Profil für HHvG > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von HHvG
Top-Rezensenten Rang: 2.196.511
Hilfreiche Bewertungen: 35

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
HHvG

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Der zweite Code: Epigenetik - oder Wie wir unser Erbgut steuern können
Der zweite Code: Epigenetik - oder Wie wir unser Erbgut steuern können
von Peter Spork
  Gebundene Ausgabe

35 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tolles Thema, gutes Buch, aber nicht perfekt, 13. August 2010
JA, ein wirklich anregendes Buch zu einem ganz und gar spannenden Thema, was uns in den nächsten Jahren eher mehr als weniger beschäftigen wird. Wichtig an der Epigenetik ist doch die Erkenntnis, dass man auch gewisse Informationen von Generation zu Generation weitervererbt, obwohl sie nicht direkt in den Genen gespeichert sind, sondern viel eher deren Methylierungszustand betreffen. Was man von Vater und Mutter erbt, sind eben nicht nur die DNA, sondern auch die "Kabeltrommeln" (Histone), auf denen die DNA aufgeschnürt sind ... und die tragen auch Informationen. Eindrucksvolles Beispiel für ein epigenetischen Effekt: Fliegen, die während ihrer Entwicklung einem Hitzeschock ausgesetzt wurden, bekommen nicht weiße, sondern rote Augen, und sie bleiben auch in den Generationen danach rot. Das fügt einen ganz neuen, ganz wesentlichen Aspekt zu Darwins Evolutionstheorie hinzu, der in seiner Bedeutung kaum überschätzt werden kann. Sporks Buch ist am Anfang sehr gut und am Ende, wenn er über die Vererbung spricht. Er hat alle wichtigen Experimente im Buch, die man im Zusammenhang mit der Epigenetik so hört. Und er schreibt sehr eingängig. Ich war mir beim Lesen nicht immer ganz sicher, ob er den genauen Unterschied zwischen Genregulation und Epigenetik kennt. Bei Sprok wird im Zweifelfalle alles zu einer Frage der Epigenetik, das Wort wird ungebührlich weit ausgelegt und auch verwendet, wenn es sich nur um die Verwandlung von einer Larve in einen Schmetterling handelt. Mindestens drei Kapitel hätte man auf wenige Seiten runterkürzen können: da steht eigentlich nicht viel zur Epigenetik drinne und die Kapitel sind stattdessen vollgestopft mit Spekulationen und fast schon nervend häufigen Ermahnungen, sich richtig zu ernähren, Sport zu treiben und gut zu schlafen. Der Untertitel des Buches ("Wie wir unser Erbgut steuern können") ist ganz großer Käse. Wer sich gesund ernährt, steuert noch lange nicht sein Erbgut. Da wird manches doch ein wenig stark übertrieben. Und - ja! - das stört einen. Aber trotzdem: das Thema ist einfach gut und sehr faszinierend. Und diese Faszination, die der Autor ganz offensichtlich selbst verspürt hat, die kann er sehr gut an seine Leser weitergeben. Also: kaufen und lesen!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 31, 2014 10:18 AM MEST


Seite: 1