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Rezensionen verfasst von
Martin Bode "MaBo" (München)

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Druckerpatrone kompatibel für HP 21 XL black C9351CE
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Wird angeboten von DruckerpatronenExpress
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Alles prima, 2. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vielen Dank, kam pünktlich und war einwandfrei, bin mit dem Einkauf zufrieden, was soll ich sonst noch sagen alles paletti


SUNRISE: Das Buch Joseph
SUNRISE: Das Buch Joseph
von Patrick Roth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Josef vom Schatten ins Licht, 16. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: SUNRISE: Das Buch Joseph (Gebundene Ausgabe)
Was für ein Buch! Roth führt uns in „Sunrise“ zurück ins neue Testament, mitten hinein ins Leben der biblischen Randfigur des Nazarener Zimmermanns Joseph, dem Ziehvater Jesu. Und er macht diese „Nebenfigur“ mit allen Mitteln dichterischer Kunst zu einem epischen Helden. Wie wir lernen war der Zimmermann bereits einmal verheiratet und hatte seinen Sohn Jesus als Säugling bei einem Sturm auf See verloren. Maria ist seine zweite Frau und deren Sohn erhält wiederum den Namen Jesus. Die Verzweiflung die der Arme Joseph durchleidet, als er erfährt dass Maria schwanger ist, stellt Roth ebenso eindringlich dar wie die Zerrissenheit des Mannes, als er auf Geheiß Gottes, Jesus dreizehnjährig opfern soll. Doch widersetzt sich Joseph. Er liebt den Sohn mehr und wird gestraft mit Taubheit und Blindheit. Er geht seiner Familie verloren, streift zwanzig Jahre durchs Land, hat Träume und Visionen, hält weiterhin die Last der Existenz, Angst und Gewalt aus. Wer ihn als Leser begleitet, bekommt am Ende eine Idee vom Sinn des Lebens, wird in einen Sonnenaufgang der Erkenntnis geführt. Und in ein Feuerwerk der Sprache, mit Roths rhytmischer, altmodischer aber glorioser Prosa: „ "Und da, am fleckigen Seil seilt er sich durch den Riss hin abwärts hinab. Nur der Hall Tiergebrüll dringt ihm nach und, armlang von Josef entfernt, der Guss Regen. Durch den Riss gesammelt, fließen die Wasser, im Herabschuss aufzweigend aber, sich drehend und wirbelnd in Strängen, strähnig aufsprühend in taumelndem Fall, stärker und schwächer, herabwärts am Seil her, hinabwärts an Joseph vorbei, vorauseilend ihm nach unten ins Dunkel." Bibel reloaded. Gehirn & Sprachzentrum geschüttelt und gerührt. Großes Buch.


Strobo
Strobo
von Airen
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen The Lost Generation, 1. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Strobo (Taschenbuch)
Bei "Strobo" handelt es sich um die gesammelten Annekdoten des anonym bloggenden, offenbar bisexuellen Technojunkies Airen, die sich primär im inzwischen wohl legendärsten Club der Bundesrepublik, dem Berghain abspielen. Airen, so erfahren wir, stammt aus einer Kleinstadt in Bayern, zieht nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt an der Oder in die Grossstadt Berlin, wo er bald die Nacht zum Tag macht – angetrieben von nicht mehr ganz gesunden Mengen an Pillen, Speed und Koks. Strobo – letztlich nicht mehr als Blogeintrag gewordene Momentaufnahmen, Beobachtungen und Annekdoten aus diesen durchgedröhnten Nächten – ist also keineswegs ein Roman. Was der Autor schildert, sind wahre Begebenheiten, die unter den starken Rauschzuständen beinahe jeder bekannten Droge nicht selten groteske Züge annehmen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass sich an manchen Stellen beinahe ungewollt Fiktion und Realität vermengen. “ Mit Kokain im Blut gleicht sich der Pulsschlag den Basslinien an.“ Schreibt er da zum Beispiel, „der Körper tanzt im Fluss, Techno wird zur spirituellen Erfahrung. In diesen Momenten merkst du, dass du Techno mehr zu verdanken hast als deinen Eltern, dass es nur einen Gott gibt: Party!“ Auf die Euphorie folgem zuverlässig Absturz und Leere, und Airen lässt den Leser tief in ein orientierungsloses Leben voller Selbstzweifel blicken.
Das Buch - legendär geworden, weil Helene Hegemann sich für ihr eigenes Buch freimütig aus dem Fundus des Bloggers bediente – hinterlässt einen zwiegespalten. Sprachlich brilliant und unverwechselbar, die Geschichten funktionieren samt eigenem Rhythmus wie dunkle, harte Elektrotracks. Und die destruktive Energie der Erlebnisse entfalten die Faszination, die die Dunkelzonen der Wirklichkeit in der Kunst, der Literatur und dem Kino immer entfalten, solange es uns gelingt, sie als das zu betrachten: Kunst, die uns ja auch ermöglichst Einblicke in Welten zu bekommen, die wir selbst nie oder nicht wieder betreten wollen oder können. Vielleicht auch weil sie zu gefährlich sind. Mit ein bisschen Abstand ist Strobo aber auch eine deprimierende und essentielle Bestandsaufnahme einer extremen Fraktion unserer Gesellschaft, die in ihrem Leben die Lustmaximierung zum Gott und Lebensziel erhoben hat. Dass sie mit diesem schalen Lebensziel nur zum Scheitern verdammt ist, auch davon erzählt Airens Buch auf deprimierende Weise.


Payback: Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen
Payback: Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen
von Frank Schirrmacher
  Gebundene Ausgabe

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Halb Ratgeber, halb Kulturkritisches Pamphlet, 27. September 2012
Frank Schirrmacher, Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und medialer Großmeister der Debatteninszenierung rechnet ab mit dem Internet: „Payback“ nennt er denn auch sein Buch, Unterzeile: "Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen." Informationen, so Schirrmachers These, sind evolutionäre Vorteile und Sieger in der Informations-Nahrungskette wird, wer am schnellsten und effektivsten Nachrichten sendet und empfängt. Allerdings – so der Autor – führt diese neue Form des digitalen Darwinismus dazu, dass wir nicht mehr unterscheiden können, was wichtig ist und was nicht und zerstört so unsere Fähigkeit, mit Unerwartetem umzugehen.
Schirrmachers Buch ist eine groß angelegte, ausgewogene und bestens recherchierte Kulturkritik mit einer ordentlichen Dosis Pessimismus. Eigentlich lässt sich vermuten, dass es sich bei „Payback“ vor allem auch um das Buch eines Journalisten handelt, der dem Leser seine eigene Überforderung im Informationszeitalter gestehen und erklären will. Das Ganze ist im vollen Bewusstsein, dass jedes maschinenstürmerische Ansinnen nur lächerlich wäre, halb kulturkritisches Pamphlet, halb Ratgeber: in der Fülle des ausgebreiteten Materials immer anregend, mit leichter Hand geschrieben und unbedingt lohnend um in der immer noch aktuellen Debatte mitreden zu können.


Die Wohlgesinnten: Roman
Die Wohlgesinnten: Roman
von Jonathan Littell
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 36,00

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Literarisch dürftig, 26. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Wohlgesinnten: Roman (Gebundene Ausgabe)
Jonathan Littell schildert in seinem schweren (im übertragenen wie tatsächlichen Sinne) Wälzer den fiktiven Lebensbericht des SS-Offiziers Dr. Max Aue. Er ist ein junger, begabter, hochgebildeter Intellektueller. Er liebt Flaubert, Stendhal und französische Barockmusik. Max Aue ist überzeugter Nationalsozialist, Teil der NS-Führungselite, Mörder. Der im übrigen sexuell verkorkste Max Aue ist das Auge, durch das Jonathan Littell die Schauplätze des Zweiten Weltkriegs und der Shoah in den Blick nimmt, und so die Gräueltaten des Holocaust und des Zweiten Weltkrieges aus unmittelbarer, kältester und härtester Täterperspektive schildert.
Natürlich hat Littell hier mit großem Fleiß und Akribie historisches Wissen über die Nazi-Zeit gesammelt und in jeder Einzelheit in seinem Buch untergebracht. Das heißt aber nicht, dass er es auch literarisch bewältigt hat. Das zentrale Problem ist tatsächlich die Figur des Max Aue selbst. Denn seinem Denken, seinem Sprechen und seinem Tun mangelt es an der Konsistenz, die nötig wäre, um die Figur und ihre Verwicklung in die Geschichte auch nur ansatzweise glaubhaft werden zu lassen. Prätenziöse, der klassischen Musik entlehnte Überschriften täuschten zudem über die literarische Dürftigkeit des Ganzen nur sehr oberflächlich hinweg. In Wahrheit bleibt das Buch eine Zumutung und liest sich wie das Ergebnis der Paarung eines Kolportageromans mit einer Historikerbibliothek.


Loslabern: Bericht. Herbst 2008
Loslabern: Bericht. Herbst 2008
von Rainald Goetz
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spassige Fragmente, 26. September 2012
Als leid- und freudgeprüfter Goetzleser muss man sagen: Loslabern ist das bisher am dankbarsten zu konsumierende Werk des Lyrikers, und vergleichsweise schnell wegzulesen. Ein gut verdaulicher Umfang, und als Sammelband angenehm portioniert. Mit einem verdichteten Bericht von der Frankfurter Buchmesse 2008, die Goetz offenbar als Möglichkeit zu einem Neuanfang empfunden hat, fängt es an. Mit dem Bericht von einem Abendessen für den Künstler Albert Oehlen, das mit hineingesampelten poetologischen Überlegungen und allerlei Seitenblicken auf Wendelin Wiedeking, die "wunderbare" Heidi Paris, Mathias Döpfner und (besonders böse) Rebecca Casati auch eine Art Abschiedsessen auf die Nullerjahre ist, hört der Band auf. Das Ergebnis ist kein großer Erzählroman, sondern eine Abrechnung mit dem letzten Jahrzehnt in Fragmenten, Skizzen und Notizen, die kaum Dramaturgie aufweisen, dafür aber sprachlich in einzelnen Sätzen umhauen, explodieren und knallen – ganz wunderbar. Man muss die Nullerjahre nicht - wie offenbar Goetz - gehasst haben, um großen Spaß an diesem Buch zu haben.


DJ Culture. Diskjockeys und Popkultur
DJ Culture. Diskjockeys und Popkultur
von Ulf Poschardt
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Ulf Poschardt und die Diskjockeys, 26. September 2012
Für alle Afficionados der DJ Kultur verschafft der heutige stellv. Chefredakteur der Welt dem Leser hier einen schönen Gesamtüberblick des immer wichtiger werdenden Handwerks und gleichzeitig ein rundumschlag zur Popkultur an sich. Sprachlich merkt man dem Buch gelegentlich seine Wurzeln in Poschardts Doktorarbeit an – hier und da überfordern den Fachlaien die Fremdwörter und immer wieder auftauchenden englischen Zitate. Trotzdem ein echter Gewinn zu lesen.


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