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Filmmusikliebhaber

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Man of Steel: Original Motion Picture Soundtrack (Deluxe Edition)
Man of Steel: Original Motion Picture Soundtrack (Deluxe Edition)
Preis: EUR 22,99

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Typisch Hans Zimmer: Der Soundtrack wird besser, je öfter man ihn hört, 20. Juni 2013
Ich oute mich als klarer Fan von Hans Zimmer, wobei dies eher auf die Werke der 2000er Jahre bezogen ist. Da seit dem Score zu TDKR kein Werk (außer das zu The Bible) von ihm erschienen ist, war meine Vorfreude riesig.

Ich habe dann nach dem Release den Fehler begangen und dem Scroe das erste Mal leise über Spotify beim Lernen mit Kopfhörern gelauscht - das hätte mir als Zimmer-"Anhänger" klar sein müssen: Scores von Hans sind immer dann am besten, wenn man sie laut auf einer vernünftigen Anlage hören kann.

Dennoch haben die Trailer "An Ideal of Hope" und "Fate of Your Planet" mehr versprochen als gehalten worden ist: Nämlich - ähnlich wie bei der Dark-Knight-Reihe - viel Abwechslung zwischen melodischem, verträumten Glanz und bombastischer Rhytmik und Dynamik sowie ein richtig episches Werkt! Denn die beiden, in den Trailern verwendeten Stücke gehören bereits zum Besten, was der Score hergibt. Umso erstaunter war ich, als ich die im Trailer "Fate of Your Planet" verwandte Musik gar nicht im Original-Score wiederfand - eine Erfahrung, die ich schon öfter (z.B. bei TDKR) machen durfte.

Nach dem ersten Hören war ich daher etwas gefrustet. Diesen Effekt hatte ich aber nicht zum ersten Mal bei Werken von Hans Zimmer und gab dem Score daher noch eine Chance auf meiner Anlage. Und seitdem ich auch die CD 2 der Deluxe Edition gehört habe, bin ich teilweise sogar wieder begeistert!

Der Score beginnt mit dem Track "Look to the Stars". Mit den ersten Klängen ging mir sofort das berühmte Theme von John Williams durch den Kopf, da die leisen Klänge etwas "außerterristisch" klingen und zumindest bei mir die Erwartung einer großen Fanfare erwecken. Jedoch zeigt sich mit Fortlaufen des Tracks, dass er aus den Federn Zimmers entstammt: Vom leisen Klang zu Beginn steigert er sich von Sekunde zu Sekunde bis zu einem epischen Chor und geht mit schnellen Streichern zu Ende. Dies passt aber (wohl) umso mehr zum Film, der viel mit Erinnerungszenen der Vergangenheit arbeiten soll (ich sehe ihn erst am Samstag).

Im Score wechseln sich, wie bereits von anderen Rezensenten angemerkt, sehr leise, ruhige und lang gezogene Töne mit harten, schnellen und kraftvollen Rhytmen ab. Dies ist besonder auffällig z.B. bei den aufeinanderfolgenden Tracks "Oil Rig" und "Sent Here for a Reason" zu hören. Im letztgenannten Track wird auch zum ersten Mal das - vermutliche - Theme zu Clark Kent, dass bereits in "An Ideal of Hope" ganz am Anfang erklingt, gespielt. Eine sehr einfache, weiche, aber markante und gefühlvolle Melodie auf dem Klavier, die leider viel zu selten im gesamten Score vorkommt. Ein Schwachpunkt des Scores, was bspw. in der Dark-Knight-Trilogie oder auch im Score zu Gladiator weitaus besser gelungen ist.

Dass dieser Score aus dem Kopf von Hans Zimmer stammen muss, erkennt man an der doch sehr starken Ähnlichkeit zu den Scores der Dark-Knight-Reihe (vgl. Track "Tornado") sowie bspw. am Track "Goodbye my soon", der doch sehr an den Scores zu den Verfilmungen der Dan Brown-Romane erinnert.

Was diesen Score besonders macht und Stärken des Scores meiner Ansicht nach sind, sind die Tracks "Terraforming", "This is Clark Kent", "Flight", "What Are You Going to Do When You Are Not Saving the World?" sowie auf der Bonus-CD "General Zod"(eine echte Überraschung, wie ich finde, gerade wegen der letzten 2 Minuten), "Earth" und "Arcade" (-> Fate of Your Planet). Was Zimmer wieder einmal gut gelungen ist, ist die Mischung aus klassichen Instrumenten und modernen Elementen. Dabei sticht vor allem die Verwendung einer E-Gittare heraus sowie das Synthesizer-Theme zu General Zod und seinen Leuten. Schade, dass er das zuletzt genannte Element nur recht selten in markanter Art und Weise genutzt hat wie in "You Die or I Do" und "Arcade". Auch hier ist der Vergleich zu den Batman-Scores, vor allen der zu "The Dark Knight" angebracht, in dem das Theme zum Joker weitaus öfters deutlich zu hören ist. Zimmer verwendet im Score zu Man of Steel eine Menge unterschiedlicher Themes, die es aufgrund dieser Fülle nur recht selten erneut schaffen, in einem der Tracks aufzutauchen.

Was meiner Meinung nach sich relativ überflüssig im Score befindet, ist das Sketchbook. Darauf findet man kaum etwas Neues, bis auf den stärkeren Einsatz der E-Gittare. Da hätte ich doch lieber die Bonus-Tracks auf CD 2 im Original-Score gehabt. Aber dies ist wohl der Vermarktungs- und Verkaufsstrategie von Sony zu verdanken.

Alles in allem bewerte ich diesen Score mit 4 Sternen. Er ist ein wirklich gelungener, ideenreicher Score, mit tollen Themes und der typisch Zimmerischen harten Rhytmik und Dynamik. Dies ist sowohl etwas Positives, als auch ein Schwachpunkt am Score. Denn er erinnert teilweise zu sehr an vorangegangene Scores, insbesondere an dem zu TDKR. Ebenfalls fehlt irgendwie etwas Durchgängiges, immer Wiederkehrendes, was den Score ausmacht. Der Track "What Are You Going to Do When You Are Not Saving the World" ist zwar grandios, aber er zeichnet sich als großer Schluss nicht im Laufe des Scores ab. Allerdings habe ich den Film noch nicht gesehen, daher kann ich den Score diesbezüglich noch nicht einordnen, sodass meine negative Kritik nicht ganz passend sein könnte. Die Tracks der Bonus-CD pushen den ganzen Score wirklich noch einmal richtig nach oben - daher lohnt sich der Kauf der Deluxe Edition!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 2, 2013 9:41 PM MEST


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