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Rezensionen verfasst von
"martinschott1975"

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Top Spin
Top Spin
Wird angeboten von "Händlershop von Softland 2011 (Alle Preise inkl. Mwst.) -ABGs, Garantiebedingungen & Widerrufsbelehrung finden Sie unter Verkäuferhilfe"
Preis: EUR 39,93

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Grafik hui, Gameplay pfui?, 12. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Top Spin (Computerspiel)
"Top Spin" hätte durchaus die derzeit beste Tennissimulation werden können, wenn man sich nicht einige unverständliche Schnitzer geleistet hätte. Die PC-Umsetzung des X-Box-Hits glänzt vor allem mit hervorragender Grafik. Die Figuren wirken sehr lebensecht und sind sehr gut animiert. Spitzenspieler wie Pete Sampras bewegen sich tatsächlich in etwa so wie man sie in Erinnerung hat. Dabei stellt die KI der Computergegner zumindest am Anfang noch eine Herausforderung dar. "On Court" ist der Sound annehmbar, die Musik in den Menus nervt hingegen leicht. Im Karrieremodus werden dem Spieler umfangreiche Kontrollmöglichkeiten präsentiert, um dem digitalen "alter ego" ein individuelles Aussehen zu verleihen. Von der Länge der Haare über die Form der Nase bis zur Farbe der Socken ist wirklich alles möglich - ein nettes, aber eigentlich überflüssiges Feature. Stattdessen hätte ich mir z.B. die Option gewünscht, auch während eines Turniers einen Spielstand anzulegen. Nicht nachzuvollziehen ist der Umstand, dass in allen Matches im Karrieremodus nur 3 Games zum Satzgewinn benötigt werden und alle Turniere nur über 3 Runden ausgetragen werden (nur bei Schaukämpfen geht es über die volle Distanz). Wie ich finde, ist das ein herber Schlag gegen die Dramatik und Spannung, welche ein Tennismatch entfalten kann. Stattdessen erinnern viele Gegner mit ihren unrealistischen Outfits eher an Figuren aus "Mortal Combat" als an Tennisspieler.
Es bleibt zwar die vielversprechende Multiplayer-Option, aber das Spielen übers Internet ist derzeit noch so unausgereift, dass man fast von Unspielbarkeit sprechen kann. Ein Patch soll demnächst Abhilfe schaffen. Doch auch Offline ist Top Spin nicht frei von Bugs, die dem Spieler das Leben schwer machen.
Durchaus motivierend ist es, den eigenen Spieler im Karrieremodus zuerst auf die Junioren- und Challengerturniere zu schicken, um mit dem erspielten Preisgeld Trainerstunden zu nehmen und die Fähigkeiten zu verbessern. Neben besonderen Talenten, die man der Spielfigur von anfang an mitgegeben hat, kann man im Lauf der Zeit ebenso weitere Talente erwerben.
Fazit: Top Spin ist technisch höchst beeindruckend, doch das Gameplay fährt auf Sparflamme. Bei manch älterem Titel ist letzteres schon überzeugender und spannender umgesetzt worden.


Gothic 2 - Gold Edition
Gothic 2 - Gold Edition
Wird angeboten von ToBi`s Computer (DER LADEN MIT DEN FAIREN PREISEN!)
Preis: EUR 12,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Rollenspiel-Referenz, 2. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Gothic 2 - Gold Edition (Computerspiel)
Nun ist die Rollenspiel-Referenz „Gothic 2" im Doppelpack mit dem Add-On „Die Nacht des Raben" zum Low-Budget-Preis als „Gold Edition" zu haben. Am Hardware-Hunger des Spiels hat sich nichts geändert - 512MB RAM dürfen es schon sein um in den vollen Genuss der opulenten 3D-Welt zu kommen und einen einigermaßen stabilen Betrieb zu sichern. Wer also einen modernen PC sein Eigen tritt ein in die spektakulärste Spielwelt, die bisher geschaffen wurde.
Gothic 2 lebt vor allem von seiner dichten Atmosphäre. Wer den Turm des Magiers am Anfang des Spiels verlässt hat ein bewunderndes „Ahhh!" auf den Lippen: ein derart beeindruckendes Panorama gab es bisher in keinem Rollenspiel zu sehen. Zwar ist die Grafik-Engine nicht mehr auf dem neuesten Stand der Konkurrenz (immerhin liegt die Erstveröffentlichung von Gothic 2 schon zwei Jahre zurück), doch entscheidend ist was die Entwickler daraus gemacht haben. Vorbei an atemberaubend schönen Seen und Wasserfällen führt die Reise des Helden durch dichtes Unterholz und flüsternde Wälder. Baumwipfel wiegen sich im Wind, Blätter fallen zu Boden, uralte Baumriesen, von denen keiner dem anderen gleicht, sind mit wunderschönen, realistischen Texturen überzogen. Die Detailverliebtheit der deutschen Programmierer und Designer von Gothic 2 ist maßlos. So sind hier Wälder nicht einfach eine wahllose Ansammlung von Bäumen, sondern regelrechter Dschungel, in dem man verloren gehen kann. Die Spielwelt wirkt komplex und organisch, weniger steril als in manch anderem PC-Spiel. Die Welt von Gothic 2 ist zwar nicht so riesig wie bei manchem Konkurrenzprodukt. Zwei bzw. drei Maps (mit dem Add-On) laden zum Erforschen ein. Dafür gibt es wirklich an jeder Ecke etwas zum Entdecken, jeder Winkel hat seine individuelle und unverwechselbare Note: lang anhaltender Spielspaß ist garantiert.
In der liebevoll gezeichneten Hafenstadt Khorinis setzt sich das Staunen fort. Per Multiple-Choice-Verfahren spricht man mit den Bewohnern und erhält in den oft mit schwarzem Humor gewürzten Dialogen einige der weit über 100 Quests. Die Stadtbewohner gehen ihrem eigenen Tagesrhythmus nach: der Schmied und sein Gehilfe arbeiten tagsüber am funkensprühenden Schleifstein, nachts liegen sie schnarchend im Bett. In der Stadt erfolgt die erste Differenzierung des Helden: wird er Lehrling des Schmiedes oder geht er im Auftrag des Bogners auf Wolfjagd...? Zu einem späteren Zeitpunkt wird der Spieler vor die Wahl gestellt, eine von drei „Charakterklassen" zu ergreifen. Die Entscheidung beeinflusst den weiteren Spielverlauf erheblich, was wiederum Lust auf ein erneutes Spielen von Gothic 2 macht, um alle Handlungsmöglichkeiten auszuschöpfen. Glaubt man sich ausreichend gewappnet, geht es wieder hinaus in die Wildnis - um beim ersten losstürmenden, axtschwingenden Ork die Beine in die Hand zu nehmen...
Die Kämpfe sind zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber man findet bald heraus wie man geschickt ausweicht und Schläge austeilt. Im Kampf ist nur die Perspektive aus der zweiten Person möglich, bei der man dem eigenen Helden über die Schulter schaut. Sonst ist es dem Spieler freigestellt auch die Perspektive der ersten Person einzunehmen.
Gothic 2 ist mit einem sehr guten Soundtrack unterlegt der nie langweilig oder aufdringlich wirkt. Die Stücke sind überwiegend eher ruhig und gehen nahtlos ineinander über, wenn der Held von einem bestimmten Kartenabschnitt in den nächsten wechselt, z.B. von der Wildnis in die Stadt. Der gelungene Sound trägt nochmals zur Atmosphäre bei.
Gothic 2 ist wohl das beste PC-Spiel das jemals in Deutschland das Licht der Welt erblickt hat. Piranha Bytes haben sich selbst übertroffen. Einziger Wermutstropfen sind die gelegentlichen Abstürze. Der Download diverser Patches ist schon fast Pflicht. Unter Windows 2000 funktioniert Gothic 2 gut, unter Windows 98 SE konnte ich es gar nicht zum Laufen bringen. Dem Eintauchen in diese Welt steht ansonsten aber nichts im Wege...


Rock Action
Rock Action
Preis: EUR 15,42

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lang lebe "Rock Action"!, 2. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Rock Action (Audio CD)
Neuerdings werden moderne britische Bands gerne mit Pink Floyd verglichen, sobald die Musiker nur gelernt haben, ihre Gitarren richtig zu halten. Bei Mogwai ist dieser Vergleich wenigstens nicht völlig aus der Luft gegriffen. Wie der Titel dieses Albums schon nahe legt, liegen Mogwais musikalische Wurzeln im Rock. Die Schotten haben jedoch einen völlig eigenständigen Stil entwickelt und legen ungebremste Experimentierfreude an den Tag. Beide Eigenschaften findet man in der heutigen Musikwelt nicht mehr oft.
Man darf sich von "Rock Action" nicht blenden lassen: es überwiegen ruhige Stimmungen, wenngleich auch der ein oder andere heftige Klimax vertreten ist. Am Beginn der Scheibe erinnert "Sine Wave" bis zum Einsetzen des Synthesizers an "A Warm Place" der Nine Inch Nails. Danach folgt das bluesige "Take Me Somewhere Nice": das ruhige, im für Mogwai typisch minimalistischen Stil vorgetragene Gitarrenspiel und Schlagzeug, die Streicher und die elektronischen Effekte im Hintergrund sowie die gehauchten Vocals hüllen den Hörer wie in eine Decke. Der Song wirkt weltabgewandt, melancholisch und tröstend zugleich. Im Anschluß wirkt das fragmentarische "O I Sleep" wie das Taumeln der Gedanken an der Grenze zwischen Wachen und Schlaf. Hitpotenzial beweisen Mogwai mit "Dial: Revenge", einem ungeheuer eingängigen Song mit Folk- und keltisch-irischen Einflüssen. Der Gesang in der uralten walisischen Sprache harmoniert perfekt mit der Musik. Laut - richtig laut - wird es mit "You Don`t Know Jesus". Die beschwörende Gitarre des Beginns peitscht mit einem für Mogwai typischen Spannungsverlauf eine ebenso überwältigende wie schöne Klangmauer auf. Die letzten Akkorde noch im Ohr, wird der Hörer dem rein elektronischen "Robot Chant" ausgesetzt. Dieses knapp einminütige Fragment wird schon durch seinen Titel exakt beschrieben - Robotergesang. Wer Mogwai vorwirft, dass ihre Werke nicht gerade vor Lebensfreude strotzen, der höre das Instrumental "2 Rights Make 1 Wrong", das neun Minuten lang ein breites Grinsen aufs Gesicht zaubert. Während die ersten vier Minuten mit einem dominanten Schlagzeug und Bläsern reines Adrenalin pumpen, sorgt im Mittelteil eine ungewöhnliche Kombination von countrymäßigem Banjo und Keyboard für Stimmung, ehe der Song in einem schönen, gemischten Chor endet. "2 Rights Make 1 Wrong" ist zweifellos einer der Höhepunkte dieses ausgezeichneten Albums und in Mogwais Repertoire. Mit gebremstem Schaum schließen Mogwai den Vorhang - das getragene Piano von "Secret Pint" verbreitet die Stimmung von Ende und Abschied.
"Rock Action", eine der besten LPs des Jahres 2001, ist bei allen Überraschungen und Experimenten auch Neuhörern zu empfehlen, die sich den Klangkosmos von Mogwai erschließen wollen. Die Scheibe ist um einiges leichter zugänglich als die direkten Vorgänger bzw. Nachfolger "C.O.D.Y." und "Happy Songs For Happy People".
Einziges "Manko" ist die mit nur 38 Minuten etwas kurz geratene Spielzeit. Das im gleichen Jahr erschienene Instrumental "My Father My King" hätte sich auch auf "Rock Action" gut gemacht, da Stil und Qualität nahtlos anknüpfen.


Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band
Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band
Wird angeboten von jazzfred1975
Preis: EUR 24,95

26 von 121 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Viel Schatten, wenig Licht, 27. März 2004
Im Jahre 1967 erreichte die Psychedelic- und Experimental-Welle in der Popmusik einen Höhepunkt. Aus diesem Grund nahmen sich auch die Beatles des neuen Trends an. Monatelang verbrachte die Band in einem der renommiertesten Studios Großbritanniens, Abbey Road, zigtausend Pfund verschlang die Produktion. Das Album sollte außergewöhnlich und ausgefallen klingen. Zu diesem Zweck experimentierte man mit ungewöhnlichen Aufnahmetechniken, wie Mikros, die in wassergefüllte Becken versenkt oder direkt in die Klangöffnungen der Blas- und Streichinstrumente eingeführt wurden. Wodurch „Sgt. Peppers" nach 37 Jahren besticht ist denn auch der saubere, klare Klang, man hört förmlich jedes britische Pfund, das in die Scheibe investiert wurde. Während das Album also formal noch überzeugen kann, werden die inhaltlichen Schwächen gerade heute offenbar.
Hier findet sich kein einziger gelungener Song. Das Strickmuster ist größtenteils nicht revolutionär, sondern von Grund auf konventionell. Natürlich haben die Beatles den Rock nicht erfunden, aber die Weiterentwicklung, die Veredlung dieser Musik war auch nicht ihre Sache. Jedenfalls nicht auf „Sgt. Peppers". Das „Besondere" nämlich, die Klangexperimente und die Effekte, wollen sich einfach nicht zum zuckersüßen Pop der Beatles fügen. Sie sind nicht Teil der Komposition, wirken aufgesetzt, ja störend. Die abgehackten, fragmentierten Songs schleppen sich über die Dauer von 39 Minuten (die der Hörer subjektiv als weitaus länger empfinden mag).
Es gibt Lichtblicke, doch sie sind rar gesät. Neben dem konventionellen Sixties-Pop ohne Wiedererkennungswert wie „Getting Better" und „Fixing A Hole" verfügt „She's Leaving Home" über einige schöne Harmonien, die allein aber noch keinen guten Song machen. „With A Little Help From My Friends" markiert eine erstaunliche Tatsache: Es gibt Coverversionen, die wirklich weit besser sind als das Original. Ich denke da nur an Joe Cockers Interpretation dieses Titels, neben vielen weiteren. „A Day In The Life" beginnt vielversprechend, der gute Ansatz verliert sich jedoch in einer unmotivierten, orchestralen Kakophonie. Am berühmten Ende dieses Songs sind eine Art Hundepfeife und unverständliche Wortfetzen zu hören - wenn das komisch gemeint sein soll, habe ich den Witz nicht verstanden. Das nervende, angestrengt schrille „Good Morning, Good Morning" lässt mich verstehen, weshalb manche Menschen Rockmusik hassen. Mit „Within You Without You" fehlt freilich auch die obligatorische indisch angehauchte, pseudo-psychedelische Nummer nicht. Unter diesem Einfluss wirkt der Song gar nicht übel, er erinnert nur an zahlreiche ähnliche Kompositionen aus dieser Epoche (man vergleiche nur „Gomper" von den Stones). Am besten gelungen ist noch „Lovely Rita", das eine gute Single abgegeben hätte. Eine hübsche Melodie geht nahtlos in den etwas abgedrehten Schluss über, bei dem McCartney seine Stimmbänder strapaziert. Hier ist das Experiment gelungen - leider eine Ausnahme. Die übrigen Songs des Albums - darunter das sattsam bekannte und unvermeidliche „When I'm Sixty-Four" - sind alles mögliche, nur nicht „innovativ und imaginativ", was der eigentliche Anspruch und Maßstab von „Sgt. Peppers" war.
„Sgt. Peppers" gehört keineswegs zu den besten Alben der späten 60er Jahre. Bezeichnenderweise nennen selbst eingefleischte Beatles-Fans „Sgt. Peppers" selten als bestes und einflussreichstes Werk der Liverpooler. Die Zeit ist über diese LP hinweggegangen. Wer einen authentischen Eindruck von der Musik und Atmosphäre von 1967, von experimenteller und psychedelischer Rockmusik gewinnen will, dem empfehle ich Pink Floyds „The Piper At The Gates Of Dawn". Das Debutalbum der Floyd, zur gleichen Zeit und ebenfalls bei Abbey Road eingespielt wie „Sgt. Peppers", wirkt auch heute noch frisch und progressiv, ja revolutionär. „Sgt. Peppers" kann eigentlich nur dafür Indiz sein, dass der musikalische Anspruch der Beatles immer hinter dem gesellschaftlichen Phänomen „The Beatles" zurückstand.
Kommentar Kommentare (28) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 10, 2014 12:28 PM MEST


Ummagumma
Ummagumma
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 12,95

86 von 91 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk? - Absolut!, 6. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Ummagumma (Audio CD)
Wer Pink Floyd nur von den späten LPs "A Momentary Lapse Of Reason" und "The Division Bell" kennt muss sich bei "Ummagumma" (1969) klar sein, dass Pink Floyd hier erst anfangen, wo Zeitgenossen wie die Beatles, Stones, Beach Boys oder Grateful Dead bei ihren kühnsten Klangexperimenten aufhörten. Erklärtes Ziel der Band war, die überkommenen Klischees der Popmusik wie radiotaugliche 3-Minuten-Songs und eingängige Refrains noch weiter aufzuweichen als auf den bisherigen Alben. Das ist den Pink Floyd auch meisterhaft gelungen.
Vom funkensprühenden Psychedelic-Pop des genialen Debütalbums "The Piper At The Gates Of Dawn" schlugen die Floyd eine Entwicklung hin zu bis ins kleinste Detail ausgetüftelten musikalischen Epen ein, die nur noch flüchtig den Eindruck spontaner Jam-Sessions erweckten. Die "Studio"-CD des Doppelalbums "Ummagumma" ist mit ihren Bandeffekten und Einspielungen denn auch mehr ein "Film zum Hören" als jedes andere Werk der Band in den 60er Jahren.
Die "Studio"-CD umfasst fünf Kompositionen, zwei von Roger Waters, je eine von den weiteren Bandmitgliedern. Gemäß den verschiedenen Temperamenten der vier Künstler beinhaltet die CD vier stark unterschiedliche Klangwelten. Keyboarder Rick Wright kreiert mit einer düsteren Piano-Improvisation für seinen "Sysyphus" eine Höllenvision, einen vom Synthesizer getragenen paradiesischen Garten, ehe er dem Drama mit einer regelrechten Klangmauer aus Orgel und Synthesizer ein monumentales Ende setzt.
Bassist Roger Waters versetzt den Hörer mit "Grantchester Meadows" in die hochsommerliche Szenerie einer blühenden Flusswiese. Der lediglich von zwei akustischen Gitarren und Waters leisem Gesang getragene Song windet sich dabei so träge-gemütlich wie der besungene Strom - die Zeit scheint stillzustehen, der Hörer wird durch viele atmosphärische Effekte wie Vogelgezwitscher, dem Summen von Bienen, dem entfernteren Lärm spielender Kinder zum Teil des Werkes, das eher einem Gemälde als einem Song zu gleichen scheint. Diese Richtung wird auch durch den zweiten Waters-Song aufgegriffen, denn der radebrechende Titel "Several Species Of Small Furry Animals..." ist die exakte Beschreibung dessen, was man zu hören bekommt. Die Kakophonie aus Effekten und elektronischen Verfremdungen ist nicht nur technisch höchst beeindruckend, sondern auch ein in dieser Kompromisslosigkeit einmaliges Experiment. Und Waters als pathetische, unverständliche Reden schwingender Pikte ist einfach urkomisch. :-)
Eher introvertiert macht Gitarrist David Gilmour mit seinem Epos "The Narrow Way" weiter. Hier dominiert freilich Gilmours Gitarre die Szenerie, mal akustisch-verträumt als trippige Bluesrock-Parodie ("Part One"), mal düster und bis zur Unkenntlichkeit verzerrt ("Part Two"). Das Finale "Part Three" hingegen weist mit seinem ausufernden Gitarrensolo bereits auf einen Weg hin, den Gilmour und die Band in späteren Jahren stilistisch beschreiten sollten. Nicht zuletzt wohl deshalb, weil Gilmour hier erstmals Tonangebend war und die übrigen Floyd ihren musikalischen Beitrag unter seiner Führung leisteten.
Eine "echte" Soloarbeit stellt wieder der abschließende, ebenfalls dreigeteilte Song "The Grand Vizier's Garden Party" von Drummer Nick Mason dar. Im Grunde ein überlanges Drumsolo, ist "Grand Vizier" dermaßen abgefahren, dass man sich das Werk durchaus als musikalische Vorführung in einer Opiumhöhle des mittleren Orients vorstellen kann, in die die Flöten des Intros wie zu einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht einladen.
Die "Live"-CD ist schlichtweg atemberaubend und gilt unter Fans als eine der besten Bühnenaufnahmen der Band - zu Recht. Pink Floyd gelang hier das Kunststück, den vier "klassischen" Songs von den ersten beiden LPs nicht nur eine neue individuelle Note zu verleihen, sondern die originalen Aufnahmen auch in punkto Dramatik und Komposition zu toppen. Alle vier Musiker setzen Maßstäbe und zeigen außergewöhnliche Leistungen - was für Live-Rock-LPs durchaus nicht selbstverständlich ist. Insbesondere "Careful With That Axe, Eugene" schlägt die ursprüngliche Version aus dem "Relics"-Sampler um Längen. Ziehe ich noch das 1971 entstandene Live-Video "Live at Pompeji" heran, so bin ich überzeugt, dass Pink Floyd Ende der 60er / Anfang der 70er Jahre den Zenit ihrer Schaffenskraft erreicht hatten.
Es mag Platten geben, die avantgardistischer sind als "Ummagumma", gewiss. Doch darum geht es nicht. "Ummagumma" ist die beste Umsetzung der ursprünglichen Bandphilosophie, nach der die Musik, die Kreativität des Künstlers, im Zentrum des Interesses steht. Äußere Einflüsse wie der Druck, radiotaugliche und besonders eingängige Songs zu schreiben, haben hier außen vor zu bleiben. Damals wie heute hat "Ummagumma" nichts mit der Seichtigkeit der Hitparaden zu tun (obwohl sich das Album respektabel verkaufte). In "Ummagummas" kreativem Prozess fehlte die kritisch-ironische Brechung, die später zu einem Leitmotiv der Pink Floyd unter der Fuchtel von Roger Waters werden sollte, noch völlig. Das Album ist als experimentelle Musik zu sehen, die sich ihre Maßstäbe selbst erschafft. Genau das macht es zu einem der größten Werke von Pink Floyd.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 23, 2011 10:30 AM MEST


Archos Jukebox Studio 10GB tragbarer MP3-Player
Archos Jukebox Studio 10GB tragbarer MP3-Player

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Empfehlenswert, 3. März 2004
Auf der Suche nach einem MP3-Player mit größerer Speicherkapazität als die üblichen 64, 128 oder 256 MB stiess ich schließlich auf den Archos Jukebox Studio 10 (in dem mancher so etwas wie den "kleinen Bruder" des Apple iPod sieht). Das Gerät verfügt über eine eingebaute 10 GB grosse Festplatte von Hitachi. Dadurch fällt dieser Player zwangsläufig um einiges größer und schwerer aus als die leichten Memory Sticks bzw. Flash-MP3-Player. Obwohl mit einem 2 MB grossen Puffer gegen Erschütterungen ausgestattet, ist der Archos zum Joggen eher ungeeignet. Dafür ist er der ideale Begleiter auf Reisen und im Urlaub. Über die "Line Out"-Buchse lässt sich der Player zudem problemlos an jede Stereoanlage anschließen.
Mit seinem grossen Speicher ist der Archos auch als mobiler Datenträger für den Austausch größerer Datenmengen zwischen PCs prädestiniert. Die Wiedergabe von Filmen funktioniert beispielsweise zur Not auch direkt vom Player über die stehende USB-Verbindung zum PC.
Für mich war letztlich das gute Preis-Leistungsverhältnis kaufentscheident. Der Archos bewegt sich nämlich in etwa im gleichen preislichen Rahmen wie einer der erwähnten 256 MB-Player, hat aber die vergleichsweise riesige Festplatte.
Bei dem guten Preis lässt sich verschmerzen, dass die Ausstattung des Gerätes eher spartanisch ausfällt. Die mitgelieferten Kopfhörer kann man getrost vergessen, man benötigt ein besseres Paar, um die durchaus guten Klangeigenschaften des Archos auskosten zu können. Die installierte offizielle Firmware macht den Umgang mit dem Gerät zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, bietet vor allem aber wenige Menus und echte Optionen. Abhilfe schafft hier z.B. die "Rockbox"-Firmware, aus dem Internet herunterzuladen, die mit dem Archos Jukebox Studio hervorragend zusammenarbeitet. Etwas unglücklich auch die Abdeckung der beiden Batteriefächer an den Längsseiten des Gerätes: Das Öffnen der Deckel erfordert einiges an Geschick und das Material nutzt sich rasch ab, besonders die winzigen Haken aus Plastik, die die Abdeckung halten sollen. Schon deshalb lade ich die Akkus nur mit dem mitgelieferten Netzteil und tausche die Batterien erst dann aus, wenn sie wirklich einmal den Geist aufgeben sollten. Insgesamt lassen sich die Mängel jedoch verschmerzen und fallen nicht weiter ins Gewicht. Das Gerät an sich funktioniert bisher bei mir absolut fehlerfrei und zuverlässig.
Fazit: Bei dem guten Preis-Leistungsverhältnis ist der Archos Jukebox Studio ein empfehlenswerter Kauf!


Zeichen am Himmel
Zeichen am Himmel
von Johannes Fiebag
  Broschiert

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Originelle Gegenüberstellung des scheinbar Unvereinbaren, 1. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Zeichen am Himmel (Broschiert)
Johannes und Peter Fiebags "Zeichen am Himmel" stellt meines Wissens bis heute die einzige vergleichende Studie zwischen UFO- und Marienerscheinungen dar. Die Verbindung zwischen beiden auf den ersten Blick scheinbar so unvereinbaren Phänomenen arbeiten die beiden Autoren heraus, indem sie die stillschweigende Voraussetzung über Bord werfen, dass es sich beim einen um außerirdische Raumfahrer, beim anderen um göttliche Manifestationen handle. Stattdessen legen sie den Schwerpunkt bewusst auf die Aspekte, die beide Phänomene typischerweise begleiten.
Nach einer knappen, doch informativen Übersicht über das UFO-Phänomen rollen die Gebrüder Fiebag eine Reihe berühmter Marienerscheinungen auf. Die Ereignisse von Fatima nehmen dabei den größten Raum ein. Doch auch auf die Erscheinungen in Heroldsbach, Guadalupe, Medjugorje u.a. wird ausführlich eingegangen. Zum Teil verblüffend sind die Parallelen zu gängigen UFO-Geschichten.
Zuletzt versuchen sich die Autoren in einer Synthese an der möglichen Erklärung für die strukturellen Ähnlichkeiten zwischen UFO- und Marienerscheinungen. Ausdrücklich erklären sie, dass jede Hypothese nur vorläufig sein kann: "(...) Wir verlassen nun zwangsläufig den Bereich des rein deskriptiven Gegenüberstellens (...). Wir begeben uns stattdessen auf den unsicheren Pfad der Spekulation." Die sachliche Sprache fällt wohltuend auf, die wertfreie Analyse und Ernsthaftigkeit der Autoren sowie die Originalität ihres Themas wertet das Buch enorm auf und hebt es aus dem Brei der zahllosen nichtssagenden UFO-Bände heraus.


25 to Life
25 to Life
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 20,47

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfektes Live-Album, 7. November 2002
Rezension bezieht sich auf: 25 to Life (Audio CD)
Es gibt zwei Mängel, die bei vielen Live-Alben zu finden sind. Entweder ist der Sound grottenschlecht, weil die Technik versagt hat oder die Band einfach einen schlechten Tag hatte; oder aber die Aufnahme wird im Tonstudio mit dermassen vielen Overdubs "geglättet", dass von einem "Live-"Album eigentlich keine Rede mehr sein kann. Rose Tattoos "25 To Life" weist keine der beiden genannten Schwächen auf.
Die erste Live-CD der fünf Australier bietet eine hervorragende Atmosphäre. Dieses Gefühl, "live dabei" zu sein, kommt einerseits daher, dass die Pausen, Ansagen und Sprechchöre zwischen den Songs grösstenteils nicht einfach rausgeschnitten wurden. Beinharten Rose Tattoo-Fans dürfte schon der von zwanzigtausend Zuschauern mitgesungene Refrain von "Nice Boys" ausreichen, um angenehme Schauer über den Rücken zu jagen. Andererseits macht die Qualität von "25 To Life" natürlich aus, dass Rose Tattoo, damals in Wacken, grossartig aufgespielt haben müssen.
Das Album öffnet mit "Out Of This Place" und wird von da an nur besser und besser. Spätestens beim genialen Zugabenteil, dem trockenen "Manzil Madness" und einer überlangen Version von "Suicide City", müsste beim letzten Zweifler der Groschen fallen, weshalb Rose Tattoo seit Jahrzehnten der Ruf vorauseilt, eine der besten Live-Bands des Planeten zu sein.
Frontmann Angry Anderson unterscheidet von vielen seiner gleichaltrigen Sänger-Kollegen, dass seine Stimme sich viel besser gehalten hat. Überhaupt legt sich die Band so ins Zeug, dass man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hat, dass diese Combo in den zehn oder fünfzehn Jahren davor kaum gemeinsame Gigs gespielt hat. Songs, die zwanzig oder mehr Jahre auf dem Buckel haben, klingen hier so frisch und gewaltig, dass man meint, sie seien erst gestern geschrieben worden.
Titel wie "Scarred For Life", "Nice Boys", "Tramp" und "We Can't Be Beaten" klingen auf "25 To Life" noch rauher und räudiger als auf den ursprünglichen LPs. Nachdem ich die alten LPs der Tatts in den letzten zwanzig Jahren unzählige Male gehört habe, komme ich von "25 To Life" kaum noch los. Denn es ist so, als ob man die alten, genialen Songs nun noch mal ganz neu entdeckt. Für Fans von Rose Tattoo kann ich deshalb nur eine absolute Kaufempfehlung geben! In wenigen Jahren müsste dieses Live-Album einen ähnlichen Kult- und Klassikerstatus einnehmen wie die ersten LPs "Rock`N`Roll Outlaw", "Assault & Battery" und "Scarred For Life". Wer Rose Tattoo jedoch schon damals nicht mochte, wird vermutlich die Finger davon lassen.


Lateralus
Lateralus
Wird angeboten von Bessere_Musik
Preis: EUR 61,85

4 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Meisterwerk" mit Schönheitsflecken, 25. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Lateralus (Audio CD)
Mit "Lateralus" legten Tool ein Konzeptalbum vor, das man nicht einfach nebenher hören kann. Von der Ausstattung der CD mit dem ungewöhnlichen Booklet über die Texte bis zur Musik ist "Lateralus" ein geistreiches, die eigene Fantasie und Gedanken anregendes Werk. Am Anfang stehen drei geniale Kracher: "The Grudge", "The Patient" und "Schism" sind meiner Meinung nach absolute Perlen des "progressiven Metal". Sie sind eingängiger als das frühere Material, aber dennoch mit der Eigenständigkeit Tools. Das überragende Schlagzeug ist auf der ganzen Länge des Albums ein absoluter Genuß. Unter dieser Dominanz weichen die Gitarren bewußt oftmals in den Hintergrund.
Nach dem überzeugenden Auftakt und dem elegischen "Parabol" folgt mit "Parabola" ein überraschend eingängiger, flotter Song, der näher am kommerziellen Mainstream gehalten ist als alles, was Tool bisher fabrizierten. Es folgt das mal dröhnende, mal im Mittelteil ruhig dahinplätschernde "Ticks And Leeches", dessen zur Schau gestellte Aggression bei der sonstigen filigranen Kunstfertigkeit des Albums irgendwie aufgesetzt wirkt. "Lateralis" kehrt zu dem Konzept der drei eröffnenden Songs zurück und entwickelt sich von dem genial einfachen "Spiral"-Motiv zu einem bombastischen Finale. Die drei letzten längeren Tracks, "Disposition", "Reflection" und "Triad", sind eine hörenswerte Rückkehr zur Psychedelic: lange, orientalisch gefärbte Instrumentalpassagen, gefühlvoller Gesang und nachdenkliche Texte; überraschend und äußerst gelungen.
Lyrisch gesehen sind die drei erste Songs "The Grudge", "The Patient" und "Schism" die Sternstunde von "Lateralus". Vielschichtig, aber nachvollziehbar und treffend wird die Schattenseite der menschlichen Gefühlswelt besungen. Das weist eine Tiefe auf, die weit über die Plattheiten hinausgeht, mit der viele andere heutige Bands über das Elend der Welt schwadronieren. Das Konzept von "Lateralus" ist es jedoch offenbar, den Weg zum "göttlichen Menschen" zu beschreiben, der dem alltäglichen Leiden allmählich entwächst. Besonders die zweite Hälfte des Albums strotzt vor Anspielungen und esoterischen Zitaten, die zeigen, dass Tool viele der einschlägigen Bücher gewälzt haben müssen. Allerdings wirkt der Versuch, den Menschen in die göttlichen Lichthöhen zu entrücken ("Lateralis") oft zu angestrengt, zu prätentiös. Von dieser Seite gesehen erweist sich "Lateralus" als stark "kopflastiges" Album, das seiner Story letztlich nicht gerecht wird. Die meiner Meinung nach gravierendsten Schwächen von "Lateralus" sind im Mittelteil gehäuft. Hier finden sich sowohl die musikalischen Konzessionen an den kommerziellen Mainstream, als auch die zweifelhaften Lyrics.


Saucerful of Secrets
Saucerful of Secrets
Wird angeboten von ZUMM31
Preis: EUR 12,98

50 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reifeprüfung, 25. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Saucerful of Secrets (Audio CD)
Anders als viele andere Bands, die später zu Weltruhm gelangten, blieben Pink Floyd der experimentellen Musik auch nach dem jähen Ende des "Sommers der Liebe" treu. Davon kündet schon das eröffnende "Let there be more light", das zwischen seinem wunderbar zerdehnten Intro, theatralischem Chor und mantra-ähnlichem "fade-out" am Ende die Landung eines Ufos beschreibt.
Nach diesem Höhenflug folgt das herzergreifend melancholische "Remember A Day", dessen Keyboard, Schlagzeug und Rick Wrights nasaler Gesang den sentimentalen Text sehr gut unterstreicht.
Der mit vielen farbigen Synthesizer-Klängen und einem einzigen Gitarren-Akkord gewobene Klangteppich bildet die Kulisse für das in "Set The Controls For The Heart Of The Sun" rezitierte Gedicht. Meiner Meinung nach ist dieser Song der einzige Schwachpunkt des Albums, da er nicht mit der ausgefeilteren, dramatischeren Live-Version auf "Ummagumma" mithalten kann.
Bemerkenswert jedoch ist "Corporal Clegg". Diese beißende Satire auf den (britischen) Offiziersstand ist eines der besten Frühwerke von Roger Waters und nimmt bereits einiges von dem vorweg, was ein Jahrzehnt später mit "The Wall" und "The Final Cut" folgen sollte. Waters deklamiert die Neurosen seines Protagonisten schrill und schräg, dazu passend dreht der Song in das aberwitzige Zerrbild eines Defiliermarschs ab, ehe er in einer wilden Kollage aus Sirenengeheul und Maschinengewehrfeuer endet.
Das lange Instrumental "A Saucerful Of Secrets" geht von von einem chaotischen Anfang über ein Drumsolo in einen harmonisch geordneten Orgelpart über. Die fast pastorale Atmosphäre der Schlusspassage verblasst jedoch etwas gegen den faszinierenden Auftakt mit seinem Salven und Garben von Gitarren, Keyboard und Schlagzeug, die ein wahres Klanggewitter erzeugen.
Zeit zum Luftholen bietet "See-Saw", ein leiser, leichter und verträumter Song - und die kommerziellste Nummer des ganzen Albums, die zwar einen locker-flockigen, aber nicht besonders tiefen Eindruck macht.
Ein Syd-Barrett-Song beschließt die LP: "Jugband Blues". Barretts unvergleichlicher Stil von der "Piper..."-LP ist geblieben, doch den Song umgibt wegen seiner Dissonanz und dem verstörenden Text eine düstere Atmosphäre, die lange nachhallt.
Bandchef und Haupt-Songwriter Syd Barrett war von den restlichen Floyd kurz vor den Sessions zu "A Saucerful Of Secret" gefeuert worden. Der Ersatzmann, Dave Gilmour, wird nur beim Titeltrack als Co-Autor genannt. Alle anderen Floyd - einschließlich Barrett - sind auf "A Saucerful Of Secrets" mit mindestens einer Eigenkomposition vertreten. Trotz der notwendigen Neuorientierung der Band wurde der Nachfolger von "The Piper At The Gates Of Dawn" zu einem Highlight der psychedelischen und experimentellen Popmusik. Trotz leichter Abstriche blieb die Originalität, die Fantasie und die Spielfreude der Band erhalten. Dies verlieh ihr eine Eigenständigkeit, die es vergleichbar in der Popmusik nicht gibt.


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