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Rezensionen verfasst von
Jürgen Weber

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Rhythmen des Lebens - Die erste Genesis-Autobiografie
Rhythmen des Lebens - Die erste Genesis-Autobiografie
von Mike Rutherford
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 23,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mike Rutherfords lebendige Jahre zwischen Genesis und seinem Vater, 3. August 2014
Schon der Rückentext und das Vorwort der Biografie von Mike Rutherford lassen erahnen, dass dessen Vater in seinem Leben und auch in diesem Buch eine zentrale Rolle spielt. Der ehemalige Offizier der britischen Navy ist daher folgerichtig auch schon auf dem Cover des Buches in seiner Marineuniform zu sehen. Wer hier aber eine konfliktreiche Lebensgeschichte mit einem angespannten Vater-Sohn-Verhältnis in aufeinander prallenden Welten von Marine und Progressivrock der frühen Siebziger erwartet, liegt völlig falsch: es gibt kein negatives Wort des Sohnes über seinen Vater, im Gegenteil: Mike Rutherford wurde immer von seinen Eltern gefördert und unterstützt. Warum aber nur der Vater und nicht auch seine Mutter mit derartig viel Lob, Anerkennung und Respekt in seinem Buch geehrt wird, bleibt dabei vielleicht sein Geheimnis.

Mit Rhythmen des Lebens liegt nun aber nicht nur die Lebens- und Familiengeschichte eines Marineoffiziersohnes vor, sondern auch die erste Autobiografie eines Genesis-Mitglieds, was natürlich Fanherzen höher schlagen lassen dürfte. Und auch ich persönlich fand das Buch durchaus unterhaltsam, ohne ein wirklich eingefleischter Genesis-Fan zu sein. Die Geschichte von Rutherford ist natürlich eng mit der Geschichte von Genesis verknüpft, und somit zieht diese sich wie ein roter Faden durch diese Autobiografie: die ersten, nur mäßig erfolgreichen Alben, die ersten Besetzungswechsel in der Frühzeit der Band u. a. mit dem Ausstieg von Anthony Phillips, schließlich der Ausstieg von „Pete“ Gabriel. Sowohl die Phasen der „alten“ Genesis (die ersten progressiven Scheiben) als auch die „neuen“ Genesis (Anfang der Achtziger) und schließlich die kommerziell richtig erfolgreiche Zeit (The Invisible Touch, We can't dance) werden neben dem bisherigen Schlusspunkt Calling All Stations erstmals aus der Sicht eines Gründungsmitglieds beleuchtet - zwar nicht immer allzu kritisch und eher wenig ausführlich und selten tiefgehend, dafür aber zumindest aus erster Hand. Calling All Stations wird übrigens auf einer halben Seite (!) abgehandelt und der Name Ray Wilson nur einziges Mal erwähnt (in der Liste der Danksagungen blieb er übrigens auch unberücksichtigt).

Etwas lieblos ist wohl der sehr trivial geratene deutsche Titel Rhythmen des Lebens geraten, der Originaltitel des Anfang 2014 erschienen Buches, „The Living Years“, ist wohl doch wesentlich passender, zumal der Titel des erfolgreichsten Mike+The Mechanics-Hits einen gewissen Bezug zum Tod des Vaters Mitte der Achtziger hat. Ansonsten ein nettes Buch – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Papa Rutherford hätte an diesem Buch wohl seine Freude gehabt und wäre jedenfalls stolz auf seinen Sohn.


Sex Money Kiss
Sex Money Kiss
von Gene Simmons
  Taschenbuch

1.0 von 5 Sternen "Blöde Männer werden immer heiraten. Ebenso wie kluge Frauen" - Finanztipps vom KISS-Bassisten Gene Simmons, 1. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Sex Money Kiss (Taschenbuch)
Sex sells - das weiß auch Gene Simmons und lässt den Sex in seinem Buchtitel Sex Money Kiss nicht nur auftauchen, sondern stellt ihn auch ganz nach vorn. Dabei spielt Sex eher eine untergeordnete Rolle in seinem Buch, und was das Thema KISS angeht, darf man hier auch keine tieferen Details über die Geschichte der Band oder gar Simmons' Beziehungen zu Cher und Diana Ross erwarten. Hier verweist der KISS-Bassist auf seine Autobiografie Kiss and Make-Up, welche es, wie er nicht müde wird zu betonen, in die Bestsellerlisten geschafft hat. Nein, dieses Buch handelt in erster Linie, oder besser gesagt fast nur, vom Mittelteil des Titels, nämlich von Money und ist somit eine Art Finanzratgeber eines Rockstars.

Es geht eigentlich im Großen und Ganzen um den amerikanischen Traum, der im Allgemeinen vom Tellerwäscher zum Multimillionär und im Speziellen bei Gene Simmons vom Zeitungsausträger zum Rockstar, Schauspieler, Manager, Produzenten und Verleger führt. Das Thema Geld ist dabei zum Teil derart präsent, dass man sich über einige erlösende KISS-Randgeschichten richtig freuen kann. Ich habe nicht nachgezählt, aber das Wort Geld scheint eines der häufigsten Substantive in diesem Buch zu sein. Simmons liebt Geld jedenfalls ebenso wie die amerikanische Lebensweise und das amerikanische Steuersystem ("Für meine Steuergelder bekomme ich eine mit Atomwaffen ausgerüstete Armee, ein Fernstraßennetz, Schutz durch Polizei und Feuerwehr...").

Was er dagegen nicht liebt, ist das amerikanische Unterhaltsrecht ("Sind Sie männlich, egal wie alt, und wollen heiraten? TUN SIE ES NICHT! Jetzt nicht und auch später nicht!"). Und in diesem Zusammenhang sein Ratschlag an die Frauen: Heiraten! Und zwar so schnell und so oft es geht wie möglich! Die wichtigsten übrigen Kernaussagen seiner sehr direkten und pragmatischen Lebensphilosophie sind zusammgefasst: Geld macht glücklich, Geld ist der Schlüssel zu allem, Liebe macht nicht satt und Frauen wollen Männer mit (viel) Geld. Ferner auch noch: gib der Kirche kein Geld und Geiz ist geil (so lautet tatsächlich eine der Überschriften in der deutschen Übersetzung).

Sein Erfolgsrezept, welches er anfangs darlegt, ist zunächst einmal der richtige Umgang mit Geld. Seine Ratschläge sind zwar zum Teil so banal und platt wie sein (oder das amerikanische?) Geschlechterverständnis, aber eine gewisse Wahrheit kann man ihnen nicht absprechen: laufende Kosten minimieren, nur Geld für Dinge ausgeben für die man auch das Geld hat, man braucht nicht wirklich ein tolles Auto, lade Frauen nicht ins Kino oder zum Essen ein sondern gehe gleich direkt zu ihnen nach Hause, spare und sei geizig, arbeite sieben Tage in der Woche statt fünf und mache keinen Urlaub. Und: keinen Alkohol, keine Drogen, keine Zigeretten. Wohl alles gute Tipps; würden wir uns in Deutschland etwas mehr daran halten, wäre wohl RTL-Schulden-Nanny Peter Zwegat arbeitslos...

Was dann folgt, sind alle möglichen Geschäftsmodelle von Gene Simmons, die aber fast alle entweder etwas mit dem Thema KISS oder aber mit dem Bekanntheitsgrad seiner Person zu tun haben und somit wohl nur bedingt auf jeden Leser übertragbar sind. Das beginnt bei sowohl erfolgreichen als auch gescheiterten KISS-Merchandising-Produkten wie KISS-Toilettenpapier, KISS-Schuhen, KISS-Filmen, KISS-Schokoküssen, KISS-Wrestlern und geht über den Bau und Vertrieb von Bassgitarren und -verstärkern bis zur Verlagsgründung ("Simmons Books"), zu Comics ("Simmons Comics"), zur Labelgründung ("Simmons Records") und vielem mehr.

Simmons ist sehr von sich überzeugt und sieht dies auch als eine positive Seite von sich - und provoziert dabei eben gern: "... eigentlich ist mir klar, dass ich weder besonders gut noch besonders übel aussehe. Aber ich weiß genau, dass ich nach einer kurzen Begrüßung sofort Ihre Feundin abschleppen könnte - ganz egal, wie gut Sie selbst aussehen.". Aber solche Sätze erwartet man vielleicht auch von einem Buch von Gene Simmons. Und so etwas vielleicht auch: der perfekte Tag endet für einen Mann mit einem "Zwanzig-Sekunden-Furz, der viermal die Tonhöhe wechselt und den Hund dazu bringt, das Zimmer zu verlassen.". Oder: "Ein Mann trägt die Verantwortung und muss sich eines klar machen: Gott mag ihm ja zwei Eier gegeben haben, aber sobald er geheiratet hat, gehört eins ab sofort ihr.". Oder: "...wer sich zum Pissen wie ein Welpe hinhockt, kann nicht mit den großen Wölfen mitlaufen."... Sex Money Kiss ist wohl eher für Männer als für Frauen geschrieben...

Und somit dürften Gene Simmons' Verallgemeinerungen über Männer und Frauen und ihre Rolle in der Gesellschaft hierzulande nicht unbedingt auf die Gegenliebe von Feministinnen stoßen. So hält er es für Blödsinn, olympische Disziplinen für Männer und Frauen getrennt zu werten ("In der Natur gibt es nur ein Gesetz. Das des Stärkeren."). Aber ansonsten kann man ihm eine Frauenfeindlichkeit in seinem Buch nicht nachsagen, er respektiert sie ausdrücklich - auch oder erst recht welche mit geschäftlichem Erfolg, mögen sie auch eine Ausnahmeerscheinung sein.

Das mag insgesamt alles ein wenig an seinen deutschen Kollegen Dieter Bohlen erinnern (wenn dieser nicht zweimal verheiratet gewesen wäre...), oft aber auch an Dagobert Duck, vor allem wenn Simmons ausführlich und überaus begeistert von seinem patentierten Firmenlogo, einem Geldsack mit Dollarzeichen drauf, berichtet...

Zusammenfassend ist Sex Money Kiss einerseits unterhaltsam zu lesen, denn bei der Lektüre kann man so manches Mal grinsen, aber auch so manches Mal den Kopf schütteln. Andererseits geht es inhaltlich manchmal auch etwas langweilig zu, da sich vieles wiederholt. Für einen Finanzratgeber ist das Buch wohl etwas zu speziell, daher wird man es wohl nicht von der Steuer absetzen können, für eine KISS-Biografie dagegen steckt zu wenig KISS drin. Aber: mit einem Preis von nur 12 Euro ist es recht preiswert und in jedem Fall damit günstiger als eine Heirat...

(Rezension von musikansich.de)


Die Geschichte von KISS: Unsere Anfangsjahre
Die Geschichte von KISS: Unsere Anfangsjahre
von Ken Sharp
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie man mit Schminke die Welt erobert: Die Anfangsjahre von KISS, 1. Juni 2014
Paul Stanley und Gene Simmons sind die einzigen noch verbliebenen Originalmitglieder der Rocklegende KISS, und daher weckt eine Biografie der Amerikaner über die Anfangstage der Band, bei der diese beiden als Co-Autoren benannt sind, wohl durchaus Interesse. Weitaus interessanter wird das Buch Die Geschichte von KISS – unsere Anfangsjahre, welches mit Ken Sharp entstand, aber auch durch die Tatsache, dass auch Peter Criss und Ace Frehley, welche KISS nacheinander Anfang der Achtziger verließen, um dann Mitte der Neunziger für einige Jahre wieder zurückzukehren (mittlerweile aber erneut nicht mehr dabei sind) ebenfalls zu Wort kommen.

Ex-Mitglieder einer Band haben haben halt doch oft eher eine kritischere Sichtweise auf die Vergangenheit als aktuelle Mitstreiter, doch kritische Worte gibt es in diesem Buch über KISS im Allgemeinen oder auch speziell über Stanley und Simmons von Criss und Frehley natürlich nicht (andeutungsweise gibt es neben anerkennenden Worten auch kritische Anmerkungen über Criss und Frehley...). Aber da es in diesem Buch um die Anfangsjahre von KISS und somit nur um die Jahre von 1972-1975 geht, kann da natürlich keine schmutzige Wäsche späterer Jahre gewaschen werden, denn in dieser Zeit war das Quartett ja noch auf dem (gemeinsamen) Weg nach oben – und der war wahrlich kein Selbstläufer, wie das Buch ausführlich beschreibt. Musikalisch muss die Musik der frühen KISS jeder für sich selbst bewerten, rein optisch wurde die Band aber zunächst nur als Gimmick-Band belächelt und wurde eher ignoriert und selten erst genommen. Vor allem der Weg ins Radio sollte sich für die vier als recht schwer erweisen, und somit wären KISS ohne ihren eisernen Willen und vor allem ohne die tatkräftige und finanzielle Unterstützung des neu gegründeten Labels Casablanca Records um Neil Bogart wohl nur eine geschminkte Randnotiz der Musikgeschichte geblieben.

Vor allem durch ihre für damalige Zeiten recht spektakulären (und teuren) Live-Shows, die anfangs noch buchstäblich über die Dörfer führten, machten KISS sich in den Jahren 1973-1975 einen Namen in Amerika, der richtige Durchbruch gelang nach den eher mäßig erfolgreichen und schnell hintereinander eingespielten Alben KISS, Hotter Than Hell und Dressed To Kill aber erst mit dem Live-Album Alive!. Und genau an dieser Stelle hört das Buch über die Anfangsjahre auf. Wer sich also einen gesamten Überblick über die Geschichte von KISS machen möchte und über den Aus-, Wiederein- und erneuten Ausstieg von Criss und Frehley, oder etwas über Vinnie Vincent, Eric Carr, Eric Singer oder Tommy Thayer lesen möchte, muss zu anderen Büchern greifen, denn hier geht es wirklich nur um die ersten Jahre bis zum einsetzenden Erfolg – aber dafür recht ausführlich, fundiert und mit vielen wertvollen Hintergrundinformationen.

Rein stilistisch wirkt das Buch dabei wie eine überlange Talkshow und ist etwas gewöhnungsbedürftig: Es gibt einen kurzen Einleitungssatz, und dann geben neben Paul Stanley, Gene Simmons, Peter Criss oder Ace Frehley sonstige Wegbegleiter wie Manager, Konzertveranstalter, Mitglieder der Road-Crew, Fans, Journalisten oder Musiker, die vor oder - was eigentlich schlimmer war - nach KISS auftraten, ihren Senf zur Geschichte der Band oder zu persönlichen Erlebnissen. Recht prominente Namen der damaligen Zeit sind dabei: Mitglieder von Argent (Russ Ballard und Rod Argent), Slade (Noddy Holder, DaveHill, Jim Lea und Dan Powell), Nazareth (Dan McCafferty), Uriah Heep (Mick Box), Status Quo (Francis Rossi), Black Sabbath (Geezer Butler), Rush (Alex Lifeson und Geddy Lee), The Ramones (Dee Dee, Joey, Johnny Marky und Tommy Ramone) kommen ebenso zu Wort wie Alice Cooper, Suzi Quatro, Todd Rundgreen, Bob Seger, Donna Summer oder Fotograf Fin Costello (Deep Purple, Uriah Heep, Rush) – meist werden diese nur mit kurzen Statements zitiert, bei denen aber leider nie klar ist, wann sie getätigt und aus welchem (Interview-)Zusammenhang sie gerissen wurden. Es wirkt zumindest etwas sehr befremdlich in diesem Zusammenhang auch Beiträge von Label-Gründer Neil Bogart zu lesen, der bereits 1982 verstorben ist. Und auch Joey († 2001), Dee Dee († 2002) und Johnny Ramone († 2004) kommen hier nochmal posthum zu Wort. Wer hier also wirklich etwas aktiv und aktuell bzw. bewusst speziell zu diesem Buch beigetragen hat, wird nicht klar und auch leider im Vorwort nicht erläutert.

Was das Buch als roten Faden zusammenhält ist aber die Art, wie alle Beitragenden anscheinend den Mythos KISS huldigen: im Nachhinein waren natürlich alle möglichen Ereignisse und Erlebnisse „magisch“ (gibt es für solche Bücher ein abgegriffeneres Wort als dieses?), alle hatten eine „tolle Zeit“, die Band war auf einer Mission, hatte eine Vision und fast jeder der Beitragenden wusste schon lange vor dem Durchbruch von KISS, dass diese später einmal eine ganz große Band werden.... Fans werden all diese verklärenden Worte lieben, allgemein Interessierte geht die Selbstbeweihräucherung nach einigen Seiten aber vielleicht fast genauso auf die Nerven wie das inflationär benutzte und gefühlt in vierstelliger Anzahl abgedruckte [lacht] in den Statements der Beitragenden. Vom Stil und Anspruch erinnert das Buch somit leider an einen oberflächlichen und unkritischen Making-Of-Beitrag eines Kino-Blockbusters im nächtlichen Privatfernsehen.

Pünktlich zum 40jährigen Jubiläum der Bandgründung erscheint dieses Buch, und wer den Geschäftssinn von Gene Simmons kennt (man lese nur sein Buch Sex Money Kiss), muss wohl fast zwangsläufig mit einer Fortsetzung rechnen. Sehenswert sind in diesem Buch vor allem die Abbildungen, die nicht nur KISS in ihren Anfangstagen zeigen (zum Teil sogar ungeschminkt), sondern sogar die Zeitungsanzeigen, über diese sich diese zusammengefunden haben oder handgeschriebene Songtexte aus vergangenen Zeiten. Privates bleibt dagegen sowohl bei den Fotos als auch im Text völlig außen vor.

Fazit: Die Geschichte von KISS – unsere Anfangsjahre ist für KISS-Jünger nicht zuletzt aufgrund der Ausführlichkeit und Detailverliebtheit sicherlich eine lohnende Pflichtlektüre. Es geht dabei in diesem Buch zwar nicht in erster Linie um die Musik von KISS, sondern vor allem darum, wie man diese verpackt und verkauft hat. Und somit werden hier wesentlich mehr Worte über Outfit, Schminke, Kostüme und präsentierte Shows verloren als über die Musik. Aber dies passt doch auch irgendwie zu KISS.

(Rezension von musikansich.de)


AC/DC: Die Bandgeschichte
AC/DC: Die Bandgeschichte
von Mick Wall
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hell ain't a bad place to be – wird hier die Geschichte von AC/DC zum letzten Mal erzählt?, 12. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: AC/DC: Die Bandgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Der Untertitel Hell ain't a bad place to be dieser neuen Bandbiografie über AC/DC ist hoffentlich kein böses Omen: es erscheint nämlich just zu einer Zeit, in der die Gerüchteküche über den Gesundheitszustand von Malcolm Young so richtig brodelt. Anfangs wurde von der Band nur bestätigt, dass eines ihrer Mitglieder schwer erkrankt sei, ohne Namen zu nennen; inzwischen kristallisiert sich aber heraus, dass es um den mittlerweile 61jährigen Malcolm Young schlecht bestellt ist. Offizielles weiß man nicht, aber im Netz ist bereits von Krebs, Alzheimer, Schlaganfall und schließlich von Band-Auflösung die Rede, da Malcolm anscheinend auch in Zukunft weder live noch im Studio etwas zum Sound von AC/DC beitragen kann. Aufgrund dieser neuen Entwicklung wurde die Veröffentlichung von AC/DC - Die Bandbiografie von Mick Wall sogar etwas vorgezogen.

Erstmals erschienen ist das Buch in englische Sprache bereits vor knapp zwei Jahren, nun erscheint es auch in deutscher Übersetzung. Mick Wall ist bekannter Musikjournalist und Radiomoderator und hat bereits zahlreiche andere erfolgreiche Musikbiografien geschrieben, u. a. über Led Zeppelin, Metallica, Status Quo oder Iron Maiden, doch wie einige andere Biografien über diese Band leidet dieses Buch etwas an der Tatsache, dass die Geschichte von AC/DC mittlerweile doch irgendwie auserzählt ist. Denn es ist beileibe nicht das erste Buch über diese schottisch-australische Hardrock-Legende und vermag daher auch nicht so richtig viel Neues zu erzählen, schließlich sind AC/DC ja auch nicht gerade dafür bekannt, viel über ihr Privatleben bekannt zu geben. Und die Band selber stand trotz zahlreicher Anfragen von Mick Wall nicht für Kommentare oder eine sonstige Mitarbeit zur Verfügung.

Die bislang erschienenen Biografien AC/DC - Maximum Rock'n'Roll von Murray Engleheart und Arnaud Durieux (welches Mick Wall am Ende seines Buches sogar ausdrücklich lobt), AC/DC - Die Biografie von Martin Huxley oder AC/DC High Voltage - Rock'N'Roll: Die ultimative Bildbiografie von Phil Sutcliffe berichten ebenso viel über die Band und ebenso wenig über die Personen dahinter. Einzig der empfehlenswerte Bericht von Mark Evans (Dirty Deeds - Meine wilde Zeit mit AC/DC ) über seine Zeit in der Band beleuchtet AC/DC erstmals von innen (aber eben nur die Anfangsjahre), während die "Auto"-Biografie von Brian Johnson (Rock auf der Überholspur - Eine automobile Autobiographie mit Interna eher nicht aufwarten kann.

Aber trotzdem ist Mick Wall hier eine sehr gründliche und akribische Biografie gelungen, die Vergleiche nicht zu scheuen braucht. Auch wenn der geneigte AC/DC-Fan den überwiegenden Inhalt vermutlich schon kennt, wird die Geschichte der Band sehr gut und ausführlich erneut erzählt. Nie oberflächlich und stets fundiert erzählt Wall, wie den beiden Young-Brüdern nicht zuletzt dank ihres großen Bruders George, der mit den Easybeats bereits einige Erfahrungen im Musikgeschäft sammeln und diese zusammen mit Harry Vanda als Produzent für AC/DC nutzen konnte, der Sprung von Australien in den Rest der Welt gelang. Was in diesem Buch dabei immer wieder durchschimmert ist die Tatsache, dass Malcolm stets der Boss war, Angus sich meist nach ihm richtete und der Rest der Band und des Managements austauschbare Angestellte waren bzw. sind. Das Zitat von Dave Evans (Bon Scotts Vorgänger): „Sie erwarteten, dass sich ihnen jeder unterordnete“ wird von Mick Wall jedenfalls folgendermaßen berichtigt: „Ganz so kann man das allerdings nicht sagen denn die Young-Brüder erwarteten nicht von den anderen Bandmitgliedern, dass sie sich ihnen unterordneten. Wie Dave Evans schon bald herausfinden sollte, verlangten sie es von ihnen.“

Vor allem die ersten Bon Scott-Jahre beleuchtet Mick Wall sehr ausführlich: nach fünf Jahren Bandgeschichte stößt Brian Johnson erst auf Seite 397 zur Band (nachdem u. a. bereits der Heavy Metal Kids-Sänger Gary Holton und Slade-Urgestein Noddy Holder im Gespräch waren), für die restlichen fast 35 Jahre der Band reichen die folgenden etwa 100 Seiten und werden wie die folgenden Alben eher kurz abgehandelt. Der Hinweis, dass Johnson wohl heute noch als Automechaniker in Newcastle arbeiten würde, hätte es nicht diesen tödlichen Unfall von Bon gegeben, musste am Ende Buches schließlich auch noch sein. Und der Autor verehrt den verstorbenen Sänger sogar soweit, dass er ihn in einem Prolog und einem Epilog des Buches vor der AC/DC-Zeit und nach seinem Tod vor den Schöpfer treten lässt (aus dem Epilog: Bon: „War's ein Autounfall?“ - Gott: „In gewisser Weise.“).

Wer noch keine andere AC/DC-Biografie im Schrank hat, soll sich gerne genau diese zulegen, es steht den oben bereits erwähnten mit Sicherheit in in nichts nach – im Gegenteil, es ist eher ausführlicher und detaillierter, auch wenn der Bilderteil etwas ausführlicher und mit mehr Hintergrundinformationen hätte ausfallen können. Als nettes Gimmick gibt es übrigens zur Print-Ausgabe das E-Book kostenlos dazu. Es ist zwar wie bereits erwähnt nicht die erste Biografie über AC/DC, aber vielleicht die letzte, in der nicht auf die aktuelle Entwicklung um den Gesundheitszustand von Malcolm Young eingegangen wird. Neben dem Alter von Brian Johnson (er wird dieses Jahr 67) könnte dies ein Grund dafür sein, dass Black Ice das letzte Kapitel im Backkatalog der Band gewesen sein könnte und das Buch AC/DC: Hell ain't a bad place to be – Die Bandbiografie letztlich die ganze Geschichte erzählt hat und keine Fortsetzung mehr nötig ist. Es wäre aber schön und natürlich auch zu hoffen, dass ich mich in diesem Punkt irre.

(Rezension von musikansich.de)


1001 Comics
1001 Comics
von Paul Gravett
  Broschiert
Preis: EUR 29,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die wichtigsten Bildergeschichten zusammengefasst in einem Buch, 17. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: 1001 Comics (Broschiert)
Die 1001-Serie aus dem Hause Edition Olms habe ich bereits zweimal im Schrank stehen: zum einen sind dies die "1001 Alben - Musik, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist", zum anderen die kürzlich erschienenen "1001 Songs die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist". Nach diesen musikalischen Themen gibt es weitere Bereiche, die in dieser Reihe besprochen werden: neben den 1001 Büchern, Filmen und Weinen, die man vor seinem Lebensende gelesen, gesehen oder probiert haben sollte, gibt es jetzt auch eine Zusammenstellung der 1001 Comics, die Sie lesen sollten, bevor das Leben vorbei ist.

Um die wichtigsten Werke der sogenannten "Neunten Kunst" geht es also in dieser Ausgabe, welche wie die oben genannten auch diesmal eine eigentlich gelungene Mischung aus Lexikon und Best-of-Zusammenstellung geworden ist. Das englische Original von Paul Gravett wurde von niemandem geringerem als dem deutschen Comic-Fan sehr wohl bekannten Andreas C. Knigge übersetzt und für den deutschen Markt bearbeitet.

Wie auch bei den anderen 1001-Veröffentlichungen geht man bei der Auflistung zeitlich chronologisch vor. Den Beginn macht frei nach dem Motto "Wer hat's erfunden?" eine Schweizer Veröffentlichung aus dem Jahre 1837 (die Edition Olms AG hat ja schließlich ihren Sitz in der Schweiz...), bereits die Nummer 3 von 1001 führt uns aber schon in deutsche Gefilde (wie könnte es anders sein: "Max und Moritz" von Wilhelm Busch). Rasant geht es dann weiter durch die folgenden Jahrzehnte, bis man schließlich bei der Nummer 1001 von 1001 angekommen ist und dabei eine Comic-Fahrt durch fast alle Jahrzehnte, Erdteile und Stilrichtungen unternommen hat.

Bei der Auswahl der Comics krankt das Buch leider, naturgemäß aber wohl nicht vermeidbar, an dem Problem, 1001 Comics auszuwählen, die in diese Liste aufgenommen werden. Vor allem liegt dies an der Schwierigkeit, zwischen einzelnen Comic-Strips, Comic-Alben und ganzen Serien zu differenzieren. Natürlich gehören Lucky Luke und Isnogud aus der Feder vom unzweifelhaft genialen René Goscinny in dieses Buch, aber reicht es aus, hier nur beispielhaft je einen Band dieser Serien auszuwählen, obwohl doch eher das umfangreiche Gesamtwerk zum nachhaltigen Erfolg dieser Serien beigetragen haben? Sein unsterblicher Erfolg Asterix bringt es hier immerhin auf vier Besprechungen, aber macht es wirklich Sinn, hier vier Alben isoliert von den restlichen Alben hervorheben? Eigentlich wäre es wohl sinnvoll gewesen, nicht einzelne Comic-Abenteuer zu beschreiben, sondern ganze Serien oder das Lebenswerk einzelner Autoren zu behandeln, doch leider macht das 1001-Format dieser Serie diesem Ansatz einen Strich durch die Rechnung. Und auch bei Themen wie Tim und Struppi von Hergé, XIII von van Hamme und Vance oder dem Disney-Universum wäre eine Gesamt-Übersicht statt eine Betrachtung einzelner Alben wünschenswert gewesen, auch wenn diese nicht so ganz in das Konzept der 1001-Serie passt.

Ansonsten geht aber die Auswahl der Comics durchaus in Ordnung, von alten Klassikern, franco-belgischen Comics über Mangas bis hin zu reinen Cartoon-Serien ist alles vertreten. Rick Master, Cubitus, der Struwwelpeter, die "Bluthochzeit" und "Abenteuer ohne Helden" von Van Hamme haben es leider nicht in das Buch geschafft, doch wird der Leser durch Frans Masereel und viele weitere Künstler, die man vielleicht nicht auf Anhieb erwartet hätte, gebührend entschädigt und erhält allerlei Anregungen, die heimische Comic-Sammlung zu erweitern. Unterm Strich ist 1001 Comics, die Sie lesen sollten, bevor das Leben vorbei ist somit doch ein feines, fast 2 kg schweres Buch, das als Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk für den Comic-Freund, der sonst schon eigentlich alles hat, mit Sicherheit eine feine Sache geworden!


1001 Songs: die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist
1001 Songs: die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist
von Robert Dimery
  Taschenbuch

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 1001 Songs aus fast 100 Jahren Musikgeschichte, 10. Dezember 2012
Es ist schon ein schwieriges Unterfangen, aus fast 100 Jahren populärer Musikgeschichte eine Auswahl an Stücken zu treffen, die es verdient hat, in ein Buch, welches den Titel "1001 Songs die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist" trägt, aufgenommen zu werden. Den Versuch einer solchen Zusammenstellung unternimmt Robert Dimery, nachdem er neben diesen 1001 Songs auch schon eine Auswahl der wichtigsten "1001 Alben - Musik, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist" präsentiert hat.

Wie schwierig es ist, 1001 Songs für die "einsame Insel" auszuwählen, zeigt sich schon daran, dass nach der Besprechung der 1001 Titel im Anhang dieses Buches eine etwas größere Liste mit weiteren Empfehlungen aufgeführt ist, die gar 10.001 Titel umfasst – und auf der der geneigte Musikliebhaber trotzdem noch seinen Lieblingsnterpreten oder sein Lieblingsstück vermissen wird... Aber es liegt wohl in der Natur der Sache, dass man es mit so einer Auswahl nie jemanden recht machen kann.

Viele der in diesem Buch besprochenen Songs hat man sicherlich schon oft gehört, viele vielleicht auch nicht. Das Spektrum reicht chronologisch von 1916 (Enrico Caruso: "O sole mio") bis ins Jahr 2010 (Gorillaz: "Stylo"), wobei sicherlich der Schwerpunkt doch in den letzten 50 Jahren angesiedelt ist. Jeder der 1001 Songs wird dabei in einem halbseitigen Text mit z.T. interessanten Nebensächlichkeiten beschrieben, wobei oft ein Coverbild der Single und immer die Komponisten, der Produzent, das Label und das zugehörige Album mit Erscheinungsjahr benannt sind - einige der Songs bringen es aber auch auf eine eigene, ganze Seite und zu einem Bild der Band bzw. des Interpreten. Insgesamt kommt man so auf ein Buch mit fast 1001 Seiten und mit fast 2 kg Gewicht, welches nur eines aus einer größeren Auswahl von Büchern der 1001er-Serie der Edition Olms ist (1001 Bücher, 1001 Comics, 1001 Filme etc.).

Die Auswahl der Songs ist sicherlich subjektiv und kann es auch nicht anders sein – aber doch irgendwie ausgewogen. Naturgemäß tauchen einige Kandidaten gleich mit mehreren Stücken auf, die Streubreite der Musikstile und der Bands ist aber insgesamt schon groß – mit Nena, Kraftwerk, Juli und Rammstein sind sogar ein paar deutsche Beiträge vertreten. Einige bekannte Namen, die man vielleicht erwartet hätte, haben es dagegen nicht in die 1001-Auswahl von Robert Dimery geschafft, so dass man die Namen von z.B. Supertramp, Jethro Tull, Gary Moore, Billy Joel, Dire Straits oder Sting erst in der 10.001er Liste der unbesprochenen Songs findet (Nazareth sucht man sogar hier vergebens).

Tendenziell und wohl auch zu Recht werden in dieser Zusammenstellung überwiegend frühe, wegweisende Werke von Bands/Künstlern besprochen und deren späteren, ggf. wesentlich erfolgreicheren eher vernachlässigt. Aber das macht vielleicht auch die Qualität der Auswahl aus, dass vor allem auf Innovativität und nicht auf Kommerzialität geachtet wurde. Insgesamt ein schönes dickes Buch, welches immer wieder zum Blättern durch viele Jahre Musikgeschichte einlädt – auch wenn man es in seinem Leben vermutlich nicht schafft, alle 1001 Songs wirklich bewusst zu hören.


Beatles gegen Rolling Stones: Die großen Rock 'n' Roll-Rivalen
Beatles gegen Rolling Stones: Die großen Rock 'n' Roll-Rivalen
von Jim Derogatis
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,99

4.0 von 5 Sternen Wer ist cooler - Die Beatles oder die Rolling Stones?, 30. August 2012
"Wer ist cooler - Die Beatles oder die Rolling Stones?" Diese und andere Fragen über die beherrschenden Boy-Groups der Sechziger Jahre versuchen Jim DeRogatis und Greg Kot in ihrem Buch Beatles gegen Rolling Stones - Die großen Rock 'n' Roll-Rivalen zu klären. Natürlich kommen sie zu keiner endgültigen Antwort, aber im Laufe des Buches gelingt es ihnen immerhin, den Beginn, den Aufstieg und die parallele Zeit dieser wegweisenden Bands näher zu beleuchten.

Jim DeRogatis und Greg Kot kommentieren dabei nach über 40 Jahren den Zeitgeist jener Jahre und analysieren detailliert und fundiert das Lebenswerk der Beatles und der Stones auf fast akademischen Niveau. Im Zwiegespräch wird dabei freundschaftlich diskutiert - man fühlt sich dabei fast an das literarische Quartett mit Marcel Reich-Ranicki und Hellmuth Karasek erinnert, nur dass die Autoren hier kein "literarische Quartett", sondern ein "musikalisches Duett" bilden. Auf diesem Wege wird zwar kein fundamentales Grundlagenwissen über die beiden Bands vermittelt, sondern eine eher philosophische Abhandlung über deren Werk und ihrer Mitglieder, doch interessant zu lesen ist dieser verbale Schlagabtausch in jedem Fall.

Ob die tatsächliche Rivalität dieser Bands oder ihrer Fans wirklich bestand oder doch im nachhinein etwas durch die Musikpresse inszeniert wurde und wird, lassen wir an dieser Stelle mal außen vor - vermutlich muss man sich da als Musikliebhaber gar nicht positionieren, wie es der Titel des Buches suggeriert, denn ganz bestimmt haben sich wohl beide Gruppen ihren Platz in der Musikgeschichte verdient. Die offensichtlichen Gegensätze zwischen den "wilden" Stones und den "braven" Beatles haben wir wohl nicht zuletzt auch der Marketingstrategie ihrer jeweiligen Manager Andrew Oldham und Brian Epstein zu verdanken.

Unterm Strich ein schönes, wirklich luxuriöses Buch - allein das Cover mit dem Wackelbild, welches je nach Betrachtungswinkel mal die Stones und mal die Beatles zeigt und die LP-Aufmachung mit den Vinylrillen schinden rein äußerlich schon Eindruck. Viele Bilder und Zeitleisten runden das fast 1300g schwere Buch ab. Liebhaber der Stones und/oder der Beatles sei das Buch empfohlen, "Anfänger" ohne die entsprechenden Alben jener Jahre im Schrank sei aber oberflächlichere Kost nahe gelegt.


Aerosmith: Der ultimative Bildband über die Bad Boys aus Boston
Aerosmith: Der ultimative Bildband über die Bad Boys aus Boston
von Richard Bienstock
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als ein Bildband, sondern eine ausführliche Biografie, 4. Mai 2012
Der ultimative Bildband über die Bad Boys aus Boston - der Untertitel des Aerosmith-Buchs von Richard Bienstock aus dem Hannibal-Verlag suggeriert leider etwas, dass es sich hier "nur" um einen Bildband handelt. Doch dies ist - im positiven Sinne - definitiv nicht der Fall! Stattdessen haben wir es bei diesem Buch doch mit einer gelungenen und sehr ausführlichen Biografie über Aerosmith zu tun, welche halt zusätzlich optisch durchaus überzeugt.

Aerosmith sind wohl neben Deep Purple, Yes, den Rolling Stones, Uriah Heep oder ZZ Top eine der wenigen heute noch aktiven Rockbands, die über eine über 40jährige Bandgeschichte zurückblicken können (nun ja, bei den Rolling Stones sind es in wenigen Monaten 50 Jahre...). Aerosmith haben dabei wohl alle Höhen und Tiefen des Geschäfts mitgemacht: Erfolg, Misserfolg, interne Bandkämpfe und natürlich jede Menge und jede Art von Drogen (besonders die als "Toxic Twins" bekannten Steven Tyler und Joe Perry). Und auch aktuell scheint es ja zwischenmenschlich nicht besonders gut zwischen Steven Tyler und den übrigen Bandmitgliedern zu laufen...

Das Buch bietet neben der ausführlichen Bandgeschichte, die vor allem inhaltlich auf vergangene Interviews der Bandmitglieder und den Memoiren von Joey Kramer ("Hit Hard") basiert, viele gute Hochglanzbilder aus allen Schaffensphasen der Band, LP- und Single-Cover, Eintrittskarten und vieles mehr. Jedes Aerosmith-Album wird dabei nochmals in einer eigenen ausführlichen Review von unterschiedlichen Rezensenten beleuchtet und bewertet. Abgerundet wird das fast drei Pfund schwere Buch durch eine vollständige Diskografie, ein Interview mit Tyler und Perry (allerdings aus dem Jahre 1999) und einem gesonderten Artikel über die verwendeten Gitarren von Perry und Whitford.

Fazit: Das Buch bietet weitaus mehr als es der Titel Der ultimative Bildband über die Bad Boys aus Boston verspricht. Leider tritt es in direkter zeitlicher Konkurrenz zu Steven Tylers Biografie an, welches hier daher keinen inhaltlichen Eingang mehr gefunden hat. Trotzdem ein sehr schönes und edles Dokument einer mittlerweile in die Jahre gekommenden Legende, von der man gespannt sein darf, ob diese es noch zu einem weiteren Studio-Album schafft - das letzte mit Eigenkompositionen ist schließlich schon 11 Jahre her. Als Überbrückung der Wartezeit sei das Buch wärmstens empfohlen!


Iron Maiden - On Board Flight 666: Das offizielle Buch
Iron Maiden - On Board Flight 666: Das offizielle Buch
von Iron Maiden
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Willkommen an Bord von Flug 666!, 24. April 2012
Als Iron Maiden in Februar 2008 zu ihrer Somewhere Back in Time-Welttournee aufbrachen, saßen sie nicht in einem schnöden Tourbus - nein, Iron Maiden sind mittlerweile eine solche Institution, dass man mit einem eigenen Flugzeug auf Tour ging! Eine eigens umgebaute und von den Behörden abgenommene Boeing 757 mit dem passenden Namen Ed Force One diente als Transportmittel rund um die Welt - und einer der Piloten in Fliegeruniform hieß: Bruce Dickinson!

Der 2009 beendeten Tour folgte 2010/2011 die The Final Frontier-Tour - wieder mit der Boeing 757, die nur äußerlich etwas umgestaltet wurde. Auf beiden Tourneen war John McMurtrie mit an Bord - als offizieller Bandfotograf von Iron Maiden. In dem über drei Pfund schweren Hochglanz-Prachtband Iron Maiden - On Board Flight 666 veröffentlicht er nun eine Auswahl an 600 Bildern, die während dieser Flüge und auf den Konzerten entstanden sind.

Neben dem Vorworten des Autors und vom Teilzeit-Piloten Bruce Dickinson und einigen Bildbeschreibungen enthält der schwere und bunte Schinken recht wenig Text und bedient somit eben doch im wesentlichen das Auge und weniger den Geist. Die interessanteste Randanekdote ist noch, dass das böse Erdbeben in Japan nur 9 Minuten vor der Landung der Ed Force One stattfand und der Flug gerade noch umgeleitet wurde. Aber auch wenn bei der Bilderauswahl doch eher wenig privat anmutende Bilder während des Lebens an Bord oder hinter den Kulissen geboten werden, sondern überwiegend opulente Konzert-Bilder das Buch prägen, kann es für Fans doch lohnend sein. Ein optischer Leckerbissen - man muss aber schon harter Fan der Band sein, um hier zuzuschlagen.


Dirty Deeds - Meine wilde Zeit mit AC/DC
Dirty Deeds - Meine wilde Zeit mit AC/DC
von Mark Evans
  Broschiert
Preis: EUR 19,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Biografie eines "vergessenen" AC/DC-Bassisten, 26. März 2012
AC/DC sind nicht gerade dafür bekannt, viel über ihr Privatleben bekannt zu geben - die unter anderem bislang erhältlichen Biografien AC/DC - Maximum Rock'n'Roll, AC/DC - Die Biografie oder der der opulente Bildband AC/DC High Voltage - Rock'N'Roll: Die ultimative Bildbiografie berichten zwar ausführlich über die Band, deren Konzerte und Alben, aber wenig persönliches über die Bandmitglieder. Und wer hoffte, dass sich dies mit der "Auto"-Biografie von Brian Johnson (Rock auf der Überholspur - Eine automobile Autobiographie) ändert, wurde eher enttäuscht, denn hier geht es wirklich nur um Autos und so gut wie gar nicht um AC/DC...

Doch nun meldet sich doch noch ein ehemaliges Bandmitglied mit seinen Erinnerungen zu Wort: Mark Evans. Er war nur in der Anfangszeit in der Band, aber immerhin doch für volle zwei Jahre (März 1975 - April 1977) und auf drei Alben am Bass zu hören: T.N.T. (australische Version, die zum großen Teil dann auch auf der internationalen Version von High Voltage zu hören ist), Dirty Deeds Done Dirt Cheap und Let There Be Rock. Während einer Europa-Tour und vor einer geplatzten USA-Tour wurde er schließlich durch Cliff Williams ersetzt. Die wirklich große Zeit von AC/DC hat Evans, der übrigens nur zufällig den gleichen Nachnamen trägt wie der erste Sänger der Band, somit verpasst, hat aber eben den stilprägenden Anfang begleiten dürfen. In Dirty Deeds - Meine wilde Zeit mit AC/DC berichtet er ausführlich über diese Phase, daher dürfte das Buch ein Muss für AC/DC-Fans sein.

Der Originaltitel des Buches Dirty Deeds: My Life Inside/Outside of AC/DC hört sich etwas ansprechender an als der etwas plakative deutsche Titel, er ist aber schon treffend, da tatsächlich fast nur die zwei AC/DC-Jahre ausführlich behandelt werden; die wenigen Jahre zuvor (Kindheit, Angestellter im öffentlichen Dienst) und die fast 35 Jahre nach seinem unfreiwilligem Ausstieg (mehrere Bands ohne durchschlagenden Erfolg, Handel mit Traditionsgitarren) werden mit Ausnahme des tragischen Todes einer Tochter von ihm mehr oder weniger kurz abgehandelt, was aber in Ordnung geht, da Käufer dieses Buches sich wohl vor allem für diese zwei Jahre interessieren werden.

Es muss schon irgendwie sehr bitter sein, wenn man zwei Jahre Bassist von AC/DC war, drei Alben aufnimmt, fast ständig auf (Ochsen-)Tour ist und dann abgeschossen wird, obwohl man sich sehr mit dieser Band identifiziert hatte und auch hinter der Musik stand. Und wenn man sich dann als entlassenes Ex-Mitglied nur zwei Jahre später ansehen muss, wie AC/DC mit Highway to Hell und anschließend mit Back In Black künstlerisch und kommerziell international so richtig durchstarten, könnte man fast erwarten, in dieser Biografie eine verbitterte Abrechnung und peinliche Enthüllungen, ob nun nachprüfbar oder nicht, vorzufinden. Doch dies ist glücklicherweise nicht der Fall. Man hat nicht das Gefühl, dass dieses Buch aus Gründen der Wichtigtuerei oder aus Geldsorgen heraus entstanden ist. Trotz des Rausschmisses aus der Band durch die Young-Brüder tritt Evans nicht nach, sondern berichtet nüchtern mit Anstand und Abstand.

Das Buch ist fair und anscheinend neutral geraten, zumindest mehr als man es erwartet hätte. Man erfährt zwar, dass AC/DC sicherlich in keiner Weise eine demokratische Band waren und hier die etwas unnahbaren Young-Brüder eindeutig die (Schul-)Hosen anhatten, aber dies ist eigentlich nicht neu und überrascht auch nicht. Doch obwohl Bassist und Schlagzeuger in der Hackordnung eher den Status von Angestellten hatten, beschreibt Mark Evans seine Zeit doch immer als Mitglied dieser Band. Es wird keine schmutzige Wäsche gewaschen und spektakuläre Anekdoten sind eher selten - man findet doch deutlicher weniger Schlägereien, Frauen und Drogen als es der deutsche Titel oder der Pressetext suggeriert. Von anderen Bands hat man da jedenfalls schon heftigeres (oder vielleicht auch nur übertriebeneres) gelesen, was unter anderem auch an der völligen Drogen- und Alkoholabstinenz von Angus Young liegen mag. In den Schlusskapiteln werden noch ganz am Rande juristische Rangeleien zwischen Evans und dem Rest der Band (mit dem er ansonsten übrigens seit 30 Jahren keinerlei Kontakt mehr hatte) erwähnt, leider ohne nähere Erläuterungen - höchstwahrscheinlich wird es um monetäre Dinge gegangen sein, doch Details wären hier interessant gewesen.

Fazit: Ein Buch wie ein AC/DC-Song: nicht übermäßig kompliziert, einfach und schnell konsumiert, gerade heraus, aber gut! Fans dürfen gerne zugreifen, da es das erste Buch eines Bandmitglieds über AC/DC ist.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 13, 2013 10:35 AM CET


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