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Rezensionen verfasst von
RUMBURAK

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Creepshow - Limited Mediabook - Blu-Ray + DVD
Creepshow - Limited Mediabook - Blu-Ray + DVD

5.0 von 5 Sternen Horror, der begeistert. Lachen, das im Halse stecken bleibt. Atmosphäre, die in den Bann schlägt. " Creepshow" = Kultshow, 29. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
" ICH VERBIETE DIR DIESEN MÜLL ZU LESEN ! "
Der Zeigefinger des Vaters ist erhoben, die Stimme ist laut, die Worte unmissverständlich. Der kleine zehnjährige Billy duckt sich auf seinem Bett unter dem Wortschwall des Vaters. Das zerknitterte Comicheft um das dieser Disput zwischen Sohn und Daddy entbrannte wird in die Mülltonne vor der Haustür geschmissen . " Creepshow" nennt sich die Cartoonserie, die der Junge so gerne mit heissen Ohren heimlich unter der Bettdecke liest, und aus den bunten Seiten des Heftes entsteigen dann die bösen Geschichten von Untoten, Ausserirdischen, fieser Rache aus dem Jenseits und gruseligen Begebenheiten auf vermoderten Friedhöfen.-
" So ein Dreck wird mein Sohn nicht in sich hineinstopfen"- sprachs und ab damit in die Tonne. So sind sie die nervtötenden Eltern.
Doch das Heft mit dem verfaulten grinsenden Gerippe auf dem Cover wird sein Eigenleben entwickeln. Wenn Billy nach diesem Streit traurig durch das Fenster seines Kinderzimmers in die heulend stürmische Nacht und auf die Mülltonne dort draussen starrt, werden all die leuchtend bösen Geschichten des Heftchens Wirklichkeit, als hätten sie sich heimlich mt dem abgestraften kleinen Jungen verbündet. Die leeren Augenhöhlen des Kürbiskopfes auf dem Fenstersims flackern plötzlich in höllischem Glanz und mit weissen dürren Totenfingern lockt das zum Leben erwachte Knochengespenst in wehenden Leichentüchern den Jungen , blättern sich die Seiten des Comics wie von selbst auf und die Schauer- Geschichten um Tod, Fluch, Verhängnis und Wiederkehr können beginnen.
Fünf Geschichten, so bitterböse , originell, begeisternd und makaber, dass man vor Genuss in die Hände klatschen möchte, warten nun auf uns. Fünf Nachtmahre, die wir Zuschauer, die wir uns wohlig in unserem Sessel auf die Reise in das Reich des Horrorspuks begeben , zwei Spezialisten zu verdanken haben, denen man in jeder Filmsekunde das Herzblut und den Enthusiasmus für genau diese Art von schwarzem Entertainment anmerkt . Zombie Papst George Romero auf dem Regiestuhl und der Gruselautor schlechthin Stephen King luden im Jahre 1982 zu einer der besten Horroranthologien der Filmgeschichte ein. Ein verführerisches Festmahl der Bösartigkeiten, des herrlich trockenen Humors, der ungebremsten Fabulierfreude und wahrhaft unheimlicher Atmosphäre. Wie schafft man es Lachen und Grausen, Trash und Esprit so zu verbinden, dass die Nuancen derart intelligent abgestimmt sind und ein brillantes Feuerwerk entsteht ? Diese beiden haben das Kunststück mit Bravour gemeistert und ausser John Landis Kultklassiker " American Werewolf" fallen mir wenige Beispiel ein , in der diese Spezialmischung so derart gut ins Schwarze traf.
" Creepshow" ist eine so liebevoll arrangierte Reminiszenz an die wunderbar nostalgischen Comicstrips der fünfziger Jahre . Die damaligen EC Comics wurden von beiden Kreativköpfen ebenfalls in ihrer Jugend verschlungen. Probleme mit der Zensur hatten die grell trashigen immens erfolgreichen Pulp Stories seit jeher, waren sie doch oft von einem derart galligen Sadismus gekennzeichnet , strotzten vor Gewalt, der dann aber immer wieder mit dem kruden Schuss derben Humors und viel moralinsaurer Patina relativiert wurde. Gerecht geht es schlussendlich immer zu in diesen schillernden Alpträumen , denn kein Bösewicht entkommt seiner grausamen Strafe und das konservative Weltbild ist ähnlich wie in europäischen Volksmärchen wieder in Ordnung. " Creepshow " versteht sich als grosse Hommage an diese Comicwelt und aus diesem Grund werden auch zu Anfang oder am Ende bei der oft sehr üblen Schlusspointe jeder Geschichte Comiczeichnungen in dem typischen Graphik Design eingefügt. Diese gezeichneten Verfremdungen geben zusatzlich dem ganzen fünf Gänge Menü Einzigartigkeit .
Vorhang auf nun für eine kleine Vorschau auf die grimmigen Köstlichkeiten:

" Vatertag" : Ein finsteres Unheil liegt auf der ehrbaren Familie Graham . Wie jedes Jahr treffen sich zum Vatertag die Mitglieder der Sippschaft und auch die kauzige, extrem trinkfreudige Tante Bedelia ist auf dem Weg zu dem Familienanwesen. Sie verbirgt ein ganz besonders prekäres Geheimnis. Denn einst vor vielen Jahren zerdübelte sie mit Hilfe eines schweren Aschenbechers das Gehirngehäuse des tyrannischen Familienpatriarchen, weil dieser zuvor ihren nicht standesgemäßen Liebhaber erschlagen ließ. Jahr für Jahr stattet sie nun unter dem Zwang ihrer Schuldgefühle der Grabstätte des verhassten Erzeugers einen Besuch ab. Da hockt sie dann mit einer Pulle Whiskey vor dem Grabstein des Alten und beschimpft den unter der Erde liegenden Fiesling jedes Jahr zum Vatertag aufs neue. Doch dieses Mal wird es dem verrotteten Kotzbraten im Untergeschoß zuviel . Pfeilschnell stösst der verfaulte Arm aus dem Erdreich und greift nach der lamentierenden Bedelia, buddelt sich der kompostierte Broccolikopf selbst aus dem Grab. " Wo ist mein Vatertagskuchen ? " beschwert sich das wurmzerlöcherte Familienoberhaupt rasselnd und schlubbert , nachdem es die verblüffte Bedelia auf links gekrempelt hat , los um ganz besondere Feiertagslaune zu verbreiten....

" Mondgestein" : Ein personlicher Favorit von mir, weil so herrlich doof und schön. Stephen King höchstpersonlich spielt den sackdummen Farmerknüppel Jordy Verril , in dessen Garten justemang in der Nacht ein fussballgrosser Meteor einschlägt. Alles Gute kommt von oben, so meint der liebenswerte tumbe Holzmichel und nimmt ein Stück des Meteoriten mit in die gute Stube , um ihn am nächsten Morgen einem wissenschaftlichen Institut zu verkaufen. Doch wie gross ist sein Unmut als er feststellt, dass das unbekannte Objekt wie ein Pflanzendünger auf Speed wirkt. Aus allem ,was mit dem Gestein in Berührung kommt , wächst in kurzer Zeit büschelhohes Gras. Aus Schränken, dem Teppich, und leider selbst aus den eigenen Nasenlöchern und sämtlichen anderen Körperausgängen .
Nur Schuppenflechte , Fusspilz, Schrumpfklöten und Herpes gleichzeitig haben, das wäre ein sorgenloses Leben ?! Aber nein, keine Gnade kennt das Schicksal. Wenn Jordy am Ende als riesiger ,saftiggrüner Grasklumpen mit irgendwo zwei Augen drin bewegungsunfähig in seinem zum Dschungel zugewucherten Wohnzimmer vor der Glotze sitzt , dann hilft auch keine Heckenschere oder Rasenmäher mehr. " Glauben sie an sich, dann wird alles gut", ertönt die Stimme des Fernsehpredigers aus der Flimmerkiste....

" Videospiele" : Die wohl beste und gemeinste Story überhaupt. In ihrer Perfidie kamen mir Assoziationen zu George Sluizers genialem Thriller " Spurlos verschwunden". Leslie Nielsen , so böse wie noch nie. Er spielt den gehörnten Ehemann, der sich einen sadistischen Racheplan für seine Frau und ihren Liebhaber ausgedacht hat. Die bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Perversion, lässt in der Tat frösteln. Um zu erfahren, was mit besagter Gespielin , die plötzlich wie vom Erdboden verschwunden ist , wirklich geschah, muss sich der Liebhaber auf das teuflische Spiel des Ehemannes einlassen. Bis zum Hals wird er sich widerstrebend im Sand eines menschenleeren Strandes eingraben lassen müssen und bekommt alsdann von dem feixenden Gatten einen Fernseher vor die noch herausragende Nasenspitze gestellt, auf dem er sehen soll, was mit seiner Angebeteten geschah. Die Bilder werden bizarr und schockierend sein und während genüsslich der Ehemann sich die Hände reibt, krabbeln schon Skorpione und Krebse um den schreienden eingegrabenen Kopf des Mannes, steigt in unerbittlicher Schnelligkeit die Flut. Aber die schleimig schlickige Vergeltung naht...

" Expedition ins Tierreich" : - " Er ist so geizig, wie sein Schniedel kurz ist "- Der leidgeprüfte Ehemann Henry ( Harry Holbrook) ist derlei Verunglimpfung seines nun einmal gottgegebenen Geschlechtsorgans schon gewohnt. Aber, dass seine proletenhafte Ehefrau Wilma sogar auf einer Party lachend sich in derlei Weise mit ihren Freundinnen über sein zierliches Gemächt austauscht , das lässt dann wieder einmal Mordphantasien reifen.
In Gedanken sieht Henry sich, wie er einfach eine Waffe hebt, zielt und mit einem guten Treffer in den unsympathisch plärrenden Dauerwellenkopf die Welt von dieser geifernden Stinkmorchel erlöst. Aber wiederum bleibt es nur beim Ausheulen bei seinem langjährigen Freund schon seit Schulzeiten, Professor Dexter. Doch auf einmal scheint sich eine unerwartete Lösung der Eheproblematik aufzutun . Unter einem Treppenabsatz im Keller der Universität , in der Dexter arbeitet findet der Hausmeister eine ominöse uralte Kiste. " Frachtgut aus Arktisexpedition 1834" und " Do not open" ist in verblichenen Buchstaben auf dem zugenagelten Holzdeckel zu lesen. Im Inneren rumort, knurrt und scharrt es und welches blutrünstige Bigfoot Wesen sich hierin verbirgt, das werden alle Beteiligten noch früh genug feststellen , bzw. ihre Neugier gleich mit dem Verlust der körperlichen Unversehrtheit bezahlen. Denn dieses zähnestarrende, nicht sozialisierbare Pelztier hat seit Jahrhunderten Hunger.
" Ich könnte deine Eier als Ohrringe tragen , du Schwächling".... Es wird die letzte Beleidigung der ordinären Ehehälfte gewesen sein, denn in Henry reift ein perfider Plan, sich seiner Frau nun für alle Zeit zu entledigen. Wilma , das perfekte Nassfutter für den wilden Wonneproppen.
" Schatz, könntest du bitte in den Keller der Universität kommen...?!"

" Insektenspray" : In der letzten aufsehenerregenden Episode wimmelt und wuselt es, dass es einem selbst schon vor Ekel in allen Knopflöchern juckt. Der Grossindustrielle Upson Pratt ( herrlich gespielt von E. G. Marshall) ist ein so exzenrischer, wie skrupelloser Geschäftsmann, der ohne mit der Wimper zu zucken seine Angestellten über die Klinge springen lässt, wenn es ihm beliebt. Von aller Welt abgewandt lebt der spleenige Sauberkeitsfanatiker in seinem klinisch weissen Appartement , ist nur über Computer, Telefon und Türspion mit der Menschheit verbunden und frönt hier pedantisch seinem Ordnungsfimmel. Wie gross ist sein Entsetzen als auf einmal eine stramme Küchenschabe über die weisse Tastatur seines Equipments krabbelt. Aus Ärger wird bald blanke Angst. Denn wo ein kleines Biest war, sind plötzlich immer mehr . Aus Steckdosen, an den Wänden und über das Bettzeug kriechen und wuseln ekelhafte schwarzglänzende Flügel, Insektenbeine und Fühler. Als Upson Pratt selbst in seinem Brotaufstrich verklumpt zuckende Kakerlaken findet, droht er den Verstand zu verlieren. Bald auch das Leben und das geflügelte Wort "Kribbeln im Bauch haben" , bekommt im letzten Bild neue übelkeiterregende Bedeutung...
Diese Episode dürfte übrigens , ähnlich wie der Film " Mörderspinnen " aus den siebzigern noch aus einem ganz anderen Grund besonders befliessene Tierschützer in Horror versetzen. Die tausenden von echten Kakerlaken wurden nach dem Dreh kurzerhand ohne Mitspracherecht vergiftet . Mahlzeit. Inklusion Fehlanzeige.

In der kruden Welt der EC Comics bekommt nach dieser brillanten Geisterbahnfahrt natürlich auch noch der kleine Billy aus der Rahmengeschichte seine Genugtuung. Hätte der Vater doch bloß die Bauanleitung aus dem Heft zur Erstellung einer eigenen Voodoo- Puppe nebst den passenden Nadeln gleich mit in die Tonne geworfen. Aber davon... , tja davon wusste er nichts und am nächsten Morgen windet sich die väterliche Spassbremse plötzlich unter grausamen Magenkrämpfen, gegen die kein Zäpfchen und Wadenwickel mehr helfen.

" Creepshow" ist ein Füllhorn an Ideen und Kreativität, die seinesgleichen sucht. Ein ewiges Horrorvergnügen, ironisch, bissig, voller Magie, das wohl nie altern wird. Diese Ausgabe hier ist die erstmalige UNCUT Fassung auf Bluray. Dennoch muss ich die Erwartungen etwas schmälern, denn Bild und Ton sind gut aber natürlich nicht mit den Standards heutiger BluRays vergleichbar. Ebenso ist das Bild in 4: 3 Format. Achten sie also darauf ihren Fernseher entsprechend zu justieren , dann müssen Sie sich auch nicht über ein verzerrtes Bild ärgern , wie hier einige Mitrezensenten .
" Creepshow" treibt mit dem Entsetzen und unser aller Ur- Angst vor Krankheit, Tod und Verlust von Kontrolle befreienden Schabernack und selten fühlt man sich zwei Stunden lang so grandios unterhalten wie hier.
Bis auf ein nächstes Mal, wenn die verrückte Geisterstunde uns wieder in den Bann zieht. " Creepshow" forever.


Creepshow 2 - Kleine Horrorgeschichten
Creepshow 2 - Kleine Horrorgeschichten
DVD ~ Lois Chiles
Wird angeboten von Flohpreis
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Der Kultfilm " Creepshow 2" hier nur schwer zensiert. Kaufwarnung, 27. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Creepshow 2 - Kleine Horrorgeschichten (DVD)
Im Jahre 1986 trafen sich die beiden Horror Wizards Stephen King und George Romero ein zweites Mal, um eine Fortsetzung ihrer immens erfolgreichen " Creepshow" , entstanden Anfang der Achtziger , zu drehen. Das Ergebnis ist rundherum gelungen, bietet genau die richtige Mischung aus Gänsehaut, tiefschwarzem makaberem Humor, viel Charme der achtziger Jahre und diesmal sehr fiesen Special Effekts .
Unverständlich warum dieser zweite Teil die Meinungen der Fans so sehr spaltet. Die drei skurrilen Kurzgeschichten sind perfekt inszeniert und ein absolut unterhaltsamer Nachfolger ist hier entstanden. Allerdings wird in dieser Ausgabe das Vergnügen erheblich getrübt. In allen drei Episoden wurde von der Zensur herumgeschnippelt , als gäbe es keinen Sonnenaufgang mehr. Um satte drei Minuten wurde der Film erleichtert, sodass absolut vom Kauf dieser Fassung abzuraten ist. Näher bin ich auf " Creepshow 2" noch einmal bei dem UNCUT Mediabook eingegangen. Dieses ist zwar teuer, bietet allerdings momentan die einzige Möglichkeit diesen Horror- Klassiker ungeschnitten in sehr guter Qualität zu geniessen


Creepshow 2 - Kleine Horrorgeschichten - Uncut - Mediabook  (+ DVD) [Blu-ray] [Limited Collector's Edition]
Creepshow 2 - Kleine Horrorgeschichten - Uncut - Mediabook (+ DVD) [Blu-ray] [Limited Collector's Edition]
DVD ~ George Kennedy
Preis: EUR 39,70

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Drei feine blutige Alpträume zwischen Angst, Grausen und schwärzestem Humor - Ein Festmahl, 27. Mai 2016
Manchmal sprudelt einem der Spaß und die Freude beim Schreiben einer Rezension aus allen untoten Knopflöchern. Vornehmlich wenn eine filmische Geisterbahnfahrt derart viel nostalgisches Vergnügen, fröstelnde Gänsehaut und skurrilen Fabulierreichtum bietet , wie in diesem gruftig gruseligen Horrortrip aus dem Jahre 1986. " Creepshow 2" aus der Hexenküche des kultigen Wiedergänger- Trios Stephen King ( Storyvorlagen) , George Romero ( Drehbuch) und dem eher unbekannten Regisseur Michael Gornick ist ein begeisternd bizarres Horror Feuerwerk, das für meine Begriffe mindestens genauso sorgfältig und originell gelungen ist, wie der legendäre erste " Creepshow" aus dem Jahre 1982. Warum dieser zweite Teil von dem Gros der Fans oft etwas über die verfaulte Rübe gezogen bekommt , und bei weitem nicht die Anerkennung erfährt wie Teil 1 erschließt sich mir nicht.
Viel , viel Freude macht dieses verschrobene, fast noch bösere und grimmigere Sequel, das einfach eine herrlich schaurige Atmosphäre mit galligem Charme und einer übersprudelnden Phantasie verbindet, wie sie im heutigen Horrorfilm leider oft fehlt . Vielleicht muss man aber ein Stück weit auch Kind der Achtziger sein, muss noch selbst damals voller Ehrfurcht seinen ersten " richtigen" Horrorfilm auf abgenudelter VHS Cassette auf kleinem 4:3 Bildschirm erwartungsvoll gesehen haben , muß vielleicht noch wissen was ärgerliche " Drop Outs" waren und was Bandsalat bedeutete, um dieses schwer zu beschreibende Achtziger Nostalgie Gefühl, das einem jetzt dreissig Jahre später wieder wohlig durchfährt, goutieren zu können. Ein mehr als würdiger Nachfolger ist " Creepshow 2" auf jeden Fall ,was man dann allerdings von " Creepshow 3" nicht mehr sagen kann.

Was hat der runzelige Creep, mit einem Gesicht, das einem umgegrabenen Schrebergarten ähnelt , uns diesmal anzubieten ?
Wie auch in Teil 1 werden die drei Alptraumstories in einen kleinen liebevoll gestalteten Cartoon gekleidet: Der kleine Billy kann es gar nicht erwarten die neueste Ausgabe seines Lieblingscomis " Creepshow" in der Hand zu halten. Direkt aus einem unheimlichen Autoanhänger heraus wirft ihm der bucklige Creep ( Tom Savini , wobei man nicht sicher sein kann, ob er überhaupt Make Up brauchte ) das neueste Heft vor die Füsse. Alsbald vertieft sich der Junge in die blutig bösen Nachtmahre und mit ihm gehen wir auf die Reise zu geheimnisvollen und erschreckenden Begebenheiten.

Die erste Geschichte " Chief Old Woodenhead" ist ein kleiner märchenhafter Aufwärmer. In dem kleinen Kaff " Dead River" sind die einsamen Strassen weit und staubig und die obligatorischen Heuballen wehen über staubdurchtränkte endlose Prärie. Ein alter gutmütiger Tankwart ( ein Wiedersehen mit George Kennedy) mit seiner Ehefrau betreibt hier seinen kleinen Laden in der Einöde. Gut Freund ist er mit dem hier in der Gegend ansässigen Indianerstamm und auch aus diesem Grund ziert eine überlebensgrosse majestätische Hauptlingsstatue , Chief Old Woodenhead, den Eingang des Lädchens. Ein wertvoller Familienschmuck der Indianer , den der Tankwart von dem Rothäuten verehrt bekam, weckt in dieser Einöde finstere Begehrlichkeiten und ein abtrünniger Stammesbruder wird mit seinen Kumpanen dem Laden einen blutigen Besuch abstatten. Von Kugeln durchsiebt liegt das alte Ehepaar alsbald auf dem Boden und der Schmuck wird entwendet . Doch wer als Einziger Zeuge des grausamen Unrechts war , ist die stumme bewegungslose Holzfigur des alten Chief Woodenhead. Langsam beginnt sich das knarrende Holz zu bewegen, zucken die massigen Arme und Beine , knarrt das einst blicklose riesige Holzgesicht und die geschnitzten Augen schauen umher. Und Chief Old Woodenhead wird von seinem Sockel steigen, Pfeil und Bogen schultern und knarzend sich auf Rachefeldzug begeben nach blutiger Indianer Art. Howgh !

" The Raft" , die zweite Story, ist für mich eindeutig Horror in Reinkultur. Denn es ist die menschliche Ur- Angst vor dem Unbekannten, vor Qual , Ausweglosigkeit und Tod, dem vollkommen Irrsinnigen und Unerklärbaren, das uns in jeder Sekunde des Lebens zustoßen kann, die derart originäre und abgedrehte Ideen hervorbringt . Plötzliche Angst und Todesgefahr ohne Vorwarnung aus dem Nichts heraus und selbst in schönster Naturidylle und bei strahlendem Sonnenlicht böse, gnadenlos banal und teuflisch zugleich.
Zwei Highschool Pärchen möchten sich einen schönen Sommertag am einsamen Waldsee gönnen. Eine Allerwelts Situation so unschuldig und arglos wie möglich. Ruhig glitzert die blaue Wasseroberfläche zwischen den malerischen Uferböschungen. Ein mitten im See treibendes Holzfloß, ungefähr drei mal zwei Meter , lädt zum Hinschwimmen ein. Niemand der vier ahnt, dass sie an diesem sonnigen Tag sterben werden, so qualvoll und bizarr wie möglich. Ein giftiger schwarzölig glänzender Schlickteppich auf dem Wasser wird sich um das Floß glucksend schliessen und wer mit der gallertartigen Masse in Berührung kommt und sei es nur sekundenlang mit dem Fuß, der wird von dem teerigen Schlamm in die Tiefe gezogen, schreiend, um sich schlagend. Unerbittlich brechen die Knochen , reisst das Fleisch , wenn der Körper sogar durch die schmalen Ritzen der Balken des Flosses in den Abgrund gesaugt wird.
Horror, ohne Erklärung, unvermittelt und creepy und deshalb so gut .

" Danke fürs Mitnehmen.."wird mit lallender Stimme aus einem zu blutigem Brei zerschmetterten Gesicht ein omninöser Anhalter immer wieder der vor Angst halb wahnsinnigen Fahrerin ins Gesicht keuchen . " The Hitchhiker" - eine Alptraumgroteske, die uns abwechselnd grinsen und vor Grauen frösteln lässt
Im Leben wird man bestraft für seine Sünden und sexuelle Untreue wird in den moralisch bewegten EC- Horrorcomics ganz besonders nachhaltig geahndet. Annie Lansing, Anfang vierzig , gehobene Mittelschicht, verheiratet und ( dementsprechend :-) sexuell etwas eingemottet, kommt frisch besprungen vom heimlichen Liebhaber , fährt auf dem einsamen nächtlichen Highway nach Hause , zählt beglückt hinterm Steuer im Kopf noch ihre Orgasmen und nietet , unaufmerksam wie sie ist, mit voller Fahrt einen arglos am Strassenrand stehenden Anhalter um.
Nun ist guter Rat teuer, bei Eintreffen der Polizei würde ihre nächtliche Spritztour (im doppelten Sinne ) natürlich auffallen . Voller Panik blickt sie sich um, tritt auf das Gas und begeht Fahrerflucht ohne den totgefahrenen Schinkensalat mit Bömmelmütze auf dem Asphalt noch eines Blickes zu würdigen . Doch wie gross ist ihr Entsetzen , als einige Minuten später und einige Kilometer weiter, der deutlich deformierte Schaschlikhaufen wiederum am Strassenrand steht, den schlockerigen Arm hebt und wild gestikulierend um Mitfahren bittet.
Diesen schlurkigen Hansdampf auf dunklen Strassen kann man noch so oft durch den Fleischwolf drehen und zermatschen , bis er nur noch zum Düngen der Geranien taugt , er hängt, er krallt , er saugt sich nun immer wieder an das Gefährt. " Danke fürs Mitnehmen , Lady" . ....
Geschickt schafft es das krude Stück bei allen expliziten Gore Effekten am Ende offen zu lassen, ob hier Trugbild des Gewissens oder wahrer Höllenspuk am Werke war.

Aufwendig und packend ist hier jede Story umgesetzt. Die blutigen und schleimigen Effekte können sich ebenfalls sehen lassen und der ganze Geisterspuk ist mit dem gewissen Esprit, der Spielfreude und der mystischen Atmosphäre nebst eigenwilligem Witz ein Garant für herrlich kurzweiliges Entertainment. Gerne nimmt der Zuschauer immer wieder einmal in dieser " Creepshow" Platz.
Besonders erfreulich , dass hier erstmals der Film UNCUT in sehr guter Ton- und Bildqualität auf BluRay erhältlich ist. Als Extras gibt es leider nur ein halbstündiges Featurette und als Inlay einen Original EC Comic mit dem schönen Titel " Die Venusfliegenfalle" . Ach was !
Besser als in dieser Geisterbahn habe ich mich selten unterhalten gefühlt.


La Bambola Di Cera [IT Import]
La Bambola Di Cera [IT Import]
DVD ~ John Standing
Wird angeboten von nagiry
Preis: EUR 8,26

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Puppengrusel auf den Spuren von Norman Bates, 26. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: La Bambola Di Cera [IT Import] (DVD)
Der schärfste Konkurrent der legendären britischen Gruselschmiede Hammer war in den sechziger Jahren das kleine Studio Amicus. Besonderes Markenzeichen wurden die sogenannten Omnibusfilme, kleine bösartig schwarzhumorige Horroranthologien bei denen es gelang auch die Zugpferde der Hammer Studios Christopher Lee und vor allem Peter Cushing vor den eigenen Karren zu spannen. Herrliche nostalgische Klassiker konnte Amicus hier zaubern von " Todeskarten des Dr. Schreck" bis " Die Tür ins Jenseits". Aber auch mit kleinen Horrorjuwelen mit einer durchgehenden Spielfilmhandlung überzeugte das Studio. ( " Stadt der Toten" ," Der Schädel des Marquis de Sade", " Der Horla" mit Vincent Price etc. ) .
Regisseur und Bilderkünstler Freddie Francis, erkennbar immer an seiner ausgetüftelten, phantastischen Kameraarbeit und Drehbuchautor Robert Bloch arbeiteten abwechselnd für beide Studios . Für Hammer entstanden unheimliche Klassiker wie " Haus des Grauens" und für Amicus unter anderem kleine verschrobene Thrillerperlen wie der hier vorliegende " The Psychopath" aka " La Bambola di Cera" aka " Der Puppenmörder", der zwar relativ unbekannt , aber mehr als solide und stimmig inszeniert wurde.
Ein besonderes Highlight ist der bizarre Grusler nicht geworden, denn zu sehr schielt Drehbuchautor Robert Bloch nach seinem eigenen Skript von " Psycho" dem Kultfilm von Alfred Hitchcock, der immerhin ein ganzes Film- Genre revolutionierte.
Wunderbare stimmige Szenerien gibt es dennoch zu sehen, auch wenn die ganze etwas dürftige Story tatsächlich in einer Kurzepisode der Omnibusfilme vielleicht besser aufgehoben gewesen wäre.

Späte Abendstunde , nur das Licht weniger Strassenlaternen verdrängt etwas die Dunkelheit. Ein Mann ist schnellen Schrittes auf dem Weg nach Hause. Er ist Musiker in einem kleinen Orchester und kommt von einer Probe.In einer Hand trägt er einen Geigenkasten mit sich. Plötzlich Scheinwerfer, die grell in der Dunkelheit aufleuchten. Ein schwarzes Auto, das sich in Bewegung setzt. Der Mann bleibt stehen, schaut sich um, während seine Augen sich angstvoll weiten. Das Auto versperrt ihm den Weg, drängt ihn ab in eine kleine Gasse, an eine Mauer . Im Off hören wir die Schreie, als der fremde Fahrer den hilflosen Mann mit seinem Gefährt an die Steinwand drückt , vor und zurückrollt, immer wieder und ihn zerquetscht. Der Geigenkasten liegt zersplittert im Rinnstein . Neben der Leiche wird man am nächsten Morgen eine geschnitzte Puppe finden. Vielleicht 40 cm groß und mit dem detailliert ausgearbeiteten Gesicht des Toten. Die Ähnlichkeit ist verblüffend.
Als Inspektor Holloway den Fall übernimmt ahnt er noch nicht , dass sich eine ganze Mordserie in Gang setzen wird. Perfide sind die Taten des unbekannten Mörders , der stets in schwarzer Nacht zuschlägt. Von mit dem Bunsenbrenner verbrennen, bis Erdrosseln und Erstechen reicht die Palette, sodass man hier durchaus schon von einem frühen ästhetischen Vorläufer der später so beliebten Giallo Filme aus Italien sprechen kann . Freilich ist dies alles nicht explizit, aber hervorragend durch die oft subjektive schleichende Kameraführung von Freddie Francis arrangiert. An jedem Tatort wird eine dieser mysteriösen Holzpuppen hinterlassen, deren Antlitz dem des jeweiligen Toten wie aus dem Gesicht geschnitten ist.
Bald führt die Spur zu einer unheimlichen Puppenmacherin. Madame Sturm, die ( ...unvergessliche Szenerie) stets in ihrem Rollstuhl sitzend, von hunderten von starrenden Pupen in ihrem düsteren Haus umgeben ist. Ihr Sohn scheint ein ganz besonderes Früchtchen zu sein und ein Geheimnis, das bis in die Zeit des zweiten Weltkriegs reicht , scheint beide mit den Todesopfern des unbekannten Mörders zu verbinden.
Nachtigall ick hör dir trapsen.

Knapp 80 Minuten lang erwartet uns gediegener Krimigrusel mit all den nostalgischen Details die wir alle so liebgewonnen haben. Doch richtig in Schwung mit wirklich überraschenden Wendungen kommt das Konstrukt leider nicht. In Erinnerung bleiben stimmungsvolle Einzelszenen, vor allem diejenigen, die in dem düsteren Haus der Puppenmacherin spielen. Alleine die vielen gruselig regungslosen Puppenkreationen, überall auf dem Boden, den Wänden, dem Kamin drapiert haben natürlich mehr diffusen Gänsehautfaktor als fast jeder moderne Horrorfilm im Ganzen. Frösteln und die Nerven anspannen lässt auch die filigrane Musikuntermalung, die absolut stimmig und auf den Punkt das sinistere Geschehen untermalt. Ein wenig ist " Der Puppenmörder" zu sehr auf den letzten grossen Effekt inszeniert, der dann merkwürdigerweise doch nicht so die Durchschlagskraft hat wie vermutet, obwohl sich Robert Bloch da natürlich eine ganz gallige Pointe erdacht hat. Die letzten wimmernden Rufe des Sohnes :" Mama...", "Mama..." vergisst man nicht so schnell.
Ein wenig mehr Esprit, Ideenreichtum und Originalität und weniger Dahinplätschern hätte ich mir aber über die Laufzeit jedoch schon gewünscht.

Kommen wir zum wahren Horror, der leider, leider das Filmvergnügen extrem vergällt. Es ist unsagbar traurig ,wie lieblos dieser Film hier auf die einzig zu erwerbende DVD aus Italien gepresst wurde. Von Extras will ich gar nicht erst reden, der Film an sich ist so extrem miserabel in seiner Bildqualität, dass einem die Netzhaut zufriert. Die Farben extrem verwaschen, das Bild unschärfer als bei einer früheren VHS Kopie , Artefakte geistern durch die Szenen. Ein Graus und sicherlich die scheusslichste Bildqualität , die ich je auf DVD erlebt habe. Eigentlich dürfte eine derartige Schrottkopie gar nicht in den Verkauf gelangen. So kann ich ihnen nicht wirklich zu dieser DVD raten, auch wenn es keine andere Möglichkeit momentan gibt den Film anderweitig zu erwerben.
Vier Sterne der Film plus einen für diese furchtbare Präsentation , geteilt durch zwei macht zweieinhalb und mit einem halben Puppenkopf aufgerundet lumpige drei Sterne.
Sehr , sehr schade.


La donna del lago [IT Import]
La donna del lago [IT Import]
DVD ~ peter baldwin
Wird angeboten von VECOSELL
Preis: EUR 10,34

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wind über dunklem See, Alpträume der Vergangenheit - ein Italo Noir der Extraklasse, 25. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: La donna del lago [IT Import] (DVD)
Das Seufzen des Windes ist es, das uns 90 Minuten als stete Hintergrundmelodie begleitet. Kleine verwitterte Häuser, mittelalterliches Dorf an den schwarzen Ufern eines geheimnisvollen Sees.
Der verlorene einsame Mann, der hierhin zurückkommt , hat seiner bitteren Vergangenheit endgültig den Rücken gekehrt. Gescheiterter Autor ist er, depressiv und fremd in sich und fremd in der Welt.
Hier an diesen verwunschenen Ort hat er sich zurückerinnert. Der See, die Uferpromenade unter dem Schatten schwerer Bäume , das Dorf, das Hotel in dem er vor einem Jahr schon einmal abgestiegen war. Damals brachte eine verführerische Fremde etwas Licht in die Schwermut.
Nun ist er zurückgekehrt um jenes Zimmermädchen des einzigen Hotels vor Ort , jenes fremde begehrenswerte Geschöpf , das ihm damals schon die Sprache verschlug mit ihrer Schönheit und Anmut wiederzusehen .
" TILDA IST TOT" , -wie schwarze Schleier in der Luft schweben die kalten unerbittlichen Worte des Hoteliers.
Tilda, seine heimliche Sehnsucht, dieses lebenshungrige , verführerische Geschöpf soll Selbstmord begangen haben ?
Wie ein Taumwandelnder geht der Mann durch die modrigen Strassen. Menschen, die den Hut tiefer ins Gesicht ziehen beim Anblick des Fremden. Überall Ablehnung, Schweigen , Misstrauen. Warum nur ?
Puzzleteil zu Puzzleteil wird sich zusammenfügen zu einem finster unheimlichen Mosaikbild. Und die Dämonen vergangener Schuld, das Verhängnis, das wie ein Fluch über dem rästelhaften Tod von Tilda liegt , werden unseren Schriftsteller drohen mit in den Abgrund zu ziehen.
Und eines nachts sieht er sie. Schlank hochaufgerichtet im Mondschein steht sie reglos am Ufer . Und zum klagenden Flüstern des Windes flattert ihr Schal geisterhaft um die anmutigen Schultern. Tildas Schal. Ein Spukbild, das Ergebnis überreizter Nerven, eine Doppelgängerin oder welch gefährliches Netz aus Täuschung, Lügen und vertuschtem Verbrechen wird hier gesponnen.... ?

Noir Film, melancholisches schauerpoetisches Mysterydrama mit schwarzweisser Giallo Ästhetik, der sogar an den Expressionismus eines Murnau erinnert. Der Erstling des viel zu unbekannten Meisterregisseurs Luigi Bazzoni überwältigt die Sinne. Die Licht/ Schatten Kontraste, die Brillanz der surreal geheimnisvollen Bildmagie , die Intensität von Ton , Musik, Bildschnitt und ausdrucksvollem Schauspiel machen " Donna del Lago" zu einem fesselnden Kunstwerk . Bazzoni wäre bekannter, hätte er nur mehr Filme gedreht. Ein Handvoll sind es gerade einmal, und jeder ist auf seine Art artifiziell und herausstechend. Ausführlicher bin ich in der spanischen Ausgabe noch einmal auf den Film eingegangen.
Sie können, wenn sie wie ich des Italienschen nicht mächtig sind, diesen Film trotzdem geniessen. Er ist enthalten als Zugabe zu dem aufwendigen Mediabook von " Spuren auf dem Mond", Bazzonis schillerndstem Werk. Dort erleben sie " Donna del Lago" in tadelloser Qualität in italienisch mit DEUTSCHEN Untertiteln, nebst unzähligen Extras, Dokumenationen und Interviews zu diesen zwei Filmjuwelen.
Meine absolute Empfehlung für dieses Mediabook, auf das ich auch dort noch näher eingehe.
Kino der bizarren, melancholischen, verführerischen (Alp) Träume erwartet sie, berauschend und in einer Poesie , wie sie es heute nicht mehr gibt.


La Mujer del Lago BD 1965 La donna del lago [Blu-ray]
La Mujer del Lago BD 1965 La donna del lago [Blu-ray]
Wird angeboten von DVD STORE SPAIN
Preis: EUR 13,70

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Wind über dem dunklen See flüstert von den Alpträumen der Vergangenheit in einem Italo- Noir der Extraklasse, 24. Mai 2016
Das Seufzen des Windes ist es, das uns 90 Minuten nun stetig begleitet.
Er heult um verkrüppelte Baumäste, die sich über schemenhafte Uferböschungen ranken, streicht um die kleinen verwitterten Häuser des einsamen Dorfes und verfängt sich wimmernd in den alten Giebeln und Erkern des einen fluchbeladenen Hotels und Gasthauses. Zeit des Vollmonds über den schwarzen Wassern des Sees, Zeit für die Alpträume von Schuld und finsteren Geheimnissen.
" Unser See verbirgt in der Tiefe die Ruinen eines versunkenen Dorfes" ,so raunen vielsagend die wettergegerbten Anwohner mit den lauernden Augen und der junge Ankömmling in diese verschworene Gemeinde , Bernard ( Peter Baldwin) ein erfolgloser Schriftsteller schaudert leicht und senkt den Blick. Hier ist er ein Fremder , doch fremd fühlt er sich momentan in der ganzen Welt. Schaffenskrise, Depressionen und vor ein paar Tagen beendete er zusätzlich die Beziehung zu seiner Lebensgefährtin. Als er daraufhin, wie paralysiert seinen Wohnort verließ, sich in den Wagen setzte, wie magisch angezogen von diesem seltsamen Dorf am See, dem Hotel, der fernen lieblichen Person aus der Vergangenheit , die ihn zu rufen scheint , da hatte er bereits das Gefühl alles um ihn herum wird mit jeder zurückgelegten Meile unwirklicher. Landschaften verschwimmen in einem Nebel der Ungewissheit.
Dieser Ort hier ist sein Sehnsuchtsort, der Ort vergessener Träume und der Platz an dem er vor einem Jahr SIE kennenlernte, sie deren Stimme und Anmut er bis bis zum heutigen Tag nicht vergessen konnte. Vor einem Jahr war er hier schon einmal an diesem See, in diesem Dorf, in diesem Hotel. Ein Kurzurlaub sollte ihm damals etwas Erholung bringen. Und dort lichteten sich plötzlich die Schatten der Schwermut, denn sie betrat sein kleines Zimmer und blickte ihm direkt ins Herz. Tilda ( Virna Lisi) war ihr Name, und Zimmermädchen war sie hier gewesen und nur wegen ihr ist er nun zurückgekommen , ihre Spur zu finden und das schöne betörende Wesen nach allem, was er an Bitterem gerade erlebte, endlich in die Arme zu schliessen, ihr seine Sehnsucht zu gestehen. Es ist als hätte sie ihn von diesem Tag damals an immer wieder unsichtbar gerufen....lockend , ....wartend.
Doch die Hoffnung verfinstert sich und nur noch Gnadenlosigkeit des unfassbaren Schocks bleibt.
" TILDA IST TOT", leer und endgültig klingen die Worte aus dem Mund des Hotelbesitzers . Sie schweben wie schwarze Schleier in der Luft und die Zeit hält den Atem an. " Letzes Jahr an einem Dezembermorgen war es. Sie hat sich oben in den Zimmern mit einer Jodlösung das Leben genommen". Während dieser stockenden Sätze des Hoteliers ist nur der Wind von draussen zu hören. Klagende Böen , die sanft die Wellen an das Ufer klatschen lassen.
Aus welchem Grund hat Tilda, diese lebenszugewandte , verführerische junge Frau Selbstmord begangen ?

Wie ein Traumwandelnder geht Bernhard durch die modrigen Gässchen des Dorfes, unfähig dieses Schicksal zu begreifen. Doch warum begegnet ihm überall nur eine Mauer des Schweigens, bis hin zu offener Ablehnung ? Warum huschen die Menschen beiseite ,wenn er auftaucht oder ziehen den Hut ins faltige Gesicht, eilen vorbei, um nur ja ihm keine Auskunft geben zu müssen. Einzig der Dorffotograf kann ihm weitere Informationen über Tilda geben . War sie schwanger... und von wem und warum begeht eine Frau, die ein Kind erwartet Selbstmord ?
Und in einer Nacht sieht Bernhard sie durchs Fenster im bleichen Mondlicht .
Eine grossgewachsene schlanke Frau, reglos am Ufer mit dem Gesicht zum See stehend und ihr langer Schal, Tildas Schal weht geisterhaft um ihre anmutigen Schultern. Ein Trugbild überreizter Nerven, geisterhafter Spuk, eine Doppelgängerin oder ein unbekanntes Netz aus Täuschung, Lügen und unberechenbarer Gefahr ?

Wie in einem grossen Mosaikbild wird " Donna del Lago" nun Puzzleteil für Puzzleteil des unheimlichen Geschehens aneinanderfügen, wird uns hypnotisieren mit seiner düster morbiden verführerischen Ästhetik , seiner aussergewöhnlichen Brillanz, die an grosse Klassiker des Film Noir , wie Premingers " Laura" oder Hitchcocks " Rebecca" erinnern.
Was für ein unfassbar schauerpoetisches Werk voller Magie des leider viel zu unbekannten Filmkünstlers Luigi Bazzoni und natürlich ein Giallo, der jedoch sogar Erinnerungen an den deutschen Expressionismus eines Murnau wach werden lässt , der sowohl die Schwarzweiss Ästhetik eines Mario Bava (" Maschera del demonio" ), das Flair des italienischen Neorealismus mit der Poesie rätselhafter , scharf kontrastierter ,surrealer Träume eines " Letztes Jahr in Marienbad" vereint. " La donna del lago" ist permanent erfüllt von einer schwebenden Bedrohlichkeit und mystischen Überwältigungskraft, die jede Aufmerksamkeit in den Bann zieht. Wir treten ein in eine andere Welt, verlieren uns selbst dort unten am See, in den Gängen des alten Hotels, wo ein traumversponnenes Geheimnis uns umfängt.

Bazoni inszenierte hier seinen ersten abendfüllenden Film , hatte mit Franco Rossellini ( Neffe und Regieassistent von Roberto Rossellini ) einen namhaften Produzenten an der Seite und charismatische Schauspieler zur Verfügung.
Unverkennbar erinnert " La Donna del Lago" an Bazzonis späteren " Spuren auf dem Mond" diesen schillernden Monolith , der wohl zum betörendsten und brillantesten gehört, was das italienische Kino dieser Zeit hervorbrachte. Vieles findet sich hier wie dort. Da sind die lastenden Geheimnisse der Vergangenheit, die Desorientierung des Protagonisten an fremdem, fast irrealen Ort und das verwunschene Hotel, das irgendwo verloren auf der Grenze von Wahn und Wirklichkeit, zwischen Illusion und paranoider Innenwelt sich befindet. Da ist bei beiden die traumähnliche Atmosphäre zu bewundern, die permanent aus Zeit und Raum gefallen zu sein scheint.
Die Schwarz- Weiss Ästhetik von " Donna del Lago" gibt dem Film allerdings noch einmal einen ganz eigenen Reiz ; denn wie unfassbar schön, kann der Bildermaler Bazzoni hier starke Hell Dunkel Kontraste setzen, mit scharfkantigen Schatten, verkanteten Winkeln , mit Formen, Gesichtern, entrückten schauerromantischen Landschaftspanoramen und hinreissender Musik Wirkung erzeugen. Die Reise in eine dunkle Anderswelt, hin zu den Abgründen von Menschen , zu Schicksalen und Orten mit der unheimlichen Aura bösen Verhängnisses .
Wie merkwürdig verhalten sich hier alle Figuren in Gestik, Worten und zwiespältigen Mimiken. Was ist hier Einbildung , Fieberwahn oder schreckliches Verbrechen in diesem entrückten Kosmos aus Vergänglichkeit , Melancholie, Leidenschaft und Wahnsinn , der uns soghaft verschlingt. " La Donna del Lago" ist vielschichtiger Arthouse Kinozauber, wie wir ihn nur selten erleben dürfen .

" Ich hatte plötzlich das Gefühl, das Schreckliches und Düsteres über diese Familie hereingebrochen war.."

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Nun bin ich, lieber Interessent nicht über Nacht des Italienischen mächtig geworden. Allerdings können sie " La Donna del Lago " in einer anderen Edition in brillanter Qualität in italienisch mit DEUTSCHEN Untertiteln erleben . Er ist als Zusatzfilm enthalten auf der sehr empfehlenswerten aufwendigen Veröffentlichung von " Spuren auf dem Mond". Hier hat sich das Label unendlich viel Mühe gegeben beide Meisterwerke von Bazzoni mit einer Fülle von Extras auf insgesamt fünf Silberlingen (!) zu präsentieren und da ist dann mit diesen zwei (!) Ausnahmewerken der etwas höhere Preis dann voll und ganz gerechtfertigt. Unter diesem Mediabook " Spuren auf dem Mond" bin ich auch auf den Hauptfilm ( wenn man das so sagen will) noch näher eingegangen. Meine absolute Empfehlung für beide Kunstwerke in dieser Edition.
Kino, das alle Sinne berauscht.


L'assassino ha riservato nove poltrone - The killer reserved nine seats [IGCC Nr. 15] [Blu-Ray]
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DVD ~ Giuseppe Bennati
Wird angeboten von sofort lieferbar
Preis: EUR 39,94

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eingeschlafen im Sperrsitz, 24. Mai 2016
Der eher unbekannte Giallo " L' assassino ha riservato nove poltrone" aka " Killer reserved nine Seats" von Regisseur Guiseppe Benati im Jahre 1974 gedreht , erlebt hier im Zuge der wunderschönen Giallo Ausgaben des engagierten Labels Camera Obscura zum ersten Mal eine deutsche Veröffentlichung. Das ist aller Ehren wert, Bild- und Tonqualität ist phantastisch, die Farbenspiele leuchten und jedes kleinste Detail ist erkennbar. Auch der Audiokommentar von Dr. Stiglegger hat wiederum hohen Informations- und Unterhaltungswert . Allerdings für diesen Preis ist natürlich die Qualität des Films an sich doch entscheidend. Hier wird diesbezüglich nur durchschnittlicher, zähflüssiger Genuß geboten.

" Killer reserved nine Seats" kam als Nachklapp in die Kinos, als 1974 die urbane Giallo Welle, die dann von Dario Argento in ganz neue barocke Dimensionen geführt werden sollte, schon am Abflauen war. Die Thematiken und die Stilistik waren sattsam in unzähligen Pionier -Werken verfeinert worden und viel Neues gab es nicht mehr zu erzählen. So krankt die Dramaturgie auch sehr an ihrer Routiniertheit, die sich ohne viel Tiefsinnigkeit und Originalität auf das zehn kleine Negerlein Prinzip reduziert.
10 Menschen allesamt von Geldgier und Abhängigkeiten zueinander gezeichnet befinden sich eingeschlossen in einem alten Theater und ein maskierter Killer schickt sich an jedem von ihnen möglichst abwechselungsreich ( aber nie explizit) den Lebensdocht zu zerdrücken. Zum Aufwecken zwischendurch gibt es nackte schöne Brüste und zum Einschlafen dann wieder zähe Dialoge.
Das Interieur bietet natürlich alles, was das Sterben schön machen könnte, mit seinen labyrinthischen Gängen, Requisitenräumen, roten Vorhängen dunklen Logen und unheimlichen Theaterkulissen . Allein rechte Stimmung mag nicht aufkommen , zu flach und direktgehend langweilend wirkt das Mord Prozedere. Die Auflösung ist hanebüchen, was nicht stören würde, wäre der Weg dahin packend und nervenanspannend.Doch für einen Preis zum Zeitpunkt der Rezension von knapp 40 Euro ist das Filmerlebnis wirklich mager und derlei hohle Konstruktion könnte auch als Blaupause für jeden Slasher Film der achtziger Jahre herhalten. Es fehlt der Esprit und der zündende Funke.
Spontan fällt mir gerade Michele Soavis " Stagefright" aka" Aquarius" aka " Deliria" ein , der mehr als 10 Jahre später entstand. Wenn schon bizzare unheimliche Morde in Theaterkulissen und delirierende argentoeske Atmosphäre mit der Handschrift eines Regiemeisters, dann bietet sich dieser blutig magische Alptraum als Alternative an.


The killer reserved nine seats (Lassassino ha riservato nove poltrone)
The killer reserved nine seats (Lassassino ha riservato nove poltrone)
DVD ~ Rosanna Schiaffino
Wird angeboten von Mediafoxx
Preis: EUR 33,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eingeschlafen im Sperrsitz, 23. Mai 2016
Die Klassiker des Giallo Genres boomen zur Zeit und das kann jedem Freund dieser aufregenden Filmära, die Mitte der sechziger Jahre mit Mario Bavas " Blutige Seide" ihren Anfang nahm , nur Freudentränen in die Augen treiben. Grossartige ,oftmals erstmalige Veröffentlichungen von Labels wie Camera Obscura , FilmArt und Kochmedia bringen uns das unbeschreibliche mediterrane Suspensefeeling direkt in die Wohnstuben.
Wie schön, dass sich eindringliche Filmkunst mit viel Können und Herzblut dann doch durchsetzt, denn im Vergleich dazu ist die heutige Kinoszene, sehen wir von innovativen Nischenfilmen oder unabhängigen Produktionen ab , so ideenlos, langweilig, uninspiriert und flach wie in keinem Jahrzehnt zuvor.
Allerdings haben derlei Giallo Erstveröffentlichungen auch durch die Bank einen saftigen Preis , und da heisst es dann doch genau hinschauen ,ob die Qualität des Films wirklich die knapp 40 Öcken lohnt.
Im Falle von "The killer reserved nine seats" aka " L' assassino ha riservato nove poktrone" sollten sie ihre Geldbörse stecken lassen oder gleich lieber beim Italiener ihres Vertrauens wieder einmal gut essen gehen.
Ja, auch im Giallo Genre, das momentan so dermassen en vogue geworden ist, gibt es Werke , die wenig al dente und genussvoll sind. Manche sind auch einfach so müde und in ihrer halbgaren Story derart durchgemeuchelt, dass die Spaghetti zerbröseln und man glaubt es kaum, man hat ihre deutsche Erstveröffentlichung auch zurecht nicht vermisst .

Im Jahre 1974 war die Hochzeit des klassischen Giallos zu Ende. Was dann kam , war eine neue Ära in der vornehmlich Dario Argento den Giallo -und Horrorfilm zu einer neuen Form barocker Opulenz führte und ihm seinen ganz individuellen Stempel aufdrückte. Auch ein Lucio Fulci hatte seine Hinwendung zum Italo Horrorsplatter noch vor sich. Für die aufregende Zeit des italienischen Genrefilms begann also nur ein neues Kapitel, jedoch die stilprägende Pionierzeit war vorbei. Guiseppe Benatis " The Killer reserved nine seats" , 1974 entstanden , ist da eher ein Nachklapp und zeigt sehr deutlich, dass diese Ära bereits in den letzten Zügen lag. Nichts neues oder überraschendes, geschweige denn in der formellen Ästhetik Aufsehenerregendes kann er dem Giallo Genre noch hinzufügen. Ein wenig an Agatha Christie erinnernd und schon in der Grundidee solche Slasher wie " Freitag der 13." oder " Halloween Teil 27" vorwegnehmend, geht es hier um zehn, , natürlich furchtbar unsympathische, niederträchtige Menschen mit liderlichem Lebenswandel , die sich eingeschlossen an einem unheimlichen Ort wiederfinden und nun von einer maskierten Gurkennase auf mehr oder weniger interessante Art dezimiert werden. In dieser unkomfortablen Ausgangssituation sind sie jedoch trotzdem auf Schnippen des Fingers sofort bereit blankzuziehen , die Brüste zu schwingen und sich in lüsterner Wildheit ineinander zu verknoten und abzuschlabbern .
Schön und verheissungsvoll ist der Ort an dem die dekadente Brut hilflos dem Sensemann ausgeliefert ist. Ein uraltes prachtvolles Theatergebäude mit roten Vorhängen, brokatenen Wandteppichen, dunklen Foyers, langen Gängen, Speichern und schattenhaften Requistenkammern. Kann es einen besseren Ort zum unheimlichen Sterben geben ? Eigentlich nicht. Doch weiss Regisseur Benati erstaunlich wenig mit dem Interieur anzufangen. Die Atmosphäre ist zwar stimmig und edel, doch wird jeder Grusel erstickt durch die absolute Vorhersehbarkeit und Spannungslosigkeit der flachen zehn kleine Negerlein Dramaturgie, die auch keine tiefergehende Überraschung parat hält.

Kurz zur Story: Patrick ist reich und ein ziemlicher Kotzbrocken. Mondän und exzentrisch wie er ist , soll seine Geburtagsfeier in einem alten verlassenen Theater am Rande der Stadt vonstatten gehen. Eingeladen sind von Verlobte, Schwester, deren Liebhaber, Ex Partnerinnen, Ex Partner und Partner der Freunde das ganze soziale Netzwerk dummdödeliger Wurschtköppe. Ja ,und dann ist da noch ein mysteriöser Fremder, vielleicht der einzig Normale (?!) , der sich ebenfalls unter die Feiernden gemischt hat und den niemand kennt, jedoch von dem alle glauben, der jeweils andere hätte ihn mit auf die Party gebracht.
Wer solche Freunde und Verwandte hat braucht keine Feinde mehr , respektive hat schon bald das Messerchen in den Rippen stecken, denn alle hier Anwesenden sind in irgendeiner Form vom Gastgeber finanziell abhängig oder noch weitergehend in verquer hörigen Verhältnissen verfangen. Da wundert es eigentlich nicht, dass ein Unbekannter alsbald sämtliche Türen nach draussen verschliesst, die Telefonleitungen kappt und schon bald der erste Anschlag auf den Gastgeber verübt wird. Ab dem Zeitpunkt schleift sich das zähe Konstrukt von Mordszene über belanglose Dialoge bis zur nächsten Mordszene. Die Tötungen laufen dabei nach dem Vorbild eines Vorfahren Patricks ab. Vor 100 Jahren hat dieser Ur-Ur-Opa auch schon einmal kreativ Menschen in den Hades befördert und unser unbekannter Mörder , verkleidet mit schwarzem Umhang , Flokati -Perücke und alberner Doofmaske nimmt sich an diesen hübschen Einfällen des Ahnherrens ein Beispiel.
Will hier der böse Sumsemann das Erbe einheimsen in dem er einen nach dem anderen Nackedei den Lebensdocht zerdrückt oder ist hier doch Spuk am Werk ?
Nun, das Ende ist hanebüchen, was aber egal wäre, wäre der Weg dorthin einfallsreich und aufsehenerregend. Doch bei dem ewig gleichen Ablauf von Töten -Dialog - Nackigmachen- Töten- Dialog - Nackigmachen -Töten - ....knicken einem dann auf Dauer doch die Geduldsnerven weg. Seltsamerweise kann auch der renommierte Kameramann Guiseppe Aquari die Dichte der Atmosphäre nicht aufrechterhalten. Die Licht- und Farbenspiele bleiben diesmal seltsam routiniert und abgedroschen. ( Nun habe ich allerdings auch kurz vorher das atemberaubend schöne Meisterwerk " Un vestito per mariale" einmal wieder gesehen , was das Gefälle natürlich noch grösser erscheinen lässt) .
" The Killer reserved nine seats" bietet einfach viel zu wenig Abwechselung , Tiefgang, Dramatik oder Eigenständigkeit, um überzeugen zu können.
Einzig grandiose und makabere Idee ist dann auch genau die kurze Szene, die auf dem Titelcover zu sehen ist. Von dem Maskenknilch wird eine lesbische Femme fatale mit der Hand an ein Holzgerüst genagelt und bildet so mit einem weiteren nackten Mordopfer eine perfide Skulptur des Todes. Nun ja, ob dafür dieser hohe Preis gerechtfertigt ist ?
Ein Giallo, der sich absolut im Durchschnitt bewegt und wirklich nur für eingefleischte Sammler zu empfehlen ist.
Bild und Ton dieser natürlich ungeschnittenen BluRay sind phantastisch. Extras halten sich in Grenzen. Der Audiokommentar von dem üblichen Verdächtigen Dr. Markus Stiglegger ist womöglich das Interessanteste an dieser Edition.


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DVD ~ George Hilton
Preis: EUR 34,42

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leuchtende Angstträume , die in den Wahnsinn führen, 23. Mai 2016
Malerisches Waldpanorama im schwindenden Tageslicht.
Samtene Dunkelheit , die sich während des Vorspanns auf die schwarzen Wipfel der Bäume herniedersenkt. Dann plötzlich in grellen Sequenzen ein scheusslich verzerrter alter Mund mit verfaulten Zähnen, der maskenhaft lacht. Ein altes Weib , nackt und irritierenderweise hochschwanger auf ein eisernes Gestell geschnallt . Ein in ein Kinderkleidchen grotesk gekleidetes Hexenwesen mit wirbelnden gelben Zöpfen, ruckartig und puppenhaft aus der Dunkelheit auf uns zu schwebend . Scharfkantige Schattenkontraste , kreischende Tierstimmen, ein sardonisch lächelnder Mann, der den Arm hebt, seine unnatürlich blau strahlenden Augen , deren eiskalter Blick das Blut gerinnen lässt . Das lange blitzende Messer, das in weit ausholender Bewegung fast zärtlich in den flachen bebenden Unterbauch eines Mädchens fährt . Rotes Blutig auf anmutig dahingestrecktem leblosem Körper . In schwindelerregender Schnelligkeit umgeben von psychedelischen Farben rasen wir auf einen Baumstamm zu , zerschellt das Bild in lichtloser Schwerelosigkeit . --
Mit einem Schrei , in Schweiß gebadet erwacht die junge Frau . Ein grausiger Alptraum, böse und verstörend wie in jeder Mitternachtsstunde. .
Farben der Nacht, die Horrorvisionen der schönen Jane ( Edwige Fenech) saugen uns vom ersten Moment an in einen surrealen Strudel, der seinesgleichen sucht.
Irrsinnig ist dieser filmische LSD Trip, psychedelischer Seventy Look voller Metaphern und Assoziationen. Bereits hier hat uns Regisseur Sergio Martino in einem unwiderstehlichen Farbenrausch versinken lassen.

" Tutti I colori del Buio" ist neben " "Your vice is a locked room" der beste Giallo des Italieners ( wobei die anderen drei Werke " Torso", "Killer von Wien", " Schwanz des Skorpions" ebenfalls ein Fest für Fans sind ) . Wild schillernd, wie ein schwarzer Diamant und von psychotischer Schönheit und bizarrem Einfallsreichtum. Realität und Halluzination , hier wird jede Bewusstseinsebene in gialloesker Manier durcheinandergewirbelt und herauskommt ein extravaganter Trip, der irgendwo zwischen Salvador Dali , Sektenhorror, freudschen Angstdimensionen, mit obsessiver Farbsymbolik und einer Brise Nudity dem Zuschauer den Boden unter den Füssen wegzieht. Delirium, Wahnsinn, abgrundtiefe moralische Verkommenheit und Sex. Für letzteres ist die natürlich wieder einmal atemberaubende Edwige Fenech , die schwarzhaarige Giallo Queen par excellence, zuständig. Auch schauspielerisch dürfte die Rolle der labilen Jane ihre eindrucksvollste darstellen .
Von furchtbaren Erlebnissen traumatisiert , durchlebt sie jede Nacht dieselben grauenerregenden Alpträume . Ein Jahr zuvor verlor sie ihr ungeborenes Kind bei einem Autounfall. Ihr Mann ( George Hilton) saß am Steuer des Wagens. Ein Moment der Unaufmerksamkeit und das Auto kracht gegen einen Baum am Strassenrand. Panikzustände bei Nacht und bei Tag sind seit dem bei Jane zu beobachten. Die unheimlichste Angstvision : Ein hochgewachsener Mann mit stahlblauen Augen trachtet ihr mit einem Messer jederzeit nach ihrem Leben. Bald begegnet ihr der Verfolger tatsächlich auch im realen Dasein .Traum und Wirklichkeit verschieben sich , wenn der Unbekannte , das personifizierte Böse, der entsetzten Jane plötzlich in U- Bahnen, einsamen Parks oder einfach auf der belebten Strasse schweigend und unerbittlich gegenübersteht .
Der Todesbote verfolgt sie sogar bis vor ihr Haus. Im bleichen Licht tropfender Strassenlaternen beobachtet er das Gebäude . In dem spiralförmig gewundenen alten Treppenhaus sind seine Schritte zu hören.
Kette vor die Tür legen, Schreien oder Flüchten zwecklos . Der Fremde scheint allgegenwärtig in der Finsternis auf sein zitterndes Opfer zu lauern. Mit weit aufgerissenen Augen blickt Jane in die Dunkelheit. Irgendwo dort ist der Mann und sie ganz allein.

Wir Zuschauer sind vollkommen in Bann gezogen von der Brillanz und Ästhetik dieses geschickt inszenierten andauernden Bedrohungsszenarios .
Das farbsatte Mysterium folgt weniger dem Strickmuster einer üblichen Täter-Opfer-Polizeiarbeit -Dramaturgie , sondern nimmt uns mit in einen paranoiden Bewusstseinszustand . Sergio Martino gelingt es einmal mehr nervenzerfetzende Spannung zu erzeugen . Die Angst- und Verfolgungstableaus sind kleine wunderbar komponierte und arrangierte Meisterstücke für sich . Gnadenlos zerdehnt er die Angstmomente, arbeitet mit tödlicher Stille, gänsehauterregenden Geräuschen, pointiertem, genialem Musikscore , kraftvollen Farben und hervorrragender Kamera - und Schnittarbeit.
Eine schwebende Losgelöstheit in der Suggestionskraft eines Films, das erzeugt " Farben der Nacht" beim Zuschauer und das ist nicht zuletzt das Gefühl, das die immer grösser werdende Zahl der Giallo Fans genau an diesem Genre so schätzen. Sergio Martino inszeniert so exzentrisch, originell und überraschend wie möglich, sodass jedoch eingemottete Logikfanatiker etwas die Nase rümpfen könnten. Spätestens dann, wenn der Film ab der Hälfte neben den wilden Seelenzuständen auch noch Satanismus, Sektenhorror, sexuell konnontierte Riten und Anleihen bei " Rosemaries Baby" gekonnt einfließen lässt.
Hätte die verängstigte Jane doch nicht auf Anraten einer Freundin eine schwarze Messe besucht, um dort Hilfe vor ihren Dämonen erfahren zu wollen, dann wäre die Spirale in das Grauen wohl nie derart in Gang gekommen.
Ein Initiationsopfer, perverse Orgien im Feuerschein, teuflische Masken. Ist Jane, die Frau unter einem bizarren Einfluß , womöglich mittlerweile selbst eine Mörderin oder welches schaurige Komplott wird hier inszeniert ?

Edwige Fenech auf der Achterbahn in den Wahnsinn. Irrsinn, Unheimlichkeit, Paranoia verschmolzen in barocker Bildmagie - das macht " Farben der Nacht" zu einem unvergleichlichen Filmgenuß, den es leider heutzutage nicht mehr vergleichbar auf der Leinwand gibt.
Die Verführungskraft dieses Films ist enorm, und wohl auch deshalb ist zum Zeitpunkt dieser Rezension bereits am ersten Verkaufstag dieses Mediabook schon wieder vergriffen. Und was hat diese schöne Perle auch alles zu bieten. Neben dem Film in schöner, nie gesehener Qualität gibt es den Audiokommentar von , na wem wohl ? ....Dr. Markus Stigglegger , ein 16seitiges Booklett, Trailer, ein langes Interview mit Sergio Martino, Musiktracks, ein zugehöriger 60seitiger Fotoroman, Werbematerial etc.
Da lacht das Herz der Fans und dennoch möchte ich mit allem Nachdruck sagen. So schön dies alles ist, der Preis ist absolut überteuert und das Gefühl verfestigt sich, mit derlei Mediabooks gerade im momentan so angesagtem klassischen Giallo Genre wird ein Reibach mit den Fans getrieben, der kein Maß mehr kennt.
Es stimmt , das derlei Filmschätze qualitativ mehr als das dreifache des Preises jeder BluRay mit einem aktuellen amerikanischen Film wert sind, dennoch gibt es gerade auch im Ausland wesentlich preisgünstigere und mindestens genauso umfangreiche Neueditionen der alten Klassiker.
Sie müssen selbst entscheiden, lieber Interessent. Für mich ist auf Dauer ein Preis von knapp vierzig Euro dieser Editionen einfach Wucher und jeder muss sich fragen ,ob er diese Praxis unterstützen will. Es sind immer noch Filme von denen wir hier sprechen und keine Kleinwagen.
So sei ihnen auf jeden Fall auch die bisher erhältliche DVD von " Die Farben der Nacht " ans Herz gelegt, für einen Bruchteil des Preises, die den Film ebenfalls in guter Qualität wiedergibt , allerdings auf den restlichen Schnickschnack verzichtet.
Sie haben die Wahl. Lohnen tut sich dieses Filmerlebnis auf jeden Fall.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 28, 2016 5:33 PM MEST


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DVD ~ Joe Spinell
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zwei ganz große Klassiker des Genres , skalpiert und ausgeweidet von der Zensur, 20. Mai 2016
Für Psychopathen ist fast immer Mama die Allerbeste.
Auch haben sie große Mühe für ihren eingerunzelten scheuen Wurstkringel eine willige Dame zu finden, die zumindest erotischer ist als eine geblümte Heizdecke und der nicht bei Berührung sämtliche Löcher zufrieren. Daher ist bei dieser Spezies alternativ tägliches Herumjuckeln auf dem wehrlosen Gummibaum , das Vergewaltigen der Klobürste oder das Stöhnen und Schnaufen beim Begatten von Schaufensterpuppen an der Tagesordnung. Physiognomisch gleicht der Psychopath einem aufgeplatzten Hefeteig mit verknubbelten Armen und Füßen , dichtem Haargestrüpp als Popelbremse unter der Triefnase und einem angeklebten mumifizierten Wiesel auf dem Bollerkopf , während gegensätzlich dazu oft unter dem fetten Wanst nur ein abgeknicktes Haar am verdörrten Sackgeläut baumelt.
Er kann aber auch aussehen , wie eine gespenstisch dürre Gardinenstange, die stets stocksteif im Konfirmationsanzug wie ein Kassengestell mit Schluckauf unsicher durch die Gegend stolziert ,als hätte das Konstrukt frischen Durchfall in der Hose.
Nach außen hin ist dieser Rosettenkasper meist unauffällig und für seine Mitmenschen entbehrlich wie ein drittes Nasenloch, lebt zumeist in völlig desolater Ranzbude , in der die Fliegen von der Wand kippen oder auch in einer Yuppi Suite, noch von der mittlerweile ausgestopften Mama frisch geputzt .
Von der Körperhygine her stellt sich in einem Fall die Frage, wie lange noch besagter Fleischberg wohl dieselben eingestrunzten Klamotten tragen kann, bis diese nur noch operativ ablösbar sind oder anderseits wie ausdauernd kann dieser Magerstummel noch seinem Waschzwang frönen bis er sich selbst mit der Seife vom Erdboden radiert hat ?
Wer als Psychopath schlauer als eine handelsübliche Geranie ist , erkennt das Elend seiner Situation , lässt statt viel Worten Taten sprechen und vermatscht dann die nicht bespringungsbereite holde Weiblichkeit eben gleich zu Fleischsalat oder säbelt der Maid zumindest den dauergewellten Kopfschmuck von der Rübe. Und wenn er Glück hat werden sogar zwei Filmklassiker über sein exzentrisches Treiben gedreht . Aber was um Himmels Willen machen die anderen mit dem IQ jenseits eines Blattspinats ? Dem Wunsch nach Zerstören, Zerschreddern damit der eingewachsene Stöpsel südlich des Bauchnabels wenigstens einmal im Jahr kurz aufglüht , muss in jedem Fall zwanghaft nachgegeben werden. So gibt es seit langem für die verhaltensauffälligsten Psychopathen , die noch darüberhinaus zu brutzelblöd sind, um in der realen Welt ein Buttermesser richtig rum in der Hand zu halten , eine letzte soziale Auffangstation : Die Behörde der freiwilligen Selbstkontrolle.
Dort dürfen sie sogar unter dem Deckmantel gesetzlicher Regelungen mit sabbernden Mundwinkeln im Gummi Strampelanzug herumspringen und wenigstens hier ihrem Drang nach Kaputtmachen frönen und tatsächlich ist Zelluloid noch wehrloser als jede hochhackige Blondine in Vollmondnächten.
Der Leidtragende ihrer Obsessionen sind wir , denn ganze sieben Minuten des großen Klassikers " Maniac " von William Lustig 1980 gedreht , wie auch drei Minuten des ebenso fulminanten Remakes mit Elijah Wood fielen dem feisten Treiben der staatlich geprüften Bodenbrüter zum Opfer. AUF KEINEN FALL KAUFEN, lieber Interessent und nicht genug Ein Sterne Wertungen kann es für diese Veräppelung hier herunterregnen. Beide Filme sind Meilensteine des Genres und SEHR EINFACH , da widerspreche ich hier anderslautenden Meinungen , legal über gute österreichische Versandhändler zu erwerben.
Lassen sie die fidelen Psychopinsel im Streichelzoo der FSK sich weiter austoben , sie sehen sonst kein Sonnenlicht im Dasein .
SIE jedoch , schlau , attraktiv , mit mehr als fünf käsigen Baumwollsocken im Schrank, ohne löchrigen Rollkragenpullover , SIE bei dem jeder Staubsauger noch Jungfrau ist , Sie genau verfügen über mehr als drei funktionierende Schaltkreise in der Denkmurmel und kaufen schon lange da ein, wo Filmkunst dann doch noch wertgeschätzt wird.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 29, 2016 6:58 PM MEST


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