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the_clairevoyant

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Ironclad - Bis zum letzten Krieger
Ironclad - Bis zum letzten Krieger
DVD ~ James Purefoy
Preis: EUR 6,97

3.0 von 5 Sternen Blut, Matsch & Stahl, 25. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Ironclad - Bis zum letzten Krieger (DVD)
Mit wenig Budget und ein paar bekannten Akteuren wird hier durch ein Ritterepos kinogerecht Geschichtenachhilfe erteilt.

England: Man schreibt das Jahr 1215, und der schwache König John (bestens als Übeltäter aus Robin-Hood-Geschichten bekannt) muss auf Druck des Adels ein Dekret unterschreiben, das seinen Baronen weitgehende Rechte einräumt – die berühmte Magna Charta.

Doch kaum hat John den Federstrich unter die Urkunde gesetzt, macht er sich daran, sie rückgängig zu machen und den Adel zu bekriegen. Soweit sein Plan. Widerstand leistet ihm Erzbischof Langton, der eine Handvoll Haudegen zum strategisch wichtigen Rochester Castle schickt, um die Burg gegen John und sein mit dänischen Söldnern bestücktes Heer zu halten - komme, was wolle.

An die 20 Mann verteidigen die Festung gegen eine Übermacht. Ihr Anführer ist – wie könnte es anders sein – ein tapferer Templer, der ganz nebenbei noch einen Kampf mit sich selbst führt: Soll er seinem Gelübde als Kriegermönch treu bleiben oder doch den Avancen der hübschen, jungen Burgherrin nachgeben.

Was entsteht ist ein Epos im Stil von Alamo mit viel Blut, Matsch und Stahl. Die Dramaturgie ist mittelmäßig, die Ausstattung passend, wenngleich auf's Wesentlichste reduziert.

Was „Ironclad“ sehenswert macht, sind einige der SchauspielerInnen: Kate Mara („House of Cards“) ist die verlockende Lady Isabel, „Game of Thrones“-Bösewicht Charles Dance schlüpft in die Rolle des Erzbischofs, und Paul Giamatti gibt den schwächlichen König einwandfrei.


Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer, Bd. 2
Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer, Bd. 2
von George R.R. Martin
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

4.0 von 5 Sternen Wären nur die Eigennamen nicht verdeutscht ..., 1. November 2013
Zeitliche Einordnung: Der Handlungsbogen spannt sich in etwa zur Mitte der Romanvorlage im 1. Band von George R.R. Martins "Das Lied von Eis und Feuer – A Game of Thrones".

- Lord Eddard Stark dient als Hand des Königs in der Hauptstadt King's Landing und versucht, dahinterzukommen, wer seinen Vorgänger Jon Arryn ermordet hatte.
- Tyrion Lannister wird im Norden von Eddards Frau Catelyn gefangengenommen, weil sie ihn verdächtigt, hinter dem Mordanschlag auf ihren Sohn Bran zu stehen.
- Tochter Arya Stark erkundet die Tiefen von King's Landing.
- Daenerys Targaryen muss sich in Übersee gegen ihren überheblichen Bruder Viserys durchsetzen.
- Jon Snow, Eddards unehelicher Sohn, macht Dienst hoch im Norden an der Großen Mauer.

Positiv: Die Zeichnungen von Tommy Patterson sind klar und werden den Figuren in der Romanvorlage gerecht. Den DarstellerInnen der TV-Serie sehen sie nicht ähnlich, was anfangs irritiert, wohl aber Geschmackssache ist. Jedenfalls fängt Pattersons Stil die Atmosphäre der Geschichte gut ein. Die Sprechblasentexte von Daniel Abraham fassen das Geschehen prägnant zusammen.

Negativ: Warum müssen die englischen Eigennamen unbedingt verdeutscht werden? Das macht null Sinn und verwirrt nur, was zum Beispiel Ortsbezeichnungen betrifft. Peinlich wird es, wenn aus Casterly Rock das Hybridwort Casterlyfelsen wird. King's Landing in Königsmund umzutaufen macht ebenso wenig Sinn, und warum das Haus Lannister plötzlich mit einem "e" am Anfang geschrieben wird, wissen die Götter.


Asterix 35: Asterix bei den Pikten
Asterix 35: Asterix bei den Pikten
von Jean-Yves Ferri
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zurück am guten, alten Pfad, 1. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Immer dann, wenn Asterix es mit einem eigenwilligen Völkchen zu tun hatte (Briten, Goten, Normannen), war für gute Satire garantiert. Das ist auch diesmal der Fall, obwohl Goscinny schon lange an Teutates' Tafel sitzt, wenn Asterix & Obelix auf Reisen gehen.

Für den Inhalt der Sprechblasen ist nun Jean-Yves Ferri verantwortlich, für alles außerhalb Didier Conrad. Das Warten auf den neuen Band hat sich gelohnt.

Kurz zum Inhalt: Nachdem ein tiefgekühlter, tätowierter Pikte an Galliens Küste angeschwemmt worden ist, der nolens volens die Herzen von Gutemine und Co. verzückt, machen sich Asterix und Obelix auf ins ferne Kaledonien, um ihrem angespülten Vetter dort zu seinem Recht zu verhelfen.

Alle Schottlandklischees werden liebevoll bedient: Baumstammwerfen, Wirrwarr unter den Clans, Malzwasser oder der etwas zu groß gewachsene 'Otter' Fafnie. Natürlich dürfen auch wieder Römer stapelweise durch die Lüfte sausen.

Gut gemacht! Das neue Team Ferri/Conrad hat unsere gallischen Helden wieder auf den alten Pfad der Ironie zurückgebracht (Stichwort: Piktogramme), weg vom Schenkelklopfer, hin zum Subtilen. Der Zenit ist aber noch nicht erreicht, da geht noch was, bis der meisterliche Humor von Goscinny wiedererweckt werden kann.


A Chinese Ghost Story 2
A Chinese Ghost Story 2
DVD ~ Leslie Cheung

3.0 von 5 Sternen Mittelaltermärchen mit Billigmonstern, 1. November 2013
Rezension bezieht sich auf: A Chinese Ghost Story 2 (DVD)
Wer A Chinese Ghost Story 1 nicht gesehen, findet diesen Film vielleicht recht unterhaltsam. Wer allerdings Teil I kennt, sieht nur eine mittelmäßige Fortsetzung.

Wieder wird der junge, hoffnungslos naive Steuereintreiber von korrupten Beamten und triefenden Monstern verfolgt. Bei einer Handvoll Rebellen trifft er auf ein Mädchen, das seiner verblichenen großen Liebe wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Die Lovestory beginnt von Neuem.

Natürlich gibt es auch wieder jeglicher Schwerkraft trotzende Schwertkämpfer, die durch die Lüfte sausen. Einer rast sogar unterirdisch im Erdboden dahin. Die Frauen sind von ätherischer Schönheit, die Ungeheuer so billig gemacht, dass sie schon fast putzig wirken.

Das mittelalterliche Märchen von Gut versus Böse spielt auch ein wenig mit Staatskritik: sträflich naive Kaisertreue; hohe Beamte, die im wahrsten Sinne nichts als leere Hüllen sind; Ungeheuer in Verkleidung von Priestern.

Nett, aber leider nichts Neues, lediglich eine schwächere Version von Teil I.


A Chinese Ghost Story 1
A Chinese Ghost Story 1
DVD ~ Leslie Cheung
Wird angeboten von Joe2000
Preis: EUR 19,98

5.0 von 5 Sternen Ästhetik on, Schwerkraft off, 31. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: A Chinese Ghost Story 1 (DVD)
Genremäßig lässt sich dieser 1987 in Hongkong gedrehte Film schwer einordnen. Romantische Geistergeschichte, actionreiche Fantasy, Martial Arts, Komödie, alles vermischt zu einem unterhaltsamen Ganzen.

Die Logik wird ebenso ausgeschaltet wie die Schwerkraft. Kämpfer fliegen mit gezogenen Schwertern akrobatisch durch die Lüfte und wunderhübsche Geistermädchen schweben in wallenden Schleiern dahin.

Held der Geschichte ist ein gelehrter, junger Steuereintreiber, der vor einem Unwetter in einem verlassenen Tempel Schutz sucht und sich in ein bildhübsches, leichenblasses Mädchen verliebt, das dazu verdammt ist, für ein ekeliges Baummonster Venusfalle zu spielen. Ein älterer, von der Zivilisation enttäuschter Schwertmeister wird zum Beschützer des naiven Helden. Ästhetisch rasantes Hongkong-Kino zum Genießen!


Sleepy Hollow
Sleepy Hollow
DVD ~ Johnny Depp
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Gruselklassiker mit toller Besetzung, 31. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Sleepy Hollow (DVD)
Wir sehen einen Film aus dem Jahr 1999, der uns an eine andere Jahrhundertwende zurückführt: 1799. Constable Ichabod Crane (Johnny Depp) wird von New York City nordwärts in das Dorf Sleepy Hollow geschickt, wo er eine Mordserie untersuchen soll. Drei Männer und eine Frau wurden innerhalb weniger Tage geköpft aufgefunden. Ein kopfloser Reiter mit glühend heißem Schwert soll sein Unwesen treiben. Nicht gerade das, was sich der auf Naturwissenschaft und Ratio vertrauende Ichabod Crane vorgestellt hat.

Johnny Depp spielt den jungen, mal zu Tode erschrockenen, dann wieder tollkühnen Ermittler mit seinen an Steampunk erinnernden Instrumentarien toll. Und Christina Ricci, von porzellanfärbiger Blässe gezeichnet, erstrahlt in der Rolle seiner Herzensdame Katrina.

Überhaupt lässt sich die Schauspielcrew sehen: Christopher Walken als Headless Hessian Rider, Altstar Christopher Lee in einer Nebenrolle als Richter sowie gleich drei Akteure, die später in „Harry Potter“ erneut in den Bannkreis der Zauberei fielen: Michael Gambon (Dumbledore), Miranda Richardson (Reporterin Rita Skeeter) sowie Richard Griffiths (Harrys dicker Ziehvater Vernon).

Neben dem Casting besticht "Sleepy Hollow" vor allem durch das neblige, gruselige Szenenbild, typisch für den Gothic-Stil von Regisseur Tim Burton. Der Score von Danny Elfman rundet den Schauer akustisch ab.

Wer "Sleepy Hollow" rund um Halloween ansieht, erhält das gewisse zusätzliche Etwas. Dann passt alles. Ein Klassiker!


Unnützes WienWissen
Unnützes WienWissen
von Stadtbekannt.at
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Melange für das Hirn, 20. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Unnützes WienWissen (Broschiert)
Dieses Büchlein fasst all jenes Wissen zusammen, dass WienliebhaberInnen zwar nicht wissen müssen, aber gerne wissen wollen.

In den Kapiteln Historisches, Kaiserliches, Musikalisches, Kulinarisches, Tierisches, Intimes, Sprachliches und Unterhaltsames kommen allerlei Fakten, Anekdoten und Kuriosa zutage.

- Warum ist Wien "leiwand"?
- Was meinen WienerInnen, wenn sie sich einen "Karl machen"?
- Woher hat der "Schanigarten" seinen Namen?
- Wie kamen die Deutschen zum Namen "Piefke"?
- Warum heißen Polizisten "Kiebara"?
- Woher stammt die Redewendung "die Wadln viererichtn"?
- Warum schreien Kinder beim Fangenspiel "Leo!"?

Nicht nur das: Welches Motiv hatte Kaiserin Sisi auf ihre Schulter tätowiert, Entschuldigung: "gepeckt"? Gab es in Wiens Straßen auch mal Linksverkehr? Stammt der Cappuccino vom Kapuziner ab? Wurde in Wien die Tubenzahnpasta erfunden? Wie lange existierte Venedig im Prater? Wie kamen Argentinierstraße und Mexikoplatz zu ihren exotischen Namen?

Das kleine Sammelsurium liest sich in Windeseile und löst manch Aha-Effekt aus. Wunderbar!


Total Recall
Total Recall
DVD ~ Arnold Schwarzenegger
Preis: EUR 11,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Retro-Charme vom Mars, 17. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Total Recall (DVD)
Die Kleidung, die Frisuren, das Product Placement für Video oder analogen Fotofilm, all das lässt diesen Zukunftsfilm aus dem Jahr 1990 für heutige Begriffe ein wenig antiquiert aussehen. Aber gerade darin liegt auch der Charme von "Total Recall", denn die Story stimmt und das Schauspiel der Hauptakteure stimmt ebenfalls. Es ist was es ist: ein gut umgesetzter SciFi-Klassiker nach einer Romanvorlage von Philip K. Dick.

Arnold Schwarzenegger gibt den Bauarbeiter Douglas Quaid, der eine unterbewusste Leidenschaft für den Mars verspürt. Zu gerne würde er den Roten Planeten mal besuchen. Also begibt er sich zur Firma Rekall, die künstliche Erinnerungen ins Gehirn implantiert. Quaid kann – seinen Wünschen entsprechend – als Geheimagent einen Trip zum Mars buchen, so als wäre er dort gewesen. Doch das Einsetzen der Erinnerung läuft anders als erwartet.

Von einem Moment auf den anderen ist Quaids Leben aus den Fugen gerissen. Er wird gejagt und weiß nicht mehr, wer Freund und Freund ist; ja nicht einmal, wer oder was er selbst ist. Nun begibt er sich tatsächlich auf den Mars, um das Geheimnis zu lüften, um die totale Erinnerung wiederzuerlangen. Sharon Stone spielt Quaids doppelgründige Ehefrau, Rachel Ticotin seine Liebe auf dem Roten Planeten.

Humor und Action kommen nicht zu kurz. Den Vergleich zum gleichnamigen Remake Total Recall (2012) mit Colin Farrell, Kate Beckinsale und Jessica Biel brauchen Schwarzenegger und Co. nicht zu scheuen. Im Gegenteil! Trotz der rasanten Szenen und vielen futuristischen Gimmicks in der Neuverfilmung bleibt das Original besser als die Kopie.


Iron Man 3
Iron Man 3
DVD ~ Robert Downey Jr.
Preis: EUR 7,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Marvel-Superheld mit Albträumen und Panikattacken, 13. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Iron Man 3 (DVD)
Im dritten Teil der "Iron Man"-Reihe wird Superheld, Erfindergenie und Lebemann Tony Stark von seiner verletzlichen Seite gezeigt. Albträume sorgen für Schlafstörungen, und mitten im halsbrecherischen Schurkeneinsatz setzen ihm Panikattacken zu. Zudem droht seiner einzigen Liebe, Pepper Potts (Gwyneth Paltrow), tödliche Gefahr. Ungewohnte Einblicke in das Leben eines Marvel Superhero.

Aber Tony Stark wäre nicht Tony Stark, und Robert Downey Jr. schon gar nicht Robert Downey Jr., würde der Humor auf der Strecke bleiben. In gewohnter Manier fallen selbstgefällige Sager des exzentrischen Milliardärs; eine Garantie dafür, dass es inmitten rasantester Actionszenen immer wieder Schmunzelmomente gibt.

Zeitlich im Marvel-Universum angesiedelt ist "Iron Man 3" kurz nach der zurückgeschlagenen Alien-Invasion von New York City in Marvel's The Avengers. Doch diesmal droht der Welt keine Gefahr von finsteren Außerirdischen oder launischen Göttern, sondern von einem ganz irdischen Bösewicht, genannt "Mandarin", eine Mischung aus chinesischem Gelehrten und islamistischen Terroristen; hervorragend kauzig dargestellt von Ben Kingsley. Bombenanschläge mit Extremis, einem zur Thermowaffe umfunktionierten Virus, sind sein Stil der Panikmache.

Doch nicht alles in der Handlung bleibt so, wie es am Anfang scheint. Neben dem Mandarin wird Tony Stark mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, in der er seelische Dämonen schuf, die ihn nun plagen. Was den technischen Schnickschnack angeht, ist JARVIS, eine sprechende, virtuelle Intelligenz, mittels derer Stark seine Iron Man Suits befehligt und sich in Netze hackt, ein besonderes gut ins Geschehen eingebautes Asset.

Am Ende heißt es wie bei Marvel-Filmen gewohnt, die DVD nicht schon beim Abspann rauszunehmen, denn nach den Credits kommt als Draufgabe eine Kurzszene, in der ein anderer Superheld einen Cameo hat. Spannend, witzig, gut gelöst!


The Cuckoo's Calling (Cormoran Strike)
The Cuckoo's Calling (Cormoran Strike)
Preis: EUR 5,49

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Cormoran Strike zeigt Potential, 31. August 2013
Lula Landry, Supermodel, stürzte vom Balkon ihres Luxusapartments im noblen Londoner Stadtteil Mayfair zu Tode. Ihr Adoptivbruder John Bristow, ein Anwalt, glaubt nicht an einen Selbstmord. Drei Monate nach dem Tod Lulas engagiert er einen Privatermittler, um zu beweisen, dass es Mord war. So lässt Robert Galbraith, sprich J.K. Rowling, diesen Kriminalroman beginnen und führt mit Cormoran Strike einen Detektiv ein, der es aufgrund seiner Ecken und Kanten noch auf weitere erfolgversprechende Romane bringen könnte.

Strike ist 35, kämpfte für die britische Armee in Afghanistan, verlor dabei ein Bein, macht gerade den Trennungsschmerz von seiner Upperclass-Freundin durch, schläft auf einem Campingbett im Büro und ist knapp bei Kasse, da er nicht gerade rasend viele Klienten hat. Kein smarter Frauenheld, kein Geige spielendes Deduktionsgenie, sondern einer, der gegen seinen gesellschaftlichen Absturz kämpft. Ein Detektiv mit Alltagsproblemen, durch den die Leserschaft Projektionsflächen findet.

Es gibt in diesem Roman keine Schießereien oder halsbrecherischen Verfolgungsjagden; der Fall wird im Interviewstil gelöst. Galbraith/Rowling schickt Strike kapitelweise zu Befragungen all jener Personen, die Lula Landry in der einen oder anderen Form nahe standen. Chauffeur, Make-up-Visagistin, Modedesigner, Filmproduzent, Adoptivfamilie, leibliche Mutter, Lover Evan oder Supermodelfreundin Ciara – alle werden unter die Lupe genommen.

Die einzelnen Charaktere entsprechen zwar gewissen Klischeevorstellungen: drogensüchtiger Lover, leichtlebige Freundin, schwuler Designer, sexuell gewalttätiger Produzent, Gangster-Rapper, usw. Aber innerhalb dieser Klischees ist alles stimmig. Die Personen wirken glaubhaft in dem was sie tun und sagen. Insofern hat JKR wie schon in ihrem Roman The Casual Vacancy weniger Wert auf eine Mordsgeschichte mit Spannung gelegt als auf die Skizzierung gesellschaftlicher Sittenbilder. Was am Ende dabei rauskommt, ist durchaus interessant konstruiert. Die Lösung ist keine hanebüchene, sondern ergibt Sinn.

Der Roman sollte unbedingt im englischen Original gelesen werden, um Slang und Dialekt einzelner ProtagonistInnen voll auskosten zu können. Kennzeichnend ist zudem, dass Galbraith/Rowling die Großkapitel mit Zitaten von Christina Rossetti, Boethius oder Vergil einleitet und mit den Anfangszeilen von Alfred Tennysons "Ulysses" abschließt. Die Odyssee nach dem Mörder hat ihr Ende.

Cormoran Strike zeigt Potential. Beim nächsten Mal aber bitte ein wenig mehr suspense!


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