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D. R.

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METALLICA - Through the Never (2-Disc Edition) [3D Blu-ray inkl. 2D]
METALLICA - Through the Never (2-Disc Edition) [3D Blu-ray inkl. 2D]
DVD ~ Metallica
Preis: EUR 12,97

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen the music remains, 2. Februar 2014
Als "Through the Never" seinerzeit angekündigt wurde, dachte ich, daß als Bonus sicherlich das pure Konzert anwählbar sein würde. Zum damaligen Zeitpunkt empfand ich die öffentlich gemachten Screenshots/Trailer wenig aussagekräftig bzw. vielmehr irritierend. Nun, nach dem gestrigen Erlebnis dieses Konzertfilms verstehe ich, warum dies schlicht nicht möglich wäre ohne der Intention von Metallica im Wege zu stehen.

Unbestritten ist, daß die Rahmenhandlung in Videoclip-Ästhetik festgehalten wurde. Das kann man mögen, muß man natürlich nicht. Zu einem Musikfilm paßt diese Art der Inszenierung aber zweifelsohne. Der 5.Hauptdarsteller DeHaan bleibt zwar stumm, besitzt aber eine coole Mimik. Weitere relevante Darsteller außer der Band selbst tauchen nicht auf, sieht man einmal vom maskierten Horseman ab. Vorgeworfen wird "Through the Never" vielfach, mit dieser Rahmenhandlung über das Ziel hinausgeschossen zu haben. Dies empfinde ich nicht so. Exemplarisch wird ein fiktiver Fan portraitiert der für Metallica sprichwörtlich durch das Feuer geht, anders ausgedrückt, unglaublich loyal ist. Es ist eine zwar übertriebene, aber zu interpretierende Sicht der Musiker auf ihr zum Teil sehr treues Publikum. Man beachte auch mal den mehrmals sichtbaren Banner mit den Worten "Thank you fans". Der Inhalt der Tasche wird zwar nicht sichtbar gemacht, aber auch dies erscheint mir als recht simples "Bild". Denn in der Tasche "befindet" sich der Kern des gigantischen Produkts Metallica. Es ist immer noch die Musik und das gemeinsame Musikmachen. Folgerichtig James Kommentar vor "Hit the Lights", daß die ganzen Bühneneffekte eigentlich nur Beiwerk und im Grunde überflüssig sind. Wer "Some Kind of Monster" kennt, weiß daß das nicht immer so war.

Das einzige kleine Manko sehe ich im nicht ganz authentisch erscheinenden Publikum. Das kann man den Anwesenden natürlich nicht vorwerfen, schließlich passiert so viel on stage und man darf davon ausgehen, daß die ganze Angelegenheit auch nicht in 90 Minuten abgedreht wurde. Wie soll also die Fiktion eines realen Konzertes glaubhaft lebendig werden? Die Choreographie der Band ist zwar von anderen Metallica-Mitschnitten bekannt (exemplarisch sei der Übergang von "Nothing else matters" zu "Enter Sandman" erwähnt), und doch stellt sich das Gefühl eines echten Gigs nicht ein.

Die Bühnenshow ist schlußendlich aber absolut fulminant und gerade in 3D eine optische Wucht. Speziell "One" ist so bombastisch inszeniert, daß eine Steigerung unmöglich erscheint. Die Blu-ray bietet ein absolut fehlerfreies Bild: eine präzise Bildschärfe ohne irgendwelche Artefakte oder Ghostingeffekte. Der hochaufgelöste Ton hämmert ebenso gnadenlos durch die Boxen, wenn gleich mir der Snare-Sound von Lars persönlich nicht 100%ig gefällt. Dies ist aber natürlich Geschmackssache.

Fazit: Metallica gehen mal wieder ihre eigenen Wege abseits dessen was andere Bands tun.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 16, 2014 8:33 PM CET


Galeere
Galeere
Preis: EUR 20,02

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Galeere hält Kurs, 23. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Galeere (Audio CD)
Geist sind mit Sicherheit schon seit ihrem Debüt "Patina" eine felsenfeste Institution im deutschen Black Metal-Underground, zudem unbestreitbar auch eine der musikalisch und textlich interessantesten deutschen Black Metal-Bands. Beides bedingt sich nicht zwangsläufig, aber kommen beide Aspekte zusammen, darf sich eine solche Ausnahme-Band auch mit dem wohl besten in Deutschland angesiedelten Label für diese Art Musik, namentlich Lupus Lounge zusammenschließen, um das nun mehr dritte Album "Galeere" auch in das Bewußtsein neuer, bisher unerschlossener Käuferschichten zu katapultieren.

Thematisch hat man heuer allerlei abgründig-maritimen Seemannsgarn gesponnen, der mit dem fantastischen Cover schon ein konzeptionelles Ausmaß ausnimmt. Meines Erachtens ist dieser Aspekt gelungen, aber auch nicht in einer solch betörend-erdrückenden bleiernden Schwere gelungen, wie es die Doom-Metal-Band AHAB auf ihrem letzten Longplayer so ehrfurchterregend demonstrierte. Dennoch, auch Geist verstehen es vorzüglich, Atmosphäre musikalisch zu erzeugen. Alle Songs sind von vorne bis hinten perfekt arrangiert, warten immer mit feinen Details auf, welche sich erst nach mehrmaligem Anhören erschließen und profitieren zudem von einer wieder mal hervorragenden Studio-E-Produktion, die alle Instrumente dynamisch-wuchtig zu einer Einheit verschmelzen läßt. Über allem thront nach wie vor diese recht einzigartige, rauchige Stimme des Cypher D. Rex, die zwar ein wenig emotionale Abwechslung vertragen könnte, dafür aber zu jeder Zeit unverwechselbar und markant bleibt und grundsätzlich einfach sehr gut klingt.

Die beiden stärksten Tracks stellen für mich "Durch lichtlose Tiefen" und "Helike" dar. Bei erstgenanntem da hier der Gesang für mich am variabelsten klingt, die musikalische Palette wirklich das komplette schwarzmetallische Spektrum meisterhaft abdeckt und gegen Ende minimalistischste Synthesizer-Tupfer das Ganze hervorragend abrunden. "Helike" klingt meines Erachtens am aggressivsten und ist vom Songaufbau her auch mein Favorit. Eine atmosphärische Basslinie leitet das Stück ein, bevor sich die komplette Mannschaft in elegischer Raserei verliert und dabei ein Riff erklingen läßt, welches in seiner Einfachheit unglaublich schön geraten ist. Das Ende des Stückes wird von verhallten Soundsamples bestimmt, welche das abschließende Epos "Unter toten Kapitänen" passend einleiten. Auch dieser Song muß in einem Galeere-Review Erwähnung finden, schließlich ist er der längste, der bedächtigste und wartet zudem mit einem wunderschönen, kurzen Gitarren-Solo auf, welches ebenfalls eine separate Erwähnung finden muß. Zwar ist dieses Finale kein zweites "Rime of the Ancient Mariner" (aber wie könnte es das ?), aber es rundet eine großartige Platte großartig ab.

Ich habe überlegt, ob nun 4 oder 5 Sterne gerechtfertigter sind. Für mich wäre es genau ein Zwischending. Da aber Geist in sovielen Aspekten mit Galeere perfekt am Wind segeln, habe ich mich für die Höchstwertung entschieden.


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