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Rezensionen verfasst von
Fiona Lorenz "FionaLorenz" (Trier)
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Awkward Moments (Not Found In Your Average) Children's Bible - Vol. I: Illustrating the Bible like you've never seen before! (Awkward Moments Childrens Bible)
Awkward Moments (Not Found In Your Average) Children's Bible - Vol. I: Illustrating the Bible like you've never seen before! (Awkward Moments Childrens Bible)
von Horus Gilgamesh
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,83

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super Weihnachtsgeschenk!, 5. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch habe ich einer befreundeten Familie geschenkt. Es enthält die richtige Portion Blut, Gemetzel und Hass, um zu verdeutlichen, was in den Bibelteilen AT und NT steht.
Daher rühren auch die "awkward moments", in denen man seinem Kind erklären muss, weshalb so viele Menschen dieses Werk (also die Bibel) für die Grundlage unserer "christilich-abendländischen Kultur" halten. Mir war neu, wie hasserfüllt die Predigten des Jesus waren, das wird in dem Buch sehr schön "rübergebracht". Alles in allem hat die beschenkte Familie sich gefreut. Dass das Buch nicht wirklich für Kinder ist - wie die "richtige" Bibel auch - versteht sich quasi von selbst.


Authentisch RDX 9 Stück Boxsack 122cm/152cm Gefüllt Sandsack MMA Handschuhe Klammer B D
Authentisch RDX 9 Stück Boxsack 122cm/152cm Gefüllt Sandsack MMA Handschuhe Klammer B D
Wird angeboten von B2Fitness
Preis: EUR 62,97

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie angekündigt, 5. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Boxsack kam früher als angekündigt, noch vor Weihnachten, mit einer Lieferzeit von unter einer Woche. Alles war dabei, das Paket ist voll von tollen Dingen, die man zum Einstieg brauchen kann. Meine Tochter war begeistert!


Dein Song 2011
Dein Song 2011
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 14,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochkarätige JungmusikerInnen, 29. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Dein Song 2011 (Audio CD)
Die Dein Song-Staffel im Kinderkanal ist eine Perle unter den Casting-Shows. Sie hebt sich angenehm ab von den üblichen zerstörerischen Ansätzen der Privatsender. Das Konzept ist wertschätzend und produktiv: 16 Kinder und Jugendliche werden aus den Hunderten (Tausenden?) von Einsendungen gecastet und relativ schnell stellt sich heraus, welche acht ins Finale gehen werden. Diese treffen dann ihre Paten und produzieren mit diesem Paten sowie mit hochprofessionellen Musikern ihren Song.
Danach folgt der Video-Dreh, der - wie schon die Musik - von Vollprofis gestaltet wird.
Zur Entstehung des Songs sowie des Videos wird während der vierwöchigen Staffel jeweils ein Making-Of gezeigt.
Am Ende der Staffel steht die Finalshow, in der die Kandidaten mit ihren Paten live ihre Songs präsentieren. Ein Zuschauer-Voting ermittelt den Songwriter des Jahres (in diesem Jahr: Sarah Pisek), alle anderen sind Zweitplatzierte.

Herausgekommen sind Songs der 11-18jährigen (!) Kandidaten, die jeder für sich ein Schmuckstück unterschiedlichster Genres darstellen.

Es ist erstaunlich, welche Talente und welches Potenzial in diesen jungen Menschen stecken und wie das Kika-Team es geschafft hat, diese Kandidaten zur optimalen Entfaltung zu bringen.

Zur CD gibt es die DVD mit den tollen Videos, sehr sehenswert!
Empfehlung: Unbedingt reinhören (und reinschauen)!


Baustelle Körper: Bioethik der Selbstachtung
Baustelle Körper: Bioethik der Selbstachtung
von Franz Josef Wetz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anregender, diskussionswürdiger und höchst informativer Beitrag zur Bioethik-Diskussion, 9. Oktober 2009
Der Philosophieprofessor Franz Josef Wetz plädiert in seinem beachtenswerten Buch für eine liberale Bioethik und Biopolitik, orientiert an menschlicher Selbstachtung, insbesondere an den Heilungs- und Freiheitsinteressen der Bürger.

Als Einstieg wählt Wetz das Verhältnis zum Körper. In der abendländischen Kulturgeschichte wurde dieser ignoriert und verachtet wie sonst nichts. Heute jedoch wird Körperkult hoch gehandelt, der Körper soll interessant und erotisch, gesund und durchtrainiert sein ' er ist zu einer Fläche öffentlicher Selbstinszenierung geworden. Der schöne Körper ist machbar, ein gestaltbares Ding ' ein Bild, das, so Wetz, mit der medizinischen Vorstellung des Körpers als eines reparier- und manipulierbaren Objekts aufs Genaueste übereinstimmt. Man ist selbst verantwortlich für das eigene gesunde Leben.

Nach diesem Aufriss zum veränderten Körperbewusstsein schreitet Wetz das weite Feld der heutigen biotechnischen Möglichkeiten ab und vermisst es mit dem Maßstab der zunächst zu definierenden Menschenwürde. Auf der Grundlage zweier Fragekategorien werden die biotechnischen Verfahren geprüft: 1. ob die von Biotechnik und Biomedizin verfolgten Ziele mit der Menschenwürde vereinbar sind. Und 2. ob die benutzten Mittel die gesteckten Ziele erreichen bzw. ob die verwirklichten Ziele mit den erwarteten Folgen übereinstimmen.

Angenehm ist die Zusammenfassung der Thematik und deren kurze Bewertung bereits in der Einleitung.

Zu den Bereichen Patentierung von Genen, Versuche an einwilligungsunfähigen Patienten, Genomanalyse und Gendiagnostik, Eingriffe ins menschliche Erbgut, Gendoping, Embryonen, Stammzellen, Präimplantationsdiagnostik, Neuroimplantate, reproduktives Klonen, künstliche Befruchtung, Schwangerschaftsabbrüche, Organspenden, Patientenverfügungen, Sterbehilfe, Beihilfe zur Selbsttötung, Schmerztherapie und dem Umgang mit Leichen, beschreibt Wetz zunächst die biologischen bzw. medizinischen Verfahren sowie die derzeitige Gesetzeslage, und untersucht anhand seiner entwickelten Kriterien, inwieweit der jeweilige Inhalt mit der Menschenwürde vereinbar ist und deshalb unter bestimmten Bedingungen erlaubt oder nicht erlaubt sein sollte.

Hier stellt Wetz beinahe sämtliche bestehenden Gesetze mit logisch aufschlussreichen Darlegungen in Frage. Er berücksichtigt dabei stets den heterogenen Wertekanon unserer heutigen Gesellschaft und plädiert eben deshalb für einen liberalen Staat mit individuellen Entscheidungsmöglichkeiten der Bürger je nach ihren Wertevorstellungen.

Sätze wie: 'Man sollte die Menschenwürde gerade dann achten, wenn es sie nicht gibt, damit es sie gibt', veranschaulichen die prinzipielle Herangehensweise des Autors an das Thema Menschenwürde. Interessante und überwiegend erfreulich nachvollziehbare Reflexionen zeichnen das Buch insgesamt aus. Fein säuberlich trennt Wetz immer wieder zwischen Vorgehen bzw. Handlung und Absicht, zwischen dem Existenten ("behinderter Mensch") und dem Allgemeinen ("Behinderung"), was der Argumentation auf angenehme Weise zugute kommt. Er bleibt pragmatisch, indem er auf das 'Wesen' des Menschen verweist sowie auf die Notwendigkeit, als Staat wissenschaftlich, technologisch und ökonomisch konkurrenzfähig zu sein.

Nicht in allem wird Wetz übereinstimmende Resonanzen hervorrufen ' den einen wird er zu radikal die bestehenden Weltsichten und Gesetze in Frage stellen, den anderen vielleicht sogar an einigen Stellen zu wenig Konsequenz an den Tag legen, wie etwa beim reproduktiven Klonen oder der letztendlichen Unterscheidung zwischen Mensch und Nicht-Mensch, mit der beispielsweise Tierschützer sicherlich Probleme haben werden.

Insgesamt hat Franz Josef Wetz jedenfalls mit Baustelle Körper einen anregenden, diskussionswürdigen und höchst informativen Beitrag zur Bioethik-Diskussion vorgelegt.


Archetyp
Archetyp
von Ralf König
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Lehrstück? Köstlich, lustig, lehrreich, 9. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Archetyp (Gebundene Ausgabe)
Nach dem Prolog, ab Seite 29 erst, geht es richtig los mit dem Archetyp. Luz taucht auf, die altbekannte Schlange aus dem Prototyp, nebst Gott, der damals '"vielleicht"' "'etwas überreagiert"' hat, denn schließlich hat die Erschaffung der Welt seine Nerven strapaziert, und mittlerweile erscheint er als gemütliche, ziemlich coole Type. Aber Noah, mit einem Bart, der fusselig und dunkel! Der nervt! Der nach eigenem Bekunden einzige Mensch, der '"fromm und ohne Tadel'": ein religiöser Eiferer. Bitterbös. Mit dem Warnschild in der Hand steht er mal in Sodom, mal in Gomorrha ' am liebsten im Rotlichtviertel ' herum und verkündet, das Ende sei nah. Er ist es nun, der den Weltuntergang von Gott verlangt. Dieser willigt ein, um Noah irgendwie vom Hals zu kriegen und überlegt dann, wie er dieses Problem lösen soll. Die Geschichte der Arche und des Typs löst sich irgendwann, nach einigen Knallern, in Wohlgefallen auf. Und dann auch wieder nicht.

Archetyp ist in seinen Details so liebevoll bebildert und getextet, ich habe das Buch mehrmals gelesen, um mir hoffentlich nichts entgehen zu lassen. Wie "Noahs Frau"(deren Name in der Bibel offenbar unerwähnt bleibt) im Zelt sitzt, neben sich das freundlich dreinblickende Schaf, von dessen Hinterteil sie direkt die Wolle abstrickt, gibt ein definitiv feines Bild. Gesichtsausdrücke von Mensch und Tier, ganz allgemein und insbesondere noch extra, sind köstlich, lustig, lehrreich. Mit mancher Zeichnung hat Ralf König monumentale Aussagen derart auf den Punkt gebracht, dass nur andächtiges Staunen, Lachen oder Heulen bleibt. Als Beispiel sei genannt das Tier zum Text: "Ob Noah wirklich Tiere mag: erstmals im Rowohlt Buchverlag!"

Und auch das Wort, ob gereimt oder im Fluss, trifft gelegentlich von hinten durch die Brust ins Auge, autsch! Kurzum: Ralf Königs Comic stellt eine einmalige, erzählende Kunstform dar, die Herz und Geist erfreut.

Würde ich nun schreiben, Archetyp sei ein mehrschichtiges Lehrstück, träfe das zwar zu, griffe aber viel zu kurz. Nichtsdestotrotz kann man die eigene Ähnlichkeit zu genau dem Noah, über den man sich eben noch hämisch belustigte, irgendwann nicht abstreiten. Und das macht Archetyp zu einem auch düsteren Werk, das unterhält, amüsiert, belustigt und traurig machen kann, je nachdem.


Adeline, grün und blau
Adeline, grün und blau
von Michèle Minelli
  Gebundene Ausgabe

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Divide et impera, teile und herrsche, 4. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Adeline, grün und blau (Gebundene Ausgabe)
Aruak Eiland ist die fiktive karibische Insel, auf der, im ersten Roman von Michèle Minelli, Adelines Leid ihren Anfang nimmt. Es sollte das Paradies sein, doch stattdessen landet sie in Daves Familie, einer Sammlung armer und desolater Menschen, die die blonde Adeline verachten. Sie stinkt. Weiße stinken.

Die junge Adeline, gerade 18, wird verächtlich beschimpft und ausgeschlossen. Und eingeschlossen, denn Dave lässt sie nie alleine vor die Tür gehen. Nicht einmal auf die Veranda. Und irgendwann, urplötzlich, schlägt er sie.

Adeline, grün und blau, zeigt eine junge Frau, die im Verlauf eines langsamen Prozesses zusehends massiver unterdrückt wird. Sie entfloh ihrer gleichgültigen Familie in der Schweiz mit diesem jungen, schönen Schwarzen, der ihr viele Versprechungen machte, und landet mitten im öden, schmerzerfüllten Elend.

In winzig kleinen Kapiteln schreibt Adeline ihrer toten Schwester, werden ihre endlos hingezogenen, entsetzlich langweiligen Tagesabläufe mit nächtlichen Gewaltexzessen, Daves 'Korrekturen', beschrieben, all dies aus einer Distanz, die das Buch streckenweise fast unerträglich werden lassen ' Fragmente einer Zerstörung. Es wirkt wie ein wahr gewordener paranoider Traum, aus dem Adeline keine Chance hat zu entkommen:

'Adeline ist sich sicher: Wenn sie nur lange genug wartet, die Luft anhält und sich still verhält, wird Dave eines Tages schon merken, was er an ihr hat ' und endlich damit aufhören, sie zu verprügeln.'

Dave und sie pendeln einige Male zwischen Aruak Eiland und der Schweiz. Aber auch in der heimatlichen Schweiz ist sie isoliert, darf keine Kontakte unterhalten. Während Dave, ihr 'Schöpfer', ständig unterwegs ist, zu dieser Frau, zu jener. Er, der selbst von seiner Mutter brutal misshandelt wurde und das vollkommen in Ordnung findet, geht limen, nichtstun, abhängen. Adeline vereinsamt. Das Buch handelt von extremer existenzieller Einsamkeit inmitten grundverschiedener Gesellschaften.

Bis der Siedepunkt erreicht ist und Adeline beginnt, sich zu wehren.

Und alle haben davon gewusst.

'Divide et impera, teile und herrsche' ' Adeline zeigt: So kinderleicht geht das mit dem Etablieren einer Diktatur! Sei es Mobbing auf der Arbeit, sei es eine diktatorische Regierung oder eine gewalttätige Beziehung, der Prozess vollzieht sich mitunter schleichend, die Betroffene glaubt dauerhaft an Besserung, und niemand hilft. Zum Glück hilft Adeline sich selbst, und dann erst kann sie auch Unterstützung von anderen erbitten. Die diese ihr liebend gern gewähren!


Die Schrecken des Paradieses: Wie lebenswert wäre das ewige Leben?
Die Schrecken des Paradieses: Wie lebenswert wäre das ewige Leben?
von Esther Vilar
  Broschiert
Preis: EUR 13,00

51 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, tiefgründig und amüsant:' Für die Illusion eines Lebens nach dem Tod zahlt man stets mit dem Leben., 1. Juli 2009
'Esther Vilar malt mit schonungsloser, atemberaubender Konsequenz aus, wie lebenswert das ewige Leben wäre. Da nach ihrer Einschätzung ca. 95 Prozent der Menschheit an ein Leben nach dem Tode, an ein ewiges Leben, glauben, lohnt es sich durchaus, dieser Frage einmal nachzugehen.

Grundlage von Vilars Argumentation ist die Todesangst jedes Menschen, die so selbstverständlich ist, dass sie kaum je thematisiert wird. Allerdings führt diese Todesangst uns Menschen in diverse 'Überlebensversicherungskonzerne', die ihren Anhängern diesseitig viel Zeitaufwand und Energie abfordern, um jenseitig mit 'möglichst umfassenden Komfortgarantien anzutreten'. Nicht nur das: Die Überlebensfachleute verlangen, dass wir mit allem zahlen, was wir besitzen, 'mit unserer Individualität, unserer Freiheit, unserer Freude am Leben', und dafür sollen wir gelegentlich auch andere töten, die nicht Mitglied unseres speziellen Überlebenskonzerns sind. Unsere Lebenswelt ist also, meint Vilar, ein 'gigantisches Narrenhaus', in dem wir in ständiger, berechtigter Sorge vor religiös bedingten Lebensverkürzungen unser Dasein fristen.
Und wofür? Für die unbescheidenste aller Annahmen, diese phänomenale Selbstüberschätzung, man sei zu wertvoll, um zu vergehen!

Das Paradies ist schließlich anthropozentrisch, denn es soll ja vorstellbar sein und unseren hausbackenen Wünschen entsprechen. Denn wir erträumen uns ja mehr oder weniger das, was wir schon auf Erden ersehnten. 'Alles wie daheim, nur eben viel, viel schöner.'
Gott existiert dort, klar -' gehen wir doch konsequenterweise für dieses Gedankenspiel davon aus, dass eine Prämisse, die nicht wahr sein kann, der Überprüfung halber doch wahr ist. Beiläufig zerpflückt Vilar auf ihrem Weg durch das Paradies die eine und die andere religiöse Anmaßung ('Obwohl das Verb glauben eine Umschreibung für nicht wissen ist, tut man stets so, als wisse man alles').
Und so präsentiert uns Esther Vilar eine überraschende Wendung nach der anderen. Gott ist lieb, allwissend und allmächtig, denn ein ohnmächtiger, uninformierter, cholerischer Gott wäre ja ein Wesen wie man selber. Das Jüngste Gericht verläuft grundanders, als man landläufig denkt. Gerechtigkeit bezieht sich auf Geschlecht, Alter, Aussehen, Besitz, Gesundheit. Die Engel sind tugendhaft und gut, Sex hat man, mit wem man will, Eifersucht gibt es nicht '- im Paradies, als Engel, ist man endlich frei! Es gibt nichts mehr, wofür sich zu kämpfen lohnte. Das Paradies ist perfekt.
Weshalb der Fromme irgendwann 'seinen Herrgott auf Knien bäte, (das Paradies) wieder abzuschaffen', ist ein derart intellektuelles und die Lachmuskeln anregendes Vergnügen, das man es sich auf jeden Fall gönnen sollte!
Doch damit nicht genug: Esther Vilar zeigt uns einen Weg, wie wir uns ein Paradies auf dieser Welt schaffen können, ein Paradies, welches bislang zu einem guten Teil an jenen scheitert, 'die an ein Paradies im Himmel glauben und alles tun, um eines Tages dort zu leben.' Sie untersucht verschiedene philosophische Richtungen ' Epikureismus, Buddhismus und Stoizismus ' in Bezug auf ihre Brauchbarkeit als Sterbensangsttherapie und entwickelt schließlich einen eigenen Vorschlag, wie wir unser Leben so gut als möglich gestalten können.

Ein ethisch denkender Mensch darf sich keinesfalls einer Religion unterwerfen, die mit ewigem Höllenfeuer droht, wie Michael Schmidt-Salomon bereits in seinem Roman Stollbergs Inferno ausmalte. Deshalb, so formuliert er in seinem Nachwort, stellt Vilars Entwurf eines besseren und einmaligen Lebens für ihn eine 'Liebeserklärung an das Leben' dar.

Fiona Lorenz


Der Darwin-Code: Die Evolution erklärt unser Leben
Der Darwin-Code: Die Evolution erklärt unser Leben
von Sabine Paul
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

14 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Evolution erklärt unser Leben, 8. Mai 2009
Endlich ein Buch, das mir mein Leben erklärt ' darauf hatte ich schon immer gewartet! Und tatsächlich: Sehr viele Aspekte des Lebens, von Steak und Schokolade, Helden und Terroristen, bis hin zum Sinn des Lebens, werden in Der Darwin-Code des Autoren-Duos Thomas Junker und Sabine Paul kurz und prägnant auf den Punkt gebracht ' und mit einiger Sicherheit werden etliche ihrer deutlich herausgearbeiteten Positionen Widerspruch hervorrufen!
Die Biowissenschaftler Junker und Paul haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Deutungsmacht einer neuen, wie sie es bezeichnen: evolutionären Kulturwissenschaft zu dokumentieren. Und dies gelingt ihnen mit leichter Hand. Hintergrund ihres Ansatzes ist die Argumentation, dass viele der für Menschen typischen Eigenschaften erst im Licht der Darwin'schen Theorie verständlich werden. Ob die zu Tage geförderten Erkenntnisse moralisch bedenklich sein mögen oder nicht, das ändere nichts an ihrer Existenz. Allerdings könne man ihre Wirkungsweise erforschen, um sie zu verstehen und eventuell die Gegebenheiten der Natur im Sinne der eigenen Wünsche beeinflussen zu können. Einleuchtend ist an dieser Stelle der Vergleich mit der Überwindung der Schwerkraft, welche täglich durch Tausende von Flugzeugen bewiesen werde.
Hier eine kurze Auflistung der Themen im Buch: Ernährung, d.h. Paläolithische Gene treffen heute auf neolithische Ernährung. Die sexuelle Selbstbestimmung führt zur Evolution durch Partnerwahl. Das Handikap-Prinzip. Helden und Terroristen und die Frage, welchen Selektionsvorteil es einem Menschen bringen soll, wenn er sich selbst tötet. Die Rolle der Religion als 'Pseudofamilie' kommt an dieser Stelle ins Spiel.
Ein wesentlicher Teil des Buches ist der Kunst gewidmet, die, so Junker und Paul, den Siegeszug des modernen Menschen, des homo sapiens, erst ermöglicht habe. Das kollektive Wissen kann zur Konformität und Indoktrinierbarkeit führen und stellt einen Schatz an richtigem wie falschem Wissen dar. Die Kunst zeigt sich wiederum als Luxusgut im Sinne des Handikap-Prinzips und belegt die genetisch attraktivitätssteigernden Qualitäten ihrer Produzenten in Bezug auf Schönheit, Außergewöhnlichkeit und Verschwendung.
Im letzten Kapitel über evolutionäre Strategien werden auf verschiedenen Ebenen biologische Erklärungen mit religiösen Strategien verglichen und auf ihre Tauglichkeit abgeklopft.
Der Darwin-Code von Thomas Junker und Sabine Paul ist ein wichtiger und gelungener Baustein zum Verständnis des Lebensnotwendigen für uns Menschen, und es ist ihm zu wünschen, dass es nicht nur in den Naturwissenschaften, sondern vor allem in den Geistes- und Sozialwissenschaften fruchtbare Resonanzen auslöst und heiße Diskussionen anstößt.
Fiona Lorenz


Prototyp
Prototyp
von Ralf König
  Gebundene Ausgabe

16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ralf König zeigt in Prototyp seine ureigene Version der Schöpfungsgeschichte., 8. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Prototyp (Gebundene Ausgabe)
Schon der Einband ist untypisch unbunt: schlichtes, edles Schwarz mit Goldlettern. Ist aber doch auch ewige Dunkelheit, und dann: "Es werde Licht!" - Gott spricht Fraktur -, und die derart brutal geweckte gehörnte Schlange beschwert sich: "Gott! Lass endlich Nacht sein, wenn Nacht ist!!! Mach's Licht aus!!" Doch Gott will sein eben erschaffenes Ebenbild präsentieren - Ein Affe? - "Affe?! Das ist kein ,Affe`!! ... Dies ist ein Mensch!!" Fortan folgen wir den unermüdlichen Diskussionen der listigen Schlange mit Gott, die Adam mit Verstand und ihren "schmutzigen Ideen von der Sexualität" ausgerüstet sehen will. Adam, der einstweilen den Herrn lobpreisend besingt, lebt paradiesisch einfach und dumm, während Gott launisch an ihm herumexperimentiert, seine Kapazitäten mal hoch-, dann wieder erschreckt runterfährt, wenn Adam etwa zu klug wird.

Der Tierstimmtest ist eines von vielen Highlights in Prototyp, wenn der Hahn erst RÖHRt, dann QUIEKt und QUAKt, bis er schließlich KRÄHt, und Gott beschließt: "Gut. Der Hahn kräht..." Köstlich sind auch Gottes Experimente, wenn er zum Beispiel der einzige sein will, der weiß, was Adam sexuell wirklich braucht und dieser anschließend röchelnd am Boden liegt und Gott um das Gleiche bitte nochmal anfleht!

Gott, Adam und die Schlange liefern sich kreuz und quer absurde Erklärungen und hochintelligente Debatten, philosophische, aufklärerische und religionskritische Sentenzen, dass es kracht (selbstredend ergänzt durch ein "Grunz", "Schnauf" oder "Knurr" an der passenden Stelle). Ein beispielhaftes Sintflütchen, eine unglaubliche Variante des Höhlengleichnisses und eine Eva, die gar nicht dumm ist, serviert uns Ralf König dazu auf dem Silbertablett. Dabei ist jederzeit klar zu erkennen, dass sämtliche Figuren, ihre Knollennasen, ihre Mimik, Gestik, Körperhaltung und die Farbgestaltung aus Ralf Königs Feder stammen. Ich habe aus einem Comic noch nie so viele wissenschaftliche und philosophische Erkenntnisse gewonnen wie aus Prototyp und musste dabei auch noch ständig losprusten - herrlich!


Ich habe abgeschworen: Warum ich für die Freiheit und gegen den Islam kämpfe
Ich habe abgeschworen: Warum ich für die Freiheit und gegen den Islam kämpfe
von Mina Ahadi
  Gebundene Ausgabe

38 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, intelligent und informativ: Die Streitschrift einer mutigen Frau., 3. März 2008
Mina Ahadi, weltweit aktivste Kämpferin gegen Steinigung und Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime, hat ein spannendes und intelligentes Buch über ihr bewegtes Leben geschrieben. Zusammen mit Sina Vogt, die Ahadi interviewte und die Hintergrundinformationen für das exzellent recherchierte Buch zusammentrug, gelingt es Mina Ahadi, ihre Autobiografie in einer Weise mit Sachthemen zu verknüpfen, die bei der Lektüre keinen Moment Langeweile aufkommen lässt.

Wer sich dafür interessiert, aus erster Hand zu erfahren, welche Auswirkungen der politische Islam im Iran und anderen islamischen Ländern auf die Menschen hat, sollte dieses Buch lesen. Es zeigt auf, wie die Prozesse der Islamisierung am eigenen Leib spürbar sind -Angst, Einsamkeit, Folter und Mord -, und was uns in Europa erwartet, wenn wir falsche Toleranz üben und menschenfeindliche Parallelgesellschaften entstehen lassen.

Ahadi gelingt es immer wieder, den Bogen zwischen ihrer zum Teil sehr persönlich erzählten Lebensgeschichte und gesellschaftlichen wie politischen Ereignissen zu spannen. Ihre Argumentation beispielsweise gegen das Kopftuch als erster Schritt in die Unterdrückung von Menschen, vor allem von Frauen, ist zwingend. Sie stellt den Bezug zum gesellschaftlichen Umgang auch mit christlichen Religionen und dem Privileg der Kirchen insbesondere in Deutschland her, mit der Aufforderung, diese zu überdenken. Sie prangert politische Entscheidungsträger an, die massive Menschenrechtsverletzungen wie Folter, Steinigung, Ehrenmorde" weder innen- noch außenpolitisch hinreichend thematisieren.

Trotz aller tragischen Erlebnisse - Ahadis erster Mann wurde von den iranischen Islamisten verhaftet und ermordet, sie lebte ein Jahr in ständiger Angst im Untergrund in Teheran und danach zehn Jahre als Partisanin in Kurdistan ohne Kontakt zu ihrer Familie - durchziehen ihr Mut, ihre Kraft und ihr Durchsetzungsvermögen ihr ganzes Leben, und die Lebensfreude dieser Frau mit den leuchtenden Augen wird immer wieder sichtbar. Ahadi steht immer wieder auf, sie sagt laut ihre Meinung, auch wenn sie sich damit in Lebensgefahr begibt. Sie tut dies für uns alle, für unser aller Freiheit. Damit wir alle, aber insbesondere muslimische Frauen, Mädchen, Jungen und Männer, sich befreien können aus dem Diktat der Religion, damit wir unsere Meinung frei sagen können, damit wir Sex haben können, mit wem wir wollen und ihn ablehnen können, wenn wir nicht wollen. Damit wir unsere Angst vor Terror und einem übermächtigen Allah oder Gott ablegen und selbstbestimmt leben können.

Mina Ahadi zeigt mit ihrer Lebensgeschichte, dass man die Hoffnung auf eine bessere Welt nie aufgeben sollte, dass man gehört wird, wenn man aufsteht und sich eine Stimme gibt.


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