Profil für Dr. Carsten Thöne > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Dr. Carsten Thöne
Top-Rezensenten Rang: 4.387
Hilfreiche Bewertungen: 309

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Dr. Carsten Thöne "cthoene7" (Stuttgart)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6
pixel
Scenario
Scenario
Wird angeboten von SELEKTOR
Preis: EUR 13,85

5.0 von 5 Sternen Fusion meets Electronics - großartig!!!, 2. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Scenario (Audio CD)
Dass Al di Meola ein begnadeter Musiker war und ist, steht völlig außer Frage. Vor mittlerweile 30 Jahren verblüffte er seine Stammhörerschaft mit der Veröffentlichung von Scenario.
Bis dato im Jazz-Rock und Fusion unterwegs, hatte er immer wieder neue Maßstäbe gesetzt. Vom Hochgeschwindigkeitsgitarristen mit viel Latin-Einflüssen bis zum legendären "Friday Night in San Francisco" mit dem unvergessenen Paco de Lucia und John McLaughlin - diese Musik war der Standard, an dem andere gemessen wurden.
1981 hat er dann mit "Electric Rendezvous" ein Stück weit Jazz aus seiner Musik herausgenommen und wurde eingängiger. Endpunkt war 1983 das Album Scenario. Völlig ungewohnt hat sich Al di Meola hier den Keyboards verschrieben (zusammen mit Jan Hammer als kongenialem Partner). Im Nachgang betrachtet erscheint diese Entwicklung anfang der Achtziger folgerichtig (im Radio dudelte Elektropop rauf und runter) - Hardcore Fans wenden sich wahrscheinlich mit Gruseln ab...
Scenario spielt hier und da mit den neuen elektronischen Möglichkeiten (Fairlight, Roland Guitar Synthesizer, Linn Drum), bleibt aber immer hochmusikalisch jenseits des Mainstream. Hier finden sich einige Perlen (z.B. Mata Hari, African Night, Cachaca), wie sie wohl nur in dieser Zeit entstehen konnten.
Dass sich Al di Meola nach Scenario wieder anderen Richtungen widmete (wobei so großartige Alben wie Kiss my axe und die Tango-Remineszenz an Astor Piazzolla entstanden), macht dieses Album nur umso einmaliger. Ich liebe dieses Album, dass am besten am Stück gehört wird - für mich war das die Platte des Jahres 1983!
Auch klangtechnisch ist das Album eine Offenbarung. Seit diesem Album war Al di Meola Vorreiter des guten Klangs. Auf den folgenden Alben wurde dies immer weiter auf die Spitze getrieben - ein Ohrenfest für HiFi-Freaks!
5 Sterne, was sonst?


Only God Forgives (Uncut) [Blu-ray]
Only God Forgives (Uncut) [Blu-ray]
DVD ~ Ryan Gosling
Preis: EUR 9,89

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Visuell atemberaubende Kunst - Film des Jahres 2013, 12. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Only God Forgives (Uncut) [Blu-ray] (Blu-ray)
Nur wenige Filme setzen sich durch den Einsatz filmischer Mittel deutlich vom Mainstream ab. Dazu gehören für mich u.a. die Werke von Darren Aronofsky und David Lynch, die auf ihre Art immer ein mysteriöses Ereignis sind.
"Only God forgives" kannte ich nicht aus dem Kino, sondern griff eher zufällig in der Hoffnung auf eine etwas andere Geschichte danach. Und das habe ich nicht bereut- ganz im Gegenteil!

Was sich als schräge aber einfache Rache-Story auf der Blu-Ray Hülle liest, entpuppt sich sehr schnell als meisterhaft durchkomponierte Oper - ein visueller Rausch der Langsamkeit!
Alle filmischen Elemente treten hier gleichberechtigt nebeneinander auf: ein genialer Soundtrack unterstreicht die ungewöhnliche Kameraführung; es gibt keine schnellen Schnitte. Edle durchgestylte Bilder unterstreichen die große Schauspielkunst der Protagonisten - Dialoge gibt es nur wenige. Die karge Storyline ist durchsetzt mit Ausbrüchen blutiger und doch rituell stilisierter Gewalt. Zudem ist der Film angefüllt mit schon fast poetischer Symbolik. Auf der Blu-Ray Hülle steht geschrieben: Time to meet the devil. In "Only God forgives" gibt es da gleich viele von.

Der Film endet nach knapp 90 min auf die denkbar ungewöhnlichste Weise. Mein erster Gedanke: Wow! So etas habe ich noch nie gesehen!
Der zweite Gedanke: Das stimmt nicht ganz! Die exzessiven Gewaltausbrüche kennt man aus David Lynch Filmen. Aber sie sind nicht einfach nachgeahmt. Der Regisseur Nicolas Winding Refn komponiert daraus ein Gesamtbild, welches zumindest mir den Atem raubt.

Das Echo auf diesen Film ist zutiefst gespalten, wenn ich mir die vielen Rezensionen durchlese. Bei einem derartig ungewöhnlichen Film muss das wohl auch so sein. In einem sind sich aber wohl die meisten Zuschauer einig: mit Mainstream hat das nichts zu tun!

Ein Film, den man für sich entdecken muss. Für mich der Film des Jahres 2013!!!


Breaking Bad - Die finale Season (2 Discs) [Blu-ray]
Breaking Bad - Die finale Season (2 Discs) [Blu-ray]
DVD ~ Bryan Cranston
Preis: EUR 22,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Episch und intensiv, 5. Januar 2014
Da ist er nun - der Abschluss der Kultserie, die das Genre revolutioniert hat.

Wie soll man etwas so Großes beschreiben?

Das Tempo wird angezogen; alles steuert unaufhaltsam auf den unvermeidbaren Höhepunkt zu. Aus meiner Sicht stimmt hier wirklich jedes Detail. Die emotionalen Abgründe wie auch die Explosionen der Gewalt sind an jeder Stelle nachvollziehbar und niemals Selbstzweck. Vielleicht macht das den Reiz der kompletten Serie aus: Das komplette Szenario hat dadurch fast einen hyper-realistischen Anstrich erhalten.

Die finale Staffel der Serie ist düster, intensiv und kalt und wird in der finalen Folge episch. Alle bezahlen für ihre Handlungen - der Abschluss muss so sein! Was die Schauspieler-Leistung anbelangt, ist dies die Staffel von Aaron Paul alias Jesse Pinkman, dessen Spiel mich zutiefst beeindruckt hat.

Die Story hallt lange nach. Es wird dauern, bis etwas an diese Serie herankommen kann. Für mich hat das Produktionsteam von Breaking Bad Fernsehgeschichte geschrieben


Breaking Bad - Die fünfte Season [Blu-ray]
Breaking Bad - Die fünfte Season [Blu-ray]
DVD ~ Bryan Cranston
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Anfang vom Ende..., 1. Januar 2014
Nach dem spektakulären Ende der 4. Staffel steuert die Serie auf den unvermeintlichen Höhepunkt zu. Walt kann nicht genug bekommen während seine Ehe mit Skyler mehr denn je leidet. Jesse bekommt Zweifel und andere Spieler betreten die Szenerie...

Die Drehbücher halten das extrem hohe Niveau. Man ahnt, dass sehr schlimme Dinge passieren werden und alle Protagonisten in einen Strudel geraten, der wohl nur noch eine Richtung kennt. Soweit so gut! Aber das haben auch andere Filme und Serien zu bieten. Was ist also so besonders an Breaking Bad?

1. Stilmittel
Die Kameraästhetik sucht seinesgleichen. Jede Szene wirkt regelrecht komponiert. Durch das völlige Weglassen von Filmmusik wird jede Einstellung sehr eindringlich. Geschliffene Dialoge der Extra-Klasse heben Breaking Bad in eine Liga mit Filmen von David Lynch.

2. Storyboard
Hatte man in der ersten Staffel noch große Sympathie für Walt, so ist jetzt alles komplett verwischt. Ohne den Zeigefinger zu erheben oder Partei zu ergreifen, fordern die Autoren den Zuschauer auf, Walts Weg zum Kriminellen kritisch zu sehen. Man kann sich dem einfach nicht entziehen. Diese Entwicklung wird mit einigen drastischen Schock-Szenen hinterlegt. Wo ich in den ersten Staffeln noch herzhaft lachen musste, bleibt es mir jetzt im Halse stecken.

3. Schauspieler-Leistung
Zwar schon mehrfach erwähnt, doch immer wieder beeindruckend: die individuellen Leistungen des Ensembles. In Staffel 5.1 möchte ich besonders Anna Gunn aka Skyler hervorheben: Großartig!!! (Mini-Spoiler: meine Lieblingsszene: Skyler steigt in den heimischen Swimming Pool - völlig bizarr!!!)

Das Ganze ist mal wieder hyperbrutal, aber Drogengeschäfte sind wohl so.

Jetzt bin ich gespannt auf das Finale der besten Serie, der je über den Teich kam...


Stonehenge (From Then Till Now)
Stonehenge (From Then Till Now)
Preis: EUR 16,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lang erwartet - Das! Konzeptalbum der 80er, 19. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Stonehenge (From Then Till Now) (Audio CD)
Es gibt CD-Veröffentlichungen, auf die man ewig wartet. 33 Jahre nach Veröffentlichung der Vinyl-Scheibe gibt es jetzt endlich die CD, wenn auch in veränderter und erweiterter Form.

Es gibt vier Bonus-Titel; die Reihenfolge der Original-Titel wurde verändert und der Epilogue wurde gar neu aufgenommen. Für Puristen ist das womöglich nichts, mich stört das nur wenig bis gar nicht.
Die Originalmusik ist zeitlos großartig; das Konzeptalbum um das Herz der britischen Geschichte bietet balladeske Musik mit Schmelz (Sunrise, The Stones of Avebury), Kelten-Pop (Salisbury Plain - mein Favorit) und allerlei vertrackte Konzeptkunstwerke (Highlight: Glastonbury - Temple of the stars) mit viel Elektronik und Gitarre. Der neu aufgenommene Epilogue ist nicht ganz mein Geschmack; die Originalversion passt besser in das musikalische Konzept. Die Bonus-Titel stören nicht weiter, wären aber auch nicht nötig gewesen. Die Stimme von David Hanselmann ist außergewöhnlich.

Insgesamt sind die Kritikpunkte Meckern auf hohem Niveau. Die Veröffentlichung ist ein Traum für Liebhaber besonderer Musik und eines der Highlights 2013. Ich hoffe inständig, dass das Album "Symbols of the seven sacred sounds" schnellstmöglich nachgelegt wird. Ein gut sortierte Musik-Sammlung kann auf diese beiden Ausnahmealben nicht verzichten.

5 Sterne (und für jedes Jahr Wartezeit gibt es einen weiteren dazu)!!!


Sorry: Thriller
Sorry: Thriller
von Zoran Drvenkar
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verstörender Thrill - aber weniger wäre mehr gewesen, 1. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Sorry: Thriller (Taschenbuch)
Sorry ist ein verstörender Thriller für Bücherfans, die das Ungewöhnliche lieben und mit Krimis nach Schema F nicht (mehr) so viel anfangen können.
Das Buch hat alle Qualitäten eines genialen Page-Turners (ungewöhnlicher Plot, eigenwilliger Sprachstil, bizarre Wendungen, keine konventionelle Helden) - man kann es nicht mehr weglegen, wenn man sich auf die Story eingelassen hat.

Aber was die Einen lieben und regelrecht verschlingen, müssen Andere noch lange nicht mögen. Ich beispielsweise mag dieses Buch als schnellen und harten Thriller. Allerdings hätte "Sorry" auch das Potential für mehr gehabt. Der Plot hätte bei mehr psychologischer Tiefe und einem etwas differenzierterem Umgamg mit dem Thema ein außergewöhnlicher Psychothriller der Extraklasse werden können. Das war offensichtlich aber nicht geplant, und das ist auch völlig in Ordnung.

Die Auflösung in "Sorry" wirkt für mich dann etwas überladen - etwas weniger wäre da mehr gewesen. Trotzdem bleibt ein großes Lesevergnügen. Vielleicht hat es einen solchen Spannungsautor in Deutschland bislang noch nicht gegeben, und ich werde auch andere Romane des Autors lesen...


Kärcher Fenstersauger WV 50 plus
Kärcher Fenstersauger WV 50 plus
Preis: EUR 52,75

5.0 von 5 Sternen Perfekte Hilfe für den Haushalt - Fensterputzen kann auch Spass machen!, 27. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kärcher Fenstersauger WV 50 plus (Werkzeug)
Was braucht ein Single-Haushalt um nicht zu verfloddern?

Neben einem Grundverständnis zu Sauberkeit und Ordnung, sind das natürlich Hilfen bei den häufig so verhassten Hausarbeiten, wie z.B. Geschirrspülmaschine, Bügelbrett und selbsttätige Haushaltsreiniger, die ohne viel Aufwand "selbst hartnäckigste Verschmutzungen entfernen". Zumindest das Letztere hat sich mittlerweile zu einem mitunter höchst zweifelhaften Megageschäft entwickelt.

Ich hasse beispielsweise Geschirr abzuwaschen und das lästige Fensterputzen. Zweites besonders, da ich eine sehr große Fensterfläche (ca. 11 qm) säubern muss. Da ist jede Hilfe willkommen - alle möglichen Tips zur Vorgehensweise haben bislang jedoch eines gemeinsam: Bei meist nur äußerst geringer Zeitersparnis weiß das Ergebnis oft nicht wirklich zu überzeugen (die Sonne bringt das unbestechlich ans Tageslicht).

So stieß ich während meiner langen Suche auf den Fenstersauger von Kärcher. Im Lieferumfang enthalten ist der Sauger, die Saugerlippe, eine Sprühflase mit Aufsatz für einen Microfaser-Bezug, der Bezug, 20 ml Reinigungskonzentrat und das Ladekabel.

Erster Test: Zusammenbau und Ladung des Akkus
Der Zusammenbau klappt ohne langes Nachlesen in der Gebrauchsanweisung. Alles ist in sich logisch und einfach nachvollziehbar (das bekommen auch ungeschickte Personen einfach und sicher schnell in den Griff). Bei meinem Gerät war der Akku noch geladen, so daß ich gleich zum Praxis-Test schreiten konnte. Die Akku-Ladezeit nach dem Praxis-Kurztest betrug ca. 2h.

Zweiter Test: Praxis
Das mitgelieferte Reinigungskonzentrat reicht laut Herstellerangaben für eine Füllung der Sprühflasche (250 ml - mit kaltem Leitungswasser vorsichtig auffüllen). Nach dem Aufsetzen des Microfaser-Bezugs konnte es dann losgehen (Tip: Bezug vorher mit Wasser durchfeuchten).
Bei einem normalen Verschmutzungsgrad der Fenster benötigt man keine Vorreinigung. Einfach mit der Sprühflasche einsprühen und mit dem Bezug das Fenster abwischen bzw. reinigen. Dann kommt der Clou: Mit dem Sauger zieht man bei konstantem Druck (nicht besonders schwierig - das Gefühl für den korrekten Druck bekommt man fast augenblicklich) die Flüssigkeit von oben nach unten nicht zu langsam und nicht zu schnell einfach ab. Die Flüssigkeit wird in einen nicht abnehmbaren Auffangbehälter (durchsichtig, 25 ml) gesaugt - Nichts!!! tropft auf den Boden. Aus einem Plastikverschluß kann sie nach getaner Arbeit abgelassen werden (Tip: Mit etwas Leitungswasser nachspülen).

Dritter Test: Reinigungsergebnis
Das Reinigungsergebnis überzeugt mich. Tatsächlich bekommt man das Fenster streifenfrei sauber und das in kürzester Zeit. Perfektionisten ziehen den Fensterrahmen - Glas Übergangsbereich einmal mit Küchenpapier nach, da aufgrund der flexiblen Gummilippe hier Reinigerreste verbleiben können.
Der Inhalt der Sprühflasche hat ausgereicht um meine komplette Fensterfläche innen und außen zu reinigen.

Fazit:
Sauberkeit, auch in einem Single-Haushalt, ist etwas Positives. Wenn man diese erreichen kann ohne zuviel Zeit zu investieren (haben Singles ohnehin fast nie), ist das noch positiver. Da das Reinigungsergebnis selbst kritischen Blicken standhält, erteile ich das Prädikat: 5 Sterne, Kaufempfehlung!!!
Und auch Nicht-Single-Haushalte werden dieses Gerät gern gebrauchen um mit der gewonnenen Zeit etwas Sinnvolles anzufangen...


In Concert
In Concert
Preis: EUR 14,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Etwas Großes ist erschienen..., 22. April 2013
Rezension bezieht sich auf: In Concert (Audio CD)
Etwas wahrhaft Großes ist da: der grandiose Livemitschnitt der umjubelten Dead can Dance Tour aus dem letzten Jahr. Zwanzig Jahre nach ihrer letzten Live-CD "Toward the Within" (die bis heute Maßstäbe setzt) haben die beiden Ausnahmekünstler Brendan Perry und Lisa Gerrard anläßlich ihrer Reunion Tour alle Register gezogen, um den Liebhaber dieses unverwechselbaren Sounds in den Bann zu ziehen.

Kurzum, das Vorhaben ist absolut gelungen!!! Auf einer Doppel-CD finden sich alle Titel des Albums "Anastasis", fünf ausgewählte Klassiker (Rakim, Sanvean, Nierika, The host of Seraphim und The ubiquitous Mr. Lovegrove) und drei neue Titel - zumindest was Dead can Dance Cds anbelangt - (Lamma Bada, Dreams made flesh und Song to the Siren). Bei der Vielzahl der Klassiker dieser Band kann man über diese Auswahl trefflich streiten - ich finde sie perfekt!

Das Ganze ist nicht ganz einfach zu beschreiben. Mir kommt es so vor, als seien Dead can Dance an einem Zielpunkt angekommen und haben eine "ruhige Perfektion" gefunden. Über die Titel von "Anastasis" ist an anderer Stelle alles Relevante beschrieben - die hier vorliegende Zusammenstellung finde ich perfekt, weil Klassiker und neue Titel in diesen Sound beinahe eingepasst worden sind. Die Unterschiede zu bislang vorliegenden Live- oder Studioversionen sind gering aber in ihrer Wirkung sehr subtil - man achte beispielsweise auf "Nierika", welches in der Live-Version einen eher aufgeräumt ruhigen Charakter erhält. "Rakim" hingegen klingt in dieser Version wie der Klassiker "Yulunga" in der Studioversion (Dead can Dance Fans werden sicher verstehen was ich meine). Das in der Studioversion nur von Lisa Gerrard gesungene Sakral-Drama "The host of Seraphim" wird gekonnt entmystifiziert, in dem Brendan Perry seine Stimme beisteuert und die Band das Stück eher ruhig gestaltet. Die Ruhe ist auch in "Sanvean" eingekehrt, welches Lisa Gerrard beinahe abgeklärt vorträgt. Das kommt dem Zuhörer so vor, als hätte man einer Sopranistin ihre halsbrecherischen Kolloraturen abgewöhnt. Bei "The ubiquitous Mr. Lovegrove" werden die Unterschiede dann minimal.

Diese Interpretationen überzeugen mich auf der ganzen Linie und ergeben ein rundes Gesamtbild mit den Titeln von "Anastasis". Die drei neuen Songs sind eine Spur anders: "Dreams made flesh" hätte auch auf Lisa Gerrards großartigen Solo-Alben "The mirror pool" oder "Duality" Platz gefunden. "Lamma Bada" ist eine ruhige rhythmische Idee von Brendan Perry mit leichten Latino-Einschlag während "Song to the siren" eine Klavierballade von Brendan Perry und einer seiner schönsten Titel ist.

Klanglich ist diese Doppel-CD schon beinahe Dead can Dance-typisch nahezu perfekt, wenn auch mit etwas anderer Charakteristik als ihr erstes Live-Album, welches schon vom Live-Feeling dynamischer war. "In Concert" kappt die Live-Atmosphäre nahezu vollständig - die Aufnahmetechnik der außergewöhnlichen Songs kam man allerdings am ehesten als spärisch beschreiben. Das Klangbild ist ist nicht sehr hell, was den Titeln in ihrer Grundcharakteristik durchweg zu Gute kommt.

Mein Fazit: Für mich schon jetzt eines der Alben 2013. Ich bereue zutiefst, dass ich Dead can Dance nicht auf ihrer Tour gesehen habe...
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 22, 2013 9:13 PM MEST


Toward the Within
Toward the Within
Preis: EUR 17,31

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Traum - Das Konzert für die Ewigkeit, 20. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Toward the Within (Audio CD)
Das erste Live-Album von Dead can Dance setzte in vielerlei Hinsicht Maßstäbe und hängt die Meßlatten auch heute noch sehr hoch.

Auf dem vermeintlichen Höhepunkt ihrer Karriere angekommen, fragte sich die treue Fan-Gemeinde ob ein Live-Album von Dead can Dance funktionieren kann. Schließlich hört man gebannt und andächtig zu und wagte in den Konzerten keinerlei Störungen durch spontanen Beifall oder Jubel - Dead can Dance wurde fast spirituell verehrt.

Und dann kam es doch: Die umjubelte Tour von 1993 wurde unter dem Titel "Toward the Within" als CD veröffentlicht. Auch noch 20 Jahre später sage ich: Ein Glücksfall für mehr als die Fan-Gemeinde, nämlich für alle Liebhaber excellenter Musik, die in keine Kategorie passt und getragen wird von zwei großartigen Künstlern und ihrer Begleitband.
Zwei Dinge fallen sofort beim Hören auf. Da ist zunächst die akustische Set-List, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nur vier bekannte Titel aufwies (von insgesamt 15). Das war (und ist auch heute noch) ungewöhnlich für ein Live-Album. Zum anderen ist die Live-Atmosphäre ungewöhnlich (siehe oben) aber dennoch sehr gelungen eingefangen - die einzelnen Titel werden vollkommen ungestört vom Publikum (sonderbar für eine Live-Darbietung; findet man sonst nur in Klassik-Konzerten) gespielt. Dafür ist zwischen den Stücken der Beifall umso frenetischer.

Die Musik kann man nur als großartig, ja fast singulär bezeichnen. Einen derartigen Mix aus orientalisch angehauchten Stücken mit viel exotischer Percussion (Rakim, Oman, Desert Song), Songwriting für Gitarre (I can see now, American Dreaming, Don't fade away), Lisa Gerrards Gesangskunst (Persian Love song, The Wind that shakes the Barley, Sanvean) und weiterer Hits für die Ewigkeit (Yulunga, Cantara) abgerundet von eher experimentellen Stücken und Solointerpretationen hat es auf einem Album bis heute nicht mehr gegeben.

Die Aufnahme kann man getrost als audiophilen Maßstab bezeichnen. Auflösung, Luftigkeit und Trennschärfe suchen seinesgleichen. Wer die Möglichkeit (und das entsprechende Equipment) hat, sollte unbedingt zur japanischen Hybrid-SACD greifen - hier zeigt das Medium einmal mehr, wieviel Klanggewinn aus ohnehin schon excellenten Aufnahmen noch herausgeholt werden kann.

Alles in allem: Ein Konzert für die Ewigkeit in perfekter Aufnahmetechnik - eher 6 als 5 Sterne!


Junk Culture
Junk Culture

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Letzter Höhepunkt aus dem Katalog von OMD, 11. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Junk Culture (Audio CD)
Mit "Junk Culture" von 1984 leiten Orchestral Manoeuvres in the Dark eine Abkehr von elektronischen Experimenten ein und wenden sich vermehrt radiotauglichem Elektropop zu. Insofern stellt "Junk Culture" wohl das letzte Album der Anfangsphase von Orchestral Manoeuvres in the Dark dar.

Die Neuorientierung ist auf diesem Album komplett gelungen. Der typische bandeigene Sound ist perfektioniert; Hits für die Ewigkeit findet man genauso wie etwas härtere Nummern, großartige Balladen und merkwürdig vertrackte Songs, die sich einem erst nach mehrfachem Hören offenbaren. Das Ganze wirkt wie aus einem Guss, ist in seiner Gesamtheit noch kein Mainstream und klanglich top produziert.

Der Opener "Junk Culture" ist ein Instrumental im 6/8 Takt, dessen Struktur und Sound sofort in den Kopf geht. Mit "Tesla Girls" folgt der erste Hit des Albums - ein temporeiches Effektgewitter. "Locomotion" war ein Hit in England; für mich allerdings der schwächste (Mainstream)-Titel auf dem Album. "Apollo" kommt (elektro)funky daher und gehört in die Kategorie der vertrackten Songs. Es folgt mit "Never turn away" eine der besten Balladen, die Orchestral Manoeuvres in the Dark je geschrieben haben - Gänsehaut pur! "Love and violence" schlägt eine etwas härtere und schrägere Gangart an, während "A hard day" eine beim ersten Hören etwas simpel geratene Downbeatnummer ist, die in erster Linie von Andy McCluskeys Gesang lebt. Dass man auf diesem Album nicht vor Überraschungen sicher ist, zeigt sich bei der nächsten Nummer "All wrapped up" - Elektropop goes Calypso! Mit "White trash" ist man wieder im etwas schrägen und vertrackten Bereich, bevor das Album mit einem der Überhits der Band, "Talking loud and clear" endet. Und das kennt (und mag) nun wirklich jeder - eine Melodie für die Ewigkeit!

Für mich das letzte wirkliche große Album von Orchestral Manoeuvres in the Dark. Danach wurden auch noch gute Alben produziert, die allerdings immer mehr auf den Mainstream schielten. An "Junk Culture" kam keines dieser Alben mehr heran.

Ein höchst bemerkenswertes Dokument aus der Entwicklung moderner Pop-Musik. Das funktioniert heute noch und hat locker 5 Sterne verdient.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 9, 2014 12:30 PM CET


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6