duper Remote für VLC LITE
Preis: EUR 0,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Da kann man nicht meckern., 27. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Super Duper Remote für VLC LITE (App)
Nimmt mit meinem VLC 2.05 (neuste Version) Kontakt auf und steuert den VLC Server perfekt. Gut - und richtig- dokumentiert, App innerhalb von 30 Sekunden nach Anleitung operativ konfiguriert. Gefälliges User Interface, Flexible Einstellung. Streamen bin ich noch dabei. Apps sind im Kindleshop reines Glückspiel, z.B. der vermutlich veraltete VLCRemote (kostenpflichtig) lief (obwohl richtig am Server vorbereitet) nie, wobei diese FreeApp sehr gut funktioniert...


UPnP - Remote
UPnP - Remote

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Funktioniert - streamt von NAS zum Denon AVR, 27. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: UPnP - Remote (App)
Nimmt mit meinem Denon AVR2130 Kontakt auf und streamt von NAS zum Denon Verstärker. Instabil, aber da vermute ich eher den Denon. Nur Musik probiert.


ArkMC Media Center
ArkMC Media Center
Preis: EUR 2,99

4.0 von 5 Sternen Funktioniert einbandfrei mit NAS Media Server, 27. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: ArkMC Media Center (App)
Nimmt mit meinem NAS Mediaserver Kontakt auf. Sehr gut die Einbindung der externen "Player" - irgendeiner geht immer meist vlc. Gute Qualität und Performance bei Videos.


VLC Remote
VLC Remote

1.0 von 5 Sternen Kindle fire hd mit VLC 2.05 keine verbindung, 26. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: VLC Remote (App)
Mit VLC 2.05 auf zwei Windows und ein Linux dort web interface enabled. Es war nicht möglich eine verbindung aufzubauen.


WiFi File Explorer PRO
WiFi File Explorer PRO
Preis: EUR 0,79

58 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der nicht mit dem USB Kabel fummelt - nützlich und performant., 28. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: WiFi File Explorer PRO (App)
Für den, der nicht mit dem USB Kabel fummeln will. App zum kopieren (Upload/Download) über WLAN. Das App erkannte mein WLAN / Kindle sofort und zeigt alle Kindle Fire Folders an. Die App ist stabil, hat ein gute GUI und reiche Funktionalität. Auf alle Funktionen performant zugreifbar. Die freie Applikation macht keinen Upload, zeigt aber, dass die 79 cent gut angelegt sind.


WordPress
WordPress
Preis: EUR 0,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr hilfreich und stabil., 28. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: WordPress (App)
Das App erkannte sowohl meine wordpress.com wie wordpress.org site. Die App ist stabil, hat ein gute GUI und reiche Funktionalität. Auf alle dashboard funktionen performant zugreifbar.


Kindle Fire HD 7 , 17 cm (7 Zoll), Dolby-Audio-Technologie,  Dualband-WLAN über zwei Antennen, 32 GB - Mit Spezialangeboten [Vorgängermodell]
Kindle Fire HD 7 , 17 cm (7 Zoll), Dolby-Audio-Technologie, Dualband-WLAN über zwei Antennen, 32 GB - Mit Spezialangeboten [Vorgängermodell]

18 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Preis/leistungsverhältnis und Amazon Medienservice perfekt, 25. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Habe den Kindle gestern bekommen (einen Tag früher Amazon Prime halt). Der erste Eindruck -Buchlesen, Filmansehen, Musikhören, Handhabbarkeit, Performance - ist 5 Sterne. Apps und Integration weiter unter Analyse. Bewertet wird eher der Gesamtservice. Das Kindle Fire HD ist ein tolles Tablets im 7-Zoll-Format und derzeit hinsichtlich Hardware wohl führend. Ein Tablet ist "Commodity" - es geht um den Medienservice und Zugriff zum ausserordentlichen Medien/Amazon Eco System. Es gibt allerdings auch einige Einschränkungen. Die liegen eben ín der guten Integration des Benutzer in die Amazon Ökosphäre begründet.

A) Physik
1) Solide, deutlich schwerer als der "alte" Kindle aber immer noch gut über längere Zeit handhaltbar. Stabil, gutes Design und gute Verarbeitung +++
2) Grösse und Qualität Display ideal. Perfekte Bilder +++
3) Brilliante Bildqualität, ruckelfreies Streaming, allg. Reaktionszeit und Web Durchsatz perfekt (getestet mit 25 Meg DSL Anbindung) +++
4) gefühltes dünnes Normalbuch, gut für Strand, Flugzeug oder zum Lesen im Bett
5) Ton recht gut über Lautsprecher (Rückseite), Hifi ist es nicht ++
6) Helligkeit schlägt natürlich im Garten PDA und Laptop +++

B) Kernfunktionalität
1) Auspacken und läuft; Setup blitzschnell, d.h. nach WLAN Setup (Keyeingabe) sofort an meinem Amazon Account und damit sofort Zugriff auf meine Amazon Bücher und abonnierte Presse+++
2) Gute vorinstallierte Funktionen Apps/Account Wispersync, Cloud, Skype) ohne Probleme +++
3) Webbrowser Silk perfomant; Einschränkung (wie alle auf Android >4.0) kein Flash Player (Seiteninstallation anderer Browser möglich) ++
4) Relativ geschlossenes System aber natürlich Seitenladen möglich. Apps ausserhalb des Stores noch nicht geladen. Einfach Googeln "Download Non Amazon Approved Apps on your Kindle Fire" - es stimmt nicht, dass man Amazon ausgeliefert ist... Es gibt einen Setup Punkt der geändert werden muss. getjar.com or 1mobile.com) und andere Kniffe. Allerdings ist dann die Qualität nicht getestet. 0

C) Medienzugriff / Apps

1) 30 Tage Lovefilm.de Probeabo Streaming. Sehr gute Bild und Ton Qualität und ruckelfrei. Für mich allerdings nutzlos, da Angebot zumindest im Probeabo grösstenteils Filme der B und C Klasse sind - ganz wenige non-Mainstream. Zudem kann man den Lovefilm Angebot die Synchronisation nicht abgewöhnen; Ich sehe praktisch sonst nur O-Ton oder O-Ton mit Untertitel ---
2) Die Apps im Store sind auf den ersten Blick recht unterschiedlicher Qualität und gelegentlich Abzocke. "Wissensapps" z.B. Astronomie oft nicht zu empfehlen, Beispiel SkEye Pro. Viel buntes Kiddie Zeug. Sehr gut, es gibt echte Amazon Reviews, die sind aussagefähiger als Sterne. Angebotene kostenlose Apps in den drei Tagen eher unintelligent. Manche freie Infrastruktur Apps hingegen sehr gut ++
3) TV Livestream Arte Zugriff auf Livstream exzellent aber Mediatheken sind ohne Flash Player (auch BR etc.) nicht erreichbar -
4) Internet Radio hat ein sehr gutes Angebot +++

C) Integration
1) Browser Silk bereitet bei manchen Sites Problem (z.B. einige Wordpress Themes)
2) Security Integration (ich erlaube z.B. nur dezidierte MAC Adressen im Router, Verschlüsselung) vollkommen problemlos.+++
3) Exzellente E-Mail integration - Gmail und Microsoft Exchange-Server getestet +++
4) Anbindung an Beamer (über seperates HDMI Kabel) läuft +++
5) Youtube, google, nicht mobil optimierte private Websites sehr gut +++
6) Datentransfer auf Device wird als Disk vom OS (Linux und Windows) erkannt via USB und per WLAN Wifi file explorer App (Upload via WLAN) +++
7) Adobe und viele andere Formate. Es kann auch meine professionellen (nicht vertraulichen) Dokumente, antiquarischen Bücher, sowie Bilder, Musik auf die Reise (Device oder Cloud) mitnehmen. Dasselbe gilt für freie Bücher und Urlaubslektüre und Karten für Offline Orte (die berühmte Insel) +++
8) Bluetooth zur Stereoanlage nicht getestet
9) Wifi zur IP TV nicht getestet
10) Dreambox streamen geht nur mit Umgehungen (VLC Player Beta)

D) Support
1) Es gibt keine Papierbetriebsanleitung und es braucht auch keine für die Basis. Die auf dem Device, äh Cloud ist dünn (kann man auch ohne lesen rausfinden)++
2) Dumme Support Testfrage dauerte zwei Tage. Nachtrag; nachdem ich auf eine Mail Antwort per web negatives Feedback gab, wurde ich innerhalb einer Minute von meiner Web-Antwort getriggert, angerufen und auf mein "Problem - Englische Filme" eingegangen. Exezellenter Eskalationsprozess ++
3) Intelligente Frage (Flashplayer) schon im Q&A Menue beantwortet +++
4) Sehr guter (Englisch) "Community support +++

F) Misc
1) kein Spezialnetzteil nötig (und geliefert), aufladen mit Standard USB-Ladegerät+++
2) Parental Control +++
3) Sehr brauchbare Vorlesefunktion (angenehme Stimme nur English, für non-f iction gut geeignet, Prosa etwas weniger) ++

G) Einschränkungen
1) Kein GPS 0
2) Batteriezeit (na ja Stromverbrauch durch Display mit HD kostet) 0
3) USB Profil beinhaltet nicht nur laden über USB sondern Massenspeicher / Media-Device leider nur USB Micro B type port (USB Stick auch nicht über Adapter nur upstream) Umgehung WiFi Disk +
4) Fettfinger Problem im Touch Display 0

Das sehr gute Preis/leistungsverhältnis und der Amazon Medien Servicegedanke war der Kauf-Auslöser, der sich bestätigt hat. Kindle Fire ist der Medien-Ferrari für den Nahbereich, Flughafen und Hotelhalle, in der S-Bahn ist der klassische Kindle besser. Einschränkungen können oft (mit technischem Verständnis) umgangen werden und sind kein Kindle Fire Spezifika.


Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen (7 DVDs)
Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen (7 DVDs)
DVD ~ Daniel Barenboim
Preis: EUR 23,99

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Besser kann große Kunst zuhause nicht erfahren werden., 23. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich maße mir nicht an ein Kunst- oder gar Wagnerkritiker zu sein. Es geht um 7 hochwertige DVDs und ob diese Bayreuth und Wagner korrekt abbilden. Die Antwort ist, ja unbedingt.
Die Neuauflage der Produktion bietet Breitwandformat und Surroundklang, so dass die Aura Bayreuths zumindest technisch ins Wohnzimmer übertragbar ist. Wagnerliebhaber - und solche wie ich die es werden wollen - sollten hier nicht vorbeigehen. Günstiger kann große Kunst nicht erfahren werden. Sowohl Kamera als auch Ton sind von hoher technische Qualität und das Orchester und die Stimmen in optimaler Balance. Die Darsteller des Bayreuther Rings haben wie zu erwarten Weltklasse, allen voran Siegfried Jerusalem als Siegfried, dramatisch Anne Evans als Brünnhilde und der starke Bass Philip Kangs als Hagen überzeugen. Die Nahaufnahmen, welche die Kameraperspektive ermöglicht, zeigen die Gestik alle Protagonisten allerdings teilweise in sehr gewöhnungsbedürftigen Kostümen. Die musikalische Leitung Barenboims wurde seinerzeit groß bejubelt und gefeiert - meines Erachtens nicht zu Unrecht. Barenboim hat Kupfer allerdings bis an die Grenze des vom Gesang her Möglichen nachgegeben - es wird gerannt, gelegen, geklettert, gerutscht, gekniet. In sogenannten Kupferschützern.

Parallel zur Oper lese ich ein Buch des Kunsthistorikers Richard Wagner's Robert Donington 'Ring des Nibelungen' und seine Symbole: Musik und Mythos. Er zitiert in der Einführung Richard Wagners Bemerkung sinngemäss: "Ein allzu offenes Aufdecken der Absicht stört das richtige Verständnis durchaus: es gilt im Drama - wie im Kunstwerk überhaupt - nicht durch Darlegung der Absichten, sondern durch Darstellung des Unwirklichen zu wirken". Anders gesagt, Kunst muss nicht durch die Erklärung sondern durch sich selbst überzeugen. Ich kein Freund der unbedingten Werktreue, aber mit der Bühnenbildgestaltung durch Hans Schavernoch und der Inszenierung Harry Kupfers kann ich mich nicht anfreunden. Wenn ich mich auf den Begriff Regietheater mal einlasse, sollte es besser Musiktheater heißen, mit guten Regisseuren und klugen Dramaturgen. Die Regie sollte nicht vorne stehen.
Bei Wagner frage ich Simpel mich zudem einfach, transportieren die Inszenierung die Bilder der Symbole und Mythen in der ganzen Vielschichtigkeit? Außer bei der genialen Laser Unterwasserszene in Rheingold (die den Ton störte), geschieht das hier meistens leider nicht. Die Götterdämmerung ist ganz schlimm. Statt des Rheins sehe ich so eine Art Röhren. Sagt jedenfalls mir nichts.

Ein durchgängiges Moment des Regietheaters im negativen Sinne ist ja der pädagogische Zeigefinger: man will aufklären, erklären, den wahren "Gehalt" des Kunstwerkes zeigen, den Komponisten und Textdichter besser verstehen als der Bildungsbürger (der ja dafür zahlt), die Wichtigkeit des Werkes für heute zeigen. Letzteres ist ja auch in Ordnung. Nur wenn man das auf der Bühne nicht so recht deutlich machen kann, schreibt man halt leider wie Kupfer was Neues. Die Entstehungszeit der Inszenierung, die bleierne Zeit, Kalter Krieg und die Sendung mit der Maus, ist spürbar. Besonders deutlich wird dies am Ende: Eine Gruppe sensationslüsterner Zuschauer beobachtet im Fernsehen, wie die Welt der Gibichungen in Flammen aufgeht (Visualisierungstechnik am unteren Ende). Zwei Kinder suchen den Weg aus der Katastrophe und ziehen von der Bühne. Kunst ist hier Frontalunterricht, aber wir sind nicht blöd. Man möchte meinen, dieser 68er Kitsch wäre sogar einem dem Kitsch nicht abholden Richard Wagner zuviel gewesen. Nach dem Magazin der Spiegel zu urteilen, rannten auch Anti-Wagnerianern die Tränen herunter - im Programmheft findet man dazu" "Am Ende, mit dem letzten Orchesterton, wird dann ein von Tränen der Rührung benässter Jubel losbrechen, da man sich wieder eins fühlt mit der Kindheit, der eignen und jener der Menschheit".
Die Konzeption des Gesamtkunstwerks der Ring entstand zur Zeit zwischen 1850-1890. Diese Epoche ist durch die Erstarrung des Bürgertums nach dem Scheitern der Märzrevolution (1848). Dies Erstarrung der Bürgertums - oder was heute noch davon übrig ist - und die Kapitalismuskritik Wagners ist heute aktueller den je. Andreas Kriegenburg im derzeitigen Ring im Nationaltheater München transportiert Wagners Metaphern meines Erachtens besser. Trotzdem, unbedingt hörenswert, sehenswert - na ja, wenn es minimalistisch wird, vielleicht.


Richard Wagner's 'Ring des Nibelungen' und seine Symbole
Richard Wagner's 'Ring des Nibelungen' und seine Symbole
von Robert Donington
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wagner von Szene zu Szene nach C.G. Jung, 23. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der englische Musikwissenschaftler Robert Donnington gibt diesem Buch eine allegorische Deutung des Ring-Zyklus nach Kriterien Musik, Drama und der Psychoanalytik von C.G. Jung. Donnington analysiert und beschreibt den gesamten Ring von Rheingold bis Götterdämmerung. Die dem Ring zugrunde liegende Mythen und Märchen werden dabei auf sehr anregende Weise mit den poetischen und musikalischen Symbolen (z.B. immer wiederkehrende Sequenzen) von Wagner in Verbindung gebracht. Vom symbolischen und künstlerischen Bewusstsein geht es in Richtung intellektuelle und analytische Durchdringung des Stoffes. Ein sehr guter Anhang (Noten der Sequenzen / Beziehungsdiagramm) und Stichwortverzeichnis ergänzen das Buch.

Ich habe das Buch Szene für Szene anhand einer DVD der Bayreuther Aufführung von Wagners 'Der Ring des Nibelungen' aus dem Jahre 1991/92 durchgearbeitet(Kupfer/ Barenboim). Bei der Beschreibung der Vielschichtigkeit und Beziehungsreichtum der musikalischen Partitur beeindruckt das breite und fundierte Wissen des Autors. Ich bin zwar Opern-Fan, aber (war) kein Wagner Fan) und diese sehr systematische Herangehensweise des Buches über gesamthaften Hintergrund und Zusammenhang hat meine Sinne (und Rezeption) entscheidend geschärft.

Ich fühle mich durch die Systematik von C.G. Jung seit langem sehr angesprochen, und halte Robert Donnington's Ansatz diesen bei Wagner zu verwenden, für brillant und alles in allem gültig durchgeführt. Der Komplexität von Wagner wird er mit einer umfassenden Kenntnis des literarischen und musikalischen Materials gerecht. C.G. Jung hat ja sich ja eingehend genau mit dem Archetypen des Helden und Wotan auseinandergesetzt. Konzepte von Animus und Anima, sowie Schatten beschreiben sehr gut Wagners poetische Figuren. Die "Darstellung des Unwillkürlichen" ist nach Wagners eigener Auskunft Gegenstand des Rings. Das deckt sich gut mit C.G. Jungs Unbewussten, seiner Sicht der Bewusstseinsfunktionen - Empfinden und Intuieren und der akausalen Zusammenhänge (Synchronizität).

Nur verwendet Robert Donnington das Vokabular der modernen Psychologie einige Male recht willkürlich. Dann musste ich ein Fragezeichen an den Rand setzen, so bei den "gespaltenen Schatten". Auch gibt es manchmal ein Gemengelage von Freud und Jung und gelegentlich stark mit Psychoanalytik geladene Sätze, deren Sinn und Mehrwert mir nicht sofort einleuchtet. Einen halben Punkt Abzug, aber jedem, der Den Ring" verstehen will, sei dieses Buch (kritisch) empfohlen. Für mich ein sehr gelungene und fesselnde Einführung in den Ring.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 18, 2012 8:58 AM CET


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